Autorisierte Übertragung aus den TidBITS#312/29-Jan-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-312.html
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
Information: <office@carrier.co.at>
Comments: <ferstl@carrier.co.at>
Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-312.etx
ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-312.etx
ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-312.etx
ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/Macintosh/PowerBook/Other%20PB%20SW/PB_2300c_Update_1.0.hqx http://www.info.apple.com/Apple.Support.Area/Apple.Software.Updates/US/Macintosh/PowerBook/Other_PB_Software/PB_2300c_Update_1.0.sea.hqx
Quicken Online Banking Updater -- In der letzte Woche hat Intuit den Online Banking Updater für Quicken 6.0 veröffentlicht, mit dem Quicken 6 von Release 2 auf Release 5 gebracht wird. Diesen Updater gibt es in drei Versionen: 68K, PowerPC und "Universal", die zwischen 2.5 MB und 3.5 MB haben - lesen Sie die begleitenden Dateien, bevor Sie sich ans Herunterladen machen.
http://www.intuit.com/quicken/technical-support/quicken/releases/qfm6-releases/
Zusätzlich zu den neuen Möglichkeiten beim Online-Banking sollen laut Intuit einige Probleme behoben worden sein, die von Anwendern berichtet worden sind. Unklar ist, ob es sich dabei um die Schwierigkeiten handelt, die in TidBITS-308 angesprochen werden. [GD]
WorldWrite 3.0 für Macintosh -- WorldWrite hat es außerhalb der Vereinigten Staaten bisher auf zwei aufeinanderfolgende Versionen gebracht; nun ist die Version 3.0 zu einem Listenpreis von 99 US$ bzw. 149 US$ weltweit verfügbar (Der Preis hängt von Ihren linguistischen Ansprüchen ab: die nur englischsprachige Version kostet 99 US$). Das schlanke Programm erfordert 2 MB Arbeitsspeicher und läuft auf jedem Mac mit mindestens System 7.1. Wenn ich mich mit der Software näher befaßt habe, werde ich darüber berichten. Zentrale Merkmale sind Unterstützung von WorldScript, Tabellen, Spalten, Erstellung von Indizes und Inhaltsverzeichnissen und Farbseparation. WorldWrite wird mit einem Filter für QuarkXPress ausgeliefert und unterstützt XTND. [TJE]
http://www.xmission.com/~worldsft/
So weit sind andere schon länger -- In meinem Überblick zum Internet Explorer von Microsoft in TidBITS-311 habe ich erwähnt, daß Explorer anderen Browsern beim Umgang mit diversen Audioformaten und QuickTime voraus sei, da es ohne unterstützende Applikationen auskomme. Mehrere Leser haben darauf hingewiesen, daß diverse Browser von InterCon - darunter NetShark, TCP/Connect II und die Browser für AOL und eWorld - mit diesen Formaten schon seit längerer Zeit selbständig umgehen können. [GD]
Der TidBITS Server übersiedelt
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Wir haben am 25. Januar 1996 unseren Server verlagert. Er war in unserem alten Haus und hatte zum Internet eine 56K-Frame-Relay-Anbindung. Obwohl wir schon vor vier Monaten ausgezogen sind, war US West nicht in der Lage, uns eine dedizierte Internet-Anbindung via ISDN oder Frame Relay zur Verfügung zu stellen - nicht einmal eine zweite analoge Telefonleitung haben wir bekommen. Zu den vielen Problemen bei US West zählen blanke Inkompetenz, schrecklicher Kundenservice und ein andauernder Mangel an technischen Einrichtungen.
Wir wollten wegen der notwendigen Unterbrechungen den Server nicht zweimal verlagern (einmal an einen Behelfsstandort und dann noch einmal zu unserem neuen Haus), aber nach vier Monaten kamen wir zu dem Schluß, daß wir lange genug gewartet hätten. Wir werden die Installation noch einmal überdenken, wenn US West uns endlich eine Internet-Standleitung einrichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt ist unser Server im Büro von Point of Presence (der Web-Präsenz-Firma unseres alten Freundes Glenn Fleishman) sehr gut untergebracht.
Glenns Büro bietet unserem Server als Standort mehrere Vorteile. Es gibt dort eine T-1-Verbindung ins Internet, die mit 1.544 Mbps Kapazität viel leistungsfähiger ist als die 56-Kbps-Verbindung, die wir vorher hatten. Neben der reinen Geschwindigkeit haben wir nun auch den Namen www.tidbits.com für den Server wieder zurück. Schon lange bevor wir eine Standleitung und unseren eigenen Server hatten, verwendeten wir diesen Namen als Verweis auf eine Maschine namens oneworld.wa.com, die Dateien im Zusammenhang mit der zweiten Auflage des Internet Starter Kit for Macintosh und des Internet Starter Kit for Windows im Internet bereithielt. Ich war mir nicht sicher, ob die 56-Kbps-Leitung die Belastung aushalten würde und habe eine Weiterleitung auf die Web-Site von Hayden eingerichtet. Jetzt, wo unser Apple Internet Server 6150 an die T-1-Leitung von Glenn angeschlossen ist, sind wir zuversichtlich, daß die Maschine mit allem fertig werden wird. Ab sofort finden Sie also unsere Web-Site an folgender Adresse:
Die neue IP-Nummer der Maschine ist 205.199.66.6, aber es ist vorauszusehen, daß Ihr lokaler Domain-Name-Server dies noch nicht gespeichert hat. Wenn Sie in einem Domain Name Lookup mit dem MacTCP Watcher von Peter Lewis auf king.tidbits.com fahren und die alte Nummer (204.57.157.13) bekommen, werden Sie keine Verbindung zu unserer neuen Maschine aufbauen können; auch eMail an uns wird nicht möglich sein. Es gibt hier zwei Lösungen: Wenn Sie einen Mac verwenden und ihn seit Ihrer letzten Verbindung mit king.tidbits.com nicht mehr neu gestartet haben, hat MacTCP die IP im Cache-Speicher. Dann empfiehlt es sich, die Datei MacTCP DNR aus dem Systemordner zu entfernen und neu zu starten (der Cache wird gelöscht und eine neue DNR-Datei wird angelegt). Wenn andererseits das Problem beim Domain Name Server Ihres Providers liegt, können Sie dort anrufen und bitten, den Name Daemon neu zu starten, was den Cache des Servers (in dem die zuletzt besuchten Web-Adressen gespeichert sind) löscht. Vielleicht ist das nur für wenige Leute nötig, aber die Methode zu kennen ist generell von Nutzen.
Wir arbeiten schon seit einiger Zeit daran, den Zugriff auf die TidBITS über das Web durch Spiegelung des Servers zu verbessern und Probleme beim Update von Ausgaben (wie sie Ende letzten Jahres auf der Dartmouth-Web-Site aufgetreten sind) zu bereinigen. Wir haben ein Verzeichnis mit HTML-Versionen unserer Ausgaben eingerichtet (zur Zeit mit TidBITS-274 beginnend, aber es sollen alle konvertiert werden), in dem auch Grafik und eine Übersichtsseite enthalten sind. Dieses Verzeichnis steht für ein Mirror-Vorhaben zur freien Verfügung, solange die fragliche Web-Site allgemein und unentgeltlich zugänglich ist. Wenn Sie interessiert sind, schicken Sie mir Mail an <ace@tidbits.com>.
Sun zögert auch
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
Letzte Woche berichtete das Wall Street Journal über die Bemühungen von Sun Microsystems, Apple zu kaufen; eine Einigung stehe unmittelbar bevor. Im Lauf der letzten Jahre gab es einige Kaufinteressenten für Apple (darunter ein ernsthaftes Angebot von IBM vor zwei Jahren); dieses Mal ist die Gerüchteküche aber heißgelaufen. Das war zum großen Teil auf das Internet zurückzuführen, aber auch auf eine Anzahl von Personen, die sich auf "Insiderquellen" berufen. Genährt wurden die Gerüchte auch durch die Äußerungen von Apple-Chef Michael Spindler und des Ratsvorsitzenden Mike Markkula bei einem massenhaft besuchten Aktionärstreffen; die beiden gaben auf die Frage, wie Apple in die Gewinnzone zurückgeführt werden könnte, sehr allgemeine Antworten statt konkrete Pläne vorzulegen.
Wie üblich waren die Meldungen über den Verkauf von Apple etwas übertrieben. Zur Zeit liegt keine Vereinbarung zwischen Sun und Apple vor und die Gespräche scheinen nicht weiterzugehen. Nach Berichten soll der strittige Punkt beim Preis liegen: Scott McNealy, der Chef von Sun, soll 23 US$ je Aktie geboten, Apple aber 33 US$ gefordert haben. Für Apple ist es schwer, einen Preis unter dem aktuellen Kurs der Aktie den Aktionären gegenüber zu vertreten; Sun hingegen könnte abwarten, wie weit die Apple-Aktie noch fällt und dann das Angebot anpassen. Der Kurs der Apple-Aktie ist im Fallen begriffen.
Apple hat in einem Dutzend Zeitungen der U.S.A. ganzseitige Anzeigen geschaltet, die die Kunden auffordern, "den Glauben nicht zu verlieren", und betonen, die Apple-Führungsebene werde "mit höchster Priorität" Schritte setzen, die Apple "auf das nächste Kapitel des Wachstums und der Profitabilität vorbereiten". Inzwischen gibt es neue Gerüchte, Apple sei auf der Suche nach einem anderen Käufer, wie etwa Motorola oder Sony. IBM und Oracle, früher öfter genannt, sind nicht interessiert.
Berichte über einen bevorstehenden Verkauf von Apple an eine andere Firma tauchen mit höchster Regelmäßigkeit auf - die nächste Welle an solchen Gerüchten kommt bestimmt. Einerseits gibt es die Ansicht, Sun und Apple könnten einander gut ergänzen, andererseits wird aber hervorgehoben, daß Sun kleiner ist als Apple und mit 6 Milliarden US$ Umsatz durch einen Kauf von Apple (11 Milliarden US$ Umsatz) die eigene Finanzlage für einige Zeit sehr belasten würde. Im letzten Quartal hat Apple einen Verlust von 69 Millionen US$ ausgewiesen und für das laufende Quartal wird ein noch höherer Verlust erwartet; andererseits hat etwa der PC-Anbieter AST Research, Inc. in seinem zweiten Finanzquartal einen Nettoverlust von 128,6 Millionen US$, die Unisys Corporation sogar einen von 676,8 Millionen im letzten Quartal 1995 einschließlich der Kosten für den Abbau von beinahe 8000 Beschäftigten. Beide Firmen lagen 1995 bei den Nettoumsätzen wesentlich unter Apple. Unklar ist, wie eine Übernahme durch Sun (oder durch ein anderes Unternehmen) es Apple ermöglichen soll, die Rentabilität zu steigern, ohne die vorhandenen (bemerkenswert loyalen) Kunden zu verärgern.
BusinessWeek hat kürzlich eine Titelgeschichte über die Probleme bei Apple publiziert und Neil Ticktin <publisher@mactech.com>, der Herausgeber des Entwickler-Magazins MacTech, hat dazu einige interessante Anmerkungen gemacht:
Es erstaunt mich immer wieder, wie es zu einer Medienhysterie kommt und was in ihrem Verlaufe passiert. Der Umschlag Ihrer letzten Nummer verkündet: "Der Sturz einer amerikanischen Ikone". Diese "Ikone" hat ihr Finanzjahr 1995 mit Gewinn abgeschlossen, konnte erhöhte Umsatz- und verkaufte Stückzahlen vorweisen, hat Produkte am Stand der Technik und einige technologische Trümpfe im Ärmel, die gerade beginnen, Früchte zu tragen. Diese Firma hat einen Quartalsverlust zu verzeichnen und mußte Entlassungen vornehmen (in einer Branche, die ganz allgemein von einer ähnlichen Lage und einer schwachen Gewinnsituation gekennzeichnet ist). Aber, um einen Satz in Ihrem Artikel zu variieren, "der Verlust wird sich nicht gravierend in der Bilanz auswirken" und "die Entlassungen reichen nicht an das Trauma von 1985 heran".
Ja, natürlich, bei dieser Firma handelt es sich um Apple Computer, Inc. - um die Firma, die von der Presse mit Haßliebe bedacht wird. Vergleichen Sie diesen Artikel mit den positiven Kommentaren in derselben Ausgabe zu der "Revolution", die bei Daimler-Benz stattfindet. Daimler-Benz hat für 1995 einen Verlust von 4.2 Milliarden US$ verlautbart und davon ist die deutsche Wirtschaft insgesamt schwer betroffen. Sicher, Apple hat Probleme, die gelöst werden müssen, aber wird diese Berichterstattung dem Anlaß gerecht?
Nebenbei gesagt: Die meisten Leute, die ich kenne, freuen sich über den Beitrag der Medien, den Preis der Aktien von Apple zu senken - wir können dann mehr davon kaufen. Sobald die Presse sich auf ein anderes Thema eingeschossen hat, werden wir auf dem Weg zur Bank lachen, wenn der Kurs der Apple-Aktien steigt.
Preissenkungen als Start für Performa-Promotion
von Mark H. Anbinder, News Editor <mha@tidbits.com>
Im Rahmen der Aktion "Power Payback" in den U.S.A. hat Apple ein Angebot zusammengestellt, das beim Kauf eines Performa mit einem Apple-Drucker einen Nachlaß von 150 US$ bietet. Bei den Druckern kann aus einer Palette vom ImageWrite II und StyleWriter 1200 bis zum neuen Color LaserWriter 12/600 PS ausgewählt werden. Zur gleichen Zeit hat Apple Preissenkungen bei diversen Performa-Modellen angekündigt.
Dieses Angebot erweitert die Aktion "Power Payback" auf breitere Kundenkreise. Vorher gab es unter diesem Titel Nachlässe zwischen 200 und 500 US$ für den Power Macintosh 7200 beim Kauf zusammen mit bestimmten Monitoren oder Druckern, 150 US$ für Kombinationen aus PowerBook und manchen Druckern. Alle drei Schienen der Aktion laufen bis 17. März 96.
http://www.apple.com/promo/powerpayback/
Apple hat mittlerweile sowohl die Händlerpreise und die an die Stelle der empfohlenen
Verkaufspreise getretenen Niedrigstpreise (als "minimum advertised pricing" bezeichnet)
für die Serien Performa 5200, 6100, 6200 und 6300 gesenkt. Ohne die oben
erwähnten Nachlässe sollten die Endverbraucherpreise um 75 bis 300 US$ sinken.
[Wie immer gilt: In Europa sind die angegebenen Preise und Differenzen keineswegs für
bare Münze zu nehmen. --WJF]
Word-Makroviren noch immer im Umlauf
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
In TidBITS-292 haben wir über einen plattformübergreifenden Virus berichtet, der in WordBasic geschrieben ist. Dieser Virus hat einige Benutzer von Word 6.0 betroffen, meistens freilich nicht auf der Mac-Plattform. Seit damals ist ein weiterer WordBasic-Virus aufgetaucht. Zwar sind die bis jetzt bekannten WordBasic-Viren nicht besonders gefährlich; sie stellen aber eine Belastung für Betreuer von Macs dar und werden, wie berichtet wird, am Macintosh häufiger.
Im Internet habe ich einiges an Informationen zu den Viren gefunden; Microsoft hat Anti-Viren-Tools zur Bekämpfung des Problems bereitgestellt.
http://www.research.ibm.com/xw-D953-wconc/
http://ciac.llnl.gov/ciac/notes/Notes12.shtml#WINWORD
ftp://ftp.microsoft.com/softlib/mslfiles/mw1222.hqx
Zur Verdeutlichung: Die Viren verbreiten sich als WordBasic-Makros, die in Word-6.0-Dokumenten enthalten sind und können sich, weil WordBasic auf mehreren Plattformen funktioniert, jede Maschine befallen, auf der Word 6.0 läuft, unabhängig vom Betriebssystem. Auf dem Mac kann der Virus nur bei Microsoft Word 6.0 und 6.0.1 auftreten; ältere Versionen enthalten kein WordBasic und bieten dem Virus keinen Nährboden, auch dann nicht, wenn infizierte Word-6-Dateien von einem anderen System verwendet werden. Kommerzielle Virensoftware wie Virex und SAM kann den Virus auffinden, Disinfectant (Freeware) hingegen nicht, weil es darauf programmiert ist, Viren in Maschinensprache zu entdecken. Wenn Sie kommerzielle Anti-Viren-Software verwenden, wenden Sie sich mit Ihren Fragen zu WordBasic-Viren an den Hersteller.
Kurze Anfragen bei Großfirmen und Organisationen aus dem Bildungsbereich, die Word 6 einsetzen, vermittelten nicht den Eindruck von Besorgnis, obwohl die Viren sehr unterschiedlich häufig waren. Der Sprecher einer Organisation mit einer großen Zahl von Macs schätzte den Anteil der betroffenen Geräte auf 80 bis 90 Prozent. Andere Organisationen hingegen gaben an, bei ihnen seien die Viren auf Macs nie beobachtet worden. Eine Bildungsinstitution berichtete, die Viren würden "einige Male pro Woche" entdeckt und entfernt; ein Mac-Betreuer bei einer großen Firma merkte an, die WordBasic-Viren seien am häufigsten in Abteilungen zu beobachten, die beide Plattformen einsetzen. Mehrere Quellen stellten fest, Mac-Benutzer glaubten oft, der Virus könnte sich nicht auf den Mac übertragen und träfen daher keine Vorsichtsmaßnahmen.
Mir sind keine Berichte über bedeutsame Schäden durch den Virus bekannt geworden; der Hauptaufwand scheint Zeit für Support und die Ausgaben für Virus-Software zu sein, was (in den Worten einer Gewährsperson) oft von "überparanoiden" Personen im Management veranlaßt wird. In einem Fall wurde angegeben, der Virus habe sich in einem infizierten Vorlagedokument über Mail zu beinahe jedem Mitarbeiter hin verbreitet. "Niemand wurde geschädigt, aber wir haben mehr als eine Woche damit zugebracht, die Sache zu verfolgen, alles zu erklären und die Betroffenen zu beruhigen. Billig war das nicht." Interessanterweise machten alle Befragten diese Angaben nur unter der Bedingung der Anonymität.
Wenn Sie Word 6 in einer Umgebung verwenden oder unterstützen, in der häufig Dokumente zwischen Benutzern ausgetauscht werden (besonders mit Außenstehenden), kann es sich empfehlen, Verfahren bereitzustellen, mit denen die Viren gefunden werden können statt nur abzuwarten und ein größeres Problem entstehen zu lassen. Die Virenerkennungssoftware von Microsoft braucht lange, um eine Festplatte abzusuchen, aber Sie müssen das nur einmal machen - gehen Sie lieber kein vermeidbares Risiko ein.
Microsoft -- 206/635-7200
Kosmologie auf CD-ROM: Invisible Universe
von Jon Pugh <jonpugh@netcom.com>
"Unterhaltsam und lehrreich" - sollte jemand mein Leben zusammenfassen wollen, wenn ich einmal nicht mehr bin, hoffe ich, daß diese beiden Begriffe verwendet werden können; es freut mich immer, wenn andere diesen Spuren folgen. Neulich bin ich auf ein Produkt gestoßen, das dieser Line entspricht - ich will es hier vorstellen.
Das Produkt, das ich meine, ist Invisible Universe von Dr. Fiorella Terenzi, eine CD-ROM, die Elemente des Universums beschreibt, die dem Menschen üblicherweise nicht sichtbar sind. Es ist eine Voyager-CD und wird dem gewohnten Qualitätsniveau von Voyager gerecht. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und der Inhalt ist in Niveau und Genauigkeit beispielhaft dargestellt. In Anbetracht der Tatsache, daß Frau Dr. Terenzi eine italienische Astrophysikerin ist, verwundert die Genauigkeit nicht; Frau Dr. Terenzi ist aber auch die attraktive Erzählerin in den QuickTime-Sequenzen. Mit charmantem Akzent erläutert sie den gesamten Kosmos, von einer Führung durch unser lokales Sonnensystem zu den intergalaktischen Weiten, wo viele Galaxien unserer Milchstraße benachbart sind.
http://www.fiorella.com/
http://www.voyagerco.com/CD/ph/p.invisible.html
Die Präsentation, die oftmals den Betrachter auch zum Narren hält, hat mich amüsiert - Dr. Terenzi ist häufig zu sehen, wie sie inmitten von Sternen steht und auf Objekte deutet, die sie gerade erklärt. Ein anderes Mal erscheint sie als schwebender Kopf, der die Szenerie beschreibt; an wieder anderer Stelle liegt sie auf einer Galaxie - die Leute, die die CD-ROM gemacht haben, hatten sicher Spaß dabei.
Alle Filmsequenzen sind mit Musik hinterlegt - es stellt sich heraus, daß es eine Spezialität von Dr. Terenzi ist, die Daten von Radioteleskopen zu vertonen. In Invisible Universe ist eine volle Stunde ihrer Musik eingebaut; ich habe sie in allen Präsentationspassagen (in einigen sieht man einfach nur Galaxien, die sich zur Musik vorbeibewegen) sehr genossen.
Die CD-ROM enthält auch eine Sternkarte, in der viele der interessanten Phänomene zu finden sind, darunter auch mein Lieblingsobjekt, Eta Carinae, eine Nova, die etwa vor 150 Jahren explodiert ist (siehe auch das JPEG-Bild unten); daneben gibt es viele andere Phänomene, die ich noch gar nicht alle untersuchen konnte. Auch die Bilder der Planeten und ihrer Monde sind mit detaillierten Beschreibungen und Nahaufnahmen verfügbar.
http://www.stsci.edu/pubinfo/jpeg/WFPCEtaCar.jpg
Nicht zuletzt ist Invisible Universe auch mit einer Fülle von Gedichten angereichert, die von so berühmten Personen wie John Perry Barlow, Herbie Hancock oder Thomas Dolby rezitiert werden. Ein poetisches Duett wird von Dr. Terenzi und Timothy Leary vorgetragen. Klar, die Gedichte stellen nicht den Kern der wissenschaftliche Information dar - sie unterstreichen aber das unterhaltsame Grundkonzept des Projekts.
Invisible Universe, das um 40 US$ verkauft wird, wurde mit Macromedia Director produziert und kann auf Macintosh und auf Windows betrieben werden (zu den Details siehe die oben erwähnte Web-Page von Voyager). Wenn Sie an Astronomie oder Kosmologie interessiert sind, sollten Sie einen Blick auf die CD-ROM werfen. Selbst wenn Sie kein so leidenschaftlicher Sternenliebhaber wie ich sind - Invisible Universe kann Ihnen Verständnis für den Kosmos um uns herum vermitteln.
Versuchen Sie es doch mit Prograph
von Matt Neuburg <managing_ed@mactech.com>
Vergangenen August hat die in Halifax, Nova Scotia, ansässige Firma Pictorius ihre Pläne verkündet, von ihrem Flaggschiff-Produkt Prograph eine Freeware-Version herauszubringen, die dann im November in den Archiven von Info-Mac aufgetaucht ist. Vielleicht klingt es komisch, aber wenn ein Programm zu einem Listenpreis von 1.500 US$ angeboten wird (wie das bei Prograph der Fall war) oder auch nur um 700 US$ (wie bei der aktuellen Version), kann ich gar nicht so viel darüber lesen, daß es mich beeindruckt. Wenn hingegen etwas umsonst ist, bin ich gleich interessiert.
ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/dev/prograph-classic.hqx
ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/dev/prograph-reference-manual.hqx
ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/dev/prograph-tutorial-examples.hqx
ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/dev/prograph-tutorial-manual.hqx
[Das gesamte Paket ist etwa 4 MB groß. -Geoff]
Prograph ist eine graphische Entwicklungsumgebung für Computerprogramme. Statt eine Vielzahl von Befehlen in verbaler Form zu lernen, um etwa Abläufe wie den folgenden festlegen zu können:
if (inModelID == SCPage::modelKind) {
if ( mPagelist -> FetchAItemt(inPosition,&page) ) {
PutInToken(page,outToken); return; }}
... zeichnen Sie in einer Umgebung wie Prograph nur ein Diagramm, das den Datenfluß
zwischen einer Operation und der nächsten darstellt. Diese Diagramme werden von
Prograph nicht irgendwie in "richtigen" Programmcode "übersetzt", sie
sind dieser Code.
Ich war immer skeptisch gegenüber Prograph, in erster Linie wegen eines offensichtlichen Nachteils dieses Ansatzes - das darin erstellte Programm kann nicht auf kleinem Raum dokumentiert werden. Was in C oder in Pascal nur einige Zeilen erfordert, nimmt in Prograph einen ganzen Bildschirm ein. Da es frei verfügbar ist, habe ich es trotzdem heruntergeladen, habe das Tutorial gestartet und bin hineingesprungen.
Das Tutorial ist großartig. Es ist hervorragend geschrieben und legt viel Augenmerk auf die Denkprozesse der Leser. Immer, wenn ich dachte "Und was wäre, wenn ich es auf die andere Art versucht hätte?" oder "Was hat das merkwürdige Symbol zu bedeuten, das ich gerade verwenden mußte?", wurden gleich anschließend genau diese Fragen geklärt.
Ich fand das alles wunderbar und habe mir die Sprache viel leichter als jede andere Programmiersprache vorher angeeignet. Nachdem ich das Tutorial in einigen Tagen durchgearbeitet hatte, beschloß ich, ein eigenes Projekt zu beginnen: ein einfaches Kartenspiel. Ohne Schwierigkeiten erzeugte ich ein Objekt für die Spielkarten und stattete es mit den "Methoden" aus, die das Mischen, das Abheben der obersten Karte vom Talon und so weiter ermöglichen. Wie Sie schon vermuten, ist Prograph objektorientiert; in Prograph ist objektorientiertes Programmieren unvergleichlich klar und einfach. Jede Klasse von Objekten ist ein Icon und die zugehörigen Methoden und Attribute sind in diesem Icon untergebracht - ein Doppelklick auf das Icon einer Klasse öffnet ein Fenster, in dem die Methoden und Attribute dieser Klasse erscheinen. Dieser Ansatz ist der Beschreibung eines Objekts in Textform (wie bei C++) weit überlegen; er hat viel Ähnlichkeit mit HyperCard, wo das Script eines Buttons in dem Button selbst gespeichert ist.
Dann wurde ich frecher und begann, Menüs und Fenster zu erstellen, wie sie nun einmal zu einem richtigen Macintosh-Programm dazugehören. Prograph hat ein Application Framework, das für Sie die Grundelemente der Mac-Benutzeroberfläche bereitstellt. Dieses Application Framework verfügt über Klassen und Methoden (natürlich in Prograph selbst geschrieben), die die Hauptschleife [die sogenannte "main event loop" --WJF] jedes Mac-Programms übernehmen und auf Mausklicks und -bewegungen in Menüs und Fenstern reagieren; weiters ist ein komfortabler Menü- und Fenstereditor vorhanden, der die Erstellung eines Fensters, das von einem Programm verwendet werden soll, durch simples Zeichnen desselben ermöglicht, ohne daß ResEdit eingesetzt werden muß. Allerdings habe ich bemerkt, daß es keinen Grund gibt, die vielbändige "Inside Macintosh"-Sammlung wegzuwerfen. Ich wollte ein Fenster erstellen, das das Fortschreiten eines Vorgangs als "Thermometer" darstellt: der Benutzer meines Programms sollte das "Thermometer" auf dem Bildschirm sehen, während die Karten gemischt werden. Ich schaffte es, das Fenster auf den Bildschirm zu bekommen, wenn das Mischen beginnen sollte und es auch wieder verschwinden zu lassen, wenn der Mischvorgang beendet war, aber das Thermometer wurde aus irgendeinem Grund nicht bewegt. Ich fand schließlich den Grund dafür: Ich mußte das Fenster aufrufen und dann anhalten, sodaß die Hauptschleife die Ereignisse abfragen konnte; die wiederholten Nullereignisse lösten dann "Idle"-Aktionen aus, durch die das Thermometer-Diagramm bewegt dargestellt werden konnte (ganz ähnlich wie diese Routine auch in C zu schreiben ist). Von dem Zeitpunkt an funktionierte die Thermometerdarstellung perfekt. Wenn Sie also in Prograph ein Mac-Programm schreiben wollen, müssen Sie immer noch lernen, den Mac zu programmieren; Prograph nimmt Ihnen nicht alles ab, wie das bei HyperCard der Fall ist. Aus Erfahrung kann ich Ihnen allerdings sagen: Ich habe dieselbe Art Programm auch in C++ zu schreiben versucht und in Prograph ist es bei weitem einfacher.
Der Prozeß des Programmierens ist unglaublich angenehm, weil die Prograph-Umgebung vollständig dynamisch ist. Es ist nicht notwendig, jede einzelne Routine an der genau richtigen Stelle einzufügen, um ein Programm laufen lassen zu können; es gibt keinen Compiler, der Sie zu dieser peniblen Arbeitweise zwingen könnte. Statt dessen starten Sie Ihr Programm und bei Auftreten eines Fehlers legt Prograph eine Pause ein und läßt Sie den Fehler beheben. Als ich mein "Thermometer" für das Kartenmischen geschrieben hatte, war zwar die Schleife da, die den Fortschritt des Thermometerbalkens steuert, aber ich hatte vergessen festzulegen, was passieren sollte, sobald die Gesamtzahl der Durchläufe erreicht war. Ich startete also mein Programm und nachdem der Thermometerbalken voll durchgelaufen war, hielt Prograph das Programm an und meldete in einer Dialogbox "Hier ist eine Routine erforderlich, die Sie nicht geschrieben haben. Wollen Sie sie schreiben?" Ich bestätigte das mit "Yes", schrieb die Routine (um das Fenster zu schließen) und Prograph setzte genau dort den Programmlauf fort, wo er unterbrochen worden war - das Fenster wurde geschlossen (wie in der erst neu hinzugekommenen Routine festgelegt war)! Noch besser: Sie können ein laufendes Programm pausieren lassen und die gerade aktuellen Daten und Werte anschauen; auf diese Weise wird Ihr "Programmcode", das von Ihnen gezeichnete Flußdiagramm, zu seinem eigenen Debugger. Wenn Sie einen Fehler finden, können Sie einen korrigierten Wert einsetzen oder zu einer vorhergehenden Routine zurückgehen, die das Problem verursacht hat, und diese neu erstellen (in diesem Fall kehrt Prograph an diesen früheren Punkt zurück und setzt den Programmlauf dort fort).
Ich kann gar nicht sagen, wie gelungen, einfach und motivierend ich Prograph finde; ich kann es nicht einmal angemessen beschreiben. Keine Beschreibung, die ich gelesen habe, wird ihm gerecht. Sie müssen es selbst ausprobieren. Sogar wenn Sie nie programmiert haben - vielleicht gerade wenn Sie nie programmiert haben - werden Sie damit leicht zurechtkommen.
Die Freeware-Version, genannt Prograph Classic, ist nicht eingeschränkt; es ist eine Vollversion von früher. Der einzige Haken: Wenn Sie ein Programm als Stand-alone-Applikation abspeichern wollen (statt sie mit niedriger Geschwindigkeit im Prograph-Interpreter laufen zu lassen), müssen Sie einen Compiler dazukaufen. Dieser Compiler kostet allerdings nur 25 US$; dieser Preis wird von Pictorius als Shareware-Beitrag bezeichnet und für wohltätige Zwecke gestiftet. Sobald Sie mit Prograph Classic vertraut und auf neuere Versionen neugierig sind, versuchen Sie es mit den folgenden Web-Adressen:
http://www.mactech.com/Articles/Vol.10/10.03/Prograph-Review.bhtml
http://www.mactech.com/Articles/Vol.10/10.11/Prograph-CPX-Tutorial.bhtml
Ich behaupte nicht, daß Sie gleich hinauslaufen und die aktuelle Version besorgen werden, aber ich denke doch, daß Prograph für das Programmieren die gleiche Bedeutung hat wie der Mac für die Computer. Pictorius verdient Lob und Dank für die Gratisversion - ein Geschenk, das Mac-Benutzern eine wunderbare Erfahrung beschert, die ihnen sonst nicht zugänglich wäre. Den Weg, ältere Versionen ihrer Software als Freeware zur Verfügung zu stellen, sollten mehr Firmen in der Branche beschreiten.
[Anmerkung: EveryDay Objects, Inc. hat einen Satz von Internet-Klassen und -Primitives für Prograph entwickelt, die beim Erstellen eines Web-Servers eingesetzt worden sind. Dieser Server fragt eine Datenbank ab und gibt dynamisch erstellte Web-Seiten zurück - die Vorführung auf der Macworld Expo war sehr gelungen. - Geoff]
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Copyright and address info
TidBITS Home Page
Vorhergehende Ausgabe
Nächste Ausgabe