Außer an Apple Geburtstagswünsche zu überbringen, wirft diese Ausgabe einen Blick darauf, wie die CD-ROM mit dem System 7.5 Update 2.0 bestellt werden kann und auf die Software namens Home Door von der Firma Open Door zur Verwaltung mehrerer Domains auf einem Mac als Web-Server. Weiters bringen wir Informationen zu QuickDNS Pro, zu einer neuen Mathematik-Library für die PowerMacs und zu einer "Preview"-Version von Netscape Navigator 3.0. Den Abschluß bildet der zweite Teil unseres Interviews mit Darryl Peck.
Autorisierte Übertragung aus den TidBITS#322/01-Apr-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-322.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
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Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
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Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-322.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-322.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-322.etx>
Happy Birthday, Apple! An diesem Datum im Jahre 1976 wurde von Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple gegründet. Schon bald wird Apple alt genug sein, um in den meisten US-Bundesstaaten Alkohol trinken zu dürfen - das sollte für etwas optimistischere Prognosen bei den Produktionsziffern sorgen! [ACE]
<http://product.info.apple.com/pr/background/1995/pr.background.timeline.html>
Greg Marriott wurde angegriffen und schwer verletzt -- Wir bringen selten Meldungen dieser Art, aber hin und wieder sind Ausnahmen angebracht. Greg Marriott, der als erfahrener Macintosh-Programmierer für Teile von System 7 verantwortlich zeichnete, wurde vor einigen Wochen in seiner Wohnung brutal attackiert. Nach fünf Schlägen auf den Kopf und mit zahlreichen Stichwunden wurde er von den Angreifern für tot gehalten und liegengelassen. Greg schaffte es aber, den Notruf zu wählen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. (Inzwischen geht es ihm wieder verhältnismäßig gut, besonders in Anbetracht der denkbaren Alternativen). Ich erwähne dieses schreckliche Ereignis, weil die Täter einige Monate unter 18 Jahren waren und in Kalifornien nur als Minderjährige belangt werden können. Greg und seine Freunde versuchen den Distrikts-Staatsanwalt dazu zu bringen, die Täter als Erwachsene zu behandeln. Wenn Sie Gregs Bericht von seinen Qualen gelesen haben und der Argumentation zustimmen, gibt es für Sie auf einer Webseite eine Anleitung, wie Sie Ihre Meinung dem Staatsanwalt mitteilen können (der dieser Idee gegenüber aufgeschlossen ist). Dem Internet wird oft nachgesagt, es halte uns von realen Leben fern; hier gibt es ein Beispiel, wie die Macintosh-Gemeinschaft im Internet in der realen Welt etwas bewirken könnte. [ACE]
<http://www.spies.com/~greg/>
<http://www.best.com/~renee/>
TidBITS im TV -- Im August 1995 wurden Tonya, Geoff und ich für eine 13-teilige Fernsehserie mit dem Titel "Life on the Internet" ["Leben im Internet", --WJF] gefilmt. Die Serie wurde für den Sender Canadian Discovery Channel produziert; einige kanadische Leser haben uns in der Show gesehen, wie wir über e-Mail (zusammen mit Steve Dorner) gesprochen haben. Einer von unseren Lesern war so freundlich, uns ein Videoband zu schicken, sodaß wir unseren Auftritt sehen konnten. Abgesehen davon, daß Geoff herausgeschnitten worden war [was mir recht ist! -Geoff], hat uns das Niveau dieser Sendung ziemlich beeindruckt. Wenn auch der Rest der Serie diese Qualität hat, dann kann sie nur empfohlen werden. Im April 1996 wird das Public Broadcasting Service (PBS) [das nicht-kommerzielle TV-Netzwerk in den Vereinigten Staaten - doch, das gibt es, mit öffentlicher Finanzierung und so... --WJF] damit beginnen, die Serie überall in den Vereinigten Staaten auszustrahlen. [ACE]
<http://web-cr02.pbs.org/internet/>
Apple macht 700 Millionen Verlust -- Der Apple-Chef Gil Amelio hat letzte Woche der Presse mitgeteilt, daß Apple für das zweite Quartal einen Verlust nach Steuern von etwa 700 Millionen US$ ausweisen wird. Etwa die Hälfte davon geht auf Wertberichtigungen von Lagerbeständen zurück, ein weiteres Viertel ist auf Kosten von Umstrukturierung zurückzuführen. Amelio sagte: "Ich bin derzeit zuversichtlich, daß ich die Probleme kenne und beheben kann". Er kündigte die Bekanntgabe von Reformplänen durch Apple für Anfang Mai an. [ACE]
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1996/q2/960327.pr.rel.outlook.html>
QuickDNS Pro 1.1 für den Mac publiziert -- Men & Mice aus Reykjavik, Island, hat QuickDNS Pro 1.1 herausgebracht, einen vollwertigen Domain Name Server für den Macintosh. QuickDNS Pro 1.1 kann mit primärem, sekundärem und rekursivem Name Lookup aufwarten. Das Programm umfaßt auch einen skriptfähigen Editor, der das Aufsetzen und die Wartung der Domain-Informationen erleichtert. Wichtig ist auch die Unterstützung für "Round-robin"-DNS, was die Verteilung der Last auf mehrere Server ermöglicht. "Round-robin"-DNS wird verwendet, um mehrere Macs, die als Web-Server laufen, wie einen einzigen erscheinen zu lassen. Auf diese Weise wird die anfallende Belastung gleichmäßig auf alle verteilt. QuickDNS Pro 1.1 kostet 295 US$ (Upgrades von 1.0 sind gratis); eine Version zum Ausprobieren kann unter der folgenden Web-Adresse heruntergeladen werden. Men & Mice -- (+354) 525 4991 (fax) -- <info@menandmice.com> [ACE]
<http://www.menandmice.com/QuickDNS/>
Mathematik-Library von Motorola für die Power Macs -- Mark Granger hat eine Bibliothek für die Power Macs unter System 7.5 oder höher zusammengestellt, die die Mathematik-Funktionen des Mac-Betriebssystems beschleunigt. Das Paket baut auf der mathematischen Library aus der Entwicklungsumgebung für C/C++ von Motorola auf; Anwender berichten, es könne bei Fließkomma-Operationen bis zu 25 Prozent schnellere Routinen erzeugen, was für einige Applikationen große Geschwindigkeitsvorteile bringe. Wenn Sie keine massiven Rechenvorgänge auf einem Power Mac auszuführen haben, wird Ihnen die Bibliothek kaum etwas nützen; wenn transzendente Funktionen hingegen Ihr tägliches Brot sind, sollten Sie einen Versuch damit angehen. [GD]
<ftp://mirrors.aol.com/pub/info-mac/cfg/math-lib-moto.hqx>
Neues zum GeoPort -- Eine Frage, die an uns bei den TidBITS häufig gestellt wird, bezieht sich auf schnellere Versionen des GeoPort Telecom Adapters von Apple. Meistens vermeiden wir es, über Produkte zu schreiben, die noch nicht zu kaufen sind - solche Artikel bringen meist eine Flut von Anfragen nach Bezugsquellen mit sich, die wir nicht beantworten können. Dennoch: MacWEEK hat neulich über Gerüchte berichtet, Apple plane für diesen Sommer die Einführung einer 28.8-Kbps-Version des GeoPort Telecom Adapters, der allerdings nur mit Power Macs funktionieren soll. Wenn ich mir die Nachteile des GeoPort Telecom Adapters vor Augen halte, empfehle ich statt dessen immer ein "richtiges" 28.8-Kbps-Modem. [ACE]
<http://www.zdnet.com/macweek/mw_1011/news_geoport.html>
AISS: Neue Versionen -- In TidBITS-317 habe ich geschrieben, daß bei der Software, die in der Apple Internet Server Solution 1.0 enthalten ist, Upgrades je nach Softwarefirma verschieden geregelt sind. Einige davon, wie etwa StarNine und Bare Bones, haben bei ihren Updates immer gute Arbeit geleistet, aber man kann nie wissen. Kate Wormington von Apple teilt mir mit, daß Kunden, die AISS 1.0 am oder nach dem 1. September 95 gekauft haben, PageMill direkt bei Apple, unter der Nummer 800/950-5382 x759 nur gegen Zahlung einer Bearbeitungsgebühr und der Transportkosten, bestellen können [europäische Kunden schauen derweilen durch die Finger, wie man schon an der Telefonnummer erkennen kann... --WJF]. Darüber hinaus sind die Updates für weitere Programme von der AISS-Web-Site herunterzuladen. Deren Seiten werden vermutlich auch Links zu einigen der Firmen erhalten, deren Software in der Version 2.0 von AISS enthalten ist. Auch verbilligte Upgradeangebote soll es geben. Apple soll auch planen, eine Bestellung all dieser Upgrades via World Wide Web "en bloc" zu ermöglichen. [ACE]
<http://www.solutions.apple.com/internet/AISS/updates.html>
Netscape 3.0 Preview -- Netscape hat eine "preview"-Version von Netscape Navigator 3.0 herausgebracht. Zwar sind viele der neuen Optionen derzeit nur auf anderen Plattformen verfügbar, doch ist die neue Version an Open Transport angepaßt, unterstützt in provisorischer Weise auch Internet Config, verbessert die Benutzerführung bei Netscape Frames und enthält Erweiterungen bei Mail und News. Ähnlich wie bei den Office-Programmen von Microsoft gibt es auch ToolTips, die einige Punkte der Benutzeroberfläche von Netscape in völlig nutzloser Weise beschreiben - zum Glück kann dieser Firlefanz abgeschaltet werden. Die Version unterstützt Java auf Power Macs (für 68000-Macs ist das "in Vorbereitung") und kann bis zum 15. Juli 96 verwendet werden. Die Datei ist beim Herunterladen etwas über 4 MB groß; werfen Sie auf jeden Fall einen Blick in die Release Notes, bevor Sie sich die Version über das Netz holen. In einem kurzen Test hat sich die Version als nicht besonders stabil erwiesen. [GD]
<ftp://ftp.netscape.com/pub/navigator/atlas/pr1/mac/AtlasPR1-Installer.hqx>
<http://home.netscape.com/eng/mozilla/3.0/relnotes/mac-3.0b2.html>
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
Die neueste Mitteilung von US West, unsere schnelle Internet-Anbindung werde vielleicht Mitte Mai (ohne Angabe einer Jahreszahl) stehen, hat Adam und mich bewogen, unsere Pläne zu verwerfen, das System 7.5 Update 2.0 über die Leitung holen zu wollen; statt dessen gingen wir daran, die CD-ROM-Version käuflich zu erwerben. Es stellte sich heraus, daß die CD (wie der Diskettensatz) nur bei Apple oder bei einer Macintosh User Group gekauft werden kann; um das Update von einer User Group zu erhalten, müssen Sie Mitglied der Gruppe sein. Letzte Woche habe ich drei Varianten recherchiert: Apple, AMUG und BMUG.
Apple -- In Geoffs Artikel zu dem Update in TidBITS-318 empfahl er, Apple/Claris unter 800/293-6617, Durchwahl 984, anzurufen. Es erforderte einige Geduld, aber ich konnte herausfinden, daß die CD um 13 US$ plus Steuer (aber frei von Transportspesen) zu haben ist. Sie können auch eine nicht-800-Nummer anrufen. Apple wird allerdings nicht an Adressen außerhalb der U.S.A. liefern, außer an APO- und FPO-Adressen [d.h. an Angehörige des U.S.-Militärs im Ausland. --WJF]. Der Apple-Mitarbeiter nannte mir eine Lieferzeit von vierzehn Werktagen bis sechs Wochen.
AMUG -- Die Arizona Macintosh User Group (AMUG) bietet die AMUG Tech 1.0 CD diese Woche in den DealBITS an und diese CD scheint ein wirklich guter Deal zu sein. Um 11 US$ plus 5 US$ für den Transport (ins Ausland 10 US$) bekommen Sie nicht nur das System 7.5 Update 2.0, sondern auch - wie zu erwarten - die Mitgliedschaft bei AMUG für einen Monat, 800 Spiele, 500 Internet-Programme, den Inhalt der Apple-FTP-Site, den AMUG-Internet-Installer und einige Filme mit Werbespots einschließlich Apples klassischem 1984-Spot. Die einmonatige Mitgliedschaft kann auf ein Jahr verlängert werden; Sie können aber auch gleich für ein Jahr Mitglied werden und erhalten die CD dann gratis AMUG nimmt Bestellungen per e-Mail unter <sales@amug.org>, über ein Formular im WWW oder über Telefon (602/553-0066) entgegen. Ich weiss nicht, ob AMUG auf große Stückzahlen eingerichtet ist, aber die Frau, die meine Bestellung aufnahm, sagte mir, die CD werde am nächsten Tag hinausgehen und in etwa drei Tagen bei mir eintreffen.
<http://www.tidbits.com/dealbits/>
BMUG -- Nachdem ich die AMUG-CD gekauft hatte, fand ich heraus, daß die Berkeley Macintosh Users Group (BMUG) ebenfalls eine CD mit dem System 7.5 Update 2.0 um 12 US$ plus Steuer (freie Zustellung an U.S.-Adressen, US$ 5 bei Lieferung ins Ausland) anbietet. Die CD enthält auch noch 29 MB an Software aus dem BMUG-"Essentials"-Ordner und "First Class"-Mailbox-Software zur Einwahl bei Planet BMUG und BMUG Boston, außerdem QuickTime-Sequenzen, Demoprogramme und so weiter. Um die CD von BMUG zu kaufen, müssen Sie zuerst der Gruppe beitreten - die Mitgliedsbeiträge beginnen bei 45 US$ pro Jahr. BMUG nimmt Bestellungen per Telefon unter 510/549-2684 oder 800/776-2684 und per Fax unter 510/849-9026 entgegen.
Bitte denken Sie dran: Ob Sie bei Apple, bei AMUG, bei BMUG oder woanders kaufen, die CD ermöglicht nur ein Update; Sie müssen sie in Verbindung mit einer installierten Version von System 7.5 verwenden.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Wie auf einem einzelnen Mac mehrere Domains betrieben werden können, ist vielleicht die am häufigsten gestellte Frage in den Mailing-Listen, die sich dem Mac als Web-Server widmen. Es gibt zwar einige trickreiche Lösungen für das Problem; HomeDoor von Open Door Networks spricht aber diese Fragestellung direkt an. Eine "lite"-Version, die fünf Domains verwalten kann, wird mit der Apple Internet Server Solution 2.0 mitgeliefert; sie kann um 249 US$ auf die Vollversion erweitert werden, die sonst 400 US$ kostet.
Falls Sie nicht die blasseste Ahnung haben, was ein Web-Server mit mehreren Domains ["multihomed", --WJF] ist: Multihoming gestattet es einem Web-Server, auf die Anforderung von "http://www.companyX.com/" und "http://www.companyY.com/" mit verschiedenen voreingestellten Seiten zu reagieren. Es ist zwar leicht, der Firma X und der Firma Y auf einem einzelnen Mac als Server verschiedene Domains zuzuweisen, aber bisher gab es keinen Weg, verschiedene Startseiten für die jeweiligen Domains zu verwenden.
Warum sollte irgend jemand sonderlich an dieser Fähigkeit interessiert sein? Die Antwort reduziert sich auf den folgenden Sachverhalt: Wenn Internet-Benutzer versuchen, die Adresse einer Web-Site zu erraten, dann tun sie das wahrscheinlich, indem sie "www.", den Firmennamen und die Kennung ".com" am Ende eingeben [die URL-Adressen von Firmen außerhalb der U.S.A. haben meist eine etwas andere Struktur. Zum Beispiel enden sie für Österreich meistens auf ".co.at" statt auf ".com". In Deutschland und in der Schweiz sind die Länderkennungen ".de" bzw. ".ch" in Gebrauch, ein formaler Hinweis auf den kommerziellen Hintergrund einer Web-Installation wie ".com" oder ".co" aber nicht. --WJF]. (In Netscape 2.0 ist es sogar möglich, nur den Firmennamen im Location-Feld einzugeben - das Programm wird dann automatisch annehmen, daß die volle Adresse in dieser Weise abzuleiten ist.) Wenn die angeforderte Web-Site sich einen Server mit einer anderen Domain teilt, ist es normalerweise nötig, eine gemeinsame Startseite zu verwenden, von der aus zu den installierten Seiten der verschiedenen Domains verzweigt werden kann. Diese Lösung ist aber nicht besonders elegant - eine Wäscheboutique will sich vielleicht nicht unbedingt mit einem Lastwagen-Händler dieselbe Startseite teilen.
Die bisherigen Lösungen -- Schon bisher gab es einige Lösungen für das Problem, die aber nicht wirklich zufriedenstellend waren. Erste Variante: Es ist leicht, Seiten auf verschiedenen Servern zu speichern; manche Leute haben also so etwas wie einen billigen Mac LC dazu abgestellt, nur um die Home Page der zweiten Web-Site bereitzuhalten. Alle nachgeordneten Seiten sind dann auf dem eigentlichen Hauptserver untergebracht, zum Beispiel auf einem Power Mac 6150. Das funktioniert, aber es erfordert je Web-Site einen separaten Mac. Mehrere Macs zu verwenden ist besonders vorteilhaft, wenn die verschiedenen Web-Sites ähnlich oft aufgerufen werden, weil diese Konfiguration die Belastung auf mehrere Maschinen verteilt.
Variante zwei: Auf einer Maschine können mehrere Kopien der Server-Software laufen, die jeweils einen anderen Port verwenden; kaum jemand wird aber als Benutzer von außen die richtige Port-Nummer einer Web-Site richtig erraten können.
<http://www.starnine.com/support/qa/webstar/netconnect.html>
Dritte Möglichkeit: Weil Unix über diese Option ("multihoming") verfügt, gibt es den Ausweg, MachTen von Tenon, eine Unix-Variation für den Mac, zu installieren. Dieser Weg ist auch gangbar, erfordert aber den Kauf von MachTen ebenso wie den Umgang mit Unix selbst und dem Unix-httpd-Server - was kaum für Leute in Frage kommt, die Unix noch nicht ernsthaft verwendet haben.
HomeDoor -- Ab sofort kann HomeDoor also mit multihoming aufwarten, ohne daß weitere Hardware oder Programme erforderlich sind. HomeDoor plaziert sich auf einer hardwarenahen Ebene des Mac-Betriebssystems (Amanda Walker von InterCon nimmt an, daß es den Ethernet-Treiber benützt) und akzeptiert hereinkommende Anfragen nach verschiedenen Domains, die es jeweils auf andere Home Pages weiterleitet. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings schon. Im Location-Feld des Web-Browsers wird nicht das URL angezeigt, das der Benutzer eingegeben hat (das "saubere" URL), sondern dasjenige, zu dem HomeDoor ihn umgeleitet hat (das "schmutzige" sozusagen); dies deshalb, weil ein Web-Browser üblicherweise das tatsächlich verwendete URL zeigt. Die Dokumentation von HomeDoor zeigt eine Möglichkeit auf, dieses Problem zu umgehen - siehe das FAQ-Dokument von HomeDoor.
<http://www.homedoor.com/>
<http://www.homedoor.com/faq.html>
HomeDoor ist für Macintosh-Web-Server zum Verwalten mehrerer virtueller Domains ein beliebtes Hilfsprogramm geworden; es ist freilich nicht so sauber wie auf der Unix-Plattform, wo das dem Benutzer zurückgemeldete URL in keiner Weise "bekleckert" wird. Im Moment ist HomeDoor allerdings die beste für Mac-Server verfügbare Lösung.
Allerneueste Neuigkeiten -- Highware hat MultiHome veröffentlicht, ein CGI-Skript für die WebSTAR-Serversoftware, das zum Preis von 189 US$ ebenfalls multihoming ermöglicht. MultiHome setzt voraus, daß die Web-Browser, die von den Benutzern verwendet werden, die "push/pull"-Option unterstützen. Auch wenn dies der Fall ist, bekommen die Benutzer kurz eine Seite zu sehen, auf der alle vorhandenen Domains aufgelistet sind, bevor sie automatisch die für sie richtige Seite präsentiert bekommen. Wie bei HomeDoor werden die zurückgemeldeten URLs ebenfalls verunstaltet, nämlich mit einem Verzeichnis [einem directory, --WJF], das der "richtigen" virtuellen Domain angehängt ist.
<http://www.highware.com/highware/MultiHome.nclk>
Open Door Networks -- <homedoor@opendoor.com>
Willkommen zu der zweiten und letzten Folge des Interviews mit Darryl Peck. Letzte Woche in TidBITS-320 hat Darryl, <dpeck@cybout.com>, über seine Anfänge als Macintosh-Enthusiast und über seine Erfahrungen mit seiner Firma Inline Design gesprochen. Er erwähnte auch, wie sein Interesse an Geschäftsmöglichkeiten im World Wide Web entstanden ist und wie er einen "Laden" namens Cyberian Outpost im Web gegründet hat, in dem online Hardware und Software verkauft werden.
[Darryl] Der Mac-Anteil macht mehr als die Hälfte unseres gesamten Volumens aus. Was Apple betrifft, verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Wenn eine Gesellschaft mit 12 Milliarden Dollar Umsatz einen Verlust von 69 Millionen macht, ist das nicht der Zeitpunkt für Panik. Dieser Betrag ist doch eher wie ein Tropfen in einem großen Eimer - immerhin sitzt Apple auf Barreserven im Ausmaß von mehr als einer Milliarde. Wenn die ganze Angelegenheit was Gutes hat, dann ist das die Ablösung Spindlers. Mein Gefühl sagt mir: Apple ist jetzt in viel besseren Händen.
Ich persönlich habe nicht die geringsten Befürchtungen, daß Apple verschwinden könnte. Die Plattform [der Macintosh als System, --WJF] ist in so vieler Hinsicht besser - ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß jetzt alle auf Wintel umsteigen. Das kürzlich verlautbarte Abkommen mit Motorola wird von Nutzen sein, aber Apple muß jetzt in erster Linie um jeden Preis Copland herausbringen. Das Betriebssystem des Macintosh beginnt Alterserscheinungen zu zeigen und, so ungern ich das sage, Windows 95 erledigt gewisse Dinge besser als das System 7.5.x. Bitte jetzt nicht gleich mit Eiern nach mir werfen...
[Darryl] Ja und nein. Wir wollen kein Versand sein und deshalb bringt es nicht viel, darüber nachzudenken. Uns kommt vor, daß einige Mail-Order-Firmen ihr Geschäft sehr gut versehen; wir werden nicht versuchen, diese Leute auf ihrem eigenen Gebiet zu schlagen. Unsere geschäftsentwicklung online war so gut, daß wir in unserer neuen Zentrale ein richtiges Ladengeschäft eingerichtet haben. Wir existieren also gar nicht ausschließlich online.
[Darryl] Wahrscheinlich der Versuch, mit einer Vielzahl von "guten" Problemen fertigzuwerden. In einem Zeitraum von nur neun Monaten sind wir zu einem der drei größten Einzelhändler im Internet herangewachsen und zu einem der hundert größten Computerhändler in den Vereinigten Staaten. Seit unserer Eröffnung im Mai haben wir unseren Umsatz alle 90 Tage verdoppelt. Das ist ein enormes Wachstum in so kurzer Zeit, das nicht einfach zu bewältigen ist; es hat auch tatsächlich einige Probleme mit sich gebracht. Zeitweise hatten wir Schwierigkeiten, die Lagerbestände schnell genug aufzufüllen, um die Nachfrage decken zu können. Manchmal ist unser Kundendienst auch hinter unseren strengen Ansprüchen zurückgefallen. Wir haben rasche und entschlossene Maßnahmen ergriffen, um mit unserem Wachstum schritthalten zu können und wir erweitern unsere Mitarbeiterzahl laufend.
Abgesehen davon glaube ich, daß diese neun Monate ziemlich reibungslos verlaufen sind. Unser Partner in Virginia, die Symphony Marketing Group, hat unseren Server in exzellenter Weise 24 Stunden am Tag am Laufen gehalten. Wir hatten die geeignete Hardware und Software, um auch hohe Anfragefrequenzen aus dem Internet bewältigen zu können. Bis jetzt hat alles einfach großartig funktioniert.
[Darryl] Ich bin froh über diese Frage. Ja, wir verwenden den sicheren Server Netsite von Netscape. Wir sichern allerdings nur den Bestellbereich unserer Site ab, weil das Sichern aller Seiten die Geschwindigkeit zu sehr bremsen würde. Die Web-Browser können abgesicherte Seiten nicht im lokalen Cache-Speicher ablegen; wir hatten am Anfang alle Seiten gesichert, kamen aber dahinter, daß das nur die Dinge in sinnloser Weise verlangsamt.
Wie wir alle wissen, hat sich das Thema der Sicherheit von Zahlungen im Internet eines regen Medieninteresses erfreut. Ich halte das alles für aufgebauscht und übertrieben. Wenn irgend jemand das Ausmaß an Kreditkartenbetrug in, sagen wir, Restaurants mit dem im Internet-Handel vergleichen wollte, wäre das gar kein Vergleich. Ich möchte wetten, daß letztes Jahr Dutzende Millionen Dollar an Kreditkartenbetrug im Zusammenhang mit Transaktionen in Restaurants angefallen sind. Wenn auch nur ein winziger Bruchteil beim Kreditkartenbetrug sich am Internet abspielte, sollte mich das wundern. Das Fazit ist: Kreditkartenmißbrauch und -betrug gibt es schon lange und kostet die Wirtschaft jedes Jahr Milliarden Dollar.
Man muß sich noch etwas anderes vor Augen halten: Es sind ja die Kaufleute, die das Risiko tragen. Wir erhalten keine Zahlung von der Kreditkartenfirma, wenn wir eine gefälschte oder gestohlene Karte als echt annehmen. So sieht es aus, schlicht und einfach. Die Person, deren Karte gestohlen worden ist, haftet für gar nichts. Es stimmt zwar - die Kreditkartenbestimmungen besagen, daß im Falle des Diebstahls einer Karte der eigene Haftungsrahmen 50 US$ beträgt, wenn die Karte nicht als gestohlen gemeldet worden ist, aber meist wird dieser Selbstbehalt nicht angewendet, weil heutzutage der physische Diebstahl der Karte für ihren Gebrauch und Mißbrauch nicht mehr Voraussetzung ist.
Nachdem ich all das gesagt habe - Cyberian Outpost überprüft die Rechnungsadresse zu jedem Posten; wir haben Systeme im Einsatz, die verdächtige Aktivitäten aufspüren und wir speichern keine Kreditkarten-Informationen auf irgendeinem Computer, der am Internet hängt. Aber es ist auch möglich, auf traditionellem Weg zu bestellen und zu bezahlen, also brauchen Leute, die ihre Kreditkartennummern nicht über das Netz schicken wollen, dies auch nicht unbedingt zu tun.
[Darryl] Daneben arbeiten wir auch eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, wenn es darum geht, einen Kreditkartenbetrug aufzudecken. Tatsächlich waren wir erst kürzlich an einer Operation der Polizei des Staates New Hampshire und der Kanadischen Mounties beteiligt - war ziemlich aufregend, das alles.
Ich bin davon überzeugt, daß das von Visa und Mastercard vorgeschlagene Sicherheitsprotokoll einen ultra-sicheren Standard für jeden bringen wird, der auf die Dauer am Internet Geschäfte machen will.
[Darryl] Wir haben uns die meisten e-cash Systeme angeschaut und uns entschieden, erst einmal abzuwarten. Bemerkenswert ist, daß wir bisher weniger als fünf Anfragen hatten, ob mit e-cash gezahlt werden könne. Ich glaube, es gibt damit einige Probleme. Zum ersten, es schafft ein Hindernis hinsichtlich des Handels. Obwohl es natürlich nicht schwierig ist, eine bestimmte Software runterzuladen und zum Bezahlen zu verwenden, haben wir das Gefühl, daß es den ganzen Prozeß unnötig belastet.
Zum zweiten, es gibt konkurrierende Standards, und das ist nie gut. Wir wußten die ganze Zeit, daß sich Visa und MasterCard auf einen gemeinsamen Standard einigen würden. Um e-cash wirklich brauchbar zu machen, müßte ein gemeinsamer Standard her. Wer hier federführend tätig werden soll, weiß ich nicht, aber ich würde auf keinen Fall gegen Dan Lynch und die Leute von CyberCash setzen.
Zum Dritten, ich bin mir nicht sicher, ob sich e-cash als allgemeines Zahlungsmittel für Waren überhaupt eignet. E-cash sieht mir recht interessant aus, wenn es darum geht, für Information zu bezahlen oder als Mittel für "micropayment" [kleinste Geldbeträge, die z.B. als urheberrechtliche Nutzungsgebühren u. dgl. diskutiert werden, --GR]. Wenn man darüber redet, 2 Cent für die Seite eines Berichts zu zahlen oder 10 Cent für einen aktuellen Börsenkurs, dann ist klar, daß das mit Kreditkarten nicht bewerkstelligt werden kann. Wenn man andererseits ein Softwarepaket für 50 US$ kauft, sind Kreditkarten genau das richtige. Nebenbei bemerkt haben uns einige der e-cash Firmen wissen lassen, daß wir von ihnen erst 90 Tage nach der Transaktion Geld sehen würden. Mit Kreditkarten kriegen wir unser Geld innerhalb von 24 Stunden. Du wirst also verstehen, daß wir es mit e-cash nicht sonderlich eilig haben.
[Darryl] Ich glaube, es gibt eine Menge Unterschiede, wie man einen Einkaufsbummel bei Cyberian Outpost macht, aber ich kann nicht behaupten, daß beim Bestellen große Unterschiede bestünden. MacConnection (und einige der anderen großen Mail-Order-Häuser) haben sich immer hervorragend um ihre Kunden gekümmert, und wir haben eigentlich nicht geglaubt, daß wir sie von ihrem angestammten Terrain einfach verjagen könnten. Aber wir waren der Überzeugung, daß wir ein viel besseres und angenehmeres Einkaufserlebnis anbieten könnten.
Wie? Nun, für uns lag das auf der Hand - die Technologie bis zum letzten ausnützen. Wir lieben zwar die Tatsache, daß wir niemandes Briefkasten mit Papier aus toten Bäumen vollstopfen, aber uns war klar, daß Umweltbewußtsein allein nicht reicht. Wir mußten mehr Information leichter zugänglich zur Verfügung stellen.
Zum Beispiel enthält eine typische Produktbeschreibung bei uns einige Basisangaben, eine kurze Beschreibung, eine längere Beschreibung (manchmal mehrere Seiten, dank fast unbegrenzter elektronischer Speichermöglichkeiten), die Systemanforderungen, manchmal eine Kritik, einen Screenshot, ein Bild der Schachtel, eine runterladbare Demoversion (wenn es eine gibt) und, in vielen Fällen, Updater und Patch-Dateien für ein bestimmtes Produkt.
Die Hauptattraktion von Cyberian Outpost und bei weitem unsere beliebteste Seite, ist die "Neu hereingekommen"-Seite. Wir haben einen großen Vorsprung vor den Händlern, die nicht am Internet sind - wir können binnen Stunden ein neues Produkt ankündigen. Wir halten auch alle über voraussichtliche Lieferdaten von interessanten neuen Produkten am laufenden. Diese Informationen werden jeden Tag aktualisiert, jeden Tag!
Die "Neu hereingekommen"-Sektion unseres Geschäfts ist so beliebt, daß uns unsere Kunden gebeten haben, daraus einen elektronischen Newsletter zu machen, damit sie jede Woche die Listen direkt per EMail bekommen (na ja, wir schaffen es nicht jede Woche. Aber wir arbeiten daran ...).
Zusätzlich werden wir in Kürze die elektronische Distribution von Software anbieten. Wenn du also etwas sofort brauchst und die Bandbreite kein Problem ist, werden wir in Zusammenarbeit mit dem Anbieter darauf hinarbeiten, daß du es sofort herunterladen kannst. Wir glauben zwar, daß die meisten unserer Kunden es vorziehen, das ganze Paket am nächsten Tag in der Hand zu haben, aber es gibt auch manche, die die Möglichkeit zum Runterladen haben wollen, also werden wir es sehr bald möglich machen.
Und natürlich ist unser größter Vorteil, daß wir weltweit Geschäfte machen können. Unsere Kunden können zum Ortstarif von fast überall in der Welt [Ortstarif hat wohl im Original die Bedeutung von "billig", "günstig", "wohlfeil" - in Europa gilt das kaum, in Deutschland noch weniger und in Österreich schon überhaupt nicht, --GR] in den Schätzen von Outpost herumblättern, solange sie wollen. Wir machen mit Übersee ziemliche viele Geschäfte und inzwischen kann man online in sechs verschiedenen Sprachen bestellen oder Kundendienstinformationen lesen.
Und noch etwas machen wir anders als andere Händler: wir erlauben den Anbietern zwar für einen geringen Beitrag, den einen oder anderen Bereich auf unserer Site zu kaufen, aber wir gestatten nicht, daß sie sich in unsere Produktauswahl "hineinkaufen". Wenn wir ein Produkt führen, dann weil wir es führen wollen. Niemand zahlt uns dafür, daß wir bestimmte Produkte führen. Das erlaubt uns auch, über unsere Produkte Kritiken zu schreiben (wir sind zugegeben damit ein bißchen in Verzug. Freiwillige schicken EMail an: <info@cybout.com>). Zum Beispiel hatten wir Microsoft Word 6.0 für den Mac in unserem Geschäft. Unsere Kurzbeschreibung klang so: "Der Standard unter den Textverarbeitungen für den Mac. Zumindest bis zu dieser Version." Du verstehst - obwohl wir natürlich möglichst oft Microsoft Word verkaufen wollen, haben wir doch die Freiheit, ehrlich und offen über die Produkte zu sprechen, die wir führen.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Gregor Retti [GR].
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