Nach einem Wochenende, das uns den Beginn des Frühlings und das Ende des Steuerjahres in den Vereinigten Staaten gebracht hat, können wir melden, daß IBM vielleicht eine Lizenz für das Mac-Betriebssystem übernimmt. Wir bringen einen Bericht über die Pippin-Plattform von Bandai (die auf der Macintosh-Technologie aufbaut und in Japan schon lieferbar ist), über eine Mac-Version von WebLint und zu den Ergebnissen der Umfrage betreffend unsere Reviews-Kolumne. Weiters beschäftigt sich diese Ausgabe mit dem Phänomen der Kettenbriefe im Internet und, im zweiten Teil von Adams Artikel, mit Bookmark-Verwaltungsprogrammen.
Autorisierte Übertragung aus den TidBITS#324/15-Apr-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-324.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
Information: <office@carrier.co.at>
Comments: <ferstl@carrier.co.at>
Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-324.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-324.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-324.etx>
Wir wollen nicht zu viel Aufhebens darum machen, aber diese Ausgabe der TidBITS stellt unser sechsjähriges Jubiläum dar. Im April 1990 begannen wir, die TidBITS im Wochenrhythmus zu publizieren; damit sind sie eine der ältesten unter den nur elektronisch erscheinenden Publikationen. Wenn Sie eine regelmäßig erscheinende, redaktionell betreute Publikation (Mailing-Listen und Digests zählen hier nicht) kennen, die ausschließlich in elektronischer Form verfügbar ist, lassen Sie es mich bitte wissen. [ACE]
TidBITS in Niederländisch -- Werfen Sie einen Blick auf die TidBITS-Homepage; Sie finden dort einen Link auf die erste Übersetzung der TidBITS (Ausgabe 322) in das Niederländische. Jan Vanderwegen <jan.vanderwegen@ping.be>, der Koordinator der Gruppe für die niederländische Übersetzung, teilt uns mit, daß sie noch weitere Hilfe gebrauchen könnte. Wenn Sie an einer Mitarbeit interessiert sind, geben Sie Jan und mir per E-Mail Bescheid. Wenn genug Leute mitarbeiten, kann die Arbeit des Übersetzens besser verteilt und damit für alle Beteiligten erleichtert werden. [ACE]
Nagel als Chef zu den AT&T Labs -- AT&T hat verlautbart, daß Dave Nagel seine Position als Senior-Vizepräsident bei Apple zugunsten der Funktion des Präsidenten von AT&T Labs aufgeben wird. AT&T Labs, eine neue Forschungseinrichtung, die aus den Bell Laboratories hervorgegangen ist, beschäftigt 2000 Personen in den Bereichen Software und Kommunikationstechnologien. Zuletzt hat Nagel die weltweite Gruppe für Forschung und Entwicklung bei Apple geleitet und davor die Abteilung AppleSoft. [GD]
<http://www.att.com/press/0496/960415.ala.html>
FreePPP 2.5 als Beta-Version -- Die FreePPP Group hat FreePPP 2.5b4, die erste allgemein zugängliche Betaversion von FreePPP 2.5, herausgegeben. Wie immer gilt: Wenn Sie eine funktionierende PPP-Verbindung haben, empfehlen wir den Umstieg nicht (bloß nichts reparieren wollen, was gar nicht kaputt ist, vor allem nicht unter Verwendung einer Betaversion). Die Neuerungen sind wesentlich; darunter ist eine Applikation namens FreePPP Setup an erster Stelle zu nennen, die das Kontrollfeld Config PPP mit seiner angestaubten Oberfläche ablöst. Die Systemerweiterung heißt nun FreePPP statt nur PPP, was die Version von MacPPP unterscheidet. Die wichtigsten Komponenten, die in der vorliegenden Version noch fehlen, sind eine Dokumentation, ein Apple Guide und einige kosmetische Änderungen der Oberfläche. Lesen Sie auf jeden Fall die ReadMe-Datei im FreePPP-Ordner, der auf der obersten Ebene Ihres Startlaufwerks installiert wird. [ACE]
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/comm/inet/conn/free-ppp-25b4.hqx>
Neue Entwickler-Tools für QuickTime VR -- Zu guter Letzt bringt Apple doch noch Schwung in die vielgepriesene QuickTime-VR-Technologie (QTVR) - in Vorabversionen werden zwei QTVR-Tools vertrieben, die die Autoren bei der Erstellung von Panoramen und Objekten aus Fotos oder Grafikdateien unterstützen. Obwohl diese Tools weder Hot Spots erzeugen noch mehrere überlappende Fotos zusammenfügen können (diese Funktionen sind nach wie vor nur in der QuickTime VR Authoring Tools Suite von Apple verfügbar), sind sie ein guter Schritt vorwärts in Richtung darauf, daß auch Normalverbraucher Movies auf Basis von QuickTime VR machen können.
<http://qtvr.quicktime.apple.com/WhatsNew.htm>
Noch wichtiger als diese Hilfsmittel sind aber vielleicht neue Informationen für Entwickler zur Integration von QuickTime VR in Applikationen und zu Vorgängen, die hinter den Kulissen das bevorstehende QuickTime VR 1.1 betreffen. Mit etwas Glück werden die Entwickler QuickTime VR mit Inhalt und Abläufen in ihre Applikationen (wie Poser, Director, SuperCard oder Bryce) viel leichter einbauen können - und daß ein Plug-in-Modul für Netscape noch lange auf sich warten lassen wird, kann ich mir auch nicht vorstellen. [GD]
<http://dev.info.apple.com/technotes/tn1035.html>
<http://dev.info.apple.com/technotes/tn1036.html>
AIMED: Ein neues Entwickler-Konsortium
-- Eine Gruppe von Entwicklern hat sich zur Association of Independent
Macintosh Engineers and Developers (AIMED) zusammengeschlossen, einer nicht
auf Gewinn gerichteten Vereinigung, die der Entwicklung von Software und Hardware
für den Macintosh gewidmet ist. AIMED beabsichtigt, den Mac bei unabhängigen
Entwicklern von Hard- und Software attraktiv zu machen und auch Apple regelmäßig
mit Feedback zu Themen zu versorgen, die Mac-Programmierer betreffen. [GD]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Im Februar haben wir eine Umfrage durchgeführt, mit der wir herausbekommen wollten, ob unsere Leser die wöchentliche Auflistung der Reviews in den wichtigen Mac-Magazinen für nützlich halten. Einige wenige Leser haben geglaubt, daß es darum ginge, Produktbesprechungen in den TidBITS selbst aufzugeben - was natürlich gar nicht zur Debatte stand und steht. In den vergangenen sechs Jahren haben wir jede Woche als letzte Kolumne der TidBITS-Ausgabe eine Liste der Besprechungen in MacWEEK, Macworld, MacUser und anderen Magazinen gebracht. Mit dieser Ausgabe werden wir erstmals diese Kolumne nicht mehr anbieten.
Lassen Sie mich die Überlegungen erläutern, die hinter dieser Entscheidung stehen, die nicht so klar war, wie wir es erwartet hätten. Die Umfrage ergab, daß 70 Prozent der Teilnehmer (1.682 Stimmen) der Meinung waren, wir sollten uns nicht weiter mit einer regelmäßigen Reviews-Kolumne belasten. Die 714 Stimmen, die die restlichen 30 Prozent ausmachten, wurden wesentlich durch 418 Stimmabgaben per E-Mail erreicht, was nicht überrascht - Leute mit vollem Webzugang können die Besprechungen online auf den Webseiten der Magazine im Volltext lesen; diejenigen nur mit E-Mail-Zugang sind nicht so gut dran.
Wir gingen mit unseren weiteren Überlegungen von diesen Zahlen aus, um die Sinnhaftigkeit dieser Auflistungen zu beurteilen. Ursprünglich war es die Idee, einen Index der Besprechungen in den Magazinen zu erstellen, den die Benutzer leicht durchsuchen könnten. Da inzwischen all diese Magazine selbst ihre Seiten im Web haben, macht das keinen besonderen Sinn mehr. Wir haben uns auch überlegt, daß wir mit den Listings auch ziemlich etwas an Werbung für diese Magazine machten. Keine schlechte Sache, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht, aber die TidBITS sind im Verlauf von sechs Jahren in diesen traditionellen Magazinen nur einige wenige Male erwähnt worden.
Wir erkennen an, daß einige Leser der TidBITS in anderer Weise von den Auflistungen Gebrauch machen, insbesondere in Ländern, in denen die U.S.-Magazine nur mit Verspätung erhältlich sind. Wir könnten allerdings noch vieles in den TidBITS bringen, was für einige Leser von Nutzen wäre; wir müssen freilich diejenigen Dinge im Auge behalten, die einerseits für uns interessant und andererseits mit vertretbarem Zeitaufwand umzusetzen sind.
Am Eingeben von Produktbesprechungen nach den Inhaltsverzeichnissen der Magazine ist nicht Kreatives. Aus diesem Grund sind die Listen für uns weniger interessant als viele andere Dinge, mit denen wir uns beschäftigen wollen. Jeder abgerichtete Affe kann dieses Eintippen besorgen; wir verwenden unsere Zeit lieber auf Dinge, die niemand sonst tun kann. (Die Eingabe jemand anderen erledigen zu lassen, erfordert einige Koordination und damit auch einige Zeit, die wir besser einsetzen können.) Wir hoffen jedenfalls, daß die Fähigkeiten und Sachkenntnisse, die wir in die TidBITS einbringen, das sind, was das Lesen der TidBITS erstrebenswert macht.
Das ist letztlich der Hauptgrund, daß wir die Auflistung der Besprechungen in den TidBITS nicht weiter betreiben werden. Wir müssen uns weiterbewegen und uns weiter auf die Dinge konzentrieren, die uns interessieren (oder es riskieren, unser Interesse an den TidBITS überhaupt zu verlieren). Die Ausgabe zum 1. April von neulich ist dafür ein gutes Beispiel: Es ist viel Arbeit, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je eine Ausgabe herauszubringen, aber aus dem Nichts heraus erfundene Artikel zu schreiben macht so viel Spaß, daß es uns das wert war. Wir haben immer die TidBITS mindestens so sehr für uns selbst wie für alle anderen gemacht; deshalb ist es auch so wichtig, daß der Vorgang des Publizierens für uns weiter genauso interessant bleibt wie für unsere Leser.
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
Letzte Woche begannen Meldungen die Runde zu machen, wonach IBM unmittelbar vor dem Abschluß eines Lizenzabkommens mit Apple betreffend das Mac-Betriebssystem stehe. Das Lizenzabkommen soll es IBM (als einem der Hersteller des PowerPC-Prozessors) erlauben, das Mac-Betriebssystem an Käufer des PowerPC-Chips in Sublizenz weiterzugeben. Anders als der Mac-Lizenznehmer Motorola (siehe TidBITS-315) plant IBM offenbar nicht, selbst Mac-Clones herzustellen.
Das Abkommen, zweifellos für Apple sehr hilfreich, bekräftigt auch die seit längerem geäußerten Absichten von IBM, eine Lizenz für das Mac-Betriebssystem zu erwerben. Allerdings haben viele Beobachter hervogehoben, daß es für Apple noch günstiger wäre, wenn IBM auch als Hersteller eigener Mac-Clones tätig werden würde. Vielleicht denkt IBM schon an die kommenden eigenen Maschinen der PowerPC-Plattform (PPCP), die wahlweise unter dem Mac-Betriebssystem, Windows NT, NetWare, AIX oder Solaris laufen werden. (Siehe TidBITS-304.) Das Lizenzabkommen über das Mac-Betriebssystem ermöglicht es IBM, den Herstellern von Hauptplatinen und Komplettsystemen (die die PowerPC-Prozessoren bei IBM einkaufen) mehr Optionen bei den Betriebssystemen anzubieten. Derzeit müßten Hersteller, die Mac-Clones fabrizieren wollen, ein separates Hardware-Lizenzabkommen mit Apple abschließen.
Sollte dieses Abkommen abgeschlossen werden, liegen die unmittelbaren Vorteile nicht sehr klar auf der Hand. Die längerfristigen Auswirkungen sind allerdings beträchtlich, sobald die PPCP-Geräte auf den Markt kommen. Apple will ja eigene PPCP-Macs anbieten; zwar gehen die Prognosen dazu auseinander, aber die Einführung gegen Ende 1996 oder zu Anfang 1997 fiele mit dem erwarteten Erscheinen von Copland zusammen, der nächsten größeren Entwicklungsstufe des Mac-Betriebssystems.
von Brent Bossom <jp000035@jp.interramp.com>
Die von Apple und Bandai entwickelte Pippin-Plattform "Atmark" ist jetzt in Japan auf den Markt gekommen. Interessenten können aber nicht so einfach zu ihren Computerhändlern laufen und die Geräte mitnehmen; sie können ihre Bestellungen nur bei bestimmten Händlern aufgeben oder sie rufen eine Servicenummer an (Bandai nennt das aus unerfindlichen Gründen ein "digitales Verteilungssystem"). Die Ware wird ihnen dann jeweils direkt ins Haus zugestellt.
Die Atmark-Konfiguration ist schon von anderen beschrieben worden: ein Prozessor PowerPC 603 mit 66 MHz, ein eingebautes 4fach-CD-ROM, ein externes Modem mit 14.4 Kbps, 6 MB RAM (erweiterbar bis 14 MB), eine Steuerkonsole für Spiele, Ports für Anschlüsse an TV, Monitor und andere Peripheriegeräte. Der Listenpreis ist mit 68000 Yen (etwa 635 US$) angesetzt. Im Preis enthalten sind 4 CD-ROMs: das Internet Kit (mit dem Netscape Navigator und anderer Internet-Software), TVWorks (ein integriertes Paket mit E-Mail, Textverarbeitung und einem Zeichenprogramm), außerdem noch zwei andere CDs mit Zugangssoftware für einen Computerdienst namens Franky Online.
Bandai will im Juni eine Reihe von Peripheriegeräten herausbringen. Dazu gehört ein Keyboard mit einem Tablett und einem Stift zur Eingabe von Handschrift (das sieht aus wie ein kleines, weißes PowerBook und liegt bei 9800 Yen), ein Floppy-Laufwerk zu 12000 Yen, das unterhalb des Atmark sitzt, RAM-Erweiterungen (zu 2, 4 oder 6 MB - Preise noch unbekannt), ein Drucker und verschiedene Kabel, mit denen man Atmark-Zubehör an einen Macintosh (oder umgekehrt) anschließen kann. Ein Modem mit 28.8 Kbps soll angeblich auch in Vorbereitung sein.
Bandai wirbt damit, daß mehr als 100 Software-Titel verfügbar oder in Entwicklung seien. Die Liste erstreckt sich über die ganze Skala von Spielen und Horoskopen bis zu Beinahe-Nachschlagewerken ("Die besten Tauchplätze der Welt") und zu interaktiven Musik-Videos. Es gibt diese Titel schon ab 3800 Yen, meist liegen sie aber bei 6800 Yen (etwa 65 US$). Für die Pippin-Atmark-Benutzer stellt Bandai auch einen Online-Dienst bereit, über den man für 2000 Yen im Monat bis zu 10 Stunden Internetzugang bekommt.
Auf der Website von Bandai gibt es - hauptsächlich in Japanisch - weitere Informationen zum Pippin Atmark.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Mir reicht's. Ich hab' die Nase voll von diesen Kettenbriefen. Viele von ihnen kennen wahrscheinlich diesen Datenmüll, mit dem auf dem Internet Mißbrauch getrieben wird, angefangen bei dem Streich mit dem Good Times Virus (das war wirklich ein dummer Streich. Der einzige Schaden, der entstanden ist, besteht in der Weiterleitung per E-Mail) bis zur jüngsten Petition für irgendeinen unterstützungswürdigen Fall. Kettenbriefe - falls Sie diesen Ausdruck nicht kennen - nennt man alle Nachrichten, die Sie mit der Aufforderung erreichen, sie an Ihre Freunde weiterzuleiten, das ganze mit der Mahnung verbunden, alles vollständig weiterzugeben. Die Inhalte der Meldungen sind völlig nebensächlich - Kettenbriefe stellen einen Mißbrauch des Internet und eine Belästigung Ihrer Mitbewohner im Netz dar.
Ich weiß nicht warum, aber die Kettenbriefe machen sich in meiner Mailbox mehr denn je bemerkbar. Zuerst hat der Unfug mit dem Good-Times-Virus die Diskussionen auf den Apple Internet Mailing-Listen tagelang beherrscht, dann bekam ich eine dieser Standardnachrichten ("Sie werden Unglück haben, wenn Sie nicht ...") und dann eine dieser anzüglicheren Hinweise ("... Sie werden Pech im Bett haben, wenn Sie nicht ..."). Die nächsten Zusendungen forderten mich auf, PBS (den Public Broadcasting Service) und NPR (das National Public Radio) zu unterstützen. Schließlich kam eine ganze Reihe von Briefen, die hunderttausende Menschen dazu bewegen sollten, am gleichen Tag eine Kopie der Bill of Rights an die E-Mail-Adresse von Bill Clinton zu schicken. Dieser Streich erschien auch auf einigen der Apple-Internet-Listen, die Chuq von Rospach betreibt. Er hat darauf den Absender dieser Mail sofort von seiner Abonnenten-Liste gestrichen, weil diese Kettenbriefe eine Verletzung der Nutzerbedingungen seiner Mailing-Liste bedeuten.
Warum rege ich mich so über Kettenbriefe auf? Warum sind sie ein Grund, jemanden fristlos von Mailing-Listen zu streichen? Warum würde ich Ihnen eine Verwarnung geben, wenn Sie mir einen Kettenbrief geschickt hätten, und Sie dem Postmaster mit der Empfehlung melden, Ihren Zugang zu sperren?
Kennen Sie das Spiel, bei dem man annimmt, man würde einen Pfennig auf das untere linke Feld eines Schachbrettes legen, um darauf jeweils immer die doppelte Summe auf das benachbarte Feld zu tun? Im zweiten Feld liegen 2 Pfennig, daneben 4, im 4. acht, 16 im fünften und so weiter. Ich sprach von einem hypothetischen Spiel, da auf dem letzten Feld ein unermeßliches Vermögen liegen würde.
Kettenbriefe nehmen noch viel schneller zu. Wer so eine Kette beginnt, wird seine Mail wahrscheinlich an mehr als zwei andere Personen schicken. Diese Personen werden sich (wenn sie ausreichend leichtgläubig sind und die Post überhaupt weiterleiten) sicher auch nicht auf zwei andere Empfänger beschränken. Viele von uns kennen -zig andere Menschen, manche haben vielleicht mehr als 100 Adressen, die sie mit dem Müll beglücken können. Nach meinem Eindruck hatten die meisten Kettenbriefe mehr als 25 Empfänger im Kopfteil. Wenn dieser Eindruck stimmt und wenn es bei jedem neuen Verteiler im gleichen Umfang weitergeht, dann ist klar, daß dieser Kettenbrief exponentiell zunehmen und die Weiterleitung all der anderen E-Mails schwer behindern wird, da die vielen Mailserver im Internet die größten Probleme haben, Millionen identischer Meldungen weiterzuleiten.
Für dieses Problem gibt es sicher technische Lösungen; wenn es noch schlimmer wird, dann wird irgendjemand sie einführen. Das geht genau so wie mit den Vorkehrungen, die helfen sollten, der Spam-Postings im Usenet Herr zu werden. Wir sollten es aber gar nicht so weit kommen lassen, da Kettenbriefe ja eigentlich kein technisches Problem sind. Es handelt sich hier um ein gesellschaftliches Problem - wenn Sie dabei mitmachen, dann gestatten Sie einem Fremden, Sie für seine Zwecke auszunutzen. Schlimmer noch: Sie helfen dabei, andere Menschen auszunutzen, weitere Zeit zu verschwenden, mehr Plattenkapazität und Geld als je zuvor zu vergeuden. Es ist schon schlimm, ein Opfer zu sein; noch schlimmer ist es aber, zum Helfershelfer zu werden.
Wenn Sie also Kettenbriefe - egal welcher Art - erhalten, bitte nicht weiterleiten. Löschen Sie die Post, und unterbrechen Sie die Kette, bevor andere darin verwickelt werden. Ich schicke dem Absender immer eine kurze Notiz zurück, weise ihn auf sein falsches Verhalten hin und bitte ihn, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Vielleicht lassen sich diese Kettenbriefe durch die Weigerung, sich daran zu beteiligen, austrocknen. Wir müssen die Leute informieren, die leichtgläubig mitmachen oder die ihr Fehlverhalten nicht einsehen.
von Jon S. Stevens <jon@clearink.com>
Einfache HTML-Seiten zu erstellen ist nicht schwierig; solche, die den HTML-Spezifikationen entsprechen, hingegen schon. Jeder kann einmal Fehler machen, nicht alle können alle Regeln kennen. Haben Sie schon einmal vergessen, den </BODY>-Tag am Ende einer Seite einzufügen? Wußten Sie eigentlich, daß das Tag-Paar <TITLE> </TITLE> innerhalb des Paares <HEAD> </HEAD> eingetragen werden soll? Hier kommt WebLint ins Spiel. WebLint, ein Syntax-Checker für HTML, sucht Ihre Seiten nach problematischen Stellen ab und meldet für jeden gefundenen Fehler die Zeilennummer und einen Hinweis auf die Natur des Fehlers. WebLint modifiziert die Dokumente aber nicht - Sie müssen also die Probleme auf Grund des Berichts von WebLint händisch beheben.
Die Freeware-Applikation MacWebLint stellt eine Portierung der Unix-Perl-Version von WebLint auf die Mac-Plattform dar; dabei wird MacPerl 5 von Matthias Ulrich Neeracher eingesetzt. Um MacWebLint verwenden zu können, brauchen Sie MacPerl 5 (ebenfalls FreeWare) auf Ihrer Festplatte. Sobald MacPerl und MacWebLint installiert sind, brauchen Sie nur Dateien oder ganze Ordner mit Dateien auf das Icon von MacWebLint zu ziehen. MacWebLint antwortet darauf, indem es einen Report in Textform erstellt und diese Datei dann im Ordner von MacWebLint ablegt. MacPerl und MacWebLint können Sie von folgender Web-Adresse herunterladen:
<ftp://sparc.clearink.com/pub/mac/>
[Auf meine Frage hat Jon mir folgendes erklärt: "ClearInk stellt Dienste im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten und der Präsenz im Cyberspace zur Verfügung, einschließlich HTML-Programmierung und serverseitigem Scripting, mit spezieller Zielrichtung auf strategische Bereiche im Internet, um dort innovative Programme durchzuführen und Systeme zu installieren und/oder zu betreuen, um diese Programme aufrechtzuerhalten." Das klingt nach ziemlich viel Arbeit; woran Jon schon mitgearbeitet hat, ist die Portierung von WebLint auf den Mac. ClearInk hat die Mac-Version dann allgemein zugänglich gemacht - Jon sagt, daß dies ein Weg für ClearInk sei, "dem Netz einen Beitrag zurückzugeben für all das, was wir von dort erhalten haben." -Tonya]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Dieser Artikel ist der zweite Teil meiner Übersicht über Bookmark-Verwaltungsprogramme. In TidBITS-323 habe ich Produkte abgehandelt, die ihre eigene Oberfläche mitbringen. Diese Woche schwenke ich zu den Programmen, die auf dem Finder aufbauen, um Ihre Bookmarks zu ordnen, sie zu kategorisieren und nach ihnen zu suchen. Einige weitere Produkte sind seitdem eingetroffen - diese werde ich in der nächsten Ausgabe besprechen, zusammen mit allem, was ich in den beiden ersten Teilen nicht untergebracht habe.
CyberFinder 2.0 -- CyberFinder, ein Kontrollfeld von Aladdin Systems (30 US$, mit einer voll funktionalen Demoversion für 15 Tage), ist derart in den Finder integriert, daß die Bookmark-Dateien als Objekte in Finder-Fenstern erscheinen. CyberFinder erzeugt "Libraries", die wie Ordner im Finder aussehen; Bookmarks jeden Typs können in diesen Libraries gespeichert werden. Die Erstellung neuer Bookmarks erfolgt entweder so, daß ein URL aus irgendeiner Applikation mittels benutzerdefinierter Tastenkombination (als Hot Key) erfaßt wird oder indem der Benutzer bei gedrückter Shift-Taste im File-Menü des Finders "New Bookmark" auswählt. Wenn statt Shift die Control-Taste niedergehalten wird, kann eine neue Library erzeugt werden. URLs werden durch Doppelklick im Finder geöffnet oder indem ein URL in irgendeiner Applikation aktiviert und ein weiterer benutzerdefinierter Hot Key verwendet wird. Ein URL selbst wird zugänglich, indem ein Bookmark angewählt und das Get Info des Finders angefordert wird.
Das Potential von CyberFinder ist nicht zu leugnen - er setzt auf den Fähigkeiten des Finders beim Sortieren und Suchen auf. Es gibt auch einige nette Bonbons dazu, wie etwa das Öffnen der Bookmark-Dateien etlicher Bowser als Libraries (das erleichtert den Umstieg zum CyberFinder). Die Einfachheit, mit der CyberFinder zu benutzen ist, muß betont werden; aber das Programm hat auch einige Schwerfälligkeiten des Finders zu tragen. Weiters können einige Hilfsprogramme, wie die Now Menus, die CyberFinder-Libraries nicht als Mac-Ordner sehen (ich umgehe das Problem, indem ich Bookmarks in richtigen Ordnern statt in Libraries speichere und dabei den höheren Platzbedarf von einzelnen Dateien zugunsten der Flexibilität in Kauf nehme, die ich von Now Menus geboten bekomme). CyberFinder hat zwei nennenswerte Probleme: Seine Bookmarks stehen erst zur Verfügung, wenn das Kontrollfeld geladen ist (siehe dazu unten URL Clerk) und er kann den <TITLE>-Tag einer Web-Seite nicht erfassen, wenn ein URL aus einem Web-Browser genommen wird. Alles in allem ist CyberFinder meine Wahl als der beste und flexibelste Bookmark-Manager.
<http://www.aladdinsys.com/cfintro.htm>
DropURL -- Vielleicht das einfachste unter den Bookmark-Hilfsprogrammen, die auf den Finder zurückgreifen, ist DropURL 1.1 von Peter Marks <peterm@jolt.mpx.com.au>. DropURL verwendet Internet Config, um einen URL in der ersten Zeile einer Textdatei, die auf DropURL gezogen wird, zu öffnen. Wenn der Creator einer Textdatei auf "DURL" geändert worden ist, kann ein in ihr enthaltener URL auch per Doppelklick gestartet werden. Es wird nur die erste Zeile verwendet, sodaß die weiteren Zeilen für Beschreibungen oder Kommentare zur Verfügung stehen. DropURL bietet keine Unterstützung beim Erfassen von URLs oder beim Erzeugen der Textdateien - das obliegt alles dem Benutzer.
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/tisk/inet/drop-url-11.hqx>
Duke of URL -- Obwohl er den Finder für all seine Datenbankaufgaben benutzt, ist Duke of URL 1.0 von Kapor Enterprises (Postcardware - statt eines Shareware-Beitrages wird eine Postkarte erbeten) in mehr als einer Hinsicht einzigartig. Er (der Duke of URL nämlich) funktioniert nur mit Netscape und speichert einen URL-Launcher zu der aktuellen Netscape-Seite als kleine AppleScript-Applikation ab. Für jede Seite, die Sie erfassen wollen, müssen Sie den Duke eigens starten; er geht sowohl beim Speichern als auch beim Starten von URLs gemächlich ans Werk. Weil er den Finder und AppleScript benutzt, ist der Duke of URL im Vergleich zu anderen Produkten nicht besonders komfortabel zu benutzen.
<http://www.kei.com/duke-of-url/>
NetSnagger -- Rod Moreheads NetSnagger 1.1b3 (Freeware) hat nur zwei Funktionen. Das Programm läßt den Benutzer Launchers erzeugen; das sind NetSnagger-Dateien, die auf Doppelklick im Finder die ihnen zugeordneten URLs öffnen. Außerdem können sogenannte Draggers erstellt werden, das sind NetSnagger-Fenster zum Auffinden von Dateien, die in der Archiven von Info-Mac und UMich gespeichert sind. Der Benutzer öffnet ein Dragger-Fenster auf einen spezifischen Mirror-Server und zieht die unvollständige URL-Adresse einer Datei (z.B. einer Info-Mac-Digest-Ausgabe) in dieses Fenster. Zusammen mit Internet Config sucht NetSnagger die Datei ab oder öffnet den URL mit dem bevorzugten Web-Browser. Die Erstellung von Launchers und Draggers ist ein wenig schwerfällig, ihr Gebrauch hingegen ist ziemlich einfach. Alle Such- und Sortiervorgänge von Launcher-Dateien führt der Finder durch; NetSnagger ist zwar bei weitem nicht so nützlich oder elegant wie der CyberFinder, aber immerhin ist er ein Programm und ein kostenloses dazu.
<http://rampages.onramp.net/~rmore/netsnagger.html>
URL Clerk -- URL Clerk, Freeware, über jeffp@dorsai.org zu beziehen, bietet einiges, was andere Bookmarkprogramme auf Basis des Finders nicht können. URLs werden in Text-Dateien (je eine Datei pro URL) abgelegt, die URL Clerk erzeugt, wenn eine entsprechende Text- oder Zwischenablagedatei auf die Bookmarker-Applikation gezogen wird. Weiters kann URL Clerk solche Dateien automatisch in das eigene Bookmark-Format umwandeln, wenn die darin enthaltenen URLs geöffnet worden sind. URL Clerk kann auch die Bookmarks von CyberFinder starten - eine praktische Option für alle, die CyberFinder üblicherweise verwenden, ihn aber gerade nicht offen haben. Leider gibt es, wie bei vielen Bookmark-Programmen auf Basis des Finders, keine simple Methode, Bookmark-Dateien zu erstellen - dies muß von Hand auf einem von mehreren Wegen gemacht werden. Der Doppelklick auf ein Bookmark von URL Clerk startet zunächst das Programm selbst, worauf wiederum der URL mit der über Internet Config definierten Applikation geöffnet wird. URL Clerk ist einfach - so einfach, daß er hauptsächlich für Benutzer von CyberFinder in Frage kommt.
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/tisk/inet/url-clerk-11.hqx>
Web ShortCuts -- Web ShortCuts 1.0 von WhollyMac (18 US$, mit 15 Tagen Testzeit gratis) verläßt sich bei allen Suchen, Sortier- und Ordnungsaufgaben auf den Finder. Sein zentraler Anspruch auf Eigenständigkeit beruht auf der Fähigkeit, für die Finder-Datei mit einem URL ein eigenes Icon zu erzeugen, was die Benutzer nicht mehr beansprucht als das Auswählen eines Objekts auf dem Bildschirm. Der Prozeß als ganzer verlangt allerdings, einen URL zu kopieren, zu Web ShortCuts zuwechseln, den URL-String dort einzufügen, die Taste "Clip Image" zu drücken, ein Bild für das Icon auszuwählen, die Taste "Save As" zu drücken und zuletzt die Datei in einem Standard-"Sichern"-Dialog zu zu benennen und zu speichern. Einen URL zu öffnen ist viel einfacher - ein Doppelklick oder, wenn Netscape läuft, das Icon aus dem Finder in das Fenster von Netscape ziehen. Trotz der Möglichkeit, spezifische Icons zu verwenden, scheint Web ShortCuts nicht hinreichend komfortabel zu sein, um vor Freeware-Programmen wie NetSnagger den Vorzug zu erhalten.
<http://www.whollymac.com/wholymac.html#Web ShortCuts>
Mein Favorit -- Von meiner schließlichen Wahl bei den Bookmark-Verwaltungsprogrammen bin ich selbst ein wenig überrascht. Trotz der Tatsache, daß ich mich von Finder zunehmend eingeschränkt fühle, habe ich mich nach den Tests mit all dieser Software für den CyberFinder von Aladdin entschieden, obwohl ich ihn in spezieller Weise verwende. Ich habe mir einen Ordner namens Web URLs angelegt, dem ich mit Now Menus ein Icon im Menübalken verpaßt habe. Auf diese Weise ist der Ordner immer verfügbar. Innerhalb dieses Ordners gibt es weitere Ordner (darunter einen für "nicht zugeordnete URLs" ["Unfiled URLs", --WJF]) und ich habe den CyberFinder so konfiguriert, daß er alle neu aufgenommenen URLs in diesem Ordner abspeichert. Wenn ich einen neuen URL aufnehme, öffne ich sofort diesen Ordner über mein Icon-Menü "Web URLs". Ich benenne die Datei entsprechend und (indem ich die Möglichkeit der Now Menus verwende, Dateien in einen von Now Menus erzeugten hierarchischen Ordner zu ziehen) bewege das Bookmark in den passenden Ordner. Innerhalb des Ordners "Unfiled URLs" halte ich einen Ordner mit der Bezeichnung "To Check Out" offen, wo ich URLs ablege, die ich erst später auf Brauchbarkeit überprüfen kann. Da Now Menus mich auch Tastenkürzel bestimmten Menübefehlen zuordnen läßt, kann ich jetzt per Tastendruck zu Yahoo, Alta Vista oder anderen Sites springen, egal, was ich sonst gerade am Mac mache. Der Finder kann sehr langsam und schwerfällig sein, aber CyberFinder hat sich für mich als die beste Lösung herausgestellt.
Der Vollständigkeit halber: Ich schätze auch ClipFiler FKEY von Casey Fleser, mit dem man in großartiger Weise irgendwelche Textstücke in eine SimpleText-Datei stopfen kann. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich ClipFiler oder WebArranger für diese Aufgabe verwenden will; nach dem Artikel von Matt Neuburg zum WebArranger TidBITS-313 habe ich mich mit Tonya hingesetzt und wir haben mehr über die Funktionsweise von WebArranger herauszufinden versucht (wenn Sie erst einmal die Phase der totalen Verwirrung hinter sich gelassen haben, ist WebArranger ein hervorragendes Produkt). Eine andere Möglichkeit ist vielleicht eine kommende Version von MailKeeper, wenn diese es erleichtert, Text anders einzuordnen und ganz allgemein über eine besser gestaltete Oberfläche verfügt.
Lesen Sie nächste Woche zu dem Sammelsurium von Programmen, die in der ersten Runde nicht mit dabei waren; ich habe auch einige zusätzliche Tips und Hinweise für Sie.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG], Gregor Retti [GR].
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