Die Macworld Expo ist ziemlich interessant, nicht zuletzt wegen des Tempos, mit dem Mac-Entwickler großartige neue Produkte herausbringen. Inbesondere bringen wir einen Überblick zu LiveCard, einem Produkt, das HyperCard-Stacks ans Netz bringt; dazu kommen eine ganz neue Version von CyberDog und ein verjüngtes Wingz. In dieser Ausgabe betrachten wir noch eine Reihe weiterer neuer Releases, darunter im Detail QuickTime 2.5.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#338/29-Jul-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-338.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
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Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
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Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-338.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-338.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-338.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Wir testen derzeit die Mailing-Liste auf Basis von ListSTAR (und schicken testhalber auch eine der nächsten DealBITS-Nummern etwas früher aus) - also machen Sie sich keine Gedanken (und reagieren Sie bitte auch nicht), wenn Sie eine derartige Testnachricht von uns bekommen. Noch etwas: Die neue Subskriptionsadresse <tidbits-on@tidbits.com> ist zwar schon aktiv; benutzen Sie sie aber bitte nicht, wenn Sie schon auf unserer bisherigen Liste stehen, die wir von LISTSERV auf ListSTAR verlagern. Wir werden Doppeleinträge zwar bereinigen, aber je weniger es sind, desto besser. [ACE]
Internet Explorer 2.1b1 -- Microsoft hat die erste öffentliche Betaversion des Internet Explorer 2.1 for Macintosh herausgebracht. Diese Version unterstützt Netscape-Frames (aber keine "floating frames"), hat verbesserte Darstellung der History- und der Favorites-Listen, erweiterte Voreinstellungen (einschließlich der willkommenen Möglichkeit, Frames und Plug-In-Module abzustellen) und hat auch die Unterstützung von QuickTime-VR-Movies mit auf den Weg bekommen. Internet Explorer 2.1b1 ist in PowerPC-, 68K- und "fat binary"-Versionen auf der Web-Site von Microsoft verfügbar. Ach ja: das irritierende animierte Logo "Homage to Windows 95" ist jetzt verschwunden! [GD]
<http://www.microsoft.com/ie/download/>
CyberDog 1.1 Beta -- Gerade rechtzeitig für das OpenDoc-Spektakel auf der Expo ist eine Betaversion von CyberDog 1.1 erschienen, diesmal sowohl für 68K- als auch für PowerPC-Macs. Apple hat schon von vornherein darauf hingewiesen, daß dies eine Version mit bekannten Problemen sei; das Release weist aber AppleTalk-Browsing, zahlreiche Änderungen an der Benutzeroberfläche (einschließlich der Option, das OpenDoc-Document-Menü auf "File" zurückzustellen), Verbesserungen beim DocBuilder und eine vereinheitlichende CyberDog-Applikation auf, die alle CyberDog-Dokumente in einer Sitzung startet. Das gesamte Paket ist 3,5 MB groß; beachten Sie, daß CyberDog 1.1 auf OpenDoc 1.1 zurückgreift (das seinerseits einiges an Geschwindigkeitsgewinn bringt, aber auch 2,8 MB groß ist). [GD]
<http://www.cyberdog.apple.com/beta/index.html>
<ftp://cyberdog.apple.com/pub/beta/>
PWS heißt jetzt Web for One -- ResNova hat den persönlichen Web-Server PWS, den wir in TidBITS-337 erwähnt haben, in "Web for One" umbenannt und eine neue vorläufige Version verfügbar gemacht. Was ich bis jetzt über Web for One dagen kann: Das Produkt ist vielleicht der einfachste Weg, mit einem Mac als Server einige Seiten ins Web zu stellen. Eine feste IP-Nummer ist erforderlich; ResNova versucht dieses Problem in zukünftigen Versionen zu lösen (Privatpersonen, die an einem persönlichen Web-Server sehr interessiert sein könnten, haben nur in den seltensten Fällen eine solche fixe IP-Adresse. Die meisten Internet-Provider vergeben für Einwahl-Verbindungen die IP-Nummer dynamisch). [ACE]
<http://www.resnova.com/WebForOne/wfowhat.htm>
EvangeList mit verstärkter Web-Präsenz -- Die Mailing-Liste EvangeList von Guy Kawasaki mit 30.000 Abonnenten bringt für die gläubige Mac-Gefolgschaft seit längerem regelmäßig Apple-Propaganda jeder Art. Nachdem schon bisher ausgewählte Dokumente aus der Liste auf diversen Web-Sites zu finden waren, hat die Liste nun ihre eigene Web-Site, die von dem neuen Magazin MacAddict beherbergt wird. Die EvangeList-Pages könnten für viele von Nutzen sein, weil die Beiträge sehr klar nach Kategorie und nach Datum gruppiert sind. Werfen Sie doch einmal einen Blick auf die Site, besonders wenn Sie sich Sorgen um Apple machen oder Argumente für die endlose Debatte "Mac oder PC" suchen. [ACE]
<http://www.evangelist.macaddict.com/>
Wingz breitet wieder seine Flügel aus -- Können Sie sich noch an Wingz erinnern, das Tabellenkalkulationsprogramm, das wie eine wirkliche Konkurrenz zu Excel ausgesehen hat und dann zu Claris Resolve mutiert ist? Wingz ist auf dem Weg zurück zum Macintosh; Investment Intelligence Systems hat eine öffentliche Beta-Version von Wingz 2.1.1b8 auf der untenstehenden Web-Site zur Vefügung gestellt. Diese Version hat ein erneuertes Interface und neue Grafik- und Analysefähigkeiten. Investment Intelligence zeigt Wingz und HyperScript Tools (eine plattformübergreifende grafische Entwicklungsumgebung) auf der Macworld Expo. [GD]
<http://wingz.iisckc.com/betadown.html>
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Der Sommer in Nordamerika wird heißer - der Konkurrenzkampf bei den Web-Autorenprogrammen für den Mac auch. Adobe arbeitet schwer daran, PageMill 2.0 herauszubringen und den bisherigen Vorsprung zu halten, aber die anderen Anbieter sind dem Marktführer dicht auf den Fersen.
Tapestry 2.0, ein Web-Gestaltungsprogramm in direkter Konkurrenz zu PageMill 2.0 und dergleichen, steht zur Veröffentlichung am 31. Juli an. Concept 1 Communications wird Tapestry als Beta-1-Version ausliefern (ein Mitarbeiter von Concept 1 hat mir allerdings versichert, daß die Version stabil läuft und die Qualität einer fertigen Version habe). Was bislang noch fehlt, ist eine Reihe von Zusatzfunktionen, die in den nächsten Monaten in einer Serie von sieben Beta-Releases auftauchen werden. Diese Beta-Releases werden registrierten Benutzern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Beta 1 enthält Tables, das Zurücknehmen von Befehlen ["undo", --WJF] in 12 Schritten und eine Suchen-und-Ersetzen-Funktion, die entweder nur ein Dokument oder eine Page mit allen damit verbundenen Dokumenten absuchen kann. Ab 31. Juli können Sie eine Demo-Version von der Web-Site von Concept 1 herunterladen; ich hoffe Tapestry bald in den TidBITS besprechen zu können.
Ich fände es besser, wenn Concept 1 das Produkt nicht als eine Reihe von sieben Betas herausbrächte, sondern statt dessen eine Version 2.0 als Zusammenfassung der Erweiterungen; dann könnte die weitere Entwicklung in Form von Versionen 2.1, 2.2 und so weiter realisiert werden. Schon laut Definition ist eine Beta-Version ein Produkt mit Fehlern und hat keinesfalls die Qualität einer endgültigen Version. Die Bedeutung dieser Definition zu ändern kann die Benutzer nur verwirren. Etliche Produkte werden schon im Abonnement-System mit dem Anspruch auf kostenlose Updates für einen bestimmten Zeitraum vertrieben; so etwa werden frühe Käufer von Netscape Navigator Gold 3.0 (für August angesagt) eine Subskription für ein Jahr attraktiver finden als den Kauf des Produktes ohne Subskription.
Akimbo Systems (die Firma, die FullWrite verkauft) hat vor kurzem ein Programm namens Globetrotter angekündigt. Ich will Globetrotter nicht beschreiben, bevor ich es ausgiebig getestet habe; es unterstützt eine große Zahl von HTML-Tags und -Optionen und stellt einen Site-orientierten Ansatz dar. Globetrotter geht davon aus, daß die Benutzer nicht zu viel darüber nachdenken müssen sollte, wie die Gestaltung ihrer Dokumente in HTML aussieht. Wie es scheint, erstellt der Benutzer nur ein Dokument und Globetrotter kümmert sich um den Rest; wenn Sie bereit sind zu publizieren, können Sie entweder "Print" oder "Publish Web Pages", beides aus dem File-Menü, anwählen. Akimbo faßt für Globetrotter ein Erscheinungsdatum "im dritten Quartal" ins Auge.
<http://www.akimbo.com/globetrotter/index.html>
Wie die HTML-Kenner schon wissen, stehen einige neue Web-Programme unmittelbar vor ihrer Veröffentlichung; wir werden diese Produkte eingehend besprechen, wenn sie zur Verfügung stehen. Wenn ich mich auf die E-Mail beziehen darf, die ich in der letzten Zeit erhalten habe, läßt Claris Home Page, das sich derzeit im öffentlichen Beta-Stadium befindet, Aufregendes erwarten. Wenn Sie schon jetzt lesen wollen, was über Home Page geredet und gemunkelt wird, können Sie sich auf der Talk List von Claris eintragen, die von Blue World Communications betrieben wird (der Firma, die auch die Talk List zu PageMill anbietet).
<http://www.blueworld.com/lists/>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Eine der am häufigsten gestellten Fragen in HyperCard-Mailing-Listen lautet: "Wie kann ich meinen Stack im Web publizieren?" Vor längerer Zeit, in TidBITS-310 haben Adam und ich auf ein Produkt hingewiesen, das uns auf der Macworld Expo im Januar im privaten Rahmen gezeigt worden ist; dieses Produkt ist dazu fähig und der Schleier davor ist nun gefallen. Royal Software (eine Firma, die kürzlich Heizer Software aufgekauft hat) hat LiveCard angekündigt, das erste Erzeugnis unter dem Markennamen Royal Software. LiveCard sollte HyperCard-Benutzern und -Entwicklern völlig neue Perspektiven im Web eröffnen.
<http://www.heizer.com/livecard.html>
LiveCard stellt eine zweiseitige Verbindung zwischen einem HyperCard-Stack und einem Macintosh-Web-Server dar. Es ist im wesentlichen das geistige Kind von Eric Oesterle, einem langjährigen HyperCard- und Multimedia-Guru. LiveCard stellt Stacks direkt im Web zur Verfügung, indem es die HyperCard-Applikation als CGI (Common Gateway Interface) verwendet - ziehen Sie nur Ihre Stacks in den Server-Ordner und LiveCard besorgt den Rest. Ein Plug-In-Modul für den Browser ist nicht erforderlich; alles, was ein Benutzer in der Praxis braucht, ist ein Browser, der HTML-Forms und JPEG-Grafiken darstellen kann.
HyperCard oder ein anderes Script-System auf dem Mac als CGI-Engine zu benutzen ist nichts Neues - HyperCard, Frontier und AppleScript sind seit den frühen Tagen der Web-Server auf der Macintosh-Plattform dafür herangezogen worden. Das wirklich Neue an LiveCard ist, daß HyperCard-Stacks direkt ins Web gestellt werden können, ohne irgendeine Modifikation.
LiveCard erzeugt aus dem Erscheinungsbild einer Karte eine JPEG-Grafik; die Inhalte der Karte werden in Textform umgewandelt. Die Oberflächenobjekte von HyperCard, wie Buttons und Felder, werden zu HTML-Text- und Form-Elementen konvertiert. Diese Umwandlung kann vom Benutzer oder aus dem Stack beeinflußt werden - bei manchen Stacks ist die Darstellung als Grafik nicht sinnvoll, bei anderen kommt die Textdarstellung nicht in Frage. Theoretisch ist es nicht nötig, einen Stack oder seine Scripts für den Einsatz unter LiveCard zu modifizieren; dennoch werden einige Stacks besser funktionieren als andere (siehe dazu weiter unten). LiveCard selbst stellt den Web-Benutzern grundlegende Navigations- und Suchroutinen zur Verfügung, die zum Standardumfang von HyperCard gehören; auch die meisten in den HyperCard-Stacks eingebauten Navigationsmöglichkeiten sollten per Mausklick verwendet werden können. LiveCard sorgt auch für spezielle HTML-Header und -Footer, die zusätzliche Inhalte und Funktionalität bereitstellen.
Besonders attraktiv ist die Arbeitsweise von LiveCard in beiden Richtungen: Irgendwelche Web-Benutzer können über das Netz in HyperCard-Stacks Daten eingeben, ändern oder löschen, ohne HyperCard, den HyperCard-Player oder auch nur einen Mac zu verwenden. Ein Beispiel: Eine Web-Installation könnte eine Auswahl von Filmrezensionen in einem HyperCard-Stack dem Web zur Verfügung stellen und gleichzeitig in Echtzeit Kommentare und Feedback von den Benutzern aus dem WWW entgegennehmen. Hereinkommende Daten von den Web-Benutzern werden direkt in HyperCard gespeichert und können sofort angesprochen und abgesucht werden. Dieses Maß an Funktionalität macht LiveCard zu einer guten Wahl für schnell eingerichtete "Chat"-Bereiche, Online-Bestellsysteme (komplett mit virtuellen Einkaufskörben), Datenbanken für Produkte und Bugs, Drucken über das Web, E-Mail, Fax-Dienste und so weiter und so fort - und das alles mit wenig oder gar keinen Kenntnissen von HTML oder CGIs. Da für HyperCard eine enorme Zahl von Erweiterungen (in Form von XCMDs, XFCNs, speziellen Skripts und was weiß ich noch alles) existiert, können einige HyperCard-Kenntnisse die LiveCard-Umgebung in erstaunliche Bereiche vordringen lassen. Zum Beispiel habe ich einmal für eine regionale Zeitung auf Basis von HyperCard ein Steuerungssystem für den redaktionellen und den Anzeigenbereich entwickelt; mit LiveCard wäre es sehr einfach, dieses System in das Web zustellen und es dort für Redakteure, Mitarbeiter und Graphiker weltweit zugänglich zu machen.
Freilich: LiveCard ist keine universelle Lösung, um jeden beliebigen HyperCard-Stack ins Web zu stellen - LiveCard eignet sich in erster Linie dafür, Informationen, die in einem Stack gespeichert sind, dem Web zur Verfügung zu stellen und umgekehrt Informationen aus dem Web in einen Stack zu übernehmen; LiveCard bietet sich am ehesten für Stacks an, die HyperCards Karten-Metapher zum Speichern und Handhaben von Daten benutzen. Stacks hingegen, die stärker auf Interaktivität, Sound oder Animationen ausgerichtet sind oder an die Oberfläche einer normalen Mac-Applikation angelehnt sind, könnten einiges an Feinabstimmung erfordern, bevor sie sauber mit LiveCard arbeiten. Einige wenige Stacks, wie Spiele auf HyperCard-Basis, werden vermutlich mit LiveCard zusammen überhaupt nicht funktionieren. Das ist nicht die Schuld von LiveCard; bis zum Erscheinen von QuickTime 3.0 und HyperCard 3.0 ist diese Form der direkten Interaktion mit dynamischen Elementen in Stacks nicht möglich. LiveCard verlangt auch nach einem Macintosh-Web-Server; damit kommt es nicht für HyperCard-Liebhaber in Frage, die nur über eine Wählleitung Zugang zum Internet oder keinen Zugang zu einem Mac-Web-Server haben. Ich würde übrigens sehr gerne wissen, ob LiveCard zusammen mit Web For One (siehe oben in den MailBITS) funktioniert.
LiveCard its auch weit davon entfernt, perfekt zu sein: der HTML-Code, den es erzeugt, kann ziemlich ungewöhnlich sein und einige User werden aus ihrer speziellen Sicht an dem Produkt schwerwiegende Mängel feststellen; es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit, HTML-Anchors für "grouped text" in HyperCard zu erstellen, weil HyperCard selbst damit nicht in standardisierter Weise umgeht. Erfahrene HyperCard-Entwickler werden die meisten der fehlenden Optionen von LiveCard als unvermeidlich (weil eigentlich von HyperCard zu verantworten) erkennen; viele dieser Situationen werden in HyperCard auch wieder zu umgehen sein; das gilt auch die Erzeugung von HTML-Anchors für gruppierten Text. Anders als Frontier ist HyperCard nicht multithread-fähig oder besonders schnell; ein leistungsfähiger Mac-Web-Server kann zwar mehrere LiveCard-Benutzer ohne viel Schwierigkeiten bedienen, aber für wirklich hohe Belastungen ist LiveCard natürlich nicht geeignet.
Wie auch immer: Die Konzeption von LiveCard ist bestechend; das Produkt wird zahllosen Benutzern und kleinen Firmen ohne viel Aufwand die Möglichkeit bieten, Daten auf HyperCard-Basis ins Web zu stellen. Das Interessanteste für mich ist, daß LiveCard ein großartiger Fall einer Gateway-Applikation für das World Wide Web ist. Solche Gateway-Anwendungen waren von Anfang an ein zentraler Bestandteil der Web-Idee - die Verbindung von verschiedenartigen Informationsquellen wie Datenbanken und Hilfe-Systemen, die oft schon online vorhanden waren. LiveCard ist der Beweis dafür, daß das ursprüngliche Gateway-Konzept nach wie vor hochinteressant sein kann.
LiveCard wird während der Macworld Expo zu einem speziellen Einführungspreis von 49,95 US$ erhältlich sein, in einem Zeitraum von 30 Tagen nach der Expo für 99,95 US$ verkauft werden und danach regulär 149,95 US$ kosten. Es erfordert mindestens HyperCard 2.2 und den Zugriff auf einen Macintosh-Web-Server.
[Übrigens: Der 29. Juli 1996 ist sowohl der Geburtstag von Eric Oesterle als auch der Tag, an dem LiveCard angekündigt worden ist. Happy birthday, Eric!]
Royal Software -- 813/559-0614 (fax)
<ronagey@royalsoftware.com>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Damals, im Jahre 1991, als Apple QuickTime eingeführt hat, war es das Allergrößte an raffinierter Technologie. Vor diesem Zeitpunkt hat niemand ernsthaft an digitales Video auf dem Macintosh denken können; die Idee, vergleichsweise langsame Macs könnten digitale Videosequenzen auch nur im Briefmarkenformat wiedergeben, mußte für nicht realisierbar gehalten werden. Daß digitales Video zu einem Datentyp wie Text oder Grafik werden könnte, war schlichtweg undenkbar.
Aber all das ist eingetreten. Apple hat vor so vielen Jahren nicht nur QuickTime 1.0 ausgeliefert, sondern auch seit damals QuickTime ständig verbessert und verfeinert. Die Technologie ist immer weiter ins Zentrum des Macintosh-Betriebssystems gerückt worden und gleichzeitig so erweitert worden, daß sie nunmehr alle zeitabhängigen Medien (Video, Sound und anderes) auf dem Mac umfaßt. QuickTime hat auch mehr oder weniger den Standard für digitales Video unter Windows gesetzt, was nicht zuletzt auf die Dominanz des Mac auf dem Gebiet der Multimedia-Entwicklung zurückzuführen ist. Mit QuickTime 2.5 fügt Apple nun einerseits einige neue Optionen hinzu und versucht andererseits, die Technologie im Bereich der hochwertigen digitalen Video-Anwendungen noch besser zu verankern.
Was an QuickTime 2.5 neu ist -- QuickTime 2.5 bringt neue Optionen, die sowohl für die Produzenten digitaler Medien als auch für den durchschnittlichen Macintosh-Benutzer interessant erscheinen:
<http://www.opcode.com/oms/>
<http://www.motu.com/pages/FreeMIDI.html>
<ftp://ftp.midifarm.com/pub/midifiles/KARAOKE/>
Verwirrend: MPEG & M-JPEG -- Wenn Sie sich im abgelaufenen Jahr mit dem Bereich digitales Video befaßt haben, ist Ihnen MPEG sicher nicht fremd, ein weitverbreitetes digitales Video-Format, das eine Qualität ähnlich der eines Videorekorders verspricht. Zur Zeit ist MPEG für die meisten Computer-Benutzer kein großes Thema; es gibt verhältnismäßig wenig Material in dem Format und MPEG braucht dazu noch viel Prozessorleistung. Das Abspielen von MPEG-Video verlangt nach mehr Computerleistung, als die meisten Maschinen in den Händen von Durchschnittsbenutzern erbringen können, besonders bei Darstellungen über die volle Bildschirmgröße (640 zu 480 pixel). Es war allgemeiner Brauch, diesen Engpaß durch das Auslagern auf spezialisierte MPEG-Karten (wie das MPEG-System, das von Apple für einige Performas und Power Macs angeboten wird) zu umgehen. Es erfordert allerdings nicht viel Phantasie einzusehen, daß eine reine Softwarelösung vorzuziehen ist. Da auch viele kommende Technologien beim digitalen Fernsehen auf MPEG aufgebaut sind, ist zu erwarten, daß die Bedeutung dieses Formats weiter zunehmen wird.
Im Gegensatz zu den Angaben in einigen letzthin publizierten Artikeln enthält QuickTime 2.5 keine MPEG-Unterstützung auf Softwarebasis, obwohl grundsätzlich das Abspielen von MPEG schon seit der Version 2.0 möglich ist (siehe TidBITS-294). Dem Vernehmen nach wird Apple in nächster Zeit eine MPEG-Erweiterung herausbringen, die es QuickTime ermöglicht, mit dem MPEG-Format umzugehen; bis dahin allerdings bleibt Sparkle von Maynard Handley der QuickTime-Player der Wahl für die Mac-Plattform. Maynard arbeitet seit kurzem für Apple und ist daran beteiligt, MPEG-Unterstützung in QuickTime zu integrieren. Dafür wird allerdings Sparkle nicht weiter entwickelt und soll mittlerweile auch unter System 7.5.2 und neueren Versionen gewisse Probleme haben (obwohl ich selbst nie auf solche gestoßen bin).
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/gst/mov/sparkle-245.hqx>
Im Rahmen von Apples Bemühungen, QuickTime auf dem professionellen Gebiet der Welt des digitalen Video noch besser zu verankern, wurde QuickTime 2.5 allerdings mit einem vielgerühmten weiteren Format ausgestattet - M-JPEG, das als "universales" Format bezeichnet wird. M-JPEG ist ein Video-Format, das in hochwertigen Video-Bearbeitungssystemen eingesetzt wird; anders als MPEG speichert es Informationen über jeden einzelnen Frame einer Sequenz (statt nur zwischen ausgewählten "keyframes" zu interpolieren), wodurch es für professionelles Arbeiten besser geeignet ist [ein Frame entspricht einem Einzelbild; das Interpolieren zwischen voll gespeicherten Einzelbildern bei MPEG, den "keyframes", spart Speicher. Der Nachteil dabei: die zwischen den keyframes liegenden Frames sind nicht im vollen Informationsumfang definiert. --WJF]. Bisher war jede firmeneigene Ausprägung des M-JPEG-Formats mit allen anderen Varianten nicht verträglich. QuickTime 2.5 soll dies ändern und die Video-Spezialisten in die Lage versetzen, M-JPEG-Dateien miteinander auszutauschen - vorausgesetzt, die Hardware-Hersteller übernehmen die neuen Formate von Apple. Das Fazit ist: Die M-JPEG-Technologie in QuickTime 2.5 ist für Video-Profis hochinteressant (und vielleicht auch eine schmucke Feder auf Apples Hut), aber die Bedeutung für den Durchschnittbenutzer eines Mac hält sich in Grenzen.
Und was noch? Apple hat mit QuickTime 2.5 eine etwas andere Route als bisher eingeschlagen. Voraus-Versionen wurden an Entwickler und wichtige QuickTime-Benutzer ausgegeben. Obwohl diese öffentlichen Beta-Releases darunter zu leiden hatten, ein wenig zu öffentlich geworden zu sein, zolle ich Apple Beifall für rasche und fundierte Antworten auf Fragen und Berichte über Bugs in dieser Phase; es wurden auch einige herausragende Mängel auf kurzem Weg behoben.
Der nächste Schritt wird QuickTime 3.0 sein; diese Version wird Interaktivität mit viel sonstiger Funktionalität in QuickTime-Movies zulassen - Funktionalität, die auch der Version 3.0 von HyperCard zugrundeliegen wird (siehe TidBITS-329). Apple nimmt die Weiterentwicklung von QuickTime sehr ernst und sieht es als eine der eigenen Schlüsseltechnologien. Das neue Organisationsschema ordnet QuickTime unter "Alternative Plattformen" ein; Apple hat auch schon QuickTime IC (IC für Image Capture) angekündigt, ein vollständiges Betriebssystem auf QuickTime-Basis für digitale Kameras. Apple hat seine Hinwendung zu QuickTime auch auf anderen Gebieten gezeigt, darunter Netscape-Erweiterungen für QuickTime und QuickTime VR sowie Zusätze für QuickTime-Videokonferenzen. Kurzum, die Zukunft von QuickTime leuchtet hell - vorausgesetzt Apple schafft es, den gesamten breiten Funktionsumfang dieser Technologie nahtlos in das Mac-System und in andere Betriebssysteme zu integrieren.
Woher nehmen? -- QuickTime 2.5 ist kostenlos bei Apple zu haben. Es erfordert System 6.0.7 oder eine höhere Version; einige Features sind aber auf noch neuere Systemversionen angewiesen.
<http://quicktime.apple.com/>
<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/System/QuickTime/>
Von der oben angegebenen Web-Adresse können zwei Varianten von QuickTime heruntergeladen werden: eine 2,7 MB große komplette Installationsdatei und eine Version, die aus zwei Disketten-Images besteht. Wählen Sie die für Sie am besten geeignete Variante (auf der FTP-Site liegen nur die Disketten-Images).
Wenn Sie mehr über QuickTime und digitales Video wissen wollen, sehen Sie in den QuickTime FAQs von Charles Wiltgen nach, die im Acrobat-PDF-Format an folgender URL-Adresse verfügbar sind (Charles arbeitet für Apple, aber die FAQs sind kein offizielles Apple-Dokument):
<http://www.quicktimefaq.org/>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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