Finden Sie, das Internet sei zu langsam? Wie wäre es, wenn es von uns allen mit einer simplen Maßnahme schneller gemacht werden könnte? Der erfahrene technische Autor Cary Lu meldet sich mit einem bescheidenen Vorschlag in dieser Richtung zu Wort. Lesen Sie außerdem über brandheiße neue Macs von Power Computing, DayStar, UMAX und Apple und erweitern Sie Ihr Mac-Wissen durch den umfassenden Beitrag von Chad Magendanz über Disk Images und Software, die mit ihnen etwas anzufangen weiß.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#339/05-Aug-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-339.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
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Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
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Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-339.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-339.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-339.etx>
[Übersetzung: Tobias Engler, Walter J. Ferstl]
Wie Sie vielleicht in der letzten Zeit bemerkt haben, haben wir unsere erste Test-Mitteilung an fast die gesamte TidBITS-Mailingliste ausgeschickt. Dieser Test war ziemlich erfolgreich, so wie die Aussendung der DealBITS an demselben Tag. Das alles war der erste Testlauf der ListSTAR/SMTP-Konfiguration unter Alltagsbedingungen (also unter hoher Belastung). Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir unsere erste komplette Ausgabe der TidBITS über ListSTAR/SMTP nächste oder erst übernächste Woche verschicken werden, es wird aber ziemlich bald sein. Für die Zeit bis dahin gilt: Wenn Sie nicht auf der Abonnentenliste stehen und subskribieren wollen, senden Sie eine E-Mail an <tidbits-on@tidbits.com>, statt sich mit den Kommandos von LISTSERV abzuplagen. [ACE]
Apple kündigt neue Macs an -- Wie erwartet (siehe TidBITS-337), hat Apple schnellere Versionen der Power-Mac-Typen 7600, 8500 und 9500 angekündigt, darüber hinaus auch noch als neues Spitzenmodell den 9500/180MP mit zwei PowerPC-604e-Prozessoren, die mit 180 MHz laufen. Die neuen 9500er und 8500er basieren auf dem PowerPC 604e, der 7600er hingegen auf dem PowerPC 604 mit 132 MHz. Alle die neuen Maschine haben CD-ROM-Laufwerke mit achtfacher Geschwindigkeit und austauschbare Steckkarten für die Prozessoren, mit denen Taktraten bis zu 250 MHz möglich sein sollen. Die Preise liegen zwischen 3.000 US$ für den Power Mac 7600/132 und 5.700 US$ für den Power Mac 9500/180 MP. Für die Besitzer von neueren Power Macs von Interesse: die ebenfalls neu erscheinende CPU-Upgrade-Karte auf Basis des PowerPC 604e mit 180 MHz für etwa 900 US$. Die Lieferbarkeit der neuen Produkte variiert - einige werden Ende August, andere erst im Laufe des Septembers zu haben sein.
Zusätzlich hat Apple auch die Serie Performa 6400 vorgestellt, die in einem Minitower-Gehäuse Prozessoren vom Typ PowerPC 603e mit 180 und 200 MHz einsetzt. Die Preise liegen zwischen 2.400 und 3.000 US$. Ich habe von Händlern gehört, die diese Modelle schon auf Lager haben sollen. Als Option für die Performa 6400 gibt es, ebenfalls ganz neu, Avid Cinema, ein digitales Videobearbeitungssystem auf PCI-Basis um 459 US$. [GD]
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1996/q4/960802.pr.rel.pm604e.html>
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1996/q4/960802.pr.rel.perf6400.html>
Die Clone-Szene entwickelt sich weiter -- Sollte Sie glauben, daß nur Apple in diesen Tagen neue Maschinen präsentiert hat, dann täuschen Sie sich - auch Power Computing, DayStar und UMAX buhlen um Ihre Aufmerksamkeit. Zusätzlich zu der erst kürzlich eingeführten Serie PowerTower Pro (siehe TidBITS-337) hat Power Computing eine Baureihe namens PowerBase mit der Orientierung an privaten Benutzern vorgestellt. Die Preise der auf dem PowerPC 603e aufbauenden Maschinen beginnen bei 1.500 US$; sie verfügen über Taktraten zwischen 180 und 240 MHz, drei PCI-Steckplätze, Achtfach-CD-ROMs und (Spiele-Enthusiasten, herhören!) über Videobeschleunigung, die die Darstellung von 3-D-Texturen und die Leistung bei QuickTime verbessert.
DayStar führt den neuen Genesis MP 360+ (mit zwei 604e-CPUs zu 180 MHz, ab 5.500 US$) ein, dazu 180- und 200-MHz-Varianten der Maschinen mit vier Prozessoren (Preise zwischen 8.500 und 10.000 US$). Diese Systeme zielen auf den professionellen Grafik- und Videomarkt; dem Vernehmen nach liefert DayStar sie ohne Festplatten und Arbeitsspeicher aus, um den Kunden die Konfigruration nach den eigenen Bedürfnissen völlig zu überlassen.
Zur Abrundung der neuen Angebote bringt UMAX vermutlich unter der Marke SuperMac eine Palette von Mac-kompatiblen Maschinen auf der Macworld heraus, darunter erweiterte Versionen der S900L-Serie und einige "SuperMac C"-Geräte für den Endverbrauchermarkt, die im September lieferbar sein sollen. Die Reihe SuperMac C soll mit Taktraten zwischen 140 und 200 MHz und Achtfach-CD-ROM-Laufwerken ausgestattet sein und von 1.600 bis 2.600 US$ kosten. Im Moment, wo ich dies schreibe, werden auf den Web-Seiten von DayStar und UMAX diese neuen Produkte nicht erwähnt, aber Informationen werden wohl bald verfügbar sein. [GD]
<http://www.powercc.com/Product/CPUs/pbase.html>
<http://www.daystar.com/>
<http://www.supermac.com/>
BulkRate spricht TCP/IP -- Greg Neagle steht kurz vor der Fertigstellung von Version 2.5 seiner Shareware BulkRate, einem Offline-Reader für FirstClass-Server. BulkRate läßt die Benutzer von FirstClass Mail- und Konferenz-Mitteilungen herunterladen und offline lesen; die Version 2.5 unterstützt TCP/IP-Verbindungen zu einem FirstClass-Server, ist mit der Threading-Struktur von FirstClass kompatibel und kann jeden freien seriellen Port für Modem-Verbindungen verwenden. Obwohl SoftArc, Urheber von FirstClass, seit Jahre an einem Offline-Cilent arbeitet, ist derzeit BulkRate von Neagle die einzige brauchbare Lösung, die derzeit lieferbar ist. Eine Beta-Version von BulkRate 2.5 ist über FTP oder, mit dem FirstClass-Client, über system fc.digitalpopcorn.com (port 3000, Username und Paßwort "br", ohne die Anführungszeichen) zu holen. [MHA]
<ftp://users.aol.com/gregneagle/pub/>
von Cary Lu <carylu@aol.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Wird das Internet jemals schneller werden? Wird die Kapazität der Leitungen im Internet jemals die Nachfrage einholen, geschweige denn überholen können? Jede neue technische Entwicklung im Internet - Audio-Übertragung, Telefonie oder Videokonferenzen - erhöht die gesamte Belastung. Auch die Benutzer von ISDN- und T1-Leitungen zum Net müssen auf das vollständige Laden vieler Web-Seiten warten, weil sich ihre schnelle Verbindung nur auf den letzten paar Meilen der gesamtem Wegstrecke auswirkt, nämlich zwischen ihrem Internet-Provider und ihrer Haustüre.
Einige Internet-Dienste beginnen mit Voraussicht ausgewählte Web-Sites in ihre Cache-Speicher aufzunehmen, sodaß ihre Kunden diese Seiten von einem lokalen Server abrufen können. Dieser schnelle Zugang könnte aber zusätzliche Kosten verursachen; wie dieses zusätzliche Geld zwischen dem Betreiber der Web-Site und dem Betreiber des Cache-Servers geteilt werden kann, bleibt abzuwarten (von eventuellen urheberrechtlichen Unklarheiten ganz zu schweigen, wenn eine Web-Site kopiert wird). Von einer höheren Warte aus betrachtet steigt der Gesamtverkehr auf den Leitungen an, weil ja ganze Web-Sites zum Cache übertragen werden müssen statt nur derjenigen, die der Benutzer sehen will; es ist auf keine Weise vorherzusehen, welche spezifischen Seiten das größte Interesse finden werden.
Alle diese Entwicklungen haben zu Vorhersagen von schweren Staus im Internet geführt, ja sogar von richtigen Zusammenbrüchen.
Dazu habe ich in aller Bescheidenheit einen Vorschlag zu machen. Mit unseren gegenwärtig vorhandenen Web-Servern und -Browsern haben wir schon die Werkzeuge in Händen, mit denen wir Datenstaus verhindern können. Ich schlage vor, an einem Tag im Monat - sagen wir von Mitternacht am ersten Sonntag jedes Monats bis Mitternacht des darauffolgenden Montags nach Greenwich Mean Time - sollten alle Benutzer im Internet gleichermaßen das Laden von Grafiken abdrehen und ihre Surf-Aktivitäten auf den Nurtext-Modus beschränken. Real-time Audio, Internet-Telefonie, Videokonferenzen und andere Bandbreitenfresser können einen Tag warten. Wenn nur Text übertragen wird, erhöht sich die Geschwindigkeit des Netzes in spektakulärer Weise.
Klar, Grafiken erfüllen eine wichtige Funktion - vom Benutzer speziell angeforderte Grafiken sollen natürlich übertragen werden. Von einer Übertragung ausgeschlossen sollen diejenigen Grafiken werden, die vom User nicht eigens verlangt werden. Warum muß fast jede Web-Seite ein Hintergrundmuster haben? Diese Hintergründe stellen bloßen Ballast ohne eigenen Informationsgehalt dar. Kein Mensch käme auf die Idee, ein Buch herauszubringen, das auf jeder Seite aufdringliche Muster aufweist. Viele Web-Seiten haben Grafiken, die nichts anderes tun als Zeit zu vergeuden. Wie oft haben Sie schon darauf warten müssen, bis das überkandidelte Logo einer Firma geladen war, deren Namen Sie ohnehin schon kannten (schließlich haben Sie ja die Web-Seite dieser Firma angewählt)?
Wenn mein Vorschlag realisiert wird, können wir wenigstens an einem Tag im Monat im Internet einiges an ernsthafter Arbeit erledigen. Den Rest des Monats kann dann die gewohnte Kriecherei weitergehen.
Einige einfachere Schritte könnte schon die Browser-Software setzen. Die Browser sollten Einstelluzngen ermöglichen, Grafiken über einer bestimmten Größe automatisch nicht zu laden. Unentbehrliche Grafiken könnten von grafischem Aufputz durch entsprechende HTML-Tags unterschieden sein - das würde allerdings von den Gestaltern der Web-Seiten einiges an Disziplin verlangen; von der Gruppe, die für viele der unbeeinflußbaren Wartezeiten im Net verantwortlich ist.
Einige werden jetzt meinen Vorschlag gleich für undurchführbar erklären; die Internet-Benutzer als Gesamtheit werden sich niemals auf einen Nurtext-Montag einigen können. Denken Sie aber an meine Überlegungen, wenn Sie das nächste Mal im Web Information suchen (und finden) müssen.
von Chad Magendanz <chad@halcyon.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser]
[Im Zusammenhang mit der jüngsten Flut von neuer Apple-Software und von Updates sind bei TidBITS eine ganze Reihe von Fragen zu Disk Images eingegangen: Was ist das? Wie nutzt man so etwas? Wo kommen sie eigentlich her? Es gibt nicht viele, die sich kompetent zu diesem Thema äußern können - Chad Magendanz gehört auf jeden Fall dazu (er hat das weithin anerkannte Disk Image Tool ShrinkWrap geschrieben). Als er sich bereit erklärte, einen Artikel zum Thema zu schreiben, haben wir ihn sofort an seine Tastatur gekettet, mit der Peitsche geknallt und schließlich die ultimative Stellungsnahme über Disk Images und die dazugehörige Software bekommen. Viel Spaß beim Lesen! - Geoff]
Ein Disk Image ist eigentlich nichts Anderes als ein File, der eine "buchstabengetreue" Kopie aller Sektoren einer Platte enthält. Dieses Konzept gilt für Platten beliebiger Größe, auch wenn man es heute meist mit Disk Images für Floppies zu tun hat. Da die Preise für Hochleistungsspeicher inzwischen gesunken sind, werden Disk Images auch für andere Zwecke benutzt als nur dafür, System-Updates zu vertreiben. Für Mac-User wird es zunehmend unbefriedigend, Hunderte von Floppies aufzubewahren, wenn es eigentlich doch so einfach ist, Images von diesen Floppies auf transportablen Hochleistungsmedien aufzubewahren. Eine selbstgebrannte CD-R, die Tausende von komprimierten Floppy Disk Images aufnehmen kann, hat schon einen eigenen Charme - man kann sein gesamtes Softwarearchiv problemlos überall hin mitnehmen.
Richtig "belichten" -- Disk Images stellen sicher, daß jeder das Material auf elektronischem Weg in der gleichen Art erhält, als ob man eine Floppy weitergäbe. Man kann sich ein Disk Image auch als eine Art improvisierten File vorstellen, der ein zeitversetztes Dikettenkopieren ermöglicht: mit einem Disk Image Tool läßt sich jederzeit die Originaldiskette wiederherstellen. Um sicherzustellen, daß dieser Vorgang fehlerfrei abläuft, enthalten die Disk Images Prüfsummenwerte. Das sind sozusagen individuelle "Unterschriften", die aus dem Inhalt einer Diskette hergestellt werden. Da es sehr unwahrscheinlich ist, daß zwei Disketten verschiedenen Inhalts gleiche Prüfsummen ergeben, ist auf diese Weise sichergestellt, daß Original und Kopie identisch sind.
Das einfache Ziehen eines Disketteninhaltes auf eine andere Diskette oder einen anderen Folder ergibt nicht immer eine einwandfreie Kopie. Eine Diskettenkopie, die mit Hilfe eines Imagefiles erstellt wurde, ist im Gegensatz zu im Finder verschobenen Icons ein präzises Duplikat. Diese Disketten weisen jede individuelle Eigenschaft des Originals auf, auch die Lage der Icons, die Erscheinung der einzelnen Fenster und den Namen des Datenträgers. Sie garantieren, daß alle Files vollständig und sauber kopiert werden. Noch wichtiger: viele Installationsprogramme können Disketten, die per Drag and Drop kopiert wurden, nicht erkennen, auch wenn sie mit dem Original äußerlich völlig identisch sind.
Ein virtuelles Volume -- Imagesfiles hatten ursprünglich einen entscheidenden Nachteil: um sie wiederverwenden zu können, mußten sie auf eine echte Floppy zurückkopiert werden - eine aufwendige und lästige Arbeit. Zum Glück gibt es heute für Mac-User eine ganze Reihe verläßlicher Instrumente, mit denen Disk Images auf der Schreibtischoberfläche als virtuelle Disketten dargestellt werden können. Das Betriebssystem geht davon aus, daß eine echte Floppy eingelegt wurde. Manche Programme lassen sogar zu, diese Images als beschreibbare Volumes zu mounten, deren Inhalt verändert werden kann.
Neben der Möglichkeit, eine vollständige Installation mit gemounteten Disk Images durchzuführen (ohne eine echte Floppy berühren zu müssen), bietet dieses Verfahren noch andere, weniger offensichtliche Vorteile. Überlegen Sie mal: Macs ohne High-Density Super Drives (oder PowerBooks ohne Laufwerke!) können problemlos auf jede Art von Floppy zugreifen, wenn Sie davon ein Disk Image erstellen und es mit Hilfe einer Netzwerkverbindung übertragen. Gemountete Disk Images kann man sogar - wie RAM-Disketten - als zeitweilige Partitions nutzen, mit dem Vorteil - anders als bei manchen RAM-Disketten - solche Volumes nach Belieben ohne Rechner-Neustart erstellen oder löschen zu können. Mit Hilfe der Prüfsummen, die beim Erstellen der Disk Images anfallen, lassen sich übrigens auch leicht alle Änderungen aufspüren, die bei der Entwicklung von Software, bei ihrer Herstellung und bei ihrer Verteilung anfallen.
Disk-Image-Werkzeuge -- Apples DiskCopy, das Steve Christensen vor mindestens 7 Jahren geschrieben hat, war das original Disk-Image-Werkzeug für den Macintosh. Dieses Programm hat nie irgendwelche nennenswerten Updates erfahren, so entstanden mit den Jahren viele neue Disk-Image-Tools und neue Imagefile-Formate. Hier ist eine chronologische Übersicht der heute verfügbaren Programme:
<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/utils/Disk_Copy_4.2.hqx>
<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/utils/DART_1.5.3.hqx>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/mount-image-12b2.hqx>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/munge-image-120.hqx>
<ftp://ftp.share.com/pub/peterlewis/source/mungeimage-120-source.sit.bin>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/disk-dup-plus-27.hqx>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/disk-charmer-302.hqx>
<http://www.halcyon.com/shrinkwrap/>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/shrink-wrap-201.hqx>
<http://www.primenet.com/~wprice/cdisk.html>
<ftp://ftp.info.apple.com/Apple.Support.Area/Developer_Services/Utilities/DropDisk.sit.hqx>
<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/utils/Disk_Image_Mounter_1.0.1.hqx>
Verschwommene Bilder (Fuzzy Images) -- Ich sollte darauf hinweisen, daß manche Installationsprogramme Schwierigkeiten mit Disk Images haben: sie stammen in der Regel von Microsoft und von Connectix. Viele der Microsoftinstallierer prüfen einfach nicht, ob die nächste Diskette zur Verfügung steht, bevor sie die aktuelle auswerfen und fordern den Nutzer auf, eine Floppy einzulegen. Das "Wiedereinschieben" eines gemounteten Disk Images ist innerhalb eines modalen Dialogs [in dem der Benutzer keine anderen Aktionen setzen kann als die, die innerhalb der Dialogbox selbst angeboten werden - häufig also nur die Alternativen "OK" und "Cancel". --WJF] also natürlich so gut wie ausgeschlossen. Der Connectix-Installierer wiederum ist schlau genug, zu erkennen, ob er von einer physikalischen Floppy gestartet wird und zwingt den Anwender, das Programm zu beenden, wenn das nicht der Fall ist - möglicherweise ein Versuch, Raubkopien zu verhindern. Diese Installierer kann man natürlich dadurch überlisten, daß man die Disk Images auf Floppies kopiert, mit denen man den Installierer dann auf die herkömmliche Weise benutzt, was natürlich nicht so bequem ist.
Außerdem haben Entwickler immer zwei Möglichkeiten, Disk Images zu mounten: RAM-basiert oder file-basiert. Ein file-basierter Treiber mountet Imagefiles dadurch, daß er die einzelnen Blocks direkt von der lokalen Festplatte oder von einem Netzwerk-Server aus anspricht; ein RAM-basierter Treiber geht dagegen so vor, daß auf dynamischem Weg eine RAM-Disk erstellt und dann der Inhalt des Imagefile dorthin kopiert wird. Der Ablauf kann durch diese RAM-Disk zwar beschleunigt werden, das eigentliche Mounten der Images dauert aber länger. Außerdem muß immer soviel freier RAM zur Verfügung stehen, wie gemountet werden soll (virtueller Speicher zählt dabei leider nicht!). File-basierte Treiber benötigen meist nur etwa 1 KB RAM pro gemountetem Image, sie sind aber langsamer, und man kann sie durch den Hintergrundeinsatz von Komprimierungstools wie AutoDoubler oder StuffIt SpaceSaver "verwirren". Außer MungeImage benutzen zur Zeit alle erwähnten Utilities file-basierte Treiber; SkrinkWrap unterstützt beide Techniken.
Frühere Versionen von Apples DiskCopy (vor Version 6.0.1) haben zum Teil ein Problem mit der korrekten Prüfsummenberechnung für Tag-Data. Dabei handelt es sich um 12 Extra-Bytes an "Aufräum-Informationen" für jeden Block auf den 400K- und 800K-Floppies. In den alten Zeiten des Half-tracking und ähnlicher Merkwürdigkeiten brauchte man diese Bytes, um Informationen zum Kopierschutz und Hinweise zur Wiederherstellung von Daten darin unterzubringen. Da die 660AV- und 840AV-Macs diese Tag-Daten überhaupt nicht lesen können, verzichten viele Disk-Image-Programme und -Formate ohne Nachteil darauf.
New Disk Image Format (NDIF) -- Beim heutigen Überangebot an alternativen Disk-Image-Formaten mag es verwunderlich erscheinen, daß das ursprüngliche DiskCopy-Format die Online-Welt immer noch beherrscht. Nun, abgesehen von dem Nachteil, daß sie mit dem offiziell anerkannten Apple-Imagefile-Format konkurrieren müssen, mangelt es vielen der "verbesserten" Versionen an wesentlichen Eigenschaften, die DiskCopy auszeichnen. So können z.B. komprimierte Imagefiles, die keine Kopien von freien Blöcken enthalten, auf der Schreibtischoberfläche nicht als unlocked Volumes gemountet werden. Außerdem bieten viele vereinfachte Dateiformate so wichtige Informationen wie Prüfsummen und Tag-Daten nicht an, die benötigt werden können, um Datenverluste zu erkennen oder auf die bestimmte Kopierschutz-Varianten angewiesen sind.
Es gibt aber einige einfache Möglichkeiten, wie man die heutigen DiskCopy-Imagefiles verbessern kann. Das New Disk Image Format (NDIF), das im Disk Image Mounter 1.0.1 und DiskCopy 6.0.1 unterstützt wird, ist Apples Versuch in dieser Richtung. Dieses neue Dateiformat wird es in drei Varianten geben: Lesen/Schreiben, nur Lesen und nur Lesen (komprimiert). Die Anwender können damit die Imagefiles nach Flexibilität, Geschwindigkeit oder nach Größe optimieren. Jede dieser NDIF-Formen nutzt die Standard CRC-32-Prüfsummen und keine verschwendet Platz mit dem Speichern von Tag-Data.
Leider werden all diese Vorteile des NDIF-Formates dadurch zunichte gemacht, daß zur Zeit nur eine Komprimierungsform verwendet wird, nämlich der Apple-eigene "KenCode". Wegen dieser Einschränkung ist es keinem anderen Programm gestattet, sei es kommerziell, Share- oder Freeware, mit NDIF komprimierte Imagefile-Formate ohne die Apple-Lizenz für die KenCode-Libraries zu lesen oder zu schreiben. Es hat zwar Anzeichen dafür gegeben, daß Apple der allgemeinen Öffentlichkeit die kostenlose Verfügbarkeit dieser Libraries versprechen wollte; seit November 1995 habe ich in dieser Sache aber keinen Fortschritt feststellen können.
Das bleibt für Sie zu tun -- Ist es Zeit, die Floppies wegzuwerfen? Für viele Mac-User wird die Antwort darauf sicherlich "ja" heißen. In einer längeren Sitzung kann man mit einem guten Disk-Image-Tool einen Berg von Floppies in ein handliches Archiv auf Wechselmedien oder auf CD-ROM verwandeln, das man leicht mit sich führen oder über ein lokales Netz oder auch über das Internet mehrfach nutzen kann. Software-Installationen mit Hilfe von gemounteten Disk Images können unzählige Stunden einsparen, das gilt besonders für MIS-Manager, für Tester und für Servicetechniker, die jeden Tag neue Rechner konfigurieren müssen. Suchen Sie sich also ein passendes Programm und entdecken Sie die Möglichkeiten der Disk Images!
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark H. Anbinder [MHA], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Tobias Engler [TE], Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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