Diese Ausgabe stellt Meldungen zu Software-Updates (und wie man mit ihnen Schritt halten kann) in den Vordergrund, außerdem zu neuen Versionen von FreePPP, Mac TCP Watcher und World Wide Web Weaver. Wir bringen auch Hinweise darauf, wie man falsche Meldungen in der Art von "Nicht genug Arbeitsspeicher, um Word zu starten" verbannen kann, sowie Leser-Reaktionen zu der Idee einer Datenbank auf System-Ebene. Zum Abschluß schreibt Adam zu seinem neuesten Buch, der vierten Auflage des Internet Starter Kit for Macintosh.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#342/26-Aug-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-342.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
Information: <office@carrier.co.at>
Comments: <ferstl@carrier.co.at>
Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-342.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-342.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-342.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Unser Übergang von LISTSERV auf ListSTAR schreitet diese Woche fort; haben Sie also noch etwas Geduld mit uns, während wir die letzten kleinen Falten ausbügeln. Der Fehler, der einigen von Ihnen zwei Exemplare der Ausgabe von letzter Woche beschert hat, wurde von Quarterdeck prompt behoben und wir fahren nun schon die bereinigte Version von ListSTAR. Ich habe auch eine Adresse mit automatischer Rückantwort eingerichtet, über die Sie per E-Mail die neueste Version der TidBITS abrufen können, falls Sie aus irgendeinem Grund eine verstümmelte Ausgabe erhalten sollten. In diesem Fall mailen Sie an <tidbits@tidbits.com> (sowohl Subject als auch der Body-Text dieser Message werden ignoriert, können also leer bleiben). [ACE]
FreePPP 2.5v2 -- Letzte Woche wurde von der FreePPP Group die Version 2.5v2 von FreePPP freigegeben, die die Version 2.5rf ablöst. Die neue Version bietet keine neuen Optionen, ist aber um zahlreiche Fehler bereinigt. Besonders die Besitzer von Global-Village-Modems werden an der neuen Version großes Interesse haben. Nach wie vor gilt aber die altbekannte Aussage zu PPP auf dem Macintosh: Wenn Sie eine Konfiguration habne, die klaglos funktioniert, gibt es keinen Grund auf das neue Release umzusteigen. FreePPP kann von den Info-Mac-Mirrors heruntergeladen werden; detaillierte Fragen zur Funktion von FreePPP finden Sie auf der FreePPP-FAQ-Seite beantwortet. [GD]
<ftp://mirrors.aol.com/pub/info-mac/comm/inet/conn/free-ppp-2.5v2.hqx>
<http://www.adnc.com/support/macsupport/tcp/FreePPP_FAQ.html>
Mac TCP Watcher 2.0 -- Peter Lewis hat vor kurzem die Version 2.0 von Mac TCP Watcher veröffentlicht, einem Hilfsprogramm (Shareware, 10 US$), das außer von System-Administratoren und versierten Anwendern vor allem von schlicht Wißbegierigen geschätzt wird. Mac TCP Watcher gibt Aufschluß über das Eingemachte der Kommunikation in TCP-Netzwerken; die Version 2.0 ist sowohl mit Open Transport als auch mit MacTCP kompatibel und weist neben einem Bündel anderer Verbesserungen (darunter ein Balloon Help mit gelegentlichen Tippfehlern) auch ein neues Traceroute-Feature auf.
<ftp://mirrors.aol.com/pub/peterlewis/mactcpwatcher-20.sit.bin>
Wenn Sie nur ein wenig neugierig sind, welchen Weg Ihre Daten zwischen den Maschinen im Internet nehmen, fahren Sie vielleicht mit WhatRoute von Bryan Christianson (Freeware) nicht schlecht. WhatRoute kann nur mit Open Transport verwendet werden und bietet lange nicht die volle Funktionalität von Mac TCP Watcher, aber es ist ein handliches Stück Software. In der Betaversion 1.3 werden auch Ping- und DNS-Optionen geboten. [GD]
<http://crash.ihug.co.nz/%7Ebryanc/>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/comm/inet/what-route-121.hqx>
Schon wieder neue Wunder-Software? -- HTML-Enthusiasten, alle kurz herhören - Miracle Software hat World Wide Web Weaver 2.0 herausgebracht. Das Produkt, auch bekannt unter dem Kürzel W4, umfaßt in seiner neuen Version 2.0 viel Neues, darunter eine spezielle Variante des neuen Programms Spell Catcher (ehemals Thunder 7, von Casady & Greene) und die Option, einen "Suchen und Ersetzen"-Befehl auf mehrere Dateien zugleich anzuwenden (dieses "Suchen und Ersetzen" unterstützt andererseits keine Suche nach ganzen Wörtern, keine Wildcard-Zeichen und kein grep).
W4 2.0 verlangt etwa 2.5 MB, sowohl auf der Festplatte als auch im Arbeitsspeicher. Die neue Version hat einen Listenpreis von 89 US$, es gibt aber Spezialpreise für das Bildungswesen (60 US$) und für Aufsteiger von der Version 1.x (35 US$), wenn Sie nicht ohnehin die Subskriptionsvariante genommen haben. Eine Demoversion, die 1,2 MB groß ist, kann Miracle Software auch zur Verfügung stellen. Miracle Software -- <miracle@miracleinc.com> [TJE]
<http://www.miracleinc.com/Commercial/W4/index.html>
<ftp://zappa.northnet.org/pub/best/W4.v2.0.bin>
Bei Updates auf dem Laufenden bleiben -- In TidBITS-309 habe ich über den Macintosh Software Update Report von LEVEL 6 Computing berichtet, der früher eine Publikation in gedruckter und in elektronischer Form war und umfassende Informationen über laufende Updates von Mac-Software gebracht hat. Dieser Macintosh Software Update Report hat in letzter Zeit einige wesentliche Änderungen erfahren. Erstens wurde er auf das griffigere "Update Weekly.Mac" umbenannt, zweitens ist er nun ausschließlich über E-Mail zu beziehen. Nicht zuletzt hat LEVEL 6 die Preisgestaltung geändert: Bisher hat Update Weekly.Mac 150 US$ pro Jahr gekostet. Ab sofort bietet LEVEL 6 zwei Versionen an; die eine ist für die Leser gratis, wird aber mit Sponsoren finanziert, die am Beginn jeder Ausgabe aufgeführt sind; die andere Version kostet mit zusätzlichen Leistungen 49 US$ im Jahr und kommt ohne Sponsoren aus. LEVEL 6 Computing -- 818/888-5635 (fax) [TJE]
<http://www.webcom.com/level6/>
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Vor etlichen Jahren, als ich bei Microsoft arbeitete und Fragen zu Word für den Mac beantwortete, wurde ich sehr oft von Leuten angerufen, die beim Start von Microsoft Word 5.x eine lästige Fehlermeldung des Wortlauts "System memory too low to run Word" ["Nicht genug Arbeitsspeicher, um Word zu starten"] bekamen. Diese Meldung läßt dem Benutzer keine andere Wahl, als Word neu zu starten oder es zumindest zu versuchen. Das Problem kann ohne weiteres auch auf Macs mit sehr viel RAM auftreten.
Microsoft ist es niemals gelungen, eine wirklich befriedigende Lösung für das Problem zu finden. Sie können natürlich anfangen, System-Erweiterungen zu installieren oder zu entfernen, andere Programme zu starten oder zu beenden oder Word mehr RAM zuzuweisen. Manchmal hilft es, Word ein zweites oder drittes Mal zu starten; dann wieder ist es nützlich, vor Word ein anderes Programm zu starten (wie den Wecker oder die Tastatur aus dem System). Für einige Textverarbeitungsaufgaben verwende ich immer noch Word 5 und in etwa 20 Prozent der Fälle tritt bei mir das Problem beim Start von Word auf. Microsoft hat zu dem Problem einige Kommentare in einem Artikel veröffentlicht, den Sie im Web nachlesen können.
<http://www.microsoft.com/kb/deskapps/word/q109263.htm>
Eine andere Lösung, die möglicherweise viel umfassender ist, steht nun zur Verfügung. Die Systemerweiterung FixWordSystemMemory 1.1 (Freeware, geschrieben von Larry Rosenstein) soll den Fehler beheben, indem sie - in den Worten von Larry - "einen Speicher-Block im System Heap belegt und sofort wieder freimacht, wenn Word gestartet wird (bis dahin macht die Software überhaupt nichts)". Seit ich die Erweiterung installiert habe, ist Word bei mir immer klaglos gestartet; freilich verwende ich Word nicht oft genug, um die Erfolgsquote der Erweiterung wirklich beurteilen zu können. Larry weist auch darauf hin, daß die Version 1.1 einige Verbesserungen gegenüber 1.0 aufweist und die Datei beim Herunterladen mit nur 3K keine Mühe macht.
<ftp://mirrors.aol.com/pub/info-mac/text/fix-word-system-memory-11.hqx>
[Die Methode, die FixWordSystemMemory anwendet, wird allgemein "memory bubble" genannt. Indem die Erweiterung einen Speicherbereich belegt und vor dem Start von Word wieder freigibt, erzeugt sie eine "Blase" freien Speichers zum Gebrauch von Word, die ansonsten vielleicht nicht frei gewesen wäre. Der Treppenwitz dabei: Microsoft hat die Methode in einigen anderen Programmen eingesetzt; darüber hinaus ist es eine Binsenweisheit, daß Programme im System Heap ein wenig Speicher für den eigenen Gebrauch belegen müssen. -Geoff]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Meine Überlegungen in TidBITS-341 betreffend eine Datenbank auf Systemebene zum Gebrauch der Anwenderprogramme haben bei unseren Lesern große Resonanz gefunden. Etliche Leser haben uns weitere Ideen und Anregungen zukommen lassen.
Alex Sirota <adapple@apple.com> schlägt zu den von mir aufgeführten Anforderungen eine weitere vor, die für ein relationales Datenbanksystem unverzichtbar ist:
Eine weitere Anforderung, die Sie nicht erwähnt haben, ist eine strukturierte Sprache, mit deren Hilfe die Inhalte der Datenbank bearbeitet werden können. Die Überlegenheit eines relationalen Datenbanksystems (Relational Database Management System, kurz RDBMS) gegenüber einer Anwendung wie etwa FileMaker Pro beruht auf der Fähigkeit, die Daten (die in Tabellen gespeichert sind) mittels einer standardisierten, allgemein verbreiteten Sprachen wie SQL (Structured Query Language) manipulieren zu können. Die Datenbank könnte auch mit Erweiterungen zu SQL, die von vielen RDBMS-Umgebungen unterstützt werden, prozedural programmiert werden.
Shay Telfer
<shay@cs.uwa.edu.au> merkt an:
Der Newton verwendet eine systemweite Datenbank, die für alle darauf
laufenden Software-Pakete zugänglich ist. Verschiedene Anwendungen
können mit diesen Namens-, Adressen- und Termindatenbeständen (als
"soups" bekannt) eng integriert werden und diesen "soups" Daten hinzufügen
oder sie nach Begriffen absuchen, ganz nach Bedarf. Die Datenbank kann jeden
auf dem Newton auftretenden Datentyp, einschließlich Code, Grafiken etc.,
enthalten und wird auch damit fertig, wenn Speicherkarten willkürlich
entfernt werden - und dies sogar mitten in einem Suchvorgang. Diese Integration
ist extrem vielseitig und ich glaube, Apple sollte dieses Maß an
Integration auch für das Mac-Betriebssystem anpeilen (und ich nehme an,
darum geht es auch den Leuten von Be bei ihrem Betriebssystem). Der Newton
ist ganz klar eine Technologie, die ihrer Zeit weit voraus war und immer
noch ist.
Die Dylan-Implementation von Apple (möge sie in Frieden ruhen) war um ein Datenbank-System herum aufgebaut, wobei der gesamte Quellcode für ein Projekt in einer Datenbank gespeichert war. Dadurch wurde die Kontrolle über die Versionen eines Projekts sehr vereinfacht; zudem war dieses Konzept sinnvoller als das übliche, bei dem die verschiedenen Funktionen in einer Gruppe einfacher Dateien auf der Platte zusammengefaßt werden - in diesem Fall ist es nicht leicht zu erkennen, in welcher Beziehung die einzelnen Teile der Software zueinander stehen. So viel ich weiß, gibt es auf dem Markt nur sehr wenige Entwicklungsumgebungen mit der Funktionalität von Dylan, außer SmallTalk, Prograph und Frontier.
David Charlesworth
<davec@andyne.com> schreibt:
Ich wollte einige Dinge zu den Datenbanken auf Systemebene erwähnen:
<http://dev.info.apple.com/du/intro_to_opendoc/iod4_underlying_technology.html>
Marty Wachter
<mwachter@ubmail.ubalt.edu>
merkt an:
Sie sollten beachten, daß AOCE (besser als PowerTalk bekannt) auf
Systemebene eine Objektdatenbank hatte, in der alles gespeichert wurde.
Das war allerdings nicht allgemein bekannt und nur wenige systemnahe Routinen
waren so weit dokumentiert, daß sie unter dem PowerTalk-Interface
anzusprechen waren. Ich glaube, die Entwickler-Schnittstelle des Catalog Managers
(oder wie auch immer das Ding schließlich genannt wurde) müßte
alle Informationen dazu enthalten. Das Interface selbst war extrem
häßlich; aus diesem Grund hat niemand es verwendet - nicht einmal
diejenigen, die von seiner Existenz überhaupt wußten.
Lawrence Conroy
<lwc@roke.co.uk> schreibt:
Zufällig begutachten wir gerade Datenbanken auf Systemebene für ein
Projekt, an dem wir im Kundenauftrag arbeiten. Ich stimme mit Ihnen voll darin
überein, daß die Bedeutung von Datenbanken zunehmen wird.
Ein Beispiel: Ich sage das nur durch meine geschlossenen Zähne, aber Microsoft hat eine Art Datenbank auf Systemebene, und zwar in Gestalt des Registry von Windows 95. Es ähnelt einem kollektiven Preferences-Ordner, in dem die Applikationen ihre Konfigurationsdateien ablegen können (statt ihre eigenen .INI-Files in großer Zahl irgendwo abzuspeichern). Es gibt einen "standardisierten" Weg, auf diese Datenbank-Einträge zuzugreifen und es wird sogar ein Programm mitgeliefert (RegEdit), mit dem die Benutzer die Einträge durchsehen und bearbeiten können.
Es gibt noch eine Gebiet, wo Datenbanken in einem allgemein akzeptierten Format sehr nützlich sein könnten: Datenbanken, auf die über Netzwerke zugegriffen werden soll. Arbeiten im Zusammenhang damit beginnen gerade bei der Internet Engineering Task Force (IETF). An der Carnegie Mellon University etwa entwickelt eine Gruppe Richtlinien für den Zugriff über Netzwerke auf eine Konfigurationsdatenbank; andere Gruppen sind ebenfalls mit dieser Problematik befaßt, besonders in der ASID-Gruppe (Access, Searching and Indexing of Directories) der IETF.
<http://andrew2.andrew.cmu.edu/cyrus/acap/>
<http://www.ietf.org/html.charters/asid-charter.html>
Microsoft war in der ASID-Gruppe aktiv und hat dort vorgeschlagen, den Bestand am LDAP-Protokoll (Lightweight Directory Access Protocol) auf dynamische Datenbanken zu erweitern und dafür die Microsoft-Methode User Location Service (ULS) zu verwenden. Dabei handelt es sich im wesentlichen um eine Erweiterung zum vorhandenen WINS-Directory, das bei Windows-Netzwerken von zentraler Bedeutung ist. Der Microsoft-Entwurf findet sich unter:
<ftp://ftp.ietf.org/internet-drafts/draft-ietf-asid-ldapv3ext-00.txt>
In einem Versuch, (unter anderem) das Telefonsystem neu zu erfinden, hat eine Gruppe von Telefonverzeichnis-Firmen begonnen, über das Netz benutzbare Multi-User-Datenbanken einzurichten, die (a) zeigen, ob ein bestimmter Benutzer eine bestimmte Applikation - etwa ein bestimmtes Programm zum Telefonieren im Internet - hat und ob (b) dieses Programm zum Zeitpunkt der Anfrage gerade läuft. Damit solche Anwendungen weite Verbreitung finden, muß eine solche allgemein ansprechbare Datenbank vorhanden sein. Solange eine solche Datenbank fehlt, ist es schwierig zu wissen, ob eine Verbindung zu einem Teilnehmer möglich ist oder nicht (die verschiedenen Internet-Telefonie-Produkte können einander ja nicht verstehen). In gleicher Weise kann aus der Verzögerung einer Antwort nicht geschlossen werden, ob der Anruf im Daten-Nirwana verschwindet oder der gewünschte Gesprächspartner nur gerade sein Programm nicht laufen hat.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser]
Ich habe ja schon in einigen früheren TidBITS Ausgaben darauf hingewiesen: die 4. Auflage des Internet Starter Kit for Macintosh (ISBN 1-56830-294-0, Hayden Books, 39.99 US$) ist auf dem Markt und müßte in Kürze im Buchhandel erhältlich sein. Bei Neuauflagen werde ich immer gefragt, was sich gegenüber früheren Ausgaben geändert hat; die Antwort folgt hier.
Zunächst möchte ich aber erklären, warum ich hier überhaupt über neue Ausgaben des Internet Starter Kit schreibe, manche Leser meinen nämlich, daß diese Artikel nicht in die TidBITS gehören. Der Grund ist ganz einfach: TidBITS kann nur deshalb in dieser Form erscheinen, weil wir mit diesen Büchern (und einigen Nebenprodukten wie japanischen und deutschen Übersetzungen) Geld verdienen. Außerdem halte ich den Internet Starter Kit for Macintosh für ein gutes Buch, das vielen dabei helfen kann, entweder den Einstieg ins Internet zu finden, mehr darüber zu lernen oder einfach als Nachschlagewerk für Freunde oder Familienangehörige. Mein Ziel beim Schreiben ist, Hilfe anzubieten; wenn keiner es kauft, dann wird auch niemandem geholfen.
So, jetzt sehen wir uns einmal die Unterschiede zur dritten Auflage an. Die einfache Antwort ist, daß sich so ziemlich alles geändert hat, um die Entwicklungen zu berücksichtigen, die das Internet in den letzten (wenigen) Jahren durchgemacht hat.
Einfachere Verbindungen -- Die meiste Kritik, die ich zu diesem Buch bekomme, betrifft seinen Umfang: es sei zu dick. Für diese Beschwerde habe ich eigentlich wenig Verständnis - klar, das Buch ist dick, aber ich bin davon überzeugt, daß es nichts Überflüssiges enthält. In früheren Ausgaben war es aber so, daß man die Informationen, die einem in das Internet helfen sollten, wegen der vielen Seiten nur schwer finden konnte. In der vierten Ausgabe habe ich alle Kapitel, die die Verbindung mit dem Internet betreffen, an den Anfang des Buches gestellt. Die entsprechenden Seiten sind am Rand eingefärbt, Sie können also schon von außen sehen, wie wenig Sie lesen müssen, um eine Verbindung herzustellen. In diesen ersten Kapiteln geht es um die Voraussetzungen, um die Wahl des Internet-Providers, um den Inhalt der CD-ROM zum Internet Starter Kit (und wie man sie installiert). Dazu gibt es Anleitungen, die Schritt für Schritt die wichtigsten Internet-Programme erklären. Schließlich habe ich ein ausführliches Kapitel geschrieben, von dem ich hoffe, daß niemand es braucht: Lösungen für Fehler, die beim Anschluß an das Net auftreten können.
Der Verbindungsaufbau zum Internet wird mit zwei Programmen bewerkstelligt: mit dem Internet Starter Kit Installer und dem Internet Configurator. Der Installer funktioniert im großen und ganzen wie seine Vorgänger, zusätzlich können Sie jetzt den Internet Configurator dazu verwenden, jedes der installierten Programme auf die Belange von einem von mehr als 340 Internet-Providern weltweit abzustimmen. Man kann zwar nie ganz sicher sein, aber da diese Provider sich alle selbst bei uns gemeldet haben, um in das Buch aufgenommen zu werden, besteht eine gute Chance, daß sie mehr vom Mac verstehen als der Durchschnitt.
Was wird installiert? -- Der wichtigste Unterschied beim Installer ist die Tatsache, daß der Microsoft Internet Explorer (MIE) anstelle des todgeweihten MacWeb installiert wird. Viele fragen, warum ich den MIE und nicht den Netscape Navigator aufgenommen habe. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: Zum einen ist MIE ein guter Browser, der weniger RAM braucht als der Netscape Navigator. Außerdem kostet MIE nichts. Eine Lizenz für den Netscape Navigator wäre so teuer geworden, daß der Buchpreis deutlich hätte erhöht werden müssen. Selbstverständlich kann sich jeder, der Netscape Navigator kennenlernen möchte, die Version der Woche umsonst herunterladen.
Anstelle von MacPPP 2.0.1 wird FreePPP 2.5 installiert. Das Zusammenspiel mit Open Transport 1.1. oder MacTCP 2.0.6 (das auch installiert ist) läuft problemlos. Open Transport 1.1 wird nicht installiert, aber das Update 2.0 für System 7.5 und die Revision 2.0 für System 7.5.3 sind auf der Internet Starter Kit CD-ROM enthalten. Wenn Sie also das System 7.5 betreiben, dann können Sie auf System 7.5.3 updaten und Open Transport verwenden, wenn Sie möchten. Die Liste der mitgelieferten Programme enthält außerdem Anarchie 1.6, Eudora Light 1.5.4, Internet Config 1.2 und StuffIt Expander 4.0.1, meiner Meinung nach alles unverzichtbare Werkzeuge.
Die CD-ROM zum Internet Starter Kit -- Da die Internet-Software immer umfangreicher wird, konnte ich noch nicht einmal die wichtigsten Programme auf einer Floppy unterbringen. Es ist billiger, eine CD-ROM zu produzieren, als ein Buch mit mehr als einer Diskette auszustatten. Neben dem Installer, dem Internet Configurator und Apple-System-Updates habe ich noch 300 MB Software auf die CD gebracht, die zum Thema Internet Bezug haben. Ich kann sie hier nicht im einzelnen aufzählen, nur soviel: es sind über 250 Programme. Dazu gehören Cyberdog und OpenDoc von Apple. Der Download hat eine Menge Zeit gebraucht, die Sie nun sparen können. Die Programme sind alle unkomprimiert und bequem sortiert - jawohl, ich habe mich auch um eine Anpassung all der Fensterpositionen gekümmert. Die Produktion einer CD ist eine Menge Arbeit.
Neben Freeware, Shareware und Demo-Software enthält die CD-ROM auch die mehr als 650 Bookmarks für all die Web-Sites, FTP-Sites und Usenet-Newsgruppen, die im Buch erwähnt werden. Da das Tippen von URLs eine besondere Strafe darstellt, habe ich diese Adressen (nach Kapiteln sortiert) in mehrfacher Form zur Verfügung gestellt: MIE Favorites, Netscape Bookmark File, individuelle CyberFinder-Dateien (auch als CyberFinder-Library), DragNet File, URL Clerk File, URL Manager File, Web Squirrel File und als WebArranger File. Natürlich gibt es für all diese Programme auch Demos. Ich werde diese Adressenliste nicht pflegen, da ich dafür keine Zeit habe. Sie wird aber im Netz veröffentlicht werden.
Online-Komponenten -- Für die Leser des Buches - und für alle anderen Interessenten - gibt es wieder eine Web-Seite. Ich habe dort die - meiner Meinung nach - besten Sites zum Kennenlernen des Internet zusammengestellt, dazu eine kleine Auswahl der besten Macintosh-Seiten. Sie sind kurz und knapp auf einer Webseite zusammengefaßt - eine schöne Homepage, wie ich meine.
<http://www.tidbits.com/iskm/>
Es gibt noch andere Web-Seiten - auch wenn sie sich nicht grundlegend geändert haben - die mit dem Buch zu tun haben, z.B. eine Seite für Macintosh Internet Software Updates (mit Hilfstabelle) und eine Seite für Macintosh Modem Init Strings. Beide Seiten sind mit der o.a. Adresse gelinkt.
Neue Kapitel und Einteilung -- Der größte Unterschied zu den vorherigen Ausgaben ist vermutlich der Umstand, daß ich einige ganz neue Kapitel geschrieben und den Inhalt des Buches fast völlig neu geordnet habe. Es fängt - wie schon beschrieben - mit einem Teil an, der Ihnen schnell hilft, sich mit dem Internet zu verbinden. Danach gehe ich im zweiten Kapitel einen Schritt zurück und sehe mir an, was das Internet überhaupt ist, wo es herkommt, wie seine Zukunft aussehen kann. Außerdem geht es hier um notwendiges technisches Hintergrundwissen (z.B. um Fileformate und URLs). Diese Kapitel unterscheiden sich nicht sehr von denen in der dritten Auflage. Die Kapitel, die sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschäftigen, sind inhaltlich aber doch sehr angereichert worden. Hier werden aktuelle und zu erwartende Themenbereiche angesprochen, die mit dem Internet zu tun haben (Geschäfte im Internet, behördliche Kontrollen, Privatsphäre, Pornografie und die Freiheit der Meinungsäußerung).
Um zentrale Themen geht es im dritten Teil des Buches. Zunächst kommt ein Kapitel mit detaillierten Erklärungen zu Open Transport und MacTCP, dann folgt ein Kapitel mit Einzelheiten zu FreePPP und den anderen PPP- und SLIP-Varianten. Die nächsten vier Kapitel stellen aus meiner Sicht das Herz des Buches dar, hier geht es um E-Mail, Usenet-News, FTP und um das Web. Jeder dieser vier Teile beginnt mit einer Erklärung dieses besonderen Internetdienstes. Es werden die Anwendung, die gesellschaftspolitischen Einflüsse und die genaue Funktionsweise besprochen. Danach werden in jeder Kategorie die beiden wichtigsten Programme einander ausführlich gegenübergestellt. Die anderen Programme werden in Kurzübersichten beleuchtet. Beendet wird dies Kapitel mit Fragen und Antworten zur Fehlerbeseitigung. Die restlichen beiden Kapitel im dritten Teil (Echtzeit-Kommunikation, Hilfsmittel und Verschiedenes) sind nicht sehr verändert worden, außer daß sich - anders als bei der detaillierten Besprechung von Internet Config - jetzt durchgehend Kurzübersichten finden. Das letzte Kapitel in diesem Buchteil paßt eigentlich thematisch nicht ganz; es geht um die Internet-Möglichkeiten von America Online und CompuServe.
Der vierte Teil des Buches ist fast völlig neu erstellt worden. Im Kapitel 20 lernen die Internet-Neulinge, wie man bestimmte Sachen im Netz findet, und es endet mit eingehenden Fragen (und Antworten, mit Erklärungen zur Technik), auf die ich ziemlich stolz bin. Im nächsten Kapitel habe ich meine Suchtechniken hauptsächlich dafür genutzt, die besten Internet-Quellen für den Macintosh zu finden und aufzuführen, weil ich davon ausgehe, daß das eine Gemeinsamkeit aller Leser dieser Buches ist.
Die letzten beiden Kapitel im vierten Teil müssen sicher nicht von jedem gelesen werden, obwohl ich mir vorstellen kann, daß sie sich besonderer Beliebtheit erfreuen werden. Zunächst kommt Tonyas HTML-Kapitel, das sie entscheidend ausgebaut hat, um Tabellen, Formulare und andere HTML-Design-Funktionen vorstellen zu können. Ich halte diesen Teil für die beste HTML-Zusammenfassung, die Mac-Anwender heute bekommen können. Dann folgt ein völlig neues Kapitel, das ich über das Aufsetzen eines Mac als Internet-Server geschrieben habe. Dabei handelt es sich weniger um eine Gebrauchsanweisung als um eine Entscheidungshilfe für Leser, die sich überlegen, ob sie einen Macintosh als Internet-Server einsetzen sollen. Es enthält auch eine Übersicht der Internet-Server-Software, die für den Mac verfügbar ist, dazu eine Liste aller Web-CGIs, derer ich habhaft werden konnte. Ich war nämlich völlig genervt vor die Frage gestellt, mit Hilfe welcher CGIs man z.B. Formulare handhaben kann. Die meisten Softwarebeispiele für Internet-Server sind auf der CD-ROM zu finden.
Summa summarum ... Ich finde, daß mir dies Buch besonders gut gelungen ist. Die vorherigen Ausgaben waren nicht schlecht, aber diesmal habe ich mir viel mehr Arbeit mit der Überarbeitung gemacht als sonst. Das gilt auch für das erste Buch. Falls Sie sich eine frühere Ausgabe gekauft haben, die Sie heute noch benutzen, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie den Band nicht an einen Freund oder Verwandten, an eine Schule oder an eine Bibliothek weiterreichen und sich die vierte Auflage zulegen. Ich bin in dieser Sache natürlich völlig subjektiv, aber ich habe eine gute Vorstellung davon, wie es da draußen aussieht, und die vierte Ausgabe des Internet Starter Kit for Macintosh ist die vollständigste Sammlung mit Mac-Lösungen für das Internet, die heute verfügbar ist. Apples Internet Connection Kit wird zwar zusammen mit jedem Mac und jeder kommerziellen Version von System 7.5.3 ausgeliefert (dagegen läßt sich nur schwer bestehen), aber es funktioniert nur mit einer Handvoll von Internet-Providern, enthält nicht annähernd so viel Software und kann auch nicht mit einem 880-Seiten Buch aufwarten, in dem erklärt wird, wie das Internet funktioniert und was los ist, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert.
Wenn man den Informationen auf dem Net Glauben schenken darf, dann sind die ersten Lieferungen mit der vierten Auflage inzwischen in den Buchhandlungen eingetroffen. Wenn Sie daran interessiert sind, dann sollten Sie zunächst in Ihrem Stammgeschäft danach fragen. Wenn es noch nicht verfügbar ist, dann lassen Sie es sich bestellen. (Einer der Aspekte im Verlagswesen, die kaum einer kennt, ist die Tatsache, daß ein Buch so gut sein kann wie es will - wenn Buchhandlungen es nicht führen, dann wird es sich auch nicht besonders verkaufen.) Falls Sie aber kein Geschäft in der Nähe finden, dann können Sie online direkt bei Macmillan Computer Publishing oder bei Online-Geschäften wie WordsWorth und Amazon bestellen (es gibt sicher noch andere gute Adressen).
<http://www.mcp.com/bookstore/do-bookstore.html>
<http://www.wordsworth.com/>
<http://www.amazon.com/>
Die Online-Version der dritten Ausgabe ist übrigens immer noch verfügbar. Wir arbeiten zur Zeit an der Umstellung der vierten Auflage auf HTML. Ich melde mich, wenn wir damit fertig sind.
<http://www.mcp.com/hayden/iskm/mac.html>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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