TidBITS#344/09-Sep-96 - Deutsch

Die Neuigkeit der Woche ist unsere neugestaltete Web-Site, die von Adam beschrieben wird (für den Fall, daß Sie auch derartiges vorhaben). Adam bespricht auch Analog, ein schnelles, kostenloses Analyseprogramm für die Log-Dateien einer Web-Site. Zu einigen Internet-Programmen gibt es Updates (darunter Internet Explorer 2.1 und Cyberdog 1.1) und zur neuen Systemversion 7.5.4 können wir mit Vorausinformationen aufwarten. Nicht zuletzt bringen wir zwei Gastbeiträge, den einen zum Thema einer "MacFriendly"-Web-Site, den anderen über Apple als Gegenstand von Leitartikeln.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#344/09-Sep-96.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-344.html>

Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
Information: <info@tidbits.com> Comments: <editors@tidbits.com>

Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
Information: <office@carrier.co.at> Comments: <ferstl@carrier.co.at>


Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1996/TidBITS#344/09-Sep-96.etx>

Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-344.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-344.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-344.etx>


MailBITS/09-Sep-96

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Unsere Antworten auf hereinkommende E-Mail können sich noch eine Woche verzögern. Geoff nimmt sich verdienterweise frei, Tonya kämpft mit den Abgabeterminen mehrerer Artikel (und mit einem entzündeten Hals) und dann kommt auch noch Familienbesuch zu uns. Mit anderen Worten: Das wirkliche Leben dringt also wieder einmal in unsere kleine, heile Computerwelt ein - ein Anlaß, Atem zu holen und die Dinge wieder in eine realistische Perspektive zu rücken. [ACE]

Aktuelles zur TidBITS-Mailing-Liste -- Vor kurzem haben wir zum Subskribieren und Abbestellen der TidBITS ein Web-Formular eingerichtet, das wahlweise verwendet werden kann. Da viele Leute Probleme mit den E-Mail-Einstellungen ihres Web-Browsers haben, erhalten diejenigen, die das Formular verwenden, per E-Mail eine Rückmeldung, auf die dann mit "reply" zu antworten ist. Auf diese Weise wird die Subskription oder Abbestellung noch einmal bestätigt. Diese Methode soll sicherstellen, daß die verwendeten E-Mail-Adressen funktionieren und daß Hunderte von nicht zustellbaren Mail-Messages jede Woche reduziert werden können. [ACE]

<http://www.tidbits.com/about/list.html>

Update auf System 7.5.4 -- Laut einer Mitteilung auf der "MacInTouch"-Web-Site von Ric Ford wird Apple das System-Update 7.5.4 diese Woche auf allen üblichen Web- und FTP-Servern verfügbar machen. Das Update soll in erster Linie Leistung und Verläßlichkeit des Systems steigern und kann nur auf Macs installiert werden, auf denen System 7.5.3 läuft. Interessant für die Betreiber älterer Macs: die Aussage "Mit dem Update auf System 7.5.4 liefert Apple die endgültige Systemversion für die Typen Macintosh Plus, SE, Classic, Portable, PowerBook 100, SE FDHD, SE/30, LC, II, IIx und IIcx aus. Diese Modelle sind noch nicht für die 32-bit-Speicheradressierung konzipiert. Spätere Releases der Mac-System-Software werden diese 32-bit-Adressierung hardwareseitig voraussetzen, die von allen neueren Macintosh-Typen unterstützt wird". [ACE]

<http://www.macintouch.com/754announce.html>

Microsoft Internet Explorer 2.1 -- In der abgelaufenen Woche hat Microsoft den Internet Explorer in der Version 2.1 zur Verfügung gestellt. Die Version 2.1 unterstützt Frames (einschließlich "floating frames") und ermöglicht es erstmals, Frames und Plug-Ins wahlweise abzuschalten (eine gute Idee). Die meisten Neuerungen haben mit der History- und der Favorites-Funktion zu tun; dazu kommen noch einige Verbesserungen beim Feedback für den Benutzer und in der Leistung. Nützliche Fähigkeiten des Netscape Navigator, die der Internet Explorer immer noch nicht hat, sind das Zoomen auf das Ausmaß des größten Elements der jeweiligen Seite und die Fähigkeit, einen URL-Teil-String per "Vermutung" ["guessing"] zu einem vollständigen URL zu ergänzen - wenn Sie in das Location-Feld nur "apple" eintragen, macht der Netscape Navigator "http://www.apple.com" daraus. Je nach Version ist der Internet Explorer 2.1 beim Herunterladen zwischen 1,7 und 2,3 MB groß. [ACE]

<http://www.microsoft.com/ie/download/>
<http://www.microsoft.com/ie/download/mac21.htm>

Jetzt vielseitiger: Cyberdog, Version 1.1 -- Apple hat Cyberdog 1.1 publiziert, das auf OpenDoc beruhende Paket aus Internet-Applikationen. Cyberdog 1.1 setzt die gerade erschienene Version 1.1 von OpenDoc voraus. Änderungen und Verbesserungen gegenüber 1.0 betreffen die Unterstützung von Maschinen mit 68000-Prozessor (ein 68030 muß es aber mindestens sein), die Unterstützung von AppleTalk (mit der Möglichkeit, Volumes im Appletalk-Netz zu mounten), die Fähigkeit, Netscape-Plug-Ins zu verwenden, eine minimalistische Scripting-Schnittstelle (mit dem "GetURL"-AppleEvent) und anderes. Paradoxerweise (im Hinblick auf die dokumenten-zentrierte OpenDoc-Umgebung) enthält Cyberdog 1.1 eine Applikation, die ein benutzerdefiniertes Notizbuch öffnet, mehrere Cyberdog-Dokumente mit einem Befehl aufruft und bei Cyberdog-Dokumenten drag & drop gestattet. Cyberdog 1.1 ist beim Herunterladen 3,4 MB groß, OpenDoc 1.1 noch einmal 2,8 MB. [ACE]

<http://cyberdog.apple.com/download/dodownload.html>
<http://cyberdog.apple.com/br/releasenotes.html>
<http://www.opendoc.apple.com/users/getod.html>

Analog: Helfer im digitalen Alltag

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Gerade habe ich ein hübsches kleines Programm gefunden, das für einen Macintosh-Webmaster von Interesse sein könnte. Das Programm namens Analog stammt von Stephen Turner und ist gratis; es handelt sich um eine Applikation zur Analyse von Log-Dateien einer Web-Site. Das ist noch nichts Aufregendes, aber Analog hebt sich von anderen Produkten dieser Art ab, die ich getestet habe (WebStat und sein jüngerer Cousin ServerStat Lite) - Analog ist nämlich extrem flott unterwegs. Auf einem Power Mac 6150, auf dem alle meine Internet-Serverprogramme laufen, arbeitet Analog eine Log-Datei im Umfang von 17 MB in 2 Minuten und 24 Sekunden ab.

<http://summary.net/soft/analog.html>
<http://www.statslab.cam.ac.uk/~sret1/analog/>

Für all jene, die keinen Web-Server betreiben oder bloß ihre Log-Dateien nie analysiert haben - ein Analyseprogramm für Web-Logdateien arbeitet sich durch die Web-Logs und wirft (im Falle von Analog) unter anderen folgende Auswertungen aus:

Sie können sich einen Eindruck verschaffen, wie der HTML-Output von Analog aussieht (es gibt einige sehr hübsche Balken-Grafiken), indem Sie an dem unten angegebenen URL die Auswertungen unseres Web-Servers für Mai bis September aufrufen. Bis einschließlich April haben wir WebStat verwendet, sodaß Sie die Ausgabe-Formate vergleichen können, indem Sie frühere Monate aufrufen.

<http://www.tidbits.com/about/stats.html>

Der Nutzen all dieser Auswertungen sollte von vorneherein klar sein - einige Ergebnisse finde ich aber besonders interessant. Beispielsweise bekommt unsere Web-Site an Dienstagen mehr Hits als an allen anderen Tagen der Woche. Da wir die neue Ausgabe am Montag abends herausbringen, kommt das nicht überraschend, es ist aber gut zu wissen. In ähnlicher Weise besagt die Auswertung nach dem Tagesverlauf, daß um 2 Uhr nachts die geringste Hit-Häufigkeit erreicht wird - diesen Zeitpunkt habe ich also gewählt, um den Server allnächtlich automatisch neu zu starten. Ich sehe mir gern die Dateienliste der Web-Site zusammen mit den Hits für die einzelnen Dateien an - es vermittelt mir eine Vorstellung davon, was Leute im einzelnen tun, wenn sie zu der Web-Site gekommen sind. Da wir eine Umgestaltung der Web-Site vorgenommen haben (siehe dazu den Beitrag "Gedanken über das Web" in dieser Ausgabe), ist die Beliebtheit der einzelnen Seiten lehrreich.

Im August habe ich erstmals die Optionen "Referrer" und "Agent" im Log von WebSTAR eingeschaltet; ich war also gespannt, was Analog mir dazu zu sagen hatte. Die Referrer-Option zeichnet die URL-Adresse der Web-Site auf, von der jemand zu Ihrer Seite gekommen ist, die Agent-Option speichert den spezifischen Browser, den die Besucher Ihrer Seiten jeweils verwenden. Die Agent-Option ist allerdings nicht völlig zuverlässig, weil einige Web-Browser (besonders Microsoft Internet Explorer) sich als Netscape Navigator ausgeben, um sicherzugehen, daß sie vom Web-Server mit Netscape-kompatiblem HTML-Code gefüttert werden (einige Web-Server sind in der Lage, verschiedenen Browsern jeweils speziellen HTML-Code zu liefern).

Es kommt mir besonders interessant vor, daß nur einige tausend von den monatlichen 85.000 Requests der TidBITS-Site im August über externe Links gekommen sind. Bis zu einem gewissen Grad ist das verständlich, weil die TidBITS-Site viele Hits von Benutzern bekommt, die die Homepages aus dem Internet Starter Kit for Macintosh und dem Internet Starter Kit for Windows, jeweils in der zweiten Auflage, verwenden (diese beiden Bücher sind auch für die hohe Zahl der Zugriffen von Leuten verantwortlich, die MacWeb und NetManage Chameleon WebSurfer for Windows als Browser einsetzen). Dennoch hätte ich gerne gewußt, zu welchem Prozentsatz die Hits bei anderen Web-Sites von externen Referrers kommen, verglichen mit Hits, die durch im Browser direkt eingetippte URLs entstehen.

Ebenfalls aufschlußreich war der Browser-Report, der mir sagte, daß etwa 60 Prozent der Zugriffe von einer Version des Netscape Navigator stammen. MacWeb war mit 24 Prozent vertreten, "Netscape (compatible)" - worunter in erster Linie der Internet Explorer von Microsoft zu verstehen ist - an dritter Stelle mit 5 Prozent. Die große Mehrheit der MacWeb-Hits kommen von der Homepage des Internet Starter Kit for Macintosh (2. Auflage); es scheint also, daß viele Leute, die das Buch gekauft haben, später weder auf einen anderen Browser umgestiegen sind noch die voreingestellte Homepage geändert haben. Anders ist die hohe Zahl von Hits von dem nicht mehr weiterentwickelten MacWeb nicht zu erklären. Trotz der klaren Führungsposition von Netscape Navigator bin ich nicht geneigt, Netscape-Erweiterungen oder andere Besonderheiten wie Frames zu verwenden. Es ist allerdings gut zu wissen, daß HTML-3.2-Tags wie etwa für Tables kein Problem darstellen.

Als ich Analog über den Log-File von August laufen ließ, stellte ich Analog darauf ein, alle internen Referrers (also solche aus meiner Domain) zu ignorieren; damit wurde die Liste der Referrers auf externe Sites beschränkt. Ich habe auch versucht, die verschiedenen Typen von Web-Browsern besser identifizieren zu lassen - dies allerdings ohne viel Erfolg. Vielleicht wird es nötig sein, daß ich mich eingehend mit den Konfigurationsdateien von Analog beschäftige.

Obwohl Analog im allgemeinen ohne weiter Konfiguration gute Arbeit leistet, werden einige Benutzrer vielleicht einige Teile der Auswertung modifizieren wollen - und das ist der schwache Punkt des Programms. Analog wurde von Jason Linhart auf die Mac-Plattform übertragen; es hat zwar die gesamte Funktionalität und erstaunliche Geschwindigkeit des Originals beibehalten, aber von einer Mac-Oberfläche kann keine Rede sein. In puncto Funktionsumfang wirkt sich das nicht aus, aber es macht das Produkt ziemlich kompliziert zu konfigurieren. Ich nehme an, daß Sie als Neuling mit den beiden wichtigsten Konfigurationsdateien einige Zeit verbringen werden; wenn Sie sie aber in Gang gebracht haben, werden Sie sie nicht mehr oft anrühren. Das einzige andere Problem, das ich mit Analog hatte: es verlangt nach viel Arbeitsspeicher, wenn es mit großen Log-Dateien konfrontiert ist. Wenn zuwenig RAM zur Verfügung steht, beendet es mit dem Fehler 25, der akuten Speichermangel anzeigt. Immer wenn dies eintritt, weise ich dem Programm mehr RAM zu, versuche es noch einmal und es funktioniert dann (in der Dokumentation scheinen das Problem und die Lösung auf).

Die Mac-Version von Analog unterstützt Log-Dateien im WebSTAR- und im MacHTTP-Format; wenn Sie einen anderen Server haben, kann Analog vielleicht mit dessen Logs nichts anfangen. Analog ist auf jeden Fall eine Überlegung wert - und sei es nur wegen seiner Geschwindigkeit, die in diesen Zeiten angenehm auffällt, in denen so viele Programme Leistung gegen Oberflächengestaltung eintauschen. Wenn Analog nicht genau Ihren Bedürfnissen entspricht, gibt es noch andere Hilfsprogramme, die die Log-Dateien von Web-Servern analysieren können - auf der folgenden Web-Seite finden Sie eine Aufstellung solcher Tools:

<http://arpp.carleton.ca/mac/tool/log.html>

Die "MacFriendly"-Web-Site: Ein Vorschlag

von John Faughnan <john@umnhcs.labmed.umn.edu>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Macintosh-Software verliert allmählich ihr eigenständiges Erscheinungsbild. Viele neue Mac-Programme sind von bestehenden Anwendungen für Windows abgeleitet, eine Vorgangsweise, die die Erstellung eines plattformübergreifenden Produkts erleichtert. Viele dieser portierten Programme unterstützen die speziellen Mac-Features nur in geringem Umfang oder überhaupt nicht. In Besprechungen von Software wird dieser Sachverhalt oft ignoriert, weil die Autoren entweder die Apple-spezifischen Technologien nicht ausreichend kennen oder nicht dafür ausgerüstet sind, subtilere Möglichkeiten von Programmen zu testen und zu bewerten. Wann haben Sie zum letzten Mal die Apple-Event-Fähigkeiten des Netscape Navigator in einer Zeitschrift erwähnt gesehen?

Apple hat es lange Zeit den Herstellern von Software erlaubt, auf der Verpackung von "approbierter" Software Aufkleber anzubringen, die auf die Unterstützung bestimmter Apple-Technologie durch diese Programme hinweisen. Die Aufkleber für QuickTime und PowerPC-Code sind schon allgegenwärtig und sie werden von den Endverbrauchern auch als Hinweis auf Support für wichtige plattformspezifische Fähigkeiten verstanden. Apple verfolgt diese Linie aber keineswegs konsequent und außerdem ist es nicht leicht, sich eine Packung vorzustellen, die über und über mit Aufklebern versehen ist, um auf eine Vielzahl von Apple-eigenen Technologien zu verweisen.

Zum Glück bietet das Internet einen besser geeigneten Weg, um solche Informationen unter die Leute zu bringen. Das Internet (und hier wieder ganz besonders das Web) kann zu Konsumentenentscheidungen aus der Basis von Information beitragen, wo Aufkleber notgedrungen scheitern müssen.

Mein Vorschlag dazu: Ein allgemein respektiertes Mitglied der Macintosh-Gemeinschaft sollte eine Web-Site betreiben, die speziell dazu da ist, die Benutzer darüber zu informieren, wie wichtige Fähigkeiten des Mac-Betriebssystems durch einzelne Anwenderprogramme unterstützt werden. Diese Site könnte etwa "MacFriendly"-Site heißen (keine Rechte vorbehalten).

Die MacFriendly-Web-Site könnte aus einer Tabelle (oder eher doch aus mehreren Seiten mit Tabellen) bestehen, wobei die erste Spalte den Namen des jeweiligen Programms enthält und die restlichen Spalten diejenigen die Unterstützung des Produkts für die Mac-spezifischen Features verzeichnen. Diese Tabelle sollte gar nicht versuchen, die Software selbst zu beschreiben; der eingetragene Produktname könnte allerdings gegen eine Gebühr als Link zur Seite des Herstellers ausgeführt sein.

Welche Arten von Mac-spezifischen Features könnten auf einer solche Site erscheinen? Hier eine erste, vorläufige Liste:

Natürlich sind einige dieser Features in bestimmten Anwendungen gar nicht sinnvoll - ein einfaches "drag & drop"-Hilfsprogramm wie ShrinkWrap von Chad Magendanz braucht Open Transport nicht zu unterstützen, weil es keine Netzwerkapplikation ist. Der Vermerk "Nicht anwendbar" könnte in den Tabellen darauf aufmerksam machen.

Die MacFriendly-Web-Site könnte auch andere Programmeigenschaften oder bekannte Probleme auflisten, um bei Produkten, die von anderen Plattformen auf den Mac übertragen worden sind, eine näherungsweise Bewertung der "Mac-Orientierung" des Programms zu erhalten. Daran könnten die Benutzer sehr interessiert sein, wie auch an folgenden Informationen:

Ein wesentlicher Punkt wäre, die Softwarefirmen dazu zu bringen, ihre Informationen zur Mac-Freundlichkeit auf einem sicheren Weg zu übermitteln. Anbieter, die keine Informationen zur Verfügung stellen, könnten mit Fragezeichen in den entsprechenden Kategorien aufscheinen - daraus könnten die Benutzer schließen, daß es sich nicht um sehr Mac-freundliche Anwendungen handelt. Sollte eine Firma über die Fähigkeiten ihrer Software gelogen haben, könnte sie von der Web-Site überhaupt entfernt werden. Vom technischen Blickwinkel her ist die Erstellung einer solchen Web-Site, aufbauend auf einer Datenbank, nicht allzu schwierig.

Der schwierigste Teil an der ganzen Sache wäre die Arbeit mit den Softwarefirmen, aus denen manchmal kaum Informationen herauszulocken sind. Es ist auch unwahrscheinlich, daß die meisten Unternehmen ihre Informationen präzise und regelmäßig abliefern würden, wenn sie überhaupt dazu bereit wären.

Eine Alternative wäre es, die Web-Site als gewinnorientierte Organisation zu führen, sodaß jemand mit der Aufgabe angestellt sein könnte, die Informationen aus den Softwarefirmen herauszuholen. Die Eintragung in die Tabelle wäre dann kostenlos, eine Link zur Web-Site der Anbieterfirma müßte aber bezahlt werden und Werbung auf den Seiten müßte sich auch realisieren lassen.

Eine andere attraktive Alternative für Apple wäre, die Web-Site selbst zu betreiben. Dort ist immerhin schon eine Datenbank mit den Produkten von Drittanbietern vorhanden; der Start wäre bei niemand anderem so leicht möglich wie bei Apple.

<http://www.devworld.apple.com/mkt/thirdparty.html>

Wie auch immer: Eine MacFriendly-Web-Site wäre eine großartige Errungenschaft und eine wichtige Erweiterung der momentan vorhandenen Informationsquellen zur Mac-Plattform im Internet. Ich behalte mir für die Idee keinerlei Rechte vor; ich hoffe im Gegenmteil, daß irgend jemand sie in die Tat umsetzen wird. Ich wäre auf jeden Fall ein regelmäßiger Besucher der Site.

Träume von anderen Wegen

von John Martellaro <marty104@usit.net>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Voltaire hat gesagt, wenn es keinen Gott gäbe, müßte ihn jemand erfinden. In einem etwas anderen, aber genauso strikten Sinn könnte man sagen: Wenn es die Firma Apple Computer nicht gäbe, müßte die Menschheit sie erfinden - wir sind auch Träumer und als solche blicken wir zum Himmel auf, immer auf der Suche, immer beschäftigt mit der Frage nach dem, was möglich ist.

Im Gegensatz dazu pflegen die meisten Publizisten in die Niederungen der materiellen Welt hinabzuschauen, wenn sie sich mit Apple beschäftigen. In der PC Week vom 22. Juli 1996 hat Sam Whitmore in sachlicher und präziser Weise die gegenwärtigen Probleme von Apple beschrieben. Auch ein Apple-Enthusiast konnte sich über die geäußerten Ansichten nicht beklagen; sie waren zurückhaltend und (in geschäftlicher Hinsicht) punktgenau. Aber auch dieser Beitrag hat, wie alle anderen Artikel, in denen das Hinscheiden von Apple vorweggenommen wird, etwas Entscheidendes übersehen. Sam Whitmore hat nicht diejenigen in Betracht gezogen, die es noch nie gescheut haben, anders oder Außenseiter zu sein. Die Träumer, die Schriftsteller, die Künstler, die Wissenschaftler - alles Leute, die in die Zukunft blicken und die Frage stellen "Warum nicht?" - sie alle marschieren zum Takt eines anderen Trommlers.

Im Zuge der weiteren Verzögerung des Mac-Systems 8, das eins der aufwendigsten Projekte in der Geschichte von Apple ist, steigt die Versuchung für alle (einschließlich der Mac-Sympathisanten), mit dem Werfen von Steinen zu beginnen - Steine, die Zweifel, Verunsicherung und Furcht heißen.

Fordern wir etwa von Apple mehr Mut, als wir uns selbst abverlangen?

Es war einmal ein Mann, Steve Jobs mit Namen, voll von Leidenschaft und Begeisterung, der von den PC-Benutzern ein düsteres Bild gezeichnet hat: Zombies, die in stoischer Weise am Abgrund der Mittelmäßigkeit entlang gehen. Natürlich hat es niemanden gefreut, mit einem geistlosen Automaten verglichen zu werden; in der Tat hat Microsoft nicht schlecht mit der Strategie verdient, den Geschäftsleuten das zu geben, was diese in den letzten zehn Jahren am meisten haben wollten - nämlich Respektabilität. Die Behauptung, Windows 95 sei "genauso gut wie ein Mac", ist die Hymne der Leute, die sich aus Mangel an Phantasie oder Courage niemals nach etwas Besserem umgesehen haben. Die Stärke der Firma Microsoft ist auch zugleich ihre große Schwäche.

Es wird immer Menschen geben, die auf der Suche nach andere Dingen sind - nach Dingen, die etwas besser, etwas eleganter, etwas inspierierender sind. Und es wird andererseits immer die Manager im Dilbertschen Stil geben, die ihre Macht ausspielen, indem sie die Ratschläge ihrer Techniker in den Wind schlagen. Hier ein Beispiel aus einem Artikel in Computer Weekly aus dem Jahr 1991 mit der Überschrift "Die Reaktionen auf den 486 mit 50 MHz sind lau". Dieser Beitrag zitiert eine Mitarbeiterin von Hughes Aircraft: "Viele unserer User haben mehr Rechnerleistung zur Verfügung, als sie derzeit brauchen". Ein Manager von Chevron meint: "Im Moment können wir den Preis nur bei einem Einsatz als Server rechtfertigen". Fairerweise muß gesagt wererden, daß diese Leute DOS verwendet haben, keine grafische Oberfläche, die viel mehr Prozessorleistung erfordert (der Macintosh IIfx konnte damals genau damit aufwarten). Worauf haben also diese Leute geschaut? Sie haben ausschließlich auf ihre Budgets gestarrt.

Wohin blicken Macintosh-Benutzer? Männer wie Arthur C. Clarke und Douglas Adams schauen zu den Sternen auf. Der Geist von Apple Computer ist von technischer Überlegenheit und intellektuellem Wagemut geprägt. Er schließt unsere Zukunft und alles, was menschliche Vorstellungskraft ersinnen kann, mit ein. Wir haben oftmals etwas mehr bezahlt, aber das Geld kam aus unseren eigene Taschen. Viele von uns bestreiten ihren Lebensunterhalt, indem sie im Beruf mit Windows arbeiten; am Abend hingegen beschäftigen sie sich mit einem anderen System, das die Phantasie anregt und das sie selbst bezahlt haben.

Apple hat sich in den letzten paar Jahren verlaufen, das Gefühl für Inspiration und Staunen verloren. Die Firma hat sich in Preiskämpfe eingelassen, weil sie um jeden Preis Akzeptanz gesucht hat. Es mag schon sein, daß nur zehn Prozent der Bevölkerung sich überhaupt Gedanken darum machen, was das Beste ist. Wenn Apple aber diese zehn Prozent im Stich läßt, werden andere Visionäre und Unternehmer bereitstehen, diese Sache zu ihrer eigenen zu machen. Wir können nicht vorhersehen, was dann im einzelnen geschehen wird, aber unsere Vorstellungen von besseren und schöneren Dingen werden weiterleben. Mehr als alles andere wollen wir, daß Apple darüber Bescheid weiß.

Gedanken über das Web

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Hartmut Greiser]

Ich habe an diesem Sonntag gerade unsere neue Web-Site online gebracht, ein Projekt, in das wir eine Menge Ideen und eine ganze Reihe von Stunden an HTML-Programmierung gesteckt haben. Ein paar der Dinge, die uns dabei durch den Kopf gingen, und die wir im Verlaufe der Arbeit gelernt haben, möchte ich Ihnen weitergeben.

<http://www.tidbits.com/>

Unsere vorherige Web-Site hat sich organisch entwickelt, wie es bei vielen ersten Anläufen der Fall ist. Wir hatten MacHTTP gestartet und brauchten eine Defaultseite - also haben wir schnell eine zusammengebastelt. Im Laufe der Zeit haben wir nach Bedarf weitere Seiten erstellt, die wir dann - meist direkt von der Homepage aus - mit Links eingebunden haben. All das geschah lange vor HTML 3.0, ganz zu schweigen vom aktuellen HTML 3.2. Es gab also nicht viele Möglichkeiten, unter Beibehaltung der Struktur von anständigem HTML die Seiten grafisch aufzupeppen (und dabei Sachen zu vermeiden wie Shockwave, Javascript, verrückte GIF-Animationen, Hintergrundmusik oder 3D-Surround-Gags). Außerdem ist ein Design, das vor zwei Jahren seine Berechtigung hatte, heute so altbacken wie ein vier Wochen altes Brötchen und auch nicht viel genießbarer.

Als wir in diesem Sommer also von der Macworld Expo in Boston aus zur Hochzeit unseres Freundes Oliver nach Ithaca, New York, unterwegs waren, haben Tonya und ich uns Gedanken über unsere Web-Site gemacht. Wir haben uns Notizen gemacht, was für Seiten wir hatten und welche Seiten wir eigentlich wollten, welche Aufgaben sie erfüllen sollten und welche Funktion sie zur Zeit hatten usw.

Wer über ein neues Design für seine Web-Site nachdenkt, muß diese Art von Brainstorming machen. Überlegen Sie sorgfältig, welche Art von Nachrichten Sie vermitteln wollen, was die Besucher bei Ihnen erwarten und was sie wohl auf Ihrer Seite machen sollen. Bei TidBITS ist das eigentlich klar: Wir veröffentlichen einen wöchentlichen elektronischen News-Letter. Wenn also jemand unsere Web-Site besucht, dann will er wissen, was in der aktuellen Ausgabe zu lesen ist. In der Vergangenheit waren dazu einige Klicks notwendig, deshalb haben wir eine Kopie der aktuellen Ausgabe und das Inhaltsverzeichnis gleich auf die erste Seite gesetzt. Außerdem haben wir ein einfaches Web-Formular entworfen, um TidBITS leichter abonnieren zu können, und wir haben eine Reihe von Links hergestellt, die einen schnellen Zugang zu den TidBITS-Übersetzungen in andere Sprachen herstellen. Damit wird die Frage beantwortet: "Was erwarte ich, wenn ich die Web-Site von TidBITS besuche?"

Das sind - zusammen mit der TidBITS-Grafik und der Schleichwerbung für mein Buch - die wichtigsten Elemente unserer Homepage. Da unsere Besucher aber immer noch fragen: "Was steht denn diese Woche in den TidBITS?" oder "Wie abonniere ich eigentlich?", versuchen wir, andere allgemeine Fragen in einem Textbalken am oberen Rand der Seite zu beantworten. Dieser Balken, der auf allen Seiten wiederholt wird, enthält zwei Zeilen. In der ersten findet man Links zur Homepage und zu einer Seite mit anderen TidBITS-Links; die zweite Zeile verweist auf zurückliegende Ausgaben, auf ein Suchinstrument, mit dem man alte Ausgaben durchforsten kann und auf die Seite mit der Liste unserer vielfältigen Übersetzungen.

In der Vergangenheit führten wir die Links zu den weniger wichtigen Seiten direkt auf unserer Homepage. Diese vielen Angebote waren für unsere Leser eher verwirrend und sie waren eher willkürlich zusammengestellt. Die "Über TidBITS"-Seite eine Ebene darunter erfüllt jetzt diesen Zweck. Sie bietet ein zentrale Sammlung aller Informationen, die die TidBITS betreffen. Wenn Sie wissen wollen, wer für die TidBITS arbeitet, wie das Geld verdient wird, wo es geposted wird und wie man uns erreicht, dann finden Sie die Antworten mit Hilfe von Links auf der "Über TidBITS"-Seite.

Auf einer Reihe von Seiten, dazu gehören "Über TidBITS", die Liste mit unseren Übersetzungen und die Seite mit Hinweisen auf die anderen Stellen, an denen man die TidBITS finden kann, habe ich einen "Textblock-Button" eingeführt, der sich gut bewährt hat. Wir wollten zum einen die Verwirrung durch grafische Buttons verhindern, die besonders in anderen Kulturen mißverstanden werden können, außerdem wollten wir keinen neuen Aufwand mit dem Entwerfen und Übernehmen von zusätzlicher Grafik. Da wir uns zur schreibenden Zunft zählen und keine Grafikdesigner sind, halten wir uns - wo immer möglich - an Text. Die Kombination aus ungeordneter Liste und einer zweispaltigen Tabelle ergibt den Eindruck eines buttonähnlichen Objektes mit einem kurzen Beschreibungstext (der die unausgesprochene Aufforderung enthält: "Hier klicken . . ."). Das Design der Textblock-Buttons wiederholt sich, wo immer angebracht und hilft mit, die Listen auf unserer Web-Site zu vereinheitlichen.

Mit einem anderen einheitlichen Element, dem Navigationstextbalken, habe ich mich geraume Zeit beschäftigt. Auf der Homepage (und auf der Seite, die demnächst den Zugang zu den TidBITS-Ausgaben ermöglichen wird - sie muß erst mit Geoffs automatischem Verteiler zusammengeführt werden) haben wir ihn an den oberen Rand gelegt, da wir davon ausgehen, daß er am unteren Rand wahrscheinlich zu versteckt liegen und den leichten Zugang zur Site behindern würde. Es kann natürlich vorkommen, daß jemand, der nur die URL unserer Homepage kennt z.B. herausfinden möchte, wo die TidBITS bei America Online zu finden sind. Man findet sich leichter zurecht, wenn der "Über TidBITS"-Link oben auf der Seite zu finden ist. Bei allen anderen Fällen muß der Leser die Seiten ohnehin vollständig lesen, um zu erfahren, worum es dabei geht. Deshalb ist der Navigations-Balken am unteren Ende auch gut plaziert, und er paßt auch aus grafischer Sicht sehr gut dorthin.

Viele Web-Sites leiden darunter, daß nur wenige Besucher öfter als einmal vorbeischauen. Ich habe unsere Web-Logs in dieser Hinsicht zwar noch nicht untersucht, aber ich vermute, daß unsere "alte" Site eben dieses Problem hatte. Der beste Weg, die Leute zu regelmäßigen Besuchen zu animieren, ist ein regelmäßiger Wechsel des Inhaltes. Da es bei uns jede Woche eine neue Ausgabe von TidBITS gibt, entsprechen die aktuellen Informationen und das Inhaltsverzeichnis auf der Homepage nicht nur einem Bedürfnis der meisten Besucher, sie zwingen uns auch, die Homepage wöchentlich zu überarbeiten, was wiederum zu regelmäßigen Besuchen anspornt.

Nachdem Tonya sich so ausführlich über HTML-Tools - WYSIWYG oder nicht - ausgelassen hat, sind einige von Ihnen sicher neugierig, was wir denn verwendet haben. Tatsache ist, daß Tonya in dieser Zeit bis über die Ohren damit beschäftigt war, genau zu diesem Thema einen Artikel für eine Zeitschrift zu schreiben. Also habe ich die Arbeit allein erledigt. Ich komme mit HTML ganz gut zurecht, wenn ich bislang auch noch nicht so viele Seiten damit erstellt habe. Da ich aber eine klare Vorstellung davon hatte, wie unsere Seiten aussehen sollten (weißer Hintergrund, eine Grafik als Seitenbeginn, Textblock-Buttons, Textbalken zum Navigieren), entschied ich mich für ein bekanntes Programm, in diesem Fall Nisus Writer mit seinen HTML-Makros. Das ist vielleicht nicht der letzte Schrei, aber es erfüllt seinen Zweck. Ich konnte das Find/Replace auf allen offenen Seiten benutzen, wenn ich feststellen mußte, daß ich die relativen Links vom allgegenwärtigen Textbalken zu irgendeiner Seite mal wieder versaut hatte. Es wäre schön gewesen, wenn ich ein Prüfprogramm für die internen Links gehabt hätte, da ich die meisten Seiten während der Redesign-Phase aus dem Root- in ein Unterverzeichnis verlegt habe, und dadurch sind natürlich eine Menge Links geplatzt. Irgendwie bin ich auch nie dazu gekommen, Adobes SiteMill zu installieren, und ich bin sicher - wenn ich einen Fehler gemacht hätte, dann hätte ich auch so früher oder später davon erfahren und ihn behoben.

Sehen Sie sich die Sache also an, und bilden Sie sich Ihre Meinung. Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie bestimmte Erwartungen zu den Informationen auf diesen Seiten haben, die nicht erfüllt werden oder wenn Fragen offen bleiben. Die Antwort kann lauten, daß wir bestimmte Sachen einfach nicht veröffentlichen, es kann aber auch sein, daß uns einige Themen bei der Neugestaltung entfallen sind, die ich dann nachzutragen versuche. Es gibt immer noch einiges zu tun (die Seite mit allen TidBITS-Ausgaben muß regelmäßig gepflegt werden, vielleicht kommen auch noch einige Grafiken dazu), aber die meisten Änderungen sind endgültig und sie bleiben solange bestehen, bis sie anfangen, so ungenießbar zu werden wie altes Gebäck.


Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].

Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].

Copyright and address info
TidBITS Home Page

Vorhergehende Ausgabe
Nächste Ausgabe

Frühere Ausgaben der TidBITS können unter folgendem Web-URL durchsucht werden:
<http://wais.sensei.com.au/macarc/tidbits/searchtidbits.html>


carrier gmbh 1995-96