Matt Neuburg kehrt mit einer Besprechung und mit einer Historie der neuesten Ausgabe der unverzichtbaren Now Utilities zurück; Adam gibt einige Kommentare zur Verwendung von Grafiken auf unserer überarbeiteten Web-Site ab; Tonya wirft einen kurzen Blick auf vier neue Versionen von Web-Autorenprogrammen (und stellt Vermutungen an, warum sich einige davon nicht durchsetzen werden); Mark schließlich berichtet von den aufgefetteten Server-Modellen, die Apple auf der Seybold-Konferenz in San Francisco vorgestellt hat. Letztendlich kündigen wir eine schöpferische Pause im Erscheinen der DealBITS an.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#345/16-Sep-96.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-345.html>
Copyright 1990-1996 Adam & Tonya Engst. Details am Ende dieser Ausgabe.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier GmbH.
Information: <office@carrier.co.at>
Comments: <ferstl@carrier.co.at>
Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-345.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-345.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-345.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Wir haben uns entschlossen, bei der Schwesterpublikation der TidBITS, den DealBITS, eine Pause einzulegen, um Ziele und Vorgehensweise zu überdenken. Die aktuelle Ausgabe wird also die letzte für eine kurze (vielleicht aber auch eine längere) Weile sein. In Hinblick auf diese Tatsache enthält die aktuelle Nummer eine besonders große Sammlung von günstigen Gelegenheiten, die alle einen Blick wert sein dürften. In einer der kommenden Ausgaben der TidBITS werden wir Sie informieren, wie es mit den DealBITS weitergeht. [ACE]
<http://www.tidbits.com/dealbits/>
System 7.5.5 Update -- Es ist klar, daß Apple die Version 7.5.4 des Macintosh-Betriebssystems noch nicht herausgebracht hat; laut unbestätigten Informationen ist man dabei, Probleme im Zusammenhang mit den Infrarot-Fähigkeiten einige Macs zu beheben. Wenn die Version erscheint, wird sie die Nummer 7.5.5 tragen. Die tatsächliche Verfügbarkeit dieser Release werden wir Ihnen demnächst in den TidBITS mitteilen. [ACE]
von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>
[Übersetzung: Tobias Engler]
Letzte Woche nutzte Apple seine fortdauernde Beliebtheit in den Marktsegmenten Desktop-Publishing und Design, um seine neueste Netzwork-Server-Technologie auf der Seybold-Messe in San Francisco zu promoten. Die Firma stellte ihr neuestes Server-Modell und mehrere Erweiterungen der Produktlinien Network Server und Workgroup Server vor, wobei der Schwerpunkt auf dem Network Server 700/200 lag, der nun internen Plattenspeicher in der Größenordnung bis zu 65 GB unterstützt.
Dieses neueste Network-Server-Modell wartet mit einem mit 200MHz getakteten PowerPC 604e und 48MB Speicher (mit Parität) auf. Herzstück seiner Fähigkeiten bezüglich Datenmanagement und Durchsatz sind zwei interne SCSI-2-Busse (fast/wide) und ein zusätzlicher externer SCSI-Kanal. Das System unterstützt bis zu sieben 9-GB-Platten und eine 2-GB-Platte intern, wobei "hot-swap"-fähige Laufwerke auf herausnehmbaren Rahmen eingesetzt werden, und bis zu einem TeraByte gesamter Plattenkapazität durch den Einsatz externer Disk Arrays. Der Network-Server 700/200, der 16.129 US$ kosten soll, wird wahrscheinlich Anfang Oktober verfügbar sein.
Neue Optionen für die Produktlinie der Network-Server sind unter anderem 9 GB fast/wide SCSI-2-Festplatten und 8mm-Bandlaufwerke (die bis zu 22 GB pro Stunde aufzeichnen können), vorkonfiguriert auf herausnehmbaren Blechen, sowie eine unbegrenzte Nutzerlizenz für AIX, die die Lizenz ersetzt, die mit dem AIX Accessory Kit für die Network-Server kommt (maximal 2 Benutzer gleichzeitig online). AIX 4.1 für die Apple Network-Server, das in Zusammenarbeit mit IBM entwickelt wurde, bietet Unterstützung für AppleTalk, Apple Events und AppleScript in einem den Macintosh- Systemadministratoren bekannten Rahmen.
Darüber hinaus hat Apple seine Produktlinie Workgroup Server erweitert: die Modelle 7250 und 8550 gibt es jetzt mit größeren Festplatten, schnelleren CD-ROM-Laufwerken (8-fach), mehr Speicher und schnelleren Prozessoren. Apple bietet weiterhin wahlweise Konfigurationen ohne Software, solche mit AppleShare Printing- und File-Server-Software oder mit einem Internet-Software-Bundle (einschließlich WebSTAR), an. Die Preise liegen je nach Modell und Konfiguration zwischen 2.689 US$ und 7.399 US$; die Modelle sollen im Oktober erhältlich sein.
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1996/q4/960909.pr.rel.servers.html>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Meine Darstellung unserer Überlegungen beim Überarbeiten unserer Web-Site in TidBITS-344 hat einiges an Kommentaren nach sich gezogen, die meisten davon erfreulicherweise sehr positiv (an dieser Stelle danke ich aber auch all jenen, die mich auf problematische Aspekte in meinem HTML-Code hingewiesen haben). Daniel Schwabe hat angemerkt, einige meiner Ideen deckten sich mit seinen Untersuchungen zum Thema Hypermedia-Dasign. Wenn Sie sich für Daniels Arbeiten in ihrer akademischen Form interessieren, finden Sie auf seiner Home-Page Links zu einigen seiner Publikationen.
<http://www.inf.puc-rio.br/~schwabe/>
Es haben sich einige besonders interessante Fragen herauskristallisiert, die meisten in Bezug auf den Gebrauch von Grafik. Etliche der Reaktionen brachten Freude darüber zum Ausdruck, daß unsere Seiten nicht sehr viel Grafik aufweisen. Die Site läßt sich gut mit ausgeschalteter Grafik nutzen und ist auch für textbasierte Browser wie Lynx geeignet. Wir hatten diverse Gründe, "schwere", aufwendige Grafiken zu vermeiden. Zwar sind einige dieser Gründe in unserer speziellen Situation zu suchen, andere können aber möglicherweise verallgemeinert werden. Ich bringe hier meine Ansichten zum Ausdruck - ich bin mir sicher, daß viele Web-Betreiber mir in dieser Frage vehement widersprechen werden; ihre Meinungen sollen mir ebenso willkommen sein.
In ihren Anfängen waren die TidBITS strikt an die Textform gebunden. Wir haben sie seit April 1990 veröffentlicht; zu diesem Zeitpunkt waren Grafik und das Internet kaum miteinander zu vereinbaren. Um fair zu sein - zu dieser Zeit haben wir noch HyperCard verwendet. Wir hätten also einige Grafiken einsetzen können, aber wir hatte das Gefühl, Grafiken könnten zuviel Zeit beim Aufbereiten erfordern, nicht gut gelingen (schließlich sind wir Angehörige der schreibenden, nicht der bildnerischen Zunft) und die Zeit verlängern, die zum Herunterladen erforderlich wäre. Damals waren Modems mit nur 2400 bps allgemein verbreitet - wir waren schon damals überzeugt, daß die TidBITS-Ausgaben so klein wie möglich sein müßten, um Leser anzuziehen.
Wenn Sie sich nun wieder in die Gegenwart mit dem Web von heute und den 28.8-Kbps-Modems zurückversetzen, könnten Sie zu dem Schluß kommen, daß sich alles geändert habe. Ich halte dem entgegen: Die Dinge haben sich zwar gewandelt, sie sind aber auch in vielem gleich geblieben. Wir veröffentlichen immer noch nur Text, weil wir nach wie vor keine Grafiker sind, und die Zeit zum Herunterladen ist immer noch ein wichtiger Aspekt. Weiter ist die Belastung der Server zu berücksichtigen - eine Seite voll mit Grafiken strengt den Server viel mehr an als eine Seite, die hauptsächlich aus Text aufgebaut ist. Mir ist es wichtiger, Informationen für möglichst viele Leute bereitzustellen, als mit einer überfrachteten Seite meinen Server in die Knie zu zwingen; ich ziehe es auch vor, einen relativ kleinen Mac (einen Apple Workgroup Server 6150/66) als Server zu betreiben, statt zusätzliche teure Hardware zu kaufen, nur um ein grafisches Erscheinungsbild zu ermöglichen.
Bei übermäßige Verwendung von Grafik stellt sich allerdings nicht nur die Frage nach möglicher Arbeitsersparnis und danach, wie eine Web-Site abwechslungsreich und lebendig gehalten werden kann. Es gibt immer wieder Klagen über Web-Sites, die exzessiven Gebrauch von Image Maps machen - Grafiken, die aktive Bereiche mit Links zu anderen Seiten enthalten. Bei einer normalen Grafik - sofern sie einen beschreibenden Text als ALT-Tag enthält - können die Benutzer auch dann ganz gut zurechtkommen, wenn sie die Grafik nicht sehen können. Bei einer Image Map kann die Page überhaupt unbenutzbar sein, wenn die Gestalter der Seite nicht durch einen separaten Navigationsbalken auf Textbasis vorgesorgt haben (der allerdings wiederum dazu beiträgt, das gesamte Layout unübersichtlich zu machen. Die Situation kommt mir ein wenig so vor wie ein Schaufenster, in das die Passanten erst hineinsehen können, wenn sie eine Leiter hinaufgeklettert sind. Die Dekoration kann noch so hübsch sein - ein Teil der Kunden wird entmutigt, sei es, daß sie nicht klettern können, sei es, daß sie nicht klettern wollen.
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Als vor beinahe einem Jahr Adobe PageMill 1.0 auf den Markt kam, schien es einen Schleier über die komplexen Aspekte von HTML (der Sprache, in der Web-Seiten erstellt werden) legen zu wollen. Freilich: Jenseits des Marketing- und Reklamegetöses kommen die Realitäten zum Vorschein - PageMill war nicht in der Lage, den HTML-Code zu generieren, den die meisten Leute haben wollten; auch konnte das Programm nicht einmal im Ansatz all die neuen Tags und Optionen unterstützen, die in rascher Folge im Web auftauchten. Seit dem Erscheinen von PageMill 1.0 hat sich einiges getan und es gibt inzwischen eine Schar von direkten Konkurrenten, darunter AOLpress 1.2.2j und Netscape's Navigator Gold 3.0, die beide erst vor wenigen Wochen auf den Markt gekommen sind. Adobe versucht mit einer verbesserten Version 2.0, die demnächst herausgebracht werden soll, Terrain zu verteidigen.
Pressestunde -- AOLpress ist die auf den neuen Stand gebrachte Version von GNNpress 1.1 und das Enkelkind von NaviPress. AOLpress kann kostenlos heruntergeladen werden - technischen Support gibt es allerdings nur für die Kunden von AOL und PrimeHost. GNNpress wird auch als eigenständiges Produkt weiterleben; eine neue Version, die auf AOLpress 1.2.2j basiert, wird bald ausgeliefert. AOLpress funktioniert ganz gut; es hat aber darunter zu leiden, daß es von Windows her auf die Mac-Plattform übertragen worden ist und viele Möglichkeiten der Macintosh-Oberfläche übergeht.
<http://www.aolpress.com/press/index.html>
Alles was glänzt -- Navigator Gold besteht aus dem Browser Navigator von Netscape und einem "What-You-See-is-What-You-Get"-Editor. Netscape gibt als Zielgruppe Intranet-Benutzer an, die keine allzu ausgetüftelten Web-Seite erstellen wollen - die Liste der gebotenen Features stützt diesen Anspruch. Die einzige herausragende Option dabei: Das Programm kann Dateien via FTP direkt auf einem Server sichern, was die ausgelieferte Version zu meiner Bewunderung perfekt erledigt hat.
<http://home.netscape.com/comprod/products/navigator/gold/index.html>
Komplikationen und Beschwerden -- All diese WYSIWYG-Programme tragen schwer an der Tatsache, daß sie nicht mit der Flut von Neuerungen Schritt halten können, von denen das Web überschwemmt wird. Im abgelaufenen Jahr sind clientseitige Image Maps, bewegte GIFs, Tabellen in allen Formen, ausgetüftelte Hintergrundgrafiken, Plug-In-Module, Frames und was weiß ich nicht noch alles aufgetaucht. Die erfahrenen Web-Gestalter werden das letzte Quentchen aus ihren Tags herausholen, um ihre Seiten gut aussehen zu lassen; den Anspruch von HTML, eine strukturierte Sprache zu sein, werden sie dabei freilich links liegen lassen.
Damit stehen diese WYSIWYG-Programme vor der gigantischen Herausforderung, die visuell orientierten Web-Gestalter zufriedenzustellen, und ich zweifle sehr, daß dieses Vorhaben gelingen kann; ich bin andererseits auch nicht überzeugt davon, daß das Web für die von dieser Software forcierten Web-Sites überhaupt bereit ist.
Einer der Gründe dafür, daß diese Programme in besonderem Maße Web-Sites mit viel grafischem Schnickschnack hervorbringen, ist wohl, daß sie auf die Bedürfnisse von schreibenden Personen kaum Rücksicht nehmen, die mit Hilfe eines WYSIWYG-HTML-Editors eher Text verfassen und gestalten wollen. Web-Autorenprogramme müssen die Erkenntnisse berücksichtigen, die im Bereich der Textverarbeitungen schon vorliegen: Vorlagen und Gliederungen, die bei einer schriftlichen Arbeit verwendet werden, sollten direkt in die entsprechenden HTML-Tags übersetzt werden. HTML-Editoren sollten auch Wörterbücher, Autotype [das Einsetzen vordefinierter Wendungen per Kurzbefehl, --WJF], das Rückgängigmachen von Befehlen in mehreren Stufen sowie ein gutes Finden-und-Ersetzen aufweisen - kurzum, die Optionen, damit ein Text schnell und vielseitig bearbeitet werden kann. Mir ist dabei klar, daß bei jeder Person aus der schreibenden Zunft die zentralen Anforderungen etwas anders aussehen, aber bisher hat sich keiner der WYSIWYG-HTML-Editoren um die Wunschliste irgendeines Schreibenden auch nur einen Deut gekümmert, von einem Angebot allgemein gewünschter Features ganz zu schweigen.
Der Beginn einer Weltreise? -- Nicht alle folgen dem WYSIWYG-Pfad, der von Adobe vorgezeichnet ist. Insbesondere hat Akimbo Systems gerade Globetrotter ausgeliefert, ein Programm mit einem bestechenden Konzept. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben und publizieren den monatlichen Newsletter einer Schule. Die Schule hat auch eine Web-Site und Sie wollen den Newsletter sowohl in gedruckter Form den Schülern mitgeben als auch ihn über das Web publizieren. Globetrotter kann beide Aufgaben mit einem einzigen Dokument lösen. Die Arbeit mit Globetrotter hat große Ähnlichkeit mit der in Akimbos Textverarbeitung FullWrite. Es gibt Textverarbeitungsfunktionen ebenso wie Layoutmöglichkeiten - so wie es sich für ein gehobenes Textverarbeitungsprogramm gehört. Mit den gebotenen Optionen ist es nicht schwierig, das Mitteilungsblatt einer Schule zu erstellen und auszudrucken.
Das Programm (Preis: 99 US$) unterstützt auch das Veröffentlichen von Web-Sites. Den Beginn und das Ende von Web-Pages definiert Globetrotter mit Hilfe der Markierungen für den Seiten- oder den Abschnittsumbruch in einem Dokument (je nachdem, wie Sie es haben wollen). Auch eine Inhaltsübersicht und ein Navigationsbalken für eine Web-Site kann von Globetrotter erstellt werden. Sie können das Dokument hernehmen, das Sie gerade gedruckt haben, dieses mit so vielen oder so wenigen Web-typischen Erweiterungen ausstatten, wie Sie wollen, und es dann durch einen Befehl aus dem "File"-Menü in eine Web-Site umwandeln.
Zwar habe ich den Eindruck, daß Globetrotter am besten bei Web-Sites einzusetzen sein wird, die keine tief gestaffelten Hierarchien von miteinander verbundenen Pages haben; das Programm unterstützt aber immerhin gehobene Web-Optionen wie ausgefeilte Image Maps und Java. Für die unterstützte Forms-Erstellung ist es sogar schon mit einigen CGIs auf Perl-Basis ausgestattet, die auf einer breiten Palette von Web-Servern laufen können (auf einem Mac-Server müssen Sie dazu MacPerl laufen haben). Globetrotter kann HTML- und die dazugehörenden Dateien wie GIFs und Map-Files ausgeben, aber er kann HTML nicht einlesen. Als erfahrener Anwender von HTML habe ich Globetrotter als ein Programm kennengelernt, dem ich mich nur schwer anpassen kann; es will nämlich mein ganzes Dokument für mich erstellen, ohne daß ich mich um die Tags zu kümmern brauche. Darin unterscheidet sich Globetrotter sehr von Home Page, wo Sie in einem Dokument Formate erstellen, die eine eins-zu-eins-Beziehung zu bestimmten HTML-Tags haben. Wir werden in einer der kommenden Ausgaben eine ausführliche Besprechung von Globetrotter bringen; in der Zwischenzeit sind wir gespannt auf die Erfahrungen, die andere Leute mit Globetrotter machen.
PageSpinner dreht sich weiter -- Diejenigen, die nach wie vor an der Arbeit mit HTML-Tags interessiert sind - und wie ich aus meiner E-Mail sehe, sind das gar nicht so wenige - will ich auf die Version 1.2 von PageSpinner hinweisen, die seit letzter Woche ausgeliefert wird. Die Presseaussendung kommentiert dazu, daß "Frames-Support, WorldScript, dynamische Java-Scripts, Tags für Web-Roboter, das Abspeichern auf einen FTP-Server, neue Netscape-Layout-Tags, NetCloak, ein Spellswell-Korrekturmodul, Nurtext-Seiten und Plug-Ins für Apples QuickDraw 3D, QuickTime und QTVR" hinzugekommen sind. Wir haben PageSpinner in der Version 1.1b1 in TidBITS-327 besprochen. Für eine der kommenden Ausgaben der TidBITS planen wir einen detaillierten Vergleich zwischen PageSpinner und dem World Wide Web Weaver von Miracle Software.
<http://www.algonet.se/~optima/pagespinner.html>
Akimbo Systems -- 617-776-5512 (fax) -- <sales@akimbo.com>
Netscape Communications-- <info@netscape.com>
Optima System -- <optima@algonet.se>
PrimeHost/AOLpress Info -- <info@primehost.com>
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser]
Bestimmte Teile der Utilities von Now Software gehören zu meiner Arbeit mit dem Mac einfach dazu. Ohne Super Boomerang kann ich nicht produktiv arbeiten. Er macht die Schwerfälligkeit des Finders dadurch wett, daß er immer die zuletzt benutzten Dateien anzeigt und daß er Menüs bereitstellt, mit deren Hilfe man zu anderen kürzlich benutzten Files gelangen kann. Ich bin auch auf die Now Menus angewiesen, die die Struktur des Apple-Menüs zu einem hierarchischem Menü verändern und die über die Menüleiste erreichbar sind (auf die wiederum Finder-Items gezogen werden können). So werden gerade benutzte Ordner mit ihren Inhalten und Anwendungen mit den dazugehörigen Files erreichbar.
Auch zu diesen beiden Komponenten gehört noch viel mehr, als ich hier aufzählen kann. Wenn Sie Now Untilities (NU) noch nie benutzt haben und System 7.0 oder folgende verwenden, dann sollten Sie sich auf jeden Fall die Gratisdemo downloaden. Mehr Einzelheiten finden Sie in meinen früheren Besprechungen von NU 4.0.1 (TidBITS-152), NU 5.0 (TidBITS-248) und der Maintenance Release NU 5.0.1 (TidBITS-272).
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1992/TidBITS%23152_16-Nov-92.etx>
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1994/TidBITS%23248_17-Oct-94.etx>
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1995/TidBITS%23272_10-Apr-95.etx>
Ich sollte hinzufügen, daß ich auch den Startup Manager benutze, um die Auswahl und die Aktivierung der Erweiterungen und der Kontrollfelder zu bestimmen, die geladen werden sollen. Die FolderMenus habe ich zwar eingerichtet, aber ich benutze sie nur selten; auf meinem Powerbook verwende ich QuickFiler für eine transparente Filekomprimierung (die WYSIWYG Menus für die Organisation der Fonts benutze ich nicht mehr, z.Zt. ziehe ich dafür Type Tamer von Impossible Software in der kommerziellen Version vor).
<http://www.impossible.com/TTFeatures.html>
Meine Vorliebe für NU hat durch das Upgrade auf System 7.5.x keinen Schaden genommen. Das Apfel-Menü ist keine echte Herausforderung für die hierarchischen Now Menus und für Super Boomerangs Fähigkeit, die gerade verwendeten Files und Anwendungen aufzuspüren. Ohne die Hilfe von NU ist der normale File-Dialog eher ein Hindernis als eine Stütze. Der Startup Manager ist auch deutlich besser als Apples Extension Manager (Apple hat allerdings Find File so verbessert, daß ich Now Find von QuickFiler gestrichen habe).
Alt raus, NUeu rein -- Seit März gibt es NU 6.0, das zunächst als eine Serie von Beta-Versionen auf der Web-Site von Now Software verfügbar war. Ich war immer noch bis zu den Ohren in Bug-Reports und Vorschlägen vergraben, als die endgültige Version erschien. Als ich dann die endgültige Fassung kaufte, hatte ich das komische Gefühl, daß sie noch nicht das Gelbe vom Ei darstellt.
Der Installer hatte zwar nur 1.4 MB, kam aber nicht wie sonst auf Floppies, sondern auf einer CD-ROM (die CD selbst hatte nur 63 MB, von denen 50 MB für eine Demo von Now Contact und Now Update gebraucht wurden). Es wurden ausnahmslos alle Komponenten von Now Utilities installiert (in früheren Versionen hatte man wenigstens noch die Wahl, was man haben wollte). Beim Neustart wurde störende Software einfach ausgeschaltet, außerdem mußte man verschiedene Voreinstellungen hinnehmen - so war z.B. die Komprimierung des QuickFiler aktiv und Apples Find File wurde ohne Nachfrage durch Now Find ersetzt. Ein unerfahrener Anwender hätte wohl nicht zu sagen gewußt, welche Eigenschaften von welcher Komponente gesteuert werden, ganz zu schweigen davon, wie man sie hätte außer Funktion setzen können.
Es gab merkwürdige Auslassungen. Besonders auffallend war das Fehlen einer der wirklich wichtigen Eigenschaften von Super Boomerang, die hierarchische Liste der zuletzt benutzen Files und Ordner im Apfel-Menü! Verschiedene Eigenschaften des Startup Manager funktionierten nicht richtig; wie sich herausstellte, war ein neuer und undokumentierter Expert-Modus im Voreinstellungsfeld daran schuld. Ach ja, die Dokumentation: es gibt keine Broschüre mehr, dafür aber eine Acrobat-Datei von 226 Seiten.
Die Komponenten, die ich benutze, wiesen einige Verbesserungen auf. Die hierarchischen Menüs von Super Boomerang und von Now Menus ließen sich jetzt 10 Ebenen tief öffnen, was das Zurechtfinden in den Ordnern mit Hilfe von Menüs deutlich vereinfacht (bislang war man auf 5 Ebenen beschränkt). Auch die Menüs bei Super Boomerang im Standard-File-Dialog sind jetzt hierarchisch aufgebaut. Da auf diesem Weg jetzt sowohl die verschiedenen Laufwerke als auch die zuletzt benutzten Ordner erreichbar sind, lassen sich fast alle Dateien und Ordner über eine einzige Menüauswahl erreichen.
Schön ist auch, daß man in den Menüs von Now Menu jetzt eine hierarchische Liste aller aktiven Applikationen mit den Titeln der offenen Fenster findet. So erreicht man leicht jeden gewünschten Teil jeder beliebigen Anwendung. Anders als bei Hiro Yamamotos wunderbarem ApplWindows wird das existierende Applikationsmenü aber nicht angepaßt - man muß woanders ein zweites Menü verwenden. Darum verwende ich auch Jouko Pakkanens TitlePop, mit dem man in jedem beliebigen Fenster ein ähnliches Menü im Titelbalken unterbringen kann.
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive/Archive/gui/appl-window-202.hqx>
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive/Archive/gui/title-pop-242.hqx>
Es gibt drei neue Komponenten - AutoType, Now Tabs und Now Shortcuts - mit denen ich nicht viel anfangen kann. Auto Type schreibt, ähnlich wie Type-It-For-Me von Riccardo Ettore, vorgegebene Satzbausteine. Es folgt Ihrer Eingabe und kann Abkürzungen in Langschrift umsetzen. Sie bekommen sogar eine Liste mit häufig benutzten langen Buchstabenfolgen, die für Abkürzungen vorgeschlagen werden. Da meine Textverarbeitungsprogramme aber über Glossare verfügen und ich den Rest mit QuicKeys erledige, sehe ich keinen Sinn in einer weiteren Erweiterung, die meine Eingaben verfolgt.
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive/Archive/gui/type-it-for-me-451.hqx>
Now Tabs verziert den unteren Bildschirmrand mit einem Streifen, der zwei Dinge bewirkt, die nichts miteinander zu tun haben. Zum einen liefert er eine weitere Stelle, an der man Menüs mit verschiedenen Finder- und NU-Funktionen öffnen kann. Außerdem kann man Finder-Fenster als Icons mit Titeln auf diesem Streifen ablegen (und damit eine mögliche Eigenschaft des Finders in Mac OS 8 vorwegnehmen). Alle Menüfunktionen können auch auf anderem Wege gestartet werden. Die "Ikonifizierung" funktioniert nur innerhalb des Finders. Auf meinem Rechner stört mich dieser Punkt, mir gefällt dieser Word-6-ähnliche Strich nicht, der nur Monitorplatz frißt. WindowShade reicht mir völlig, um meinen Monitor im Griff zu behalten; es funktioniert bei jedem Programm und ist Bestandteil von System 7.5.
Now Shortcuts ist noch so ein Finderwerkzeug: bei einem "Modify-click" auf ein Finder-Item öffnet sich ein Menü mit Optionen, die man hier ergreifen kann. Meist handelt es sich dabei um Funktionen, für die es schon einen Menüpunkt oder ein Tastaturkürzel gibt; für mich eine überflüssige Komplizierung der Finder-Oberfläche.
Der "NU-Deal" -- Now Software hat einige der Fehler in 6.0 stillschweigend durch ihre Korrektur zugegeben. Man hat eine Reihe von monatlichen Updates verbreitet, hat es aber vermieden, registrierte Anwender zu versorgen oder sie überhaupt zu informieren, was natürlich die Frage nach dem Sinn einer Registrierung aufwirft. Now Software hat die Updates auf ihrer Webseite veröffentlicht und es den Anwendern überlassen, sie zu entdecken.
Die Beschreibungen der einzelnen Updates enthielten kaum Hinweise auf die internen Änderungen der NU-Komponenten. Dafür hat man sich darauf konzentriert, neue Plug-Ins aufzulisten, die die Funktionalität von Now Tabs und den Popup Menüs erweitern. Was soll das? Man wollte uns mit diesen neuen Eigenschaften wahrscheinlich hypnotisieren, damit wir bei unserem monatlichen Besuch auf die Webseite übersehen, daß Super Boomerang und der Custom Installer stillschweigend geändert wurden, daß der Expert Mode für den Startup Manager plötzlich fehlt und wer weiß was sonst noch.
Das ist ein neues Kapitel in einer alten Geschichte: In der Softwarebranche hat man sich angewöhnt, die Erstnutzer als Versuchskaninchen zu mißbrauchen, mit deren Geld die Weiterentwicklung genau der Software bezahlt wird, die sie eigentlich glauben, gekauft zu haben. Aber wir Anwender sind ja ein geduldiger Haufen. Wenn das Update auf NU 6.0 auch keine 30 US$ wert gewesen ist, Geld ist ja nicht alles, und außerdem hat man ja so ein sentimentales Pflichtgefühl, der Softwareindustrie gelegentlich unter die Arme zu greifen, damit sie weiter so tolle Programme für uns schreiben kann.
Noch was NUeues -- Und dann, kurz nach der Veröffentlichung von 6.0 im März und nach den monatlichen Updates im Mai, Juni und Juli, die für das reibungslose Funktionieren sorgen sollten, erschien im August NU 6.5, ein 15-Dollar-Upgrade für 6.0. Wenn ich also bei 5.0.1 geblieben wäre und auf 6.0 verzichtet hätte, dann hätte ich 6.5 für die 30 US$ bekommen, die ich für 6.0 schon bezahlt habe! Now Software und ich sind unterschiedlicher Ansicht über die Bedeutung dieser Zahlen: Ich finde, daß man mit dieser Preispolitik die Erstkäufer eher abschreckt als sie anzulocken, sie wiederum meinen, daß ich für die zusätzlichen 15 US$ ja den Nutzen zwischen März und August gehabt habe. Ich wußte doch, daß es einen Grund für meine schlechten Noten im Wirtschaftsunterricht gibt! Now Software denkt darüber nach, eine Software-Subskription einzuführen, die für eine bestimmte Zeit alle Updates einschließt. Damit wären solche Mißverständnisse natürlich ausgeräumt.
Now Software hat eine separate Version 7.0 des Startup Managers veröffentlicht. Diese Fassung ist angereichert worden, um ganz explizit Conflict Catcher als dem Problemlöser für Erweiterungsfragen Paroli zu bieten. Diese Version ist mit einer Datenbank ausgestattet, die online upgedated werden kann (das muß ein ziemliches Monster sein, wenn die mehrfachen Kombinationsmöglichkeiten von System, Software, Hardware, verschiedener alter und neuer Erweiterungen, von Freeware, Shareware und kommerziellen Produkten berücksichtigt werden sollen, die zur Erklärung dafür benötigt werden, warum mein Rechner sich so merkwürdig benimmt. Bislang ist es jedenfalls nicht gelungen, solche Datenbanken zu pflegen). Now Startup Manager 7.0, der bis zum 15. September 1996 frei erhältlich war, ist Bestandteil von Now Utilities 6.5 (die Nummernungleichheit hat angeblich etwas mit Marketingüberlegungen zu tun: man wollte die Vormachtstellung von Conflict Catcher nicht mit etwas herausfordern, das mit "Komma 5" aufhört).
NU 6.5 kam im August auf den Markt. Während ich dies hier schreibe, steht bereits das erste Monats-Update (September) zur Verfügung, das heißt, wir sind jetzt bei NU 6.5.1 und Startup Manager 7.0.1. Das ging alles so schnell, daß ich bisher keine Gelegenheit hatte, die Demos auszuprobieren, somit bin ich am Ende meines Erfahrungsberichtes. Now Software zufolge liegen die wichtigsten Änderungen beim Startup Manager und bei einigen Komponenten, die ich nicht verwende; was diejenigen angeht, die ich benutze - Now Menus ist unverändert, Super Boomerang hat jetzt anpaßbare Standard-Filedialoge (nette Idee, hoffentlich machen sie Dialog View damit nicht überflüssig) und Folder Menus übernimmt nun endlich die Voreinstellungen von Now Menus. Wie es heißt, kann man NU für eine Extragebühr jetzt auch auf Floppies und mit einem gedruckten Handbuch bekommen.
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive/Archive/gui/dialog-view-22.hqx>
Was NU? Alles zusammen, was ich oben beschrieben habe - das Erscheinen von NU 6.0 als Public-Beta, die Veröffentlichung auf CD, die monatlichen Updates, das Erscheinen von NU 6.5 - hinterläßt ein Gefühl, als ob Now Software versuchte, den nächst höheren Gang einzulegen und Schwierigkeiten hätte, ihn zu finden. Die verschiedenen Kräfte, die in einer Software-Firma die interne Vorgehensweise und die Verkaufpolitik beeinflussen, scheinen vielleicht ja wieder anzufangen, harmonisch zusammenzuwirken. Die Webseite ist nach einer Überarbeitung jetzt transparenter und hilfreicher geworden, und die Firma hat aus den Erfahrungen mit 6.0 ganz offensichtlich gelernt. Man hat uns auch versprochen, sich wieder verstärkt um einen Support zu bemühen, der auf die Kunden eingeht.
Meine grundsätzliche Haltung NU gegenüber bleibt unverändert: allein das Jonglieren mit den verschiedenen Dokumenten, die ich für diesen Artikel benötigte, hat mir klar gemacht, wie sehr ich dieses Tool in meine tägliche Arbeit bereits integriert habe. Was die Upgrades betrifft, da muß jeder Anwender selbst entscheiden, ob sie den Preis wert sind. Mit den verfügbaren Demos sollte die Beurteilung kein Problem sein.
In diesem Sinn möchte ich hier einige kleine, aber wichtige Ergänzungen vorschlagen:
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive/Archive/cfg/snitch-201.hqx>
Wenn Sie Vorschläge haben, dann schicken Sie sie per E-Mail an Now Software. Man hat mir gesagt, daß Anwenderhinweise wichtige Hilfen für künftige Entwicklungen seien. Ich hatte es an dieser Stelle ja schon früher gesagt: Nutzer sollten nicht nur mit ihren Füßen, sondern auch mit ihren Stimmen abstimmen.
<http://www.nowutilities.com/>
Now Software -- <utilities@nowsoft.com>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Tobias Engler [TE], Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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