An der Spitze unserer Schlagzeilen steht Apple mit einem Gewinn von 25 Millionen US$ für das dritte Geschäftsquartal. Andere Neuigkeiten: Die neu eingeführte Serie PowerBook 1400 und wichtiges für GeoPort-Benutzer. Außerdem teilt Ihnen Adam einen ausgefallenen Weg, mit Hilfe des WorldScript Power Adapter Power Macs schneller zu machen, mit; Steve Becker bespricht das vielseitige Hilfsprogramm OneClick.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#350/21-Oct-96.
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[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Apple gibt Gewinn für das Quartal bekannt! -- Nachdem Apple die letzten drei Quartale von Wall Street und von Finanz- und Computermagazinen als Reibebaum benutzt worden ist, überrascht die Firma die Finanzwelt nun mit der Bekanntgabe eines Gewinns von 25 Millionen Dollar für das vierte Geschäftsquartal. Apple hat zwar im Finanzjahr 1996 insgesamt eine Menge Geld verloren (um genau zu sein - 816 Millionen Dollar in Summe); diese Rückkehr zu schwarzen Zahlen ist jedoch auf strukturelle Reformen, verringerte Kosten und verbesserte Effizienz unter dem neuen Chef Gil Amelio zurückzuführen. Klar, Apple ist noch nicht wirklich über den Berg und wird noch einige Probleme zu lösen haben; aber diese Neuigkeit sollte die Einführung neuer Produkte unterstützen und die umsatzträchtige Weihnachtszeit mit einem positiven Signal einläuten helfen. [GD]
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1997/q1/961016.pr.rel.q496.html>
Apple Telecom 3.0 ist da -- Apple hat vor kurzem offiziell das Produkt Apple Telecom in der Version 3.0 auf den Markt gebracht, die endlich auch den Benutzern von GeoPort eine Geschwindigkeit von 28.8 Kbps ermöglicht. Das Update steht in zwei Varianten zur Verfügung, als kommerzieller Geoport Telecom Adapter Kit (dieser soll im Dezember in den U.S.A. und in Japan lieferbar sein) und als kostenloser GeoPort & Express Modem Updater 3.0. Apple beabsichtigt, den Adapter Kit für etwa 130 US$ anzubieten und will neben dem Internet Connection Kit auch ein Paket neuer kommunikationsorientierter Programme mit Fax-, Anrufbeantworter- und Freisprech-Funktionalität dazupacken. Der kostenlose GeoPort & Express Modem Updater ist im Netz in Form von zwei Disketten-Images zu haben und bietet Benutzern von Power Macs Geschwindigkeiten von bis zu 28.8 Kbps. [GD]
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1997/q1/961021.pr.rel.geoport.html>
<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/Networking-Communications/Apple_Telecom/>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Aus der Sicht der Kunden und des Firmenimages sind die PowerBook 5300 vielleicht seit Bestehen von Apple diejenigen Macs, die sich den schlechtesten Ruf erworben haben (obwohl etliche Besitzer von 5300-PowerBooks mit ihren Geräten sehr zufrieden sind). Die ersten produzierten Stückzahlen konnten nicht ausgeliefert werden, weil es im Zusammenhang mit den Lithium-Ionen-Akkus eine gewisse Explosionsgefahr gab (siehe TidBITS-295). Später tauchte eine Reihe von Software-Inkompatibilitäten auf, ein System-Update war notwendig, ein stillschweigender Rückruf nennenswerter Stückzahlen und weitere Updates außer der Reihe - dies alles konnte durch massive Werbeanstrengungen (mit Hilfe von Hollywood-Filmen) nicht ganz wettgemacht werden. Apple mußte schließlich ein "erweitertes Reparaturprogramm" [im Original "repair extension" genannt] anlaufen lassen (siehe TidBITS-331).
Nach alledem nimmt es nicht wunder, daß Apple nun mit einem etwas vorsichtigeren Ansatz den Markt neu betritt - mit der Serie PowerBook 1400 nämlich, einem solide-konservativen Nachfolger des 5300. Der 1400 soll in erster Linie einen verläßlichen Laptop hoher Qualität verkörpern und zentrale Mängel der vorhergehenden Serie vermeiden. Die schlechte Nachricht - es scheint, als ob die neue Baureihe uns weder durch Geschwindigkeit noch durch niedrige Preise vom Hocker reißen werde; die positiven Aspekte sind die Option auf ein CD-ROM-Laufwerk, Erweiterungsmöglichkeiten und vorab schon vielversprechende Meldungen zur Solidität der Konstruktion.
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1997/q1/961021.pr.rel.pb1400.html>
Die Eckdaten -- Die Serie PowerBook 1400 nimmt den Faden dort auf, wo er von der 5300-Reihe fallengelassen worden ist: Ein PowerPC 603e mit einer Taktrate von 117 MHz, dazu ein Top-Modell mit einem 133 MHz schnellen 603e ab Januar nächsten Jahres. Das Einstiegsmodell PowerBook 1400cs hat einen Dual-Scan-Schirm (in Passiv-Matrix-Bauweise) und verzichtet auf einen Prozessor-Cache; das teurere Modell 1400c wird mit Aktiv-Matrix-Display und einem Level-2-Cache von 128 K ausgestattet sein.
Die Bildschirme messen 11,3 Zoll in der Diagonale und stellen (bei 16 Farben) 800 x 600 Punkte dar. Zwar sind Passiv-Matrix-Displays allgemein weniger brillant und scharf als Schirme mit dem aktiven Aufbau, aber verlautet schon aus ersten Berichten, daß sich auch die passiven Displays nicht zu verstecken brauchen - sie liegen deutlich über der Qualität bei der Serie 5300.
Die Serie 1400 weist einen von vorne zugänglichen, 5,5 Zoll breiten Erweiterungsplatz auf, der ein Diskettenlaufwerk oder aber (endlich!) ein CD-ROM-Laufwerk mit sechsfacher Geschwindigkeit aufnehmen kann. Keines der optionalen Einschubgeräte für diesen Erweiterungsplatz des 1400 weist den SCSI-Bus auf; statt dessen sind sie, wie die interne Festplatte, an den kostengünstigeren (und dennoch flinken) IDE-Bus angebunden. Der Erweiterungsplatz kann auch einen Reserve-Akku aufnehmen, aber (anders als bei der Serie 5300) nur zum Aufbewahren dieses zweiten Akkus. Die Reihe 1400 verfügt aber andererseits über eine kleine aufladbare Lithium-Stützbatterie, die einen Wechsel des großen Akkus ohne Datenverlust ermöglicht. Wenn das PowerBook in den Schlafzustand versetzt ist, können auch die Zusatzgeräte im vorderen Einschubplatz ausgetauscht werden.
Im Unterschied zu früheren PowerBook-Modellen hat die Reihe 1400 keine ausklappbaren Füßchen mehr, mit denen man den Winkel der Tastatur verändern kann. Der Grund dafür ist der neue vordere Einschubplatz - wenn dort ein Laufwerk mit einem Wechselmedium (Diskette oder CD-ROM) sitzt, kann dieses bei geneigtem Computer nicht richtig ausgefahren werden.
Bei allen PowerBooks der Serie 1400 gibt es dieselbe Einsteckmöglichkeit für PC-Cards, entweder für zwei Karten vom Typ II oder eine vom Typ III; der ebenfalls vorhandene interne Erweiterungs-Steckplatz kommt für Ethernet- und/oder Videokarten in Betracht. Ähnlich wie bei den 5300ern sind auch in der 1400er-Reihe Nickel-Metallhydrid-(NiMH)-Akkus mit einer mittleren Betriebsdauer von zwei bis drei Stunden pro Ladung eingesetzt.
Laut Apple werden die PowerBooks 1400 mit vorinstalliertem System 7.5.3 (statt des vor kurzem vorgestellten Systems 7.5.5 - siehe TidBITS-346) ausgeliefert; dazu kommen noch ClarisWorks, der Internet Connection Kit, Apple Remote Access und andere nützliche Hilfs-Software.
Buchumschläge -- Eine sehr viel beachtete (und -besprochene) Neuerung des PowerBook 1400 stellt die auswechselbare Verkleidung der Klappe dar, die "BookCover" genannt wird. Apple wird die PowerBooks 1400 mit einem Cover in dem üblichen Grau und einem transparenten liefern; die transparente Abdeckung soll ein Blatt mit einer Grafik oder einem Muster nach Wahl des Besitzers aufnehmen, die seinem Gerät ein individuelles Aussehen verleiht. Vermutlich wird Apple einige solche Blätter in verschiedenen Designs beilegen - damit haben Sie etwas wie ein PowerBook-Äquivalent zu den Desktop-Patterns. Mit etwas Geschick können Sie auch Ihre eigenen Blätter ["CoverWear"] entwerfen. Ich habe von Drittanbietern auch Entwürfe gesehen, die mehr als nur ein Bild aufnehmen können, darunter einige sogar funktionale Erweiterungen wie Stereolautsprecher. Stellen Sie sich eine Serie von Abdeckungen vor, die beispielsweise von Ringo Starr entworfen worden ist - Sie sehen das Konzept.
Wie steht es mit der Erweiterung? Das Öffnen des Gehäuses und das Arbeiten im Inneren soll sehr einfach sein, besonders im Vergleich zu früheren PowerBook-Serien: die Abdeckung vor der Tastatur entfernen, diese herausheben, den Kühlkörper abziehen und einige Schrauben lösen. Zu diesem Zeitpunkt wird auch eine wesentliche Änderung beim PowerBook 1400 gegenüber den Vorgängermodellen sichtbar - eine kompliziertere, aber auch flexiblere RAM-Konfiguration. Der 1400 hat 8 MB auf der Platine fest verlötet und Raum für weiter drei zusätzliche RAM-Module. Apple wird entweder ein 4-MB- oder ein 8-MB-Modul einbauen und damit zwei RAM-Plätze freilassen. Der 1400 findet derzeit seine RAM-Grenzen bei 64 MB - zwei Kombinationsmodule zu je 24 MB auf der einen Seite des RAM-Bereichs, ein einfaches Modul zu 8 MB auf der anderen Seite und 8 MB auf der Platine.
Einige Drittanbieter haben schon spezifische Produkte für die Reihe 1400 angekündigt. Für den Erweiterungsplatz an der Vorderseite wird VST zusätzliche Festplatten, Zip-Laufwerke (ab nächstem Jahr) und magneto-optische Laufwerke produzieren. Diese sollen bei Kapazitäten von 230 MB beginnen und Mitte 1997 bei 640 MB je Cartridge angelangt sein. Focus Enhancements <focustech@aol.com> und Newer Technology haben interne Ethernet-Adapter in Vorbereitung. Newer hat überdies kombinierte RAM-Modiule, eine 16-bit-Videokarte und ein Prozessor-Upgrade (auf 200 MHz mit 128K Level-2 Cache) im Ärmel. Auch Focus und Apple selbst sollen bald Video-Optionen herausbringen.
<http://www.vsttech.com/>
<http://www.newertech.com/>
Vielleicht das raffinierteste Zusatzprodukt zur Serie 1400 heißt PowerCover von Keep It Simple Systems. Ich sage nur "BookCover" und "Solarzelle" - alles weitere überlasse ich Ihrer Phantasie.
<http://wildwestweb.com/public/nkiss/PowerCover>
Die Leistung -- Der PowerPC-Prozessor 603e mit 117 MHz macht nicht mehr viel Eindruck, seit Versionen desselben Prozessors mit 240 MHz in Desktop-Geräten von Power Computing auf dem Markt sind; auch Apple liefert schon die Serie Performa 6400 mit Taktraten von 200 MHz aus. Erste Tests haben ergeben, daß die Leistung des 1400 auf dem gleichen Niveau liegt wie die des Vorgängers, des PowerBook 5300 - damit bricht der 1400 keine Rekorde. Der Prozessor sitzt bei dem Gerät auf einer auswechselbaren Steckkarte ["daughter card"] und Newer Technology hat schon Upgrade-Module mit 200 MHz für den 1400 angekündigt.
Bevor Sie allerdings ein PowerBook 1400 kaufen und sich von dem Prozessor-Upgrade zuviel erwarten, bedenken Sie folgendes: Der Systembus des Geräts ist mit 33 MHz getaktet und hat nur eine Breite von 32 bit. Damit hat der 1400 nur die Hälfte der Geschwindigkeit (und die halbe Busbreite) der aktuellen Desktop-Macs im oberen Leistungsspektrum; das bedeutet wiederum, daß der Prozessor einige Zeit damit zubringen wird, auf die restlichen Komponenten des PowerBooks zu warten. Einige CPU-intensive Aufgaben können mit dem Prozessor-Upgrade sicher beschleunigt werden, aber erhoffen Sie sich bloß keine spektakulären Leistungssteigerungen des gesamten Systems.
Preise und Lieferzeiten -- Um die Serie Powerbook 1400 wird derzeit viel Tamtam gemacht, aber größere Stückzahlen sind nicht vor Ende November zu erwarten. Apple spricht sogar davon, daß es bis Mitte Januar schwierig sein könnte, ein PowerBook 1400 zu kaufen - erst dann wird nämlich die Produktionskapazität voll hochgefahren sein. Das ist zwar typisch für die tragbaren Macs, aber es wäre doch schön, wenn bei der Einführung auch wirklich Geräte zu haben wären.
Die Preisgestaltung der Reihe PowerBook 1400 wird wahrscheinlich zahlreiche Interessenten enttäuschen; es hat ja Gerüchte gegeben, ein Einstiegsmodell könnte unter 2.000 US$ zu haben sein. Apple gibt derzeit an, eine Version des 1400cs mit Diskettenlaufwerk, 12 MB RAM und 750 MB Festplatte werde für etwa 2.500 US$ im Handel sein; ein voll ausgestatteter 1400c mit CD-ROM-Laufwerk, 16 MB RAM und einer 1-GB-Platte soll an die 3.500 US$ kosten.
Und was ist mit Hooper? Wenn Sie aber nicht mit dem zufrieden sind, was das PowerBook 1400 zu bieten hat, wird ihre Geduld letzlich vielleicht belohnt. Für die erste Hälfte 1997 ist zu erwarten, daß die Laptops der oberen Leistungsklasse (Codename: Hooper) auf den Markt kommen, die mit Taktraten von wenigstens 200 MHz und eingebautem PCI-Steckplatz glänzen können. Vielleicht gibt es im Laufe des Jahres 1997 auch schon Mac-kompatible Laptops von Clone-Anbietern, besonders nach Verfügbarkeit des Mac-Betriebssystems für Maschinen nach den PPCP-Spezifikationen (der lang erwarteten PowerPC Platform).
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Wir sind alle daran interessiert, aus unseren Macs so viel Leistung wie nur möglich herauszuholen; ein Hinweis von Tim Holmes, einem Evangelisten für das Mac-Betriebssystem bei Apple, könnte PowerMac-Besitzern dabei helfen. Es scheint, daß der WorldScript Power Adapter, der nur für die Benutzer von WorldScript gedacht ist, auf den PowerPC hin geschriebene Routinen für den Umgang mit Text enthält. Auf diese Weise bringt ein geladener WorldScript Power Adapter auch dann einen gewissen Geschwindigkeitsbonus, wenn WorldScript gar nicht verwendet wird.
Dieser Hinweis erschien mit ziemlich bizarr, daher fragte ich bei Leonard Rosenthol von Aladdin Systems nach, der sich bei WorldScript sehr gut auskennt. Er hat den Code rasch disassembliert und hat herausgefunden, daß der WorldScript Power Adapter auf Power Macs einen völlig neuen Satz von Routinen für eine Gruppe von Aufrufen zu installieren scheint, die unter der Bezeichnung "ScriptUtils" laufen. ScriptUtils erledigt im wesentlichen alle Aufgaben im Zusammenhang mit Text, die keinen grafischen Charakter haben - so etwa Sortieren, Vergleichen, Zeit/Datum einsetzen, etc.
Wenn Sie mit diesem Programmierer-Jargon nichts anfangen können - macht gar nichts. Das Fazit ist, daß die Darstellung von Text auf ihrem Bildschirm vom WorldScript Power Adapter nicht beschleunigt wird, alles andere aber schon. Wenn Sie zum Beispiel Im Finder Dateien sortieren, Messages in Eudora Pro filtern oder in manchen Datenbanken nach Text suchen, wird der neue Code im WorldScript Power Adapter die Vorgänge schneller ablaufen lassen. Textverarbeitungen und Editoren, die WorldScript nutzen können (wie etwa Nisus Writer) profitieren auch davon, weil sie häufig Aufrufe an ScriptUtils richten, um Zeilenlängen und dergleichen zu berechnen.
Es wird sich zwar auf diese Weise kein dramatischer Zugewinn an Geschwindigkeit einstellen, aber warum sollen wir nicht auch das Kleine schätzen?
von Steve Becker <maceeze@aol.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Gegen Ende letzten Jahres hat WestCode Software ein Utility-Programm namens OneClick auf den Markt gebracht, um die Nachfrage nach einem flexiblen, einfach zu bedienenden, vielseitigen und anpassungsfähigen Hilfsprogramm abzudecken. OneClick vereint einige der besten Features von Apples Control Strip, von QuicKeys, Square One, SuperClock, PopChar, PopUp Folder und anderen Produkten dieser Kategorie - und das alles in Form eines einzigen Programms, das wenig Arbeitsspeicher belegt, nicht viel kostet und leicht zu erlernen ist.
Im Laufe der Jahre habe ich viele Utilities für den Mac ausprobiert. In Summe haben mich diese Programme viel Geld gekostet und zu zahlreichen Konflikten bei den Systemerweiterungen geführt; sie haben sich auch in der Funktionalität teilweise überschnitten und dennoch nicht all das geboten, was ich gesucht habe. Meine Anforderungen in puncto Computer sind vielleicht ziemlich wählerisch - von Textverarbeitung und E-Mail spannt sich der Bogen bis zu Buchhaltung und Wertpapierhandel über das Web. Meine Ausrüstung umfaßt alles vom IIsi (noch mit 68030) bis zu einem Power Mac 6100/66. Mit OneClick bin ich sehr zufrieden, weil es sich an diese weitgespannten Hardware- und Software-Anforderungen anpaßt.
Nägel mit Köpfen -- OneClick besteht aus einem einzelnen Kontrollfeld, das weniger als 300K RAM braucht. Nach der Installation von OneClick und einem Neustart bekommen Sie eine Anleitung und mehrere globale Werkzeupaletten zu sehen; der System Bar ist schon mit sehr nützlichen Tasten vorkonfiguriert, der Task Bar stellt Tasten für jedes gerade laufende Programm zur Verfügung, der Launch Strip schließlich öffnet alles, was der Finder aufmachen kann - darunter Programme, Dateien und Ordner. OneClick unterstützt programmspezifische Paletten, die nur verwendbar sind, wenn das dazugehörige Programm aktiv ist - dazu gehört auch eine für den Finder vorkonfigurierte Palette und solche für weit verbreitete Anwendungen (die für ClarisWorks schätze ich besonders). Sie benutzen den OneClick-Editor, um alle diese Paletten an Ihre Wünsche anzupassen und um neue Paletten zu erstellen - mehr dazu weiter unten.
Die Tasten in den Paletten bewirken das Starten von Programmen, das Öffnen von Dateien, den Ablauf von Skripts. Jede Taste zeigt ein Icon, eine Bezeichnung in Textform oder beides, womit ihre Funktion angegeben wird - niemand muß sich Tastaturkürzel merken (obwohl solche Kurzbefehle auf Wunsch auch definiert werden können). Wenn die Funktion einer Taste sich nicht ohnehin selbst erklärt, stellt OneClick entweder Balloon Help oder, dezenter, ein gelbes Beschreibungsfeld bereit. Zwischen den beiden Hilfe-Formen kann leicht hin- und hergeschaltet werden; die Hilfetexte können auch editiert werden - eine weitere gelungene Option.
Viele Tasten von OneClick führen elementare Aufgaben aus; aus der Zwischenablage einfügen, Datum einsetzen, den Zeichensatz wechseln (eine Liste der verfügbaren Zeichensätze wird geöffnet und die einzelnen Fonts sind in ihrem tatsächlichen Aussehen dargestellt - eine nette Sache), Textgröße wechseln, Seite einrichten, Papierkorb entleeren, Alias anlegen oder die Informationsbox öffnen. Ein kleiner Querschnitt durch die mitgelieferten Funktionen: Insert Character (Zeichen einfügen, wie bei PopChar), Glossar (aus oft verwendeten Textteilen ein Glossar erstellen und dann einen dieser Einträge schnell einsetzen - ich verwende diese Taste, um ein Signaturen-Glossar zu erstellen), Pop-up Hierarchical File List (ähnlich PopUp Folder), Pop-up Phone Book/Dialer, Pop-up Hierarchical List (eine Liste der Dateien im Systemordner), Auto Save (zu frei definierten Zeiten automatisch sichern), Tile Windows (Fenster auf dem Desktop ordnen). [OneClick kann auch Module von Apples Control Strip verwenden. -Tonya]
Ich denke, Computerneulinge werden den größten Nutzen aus den grundlegenden Tasten ziehen können. Aber auch als alter Hase kann ich noch mit Funktionen wie Insert Date, Change Font und Change Font Size Zeit sparen. Weitere elementare Funktionen (wie ein Exemplar drucken oder eine individuelle Seiteneinrichtung) sind rasch erstellt - ich verwende diese Funktionen in den meisten meiner Anwendungen. Einige der besten Buttons (wie Insert Character, Hierarchical File Pop-ups, and Phone Book/Dialer) ersetzen ganze Programme und erweitern die Fähigkeiten meines Macs beträchtlich.
OneClick fügt sein eigenes Menü in den Menübalken ein, das aber auch von jeder Palette angesprochen werden kann. Das Menü von OneClick dient zum schnellen Sichtbar- und Unsichtbarmachen von Paletten und zum Umschalten in den OneClick-Editor.
Die Oberfläche selbst modifizieren -- Mit Hilfe des Editors von OneClick kann für jedes Programm eine neue Palette erstellt oder eine bestehende abgeändert werden. Um in einer Palette eine neue Taste einzusetzen, ziehen Sie sie schlicht und einfach aus der Library in die Palette oder Sie holen sich den passenden Button aus einer schon bestehenden Palette.
Die Möglichkeiten, Paletten und Tasten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, scheinen endlos zu sein. Jedem Button kann jedes beliebige Icon (oder mehrere) zugewiesen werden; die Hintergrundfarben von Tasten und die Größe und Position von Paletten lassen sich beliebig modifizieren und vieles mehr. Auch bei den Paletten hat der Benutzer enorme Möglichkeiten, darunter Hintergrundmuster und Farben.
Der Editor von OneClick ist zwar übersichtlich, etliche Features sind aber nicht deutlich gekennzeichnet und ihr Zweck leuchtet nicht unmittelbar ein. Auch eine "Undo"-Funktion zum Rückgängigmachen von Befehlen vermisse ich sehr. WestCode hat aber versichert, diese Probleme in einer kommenden Version zu beheben.
Einen überfüllten Bildschirm vermeiden -- Wenn Sie nun den Eindruck haben, daß all diese Paletten Ihren Bildschirm zuknallen könnten - WestCode hat diesen Aspekt schon vorab berücksichtigt. Paletten können zu kleinen Icons reduziert werden (im OneClick-Speak heißt das "iconified"), und zwar [dem Namen des Produkts angemessen, --WJF] mit einem Klick. Viele Paletten können auch auf ihren Titelbalken verkleinert werden. Um alle Paletten zu verbergen, verwenden Sie einen entsprechenden Menübefehl aus dem Pop-Up-Menü von OneClick oder benutzen eine Tastenkombination. Paletten können auch in ihrer Position am Bildschirm festgelegt werden. In einer kommenden Version wird möglicherweise eine Palette dem jeweils aktiven Fenster am Bildschirm "aus dem Weg gehen", also keinen Teil dieses Fensters verdecken. [WestCode gedenkt diese Feinheit in der Version 1.5 hinzuzufügen, die noch dieses Jahr herauskommen soll. -Tonya]
Kreativität -- Wenn OneClick nichts anderes könnte, als ich bisher beschrieben habe, wäre es schon ein bemerkenswertes Programm. Tatsächlich habe ich aber erst mit der Aufzählung der Möglichkeiten begonnen, die OneClick bietet. Es gibt ein "Record"-Feature zum Erstellen eines Skripts für fast jede Aktivität, die Sie regelmäßig auf Ihrem Mac ausführen und voilà - Sie haben eine Taste, die die aufgezeichnete Aktion ausführt.
Sie können Eingaben auf der Tastatur aufzeichnen, das Anklicken eines Radio-Buttons oder die Anwahl eines Menüpunktes. OneClick zeichnet solche Aktionen nicht als Mausbewegungen auf, sondern nach ihrer Bedeutung: Die resultierenden Skripts sind also nicht von einer bestimmten Position des Mauszeigers abhängig, wenn sie abzulaufen beginnen. Wenn ein Skript aufgezeichnet ist, können Sie ihn im Editorfenster von OneClick bearbeiten, wo auch eine Hilfe und die Überprüfung von Fehlermeldungen zur Verfügung stehen. Es sind mir einige wenige Fälle untergekommen, in denen ein Programm die aufgezeichnete Aktivität nicht sauber ausgeführt hat, aber in der Regel war das Aufzeichnen einfach, schnell und effizient.
Wenn Sie sich mit AppleScript auskennen (oder EasyScript, die einfachere Variante von OneClick, lernen wollen), können Sie Button-Skripts auch schreiben. Das Handbuch ist denjenigen, die mit Programmier- und Skriptsprachen wenig Erfahrung haben, eine große Hilfe. Lesen Sie es sorgfältig.
[Dazu eine Anmerkung von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>: "Die Sprache von OneClick ist extrem durchdacht und einfach zu lernen; die Datentypen, das objektorientierte Übergeben von Meldungen und der volle Satz von Kontrollstrukturen sind sehr gut gemacht. OneClick kann jede Art von Information dazu sammeln, was auf Ihrem System vorgeht (und zwar in Echtzeit) und diese Informationen zur Verfügung stellen. Eine Taste von OneClick ist programmierbar - Sie können mit drag & drop Objekte an sie übergeben, sie mit oder ohne zusätzliche Tasten drücken; sie kann dann jeweils verschieden reagieren und sie kann auch ein Pop-Up-Menü erscheinen lassen. OneClick hat hervorragende Fähigkeiten, mit anderen Scripting-Umgebungen zu kommunizieren." -Tonya]
Der Editor von OneClick hat auch elementare grafische Fähigkeiten und kann von anderen Dateien die Icons "leihen". Deswegen (und auch wegen der Möglichkeit, dem Icon Text hinzuzufügen und Help-Texte zu erstellen) können die Buttons selbsterklärend sein.
Ich habe das alles ausprobiert. Mein liebstes Textverarbeitungsprogramm ist WriteNow, ich vermisse dort aber ToolBars. Ich habe die Record-Option zusammen mit dem Editor verwendet, eine hinreißende Palette (vielleicht bin ich da auch nicht ganz objektiv) mit Buttons für WriteNow zu erstellen. Jetzt vereint WriteNow geringen Speicherbedarf und hohe Geschwindigkeit (wie schon bisher) mit den bearbeitbaren Toolbars, die es sonst nur in größeren Programmen wie WordPerfect und ClarisWorks gibt.
Eine Warnung -- Dieses Produkt sollte eigentlich einen Aufkleber mit einer Warnung tragen, die in etwa lauten könnte: "Achtung, dieses Programm kann Sucht erzeugen!". Zu den Modifikationsmöglichkeiten und dem Zugewinn an Arbeitsgeschwindigkeit - und der Versuchung, diese Bandbreite immer mehr auszureizen - gibt es noch eine sehr hilfreiche Mailing-Liste für OneClick, mit der ständig neue Ideen verbreitet werden (zu dieser Liste können Sie sich auf der Web-Site von WestCode anmelden). Auf dieser Web-Site finden Sie auch immer wieder neue kostenlose Buttons (einschließlich meiner Palette für WriteNow). Eine Gruppe von OneClickers hat sich darüber hinaus zum Button Circle mit eigener Web-Site zusammengeschlossen, wo es ebenfalls laufend neue kostenlose Buttons gibt.
<http://www.westcodesoft.com/>
<http://rhino.harvard.edu/dan/ButtonCircle.html>
Auf den Web-Sites von WestCode und Button Circle liegen Paletten für Programme wie Eudora, Photoshop, Netscape Navigator, Emailer und AOL, dazu Tasten mit einem unübersehbaren Spektrum an Funktionalität - mehrere Text-Passagen aus der Zwischenablage speichern, ausgewählten Text drucken, Notiz- oder Adreßbücher anlegen, verfügbaren Speicher anzeigen und kopierten Text als Zitat einsetzen.
OneClick ist so etwas wie Ihre persönliche Fabrik für Hilfsprogramme. Seine flexible und dynamische Konzeption räumt Ihrer Phantasie, neue Skripts zu erstellen oder auch nur gängigen Aktivitäten aufzuzeichnen, alle Möglichkeiten ein. Wenn Sie eher nicht so experimentierfreudig sind, können Sie immerhin mit einem kostenlosen Strom von Tasten und Paletten rechnen, die von anderen erstellt worden sind.
Eine Anmerkung -- Selten taucht ein Programm auf, das so viele innovative Züge aufweist wie OneClick. Es macht viele andere Utilities überflüssig, verlangt nach wenig Arbeitsspeicher, legt in Ihrem Systemordner nur eine einzige Erweiterung ab, wird schon mit zahlreichen Buttons geliefert (die sowohl das System als auch die meisten Programme erweitern), wird in seiner Funktionalität laufend erweitert (die erwähnten Freeware-Buttons und -Paletten), kann an individuelle Bedürfnisse in hohem Maß angepaßt werden - und macht auch noch Spaß beim Arbeiten. Für mich verkörpert das Produkt vieles von dem, wofür der Mac als solcher steht - die User können den Nutzen aus ihren Computern steigern und ihre Arbeit damit trotzdem genießen.
Vor kurzem hat Heidi Roizen, Apples Spezialistin für die Beziehungen zu den unabhängigen Entwicklern, auf einem großen Treffen der BMUG (Berkeley Macintosh Users Group) einen interessanten Vortrag gehalten. Dabei hat sie das Augenmerk angesprochen, das Apple der Gemeinschaft der Entwickler widmet. WestCode repräsentiert den Fall des kleinen, unabhängigen und innovativen Entwicklers, der sich ausschließlich auf die Mac-Plattform konzentriert. Ich hoffe sehr, sie und Gil Amelio setzen WestCode auf ihre Liste derjenigen Entwickler, die so viel Unterstützung wie nur möglich von Apple bekommen. Dieses Produkt allen Macs beizulegen - oder eine Vereinbarung zu treffen, nach der die OneClick-Technologie in das Macintosh-Betriebssystem integriert werden kann - wäre ein bestechender Weg, den Vorsprung des Mac-Systems vor Windows noch zu erweitern. Da Mac OS 8 noch etwas auf sich warten läßt, könnte eine solche Vorgangsweise dem aktuellen System 7 neues Leben, ja sogar neue Faszination einhauchen. Auch andere Entwickler entdecken das Potential von OneClick; die nächste Version von Quicken soll die Shortcut-Technologie von OneClick in ihrem Tool Bar verwenden.
Abschließende Betrachtungen -- Sie wissen nun, ich bin von dem Produkt sehr beeindruckt. Die meisten Benutzer berichten selten oder gar nicht von Problemen mit OneClick; ich habe zahlreiche Bugs gefunden, die fast alle schon in der aktuellen Version 1.0.2 beseitigt worden sind. Keines dieser Probleme hat zu Datenverlust geführt und sie alle wurden durch den großen Nutzen des Programms mehr als wettgemacht. Den technischen Support von WestCode habe als sehr kompetent, freundlich und hilfsbereit kennengelernt.
WestCode will die Version 1.5 von OneClick noch in diesem Jahr herausbringen. Dabei werden vor allem die Paletten Task Bar und Launcher weiter verbessert sein. Ein Button im Task Bar wird die zuletzt verwendeten Programme anzeigen und auch aufrufen (siehe Apple Menu Options), eine andere Taste dort wird den Launcher öffnen (nützlich, wenn Sie sonst den Launcher nicht anzeigen lassen). Der neue Launcher wird ganze Sets von Dateien verwalten können, wie etwa einen Satz von Internet-Applikationen.
Der Preis für OneClick liegt bei 75 US$; Benutzer von QuicKeys können für etwa 40 US$ ein Wettbewerbs-Upgrade bekommen. OneClick setzt mindestens System 7.0 und einen 68020-Prozessor voraus.
[Steve Becker ist seit dem Kauf seines ersten Macintosh Mitglied bei BMUG und betreibt MacEase, eine Konsulentenfirma, in Berkeley, Kalifornien.]
[Falls jemand hart auf einen Vergleich von OneClick mit seinen Konkurrenten QuicKeys 3.5, den wir in TidBITS-348 besprochen haben, und KeyQuencer 2.0, für den wir einen Artikel in Arbeit haben, wartet: Wenn die einzelnen Artikel alle erschienen sind, werden wir alle drei miteinander vergleichen. -Adam]
WestCode Software -- 619/487-9255 (fax) -- <westcode@westcodesoft.com>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].
Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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