TidBITS#353/11-Nov-96 - Deutsch

Die Süßigkeiten von Halloween sind aufgegessen, nun sind PageMill 2.0, der kostenlose Claris Emailer 1.1, ein neues ShrinkWrap und Quicken 7 die Themen. Wir haben alle zurückliegenden TidBITS-Ausgaben in HTML übertragen; Adam gibt Leserkommentare zu seinem Artikel über Verzeichnisdienste weiter und Tonya bespricht Spell Catcher von Casady & Greene.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#353/11-Nov-96.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-353.html>

Copyright 1996 TidBITS Electronic Publishing. All rights reserved.
Information: <info@tidbits.com> Comments: <editors@tidbits.com>

Copyright 1996 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier Kommunikation.
Information: <office@carrier.co.at> Comments: <ferstl@carrier.co.at>


Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1996/TidBITS#353/11-Nov-96>

Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-353.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-353.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-353.etx>


MailBITS/11-Nov-96

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

PageMill: Bitte umblättern -- Adobe hat PageMill 2.0 publiziert, in dem ein flexibles Table-Feature und eine Darstellung des HTML-Codes (als HTML "light" bezeichnet) vorhanden sind. Die Vorschau von PageMill kann QuickTime-Movies spielen und eine Reihe von Plug-Ins aufnehmen, darunter Acrobat und Shockwave. Zweifellos ist PageMill 2.0 von allen derzeit erhältlichen HTML-Editoren das ausgereifteste Produkt, wenn auch einige Interface-Elemente wegen ihrer Kleinheit nicht leicht zu bedienen sind. Die neue Version wird um 99 US$ zu kaufen sein, Upgrades um 49 US$. Konkurrenz-Upgrades von Produkten wie Claris Home Page oder Netscape Navigator Gold gibt es um 79 US$. Laut Adobe läuft die neue Version auf jedem Mac mit Farbschirm mit 8 MB (davon 4 für PageMill selbst) und System 7.1 oder höher. Adobe Systems -- 408/536-6000 -- 408/537-6000 (fax) [TJE]

<http://www.adobe.com/newsfeatures/pagemill/main.html>

Zweimal E-Mail neu -- Claris bietet bis zum Erscheinen von Emailer 2.0 die Version 1.1 gratis an. Diese ein Jahr alte Version bietet Internet-POP-Zugang und Zugriff auf verbreitete Online-Dienste. Die Version 2.0 (kommt im 1. Quartal 1997) wird mit verbesserter Mail-Bearbeitung und einer effizienteren Speicherung in einer einzigen Datenbank aufwarten.

<ftp://ftp.claris.com/pub/USA-Macintosh/x.Shareware-Freeware/Emailer_Seeding/>

CE Software bietet per Web-Seite eine öffentliche Beta-Version von QuickMail Pro an; Internet-Mail-User können sie testen. Die Software wird gegen Jahresende fertig sein und vereint die grafische Oberfläche von QuickMail mit offenen Standards wie POP3 und SMTP. Später sollen auch IMAP und Verzeichnisdienste unterstützt werden. [MHA]

<http://www.cesoft.com/quickmail/qmprobeta.html>

ShrinkWrap 2.1 -- Der Disk-Image-Klassiker ShrinkWrap von Chad Magendanz liegt in der Version 2.1 vor, in der einige wenige Probleme (darunter Fehler beim Mounten von Netz-Images und bei Verwendung älterer Varianten von Speed Access und StuffIt) behoben worden sind; die Leistung insgesamt ist gestiegen.

<http://www.halcyon.com/shrinkwrap/>

Diese Version ist die letzte Release, bevor ShrinkWrap in das Programm von Aladdin übernommen wird (ab Anfang 1997). Aladdin übernimmt alle kommerziellen und Shareware-Lizenzen; die ShrinkWrap-Technologie wird in Produkte wie StuffIt Expander und InstallerMaker integriert. [GD]

Steve Becker <maceeze@aol.com> schreibt:

Beim Test von Quicken 7 für einen Artikel fand ich ein eigenartiges Verhalten des Investment-Moduls, dessen sich die Benutzer bewußt sein sollten. Im Portfolio-Fenster beruht die ROI-Berechnung (Return On Investment) auf der angepaßten Investition (z.B. Erst-Investition plus aller Re-Investitionen) statt nur des ursprünglich investierten Betrages. Damit wird in der Regel ein niedrigerer ROI für ein Papier ausgewiesen. Andererseits bezieht sich der Investment-Report zum ROI nur auf die ursprüngliche, nicht angepaßte Investition, wie es allgemein üblich ist.

Das ist ein wichtiger Punkt - wenn Sie eine Investitionsentscheidung auf die Performance laut Portfolio-Fenster gründen, erscheint Ihre Anlage weniger rentabel als sie tatsächlich ist (anderen Informationsquellen folgend). Das gilt besonders für wechselseitige Fonds, die immer bezogen auf den anfangs investierten Betrag ausgewiesen werden.

Es gibt noch andere schwache Punkte bei der neuen Version, die ich mit Intuit besprochen habe; sie sollen in einer späteren Version bereinigt werden.

Die TidBITS jetzt komplett im Web

von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Den unermüdlichen Bemühungen von Matt Neuburg <matt@tidbits.com> ist es zu verdanke, daß alle TidBITS-Ausgaben - zurück bis zur Nummer TidBITS-001 vom April 1990 - jetzt samt und sonders online im HTML-Format vorhanden sind. Mit einigen Makros für Nisus Writer hat Matt großartige Arbeit geleistet - das vorhandene Material, nun im HTML- statt im setext-Format, wird auf diese Weise viel besser zugänglich und nutzbar.

<http://www.tidbits.com/tb-issues/>

Um auf eine bestimmte Ausgabe zuzugreifen, geben Sie einen URL in der Form ein:

 
http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-xxx.html

... worin "xxx" die Nummer der gewünschten Ausgabe darstellt, wie etwa "030" (bitte die vorangestellte Null zu beachten) oder "200".

Wenn ich ein wenig in den Erinnerungen kramen darf: Ich denke gern an unseren ersten Aprilscherz-Artikel (TidBITS-114), an das erste Erscheinen von Matt (TidBITS-095) und an meine eigene Premiere - ohne Namensnennung - viel später (TidBITS-167). Andere Klassiker waren die Arbeiten von Mark Anbinder (während Adam und Tonya nach Seattle übersiedelt sind, 1991), die Beschreibung des Spiels "Adventure" durch Mel Park (TidBITS-229) und die Ausgabe TidBITS-300, die 300 gute Gründe für den Macintosh aufgelistet hat. Und, da wir alles an der Zeitskala der TidBITS-Nummern messen, sollte ich noch anmerken, daß Adam und Tonya zum Zeitpunkt der Ausgabe TidBITS-062 geheiratet haben.

Wir haben Matt und seiner Konvertierungsarbeit von setext zu HTML ungeheuer viel zu verdanken - das ist aber nicht alles. Wir planen auch ein verbessertes Inhaltsverzeichnis für das gesamte Material; auch Web-basierte Indizes und Suchmöglichkeiten soll es bald geben.

Nochmals: Verzeichnisdienste am Mac

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Nachdem ich einen ganzen Artikel über Verzeichnisdienste am Mac geschrieben hatte (siehe TidBITS-352), hat Apple die Unterstützung von LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) verlautbart. LDAP wird auch von zahlreichen anderen bedeutenden Firmen unterstützt und es bleibt abzuwarten, welche Gestalt die Apple-Unterstützung für LDAP über den vorhandenen maX.500-Client annehmen wird.

<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1997/q1/961107.pr.rel.imap.html#Apple Supports LDAP>

Interessant: Der überwiegende Teil der Presseaussendungen von Apple befaßt sich mit der Unterstützung von IMAP (Interactive Mail Access Protocol), einem Protokoll zum Senden und Empfangen von Internet-Mail nach den etablierten Standards SMTP und POP. Ich bin gespannt, ob die nächste Version des Apple Internet Mail Server neben SMTP und POP auch IMAP unterstützen wird.

Zahlreiche TidBITS-Leser haben Kommentare und Anmerkungen zum Thema beigetragen; einige dieser Überlegungen will ich Ihnen hier mitteilen.

Andrew Starr <atstarr@amherst.edu> merkt an:

Sie haben erwähnt, daß Netscape Navigator auch Eudora als Mailto-Programm verwenden kann; Ihre vorgeschlagene Lösung funktioniert, aber meines Erachtens ist der "Eudora Mailto: helper" noch besser geeignet. Damit können auch Mailto-Links der Form "mailto:atstarr@amherst.edu?subject=hello" verwendet werden und die Subject-Zeile wird richtig ausgefüllt.

<http://www.eudora.com/other.html#mailto>

Zur Verwendung von FileMaker Pro oder Now Contact zusammen mit Eudora mittels Skripts: Sie haben eine Abneigung gegen "wackelige" Skripts. Ich bin auch skeptisch bei Skripts, die zu viele Aufgaben erfüllen sollen, aber Claris Organizer 2.0 arbeitet perfekt mit Eudora. Organizer wird mit einem winzigen Skript geliefert, der Claris Emailer aufruft - ich habe ihn so abgeändert, daß nun die Information an Eudora geschickt wird.

<http://www.amherst.edu/~atstarr/eudora/maceudora.html#nicknames>

Will Mayall <mayall@fogcity.com> und David Creemer <david@claris.com> schreiben:

Wenn Claris OfficeMail mit Emailer zusammen verwendet wird, wird automatisches Updaten des Adreßbuches möglich. Auf diese Weise bleiben die Adreßbücher aller lokalen Benutzer immer auf dem aktuellen Stand. Wenn OfficeMail also Ihr Emailer-Adreßbuch automatisch aktualisiert hat, kann mit dem Befehl "Export Addresses..." auch noch eine handliche Text-Datei (im tab-delimited-Format) erzeugt werden.

Ken Weiss <krweiss@ucdavis.edu> ergänzt:

Sie haben einige existierende Verzeichnisdienste nicht angeführt. Der grundlegendste ist NICNAME/Whois, den es schon seit Jahren gibt. Er ist textbasiert, läuft unter TCP/IP und wird mit einfachen Befehlen angesprochen. Ein weiterer, Whois++, hört ebenfalls einen Port ab und erlaubt Abfrage-Routing ["query routing"]; deshalb kann er an die Situation in großen Organisationen besser angepaßt werden als LDAP/X.500. Die meisten anderen Lösungen, die Sie genannt haben, können kein query routing, nicht einmal die vereinheitlichte Führung von Indizes, und lassen sich nicht gut an große Datenbanken anpassen.

Wie Sie richtig sagen, ist die zugrundeliegende Datenbank der Dreh- und Angelpunkt für jeden Verzeichnisdienst. Oft wird außer Acht gelassen, daß ein Verzeichnisdienst im Kern eine Datenbank ist, die die Beziehung zwischen Attributen und Werten darstellt.

George Yolland <gyolland@casey.org> schreibt:

Hier einige Punkte, die in Ihrem Artikel zwar angedeutet, aber meines Erachtens nicht genügend herausgearbeitet wurden.

John O'Shaughnessy merkt an:

Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, daß größere Firmen sich für ihre E-Mail auf Verzeichnisdienste verlassen - zumindest die, für die ich gearbeitet habe. Ich habe Firmen kennengelernt, die 10.000 Angestellte in einer LAN-Software für E-Mail verzeichnet hatten und es sind mir Firmen untergekommen, die E-Mail-Pakte an bestehende Verzeichnisdienste anpassen wollten.

In meiner Firma verwenden wir eine Oracle-Datenbank mit Informationen über die Mitarbeiter, von denen die wichtigsten allen Benutzern zur Verfügung stehen. Zwar haben wir für diese Datenbank grafische Oberflächen erstellt, aber die das wichtigste Interface ist heute (zumindest für PCs und Macs) eins, das wir aus dem Ph-Feature von Eudora abgeleitet haben. Aus dem Eudora-Client heraus geben wir einen Ph-Server an und auf dem Unix-System definieren wir den passenden "/etc/services"-Eintrag, damit eine Ph-Abfrage beantwortet werden kann. Die Ph-Abfrage wird dann an die oben beschriebene Datenbank gerichtet und der User kann die gesamte Datenbank mit Eudora nutzen!

Andere, größere Probleme haben Sie in Ihrem Artikel angeschnitten - wer ist für die Wartung der Datenbestände verantwortlich? Bei uns waren Leute von Human Resources für einen Teil der Daten zuständig, Personen von Informations Systems für andere Teile. Wir überdenken aber die ganze Angelegenheit, die bei uns von weitreichender Bedeutung ist.

Spell Catcher - nützlich für alle, die schreiben

von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

[Dieser Artikel wurde aus technischen Gründen in seiner deutschen Fassung leicht gekürzt. -WJF]

Als Casady & Greene vor einigen Monaten Spell Catcher auf den Markt brachte, beschloß ich, das Programm auszuprobieren. Der große Anspruch von Spell Catcher ist (unter anderem), die Rechtschreibung in jedem Programm mit Hilfe derselben Oberfläche und Wörterbücher möglich zu machen. Spell Catcher 1.5.6 beruht auf dem nicht mehr vertriebenen Thunder 7, das jahrelang vielen Autoren gute Dienste geleistet hat.

Der empfohlene Preis von Spell Catcher beträgt 79,95 US$, im Handel ist es um 20 US$ billiger zu haben. Die Benutzer von Thunder 7 erhalten Upgrades für 19,95 US$; es gibt auch Upgradeangebote für Konkurrenz-Produkte. Laut Casady & Greene arbeitet Spell Catcher mit jedem Macintosh vom Plus aufwärts. Es werden 2 MB freier Plattenplatz, 2 MB RAM für das Programm selbst und System 7 empfohlen (es soll sogar möglich sein, mit 700 KB RAM auszukommen, wenn die Wörterbücher sehr klein gehalten werden).

<http://www.casadyg.com/C&G/Tools/SpellCatcher/description.html>

Die Installation von Spell Catcher ging problemlos vonstatten; nach einem Neustart habe ich per Kontrollfeld Spell Catcher in Eudora 3.0, Word 5.1, ClarisWorks 4.0v4 und Nisus Writer 4.1 aktiviert. Spell Catcher fügt in diesen Programmen ein neues Menü hinzu, das mit einem Ausrufungszeichen markiert ist.

Sofort-Korrektur -- Der einstellbare Modus "Interactive Checking" überwacht Ihre Eingaben laufend; Spell Catcher piepst, wenn ein falsch geschriebenes Wort entdeckt wird (mit jeweils verschiedenen Alarmtönen für bestimmte Kategorien von Fehlern. Sie können den Piepston ignorieren oder das Fenster "Suggest Spelling" öffnen (entweder, indem Sie Command-[ drücken oder indem Sie den Punkt im Menü anwählen). Die erscheinende Dialogbox bietet eine numerierte Liste von Vorschlägen an. Um einen der Vorschläge auszuwählen, tippen Sie die Nummer oder klicken den Eintrag doppelt. Sie können auch Einträge korrigieren oder ein unbekanntes Wort (mit Varianten, wie der Pluralform) dem Wörterbuch hinzufügen.

Auf meinem Power Mac 7600 arbeitet das "Suggest Spelling"-Fenster sehr gut, auf meinem Duo 230 kamen die Vorschläge so langsam des Weges, daß ich sie oft lieber per Hand eingegeben habe, wenn mir mein Fehler klar war. Spell Catcher hat eine Einstellung, mit der die Tasten in diesem Fenster in schwarz/weiß dargestellt werden; das hilft auf meinem Duo aber auch nicht, die Geschwindigkeit zu verbessern.

Eine rasche Lösung -- Wenn Sie einen Fehler sehr häufig machen, können Sie einen Glossar-Eintrag machen, der im interaktiven Modus zu einer automatischen Korrektur (ohne Piep) führt. Spell Catcher wird mit einem solchen Glossar häufiger Fehler mit 1.071 Einträgen geliefert, die auf diese Weise selbsttätig korrigiert werden.

Das Glossar brachte mich auf die Idee, ich könnte es für Text verwenden, den ich oft tippe (wie meine E-Mail-Signatur oder Post-Adresse). Es stellte sich heraus, daß Einträge im Glossar nur bis 255 Zeichen lang sein können - es ist also für kleine Textstrings gut geeignet, nicht für ganze Absätze.

Wer die Handbücher genau liest, erfährt, daß Option-J gedrückt werden muß, um im Glossar ein Return einzugeben. Das gefällt mir nicht - erstens bin ich nicht gleich darauf gekommen, zweitens stellt die zweizeilige Text-Box für Glossar-Einträge Returns nicht in der Weise dar, daß Text in die nächste Zeile plaziert wird. Statt dessen erscheint ein Dreiecks-Symbol für das Return, der Text läuft auf derselben Zeile weiter. Außerdem kann diese Text-Box nur 68 Zeichen zeigen (34 pro Zeile).

Zuerst schien es mir, daß die Ersetzen-Funktion des Glossars auf meinem Duo 230 viel langsamer sei als auf dem Power Mac, aber es stellte sich heraus, daß die Geschwindigkeit viel mehr von der verwendeten Applikation abhängt. Das Ersetzen falsch geschriebener Wörter ist in Word 5.1 und in Eudora 3.0 langsam genug, daß ich es beobachten kann, obwohl es mein Tippen nicht sehr bremst. Mehrmals am Tag freue ich mich über die selbsttätige Korrektur meiner Fehler, während ich weitertippe.

In ClarisWorks ist Spell Catcher einiges langsamer; in NisusWriter 4.1 kann ich die Korrektur längerer Wörter gut beobachten - ich gebe etwa fünf Zeichen ein, bis ein solches Wort ausgetauscht ist, und diese Zeichen erscheinen nicht, ehe das Ersetzen abgeschlossen ist. Das Einfügen der Glossar-Einträge an Stelle von Kurzformen - wie meiner Post-Adresse anstelle von "Postad" geht aber viel schneller.

Interactive Checking kann auch hilfreich sein, wenn irrtümlich zwei Großbuchstaben hintereinander eingegeben werden, z.B. "APple", wenn "Apple" gemeint ist. Diese Einstellung kann ich sogar mittels Tastaturkürzel oder Menü an- und abschalten; das Spell-Catcher-Icon im Menü wechselt die Farbe, um den Interactive-Status (ein oder aus) anzuzeigen.

Treibt Sie das Gepiepse zum Wahnsinn? Wenn Sie nun denken, Spell Catcher mit seinem Piepsen bei jedem Schreibfehler wird Sie verrückt machen - vielleicht; ich habe aber nach einem Tag meine häufigsten Tippfehler beigebracht und im Glossar meine Kürzel für oft vorkommende Fehler angelegt. Ich habe auch gelernt, sorgfältiger zu schreiben. Später habe ich entdeckt, daß die Error-Beeps abgestellt oder durch ein Blinken des Menübalkens ersetzt werden können. Mit einer "Tone"-Option kann das Piepsen auch in Höhe und Dauer modifiziert werden.

Die Überprüfung via Menü -- Spell Catcher kann die Schreibweise auch in jeder Textauswahl prüfen; die dazugehörige Dialogbox weist Tasten für "Alles ignorieren" und "Alles ersetzen" auf. Ein Statistik-Button zählt Wörter und Zeichen und gibt den Grad der Lesbarkeit aus. Eine TidBITS-Ausgabe war auf dem Power Mac 7600 in 3 Sekunden und am Duo 230 in 5 Sekunden ausgewertet.

Wenn Spell Catcher eine Textauswahl prüft, läßt es das Anwenderprogramm die Auswahl in die Zwischenablage kopieren und prüft den Text dort. Am Ende der Überprüfung werden Sie gefragt, ob Sie die Textauswahl mit den Änderungen zurück in das Dokument übernehmen wollen. Wenn das in Ihren Programmen gut funktioniert, können Sie die Übernahme der Änderungen auch automatisieren. Ich hatte mit Word 5.1 gewisse Probleme, als Spell Catcher mit mitteilte, daß kein Text ausgewählt sei. Ich konnte das Problem aber immer umgehen, indem ich den Befehl "Check Selected" ein zweites Mal aufrief.

Eigenheiten und Probleme -- Es gibt einige Probleme mit der Art, wie Spell Catcher die Schreibung prüft. Ich bin zum Beispiel gewöhnt, mich in Nisus Writer auf die Option "Ignore All" zu verlassen, womit all den Wörtern ein spezielles Zeichenformat hinzugefügt wird, die die Rechtschreibprüfung im Dokument immer ignorieren soll. "Ignore All" bei Spell Catcher kann dies nicht selektiv für spezifische Dokumente; wenn Sie "Ignore All" auf ein bestimmtes Wort anwenden, wird dieses Wort in allen Dokumenten ignoriert, bis Sie den Mac neu starten.

Außerdem versucht Spell Catcher, URLs zu prüfen. Das finde ich besonders unangenehm im interaktiven Modus, weil dann mein Mac bei jedem URL piepst.

Zur Sache -- Die meisten Programme mit Rechtschreibprüfung und Thesaurus bieten diese Funktionen als Megabyte-schwere Sammlung von Modulen und Wörterbüchern an. Sollte ich mich für die ständige Verwendung von Spell Catcher entscheiden, könnte ich diese Dateien löschen, wenn meine Platte voll zu werden droht; in Zukunft könnte ich auf eine Installation dieser Files überhaupt verzichten. Ich müßte dann auch in zukünftigen Anwenderprogrammen keine neuen Thesaurus- und Rechtschreib-Features mehr lernen.

Abschließend kann ich sagen: Alle, die viel schreiben, werden Spell Catcher brauchbar finden - ich wollte, ich hätte es gehabt, als ich noch am College war. Alle, für die Schreiben zum täglichen Brot gehört, sollten sich Spell Catcher sehr genau ansehen.

Dennoch eine wichtige Warnung: Die Geschwindigkeit beim Ersetzen war auf meinem Duo 230 ziemlich langsam (ein 68030 mit 33 MHz, also schneller als ein SE/30, aber langsamer als ein Mac auf Basis des 68040-Prozessors). Überlegen Sie es sich zweimal, ob Sie Spell Catcher auf einer Maschine betreiben wollen, die viel langsamer als mein Duo ist.

Auch will ich mich nicht ganz endgültig für Spell Catcher entscheiden, ehe ich nicht ein kommendes Produkt namens Online Army Knife (OAK) von JEM Software getestet habe. Wenn Sie diesen Artikel lesen, ist OAK vielleicht schon auf dem Markt. Es wird universelle Rechtschreibprüfung bieten, aber einem eher Internet-orientierten Ansatz folgen und einige Features mehr als Spell Catcher haben. Ebenfalls mit universeller Rechtschreibprüfung wartet Spellswell Plus (von Working Software) auf. Bei unserer Neigung zu Vergleichen zwischen den Produkten einer Kategorie werden wir wohl auch Spellswell Plus unter die Lupe nehmen.

<http://www.arielpub.com/OAK.HTML>
<http://www.working.com/>

Und ein Deal... -- Für TidBITS-Leser, die Spell Catcher bei Cyberian Outpost kaufen wollen, haben wir wieder einen speziellen Preis erreicht: Wenn Sie die folgende URL-Adresse benutzen, können Sie Spell Catcher online bestellen und erhalten einen Nachlaß von 5 US$.

<http://www.tidbits.com/products/spell-catcher.html>

Casady & Greene -- 408/484-9228 -- 408/484-9218 -- <c&g@casadyg.com>


Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].

Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF].

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