TidBITS#354/18-Nov-96 - Deutsch

Adam feiert seinen 29. Geburtstag, wir hören von Apples Plänen, in die Gastronomie einzusteigen und von neuen Versionen bei Anarchie und BBEdit. Außerdem: eine neue Modem-Technologie von AetherWorks mit 43.2 Kbps und Apples Open Transport/PPP. Tonya bespricht das neue Buch von Robin Williams und Dan Meriwether erläutert, wie die Voraussetzungen, im Web Geld zu verdienen, sich ändern.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#354/18-Nov-96.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-354.html>

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Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1996/TidBITS#354/18-Nov-96>

Die Originalausgabe dieser TidBITS-Ausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-354.etx>
<ftp://nic.switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-354.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-354.etx>


MailBITS/18-Nov-96

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Bratkartoffeln zum PowerBook? Ziemlich unerwartet hat Apple Computer Pläne verlauten lassen, unter dem Namen "Apple Café" eine Kette von "cyber-based" Restaurants aufzubauen. Das erste dieser Speiselokale soll Ende 1997 in Los Angeles aufmachen (Standorte in London, Paris, New York, Tokio und Sydney könnten folgen). Der Schwerpunkt soll auf Multimedia, Internet und Präsentation von Technologien (nicht zuletzt der Apple-eigenen) liegen. Es gibt noch keine Hinweise, was auf der Speisekarte stehen wird... [GD]

<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1997/q1/961112.pr.rel.cafes.html>

Anarchie 2.0.1 -- Peter N. Lewis hat die Version 2.0.1 seines beliebten FTP-Client-Programms Anarchie freigegeben (mit der Behebung einer kleinen Fehlers der nur drei Tage alten Version 2.0). Neu sind die Möglichkeit, ganze Ordner hinauf- und herunterzuladen, Verbesserungen bei der Oberfläche (wie einer Statusanzeige in Form eines Känguruhs) und ein Tips-Fenster, das die Benutzer mit den Fähigkeiten von Anarchie vertraut macht. Wichtig ist die neue Fähigkeit, mittels MacSearch (gemeinsam mit Ambrosia Software entwickelt), in den Archiven von Info-Mac und UMich Mac-Dateien schnell aufzufinden. Anarchie ist Shareware (10 US$ für neue Lizenzen, 5 US$ für bisherige Benutzer und kostenlos für solche, die 1996 eine Version registriert haben); beim Herunterladen ist es 1 MB groß. [GD]

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/select/anarchie.hqx>

Bare Bones liefert BBEdit 4.0.2 aus -- Der weit verbreitete Text-Editor BBEdit liegt in Version 4.0.2 vor. Die Verbesserungen der neuen Version sollten Entwicklern ebenso behagen wie anderen Benutzern. Programmierer können sich über Unterstützung von CodeWarrior 9 und 10 freuen; Tastaturkürzel können nach Belieben definiert werden. BBEdit 4.0.2 wird mit einem "Startup Items"-Ordner geliefert - beim Start von BBEdit werden die darin befindlichen Dateien in ihren jeweiligen Applikationen geöffnet. Die Kompatibilität mit diversen Utilities (etwa QuicKeys, KeyQuencer und Spell Catcher) wurde verbessert. Von den Versionen 4.0 und 4.0.1 ist das Update kostenlos, ansonsten sind 39 US$ fällig. Die Download-Datei ist 2.2 MB groß. Bare Bones Software <custservice@barebones.com> [TJE]

<http://www.barebones.com/updates.html>
<ftp://ftp.barebones.com/pub/updaters/>

AetherWorks durchbricht die Schallmauer

von Mark H. Anbinder <mha@publiccom.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Die AetherWorks Corporation hat ihre erste marktreife Technologie vorgestellt, ein analoges Modem, das symmetrische Verbindungen bis zu 43.2 Kbps über normale Telefonleitungen erlaubt. Die Technik, von der Firma aus Minnesota V.Mach genannt, war auf der Comdex zu sehen.

<http://www.aetherworks.com/>

Es ist geplant, Lizenzen an mehrere Modem-Hersteller zu vergeben (die nicht namentlich genannt wurden); Mitte 1997 sollen die ersten Modems auf den Markt kommen. AetherWorks nimmt in Anspruch, saß alle bisherigen Standards (darunter v.34+ mit 33.6 Kbps und alle anderen bis herunter zu den uralten 300 bps) von der neuen Spezifikation mit unterstützt werden; es ist aber fraglich, ob alle Hersteller weniger verbreitete Protokolle wie v.32terbo von AT&T (zu 19.2 Kbps, in den Mercury-Modems von Global Village vorhanden) unterstützen werden. Kompressions- und Korrekturstandards wie MNP und v.42/v.42bis sollen von den meisten lizenzierten Modems ebenfalls verstanden werden.

Dr. Jonathan Sachs, der Chef von AetherWorks, sagte, die V.Mach-Technologie bewähre sich besonders gut bei schlechten Telefonleitungen, wo andere Protokolle auf niedrigere Übertragungsraten ausweichen müssen. Im gesamten Spektrum der Leitungsqualitäten sei V.Mach früheren Protokollen zumindestens ebenbürtig.

V.Mach-Modems sollten gut für Internet-Einwahlverbindungen und für Routing-Anwendungen von Netz zu Netz geeignet sein. Sachs zeigte sich optimistisch, daß die Nachfrage nach analogen Modems mit der V.Mach-Technik auch in den nächsten Jahren hoch bleiben werde; er wies darauf hin, daß die unlängst vorgestellten asymmetrischen 56-Kbps-Protokolle eine digitale Schleife an einem Ende der Verbindung und sehr gute Leitungsqualität erfordern, die nicht immer vorausgesetzt werden könne. Diese Technologien hätten nicht die besten Voraussetzungen für viele private und geschäftliche Anwendungen, bei denen ISDN nicht in Frage kommt.

AetherWorks arbeitet auch an einem Telefonie-Dienst namens Jeeves, der die Computer-Telefonie umwälzen werde, weil er E-Mail über das Telefon vorlesen und Voice Mail auf einen Laptop übertragen können soll.

AetherWorks Corporation -- 888/552-3301 (fax)
<info@aetherworks.com>

Web-Gestaltung mit Robin Williams

von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Wenn es um die Auswahl eines Computerbuchs geht, können Sie mit einem Peachpit-Buch von Robin Williams nicht fehlgehen. Von Robin stammen das Buch für Mac-Anfänger schlechthin - "The Little Mac Book" -, dazu "The Mac is not a Typewriter", "The Non-Designer's Design Book" und andere. Ich halte sehr viel von Robins Arbeiten; daher habe ich ihr neuestes Buch, das sie mit Dave Mark gemeinsam geschrieben hat, gleich gelesen: "Home Sweet Home Page". Das Ziel des Buchs ist es, Neulingen eine Einführung ins Internet zu bieten und ihnen zu helfen, eine Familien-Website zu erstellen.

<http://www.peachpit.com/peachpit/titles/catalog/88667.html>

Home Sweet Home Page legt los mit einer Zusammenstellung von Themen, die für Internet-Neulinge von Interesse sind: Auswahl eines Providers, URLs, Links auf Web-Seiten erkennen, Suchmaschinen benutzen etc. Anders als die meisten Bücher über Web-Gestaltung nimmt es kaum Bezug auf HTML; statt dessen geht es ganz allgemein durch, was zu Anfang gebraucht wird (Software auswählen, die Seite konzipieren, Dateien und Ordner planen). Das Buch weist darauf hin, daß das Web ein günstiger Weg ist, in Farbe zu publizieren und gibt Hilfestellung beim Design von Pages. Den großartigen Abschluß des Buches bilden zahlreiche Projekt-Ideen, wie die Web-Site für eine Familie gegliedert werden kann. Zum Beispiel werden Links und Daten eines Familienkalenders verknüpft und der Gebrauch von Thumbnails [Mini-Bilder, die auf große verweisen, --WJF] in einem virtuellen Fotoalbum gezeigt.

Aufbau und Layout des Buches sind typisch für Robin Williams - leicht lesbar und doch professionell. Die 180 Seiten des Buches kommen mit wenig Text aus, was die Übersichtlichkeit erhöht; alles ist genau und verständlich erklärt. Freilich kann nicht jede Frage, die ein Neuling haben könnte, beantwortet werden - das Buch leitet die Leser aber dazu an, intelligente Fragen zu stellen.

Aufbauend auf den Erfahrungen mit meiner eigenen Familie frage ich mich, wie viele Familien sich im Internet auskennen (oder sich auskennen wollen) und eine eigene Web-Site betreiben wollen. Angehende Web-Gestalter können jedenfalls nach dem Buch experimentieren und nebenbei die Grundlagen zum Web-Design erlernen.

Auch wenn Sie sich für einen Amateur auf dem Gebiet halten, sagt Ihnen vielleicht das meiste Material in dem Buch nichts Neues mehr. Das ist schade, denn das Konzept des Buches stünde einem Werk gut an, in das auch Fortgeschrittene noch hineinwachsen können statt nur dem vorliegenden Band, aus dem selbst Anfänger schon sehr bald herausgewachsen sind.

Robin sagte mir, daß sie derzeit an zwei weiteren Büchern arbeite, die für Web-Autoren von Interesse sind. Das eine, für Anfang Januar zu erwarten ("Home Sweet Home Page and the Kitchen Sink"), wird zusätzlich eine CD-ROM mit Zugangssoftware für AOL, AT&T WorldNet und derartige Dienste enthalten; das andere, das "The Non-Designer's Web Book", soll im Laufe des Jahres 1997 erscheinen.

<http://www.peachpit.com/peachpit/titles/catalog/88680.html>

Home Sweet Home Page, Robin Williams with Dave Mark, ISBN 0-201-88667-7, 180 Seiten. $14.95 U.S., $21.00 Canadian.

Peachpit -- 510/548-5991 (fax)
<tell@peachpit.com>

Der P-P-Plot verdichtet sich: Open Transport/PPP 1.0

von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Apple hat vor kurzem Open Transport/PPP 1.0 herausgegeben, die erste im Haus entwickelte Implementation von PPP (dem Protokoll, das die meisten Leute verwenden, um mittels Modem ins Internet zu kommen). Zwar sind viele Varianten von PPP für den Mac verfügbar - darunter MacPPP und FreePPP; NTS PPP und andere kommerzielle Produkte -, aber OT/PPP ist die erste speziell auf Open Transport abgestimmte Version (die also nicht mehr auf Routinen zurückgreift, die für MacTCP geschrieben sind) und erst die zweite PPP-Implementation, die den offiziellen Support-Segen von Apple erhalten hat.

Glauben Sie jetzt aber bloß nicht, Sie müßten auf jeden Fall gleich OT/PPP installieren. Zwar können einige einwählende Internet-Teilnehmer von OT/PPP profitieren, aber es gilt immer noch die Goldene Regel für PPP zu beachten: Wenn Ihre derzeitige PPP-Software gut funktioniert, bleiben Sie dabei!

Wo und wie -- OT/PPP 1.0 ist auf der Web-Site von Apple als Disk Image oder als "Net Install package" samt Handbuch im Acrobat-PDF-Format zu haben; in beiden Fällen sind die Dateien beim Herunterladen 2,5 MB groß.

<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/Networking-Communications/Open_Transport/>

OT/PPP verlangt mindestens nach einem 68030-Prozessor und Open Transport 1.1.1 (das auch auf dieser Web-Page zu holen ist, siehe TidBITS-351). Apple empfiehlt System 7.5.3 oder neuer, es kann allerdings ab System 7.1 verwendet werden. Mit den Versionen 7.5, 7.5.1 oder 7.5.2 kann OT/PPP nicht verwendet werden, diese müssen vorher auf die Version 7.5,3 oder 7.5.5 gebracht werden (kostenlos).

<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/system_sw/>

Wie immer gilt: Legen Sie Sicherungskopien der wichtigsten Dateien (zumindest aber Ihres Systemordners) an, bevor Sie neue System-Software installieren! Vorhandene PPP-Software müssen Sie nicht entfernen - OT/PPP koexistiert damit sehr friedlich (siehe unten).

OT/PPP im Betrieb -- OT/PPP wird in den neuen Kontrollfeldern "Modem" und "PPP" konfiguriert; dabei gibt es Hilfe via Balloon Help und Apple Guide. Wie die AppleTalk- und TCP/IP-Kontrollfelder von Open Transport können auch die Kontrollfelder Modem und PPP zwischen gespeicherten Konfigurationen hin- und herschalten, ohne daß der Mac neu gestartet werden muß. Das PPP-Kontollfeld nimmt Ihren Usernamen, Ihr Passwort sowie die Einwahlnummer ihres Providers und dazugehörende Einstellungen auf. Es zeigt auch Sende- oder Empfangsstatus an (Sie wissen also, was Ihr Modem gerade macht) und kann eine Log-Datei führen. Diese kann bei der Beseitigung von Störungen hilfreich sein, sie enthält aber möglicherweise doch nicht alle Informationen, die Ihr Provider benötigt, um Verbindungsprobleme zu diagnostizieren.

Das Modem-Kontrollfeld läßt Sie die Type Ihres Modems und einige Optionen auswählen. Anders als MacPPP oder FreePPP verwendet OT/PPP Modem-Skripts (CCLs genannt), um mit Modems umzugehen. Das ist eine Sache mit Vor- und Nachteilen: Einerseits gestatten CCLs bessere Kontrolle als Modem-Init-Strings (CCL-Skripts werden ja auch von Apple Remote Access verwendet). Andererseits ist es eher eine Kunst als eine Wissenschaft, solche Skripts zu schreiben - wenn OT/PPP nicht mit einem funktionierenden Skript für Ihren Modemtyp ausgestattet ist, haben Sie Pech [nicht nur das: Meine Erfahrungen mit der ersten Auflage des Internet Starter Kit und mit InterSLIP von InterCon haben mir gezeigt, daß die meisten User nicht gern mit CCL-Skripts zu tun haben. -Adam]. Apple, Info-Mac und andere Quellen können mit CCLs für die Modems von Drittanbietern aufwarten; es gibt auch einen Modem-Skript-Generator im "OT/PPP Extras"-Paket (der von Apple freilich nicht unterstützt wird), der bei der Erstellung von Skripts hilft und einiges an Dokumentation zu CCLs enthält.

<ftp://ftp.support.apple.com/pub/apple_sw_updates/US/mac/Networking-Communications/Apple_Remote_Access/>
<http://devworld.apple.com/dev/opentransport/ppp.html>

Wenn dann alles konfiguriert ist, sollte die Herstellung einer PPP-Verbindung die Sache eines Klicks auf die Connect-Taste im PPP-Kontrollfeld sein. Wenn Sie vorher schon Open Transport verwendet haben, werden Sie vermutlich das TCP/IP-Kontrollfeld öffnen müssen, um die Einstellung von MacPPP oder FreePPP auf PPP zu ändern. Sichern Sie Ihre bestehende TCP/IP-Einstellung ab (indem Sie den Configurations-Dialog benutzen), bevor Sie zu OT/PPP wechseln - auf diese Weise erleichtern Sie sich die Rückkehr, wenn unter OT/PPP irgendetwas nicht laufen sollte.

Leistung und Speicher -- Die Meinungen gehen auseinander, aber Tests auf meinem Power Mac 7600 und meinem Supra-28.8-Modem haben ergeben, daß OT/PPP etwas schneller als FreePPP 2.5 ist, meist um etwa 50 bis 100 bps bei längeren Übertragungen. Die Verbesserung scheint geringfügig, aber bedenken Sie, daß das Modem immer der Flaschenhals bei einer Verbindung ins Netz ist. Die Benutzer von ISDN-Adaptern und anderen höherwertigen PPP-Verbindungen können größere Verbesserungen erzielen. Da OT/PPP speziell für Open Transport geschrieben ist, wird die Leistung von Open-Transport-Programmen stärker zunehmen.

Die bessere Leistung von OT/PPP hat aber ihren Preis: Zusätzliche 500 bis 600 K RAM, dazu etwas über 350 K für das PPP-Kontrollfeld (wenn Sie es offenlassen). Wenn ich bedenke, daß Open Transport auch 500 bis 1500 K RAM verbraucht, ist das eine Menge Speicher, besonders für Power Macs, die derzeit noch MacTCP fahren.

Weitere Features -- Im Gegensatz zu anderen PPP-Implementationen ist OT/PPP von vorneherein skriptfähig, sodaß versierte Skriptschreiber PPP-Verbindungen mittels AppleScript, Frontier oder anderer Umgebungen automatisieren können. Diese Skriptfähigkeit ist zwar ganz nett (die Beispiels-Skripts in AppleScript laufen sehr gut), aber kein zwingender Grund, zu OT/PPP zu wechseln. Der Skript-Zusatz Control PPP von Mark Aldritt gibt auch Benutzern von MacPPP und FreePPP einige Möglichkeiten per Skript.

<ftp://ftp.scriptweb.com/pfterry/applescript/osaxen/MacPPPControl1.5b2.sit.hqx>

Zum Glück ist Open Transport flexibel genug, OT/PPP mit früheren Installationen von MacPPP, FreePPP und dergleichen friedlich zusammenleben zu lassen. Wenn Sie Open Transport einsetzen, erstellen Sie dazu im TCP/IP-Kontrollfeld verschiedene Konfigurationen und können dann mit dem Configurations-Dialog zwischen diesen hin- und herschalten.

Für Leute, die viel auf Reisen sind, ist OT/PPP vielleicht sogar ein Schritt rückwärts. Zwar speichern die Kontrollfelder Modem, PPP und TCP/IP alle Konfigurationen, aber die Handhabung all dieser Einstellungen ist in OT/PPP (verglichen mit den Location-Optionen von FreePPP) mühsam.

Brauchen Sie OT/PPP? -- OT/PPP ist ein gelungenes Produkt (es wurde sowohl intern wie von externen Benutzern ausgiebig getestet) und es ist zu erwarten, daß OT/PPP stabiler als FreePPP oder MacPPP sein kann. Wenn Ihre derzeitige PPP-Implementation Probleme macht (und Sie über genug RAM verfügen), sollten Sie OT/PPP ausprobieren, besonders, wenn Sie ohnehin schon Open Transport 1.1.1 verwenden. Wenn Sie spezielle Features von OT/PPP brauchen - gute Kompatibilität zu Open Transport, Konfigurationen, Skriptfähigkeit -, ist OT/PPP für Sie wie geschaffen.

Apple wird auch in Zukunft MacPPP unterstützen; die FreePPP Group arbeitet weiter an der Verfeinerung von FreePPP. Noch einmal die Goldene Regel von PPP: Wenn Ihre PPP-Software klaglos läuft, gibt es für einen Wechsel keinen zwingenden Grund.

Geld im Internet verdienen

von Dan Meriwether <drm@dis.org>

[Übersetzung: Hartmut Greiser]

Wieviel Geld kann meine Firma im Internet verdienen?

Diese Frage wird mir von Geschäftsleuten häufig gestellt. Die Antwort lautet meistens: "Im besten Fall werden Sie weder Gewinn noch Verlust machen." Wenn sie sich von der Antwort erholt haben, stelle ich für gewöhnlich die Gegenfrage: "Wieviel Geld verdient eine Bank mit einem Geldautomaten?"

Bei einem Geldautomaten muß eine Bank Tausende für Installation, Versicherung, tägliche Betreuung, Miete, Netzanbindung, Upgrades, Diebstahlsicherung und andere Sachen bezahlen. Mit einem Geldautomaten verdient eine Bank kein Geld, sie zahlt dafür, sie zur Verfügung zu stellen.

Nächste Frage: "Würden Sie Kunde bei einer Bank sein wollen, die keine Geldautomaten anbietet?" Wahrscheinlich nicht. Geldautomaten stellen einen sehr geschätzten, oft auch unerläßlichen Service einer Bank dar, den wir als selbstverständlich ansehen. Meine Bankfiliale ist z.B. fast 500 km von mir entfernt, und ich habe seit mehr als zwei Jahren keinen Schalter mehr aus der Nähe gesehen.

Ich gehe nicht davon aus, daß Ihr nächstes Modem eine Auszahlungsvorrichtung haben wird, ich möchte nur darauf hinweisen, daß es im Web Dienstleistungsangebote gibt, die schnell an Bedeutung gewinnen und die gut angenommen werden. Ebenso wie sich die Verfügbarkeit der Geldautomaten in den 80er Jahren explosionsartig vergrößert hat, so werden sich auch die Web-Sites in der nächsten Zeit kontinuierlich vermehren.

Auf drei Gebieten wird das Web seine Stärken ausspielen können:

1. Unterstützung für Technik und Verkauf. Intelligente Programme auf Internet-Servern (CGIs o.ä.) können Kundenanfragen nach Schlüsselwörtern zerlegen, Wahrscheinlichkeitstabellen anlegen und Fragen in definierten Kategorien zusammenfassen. Dann werden Fragen-Sammlungen an die Personen weitergeleitet, die am besten für die Bearbeitung geeignet sind. Alternativ können auch Programme bestimmte Fragen beantworten. Automatisierte Programme sind zumindest in der Lage, dem Fragesteller eine beruhigende Empfangsbestätigung zu schicken. All diese Funktionen - ganz abgesehen von den Einsparmöglichkeiten bei den offenen und verdeckten Kosten, die entstehen, wenn Nutzer der 800er-Nummern stundenlang warten müssen - sind in hohem Maße geeignet, die Kosten für den Support von Produkten und Dienstleistungen in Grenzen zu halten. Mit Support ließ sich noch nie richtig Geld verdienen, mit dem Web lassen sich die Kosten dafür zwar nicht verhindern, bestimmt aber reduzieren.

2. Plattform für Produktinformationen und Spezifikationen. Jeder von uns hat schon gehört, wie Wettbewerbsregeln oder Vertragsbedingungen für Gebrauchtwagenkäufe mit unglaublichem Tempo zum Abschluß von TV- oder Radio-Werbespots gemurmelt wurden ["Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker..." d.Ü.]. Die Zusammenfassung, die man hier erhält, reicht in der Regel gerade aus, um die Rechtsabteilung ruhig schlafen zu lassen. Jetzt stellen Sie sich mal Magazinwerbung für verschreibungspflichtige Medikamente vor. Wie bitte - drei Seiten Superkleingedrucktes? Traditionelle Medien haben natürliche Grenzen für die Informationsmengen, die sie transportieren können. Im Gegensatz dazu können Firmen über das Web zu vergleichsweise geringen Kosten detaillierte Spezifikationen zur Verfügung stellen, ohne andere Nutzer, die sich für dieses Thema nicht interessieren, mit Informationsmassen zu erschlagen.

3. Der Verkauf von Produkten, das Updaten und der Vertrieb von Upgrades. Der Softwarevertrieb über herkömmliche Kanäle (s. TidBITS-352) ist inzwischen so teuer geworden, daß das Web den internationalen Firmen wie auch den unabhängigen Entwicklern helfen kann, viel Geld zu sparen. Über übliche Vertriebskanäle kostet es Zehntausende von Dollar, Softwareupgrades und -updates zu verteilen (z.B. der Postversand von Disketten). Die Kosten für Aufbau und Unterhalt eines Internetsystems für Tausende von Nutzern pro Tag betragen einen Bruchteil entsprechender Mailingkosten. Updates und stufenweise Upgrades können auf diese Weise viel zeitnäher durchgeführt werden. Die neuesten und interessantesten Sachen kommen auf den Markt, sobald die Entwicklung abgeschlossen ist. Man muß nicht mehr warten, bis die Neuerungen groß genug sind, um teure Mailingkosten zu rechtfertigen.

[Das stufenweise Verteilen von Software Updates hat natürlich auch seine Schattenseiten - siehe Artikel über Betaversionen in TidBITS-328. -Geoff]

Man kann jetzt natürlich einwenden "Alles schön und gut für Software-Firmen, aber was ist mit meinem Geschäft?" Das ist nur ein Modell von vielen dafür, wie man mit Hilfe des Web Geld sparen kann. Ich habe auf Subskriptionsbasis Zentralen für Handelsinformationen ausgebaut, sichere 2-Weg-Zugangspunkte für Dateien, ich habe in der ganzen Welt Planungssysteme verteilt, Bestellsysteme, die dem Käufer dabei helfen, alle benötigten Teile einer Mehrfachbestellung zu bekommen und anderes mehr. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

Was ist mit Werbung im Netz? Werbeblöcke - kleine, kastenförmige Grafiken am oberen Rand einer Webseite, die einen Surfer dazu verleiten sollen, eine bestimmte Webseite zu besuchen - haben eine Trefferrate (= erfolgreiche Weiterleitung) von zwei Prozent. D.h., von allen Besuchern, die beim "Vorbeiklicken" auf so ein Kästchen stoßen, erkunden 2% die entsprechende Seite, wenn sie gemerkt haben, daß sie Werbung vor sich haben.

Diese Werbeblöcke sind in der Regel keine besonders gute Idee. Meist sind sie aufdringlich, uneffektiv und mißverständlich. Wer im Web Werbung macht, der distanziert sich zunehmend von ihnen. Eine andere wenig geeignete Web-Werbemethode sind die "Meta-Ads". Sie zwingen den Websurfer zu einer dazwischengeschalteten Werbung, bevor er das gewünschte Ziel erreichen kann. Anders als Fernsehzuschauer sind Websurfer dieser Art von Belästigung gegenüber noch nicht so apathisch, und viele reagieren manchmal recht ungemütlich.

Vielleicht helfen einige Hintergrundinformationen, die "neue Qualität" des Web zu relativieren. Seit dem Beginn der Radiogeschichte gab es verschiedene Modelle, um die beste Werbeform herauszufinden. Schließlich kristallisierte sich die gesponserte Show als bevorzugte Methode heraus. Für das Fernsehen hat sich dieses Modell nicht als optimal erwiesen. Ich befürchte, daß es bislang noch nicht gelungen ist, die beste Werbeform für das Web zu finden.

Der beste Weg, viele Menschen für eine bestimmte Website zu interessieren - ich verrate jetzt ein Geheimnis - ist ein besonders guter Inhalt. Dafür ist es notwendig, daß Sie Ihr Publikum kennen, Sie müssen die Logs sorgfältig analysieren, und Sie brauchen exzellente Mitarbeiter mit adäquaten Arbeitsmitteln.

Hallo! Ist da wer? -- Werbetreibende haben bis heute mit einem Publikum, wie es das Web hat, noch keine richtigen Erfahrungen sammeln können. Websurfer sind - mehr als TV-Zapper - Technikfreaks. Sie sind im Web, weil sie Informationen suchen. Man darf sie nicht von oben herab oder arrogant behandeln, und man darf ihnen gegenüber auch keine unqualifizierten Behauptungen aufstellen. Das Wichtigste - bemühen Sie sich nach Kräften, ihre Wünsche zu verstehen und ihnen die Informationen zu geben, die sie brauchen.

Warten Sie nicht auf die Quoten! -- Jede kommerzielle Website macht Besucheranalysen, von denen TV-Werber nur träumen können. Trotzdem nutzt kaum eine Site diese Erkenntnisse in vollem Umfang. Diese Logs enthalten bestimmte, besonders wichtige Informationen, z.B. über die Interessen der Nutzer, ihre Lesegewohnheiten, über Dinge, die sie nicht interessieren, woher sie kommen und - bis zu einem gewissen Grad - wie lange sie bleiben. Die Informationen sind zwar nicht perfekt, aber sie sind unbezahlbare Hilfen bei der Entscheidung darüber, wie und wie oft Websites überarbeitet werden. Wer eher technisch ausgerichtet ist, wird sich auf Daten und Analyseinstrumente konzentrieren, die auf Fakten beruhen. Dabei kann das große demographische Bild verloren gehen, wenn man die möglicherweise wichtigeren unterschwelligen Informationen ignoriert.

Webhausmeister -- Viel zu oft ist der Budgetanteil einer Website nur ein Bruchteil der Unterhaltskosten. Das Web ist ein bemerkenswertes Medium, fähig, Qualität - und Reaktionen darauf - in fast gleichem Verhältnis zu dem zu produzieren, was in das Netz investiert wird. Viele nehmen den Titel "Webmaster" schon aufgrund geringer Grundkenntnisse für sich in Anspruch, ähnlich wie jemand, der einen Artikel für die Schulzeitung verfaßt hat und sich "Journalist" nennt. Der Unterschied ist nur: der Markt weiß, was ein Journalist ist. Die Arbeit eines Webmasters ist eine Fertigkeit, die man in den Griff bekommen muß. Als Voraussetzungen dafür müssen ein ausgeprägter Sinn für Design, Programmierfähigkeiten, Manager- und Führungsfähigkeit und tiefes Verständnis für viele Bereiche der Technik mitgebracht werden. Kann eine Firma einen guten Webmaster für sich verpflichten, dann passiert es oft, daß sie ihn aus Furcht, wegen schlechter Erfahrungen und aus Mangel an Verständnis mit einem unakzeptablen Budget knebelt.

Gut - Sie haben jetzt also alles gegeben, haben Ihre Site den Interessen Ihrer Besucher angepaßt, so wie Sie sie aus den Log analysiert haben, und die Arbeit Ihres Webmasters läßt Sie neidisch auf diesen Beruf werden. Warum funktioniert Ihre Site trotzdem nicht? Wir wollen einige der Probleme näher beleuchten, die viele frühe Web-Pioniere zur Verzweiflung treiben:

Wenn eine Site eine sorgfältig aufgebaute Informationsstruktur mit angemessener Informationsmenge und -qualität aufweist (Menge bedeutet, daß die Site möglichst vollständig ist; Qualität heißt, daß die Information gut geschrieben und gestaltet, außerdem angemessen und gehaltvoll ist), dann wird diese Site ihre Besucher haben.

Die Kunden gehen schon davon aus, daß ein Unternehmen eine Website unterhält; diese Erwartungen werden weiter wachsen. Auch wenn Ihre Website nie einen Pfennig einbringen wird, sie kann dabei helfen, Ihr Geschäft zu retten. So wie Banken Geldautomaten anbieten müssen, so müssen Firmen eine Website unterhalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie sollten übrigens davon ausgehen, daß Ihre Konkurrenz diesen Artikel auch liest.

[Dan Meriwether ist der Autor von "The Macintosh Web Browser Kit", erschienen bei John Wiley & Sons. Er arbeitet als Berater für Firmen wie Canon, Wells Fargo Bank, Tsutomu Shimomura und andere nationale und internationale Organisationen. Dan ist außerdem BMUGs Webmaster.]


Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Geoff Duncan [GD].

Mitarbeit an der Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].

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