Bekommt Apple böswillig Prügel von den Journalisten oder ist das nur eine Verschwörungstheorie, die sich die Apple-Verantwortlichen ausgedacht haben? In dieser Ausgabe stellt Keith Brindley ais der Sicht eines Journalisten dar, wie Apple selbst zu der negativen Berichterstattung beiträgt. Adam beschreibt, wie der Gebrauchswert eines Web-Browsers erhöht werden kann, Apple merzt einen Fehler aus, der Level-2-Caches abgeschaltet hat; das Info-Mac-Archiv ist wieder online, wir bitten Leute, die TidBITS-Ausgaben weiterverteilen, um einen Gefallen und wir stellen MacWorks als neuen Sponsor der TidBITS vor.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#377/28-Apr-97.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.dartmouth.edu/pages/TidBITS/issues/TidBITS-377.html>
Copyright 1997 TidBITS Electronic Publishing. All rights reserved.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
Copyright 1997 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier Kommunikation.
Information: <office@carrier.co.at>
Comments: <ferstl@carrier.co.at>
Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-377.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-377.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-377.etx>
MacWorks neuer Sponsor der TidBITS -- Wir heißen unseren neuen Sponsor MacWorks willkommen. MacWorks hat seinen Firmensitz in Lenexa, Kansas, verkauft hauptsächlich Hardware an Mac-Benutzer nah und fern und bezeichnet sich selbst als Gruppe von "Macintosh-Enthusiasten mit ausgeprägtem Sinn fŸr Humor". Wir sind mehrmalige zufriedene Kunden von MacWorks und haben auch während der Zeit der DealBITS-Mailingliste, 1995 und 1996, bestens mit MacWorks zusammengearbeitet. Auch die DealBITS-Leser waren von der Firma angetan, sie hat ihre Unterlagen immer pünktlich geliefert und ihre Rechnungen prompt beglichen. Nach Kansas ist es für fast alle von uns ein weiter Weg, aber mit dem Web-Browser können Sie einen virtuellen Besuch bei MacWorks machen. Beachten Sie auf der Web-Site "Hey, Stuff This!", einen regelmäßigen Cartoon mit "Mac-Schlagseite", der von Pete Steinfeld, einem MacWorks-Mitarbeiter, gezeichnet wird. [TJE]
Apple behebt Fehler beim Level-2-Cache -- Ende April hat Apple die Systemerweiterung 54xx/64xx L2 Cache Reset publiziert, mit der ein Fehler behoben wird, der in Maschinen mit der "Alchemy"-Platine den Level-2-Prozessor-Cache außer Funktion setzt. Dazu gehören Power Macintosh und Performa 6360, die Serien 5400 und 6400, die Reihe PowerBase von Power Computing und die Modelle C500 und C600 von UMAX. Falls Sie sich fragen, was der Level-2-Cache ist - ein Stück RAM-Speicher mit hoher Geschwindigkeit, meist zwischen 256 KB und 1 MB groß, das unmittelbar neben dem PowerPC-Prozessor angeordnet ist. Die CPU speichert dort Daten und Befehle zwischenzeitlich und kann so den Weg zum (relativ langsameren) RAM und zur Festplatte für oft benötigte Informationen schon beim zweiten Mal vermeiden.
Das Update brauchen Sie, wenn Sie eine der genannten Maschinen haben und entweder System 7.6.1 oder System 7.5.3 in Verbindung mit der Erweiterung 54xx/64xx Update 1.1 betreiben. Das Update setzt den Level-2-Cache wieder in Funktion, wodurch in manchen Fällen Leistungssteigerungen bis zu 30 Prozent möglich werden. Das Update ist ein sehr kleines Disk Image mit 11 KB, Sie benötigen aber Apples DiskCopy 6.1 (etwa 500 K), um das Image auf die SchreibtischoberflŠche bringen und die Erweiterung in den Systemordner ziehen zu können. [JLC]
Info-Mac wieder online -- Nach einer längeren Pause als erwartet ist das Info-Mac-Archiv an seinem neuen Standort nun wieder in Betrieb. Im Gegensatz zu den alten Archiv bei Sumex-Aim ist der neue Server nicht für anonymes FTP zugänglich; statt dessen können Info-Mac-Benutzer einen der zahlreichen Mirros rund um die Welt benutzen (darunter das HyperArchive am MIT, den Info-Mac-Mirror von AOL oder den TidBITS-FTP-Server, der ausgewählte Dateien aus dem "comm"-Verzeichnis von Info-Mac speichert).
<http://hyperarchive.lcs.mit.edu/HyperArchive.html>
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/>
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/select/>
Der Info-Mac Digest hat sein Mailing wieder aufgenommen und stellt auch wieder Mitteilungen in die <comp.sys.mac.digest>-Newsgroup. Die Moderatoren von Info-Mac haben auch den Rückstand bei den neu eingtroffenen Dateien zum größten Teil aufgearbeitet. Informastionen über das Info-Mac-Archiv und die Mailingliste finden Sie auf der Web-Site (die schon an den neuen Standort angepaßt worden ist). Herzlichen Dank an all die freiwilligen Info-Mac-Mitarbeiter, deren Bemühungen diesen schwierigen Übergang so reibungslos abgewickelt haben. [GD]
<http://www.pht.com/info-mac/>
Cyberdog 2.0 -- Apple hat Version 2.0 von Cyberdog herausgebracht, dem bekannten Satz von Internet-Hilfsmitteln auf OpenDoc-Basis. Dabei handelt es sich um die Version, die vermutlich mit System 8 im Juli dieses Jahres ausgeliefert wird. Cyberdog 2.0 weist verbesserte Unterstützung bei HTML und höhere Geschwindigkeit auf (besonders bei Webseiten und E-Mail) und kann mehrere E-Mail-Accounts handhaben. Mit Cyberdog DocBuilder können eigene Internet-Oberflächen gestaltet werden. Nach wie vor ist das Produkt an OpenDoc und den Finder in hohem Maß abgestimmt, die Unterstützung für Web-Browser-Plug-Ins, Apples Runtime for Java und AppleTalk-Netzwerke (was oft übersehen wird) sind hervorragend. Cyberdog 2.0 setzt mindestens einen 68030-Prozessor und System 7.5.3 sowie OpenDoc 1.2 voraus, das Minimum an RAM liegt bei 8 MB. [GD]
<http://cyberdog.apple.com/>
<http://opendoc.apple.com/>
Verteilen Sie die TidBITS weiter? Jede Woche erhalten zahlreiche Empfänger Ausgaben der TidBITS, die über private Mailinglisten oder online.Foren weiterverteilt werden - im Gegensatz zu direktem Bezug über E-Mail. Viele dieser Dienste sind bei Firmen intern eingerichtet, bei Usergruppen und anderen Organisationen, wo eine zentrale Empfangsadresse für die TidBITS sehr sinnvoll ist. Diese Vorgangsweise ist uns recht, aber es kann Probleme geben, wenn Mail-Errors von Adressen zu uns gelangen, die sich nicht auf direkte Abonnenten beziehen. In solchen Fällen haben wir keine andere Wahl, als die Adresse der gesamten Mailingliste aus unserer eigenen Liste herauszunehmen, um die Fehlermeldungen zum Schweigen zu bringen. Das betrifft dann natürlich viele Personen auf einen Schlag. Die TidBITS-Abonnentenliste wächst und das passiert leider immer häufiger.
Falls Sie also für eine solche Weiterverteilungsliste, ein online-Forum oder einen anderen derartigen Dienst verantwortlich sind, kontaktieren Sie bitte Geoff Duncan <geoff@tidbits.com> mit folgenden Informationen:
Diese Informationen werden strikt vertraulich behandelt (so wie die Abonnentenliste der TidBITS überhaupt!). Der Sinn dabei ist es, daß es uns möglich ist, mit Problemen besser fertigzuwerden und Unterbrechungen bei Empfang der TidBITS weitgehend zu vermeiden. Vielen Dank! [GD]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Wie viele von Ihnen verbringe ich jeden Tag viel Zeit in meinem Web-Browser. Ich sammle Informationen für Artikel, sehe mir URLs an, die per E-Mail an mich geschickt worden sind oder arbeite an einem Buchprojekt. Ich schaffe es leicht, die voreingestellten 500 Web-Sites in der History-Datei von Internet Explorer binnen Tagen zu erreichen (derzeit habe ich 2000 Sites eingestellt). Kurz gesagt: Ich teste meine Web-Browser auf Herz und Nieren und ich möchte sie so schnell wie möglich laufen sehen - innerhalb der Beschränkungen meiner 56-Kbps-Standleitung. Eigentlich hätte ich es gerne, daß ein Web-Browser meine Gedanken liest, aber das ist bei der Arbeitsweise der großen Browserfirmen noch lange Zukunftsmusik. Daher habe ich im Laufe der Zeit einige Wege gefunden, um einen Web-Browser etwas schneller zu machen - vielleicht nützt der eine oder andere Trick auch Ihnen ein wenig.
Abkürzungen -- Ich will unbedingt das Wissen um eine nette kleine Abkürzung verbreiten, die die neuesten Versionen von Netscape Navigator und Internet Explorer bieten. Die meisten Firmen-Web-Sites haben einen Domain-Namen der Form www.company.com, worin "company" für den Firmennamen steht. In den beiden großen Web-Programmen brauchen Sie nur den Firmennamen entweder im Location-Feld oder in der Open-Location-Dialogbox einzutippen und der Browser wird den Eintrag zu "www.company.com" ergänzen (denken Sie daran - das "http://" am Anfang brauchen Sie nie einzugeben, um zu einer WebSite zu gelangen). Ich bringe viel Zeit damit zu, Firmen-Sites wie die von Apple, Microsoft, Netscape, Claris, Adobe, Symantec und so weiter aufzurufen und ich bin daraufgekommen, daß es so viel schneller geht, als wenn ich den vorhandenen URL im Location-Feld editiere oder die volle Domain eingebe. Ich finde es sogar schneller als das Einrichten eines Bookmark-Eintrages. Netscape Navigator ist in dieser Hinsicht derzeit noch einen weiteren Schritt voraus - Sie können im Location-Feld auch bloß den Firmennamen und den Rest des Pfades eingeben, sodaß etwa "tidbits/tb-issues" gleichbedeutend ist mit:
<http://www.tidbits.com/tb-issues/>
Wer die meisten Knöpfe hat... -- Vor kurzem hat die linke Taste an meiner geliebten Kensington Turbomouse 4.0 ihre Funktion eingestellt, was ich zum Anlaß für die Anschaffung einer neuen Turbomouse 5.0 genommen habe, die nun vier Tasten hat. Mit der beiliegenden MouseWorks-Software kann ich die Funktionen dieser Tasten für fast jedes Programm definieren; ich habe mich bisher dabei auf meine Web-Bowser konzentriert. Meist mache ich auf allen Web-Seiten mehr oder weniger dasselbe - ich klicke auf den "Back"-Knopf, ich rolle auf Seiten, die nicht ganz auf meinen Schirm passen, auf- und abwärts. Ich habe also die beiden oberen Tasten der Turbomouse mit "Scroll Previous" und "Scroll Next" belegt, den unteren rechten Knopf mit dem Klick auf den "Back"-Button (in Wirklichkeit ist das die Tastenkombination Command-[). Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr das Browsen sich auf diese Weise komfortabler gestaltet, wenn Sie nur eine einzige Taste drücken müssen. Wenn Sie auch viel Zeit im Web verbringen, ist das vielleicht ein Anlaß, eine Maus mit mehreren Tasten oder einen Trackball anzuschaffen.
ShrinkWrap im Web -- Eine Methode zur Verbesserung der Geschwindigkeit meiner Web-Browser (die mit Navigator und mit Exporer funktioniert) habe ich kürzlich einzusetzen begonnen; sie beruht auf Aladdins ShrinkWrap 2.1, geschreiben von von Chad Magendanz (achten Sie übrigens auf die Version 3.0, die bald herauskommt und einige interessante neue Funktionen hat). Alle Web-Bowser benutzen Cache-Ordner, um besuchte Web-Seiten zu speichern und sie dann schnell - weil lokal vorhanden - zu öffnen, wenn sie wieder angefordert werden. Dateien von der Platte einzulesen geht schneller, als sie aus dem Web zu holen, ist aber immer noch nicht so schnell wie wir alle es gerne hätten. Meine Idee war, diese Dateien in einer RAM-Disk zu speichern. Ich kann auf diese Weise alle diese Cache-Dateien von meiner Festplatte fernhalten, wo sie nur stšren; außerdem verringere ich die Zahl der Schreibvorgänge auf meine Platte und daher auch das Risiko, bei einem Absturz während des Schreibens einer Cache-Datei die Dateienstruktur zu zerstören.
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/disk/shrink-wrap-21.hqx>
Zuerst habe ich die RAM-Disk-Funktionen ausprobiert, die das Speicher-Kontrollfeld anbietet, aber das war keine gute Lösung. Die Inhalte einer solchen RAM-Disk gehen verloren, wenn der Mac abgeschaltet wird und sie kann sogar ihren eigenen Namen vergessen, was alles hinfällig werden läßt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer den Vorschlag gemacht hat, ShrinkWrap zu nehmen, womit ein Disk-Image im RAM geladen werden kann. Dadurch entsteht eine dauerhafte RAM-Disk.
Die Vorgangsweise ist nicht schwierig, aber so einfach, daß sie sich aufdrängt, ist sie auch wieder nicht. Starten Sie ShrinkWrap und öffnen Sie den Preferences-Dialog. Markieren Sie "Keep mounted images in RAM" und "Mount images unlocked by default", damit Sie von Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers profitieren und Ihr Browser in das Disk-Image-Volume schreiben kann. Die Pop-Up-Menüs müssen auf "ShrinkWrap Image File" stehen, sonst werden die Images nicht automatisch geladen. Aus dem Image-Menü wählen Sie "New Image", benennen Ihr Image-Volume, klicken auf den Other-Knopf und geben die Größe ein, die Sie wollen.
Wenn Sie genug Arbeitsspeicher haben, empfehle ich 5 MB. Die Browser verbrauchen nicht all diesen Speicher (sie würden das auch auf der Festplatte nicht tun). Viel mehr Zuweisung ist nicht sinnvoll, außer Sie besuchen oft Web-Sites mit Shockwave Director. Ihr Borwser sollte die Seiten einmal pro Sitzung prüfen, da Sie sonst Änderungen verpassen könnten.
Wenn Sie nun auf den OK-Button klicken, erstellt ShrinkWrap eine Image-Datei (wenn nichts anderes eingestellt ist, auf dem Desktop). Wenn Sie diese Datei doppelklicken, wird sie von ShrinkWrap als Volume geladen. Nun stellen Sie dieses Volume in Ihrem Browser als Ort für die Speicherung der Cache-Dateien ein.
In Internet Explorer öffnen Sie dazu den Preferences-Dialog über das Edit-Menü und klicken auf "Advanced". Die Cache-Einstellungen sollen auf das Maximum von 5 MB gesetzt sein. Klicken Sie auf den Change-Button, um das neu erstellte ShrinkWrap-Volume zuzuweisen. Um den bisher belegten Platz auf der Platte freizumachen, können Sie auf die Empty-Taste drücken, bevor Sie auf das ShrinkWrap-Volume wechseln.
In Netscape Navigator wählen Sie aus dem Options-Menü die Network Preferences aus. Klicken Sie auf Cache und setzen Sie den Cache auf etwa 5 MB; mit dem Browse-Button weisen Sie das neue ShrinkWrap-Volume dem Browser zu. Auch hier können Sie vorher (mit Clear Disk Cache Now) den von den Cache-Dateien auf der Platte belegten Platz freimachen.
Wenn Sie Ihren Browser dann so eingestellt haben, daß er das ShrinkWrap-Volume benutzt, stellen Sie noch sicher, daß es schon geladen ist, wenn der Browser startet (sonst sucht sich der Browser für die Cache-Dateien selbst einen anderen Platz auf der Festplatte - Internet Explorer ist hier nicht leicht zu durchschauen, welcher Ordner dafür benutzt wird; Netscape Navigator scheint immer auf den Cache-Ordner im Preferences-Ordner auf dem Start-Volume zurückzugehen). Ziehen Sie also die mit ShrinkWrap erstellte Disk-Image-Datei (nicht das geladene ShrinkWrap-Volume!) in den Startobjekte-Ordner in Ihrem System, dann wird das Volume von ShrinkWrap bei jedem Start des Mac automatisch geladen.
Ein kleines Problem besteht darin, daß Sie kein Alias eines Web-Browsers in diesem Startobjekte-Ordner plazieren können, weil der Browser dann startet, bevor ShrinkWrap noch das RAM-Volume geladen hat. Sie könnten die Schwierigkeit umgehen, indem Sie mit passender Benennung der Dateien in Ihrem Startobjekte-Ordner eine bestimmte Reihenfolge vorgeben; eine bessere Lösung könnte das Hilfsprogramm Delayed Startup Items von Exta Software (Shareware, 8 US$) sein, das solange wartet, bis der Mac nach dem Hochstarten einen Moment untätig ist und dann die Objekte in einem speziellen Ordner "Delayed Startup Items" startet.
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/cfg/delayed-startup-items.hqx>
Wenn Sie den Web-Browser irgendwann einmal starten und das ShrinkWrap-Volume ist gerade nicht sichtbar (weil Sie etwa Ihr Gerät mit abgeschalteten Erweiterungen gestartet haben und dann eine HTML-Datei auf den Web-Browser ziehen), müssen Sie damit rechnen, daß der Browser einen anderen Cache-Ordner benutzt. Es lohnt sich jedenfalls, ab und zu nachzusehen, ob Ihr ShrinkWrap-Volume auch noch als Cache-Ordner benutzt wird.
Wenn Sie das alles erst einmal gemacht haben, können Sie sich über die verbesserte Geschwindigkeit beim Lesen der Cache-Dateien von der RAM-Disk freuen; außerdem halten Sie ja hunderte Dateien von Ihrer Festplatte fern.
[Anmerkung des Übersetzers: Auf der Web-Seite http://www.javanet.com/%7Eup/cache.htm habe ich von Al Alexander einen ganz anderen, bizarr anmutenden Vorschlag zum beschleunigten Web-Browsen gefunden: Er hat den Cache in Netscape Navigator 3.0 auf 0 (ja, richtig gelesen - auf null!) gesetzt und dem Browser nur etwas mehr RAM zugewiesen - das ist alles. Die Methode funktioniert, ich habe sie ausprobiert, laut Al auch in Netscape Navigator 2.0. Ein gewisser Nachteil: Es bleiben keine Dateien über das Ende der Browser-Sitzung hinaus erhalten. --Walter]
von Keith Brindley <keith@brindley.demon.co.uk>
Als ich den Artikel von Ian Gregson über seine Erfahrungen mit Macintosh im Detailverkauf gelesen hatte (siehe TidBITS-367), war ich erstaunt, wie sehr dies der Situation hier in Großbritannien ähnelt. Ich habe mir erwartet, daß Apple sich eher über Vorurteile in den Computerläden beklagen als die Methoden ändern werde, mit denen Macs in diesen Vertriebskanälen verkauft werden. Schließlich ist es Apples übliche Vorgangsweise in solchen Fällen, den Angreifer anzugreifen. Ich weiß, wovon ich rede - ich bin Journalist und habe die Tiefen des Mißgeschicks von Apple mitgemacht (nicht persönlich, sondern im Rahmen meines Berufs). Wenn ich einmal die Metaphern durcheinandermischen darf: Apple hat lange genug den Überbringer schlechter Nachrichten zum Schuldigen an Sachverhalten erklärt, die durchaus hausgemacht waren. Apples primäre Darstellung besteht darin, schlechte Presseberichte als Grund für flaue Verkäufe zu Weinachten zu nennen oder für größere Quartalsverluste als ursprünglich erwartet.
Die Presse zum Buhmann zu machen ist allerdings nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte beginnt mit der Frage: Was ist mit den Journalisten, wie fühlen die sich? Wir sind in der Regel ein apathischer Haufen (und das ist auch schon Teil des Problems, wie wir sehen werden), extrem träge, oft Trunkenbolde, jederzeit bereit, sich der großen Mehrheit anzuschließen, zögernd beim Ausprobieren von Neuem und möglicherweise Besserem, nur auf der Suche nach einem kostenlosen Abendessen und immer in Sorge um den Scheck am Ende des Monats. Zumindestens ist das die allgemeine Wahrnehmung - macht nichts, daß sie weitgehend unzutreffend ist.
Im Journalismus ist Zeit der wichtigste Faktor, wie ich darlegen werde - Apple scheint diese Tatsache nicht zu verstehen. Auch wenn wir versuchen, dies Apple zu erklären, dringen wir damit durch? Natürlich nicht. Haben Sie je versucht, an einen leitenden Mitarbeiter bei Apple eine E-Mail zu senden? Wenn ja, haben Sie eine Antwort erhalten? Ich glaube nicht.
Der Blickwinkel eines Journalisten -- Der Artikel von Ian Gregson hat mich auf die Idee gebracht, die Perspektive eines Journalisten zu schildern. Zwar wohne arbeite ich in Großbritannien, aber was ich von der anderen Seite des Teichs gehört habe, ist die Situation dort ähnlich. Vielleicht hat irgend jemand bei Apple ein Ohr am Puls des Internet (Metaphern sind dazu da, durcheinandergemischt zu werden - sie erregen mehr Aufmerksamkeit als sauber eingesetzte Nennformgruppen) und daher wird unter Umständen dieser Bericht irgendeinen positiven Effekt haben (wenn ich mir so vorstelle, daß die Person, die den Artikel liest und dann den Puls prüft, Doktor Amelio höchstderoselbst sein könnte... Aber nein, das werden wir nicht erleben).
Beginnen wir also mit vier Fakten:
Damit das vierte Faktum verständlich wird, muß ich ein wenig auf die Hintergründe des redaktionellen Prozesses eingehen. Für einen Journalisten ist es wichtig, die benötigten Informationen schnell zu bekommen. Wenn ein Redakteur mich beauftragt, eine Besprechung oder ein Feature zuschreiben, will er die Arbeit innerhalb von wenigen Tagen haben. Sogar wenn ein Thema vorausgeplant ist, habe ich nur ein bis zwei Wochen für die Beschaffung von Informationen. Dies gilt für allen Sparten des Journalismus hier in Großbritannien, egal welches Medium (Magazin, Tageszeitung, Rundfunk) und ich nehme an, daß es in den U.S.A. nicht anders ist. Journalisten brauchen ihre Informationen rasch. Mit anderen Worten: Journalisten können nicht über ihren Abgabeschluß hinaus auf Informationen warten, bis es Apple genehm ist, diese zu liefern.
Für Firmen wie Apple ist es relativ leicht, Informationen in schriftlicher oder mündlicher Form zugänglich zu machen. Alle elektronischen Kommunikationskanäle (E-Mail, HTML, PDF, sogar Fax und Telefon) können dazu beitragen, Journalisten die notwendigen Informationen rasch zukommen zu lassen. In den letzten Monaten hat Apple erfreulicherweise die Informationpolitik zu verbessern begonnen. Apples Web-Sites werden immer angenehmer zu benützen, die auf ihnen angeführten Links sind zunehmend besser koordiniert. Ich nutze sie häufig als erste Quelle, wenn ich schnell Informationen brauche. Apple bessert sich in dieser Hinsicht, keine Frage.
Wenn ein Journalist über ein bestimmtes Produkt schreibt, muß er dieses zur Verfügung haben, damit er sich ein Bild aus erster Hand machen kann. Ich kann kein Produkt besprechen, das ich nicht zum Testen habe. Auf diesem Gebiet mangelt es bei Apple besonders an koordinierter Betreuung der Medien.
Einige Beispiele -- Hier will ich einige reale Beispiele bringen, die mir untergekommen sind. Sie mögen für mein Land spezifisch sein, aber wenn ich Magazine aus den U.S.A. lese, komme ich zu dem Schluß, daß das Problem bei Apple und allen Tochterfirmen verbreitet ist.
Zunächst: Wie gehen andere Firmen mit Journalisten um? Nehmen Sie zum Beispiel Microsoft U.K.: Es gibt eine Presseagentur (Text 100), die eine reservierte Help-Nummer im Namen von Microsoft nur für Journalisten betreibt (kein Ärger mit Nebenstellen, keine nervtötende Wartemusik am Telefon). Wenn ein Journalist ein Produkt für einen Artikel braucht, wird von Text 100 die unverzügliche Zustellung als Eilpaket veranlaßt - ohne überflüssige Fragen. Das Produkt ist eine unverkäufliche Version (NFR - not for resale) und wird Eigentum des Journalisten. Microsoft kennt den Wert, den positive redaktionelle Beiträge haben. Andere erfolgreiche Firmen (im Software- wie im Hardwarebereich - Adobe, Macromedia, Visioneer, um nur einige zu nennen) haben ähnliche P.R.-Einrichtungen. Sogar Quark hat die Beziehungen zu den Medien gut organisiert.
Wie sieht das nun bei Apple U.K. aus? Apples Presseagentur in Großbritannien nimmt Ihren Anruf entgegen und muß das Produkt dann bei Apple besorgen. Meistens hat Apple nur zwei oder drei Exemplare eines Produkts zum Gebrauch der P.R.-Agentur auf Leihbasis reserviert - es muß also nach gewisser Zeit zurückgegeben werden. Üblicherweise sind diese Leihstücke bei den Journalisten sehr begehrt und es vergehen Wochen, bis ein bestimmter Schreiber an der Reihe ist, ein Exemplar geliehen zu bekommen.
Mein Extrembeispiel für diese mangelhafte Betreuung ergab sich, als ich vor etwa einem Jahr an einer Artikelserie über Online- und Internet-Dienste schrieb. Ich wollte im Rahmen der Serie auch einen Blick auf Apple eWorld-Dienst (der inzwischen eingestellt ist) werfen. Die P.R.-Agentur sagte mir, daß es nur zwei Accounts gäbe, die für britische Journalisten (zwei für das ganze Land?) reserviert seien, aber ich könnte für ein paar Wochen einen Account haben, wenn ich sechs Woche warten könne - ich sei der vierte in der Warteschlange. Ich war in der glücklichen (unnd seltenen) Position, eine mehrteilige Serie in einem monatlichen Magazin zu schreiben, also dachte ich daran, eWorld irgendwo später zu behandeln und willigte ein. Wenn ich an einem Einzelartikel gesessen wäre, wie das die Regel ist, hätte ich eWorld einfach auslassen müssen. Der Account wurde mir pünktlich nach sechs Wochen zugestellt und ich habe ihn auf die Seite gelegt, bis ich zu dem Teil der Serie kam. Später versuchte ich mich einzuwählen und wurde von eWorld abgewiesen, weil ich die zwei Wochen Leihfrist um zwei Tage überschritten hatte. Wie die meisten anderen Journalisten, die dieselben Erfahrungen machen mußten, habe ich also nichts über eWorld geschrieben und damit meinen ungewollten Beitrag zum Hinscheiden des online-Dienstes geleistet.
Wie sorgt Microsoft dafür, daß die Journalisten dem Haus gewogen bleiben? Jeder Journalist, der das will, kann auf Dauer einen kostenlosen Zugang zum Microsoft Network haben. Andere Online-Dienste in Großbritannien (AOL und CompuServe) halten es genauso, ebenso die meisten Internet-Provider. Kurzum - vielleicht ist das der Grund, warum Apple bei eWorld den Strom abdrehen mußte - nicht weil es ein schlechter Dienst gewesen wäre (ich kann dazu nichts sagen - ich habe ja nie Zugang gehabt), sondern weil er wegen Apples Schwerfälligkeit kaum in den Medien beschrieben worden ist.
Nach meinen Erfahrungen sind das alles keine Ausnahmen. Dieselbe Prozedur habe ich mitgemacht, als ich das MessagePad 130 besprechen wollte. Mir wurde erklärt, daß ich eins für die Dauer einer Woche leihen könne, aber frühestens etwa vier Wochen nach meiner Anfrage. Wie alle (vielleicht mit Ausnahme von Apple) wissen, muß man einen Newton mindestens einen Monat benutzen, bis man einigermaßen damit vertraut ist. Ein Journalist, der nur eine Woche ein MessagePad zur Verfügung hatte, kann beim besten Willen keinen fundierten Artikel darüber schreiben.
Wenn eine neue Technologie wie der Newton eingeführt werden soll, sollte Apple MessagePads an alle High-Tech-Journalisten in der Welt verteilen - als verlorene Investition sozusagen. Ich halte es nicht für unangemessen zu sagen, daß die Newton-Plattform heute weiter verbreitet wäre, wenn Apple dies getan hätte. Das weit unterlegene Windows CE (auch hier braucht wieder ein interessierter Journalist nur bei der nächsten P.R.-Agentur von Microsoft anzurufen, um ein Gerät zu bekommen) hat gute Chancen, sich durchzusetzen, wo die Newton-Plattform es nicht schaffen wird. Es genügt nicht, nur den Leuten zu sagen, wie gut eine neue Technologie ist, Sie müssen es beweisen.
In Großbritannien gibt es nicht mehr als etwa 400 Journalisten, die das Computerkaufverhalten der hiesigen Normalverbraucher beeinflussen. Diesen 400 Personen jeweils einen Newton und einen Mac 6500/300 zu schenken, scheint eine große Ausgabe, aber dem stehen doch potentielle Umsätze gegenüber, die in die Millionen gehen. Niemand (ich meine das wörtlich: niemand) kauft einen Computer, ohne eins der Computer-Magazine an den Zeitschriftenständen gelesen zu haben. Außer in den Mac-spezifischen Magazinen wird Apple kaum erwähnt und daher wird Otto Normalverbraucher denken, der Mac sei keine nähere Betrachtung wert sei. Q.E.D.
Die Malaise ist freilich nicht auf Apple als Mutterfirma beschränkt. Vor ein paar Monaten hatte ich einen Auftrag erhalten, für Internet Today einen vergleichenden Artikel über E-Mail-Software zu schreiben. Natürlich wollte ich darin auch Claris Emailer aufnehmen, aber weder der Redakteur noch ich konnte rechtzeitig eine Packung des Programms bekommen, um die Abgabe frist einhalten zu können (die ziemlich üblichen zwei Wochen). Ich mußte mir über das Netz eine 30-Tage-Demo herunterladen, um das Produkt überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Das nenne ich deswegen unbefriedigend, weil ich für treffendere Ausdrücke zu höflich bin. [Vielleicht ist eine Besserung der Situation schon in Sicht - die TidBITS haben eine volle Version von Emailer 2.0 erhalten, einen Tag bevor das Produkt offiziell augeliefert wurde; zwei weitere Exemplare sind unerklärlicherweise zwei Wochen später eingetroffen. -Adam]
Es geht nicht um Geschenke -- Ich versteh, wenn viele Leser jetzt denken, daß ich und meinesgleichen nur darauf aus sind, Dinge geschenkt zu bekommen. Das ist falsch. Freiexemplare sind im Journalismus etwas Selbstverständliches - Sie sollte einmal meinen Dachboden sehen: vollgestellt mit Sachen, die ich für Artikel bekommen habe. Abgesehen davon, daß ich über diese Dinge geschrieben und dafür bezahlt bekommen habe, erwächst mir aus ihnen kein finanzieller Vorteil. Firmen, die kostenlos Produkte als Teil des Marketings verteilen, heimsen ihre Belohnung in Form von Präsenz im redaktionellen Teil der Medien ein. Wenn die verteilten Produkte gut sind, wird auch ihre Beurteilung in den Artikeln positiv sein. Professionelle Journalisten haben nicht die Zeit, einer Firma wie Apple wegen Produkten nachzulaufen. Wenn es keine Exemplare eines Produkts für sie gibt, können sie nicht dessen Vorzüge entdecken. Schlimmer noch, sie könnten im negativen Sinn darüber schreiben, weil sie kein Exemplar bekommen haben. Wenn Sie wissen, wie Journalismus sich abspielt, sehen Sie auch gleich, was bei Apple auf diesem Gebiet schiefläuft.
Ich bin ein Mac-Benutzer; ich liebe den Mac wie fast jedes andere Produkt von Apple. Aber ich bin frustriert. Ich will, daß auch alle Anderen Macs benutzen. Ich bin bereit, mich mit Problemen wie den beschriebenen herumzuschlagen, weil ich den Mac liebe.
Andererseits brauchen Journalisten, die meine Zuneigung zum Mac nicht teilen, sich nicht mit diesen Problemen zu befassen und sie werden das auch nicht tun - und daher kommt die schlechte Berichterstattung, die Apple anscheinend immer hinzunehmen hat. Viel davon ist in Wirklichkeit nicht schlechte Presse, sondern fehlinformierte Presse. Das Problem besteht nicht darin, Produkte bereitzustellen, die die Journalisten schnell brauchen; es geht vielmehr darum, daß diese Produkte sehr rasch bereitstehen. Ohne die Testprodukte fehlt ihnen von vorneherein der Anreiz, weiter nach Informationen zu suchen, sodaß eine Henne-und-Ei-Situation entsteht. Ehe Apple das Problem nicht wirklich angeht und Journalisten unterstützt statt ihnen Schuld zuzuweisen, wird die schlechte Berichterstattung sich nicht ändern.
Bitte, Gil und Konsorten, ändert das!
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF].
Copyright and address info
TidBITS Home Page
Vorhergehende Ausgabe
Nächste Ausgabe