Fragen Sie sich, was Sie tun sollen, wenn Sie das nächste Mal einen Konflikt Ihrer Systemerweiterungen erleben? Adam bringt in seiner Besprechung von Casady & Greenes Conflict Catcher 4.0 einige Vorschläge. Wir setzen unsere Berichterstattung zur Macworld wie jedes Jahr mit den Superlativen der Expo fort; wir berichten über einen erfolgreichen Versuch, den Server Hacke im Rahmen des zweiten Crack-A-Mac-Bewerbs zu knacken und bringen weitere Aspekte zur Fusion von Macworld und MacUser. Nicht zuletzt lesen Sie einige Hinweise, wie Word-Makroviren zu vermeiden sind.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#393/18-Aug-97.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-393.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-393.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-393.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-393.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Geknackt! -- Zur Überraschung der Mac-Internet-Gemeinschaft wurde im zweiten Crack-A-Mac-Bewerb der Web-Server Hacke (siehe TidBITS-387) vor kurzem geknackt. Anders als im ersten Crack-A-Mac-Bewerb (wo sich ein Mac-Web-Server ohne besondere Erweiterungen den Angriffen stellen mußte, siehe TidBITS-378) beruht der zweite Durchgang auf einer vielseitigen Konfiguration mit Software von Drittanbietern zur Fernwartung, Datenbankzugang und weiteren Zusätzen. Es scheint, als ob der erfolgreiche Knacker es mit Hilfe eines Sicherheitsmangels in Lasso geschafft hat, einem CGI von Blue World Communications, das die Verbindung zwischen WebSTAR und FileMaker Pro herstellt. Blue World hat für Lasso eine Patch-Datei zur Behebung des Mangels bereitgestellt; Pacific Coast hat die SiteEdit-Produktserie ebenfalls überarbeitet, um ähnliche Risiken auszuschalten. Der Crack-A-Mac-Bewerb geht weiter; noch immer sind 100.000 Schwedenkronen für alle weiteren erfolgreichen Knackversuche ausgeschrieben - bis zum 15. Oktober 1997. [GD]
<http://hacke.infinit.se/>
<http://www.blueworld.com/>
<http://www.pacific-coast.com/>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Es ist mir klar: Ich habe vor einige Zeit gesagt, ich würde nicht mehr über Makroviren schreiben; ich konnte aber nicht widerstehen, die folgenden nützlichen Informationen weiterzugeben.
Michael Gibbs
<michael.gibbs@cas.honeywell.com>
merkt an:
Ein paradoxer Aspekt Ihrer Warnung vor mit Viren infizierten Disketten liegt darin, daß die Installer-Routinen vieler Programme empfehlen, die Erweiterungen abzuschalten; damit wird in vielen Fällen das Immunsystem Ihres Macs außer Funktion gesetzt. Ich lasse üblicherweise SAM alle Installationsdisketten prüfen, ehe ich ohne Erweiterungen neu starte.
Michaels Verhalten ist sehr wichtig - es ist eine gute Idee, Originaldisketten vor der Installation auf Viren zu überprüfen. Allerdings sind die Dateien oft in komprimierter Form auf den Installationsdisketten gespeichert; das kann verhindern, daß eine Infektion entdeckt wird. Besonders Vorsichtige werden also unmittelbar nach der Installation eines neuen Programms eine zweite Prüfung vornehmen.
Ein Microsoft-Mitarbeiter (nicht unbedingt in offizieller Funktion)
schreibt:
Die nächste Version von Word für de Mac wird dasselbe Niveau an Schutz aufweisen wie Word 97 for Windows. Word wird den Benutzer warnen, wenn ein Dokument, das Makros enthält, geöffnet wird und es ermöglichen, die Datei mit deaktivierten Makros zu öffnen. Diese Option wird in der Voreinstellung aktiviert sein. Word wird auch das Sperren und einen Paßwortschutz für die Normal-Vorlage auf der Ebene der VBA-Projekte anbieten; damit wird verhindert, daß Makros der Normal-Vorlage hinzugefügt werden, es beschränkt aber nicht die Anpassung anderer Elemente, wie Toolbars oder Formatierungen. All dies wird in Word selbst implementiert sein und daher nicht von den Einschränkungen betroffen sein, die derzeit in SCANPROT vorliegen.
Ihre Ansicht, daß Makros eine Umwandlung nicht überleben, ist vollkommen richtig. Derzeit laufen alle Umwandlungen zu und von Word über RTF als Austausch-Format. Es hat noch nie einen Weg gegeben (und es wird vielleicht nie einen geben), Makros in RTF zu erhalten; daher entfernen Formatumwandlungen sämtliche Makros aus einem Dokument. Damit haben alle Benutzer eine einfache Methode in Händen, Dokumente zu desinfizieren: Speichern Sie einfach ein Dokument als RTF [in einigen Speichern-Dialogboxen auch Interchange Format genannt, -Tonya] und lesen Sie sie dann wieder in Word ein. Der Inhalt der Dokumente bleibt unverändert, aber Makros sowie spezielle Menü- und Tastaturbelegungen werden entfernt.Kendall Bullen <kendall@his.com> gibt folgenden Tip:
Statt eine Datei, die ein Makro enthalten könnte, zu öffnen, erstellen Sie ein neues Word-Dokument, wählen "Datei" aus dem "Einfügen"-Menü und setzen die verdächtige Datei in das neue Dokument ein. Word fügt den formatierten Text ein, aber Makros laufen nicht automatisch ab, die ausgeführt werden, wenn Sie die Datei normal öffnen (es gehen auch andere Vorlagen-Informationen verloren). Wir haben diese Methode benutzt, um mehrere Word-6-Dokumente zu "säubern" und sie hat bei uns gut funktioniert.
Jonathan Rynd <jrr7@cornell.edu> teilt uns mit, daß Padgett Peterson einen Freeware-Makro-Scanner namens MacroList für Microsoft Word geschrieben hat, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat.
<http://www2.gdi.net/~padgett/av.htm>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Einer der erfreulichsten Aspekte einer Macworld Expo ist die Suche nach Produkten und Ereignissen, die in irgendeiner Weise aus dem Rahmen fallen. Meine Suche hat dieses Jahr einige bemerkenswerte Funde mit sich gebracht.
Die kreativste Verwendung von Gemüse -- David Pogue, Autor des Buches The Weird Wide Web, brachte mit Hilfe eines selbstgebastelten Apparats aus Holz, Nägeln und dem Stromkabel aus einer alten Lampe ein Stück eingelegtes Gemüse zum Glühen und Blinken; die Elektrizität aktiviert das Salz, mit dem das Gemüse behandelt war. Als die Leute zu lachen begannen, rief er aus: "Bitte, das ist Wissenschaft!"
Eine nicht ganz überwältigende Attraktion -- Power Computing hatte im Vorjahr einen Bungee-Jump-Turm über dem Hafen von Boston aufgestellt. Diesmal trat Power mit einer weniger aufregenden Variante des Power Tower an: Bei der Power Zip Line konnte man sich in ein Geschirr schnallen und ein geneigtes Seil entlang nach unten zum Boden gleiten. Es war nicht schlecht, aber doch nicht dasselbe, wie kopfüber dem Hafen entgegenzustürzen.
Beste Unterhaltung -- Ich selbst habe ihn leider verpaßt, aber viele Leute haben mir von dem fulminanten Auftritt des Soul-Paten James Brown bei der Vorstellungsparty von Mac OS 8 erzählt, der zwei Stunden dauerte.
Das mißlungenste Kostüm -- Auf jeder Expo scheint es eine Firma zu geben, die ihre Mitarbeiter in Kostüme steckt. Diesmal geht der Sieg in dieser Kategorie an Hitachi, wo es eine Verkleidung zur Vorstellung der neuen digitalen Kamera MPEG Cam gab. Das Kostüm war allerdings aus Stoff und Schaum, was sich letzlich auf das Aussehen der attraktiven Kamera ungünstig auswirkte.
Beste Unterhaltung an einem Stand -- Dieser Preis geht ganz klar an den Zauberer Joel Bauer, dessen Kunststücke zu den Starmax-Kompatiblen von Motorola ständig eine große Anzahl von Zusehern zum Stand lockte. Bauer ist nicht nur ein hervorragender Zauberer, er war auch sehr gut informiert und arbeitete aus dem Stegreif. So war jeder Auftritt anders als der vorhergehende.
Das nützlichste Geschenk -- Motorola gab an alle, die die Präsentation bis zum Ende angesehen hatten, sehr robuste Nylon-Taschen aus, die im Gegensatz zu vielen anderen Messetaschen nicht schon am zweiten Tag zerrissen waren.
Das beste Werbegeschenk -- Diese Expo fiel zwar durch die Seltenheit von Geschenken auf, aber von den Gummi-Aliens, die bei Alien Skin Software verteilt wurden, war ich sehr angetan. Sie waren nicht nur eine interessante Mischung aus hübsch und häßlich, ihre Farben entsprachen auch manchmal den Haarfarben der Mitarbeiter, die sie unter die Leute brachten.
Beste selten erwähnte Neuigkeit der Show -- Tief im Innern des Apple-Pavillons zeigte eine Reihe von Firmen ihre Rhapsody-Applikationen; es wurde deutlich, daß das Betriebssystem der nächsten Generation gute Fortschritte macht. Apple lenkt zwar derzeit die Aufmerksamkeit von Rhapsody eher weg, um Millionen Exemplare von Mac OS 8 verkaufen zu können, aber sobald das System der nächsten Generation erscheint, wird es schon Software dafür geben. Besucher konnten mit funktionierenden Programmen herumspielen, die unter frühen Versionen von Rhapsody liefen.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Ich wurde mit Antworten auf meinen Artikel zur Verschmelzung von MacUser und Macworld (TidBITS-392) geradezu überschwemmt. Das hat mich, offen gesagt, überrascht, da ich in dem Artikel keinerlei kontroversiellen Punkte vorgebracht habe. Wie es scheint, nehmen die Menschen ihre Abonnements sehr ernst.
Die Abonnements -- Zuerst: Auf der Web-Site von MacUser wird klargestellt, daß die vereinigten Magazine bestehende Abonnements erfüllen werden; Macworld-Abos werden fortgesetzt, solche für MacUser werden in Macworld-Abonnements umgewandelt. Falls Sie beide Magazine bezogen haben, wird Ihr MacUser-Abo an das Ende der Bezugsdauer von Macworld angehängt.
<http://www.zdnet.com/macuser/mumwfaq.html>
Klarstellung für das Ausland -- Als nächstes hätte ich anmerken sollen, daß die internationalen Versionen von Macworld und MacUser in keinem Zusammenhang mit den U.S.-Publikationen gleichen Namens stehen, obwohl sie manchmal Artikel aus den U.S.-Magazinen nachdrucken. Die Fusion betrifft diese internationalen Publikationen in keiner Weise.
Die Rolle des Internet -- Die meisten Reaktionen von lesern bezogen sich auf meine Gedanken zur Rolle, die das Internet bei den allgemeinen Schwierigkeiten der Magazine spielen könnte. Viele Leser gaben an, daß sie Macworld oder MacUser nicht mehr beziehen, weil sie jetzt die Informationen aus dem Internet holen (oft von den Web-Sites von MacUser und Macworld) und dies schneller und billiger als aus den Magazinen (die Preise von U.S.-Magazinen sind im Ausland oft exorbitant hoch). Wie zu erwarten war, leben die meisten Leute, die die mangelnde Aktualität und die Kosten der Print-Magazine beklagen, außerhalb der U.S.A. und Kanadas, aber auch in Nordamerika gibt es Personen, die das Internet dem Papier vorziehen. Es ist klar, daß TidBITS-Leser nicht repräsentativ sind, weil sie ja schon den Schritt von Printmedium zum Internet als Informationsquelle getan haben; niemand bei MacUser und Macworld war der Ansicht, das Internet spiele eine Rolle beim Schwund an Abonnenten und Anzeigenumsatz.
Wie auch immer, für Einwohner der U.S.A. ist es naheliegend zu glauben, daß Leser in Übersee nur einen kleinen Anteil an der gesamten Verkaufszahlen von Macworld und MacUser ausmachen. Diese Zahlen sind nicht bekannt; wir wissen aber immerhin, daß etwa 20 Prozent der Bezieher auf der TidBITS-Mailingliste im Ausland leben. Dennoch warnt Andrew Nielsen <andrew@starfish.net.au>:
Verallgemeinerungen betreffend den Verbrauch U.S.-amerikanischer Produkte im Ausland sind mit Vorsicht zu genießen, besonders, wenn es keine Daten gibt, die solche Vermutungen stützen. Es hat einige Zeit gedauert, bis die Mächtigen bei Apple begriffen hatten, daß an die 40 Prozent aller Macs jenseits der Grenzen gekauft werden. Ich war auch ziemlich aufgebracht, als ich auf der ersten WWDC die vielen Zugänge zum Registrieren für U.S.-Besucher sah, aber nur einen einzigen für "weltweite" Teilnehmer - das sagt wohl einiges.
Was ist mit MacAddict? -- Einige Leute fragten sich, ob MacAddict, das seit etwa einem Jahr erscheint, einige der Probleme von Macworld und MacUser verursacht haben könnte. Scherzhaft sagte mir Cheryl England von MacAddict, ihre Publikation sei klarerweise der Hauptgrund der Fusion; im Ernst fuhr sie fort, die verbreitete Auflage von MacAddict liege derzeit bei 160.000 und sei nach der letzten Mediaanalyse vor sechs Monaten (damals wurden 127.000 Exemplare ausgewiesen) weiter laufend gestiegen. Keine Frage, der Optimismus und die freche Neulingshaltung von MacAddict stellen eine Alternative zu den gesetzteren Tönen bei MacUser und Macworld dar - das wurde auch von einigen unserer Leser angemerkt.
Cheryl wies darauf hin, daß MacAddict vielleicht Macworld und MacUser in anderer Weise tangiert hat. Zum ersten könnten die Verkäufe der beiden großen Magazine in den Zeitschriftenläden zurückgegangen sein, als MacAddict dazukam. Alle, die nach einem Mac-Magazin suchten, hatten plötzlich drei statt nur zwei Publikationen zur Auswahl, was den beiden alteingesessenen sicher nicht geholfen hat.
Dazu hat nach Cheryls Meinung die CD-ROM von MacAddict, die jeder Ausgabe beiliegt, ebenso wie die Web-Site des Magazins (die gleichzeitig mit Heft und CD-ROM gestaltet wird) einiges an Werbung von den größeren Magazinen weggelockt haben könnten. America Online kann z.B. Platz auf einer CD-ROM kaufen statt eine ganze CD zu sponsern. Werbung auf CD-ROMs scheint etwas völlig anderes zu sein als gedruckte oder Online-Werbung, da sie ein geeigneter Weg ist, große Dateien zu verteilen (wie die AOL-Zugangssoftware oder sperrige Spiele-Demos).
Der Verkauf von Anzeigen -- Diese Überlegungen zur Höhe von Auflagen gehen aber insofern am Wesentlichen vorbei, als Printmedien das meiste Geld über verkaufte Werbung einnehmen. Mir wurde gesagt, daß die Einnahmen aus Abonnements kaum die Druck- und Vertriebskosten eines Magazins decken, die Anzeigen hingegen die Zahlungen für Personal und Infrastruktur sowie einen allfälligen Gewinn ermöglichen. Wenn man die Zahl der Leute bedenkt, die zur Produktion eines Hochglanzmagazins gebraucht werden (besonders wenn auch noch ein Test-Labor zu betreiben ist), muß das Geld aus den verkauften Anzeigen hereinrollen, um eine Publikation am Leben zu erhalten. Nur wenige Print-Magazine, wie Consumer Reports und Cook's Illustrated, verzichten zugunsten einer breiten Basis von Abonnenten völlig auf Anzeigen, aber das sind seltene Ausnahmen.
Freilich stehen Auslage und Anzeigengeschäft zueinander in einer Beziehung - je höher die Auflage, desto mehr kann für die einzelne Anzeige berechnet werden. Andererseits ist die Zahl der Firmen, die in einer Macintosh-Publikation werben wollen, beschränkt; in diesem Sinne prügeln sich Macworld und MacUser um dieselbe Gruppe von Werbekunden. Es kommt aber noch schlimmer: Größere Fusionen in der Computerbranche vermindern die Zahl der Werbekunden - wenn vorher Fractal Design und MetaTools beide in einem Magazin Anzeigen geschaltet haben, geht nach der Fusion der beiden Firmen ein großer Auftraggeber für Werbung verloren. Ein Ende des Kampfes um die verbleibenden Anzeigenkunden war vermutlich die wichtigste Motivation für die Verschmelzung der beiden Magazine.
Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt an der Front der Anzeigenverkäufe, der vielleicht noch wichtiger ist. Roy Leban von Akimbo Systems <royleban@akimbo.com> sagt dazu:
Sie haben die Rolle, die die Kataloge der Versandhäuser bei der Fusion gespielt haben, mit keinem Wort erwähnt. Der Rückgang der Anzeigenumsätze der Magazine geht einher mit dem Aufstieg der Mailorder-Kataloge. Jeder Quadratzentimeter in einem Katalog, ausgenommen Inhaltsverzeichnis, Register und der Anschrift- und Porto-Bereich, ist bezahlte Werbefläche; das gilt auch für die Umschlagseiten vorne und hinten. Wenn eine Firma in einem Katalog nicht wirbt, werden ihre Produkte darin nicht aufgenommen. Punktum. Wenn Sie auch nur einen Monat die Werbung einstellen, bietet der Katalog Ihre Produkte nicht mehr an.
Das bedeutet, viele Firmen entscheiden sich dafür, in den Katalogen anstatt in den Magazinen zu werben, nicht etwa zusätzlich zu den Magazinen. Was ist denn der Nutzen einer Anzeige in einem Magazin, wenn der Kunde einen Katalog anfordert und das Produkt nicht bestellen kann? Nur sehr gut situierte Firmen können es sich leisten, überall Werbung zu plazieren.
In der Macintosh-Welt machen die Verkäufe über Kataloge einen viel höheren Prozentsatz des Gesamtmarktes aus als im Windows-Bereich; ich glaube, das ist einer der Gründe dafür, daß die Kataloge der Versender einen viel größeren negativen Einfluß auf das Anzeigengeschäft von MacUser und Macworld hatten.
Eigenartigerweise sind diese Informationen nicht allgemein bekannt. Vielleicht bringen all die loyalen Anhänger, die in letzter Zeit Apple unterstützt haben, auch ein wenig Energie auf, die vielen kleinen Macintosh-Firmen zu unterstützen, die dieser Hilfe so sehr bedürfen.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Ein Computerprogramm ist niemals "fertig" - stets kann etwas verbessert, können neue Funktionen hinzugefügt werden. Trotzdem sind manche Programme vollständiger als andere - manchmal geht das so weit, daß man sie sich schwerlich mit zusätzlichen Funktionen oder anderen Benutzeroberflächen vorstellen kann. Casady & Greenes 65 Dollar teurer Startup-Manager "Conflict Catcher" ist für mich ein ganz klarer Kandidat in dieser Kategorie. Ich kenne den Programmierer, Jeff Robbin, schon eine ganze Weile und früher mailte ich ihm immer wieder Vorschläge für Funktionen oder nützliche Änderungen. Mit der Zeit ist es aber immer schwieriger geworden, etwas zu finden, was Conflict Catcher tun sollte, aber nicht kann. Es ist einfach ein stabiles, ausgereiftes Programm - und doch bringt jedes Upgrade (die neueste Version ist 4.0) ein paar neue nützliche Funktionen und verfeinert die bestehenden.
<http://www.casadyg.com/C&G/Products/CC4/description.html>
Ein paar Hintergrundinformationen -- Anfangs waren Startup-Manager Kontrollfelder, die einem halfen, Startdateien zu aktivieren bzw. zu deaktivieren, ohne sie von Hand zwischen den verschiedenen Ordnern im Systemordner hin und her ziehen zu müssen (Systemerweiterungen, Kontrollfelder, Startobjekte...). Als Conflict Catcher erstmals auftauchte, wurde er sofort sehr beliebt, denn er bot eine gut funktionierende Methode, die die mühsame Prozedur zum Herausfinden von Startdatei-Konflikten wesentlich einfacher machte: Starten des Computers mit einer Auswahl an Startdateien, prüfen, ob das Problem noch existiert, nochmals mit einer anderen Auswahl starten - und dabei versuchen, diejenige Datei herauszufinden, die das Problem verursacht hat. Conflict Catcher nahm einem alle Überlegungen ab, welche Startdateien man prüfen sollte - man mußte nur noch sagen, ob das Problem noch da war oder nicht.
Seit den Anfängen versuchte die Konkurrenz, den Vorsprung einzuholen: Now Software fügte dem Now Startup Manager verschiedene Möglichkeiten zum Testen von Konflikten hinzu und in Mac OS 7.6 ersetzte Apple den zuvor recht unhandlichen Extensions Manager durch eine wesentlich ansehnlichere und nützlichere Anwendung. Der neue Extensions Manager ist vielleicht der größte Konkurrent für Conflict Catcher, denn er wird mit allen Betriebssystemen ab Mac OS 7.6 ausgeliefert. Für ein kommerzielles Programm ist es natürlich schwierig, mit Programmen mitzuhalten, die bei jedem neuen Macintosh im Lieferumfang enthalten sind.
Was unterscheidet nun diese neue Version von Conflict Catcher von den Vorgängern, die in TidBITS-194 und TidBITS-276 vorgestellt worden sind? Die größten Änderungen wurden an der Benutzeroberfläche vorgenommen, aber es gibt auch ein paar bemerkenswerte Funktionsänderungen.
Konflikte austesten -- Die wichtigste Funktion von Conflict Catcher ist und bleibt die Möglichkeit, Systemerweiterungskonflikte zu testen, und sie wurde in 4.0 überarbeitet. Jeder Konflikttest beginnt nun mit einer Checkliste, die abgearbeitet werden muß - ähnlich dem Installationsprogramm von System 7.6, das dem Benutzer verschiedene Dinge vorgibt, die vor der Installation erledigt werden sollten. Conflict Catchers Checkliste fordert zur Beschreibung des Problems auf (das ist erstaunlich hilfreich - ich habe festgestellt, daß der Zwang, das Problem genau zu lokalisieren, mir oft dabei half, den Schuldigen schnell zu finden), man muß die Startdateien und die Systemsoftware nach Beschädigungen durchsuchen, Vermutungen abgeben, welche Dateien man für den "†beltŠter" hält und Startdateien, die für den jeweiligen Mac unbedingt notwendig sind, markieren, damit sie nicht deaktiviert werden.
Außerdem neu ist eine automatische Funktion, mit der man Abstürzen während des Startvorgangs bis zu einem gewissen Grad auf die Schliche kommen kann. Ich hatte bis jetzt noch nicht die Gelegenheit, diesen automatischen Konflikttest auszuprobieren, da mein Mac schon lange nicht mehr beim Hochfahren abgestürzt ist.
Zusatzinformationen -- Meine Lieblingsfunktion beim neuen Conflict Catcher 4.0 ist die ausführliche Referenzdatei über Startdateien - woher sie kommen und wozu sie dienen. Diese Informationen ergänzen die, welche die Startdateien eigentlich über sich selbst enthalten sollten (leider enthalten viele keinerlei Informationen über die eigene Funktion). Da mit den Jahren immer mehr Startdateien hinzukamen, ist es immer schwieriger geworden, nachzuvollziehen, was jede einzelne tut und ob sie notwendig ist oder nicht. Es gab schon immer ein paar seltsame Bezeichnungen, wie A/ROSE oder DAL, aber in letzter Zeit kommen immer mehr kryptische Namen wie JgPly.PPC.shlb und npacrx_ppc.Lib dazu, die wahrscheinlich von plattformübergreifenden Anwendungen stammen. Ohne ein Programm wie Conflict Catcher, das sogar das Hinzufügen eigener Beschreibungen ermöglicht, wäre es wohl kaum möglich, hier den Überblick zu behalten. Und obwohl Apples Extensions Manager die kurzen Informationen zeigt, die in den neueren Startdateien enthalten sind, ist es doch eher unwahrscheinlich, daß Apple irgendwann Informationen über Startdateien von anderen Firmen sammeln und pflegen wird. Ein kürzlich erschienenes kleines Update von Conflict Catcher, 4.0.3, enthielt eine neue Referenzdatei, so daß sie nun wieder auf dem neuesten Stand ist.
Außer der Information über die Namen der einzelnen Startdateien und ihre Funktionen versucht Conflict Catcher auch, einen Link zu der Web Site der jeweiligen Anwendung anzubieten. Wenn man auf diesen Link klickt, öffnet sich die Web Site in dem Browser, den man in den Einstellungen von Internet Config angegeben hat (wenn man damit arbeitet). Leider verweisen diese Links eher auf die Homepages der jeweiligen Firmen als auf die speziellen Produkt-Seiten. Andererseits könnte das Verweisen auf Produktseiten sich schnell als vergebliche Liebesmüh' erweisen, denn solche URLs ändern sich ständig. Casady & Greene hätte stattdessen alle Links auf den eigenen Web Server umleiten und die Anfragen von dort über eine permanent aktualisierte Datenbank auf die entsprechenden Seiten weiterleiten können (solch eine Datenbank könnte z. B. auch interessante Informationen darüber liefern, welche Systemerweiterungen Conflict-Catcher-Nutzer besonders interessieren). Technisch ist das gar nicht so schwierig - wenn die Pflege der Datenbank auch ein wenig Arbeit verursachen würde.
Das Kontrollfeld von Conflict Catcher enthält außerdem ein Web-Menü mit Links zu Casady & Greenes Web-Site, zu Updates der Referenzdatei, zu einer durchsuchbaren Online-Version der Referenzdatei und verschiedenen anderen nützlichen Macintosh-Informationsquellen und Publikationen (die TidBITS bleiben unerwähnt - hmm!)
Plug-In-Management und eigene Ordner -- Eine andere neue Funktion, die ich sehr gut finde, ist die Möglichkeit, Dateien in jedem beliebigen Ordner zu überwachen. Das ist besonders bei Programmen mit Plug-Ins, wie z. B. den meisten Web Browsern, Illustrator, Photoshop und QuarkXpress sehr nützlich (Conflict Catcher unterstützt diese und andere Programme) und kann vollständig vom Benutzer definiert werden, so daß man z. B. den Ordner, den das Programm "Delayed Startup Items" benutzt, hinzufügen kann. (Delayed Startup Items ist ein Sharewareprogramm von Josh Adams und Erik Hanson, das das Arbeiten unmittelbar nach dem Systemstart ermöglicht - erst wenn für eine gewisse einstellbare, Zeit nicht gearbeitet wird, werden bestimmte Programme gestartet.) Für jeden Ordner erzeugt Conflict Catcher automatisch einen anderen mit dem Namenszusatz "(disabled)" [= "deaktiviert" - HK] und deaktiviert die Plug-Ins, indem es sie in diesen Ordner verschiebt.
<ftp://mirror.aol.com/pub/info-mac/cfg/delayed-startup-items.hqx>
Kniffe bei der Bedienung -- Conflict Catcher 4.0 bietet einige Veränderungen in der Benutzeroberfläche - am besten finde ich, daß das Conflict-Catcher-Fenster jetzt beim Systemstart angezeigt wird, wenn die Caps-Lock-Taste gedrückt ist. Das ist viel praktischer als mit einer Taste, die nicht einrastet - wie z. B. der Leertaste. Ich vergaß ständig, zum richtigen Zeitpunkt die Leertaste zu drücken.
Conflict Catcher 4.0 bietet mehr Möglichkeiten, die Startdateien anzuordnen - u. a. nach Änderungsdatum, Installationsdatum, Speicherbedarf, Ladezeit, Hersteller etc. In manchen Ansichten gibt es Gruppen, die sich - wie im Finder - durch Klicken auf ein kleines Dreieck am linken Rand öffnen und ihren Inhalt zeigen. Normalerweise lasse ich die Startdateien nach Ordnern sortiert anzeigen, aber wenn ich ein Problem habe, sortiere ich nach Installationsdatum und schaue nach, was ich zuletzt installiert habe (es sind meistens die neu installierten Dateien, die Schwierigkeiten machen). In den Listenansichten zeigt Conflict Catcher nun das Icon jeder Startdatei, was den Aufbau der Liste zwar bremst, aber den Wiedererkennungswert erheblich steigert.
Eine weitere mit der Zeit liebgewonnene Funktion von Conflict Catcher ist die Möglichkeit, Sets von Startdateien zu bilden, die es ermöglichen, den Mac in verschiedenen Konfigurationen hochzufahren. Conflict Catcher 4.0 fügt dem noch systemspezifische Sets hinzu, so daß man auch mit der Standardkonfiguration, die Apple für eine bestimmte Betriebssystemversion vorgesehen hat, starten kann. Das ist bei der Fehlersuche sehr hilfreich. Sets können aber auch programmspezifisch sein, so könnte man z. B. die meisten Netscape Plug-Ins standardmäßig ausschalten, aber hin und wieder auf ein Startset ausweichen, in dem sie alle aktiviert sind. Sollten Sie sich dazu entschließen, mit programmspezifischen Sets zu arbeiten, empfehle ich Ihnen, das Finder-Menü von Conflict Catcher einzuschalten; das ist die einfachste Möglichkeit, ein programmspezifisches Set zu aktivieren, bevor man das entsprechende Programm startet.
Schon immer war Conflict Catcher in der Lage, Beziehungen zwischen den Startdateien herzustellen; man konnte angeben, daß Datei A niemals gleichzeitig mit Datei B aktiviert werden sollte oder daß Datei A und B immer zusammen aus- und eingeschaltet werden sollten. Neu in Version 4.0 ist eine separate Liste der Gruppenverbindungen im Hauptfenster, mit dem man ganze Gruppen von Dateien gemeinsam aktivieren oder deaktivieren kann. Alle systemspezifischen Sets (die benutzerspezifischen sieht man auch) enthalten nur Apple Software, aber es ist schon ganz nett, wenn ich alle CD-ROM-Erweiterungen auf meinem PowerBook 5300 mit einem einzigen Klick deaktivieren kann und gleichzeitig in der Liste der Gruppenverbindungen sehe, daß alle CD-ROM-Erweiterungen tatsächlich ausgeschaltet sind.
Zum Schluß -- Gibt es über Conflict Catcher etwas Schlechtes zu sagen? Nö - dieses Programm überzeugt auf der ganzen Linie. Ich hatte damit keinerlei Probleme, obwohl die Liste der Funktionen langsam ziemlich lang wird, mit allem, was Casady & Greene mit der Zeit hinzugefügt hat. Es ist ein schwieriges Kapitel: Now Startup Manager bietet inzwischen ebenfalls Konflikt-Tests, und Casady & Greene müssen ständig neue Funktionen hinzufügen, um sich gegen die immer ähnlicher werdende Konkurrenz abzugrenzen - die Grenze zum Funktions-Gigantismus ist dabei sehr schnell überschritten.
In den Zeiten der Minimaldokumentationen - besonders bei Hilfsprogrammen - fällt das Handbuch zu Conflict Catcher mit seinen 272 Seiten positiv ins Gewicht. Die Anleitung ist gut geschrieben und bietet wesentlich mehr Information als üblich - normalerweise steht in solchen Handbüchern wenig mehr, als man durch Untersuchen der Benutzeroberfläche und der Menüs ohnehin herausfinden kann. Das Handbuch zu Conflict Catcher bietet jede Menge Hintergrundinformationen über die Funktionen von Mac und Programm, außerdem gute Tips über das Vorgehen in verschiedenen Problemsituationen. Ich selbst weiß in den meisten Fällen, was ich zu tun habe - aber wenn ich auf ein unerwartetes Problem stoße, überfliege ich oft kurz das Handbuch, um zu überprüfen, ob ich nicht eine offensichtliche Möglichkeit vergessen habe. Ted Landaus Klassiker "Sad Macs, Bombs and Other Disasters" von Peachpit Press (ISBN 0-201-68810-7, 29,25 US$) leistet mir auch des öfteren gute Dienste, denn es ist ein erstaunlich gutes Nachschlagewerk für die Fehlersuche und es ist besonders erwähnenswert, wenn man bedenkt, welche Absatzschwierigkeiten Macintosh-Bücher dieser Tage haben.
DealBITS Discount -- Cyberian Outpost bietet exklusiv für TidBITS Leser das Programm Conflict Catcher zum Preis von 57,95 US$ an (2 $ Rabatt auf den regulären Preis).
<http://www.tidbits.com/products/conflict-catcher.html>
Casady & Greene -- 001 408 484 9228 -- 001 408 484 9218 (fax)
-- <sales@casadyg.com>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Heike Kurtz [HK].
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