TidBITS#400/06-Oct-97 - Deutsch

Ein weiterer Dominostein auf dem Weg zur Weltherrschaft der TidBITS wackelt: In unserer 400. Ausgabe erläutert Adam, wie die TidBITS, die dem Web um etwa vier Jahre voraus waren, nun mittels raffinierter Software eine sich ständig wandelnde Web-Site bieten. Wir vermelden das Erscheinen von ShareWay IP, werfen einen Blick auf Font Reserve - ein Programm, das Ihre Probleme mit Fonts ein für alle mal lösen könnte -, und setzen die Serie über Erfolg mit Shareware von Rick Holzgrafe fort.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#400/06-Oct-97.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-400.html>

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Copyright 1997 der deutschen Version Walter J. Ferstl, carrier Kommunikation.
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Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1997/TidBITS#400/06-Oct-97>

Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-400.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-400.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-400.etx>


MailBITS/06-Oct-97

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Keine TidBITS nächste Woche -- Nächste Woche pausieren die TidBITS, die nächste Ausgabe wird am 20. Oktober erscheinen. Wir werden allerdings die TidBITS Updates im Web aktualisieren und die NetBITS werden wie üblich Donnerstag abends erscheinen. Wir könnten ja sagen, daß die Pause etwas mit dem Kolumbus-Tag in den Vereinigten Staaten zu tun habe, obwohl das nicht stimmt (im übrigen hat der Kolumbus-Mythos, wie er in den U.S.-Schulen propagiert wird, mit der Realität herzlich wenig zu tun. Wenn Sie an den falschen Darstellungen interessiert sind, die sich in die amerikanischen Geschichtslehrbücher eingeschlichen haben, kann ich Ihnen das Buch "Lies My Teacher Told Me" [d.h. "Lügen, die mir meine Lehrer erzählt haben". --WJF] von James Loewen sehr empfehlen.) [ACE]

<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=0684818868/tidbitselectro00A/>

Connectix und Insignia im Duell bei PC-Emulation -- In unserer Besprechung von Virtual PC von Connectix (150 US$) in TidBITS-397 haben wir angemerkt, daß Insignia Solutions RealPC herausgebracht hat, das (wie Virtual PC) die Emulation eines Pentium MMX bietet, aber auf DOS-basierende Spiele abzielt und zum Preis von 80 US$ MS-DOS 6.22 und eine CD mit Action-Spielen enthält. Connectix ist nun in direkte Konkurrenz zu RealPC getreten und hat zum geschätzten Ladenpreis von 70 US$ Virtual PC - PC DOS auf den Markt gebracht, eine Version von Virtual PC, die PC DOS von IBM und drei Sport-Games umfaßt. Beide Produkte, RealPC und Virtual PC - PC DOS, gestatten auch die Installation anderer Systeme; wer Windows 95 laufen lassen will, muß es in beiden Fällen zukaufen. Das Upgrade von MS-DOS oder älteren Windows-Version auf Windows 95 kostet 100 US$; die volle Version kostet 180 US$, wenn es aufzutreiben ist. [TJE]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04121>
<http://www.insignia.com/Corporate/Releases/Mac/RealPC_Ships_970915.html> <http://www.connectix.com/html/pr_pcdos.html>

AppleShare Via IP für den Rest von uns -- Open Door Networks hat ShareWay IP Gateway publiziert, ein Programm, das einen AppleShare-kompatiblen Server in die Lage versetzt, File Sharing über das Internet zu bieten. Statt FTP zu benutzen, können User mit der Erweiterung AppleShare Client Chooser in der Version 3.7 (wie im Mac OS 8 enthalten) oder höher nun einen AppleShare-Server über das Internet genauso laden, als ob dieser in einem lokalen AppleTalk-Netz wäre. Der Reiz von ShareWay IP liegt darin, daß eine der attraktivsten Leistungen von Apples teurem AppleShare IP 5.0 für viel weniger Geld geboten wird. ShareWay IP ist in zwei Versionen zu haben, der Standard Edition (189 US$, für den Bildungsbereich 119 US$) und der Personal Edition (59 US$, Bildungspreis 49 US$). Die Standard Edition kann auf jedem Mac in demselben AppleTalk-Netz wie der Server laufen und funktioniert mit den meisten AppleShare-Servern. Die Personal Edition unterstützt nur Personal File Sharing auf demselben Mac wie ShareWay IP. Beide Varianten erfordern mindestens System 7.5.3 und Open Transport 1.1.2 oder höher. Bis zum 30. November 1997 gibt es Einführungspreise; kostenlose Testversionen sind auf der Web-Site von Open Door verfügbar. [ACE]

<http://www.opendoor.com/shareway/>


Vierhundert Ausgaben und eine dynamische Web-Site

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Ich stecke gerne Meilensteine ab. TidBITS-100 war die erste Nummer der TidBITS, die im setext-Format (structure-enhanced text) ausgeschickt wurde, dem Format, das wir seitdem für die E-Mail-Ausgabe benutzen. Anläßlich TidBITS-300 haben wir eine Party gegeben und eine Liste mit 300 Gründen, die für den Mac sprechen, erstellt.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=01283>

Nun, beim Erscheinen der Ausgabe TidBITS-400, haben wir keine Zeit für derlei Dinge. Wir sind ziemlich damit beschäftigt, die NetBITS zu starten und unsere Web-Site zu überarbeiten; zu dieser Web-Site will ich hier einige Dinge sagen.

<http://www.tidbits.com/>

Die TidBITS sind einige Jahre älter als das Web und so hatten wir eine reife Publikation und ein gutes Verteilungssystem, als das Web entstand. Unsere ersten Gehversuche im Web waren nicht allzu eindrucksvoll, aber das ist bei den ersten Versionen der meisten Web-Sites heute noch so. Vor etwa einem Jahr haben wir unsere Web-Site völlig neu entworfen, was den Boden für die Änderungen dieses Jahres vorbereitet hat. Im Grunde waren wir mit der Struktur zufrieden, aber sie war langweilig anzusehen und langsam in der Benutzung. Wir hatten dienstags, wenn die neue Ausgabe zu lesen war, ziemlich viele Hits, aber an den anderen Tagen fielen sie stark ab. Wir wollten das Aussehen, die Benutzung und die Relevanz der Inhalte verbessern, um die Frequenz zu erhöhen und die TidBITS für die Leser nützlicher zu machen.

Die Grafik -- Unser erster Zug war, ein neues Logo zu entwerfen; die neue Grafik gab den Anstoß, ein funktionelleres Layout mit einem linksseitigen Sprungbalken zu erstellen. Grafiken waren für uns nicht immer ohne Probleme, weil die TidBITS reiner Text sind, aber in Zusammenarbeit mit unserem Freund Jon Hersh <jondot@halcyon.com>, einem Designer in Seattle, entstand das gegenwärtige Logo, das optisch auf dem Wort "TidBITS" beruht. Farbe kommt durch das "zerrissene Papier" in Purpur ins Spiel, aus dem "BITS" herausgeschnitten ist; die starke vertikale Trennung zwischen "Tid" und "BITS" hilft, die Navigationselemente links von den Inhalten auf der rechten Seite abzuheben.

Der Sprungbalken macht es auch möglich, einige Aspekte der TidBITS zu betonen - wir haben etwa hier die Links zu unseren Übersetzungen und solche zu einigen exklusiven DealBITS-Angeboten für TidBITS-Leser untergebracht.

Die wechselnde Grafik -- Auf den meisten Seiten ist das Logo unbeweglich, aber wenn Sie unsere Home Page oft besuchen, werden Sie einen kurzen Slogan (einen "slug") zwischen "BITS" und einem Verweistext bemerken. Wenn Sie diesen Verweis anklicken, gelangen Sie zu einem ausgewählten Artikel in unserer FileMaker-Datenbank, die durch Lasso von Blue World Communications angesprochen wird.

<http://www.blueworld.com/lasso/>

Einmal pro Stunde wählt ein Programm namens BlurbMaster (geschrieben von Geoff) nach dem Zufallsprinzip einen Slogan aus, sucht einen Artikel aus einer Auswahl heraus und erzeugt dann mit clip2gif eine neue Grafik mit dem Slogan-Text und dem Verweis. Dann erstellt es eine neue Kopie der Home Page samt Image-Map-Funktion und und lädt die neuen Dateien.

Bei jedem Besuch unserer Home Page sehen Sie einen Zufälligen Verweis auf einen der interessantesten Artikel in unserer Datenbank. Probieren Sie es aus - es ist hübsch und viele der 3.000 in den TidBITS erschienenen Artikel sind immer noch von Interesse.

Die TidBITS Updates -- BlurbMaster leistet aber noch mehr, um unserer Home Page Schwung zu verleihen. Um die Web-Site während der ganzen Woche interessant zu machen, haben wir die TidBITS Updates eingerichtet, kurze aktuelle Meldungen zu Themen, die in den TidBITS vorgekommen sind. All diese Updates, wie auch frühere Artikel, sind in unserer FileMaker-Datenbank gespeichert. Wenn wir ein Update per Web-Formular hinzufügen, überarbeitet BlurbMaster sowohl die Home Page als auch die Seite der TidBITS Updates.

Haben Sie die BITS bekommen? -- Das ist aber nicht alles. Die TidBITS Updates haben auch ein Problem verursacht, das wir lösen mußten. Wir wollten, daß die Benutzer sich permanente Links zu einem bestimmten Update legen können, andererseits sollten die Updates auch auf der Home Page erscheinen. Es war kein Problem, von der Home Page Links zu bestimmten Abschnitten auf der Seite mit den Updates zu legen; weil aber vom Fuß der Seite her gelöscht werden, hätten diese Links nach etwa einer Woche ihre Funktion eingestellt. Geoffs Lösung bestand in einem CGI namens GetBITS, das im Falle, daß jemand ein Update anfordert, eins von zwei Dingen macht. Falls das gewünschte Update aktiv ist, springt GetBITS zum entsprechenden Abschnitt auf der Updates-Seite. Wenn das Update dort aber schon gelöscht ist, holt GetBITS es aus der Datenbank. Um zu einem neueren Uodate einen Link zu bekommen, kopieren Sie den URL von der Home Page und GetBITS führt Sie zur richtigen Stelle.

GetBITS hat sich auch in anderer Hinsicht als hilfreich erwiesen. Bisher konnte niemand einen direkten Link zu einem spezifischen Artikel der TidBITS haben; der Verweis auf einen Anchor in der entsprechenden TidBITS-Ausgabe führte dazu, daß in jedem Fall die gesamte Nummer geladen werden mußte. Die Datenbank war zwar in der Lage, auf Artikel-Ebene zu arbeiten, aber die URLs von Lasso sind zu lang, um in den TidBITS benutzt zu werden. GetBITS agiert wie ein Verkehrspolizist und nimmt eine Anforderung eines spezifischen Artikels mit einem kurzen URL entgegen und verwandelt dann diesen in einen längeren URL für Lasso.

Ab sofort werden Sie URLs bemerken, die auf db.tidbits.com weisen und mit denen GetBITS angesprochen wird. Sie klicken diese URLs an, um spezifische Artikel zu lesen. Wenn Sie zu einem spezifischen Artikel oder Update einen Link einrichten wollen, benutzen Sie den Link Search Author/Title auf der Home Page, suchen den gewünschten Artikel, kopieren dann am Fuß der Seite den GetBITS-URL und setzen ihn in Ihrer HTML-Datei ein.

Dynamische Aktivitäten Alles in allem ist es ein erhebendes Gefühl, die vierhundertste Ausgabe erreicht und neue Funktionen in der Web-Site eingebaut zu haben. Nun aber ist es Zeit, die Aufmerksamkeit der Suche nach Sponsoren für die TidBITS zuzuwenden. Falls Sie Vorschläge oder Ideen haben, teilen Sie sie uns mit unter <sponsors@tidbits.com>.


Zeichensätze: Das letzte Abenteuer

von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>

[Übersetzung: Heike Kurtz]

Das Paradoxe an den Zeichensätzen ist: Sie waren ein wesentlicher Bestandteil der Macintosh-Revolution von 1984 und haben seither ständig Ärger gemacht. Schriften liegen vielem, was man am Mac macht, zugrunde; aber vom Font/DA-Mover-Alptraum bis System 7.1 und dem Zeichensatz-Ordner widersetzten sie sich stets jeglicher Verwaltung.

Zeichensätze müssen aber verwaltet werden. Ich bin bei der Nutzung von Fonts eher zurückhaltend - trotzdem habe ich Hunderte davon überall auf meiner Festplatte. Es gibt zu viele Arten von Zeichensätzen und zu viele Versionen von jedem von ihnen. Die Unterscheidung ist oft elementar wichtig; als ich früher eine Zeitschrift herausgab, konnte das Öffnen einer Datei mit der falschen Garamond-Schrift das komplette Layout durcheinanderwirbeln. Verschiedene Projekte können unterschiedliche Zeichensätze erfordern - manche Fonts benutze ich ständig, andere habe ich für spezielle Anwendungsfälle in Reserve. Bestimmte Programme brauchen bestimmte Zeichensätze, andere enthalten Duplikate von Fonts, die ich bereits habe - manche installieren Fonts, ohne mich darauf aufmerksam zu machen. FOND IDs können sich gegenseitig stören. Zeichensätze können beschädigt sein. Dann gibt es noch das Problem, zu wissen, wie meine Zeichensätze aussehen, und die Anordnung ihrer Buchstaben: Wie tippe ich ein Omega in meiner griechischen Schrift, einen Apostroph in Old English oder ein Pentagramm in Dingbats?

Seit den Anfängen des Mac versprachen Anwendungen von Drittanbietern Rettung. Jede Menge Klassiker wie Suitcase, MasterJuggler, PopChar, KeyFinder und TypeTools sind über meinen Desktop spaziert und Dutzende von Programmen zieren das Firmament. Aber trotz all meiner Versuche hat keines die Erhabenheit einer wirklichen Lösung besessen, jene Eigenschaft, die die Stimme der Wahrheit zu den tauben Ohren von Apple Computer erhebt und ruft: "Genau so, Leute! Genau so und nicht anders hättet ihr es programmieren sollen!"

Zumindest war das bisher so.

Eine echte Lösung -- Font Reserve von DiamondSoft verspricht, all diese Font-Probleme mit einem Streich zu lösen und es tut das in mustergültiger Einfachheit. Man gibt Font Reserve seine Zeichensätze (alle!), außer den ganz wenigen, die das System, Acrobat Reader etc. benötigen. Font Reserve löst ID-Konflikte, sortiert kaputte Fonts aus und bringt Bitmaps und deren PostScript-Partner zusammen. Es funktioniert wie eine Datenbank und listet die Zeichensätze sortiert, gefiltert und in Untergruppen auf. Es fungiert außerdem als Kontrollzentrum, von dem aus man sich Schriften anschaut und festlegt, welche dem System zur Verfügung stehen sollen.

Ich war freudig erregt, als ich im Januar eine Demonstration von FontReserve sah; seitdem habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, daß es auf den Markt kommt. Mit Version 1.0.2., die ein paar Bugs von 1.0 korrigiert und auf PPC- und 68K-Rechnern läuft, ist es nun endlich soweit. Es ist nicht perfekt, aber es ist ein wundervolles Produkt und ich freue mich schon auf seine kontinuierliche Weiterentwicklung.

<http://www.fontreserve.com/>

Der Tresor -- Das Herz von Font Reserve ist der "Tresor", ein Ordner, in dem Font Reserve Zeichensätze sortiert und verwaltet. Das hört sich schlimm an, aber es besteht keine Gefahr. Der "Tresor" ist normalerweise unsichtbar - man kann ihn jedoch sichtbar machen, man kann ihn aufbewahren, wo man will und er muß nicht die Original-Zeichensatzdateien enthalten - es können auch Kopien oder Aliases sein.

Als Heimanwender werden Sie wahrscheinlich zunächst Ihre Zeichensätze von Font Reserve kopieren lassen und dann, wenn Sie dem Programm trauen, die Originale löschen. Es ist nicht notwendig, mehrere Kopien von Zeichensätzen aufzubewahren, und da das ursprüngliche Problem darin bestand, die Fonts zu verwalten, können Sie genausogut Font Reserve den Job machen lassen.

In Netzwerken, wo mehrere Benutzer mit denselben Zeichensätzen arbeiten, könnte es besser sein, mit Aliasdateien zu arbeiten - die Fonts können dann auf einem zentralen Server liegen und die Aliases belegen weniger Platz auf den Festplatten der Benutzer - außerdem ermöglicht eine neue Funktion, eine "Master"-Version des Tresors zu anderen Netzwerkbenutzern zu "exportieren". Mann, ich wünschte, wir hätten das gehabt, als ich bei der Zeitschrift gearbeitet habe...

Die Tür zum Tresor ist keine Einbahnstraße: Man kann auch Zeichensätze aus dem Tresor herauskopieren. Das ist wichtig, denn Fonts, die für einen bestimmten Job benutzt werden, müssen unter Umständen mit zur Weiterbearbeitung geschickt oder zusammen mit dem Job archiviert werden.

Wenn Font Reserve einen Zeichensatz öffnet (d. h. ihn dem System zur Verfügung stellt), öffnet es nicht die Kopie im "Tresor", sondern es erzeugt und öffnet eine Kopie dieser Kopie. Wenn also die geöffnete Schrift beschädigt würde, bliebe die Kopie im "Tresor" davon unbeeinträchtigt. Auf diese Weise werden auch relativ wenige Dateien geöffnet, denn Font Reserve packt die Kopien der Schriften, die es öffnet, in ein paar wenige Koffer.

Der Lieferumfang -- Font Reserve besteht aus mehreren Programmen - das wichtigste ist das, von dem man am wenigsten bemerkt: Font Reserve Database. Diese Datenbank verwaltet den "Tresor" und öffnet und schließt Zeichensätze. Es ist ein fensterloses Hintergrundprogramm und ist ständig offen (außer wenn man es beendet), denn es wird ein Alias im System-Startordner angelegt. Es benötigt 3 MB RAM - manche potentielle Anwender wird das abschrecken. Ich bin aber trotzdem froh darüber, daß es ein Programm ist und keine Systemerweiterung: Das System bleibt stabil und man kann Font Reserve auch dann noch benutzen, um an seine Schriften heranzukommen, wenn die Systemerweiterungen beim Start ausgeschaltet hat.

Da die Datenbank von Font Reserve keine Fenster hat, sorgen andere Programme für die Benutzeroberfläche. Eines von ihnen, das "Font Reserve" heißt, versteckt sich in den Kontrollfeldern, ist aber ein ganz normales Programm. Hier startet und beendet man die Datenbank, stellt die Sichtbarkeit des "Tresors" ein, ändert dessen Position und konfiguriert das Ganze.

Der Font Reserve Browser ist das Fenster des "Tresors". Hier überprüft man die Zeichensätze und öffnet und schließt sie. Das Browser-Fenster hat zwei Teile - einen für die Zeichensatz-Sets und einen für einzelne Zeichensätze. Sets sind Gruppen von Fonts, die man erstellen kann. Sie sehen aus wie ein Ordner, werden im Finder gelistet und verhalten sich wie Ordner, die Aliases enthalten - ein Zeichensatz kann zu jedem beliebigen Set oder auch zu keinem von ihnen gehören. Man kann die Fonts eines Sets alle zusammen öffnen und schließen oder ein Set in ein Finder-Fenster ziehen, um alle darin enthaltenen Fonts zu kopieren.

Zeichensätze werden zum "Tresor" hinzugefügt, indem man sie (oder die Ordner bzw. Volumes, die sie enthalten) in das Fenster des Browsers zieht, entweder in den unteren Teil, um die einzelnen Schriften hinzuzufügen, oder in den oberen Teil, um automatisch ein Set zu erstellen. (Wem das zuviel Arbeit ist, der kann seine Schriften auch auf die Aliases von zwei kleinen Programmen - DropFont und DropSet - ziehen.) Ein Dialogfenster fordert dann eine Bestätigung, wie mit den hereingezogenen Originalen verfahren werden soll; die Fonts werden dann untersucht und im "Tresor" abgelegt. Unschön an der Sache ist, daß kein Dialog den Benutzer warnt, wenn Font Reserve "Problem"-Schriften entdeckt (z. B. kaputte Schriften oder PostScript-Schriften ohne Bitmaps). Hierfür muß man später das Logfile überprüfen. Wenn die hinzugefügten Schriften OK sind, sieht man im Logfile nichts - die Namen der hinzugefügten Schriften werden dann nicht gespeichert.

Im unteren Teil des Browser-Fensters ist jede Zeile ein Zeichensatz. Es werden Informationen wie Name des Zeichensatzes, Schriftsatz, Typ, Etikett, Besitzer etc. (Besitzer und Etiketten können vom Benutzer editiert werden). Man kann nach diesen Kategorien sortieren und Filter generieren, die auf diesen Kategorien basieren, man kann aber auch alphabetisch filtern. Auf diese Weise kann man also die Fonts, die in dem Fenster angezeigt werden, beliebig begrenzen und anordnen.

Im Browser-Fenster werden Fonts auch geöffnet und geschlossen. Ein Zeichensatz kann ständig oder nur zeitweilig geöffnet werden, d. h. er wird sich entweder beim Start des Computers (und von Font Reserve) automatisch öffnen oder nicht.

Man kann das Browser-Fenster auch nutzen, um seine Kenntnisse über Fonts zu erweitern. Wenn man das Icon eines Zeichensatzes bei gedrückter Befehlstaste anklickt, öffnet sich ein großes Fenster, das den Namen des Zeichensatzes in eben dieser Schrift anzeigt. Wenn man das Icon doppelklickt, bekommt man ein Ansichtsfenster mit Daten über den Zeichensatz, man sieht alle verfügbaren Zeichen und auch Absätze, die in dieser Schrift angezeigt werden sowie kurze Beispiele, verschiedene Schriftgrößen etc. All das kann vom Benutzer konfiguriert werden - ich würde mir für künftige Versionen aber wünschen, daß die Ansichtsfenster beim erneuten Öffnen die zuletzt eingestellte Größe und Position wieder einnähmen.

Die Benutzeroberfläche des Font Reserve Browsers ist wunderbar. Sie besteht aus einem einzigen Fenster (mit den Schriften) und manchmal noch einem Ansichtsfenster, aber beide Fenster - besonders das erste - haben ein großartiges Design - genau die Art, die einem das Herz in bezug auf die Mac-Oberfläche höher schlagen läßt, da sie beweist, daß diese Oberfläche brandaktuell ist und neue, konstruktive und intuitive Möglichkeiten bietet.

Suitcase Horror -- Ein Großteil meiner ganz persönlichen Zeichensatz-Hölle sind die unpraktischen Zeichensatzkoffer. Font Reserve verweigert mir nicht nur jegliche Hilfe, es kompliziert die Sache noch. Ich sehe das als einen großen Fehler des Programms.

Der Browser stellt z. B. alle Mitglieder einer Zeichensatzfamilie als einen einzigen Font dar - so daß man keine Chance hat, zu erkennen, welche einzelnen Zeichensätze diese Familie denn nun tatsächlich umfaßt. Wenn also der "Tresor" TrueType Fonts für Palatino, Palatino Italic und Palatino Bold sowie ein paar dazugehörige Bitmaps in verschiedenen Größen enthält, zeigt der Browser nur einen Eintrag an: Palatino. Die einzige Möglichkeit, der Sache auf den Grund zu gehen, ist, im Browser herumzuwühlen (etwas, was man laut Bedienungsanleitung wohl nie zu tun braucht), die entsprechenden Koffer zu finden und hineinzuschauen.

Man kann einen TrueType-Zeichensatz nicht auf den Browser ziehen - er muß zuerst in einem Koffer sein und Font Reserve tut nichts, um dem Anwender bei der Erstellung desselben zu helfen (man sagte mir allerdings, daß das in Version 1.0.2. behoben sein würde).

Font Reserve akzeptiert nichts, das kein Zeichensatz ist (wie z. B. FKEYs oder Töne), selbst wenn man es in Zeichensatzkoffern versteckt. Da Font Reserve aber inkompatibel zu den Programmen ist, mit denen ich bisher solche Dinge verwaltet habe (Suitcase oder Carpetbag), bin ich gezwungen, sie als Zeichensatzkoffer zu verkleiden und sie in den Zeichensatzkoffer des Systems zu legen. Font Reserve ersetzt also meine bisherigen Hilfsprogramme, übernimmt aber unhöflicherweise nicht all ihre Aufgaben.

Weitere Spitzfindigkeiten -- Mitglieder verschiedener Zeichensatz-Familien, die tatsächlich zusammengehören, werden manchmal als verschiedene Familien betrachtet: Mishawaka und Mishawaka Bold z. B. werden nicht korrekt zusammen gruppiert. (Vielleicht liegt das daran, daß es Bitmaps sind; Font Reserve scheint allgemein etwas gegen Bitmaps zu haben, die keine zugehörigen PostScript-Fonts haben.)

Font Reserve bietet keine Möglichkeit (wie z. B. Suitcase sie hat), Zeichensätze in Zusammenhang mit einem bestimmten Programm zu öffnen. Schade, denn manche Programme brauchen bestimmte Fonts. QuarkXPress ist da eine Ausnahme, denn dafür gibt es eine XTension, die Dokumente beim Öffnen durchsucht und Font Reserve dann die benötigten Zeichensätze öffnen läßt.

Font Reserve arbeitet sehr viel mit unsichtbaren Dateien auf der obersten Ebene der Festplatte. Das ist für ein Mitglied der Mac-Gemeinde sehr unfein. Temporäre unsichtbare Dateien gehören nur in den Ordner "Temporary Items", und nicht-temporäre Dateien sollten sichtbar sein. Font Reserve ist nicht skriptfähig - völlig unverständlich, da die Kommunikation mit der Datenbank nur über Apple Events läuft. Außerdem fände ich es schön, wenn man aus Font Reserve drucken könnte, z. B. um eine Liste von Font-Namen zu drucken oder sogar ein Beispiel von jedem Zeichensatz. Schließlich - eine letzte Stichelei - würde ich es begrüßen, wenn DiamondSoft "Relauncher" (ein kleines Programm, das zusammen mit Font Reserve ausgeliefert wird) im Handbuch erwähnte.

Zusammenfassung -- Obwohl ich denke, daß Font Reserve noch verbessert werden kann, ist es ein erfreuliches Konzept, das sehr schön umgesetzt wurde. Ich freue mich darüber, daß es die Font-Verwaltungsprogramme, die ich bisher benutzt habe, ersetzen kann. Als ich es zum ersten Mal ausprobierte, fand ich sofort Probleme mit kaputten Zeichensätzen heraus, die mich seither geplagt hatten, und seitdem läuft es ohne Probleme. Für Heimanwender kann ich es aus eigener Erfahrung empfehlen, aber auch die Nutzung in Firmen kann ich befürworten.

Font Reserve braucht System 7.5 oder neuer. Es kollidiert mit anderen Font-Verwaltungsprogrammen wie Suitcase und ATM Deluxe, läuft aber zusammen mit Anwendungen wie TypeTamer oder Standard ATM. Von DiamondSoft direkt kostet Font Reserve 119,95 US$ für die rein elektronische Version [vermutlich als Download --HK], für die CD mit gedrucktem Handbuch müssen noch 20 US$ dazugerechnet werden. Wenn man mehrere Exemplare kauft, gibt's Rabatt.

DealBITS -- Cyberian Outpost bietet Font Reserve für TidBITS-Leser zum Preis von 109,95 US$ an (5 $ Rabatt auf den Normalpreis).

<http://www.tidbits.com/products/font-reserve.html>

DiamondSoft -- (++1) 415/381-3303 -- (++1) 415/381-3503 (Fax)


Erfolgreiche Shareware, Teil 3

von Rick Holzgrafe <rick@kagi.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Der erste Teil dieses Artikels (siehe TidBITS-395) hat sich auf zwei Punkte in meiner Liste der sieben P's konzentriert, die Shareware-Autoren bedenken sollten, Product [Produkt] und Patience [Geduld]. Die zweite Folge befaßte sich mit dem dritten P, Polish [Eleganz, Schliff] (siehe TidBITS-398). Dieses Mal setze ich mit demjenigen P fort, das oft den diffizilsten Aspekt der Shareware darstellt: Pay Up [Gegenleistung, Bezahlung]. Nächstes Mal werde ich mit Propagation [Verbreitung], Promotion [Werbung] und Politics [Politik] meine Reihe abschließen.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04108>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04155>

Das vierte P: Pay Up [Gegenleistung, Bezahlung] -- Traurig, aber wahr: Die meisten Leuzte bezahlen nicht für ihre Shareware, wenn es keinen Anreiz gibt. Ich halte die Mehrzahl der Menschen für ehrlich, aber auch für faul und vergeßlich. Nichts ist leichter zu vergessen als eine unerfreuliche Aufgabe - und das Bezahlen von Rechnungen steht bei uns allen ganz oben auf der Liste der unerfreulichen Pflichten.

Bezahlung: Schurken, brave Bürger und Mouse Potatoes -- Nach meiner Ansicht fallen alle User in eine von drei Gruppen. Schurken zahlen überhaupt nicht, wenn sie es vermeiden können. Ich verschwende nicht viele Gedanken an sie; Diebe sollten gehindert oder bestraft werden - beides ist kaum zu machen, wenn es um Shareware geht. Brave Bürger zahlen jede Shareware-Gebühr prompt oder sie löschen das Produkt von ihrer Platte; auch an sie denke ich nicht oft, außer gelegentlich in Dankbarkeit, daß es solche Menschen gibt.

Die Menschen dazwischen nenne ich die "Mouse Potatoes" [etwa: faule Kerle. --WJF]. Bei ihnen handelt es sich im Grunde um ehrliche Leute, die nur ein wenig Hilfe brauchen, um ebenso gut sein zu können wie die braven Bürger. Wenn die Zeit des Rechnungen-Zahlens kommt, heften sie ihre Gedanken auf die Kreditrate, das Schulgeld für die Kinder und die Versicherung für das Auto - nicht auf das köstliche Spiel, mit dem sie sich entspannen, wenn sie mit ihren Rechnungen fertig sind. Das sind die Menschen, die Sie beeinflussen können und die auch bezahlen werden, wenn Sie es einfach und attraktiv machen. Hier einige Wege dorthin:

Bezahlung: Die Mahnung -- "Nagware" [to nag: "nörgeln, quengeln". --WJF] ist Software, die Sie ans Bezahlen erinnert. In der Regel macht diese Art Software nichts weiter als das; sie verweigert dem Benutzer, der nicht bezahlt hat, keine ihrer Funktionen, sie will nur solange lästig sein, bis die Zahlung erfolgt ist. Dann wird dem Benutzer eine Methode mitgeteilt, wie er das Nörgeln abstellen kann.

Nagware kann sehr effizient sein. Einige erfolgreiche Produkte gehen diesen Weg, wie etwa Anarchie und NetPresenz von Peter Lewis, aber auch mein Solitaire Till Dawn. Anarchie und Solitaire Till Dawn verlassen sich sogar ganz auf die Ehrlichkeit des Benutzers; das Quengeln kann jederzeit beendet werden, indem man die Checkbox "Ich habe bezahlt" im Preferences-Fenster anklickt, egal, ob das zutrifft oder nicht. Das funktioniert, weil viele Menschen ehrlich, aber vergeßlich sind. Vielleicht dauert es Monate oder Jahre, bis sie bezahlen, aber sie wollen den Akt der Unehrlichkeit nicht begehen, "Ich habe bezahlt" anzukreuzen, ehe sie bezahlt haben.

<http://www.stairways.com/anarchie/>
<http://www.stairways.com/netpresenz/>
<http://www2.semicolon.com/Rick/STD.html>

Bezahlung: Anreize -- Eine andere Methode besteht darin, den Benutzern für ihr Geld noch etwas Wertvolles anzubieten. Normalerweise geschieht das mittels "Crippleware" [cripple: "Krüppel". --WJF] - ein Programm, das in einem Demo-Modus mit eingeschränkten Funktionen läuft, bis die Bezahlung erfolgt ist. Nach der Registrierung erhält der User Zugang zum vollwertigen Produkt, sei es durch ein Paßwort, einen speziellen FTP-Server oder dadurch, daß er die Vollversion per Diskette oder E-Mail zugesandt bekommt.

Ein anderer Anreiz ist es, eine Zusatzleistung anzubieten - ein gedrucktes Handbuch, eine Diskette mit netten Kleinigkeiten oder ein weiteres Programm -, sobald die Bezahlung eingelangt ist.

Wenn Sie Crippleware vertreiben, machen Sie sich auf Unannehmlichkeiten gefaßt. Wenn Ihr Produkt verbreitet ist, wird sich irgendein kriminelles Element finden, das Ihr Programm knackt, sodaß die volle Funktionalität kostenlos verfügbar ist. Jemand könnte auch eins Ihrer Paßwörter öffentlich machen. Alles, was Sie zahlenden Benutzern zur Belohnung schicken, wird bald auf halbseidenen Servern auftauchen. Es gibt diverse Wege, diese Auseinandersetzungen zu führen. Wenn Sie den offenen Kampf wählen, wünsche ich Ihnen viel Glück. Ich bin sicher, daß Kriminelle nicht zahlen, egal, was Sie unternehmen; gegen sie vorzugehen bedeutet nur Zeitverschwendung. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Verbesserung Ihres Produkts und darauf, die Mouse Potatoes zum Bezahlen zu bringen.

Diese Überlegungen bedeuten nicht, daß der Crippleware-Ansatz schlecht ist. Er funktioniert bei Mouse Potatoes ziemlich gut, weil Crippleware einem noch mehr auf die Nerven gehen kann als Nagware. Die meisten sehr erfolgreichen Shareware-Produkte, die ich kenne, sind Crippleware. Bedenken Sie aber, daß entschlossene Software-Piraten davon nicht abgeschreckt werden - vergeuden Sie also nicht allzuviel Energie damit, Ihre Software mit wasserdichten Schutzmechanismen auszustatten. Suchen Sie einen Mittelweg, der Mouse Potatoes beeinflußt, ohne die Benutzer zu verärgern, die bezahlt haben (nichts Ungerechteres kann ich mir vorstellen als wenn ein ehrlicher Zahler das Programm nicht voll benutzen kann, weil er sein Paßwort vergessen hat). Denken Sie auch daran, daß Sie an jeden zahlenden Kunden ein Paßwort verschicken müssen und Zeit und Mühe auf Anrufen und Mails von Benutzern verwenden werden, die ihr Paßwort vergessen haben. Entwerfen Sie ein System, das Aufwand und Ärger sowohl für Sie als auch Ihre Kunden minimiert.

Eine exzellente Übersicht über die verschiedenen Anreizformen, ihre Effizienz und den Aufwand, den sie für den Entwickler bedeuten, finden Sie in Kee Netherys Abhandlung über "Hookware".

<http://www2.semicolon.com/Rick/ShareSuccess/Hookware.html>

Bezahlung: Machen Sie sie einfach -- In meinen ersten Jahren verlangte ich von meinen Kunden, entweder in U.S.-Dollar in bar oder per Scheck in U.S.-Dollar, der auf eine Bank in den Vereinigten Staaten ausgestellt war, zu bezahlen. Es war (und ist es immer noch) zu teuer, ausländische Währungen umzuwechseln. Ich hätte gerne Kreditkarten akzeptiert, aber eine Privatperson wird bei einer Bank schwerlich gleich behandelt werden wie ein Kaufmann mit einer breiten Ladenfront. Um mich zu bezahlen, mußten also die Leute üblicherweise einen Brief schreiben und einen Scheck ausstellen. Das klingt nicht allzu aufwendig, schreckt aber schon zahlreiche Menschen ab. Auslaändische Bneutzer waren noch schlechter dran - es ist für sie nicht einfacher, amerikanisches Geld zu besorgen als für mich, ausländische Währung umzuwechseln.

Dann kam mir Kagi zu Hilfe. Kagi ist eine Firma, die (unter anderen Agenden) die Zahlungen für Shareware-Autoren abwickelt. Meine Kunden schickten ihre Zahlungen an Kagi und von dort erhalte ich jeden Monat einen Scheck, der die einzelnen Beträge zu meinen Gunsten zusammenfaßt, abzüglich einiger Prozente für Kagi und Bankspesen.

<http://www.kagi.com/>

Für meine Kunden ist das großartig. Kagi stellt ein kleines Programm zur Verfügung, das ich meinem Produkt beilege und das ein Bestellformular für die Benutzer erzeugt. Es kann mit einem U.S.-Scheck, in Währungen aus über einem Dutzend Ländern, per Kreditkarte und noch auf andere Weise bezahlt werden. Wenn Kunden per Scheck oder Banknoten bezahlen, drucken sie nur das Formular aus und senden es mit der Zahlung an Kagi; wenn sie sich für Kreditkarte oder eine elektronische Form der Zahlung entscheiden, können sie ihre Angaben per Fax oder E-Mail an Kagi schicken.

Als ich die Dienste von Kagi zu nutzen begann, nahmen meine Verkäufe um 50 Prozent zu (Kagi verspricht nichts in dieser Richtung und einige Kagi-Kunden haben diesen Zuwachs nicht erreicht - viele andere allerdings schon). Kagi macht es den Kunden möglich, augenblicklich zu bezahlen, ohne mit Bargeld oder Briefmarken zu tun zu haben. Kagi ist nicht die einzige Firma, die solche Dienste anbietet - sehen Sie sich einfach um. Ich selbst kann Kagi wärmstens empfehlen, obwohl ich - um das hier klarzustellen - von dort nicht für das Werben von Kunden erhalte.

[In der nächsten Folge erörtert Rick weitere Aspekte des Erfolgs mit Shareware.]

[Rick Holzgrafe programmiert für einige namhafte Firmen im Silicon Valley, wenn er nicht gerade Shareware produziert.]



Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE], Matt Neuburg [MN].

Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Heike Kurtz [HK].

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