TidBITS#405/17-Nov-97 - Deutsch

Adam feiert am Dienstag seinen 30. Geburtstag und in dieser Ausgabe schreibt er über sein neuestes Buch, den Eudora Visual QuickStart Guide. Jeff gibt einige Kommentare unserer Leser zur Typographie am Bildschirm weiter, wir heißen Cyberian Outpost als unseren neuesten Sponsor willkommen, wir berichten über Reaktionen zum Apple Store und geben das Erscheinen von Zip-Laufwerken für PowerBooks, einen gesenkten Preis für Eudora Pro und die Version 2.1.1 von LetterRip bekannt.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#405/17-Nov-97.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-405.html>

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Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1997/TidBITS#405/17-Nov-97>

Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-405.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-405.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-405.etx>


MailBITS/17-Nov-97

[Übersetzung: Jens Wolk]

Neuer Sponsor von TidBITS: Cyberian Outpost -- Wir freuen uns, Cyberian Outpost als neuen Sponsor begrüßen zu können. Gegründet von Darryl Peck, der sich unter anderem als Präsident der New York Macintosh Users Group und als Gründer der Softwareschmiede Inline Design um den Mac verdient gemacht hat, war Cyberian Outpost einer der ersten Software- und Hardwarehändler im Internet und einer der wenigen, welcher nur online erreichbar war. Bereits in der Vergangenheit haben wir mit Cyberian Outpost zusammengearbeitet, um unseren Lesern Sonderangebote für die in TidBITS besprochenen Artikel bieten zu können, und inzwischen schauen wir als erstes bei Cyberian Outpost vorbei, wenn wir eine Software suchen. Wer mehr über Cyberian Outpost erfahren möchte, lese das zweiteilige Interview, das wir im April 1996 mit Darryl Peck führten. Und vergessen Sie nicht, jede Woche einen Blick auf den Text des Sponsors zu werfen, um sich über aktuelle Sonderangebote zu informieren. [ACE]

<http://www.outpost.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1021>

Preissenkung für Eudora Pro, Beta erhältlich -- In einer heutigen Pressemitteilung kündigte Qualcomm einen Preisnachlaß auf Eudora Pro 3.0 an. Bis zum 8. Dezember 1997 können Sie Eudora Pro für ca. 29 US$ erstehen, was in etwa der Hälfte des vorherigen Straßenpreises von 59 $ entspricht (die Preise variieren von Händler zu Händler). All jene, die sich einen Eindruck von der nächsten Version von Eudora Pro verschaffen wollen, wird der öffentliche Betatest von Eudora Pro 4.0 interessieren. Die neue Version bietet Unterstützung von LDAP und M/HTML, automatische Konfiguration, eingebundene Graphiken, E-Mail-Transfers im Hintergrund und mehr. [ACE]

<http://www.eudora.com/press/1997/pr97.cgi?f=97.11.17.pricing>
<http://www.eudora.com/betas/epro4_mac.html>

LetterRip 2.1.1 ist erschienen -- Fog City Software liefert LetterRip 2.1.1 aus, die jüngste Version der einfach zu bedienenden Listserver Software. Version 2.1.1 wartet mit einer Reihe kleiner aber begrüßenswerter Verbesserungen auf, einschließlich schnellerem Zugriff auf Abonnentenlisten (wozu es eines neuen internen Formats bedarf - Sie können nicht auf alte Listen zurückgreifen, ohne sie zu exportieren und wieder zu importieren) und verringerte Speicheranforderungen bei der Suche mit Apple Events. Darüber hinaus springt LetterRip im Dialog Administrator Connect zum Feld Password, falls das Feld Domain per Voreinstellung bereits einen Eintrag enthält; der Email Admin Processor verfügt nun über eine Suchen-Routine, mit der Abonnenten anhand einer beliebigen Zeichenkette in ihrer E-Mail-Adresse gesucht werden können. LetterRip kostet 295 US$; das Upgrade von älteren Versionen ist kostenlos. Fog City empfiehlt das Upgrade allen Kunden, insbesondere jenen, die sich des Processors bedienen. [ACE]

<http://www.fogcity.com/letterrip.html>

56-Kbps-Modems -- Falls Sie erwägen, mit einem 56-Kbps-Modem durch das Internet zu rauschen, wird Sie NetBITS-008 interessieren. Themen darin sind die Funktionsweise von 56K-Modems und die konkurrierenden Standards K56Flex und X2, Methoden der Bildkompression, eine wehmütiger Blick auf Gopher und WAIS und wie der Schöpfer des Ausspruchs "Im Internet surfen" auf diesen gekommen ist. Sollten Sie Fragen zu Graphiken im Web haben, dann finden Sie die Antworten vielleicht in NetBITS-007, worin Glenn Fleishman GIF, JPEG, PNG und anderes erklärt. Weitere Themen: unzustellbare E-Mails und die Berichtigung der Fehlinformationen über America Online, die derzeit die Runde machen. Wenn Sie sich für die NetBITS interessieren, können Sie NetBITS als wöchentliche E-Mail erhalten, indem Sie eine E-Mail an <netbits-on@netbits.net> senden. [ACE]

<http://www.netbits.net/nb-issues/NetBITS-008.html>
<http://www.netbits.net/nb-issues/NetBITS-007.html>

Apple Store verbucht 500.000 US$ in 12 Stunden -- Der Apple Store, von dem wir in der letzten Ausgabe berichteten, konnte nach Angaben von Apple in den ersten 12 Stunden ein Auftragsvolumen von 500.000 US$ verbuchen. Insgesamt verzeichneten die Seiten des Online-Kaufhauses, in dem der Power Macintosh G3 dank der von NeXT erworbenen WebObjects-Technologie in beliebiger Konfiguration bestellt werden kann, im Verlaufe seines Eröffnungstages zwischen Mittag und Mitternacht PST 4,4 Millionen Abfragen. Das ist eine gute Nachricht und dementsprechend schwärmerisch gab sich Steve Jobs auf der Pressekonferenz. Nach der "Think Different"-Kampagne bleibt nun abzuwarten, ob Apple den Kundenwünschen termingerecht nachkommen kann. [JLC]

<http://store.apple.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04251>
<http://product.info.apple.com/pr/press.releases/1998/q1/971111.pr.rel.onlinestore.html>

Gezippte PowerBooks -- Besitzer von PowerBooks mit Erweiterungsschacht für Laufwerke - also der Modelle 190, 5300, 1400, 3400 und G3 - können endlich ihre gesammelten Zip-Medien auch unterwegs nutzen, ohne ein externes Laufwerk samt unhandlichem Trafo mitschleppen zu müssen. Vergangene Woche kündigte VST die Auslieferung der ersten internen PowerBook-Laufwerke an, mit denen die beliebten 100-MB-Medien von Iomega gelesen und beschrieben werden können [diese Laufwerke sind "hot-swappable", sie können also bei laufendem Betrieb gegen ein anderes Laufwerk, z.B. gegen ein Disketten- oder CD-ROM-Laufwerk, ausgetauscht werden. --WJF]. Die lang erwarteten Laufwerke werden inklusive eines Mediums mit vorinstalliertem Mac OS 8 geliefert; das Laufwerk selber kann sofort eingesetzt werden und das auswechselbare Disketten- oder CD-ROM-Laufwerk ersetzen. Die Aussicht auf ein internes Zip-Laufwerk war für mich einer der Hauptgründe, vor mehr als einem Jahr ein 5300cs zu kaufen. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Laufwerk ist 349,95 US$. [JLC]

<http://www2.skyworld.com/cgi-shl/cfml.exe?template=/vsttech/press.cfm>

Eudora Internet Scheduler? -- Zu unserem MailBIT "Qualcomm kauft Now Software" in TidBITS-404 schreibt Mark C. Corsi <mcorsi@metatron.claremont.ca.us>:

In Ihrer Schilderung der Vorteile der Übernahme von Now Software durch Qualcomm vergessen Sie Now Contact und Now Up-to-Date. Ich gehe davon aus, daß Qualcomm diese beiden Produkte weiterentwickeln und in Eudora, Eudora Internet Mail Server sowie Qualcomms WorldMail Server integrieren wird. Ablauf- und Terminplanung werden zu einem wesentlichen Bestandteil unternehmerischer Netzwerklösungen. Ein Standard bezüglich Ablauf- und Terminplanung wird derzeit von IETF entwickelt und sollte in etwa einem Jahr verfügbar sein (eine vorsichtige Schätzung meinerseits). Des weiteren erinnere man sich, daß Qualcomms Eudora-Abteilung in Konkurrenz zu Netscape, Microsoft und Lotus steht (nebst anderen), die allesamt eine Lösung für die Terminplanung anbieten.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-404>
<http://www.ietf.org/html.charters/calsch-charter.html>

Apple und die Konfiguration auf Bestellung -- Weldon Dodd <weldon@coppertech.com> kommentiert unseren Artikel "Denkt Apple anders?" in TidBITS-404 wie folgt:

Sie haben in Ihrem Artikel die Konsequenzen aus Apples wichtigem, neuem build-to-order (BTO) [Konfiguration gemäß Bestellung] System zu wenig analysiert. Es ist richtig, daß die Einführung des BTO-Systems teuer war und tiefgreifender Veränderungen in Apples internen Abläufen bedurfte. Richtig ist aber auch, daß damit weit mehr gewonnen werden kann als der offensichtliche Vorteil der kundenspezifischer Konfigurationen. Apple hat nun die Möglichkeit, Lieferverzögerungen klein zu halten, übergroße Lager abzubauen und in Lagerware gebundene Millionen freizubekommen. Das wird nicht über Nacht geschehen, aber Apple wird nun endlich in der Lage sein, der Marktnachfrage zu entsprechen. Jobs wies eindringlich darauf hin, daß ab den G3-Systemen künftig alle Produkte von Apple im BTO-System gebaut werden sollen. Mehr als jede andere Ankündigung läßt mich das BTO-System hoffen, daß Apple tatsächlich beginnt, anders zu denken. Ich verstehe alle, die noch zögern zu glauben, daß Apple seine Probleme bezüglich Marktvorhersage und -befriedigung lösen könne, doch die BTO-Strategie stimmt mich zuversichtlich.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-404>


Lesen im Web braucht mehr als nur ein paar Zeichensätze

von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Wie ich schon in meinem Artikel über Typographie am Bildschirm in TidBITS-403 geschrieben habe, hat das Web ein gesteigertes Interesse an Zeichensätzen hervorgerufen, die am Monitor leichter zu lesen sind. Die meisten der einlangenden Antworten beziehen sich auf die Benutzung von Fonts wie New York oder Georgia statt der vorgegebenen Times oder es werden Alternativen wie Utopia vorgeschlagen. Einige Leser weisen aber darauf hin, daß mehr erforderlich ist als nur Anpassungen bei den Fonts, um angestrengten Augen das Lesen zu erleichtern.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-403>

Vergleich und Kontrast -- Christopher N. Vogt <vogt@computer.org> schreibt, daß ein Fehler der modernen Betriebssystem darin liegt, die physikalische Welt nachbilden zu wollen.

Ein Aspekt, den die meisten Leute im Zusammenhang mit Computern und der Belastung der Augen nicht bedenken, ist die absurde Idee, das Bild auf einem Monitor wie Papier aussehen zu lassen. Ich vergleiche das oft mit dem Versuch, die Aufschrift auf einer eingeschalteten Glühbirne lesen zu wollen. Das ist Belastung der Augen! Alle diejenigen Betriebssysteme - einschließlich des Mac-Systems - frustrieren mich seit langem, die ein einfaches Umschalten zwischen weiß-auf-schwarz und schwarz-auf-weiß nicht gestatten. Ich sitze seit 20 Jahren 8 bis 16 Stunden täglich vor einem Bildschirm und haben keine Augenprobleme, außer wenn ich nicht auf weiß-auf-schwarz umstellen kann.

Die Qualität ist der Schlüssel -- Tracy Valleau <tracy@linksware.com> erwähnt die Bedeutung des physikalischen Mediums, von dem gelesen wird.

In meiner zwanzigjährigen Programmiertätigkeit haben ich mehr als 80.000 Stunden damit zugebracht, Text am Bildschirm zu lesen. Die wichtigste Einzelmaßnahme zur Schonung der Augen ist die Anschaffung eines guten Monitors. Auf einem guten Bildschirm sehen Buchstaben mit Anti-Aliasing verwaschen aus, scharfe Lettern sind aber viel leichter zu lesen.
Alle Änderungen dieser Welt bei den Zeichensätzen nützen nichts, wenn Sie einen billigen Monitor benutzen. Wenn notwendig, geben Sie ihn zur Wartung, damit die Kathodenstrahlen (die das Bild auf dem Schirm zeichnen) justiert werden.

Von Holzkohle verbrannt? -- Seit der Einführung von Mac OS 8 haben Typographen über die Auswahl von Charcoal [engl. "Holzkohle", --WJF] als System-Zeichensatz gestritten, der die seit den allerersten Macs gewohnte Chicago abgelöst hat. Wenn Sie im Kontrollfeld Appearance (das den Text in Menüs und Dialogboxen beeinflußt) den System-Font Ihres Macs umstellen wollen, finden Sie dort wahrscheinlich nur Charcoal und Chicago vor. Wie die unten angeführte Web-Site erläutert, können Sie mit einer Methode, die von Apple nicht unterstützt wird, mit ein wenig ResEdit-Nachhilfe andere Zeichensätze zur Verwendung durch das System einstellen.

<http://www.goldengate.net/%7Evoodoo/charcoal.html>
<ftp://ftp.info.apple.com/Apple_Support_Area/Apple_SW_Updates/US/Macintosh/Utilities/ResEdit_2.1.3.sea.hqx>

Weitere Informationen und ein Interview -- Wenn Sie mehr über Bildschirm-Fonts wissen wollen (mit besonderer Betonung auf dem Web-Browsen), lesen Sie den neulich im Web Review publizierten Artikel. Sie finden dort eine Sammlung detaillierter Informationen über Bildschirm-Zeichensätze, Font-Technologien, den Einsatz von Font-Technologien bei Web-Sites, Cascading Style Sheets und anderes; dazu gibt es ein Interview mit Matthew Carter, dem Gestalter der Zeichensätze Georgia und Verdana von Microsoft. Matthew spricht über den speziellen Entwurfsprozeß, der mit der Gestaltung von Bildschirm-Fonts (im Gegensatz zu für den Druck bestimmten Zeichensätzen) verbunden ist.

<http://www.webreview.com/97/11/07/index.html>


Eudora: Tips und Tricks

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Heike Kurtz]

Mein neuestes Buch "Eudora for Windows and Macintosh: Visual QuickStart Guide" (Peachpit Press, ISBN 0-201-69663-0, US$ 16,95) ist gerade herausgekommen und ich dachte, ich könnte das Ereignis feiern, indem ich ein paar Dinge, die ich beim Schreiben dieses Buches gelernt habe, weitergebe. Qualcomm behauptet, daß 18 Millionen Menschen Eudora für ihre Email verwenden; wenn meine Erfahrungen mit vielen Freunden und Verwandten, die Eudora verwenden, als Beispiel geeignet sind, dann nutzen sehr viele davon nicht alle Funktionen, die die neuesten Versionen von Eudora 3.x bieten.

<http://www.eudora.com/>
<http://www.peachpit.com/>

Die Tips, die ich hier gebe, umfassen alle Bereiche - angefangen bei denen, die vor allem für Anfänger interessant sind, die Eudoras vielfältige Einstellungen noch nicht erforscht haben, bis zu Dingen, die meiner Meinung nach nur wenige Eudora-Nutzer kennen oder gar anwenden. Ich habe hier nicht genügend Platz, um haarklein zu erklären, wie manche von diesen Dingen genau ausgeführt werden müssen - ausführliche Beschreibungen gibt es in dem Buch, das - wie alle Peachpit Press Visual QuickStart Guides - schrittweise Anleitungen mit Screenshots und detaillierten Bildunterschriften bietet. Auch ist Eudora vollständig Cross-Platform, d. h. die Tips gelten sowohl für die Mac- als auch die Windows-Version (einige wenige sind allerdings nur auf die Mac-Version anwendbar).

Ich habe außerdem eine Webpage mit Eudora News (Neuerscheinungen, Public Betas und dergleichen), Eudora Tips (direkt aus dem Buch), Links zu nützlichen Eudora-Resourcen im Internet und Zusatzinformationen zum Buch gemacht, incl. einer Kurzfassung des Buches im Acrobat-Format. Setzen Sie ein Bookmark, dann können Sie sich regelmäßig über die neuesten Tips und News informieren.

<http://www.tidbits.com/eudora/>

Effizientes Versenden -- Die Grundeinstellung von Eudora verschickt eine Email-Message unmittelbar nachdem Sie sie geschrieben haben. Das mag Menschen, die permanente Internet-Verbindungen haben, nicht weiter stören, aber es stellt für diejenigen, die über Modemverbindung ins Internet gehen, eine große Zeitverschwendung dar. Der Grund für diese Voreinstellung ist, daß unerfahrene Benutzer sonst leicht Emails zum Versenden sammeln könnten und - im Glauben, sie seien bereits versandt worden - schließlich vergessen, sie zu senden.

Die Lösung dieses Problems ist, das Kreuzchen bei "Immediate send" im Einstellungsfenster "Sending Mail" herauszunehmen und dabei auch gleich "Send on Check" anzukreuzen. Dadurch werden alle ausgehenden Mails in der Outbox gesammelt und verschickt, wenn Sie sich das nächstemal einwählen, um nach neuer Mail zu schauen.

Denjenigen, die ständig Verbindung zum Internet haben und Nachrichten sofort versenden, schlage ich dennoch vor, die Mail zu sammeln, denn man weiß nie, ob man nicht später gerne doch etwas zurückgenommen hätte, das man geschrieben hat. Wenn Sie ihre Nachrichten zum späteren Versand sammeln, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Worte noch einmal zu überdenken. Ich ändere mehrmals täglich meine so gesammelten Ausgangsmails.

Behalten Sie Kopien -- Wenn wir gerade über das Verschicken von Mail reden: Ich möchte Sie ermutigen, auch das "Keep Copies"-Kästchen im "Sending Mail"- Einstellungsfenster anzukreuzen. Diese Einstellung sorgt dafür, daß Eudora Kopien von ausgehenden Mails in der Outbox behält, nachdem sie verschickt worden sind (der Status der Nachricht ändert sich von "queued" in "sent"). Ich kann Ihnen nicht sagen, wie nützlich es für mich schon war, Wochen, Monate oder gar Jahre später in meinem Archiv nachzuschauen, was ich irgendwann einmal geschrieben habe. In ein paar Fällen hat es mir sozusagen das Leben gerettet.

Ich verschicke viel Email - zwischen 1000 und 1500 Nachrichten pro Monat. Meine Outbox würde schnell überlaufen, wenn ich nicht regelmäßig Dinge auslagern würde. Am Anfang eines neuen Monats verschiebe ich daher die versandten Nachrichten des Vormonats in eine andere Mailbox. Ich tue das schon seit Jahren und es hat sich als nützliches Verfahren herausgestellt, um mein geschäftliches und privates Leben zu dokumentieren, ohne ein Tagebuch zu führen.

Filter erstellen und finden -- Filter sind meiner Meinung nach eine essentielle Funktion eines Email-Programms, und wenn Sie keine Filter benutzen, möchte ich Sie hiermit ermutigen, sie auszuprobieren (wählen Sie "Filtering Messages" aus dem "Help"-Menü, um weitere Informationen zu erhalten, wenn Sie Filter noch nie ausprobiert haben). In Eudora verschiebt der einfachste Filter Nachrichten an eine andere Mailbox - wenn Sie Mailinglisten abonniert haben, können Sie so Ihre Inbox freihalten, indem Sie diese Nachrichten in eine andere Mailbox filtern. Schauen Sie sich die Überschriften an, um herauszufinden, welche Textbestandteile bei allen Nachrichten der Liste gleich sind (normalerweise der Absender oder ein Teil des Empfängernamens, der bei allen Empfängern vorkommt).

Die Filter von Eudora Light sind etwas eingeschränkt. Man kann die Priorität und den Betreff einer Nachricht ändern oder die Nachricht an eine andere Mailbox weiterleiten. Eudora Pro bietet mehr Optionen, einschließlich der Möglichkeit, Nachrichten oder Postfächer zu öffnen, eine Nachricht weiterzuleiten, umzuleiten oder zu beantworten, Töne abzuspielen und sogar "personalities" auszutauschen. Diese letzte Möglichkeit hat sich in letzter Zeit als nützlich erwiesen - mit dem Erscheinen von NetBITS bekommt unser Server nun Mail für <ace@tidbits.com> und <ace@netbits.net>. Ich lasse Eudora Pro nach allen Nachrichten für <ace@netbits.net> schauen und ordne sie einer NetBITS-personality zu, so daß meine Antworten auch von dieser Adresse zu kommen scheinen - und nicht von meiner Hauptadresse <ace@tidbits.com>.

(Für diejenigen, die Eudora Pro nicht kennen: Personalities ermöglichen das Abrufen von Mail bei verschiedenen Internet Accounts und die Beantwortung der Mails unter den jeweils richtigen Absenderadressen. Die meisten Leute brauchen keine verschiedenen Mail-Personalities - diejenigen, die sie doch brauchen, können ohne sie nicht mehr leben).

Wenn Sie erst einmal viele Filter haben - z. B. wenn Sie viele Mailinglists abonniert haben oder versuchen, Spam abzufangen -, werden Sie Schwierigkeiten bekommen, einen davon zu finden, um ihn zu ändern. In den Mac-Versionen von Eudora kann man aber im Filter-Fenster die "Find"-Option anwenden. Öffnen Sie hierzu einfach das "Filters"-Fenster und dann das "Find"-Fenster und führen Sie eine Textsuche in den Filtern durch.

Umleiten -- Viel zu wenig Leute verstehen oder benutzen die Umleit-Funktion von Eudora, die für diejenigen, die Eudora geschäftlich nutzen, unentbehrlich ist. Früher oder später werden Sie eine Email bekommen, die eigentlich von einem Kollegen bearbeitet werden müßte. In einem normalen Email-Programm würden Sie die Nachricht an diese Person weiterleiten, die also eine Email von Ihnen bekäme, die wiederum die Original-Nachricht enthielte. In Eudora kann man solche Nachrichten auch per "redirect" umleiten, d. h. Ihr Kollege bekäme eine Nachricht vom Original-Absender mit einem kleinen "by way of"-Tag im Absenderfeld, der darauf hinwiese, daß Sie sie weitergeleitet haben.

Wenn Ihr Kollege diese Nachricht dann beantwortet, geht sie an den Original-Absender und nicht an Sie. Ihr Kollege muß nicht nach dem ursprünglichen Absender und dessen Adresse forschen und diese ausschneiden und in eine neue Antwort einfügen - umgeleitete Nachrichten verhalten sich wie solche, die man direkt bekommen hat. Als Beispiel für die Nützlichkeit einer solchen Funktion kann unsere Situation gelten: Nach jeder Ausgabe der TidBITS oder NetBITS bekommen wir Dutzende oder Hunderte von Emails an die Adresse unseres Herausgebers. Eine Person sortiert sie und leitet sie schnell an die jeweils zuständige Person weiter oder, falls notwendig, auch an den Autor des Artikels. Wir nutzen eine Einstellung in Eudoras "Miscellaneous Settings", die automatisch "Turbo Redirect" einschaltet. Wenn man einen Empfänger in dem hierarchisch gegliederten "Turbo Redirect"-Menü auswählt, leitet Eudora die Nachricht an diese Person um, schließt die Original-Message und wirft sie in den Papierkorb.

Suchen und Finden -- Die Mac-Versionen von Eudora leiden unter einer allzu ambitionierten Suchfunktion (die Windows-Versionen können weniger, sind aber auch nicht so komplex), die die meisten Eudora-User verwirrt. Ich weiß. Hier kommt der Trick: Erstens, es gibt einen Unterschied zwischen "finding" (in einer einzigen Nachricht) und "searching" (in mehreren Nachrichten). Zweitens: Eudora legt sehr viel Wert auf den "Ausgangspunkt" für die Suche und zeigt alles, was es für den "Startpunkt" für die Suche hält, im "Find"-Fenster, zwischen Tasten im Stil eines Videorecorders, die es ermöglichen, den "Ausgangspunkt" zu ändern. Wenn Sie erstmals das "Find"-Fenster öffnen, wird die aktuell ausgewählte Nachricht zum Ausgangspunkt. Trotzdem sollten Sie nicht davon ausgehen, daß die ausgewählte Nachricht in der vordersten Mailbox automatisch der Ausgangspunkt ist - sie ist es nicht. Ich habe herausgefunden, daß es am sichersten ist, offene Mailboxen zu ignorieren und stattdessen den "Choose"-Button zu klicken und dann eine Mailbox aus dem entsprechenden Menü auszuwählen, um den Ausgangspunkt für die Suche manuell festzulegen. Wenn Sie das getan haben, können Sie in einen der drei Suchknöpfe klicken, um die Mailbox, die den Ausgangspunkt enthält, den Mailbox-Ordner, der diese Mailbox enthält oder auch alle Mailboxen bis zum Ende zu durchsuchen (aber nicht nochmal vom Anfang bis zum Startpunkt, wie das z. B. die Windows-Version tut).

Obwohl Eudoras Suchfunktion extrem schnell ist, ist sie doch zu linear. Anstatt eine Nachricht zu finden und sie zu öffnen und den Benutzer dann zu zwingen, die Suche nochmals zu starten, um den nächsten Treffer zu finden, sollte Eudora eine Mailbox mit gefundenen Nachrichten erstellen, so daß man sie kurz durchschauen und überprüfen kann, welche Nachricht denn nun die gewünschte Information enthält. Außerdem sollte es möglich sein, diese "gefunden"-Mailbox nach allen möglichen Kriterien zu sortieren - einschließlich solch großartiger Kurzbefehle wie z. B. das Klicken einer Zelle in einer Mailbox bei gehaltener Optionstaste, wodurch dann alle Nachrichten in dieser Mailbox ausgewählt werden, die in dieser Zelle die gleiche Information enthalten. Das ist eine großartige Methode, um alle Nachrichten einer bestimmten Person, gleicher Größe oder mit bestimmten Betreffzeilen auszuwählen, ohne jedesmal die gesamte Mailbox umzusortieren.

Kontrollieren Sie Ihr Modem -- Als die Internet-Provider noch meistens nach Zeittakt abrechneten, wollten die Leute immer wissen, wie sie Eudora dazu bringen könnten, die Modemverbindung nach dem Empfang oder dem Versand einer Nachricht zu beenden. Ich pflegte zu sagen, das sei nicht leicht, weil Eudora ein Email-Programm sei und sich nicht um den Status der Internetverbindung kümmert, die ja auf verschiedene Arten zustandegekommen sein kann.

Jetzt aber kann Eudora nach Übertragung einhängen - unter bestimmten Bedingungen. Man muß z. B. mit MacSLIP oder OpenTransport/PPP arbeiten. Außerdem muß der Aufbau der Verbindung von Eudora veranlaßt worden sein, sonst kann Eudora sie nicht trennen. Die entsprechenden Ankreuzfelder für diese Funktion befinden sich im OT/PPP und MacSLIP-Einstellungsfenster. Stellen Sie alles wie gewünscht ein, um zu verhindern, daß Eudora automatisch eine Prüfung auf unterbrochene Verbindung vornimmt und um dafür zu sorgen, daß die Verbindung getrennt wird, wenn die MacSLIP- oder OT/PPP-Verbindung von Eudora selbst hergestellt wurde.

Email-Erinnerungen schreiben -- Eine Sache auf die ich gekommen bin, um mich oder andere an weit entfernte Aufgaben oder Termine zu erinnern, ist Email. Tonya und ich haben ein vernetztes Kalenderproramm, aber Email funktioniert manchmal einfach besser als ein aufleuchtendes Erinnerungsfenster, und natürlich kann mein Kalender keine Dritten an Dinge erinnern, die ich von ihnen will.

Eudora löst dieses Problem sehr elegant - Email per Zeitplan. Wenn man eine Email zur späteren Versendung in die Warteschlange stellt, möchte man ja meistens, daß sie bei der nächsten Verbindung mit verschickt wird. Man kann Eudora aber auch bitten, diese Nachricht zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt abzuschicken. Das ist nützlich, denn wenn man sich selbst oder anderen einen Monat vor Termin eine Erinnerungs-Mail schickt, bringt das gar nichts - sie muß ein oder zwei Tage vor dem entsprechenden Datum eintreffen.

Hierzu hält man die Optionstaste gedrückt und klickt auf den "Queue"-Button im Nachrichtenfenster oder drückt einfach Befehlstaste-Optionstaste-E, um die Nachricht in die Warteschlange zu stellen. Eudora fragt dann per Dialogbox, in der man den gewünschten Absendezeitpunkt eingibt, und die Nachricht wird dann in der Outbox darauf warten. Eudora stellt dann aber nicht automatisch eine Verbindung her, sondern die Nachricht wird dann mit der nächsten darauffolgenden Verbindung verschickt. Ich empfehle, immer einen Tag mehr einzuplanen, als unbedingt notwendig wäre.

Das Glossar -- Ich bin mir zwar ziemlich sicher, daß das nicht unbekannt ist, aber keiner meiner Freunde (auch diejenigen, die Eudora seit Jahren intensiv nutzen), hat bis jetzt herausgefunden, daß Eudora eine Glossar-Funktion unterstützt - genau wie ein Texteditor. Wenn man einmal ein paar Fakten zusammenstellt, wird es ein wenig offensichtlicher:

Ich hoffe, Sie erkennen, was ich damit sagen will: Um einen Glossar-Eintrag zu erzeugen, schreiben Sie einfach einen neuen Namen in das Adreßbuch und schreiben den dazugehörigen Text in das Adreßfeld. Dann braucht man im Text nur noch den Nickname schreiben und entweder die Optionstaste drücken und "Finish & Expand Address Book Entry" aus dem "Edit"-Menü auszuwählen oder Befehlstaste-Wahltaste-Komma zu drücken.

Abgesehen von den wenigen Buchstaben, die in dem zu ersetzenden Text nicht vorkommen können, müssen Sie auch das Feld "Domain to add to unqualified domain names" im "Sending Mail" leeren. Ansonsten wird Eudora fröhlich diese Domain an das erste Wort ihres zu ersetzenden Textes anhängen und es kommt z. B. "Dies@tidbits.com ist ein Test" dabei heraus. Auch sollten Sie das "Name"-Feld im Adreßbuch leer lassen, denn sonst wird der Inhalt auch mit dem zu ersetzenden Text eingefügt.

Auch wenn Sie also kein separates Programm haben oder wollen, mit dem sie Textbausteine in Nachrichten einfügen können, ist es doch möglich, die Flexibiliät des Eudora-Adreßbuchs zu nutzen, um dieselbe Funktion zu erreichen. Ich nutze es für Sachen wie meine Postadresse oder ein paar andere Sachen, die ich ungern von Hand eintippe.

Letzte schamlose Anfrage -- Ich bin ehrlich. Ich schreibe Bücher, weil ich Leuten helfen möchte - je höher die verkaufte Auflage, desto mehr Leuten wird geholfen. Und da es so wahnsinnig viele Bücher über das Internet gibt, wird das nicht klappen, wenn Sie mir nicht Ihre Unterstützung gewähren. Wenn ich Ihnen irgendwann direkt gehofen habe - wie auch Tausenden anderen, die Ihre Fragen per Email schicken - oder indirekt, durch siebeneinhalb Jahre TidBITS oder die jetzt eingestellten Internet Starter Kit-Bücher, dann können Sie mir einen Gefallen erweisen.

Wenn Sie mit Eudora arbeiten, sollten Sie darüber nachdenken, das Buch bei Ihrem Lieblings-Buchhändler oder unter dem unten genannten Link zu kaufen. Ich denke, Sie werden es nützlich finden. Wenn Sie das Buch hilfreich finden, empfehlen Sie es Freunden oder Kollegen, und bitten Sie Buchhandlungen in Ihrem Ort, es ins Sortiment aufzunehmen. Das ist von unschätzbarem Wert. Wenn Sie große Firmen oder Bildungseinrichtungen kennen, die Firmenlizenzen für Eudora haben, teilen Sie es mir bitte mit: <ace@tidbits.com>. Eine neue Studie aus dem "Chronicle of Higher Education" stellte fest, daß ein Drittel der Colleges heutzutage Email nutzen und daß das Hauptproblem immer noch der User-Support ist. Ich denke, daß dieses Buch mit seinen klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen für alles, wofür man Eudora normalerweise nutzt (ein Thema pro Seite), helfen kann, dieses Problem zu lösen.

<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=0201696630/tidbitselectro00A/>

Und schließlich ist dieses Eudora-Werk im Gegensatz zu meinen voluminösen Internet Starter Kit Büchern nur 200 Seiten schlank, es ist also leicht genug, es im Januar zur Macworld Expo in San Francisco mitzubringen. Wenn Sie mir auf eine der oben beschriebenen Arten helfen können und zur Expo kommen, kann ich Ihnen dort meine Dankbarkeit ausdrücken und das Buch signieren. Ich werde mich bestimmt immer wieder mal am Peachpit-Stand oder im Netter's Dinner aufhalten, sollte also einfach zu finden sein.



Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].

Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Heike Kurtz [HK], Jens Wolk [JW].

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