Diese Woche beschließt Arthur Bleich seinen zweiteiligen Artikel über digitale Kameras mit Tips, worauf Sie achten sollten und konkreten Kaufempfehlungen. Douglas Tallman testet ClarisWorks 5, die jüngste Version der integrierten Software. Wir berichten auch über neue Ethernet-Treiber für die G3 Power Macs, über ein Update und ein Sonderangebot bei Timbuktu Pro 4.0, über einen Konverter für Microsoft Word 97/98 und über eine Lösung zum Archivieren von Emailer-Mitteilungen auf Basis von FileMaker.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#408/08-Dec-97.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-408.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-408.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-408.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-408.etx>
[Übersetzung: Jens Wolk]
G3 Ethernet Update -- Apple stellt einen aktualisierten Ethernettreiber (Version 2.0.1) für die neuen G3 Systeme (mit Ausnahme des PowerBook G3) zur Verfügung. Das Update behebt die Gefahr von Datenverlusten in stark beanspruchten Netzen und ermöglicht einen zuverlässigen Anschluß der Desktop-G3-Systeme an Ethernet-Hubs mit "auto-sensing"-Funktion [die also zwischen 10 und 100 Mbps selbsttätig umschalten können. --WJF]. Der Download beträgt nur 98 KB, allerdings brauchen Sie DiskCopy 6.1 oder ShrinkWrap 3.0, um das darin enthaltene Disketten-Image nutzen zu können. [GD]
<ftp://ftp.info.apple.com/Apple.Support.Area/Apple_SW_Updates/US/Macintosh/System/CPU_Specific_Updates/Power_Mac_G3/G3_Ethernet_2.0.1.img.hqx>
<ftp://ftp.info.apple.com/Apple.Support.Area/Apple_SW_Updates/US/Macintosh/Utilities/Disk_Copy_6.1.3.sea.hqx>
<http://www.aladdinsys.com/dev/shrinkwrap/>
Timbuktu Pro 4.0.2 -- Netopia Inc., vormals Farallon, liefert die Version 4.0.2 der Fernsteuerungssoftware Timbuktu Pro aus. Neu sind einige zusätzliche Modembeschreibungen, teilweise Unterstützung des Appearance Managers und der Einsatz des Tiefstrichzeichens im TCP/IP tab. Behobene Fehler umfassen den Verweis ähnlich lautender PC-Dateinamen auf Mac-Dateinamen, geringere Speicheranforderungen beim Kopieren von PC-Dateien, einige Netzwerkverfeinerungen und mehrere kosmetische Veränderungen. Das Upgrade ist ein Patch von 2 MB und kostenlos für Anwender von Timbuktu Pro 4.0. Darüber hinaus wird Timbuktu Pro bis zum 31. Dezember 97 zu Sonderpreisen angeboten; Informationen hierzu finden Sie unter dem zweiten URL. [ACE]
<http://www.netopia.com/software/tb2/mac/upgrade.html>
<http://www.netopia.com/offers/mac_xmas.html>
Datenverlust bei Stairways -- Stairways Software, die Sharewarefirma von Peter Lewis, unterhält mehrere Mailing Lists zu ihren Produkten und verwandten Themen. Leider gingen vergangenes Wochenende sämtliche Abonnentenverzeichnisse samt Backup verloren. Sollten Sie Abonnent einer der Mailing Lists sein, u.a. zu Anarchie, Apple Guide, Greebles, Internet Config, MacLabManager, NetPresenz, Open Transport und RumorMill, dann müssen Sie sich neu registrieren lassen. Die entsprechenden Adressen finden Sie unter nachfolgendem URL. [ACE]
Microsoft Word 97-98 Konverter -- Microsoft hat kürzlich die endgültige Version des Microsoft 97-98 Konverters ausgeliefert. Diese Version ersetzt die im Verlaufe dieses Jahres veröffentlichten Betaversionen und vereinfacht den Datenaustausch zwischen Anwendern von Macintosh Word 5 und 6 und Anwendern von Word 97 und 98. (Microsoft beabsichtigt, Word 98 für Macintosh Anfang 98 auszuliefern.) Der Konverter erfordert einen 68020-Prozessor oder höher. Die Webseite zum Konverter bietet weitergehende Informationen und einen Link zum 813 KB großen Download. [TJE]
<http://www.microsoft.com/macoffice/prodinfo/office/coexist.htm>
Archivierung von Emailer-Nachrichten -- Anwender von Claris Emailer 2.0 (s. Besprechung in TidBITS-382) erhalten mit Emailer Archive 3.0 ein kostenloses, auf FileMaker und AppleScript basierendes Werkzeug zur Auslagerung alter E-Mail Nachrichten aus der Datenbank von Emailer, und können so die Größe des aktuellen Datenbankordners verkleinern. Die Auslagerung in eine FileMaker-Datenbank beschleunigt darüber hinaus die Suche nach Nachrichten. Emailer Archive kann über die Webseite von Fog City Software bezogen werden; die Größe des Downloads beträgt 322 KB, falls Sie FileMaker 3.0 oder 4.0 besitzen, sonst 2.2 MB. [JLC]
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-382>
<http://www.fogcity.com/em_utilities2.0.html>
von Douglas Tallman <dtallman@crosslink.net>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Viele wird es freuen zu hören, daß ClarisWorks auch in der neuen Version 5.0 das geblieben ist, was es immer schon war - ein integriertes Programmpaket im besten Sinne. Andere könnten aber auch enttäuscht sein - es hat sich gegenüber den Vorversionen nichts Aufregendes getan. Für alle, die ClarisWorks nicht kennen - es besteht aus Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datenbank und ein Zeichenprogramm.
<http://www.claris.com/products/claris/clarisworksoffice/site/>
Woher und wohin, ClarisWorks? -- Seit dem letzten Update zu ClarisWorks sind anderthalb Jahre vergangen; die neue Version (99 US$) trägt die zeitgeistige Bezeichnung "ClarisWorks Office". Dieser neue Name und der bescheidene Upgrade-Preis von 49 US$ wiegen die wenigen Neuheiten nicht auf - es kann allerdings auch nicht die Rede davon sein, daß diese Version ein Mauerblümchen wäre.
Früher einmal hat Claris angekündigt, die nächste Version werde ein OpenDoc-Container sein, der Module von Drittanbietern benutzen werde. Ein solches Produkt war eine faszinierende Perspektive - die führende integrierte Software, gepaart mit der Speerspitze der Software-Integration. Stellen Sie sich nur vor, Textverarbeitung und E-Mail unter derselben Oberfläche machen zu können; OpenDoc hätte genau dies ermöglicht.
Leider ist die Entwicklung entlang dieser Linie zum Stillstand gekommen, weil Apple OpenDoc in den Status "Maintenance Mode" zurückgestuft [und damit OpenDoc der gezielten Weiterentwicklung und der vollen Unterstützung beraubt] hat (siehe dazu TidBITS-370). Claris hat auch erwogen, ClarisWorks in separate Programme aufzuspalten, aber dann davon Abstand genommen. Tom D'Arezzo, Produkt-Manager für ClarisWorks, sagte: "Wir hätten damit zentrale Merkmale aufgegeben, die ClarisWorks von anderen Produkten abheben - die unglaublich hohe Integration und die geringen Anforderungen an die Hardware."
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-370>
Hohe Integration war immer schon die besondere Stärke von ClarisWorks. Eigenständige Applikationen vergeuden ja oft viel Plattenplatz und Arbeitsspeicher. Mit ClarisWorks verzichten Sie vielleicht auf einige professionelle Features, aber Sie arbeiten mit geringeren Anforderungen an die Hardware.
Neue Features -- Unter den neuen Möglichkeiten ist die auffälligste - und die am meisten beworbene - der Button Bar [einen "Tastenbalken", --WJF], der vielleicht ein wenig an Word und WordPerfect mit ihren überladenen Oberflächen erinnert. Wenn Sie allerdings den Button Bar ausprobieren, merken Sie bald, daß er eine Erweiterung der Shortcuts-Palette ist, die es schon seit mehreren Versionen gibt.
Der Button Bar bringt noch mehr an Funktionalität, wenn Sie mit ihm weiter experimentieren. In der Voreinstellung ist er am oberen Rand des Bildschirms plaziert und nimmt auf meinem 15-Zoll-Monitor zu viel Platz weg. Am linken Rand ist er mir weniger im Weg. Die vorgegebenen Tasten lösen Funktionen aus, die auch mit Menübefehlen leicht zu erreichen sind; nach einigem Probieren mit den Einstellungen fand ich dann einen Satz von Tasten, die Befehle automatisieren, die sonst nur umständlich auf der Tastatur oder per Mausklick gegeben werden können. Nun ist der Button Bar nicht nur keine Platzverschwendung mehr, sondern eine echte Hilfe. Falls Sie aber gar nichts finden, das Sie darin aufnehmen wollen, können Sie ihn auch überhaupt ausblenden.
Die Dokumente selbst haben auch einige neue Merkmale: Paßwörter können Daten vor neugierigen Augen schützen und Dateien können Verknüpfungen zu anderen Dokumenten erhalten, seien es welche auf der lokalen Festplatte, im Netz oder draußen im Web. Auf einen Klick öffnet Clarisworks entweder die zugeordnete Datei oder leitet Ihren Web-Browser zu der entsprechenden Seite im Web. Sie können auch in einem Dokument Bookmarks erstellen, die dann diese Ziele mit einem Mausklick erreichbar machen. Solche Ziele können Zellen in Tabellen, grafische Elemente oder Abschnitte mit Bitmap-Bildern sein, aber - seltsamerweise - keine Datensätze in einer Datenbank.
ClarisWorks-Veteranen werden mit Erleichterung bemerken, daß diese Version eine einfache Methode bietet, eine Standardschrift voreinzustellen. In früheren Versionen mußte die Benutzerin dazu eine Vorlagendatei erstellen, mit allen notwendigen Einstellungen, und diese in einem speziellen Ordner ablegen. Diese Vorgangsweise gestattete präzise Kontrolle, aber sie machte einfache Aufgaben unnötig kompliziert (etwa einen Zeichensatz beim Konvertieren von Text-Dateien oder für Datenbank-Felder voreinzustellen. Jetzt können Sie eine Schrift im Preferences-Fenster zu Ihrer Standardschrift machen. Das funktioniert meistens ganz gut; neue Text-Blöcke innerhalb von Textdokumenten - z.B. Randspalten - werden allerdings in Helvetica angefangen. Seltsamerweise richten sich neue Text-Blöcke in grafischen Dokumenten aber durchaus nach der Schrift, die der User eingestellt hat.
Claris scheint auch die Macken bei den Style Sheets [Stilvorlagen] ausgebügelt zu haben. Viele Benutzer haben die Art und Weise, wie ClarisWorks 4 einen Satz von Stil-Merkmalen auf Text angewendet hat, bemängelt, aber das Abschalten unerwünschter Attribute war ein nervtötend komplexer Vorgang. In der neuen Version ist das alles viel durchschaubarer. Claris hat einen Befehl "Compound Styles" eingefügt, der die Methode aus ClarisWorks 4 nachahmt - die drei Leute, die die bisherige Vorgangsweise durchschaut haben, können also wie gewohnt weitermachen.
Andere Neuerungen sind neue Pinsel-Effekte im Mal-Modus und mit Namen bezeichnete Bereiche in Tabellen. Die Zahl der Zeichen pro Feld in einer Datenbank wurde von 500 auf 1000 angehoben, obwohl auch das in vielen Fällen zu wenig sein dürfte. Datenbanken können nun auch Multimedia-Felder haben, die Grafiken, Filmsequenzen und Töne aufnehmen. Multimedia-Felder können einen kompletten Textrahmen enthalten, der auch das Limit von 1000 Zeichen überschreitet - diese Methode taugt aber nur zum Speichern, nicht zum Editieren oder auch nur zum Lesen von Text.
Neu in der Version 5.0 ist ein Gleichungs-Editor, der als separates Programm vorliegt und den Symbol-Zeichensatz benutzt, um Gleichungen aufzubauen. Mit Hilfe von Apple Events können Gleichungen im Editor bearbeitet werden, auch nachdem sie in einem Dokument von ClarisWorks eingefügt worden sind.
Die beste Erweiterung ist vielleicht die Unterstützung von AppleScript, auch wenn sie weit von der Vollkommenheit entfernt ist. Über ein Menü im Programm können Skripts aufgerufen werden; ClarisWorks selbst hat ein überdurchschnittliches AppleScript-Verzeichnis. Leider liefert Claris nur lächerlich wenige Beispiels-Skripts mit, ClarisWorks kann keine Skripts aufnehmen und ich habe mich oft am Kopf kratzen müssen (so oft, daß ich davon eine kahle Stelle zurückbehalten habe) beim Versuch, einige der Eigenwilligkeiten beim Scripting in ClarisWorks zu durchschauen. Aber immerhin ist ein wenig Skriptfähigkeit besser als gar keine.
Was sonst noch in der Schachtel ist -- Ein weiterer Bonus ist die reichhaltige Ausstattung mit Vorlagen (mehr als 14 MB) und Assistenten (2,5 MB). Claris hat 64 Vorlagen von JIAN beigefügt, einem Verlag, der auf kleine Firmen spezialisiert ist. Ich ziehe es zwar meist vor, meine eigenen Entwürfe zu machen, aber wenn ich bedenke, daß viele User ihre ersten Schritte mit dem Computer in ClarisWorks machen, muß ich diese Zugaben sehr positiv bewerten.
Das dürre Handbuch ist freilich eine andere Sache. Es deckt kaum die wesentlichsten Dinge ab und die Seiten sind gespickt mit Hinweisen auf die Online-Hilfe. Dort ist aber nicht viel mehr an Details zu finden. Claris täte besser daran, den Kunden einen Coupon für ein gutes ClarisWorks-Buch von dritter Seite zu geben. Was aber das mindeste wäre: die unbrauchbare QuickHelp-Software herauszunehmen und alle Informationen in Form von ClarisWorks-Dokumenten zu liefern. Die Verbindung dieser Dateien und Bookmarks könnten dann Hypertext-Funktionalität bieten. Als ClarisWorks-Dateien wären sie besser geeignet, um etwa Datenbank-Suchen oder Tabellenfunktionen zu erklären.
Über Verbindungen zum Web hinaus bietet ClarisWorks noch andere gelungene "Internet Enabling"-Funktionen. Einer der Button Bars gestattet komfortablen Zugang zu Ihrer E-Mail-Software und zum Web-Browser. Das volle Office-Paket wird mit Internet-Zugangssoftware und Claris Home Page Lite zum Bearbeiten von Web-Seiten geliefert. ClarisWorks kann seine Dokumente in HTML (und sogar eingebettete Tabellen aus der Tabellenkalkulation in HTML-Tables) umwandeln.
Schlußfolgerungen -- Claris hat immer die hohe Integration und die bescheidenen Ansprüche von ClarisWorks an Arbeitsspeicher und Plattenplatz betont. Diese Mal wurde das Marketing auf den aktuellen Stand gebracht; ClarisWorks ist nun "alles für das Büro, was Sie brauchen". Für Leute mit knapper Ausstattung an Hardware ist ClarisWorks genau das Richtige. Aber auch User mit stärkeren Systemen werden die Einfachheit des Programms und die reiche Ausstattung mit Vorlagen schätzen. Ich habe ClarisWorks fast von seinen Anfängen an benutzt und es ist für mich immer ein braves Arbeitspferd gewesen. In der Version 5.0 gibt es nichts, was mich diese Meinung ändern ließe.
Ich frage mich aber, wie zeitgemäß ClarisWorks heute noch ist. Macs von Apple selbst werden um weniger als 1.600 Dollar verkauft, samt 32 MB RAM und Festplatten von 3,2 GB. Clones (die wenigen, die es noch gibt) sind noch günstiger zu haben. Diese Maschinen - und ihre Vorgänger aus den letzten Jahren - kommen auch mit den fetten Konkurrenten von ClarisWorks zurande. Solange die Hardware auch mit Microsoft Office fertig wird, scheint es mir zweifelhaft, ob viele Leute schlanke Software zu schätzen wissen.
[Andererseits sind viele ältere Macs immer noch im Einsatz, besonders bei neuen Benutzern, die die abgelegten Macs der versierteren Familienmitglieder bekommen, und bei Organisationen, die keine neuen Computer kaufen können. Für diesen Benutzerkreis stellen Programme wie ClarisWorks Schlüsselwerkzeuge dar. Außerdem ist ClarisWorks einer der wenigen verbliebenen Konkurrenten für Microsoft Office for the Macintosh und die Branche braucht Wettbewerb, um Differenzierung und Innovation voranzutreiben. Schließlich sind ja auch noch die ökologischen Kosten zu beachten, die entstehen, wenn alte Computer weggeworfen werden - es ist erfreulich, neue Software zu sehen, die keine neue Hardware verlangt. -Tonya]
ClarisWorks 5 verlangt einen 68020-Prozessor (bis hin zu PowerPC-Systemen), System 7.0.1 oder neuer, 18 bis 55 MB Plattenplatz, zumindest 8 MB RAM und ein CD-ROM-Laufwerk. Eine Testversion mit eingeschränkter Funktionalität (3,5 MB groß) kann bei Claris heruntergeladen werden.
<ftp://ftp.claris.com/pub/USA-Macintosh/Trial_Software/ClarisWorks5.0.bin>
Claris Corporation -- 001 408 727-8227
-- <info@claris.com>
von Arthur H. Bleich <arthur@zim.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
In TidBITS-407 erklärte ich letzte Woche verschiedenes über Auflösung und andere allgemeine Themen mit Bezug auf die Digitalfotografie; heute möchte ich darüber schreiben, wie man die Kamera auswählt, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen paßt. Wenn Sie aufgrund meiner Listen eine Kamera kaufen, stellen Sie sicher, daß dieses Modell in der Zwischenzeit nicht wesentlich verändert wurde, denn sonst bekommen Sie unter Umständen nicht das, was Sie wollen ["WYWMNBWYG (What You Want May Not Be What You Get)" --HK].
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-407>
Noch einmal: Die Auflösung -- Vergangene Woche stellten wir fest, daß Sie, bevor Sie sich eine Digitalkamera kaufen, überlegen sollten, welche Auflösung Sie benötigen. Um es noch einmal zusammenzufassen: Für hochwertige Foto-Drucke oder um kleine Bildausschnitte zum Betrachten am Bildschirm zu vergrößern, sollten Sie eine Kamera mit der höchstmöglichen Auflösung, die Sie sich leisten können, kaufen. Die Auflösung der Digitalkameras wird mit der Zeit immer besser werden, sodaß die heutigen Spitzenmodelle bald "normal" oder gar "unterdurchschnittlich" sein werden - man braucht also nicht unbedingt am unteren Ende anfangen.
Eine Kamera mit 640 x 480 ppi (Pixel pro Zoll) ist das absolute Minimum. Wenn Sie es sich leisten können, gehen Sie auf 1024 x 768 ppi oder mehr. Dann können Sie größere Bilder im vollen Format ausdrucken und ohne allzugroße Qualitätsverluste ein wenig verändern.
Außerdem sollten Sie die Druckqualität bei verschiedenen Auflösungen testen, bevor Sie sich entscheiden. Mindestens zwei Kamerahersteller - Olympus und Epson - bieten Beispielbilder auf ihren Web Sites. Drucken Sie die Bilder aber nicht aus ihrem Web Browser aus, denn dann wird die Ausgabe auf die Bildschirmaufläsung von 72 dpi beschränkt. Stattdessen sollten Sie die Bilder mit den angebotenen Links downloaden, sie dann in einem Programm wie Adobe Photoshop oder PhotoFix öffnen. Von dort können Sie die Beispiele dann mit verschiedenen Auflösungen und in verschiedenen Größen ausdrucken, um zu testen, wie sie aussehen. (Wenn Sie noch keine Bildbearbeitungssoftware haben, können Sie auch mit einem Sharewareprogramm wie z. B. Grafikkonverter solche Beispielbilder öffnen und drucken.)
<http://www.olympusamerica.com/digital/download/download.html#images>
<http://www.epson.com/whatsnew/ygtsi/gallery/>
<http://www.lemkesoft.de/us_gcabout.html>
Zittern verboten -- Wenn Sie nicht mehrere tausend Dollar für ein professionelles Steadicam-System übrig haben, wird selbst die beste Digitalkamera ein schwaches Bild abgeben, sofern Sie nicht in der Lage sind, sie beim Auslösen ruhig zu halten. Bevorzugen Sie Kameras, die konventionelle optische Sucher oder Spiegelreflex-Optik haben (mit letzterer Methode kann man wie durch ein Teleskop durch die Linse schauen, durch die dann das Bild gemacht wird). Suchen Sie Kameras, die Sie an Ihren Kopf anlehnen können, um Verwackeln zu vermeiden. Kameras mit einem LCD-Bildschirm, auf dem man das Bild, das man gleich schießen wird, anschauen kann, sehen zwar in einem Fotogeschäft nett aus, aber man muß sie beim Fotografieren von sich weg halten und das erzeugt Wackler. Außerdem kann man auf dem LCD-Bildschirm kaum etwas erkennen, wenn man draußen ist und die Sonne von hinten kommt. Eine Ausnahme sind hier die Kameras mit Bildschirmen, die man schwenken kann und auf die man hinunterschaut, während man die Kamera gegen die Brust oder Taille drückt.
Bildschirme, Batterien etc. -- Abgesehen von der Wacklerei können Kameras, die außer einem normalen Sucher einen integrierten LCD-Bildschirm (oder einen zum Aufstecken) haben, ganz nützlich sein. Sie sind toll, wenn man die Qualität von Bildern, die man schon gemacht hat, überprüfen will oder wenn man den Bildausschnitt für Nahaufnahmen festlegen möchte - vorzugsweise mit Stativ. Diese Bildschirme sind bei Kameras unter 500 Dollar aber normalerweise nicht dabei, und um ehrlich zu sein: Sie werden sie nicht vermissen.
Mit manchen Kameras kann man seine Bilder auf einem Fernsehbildschirm betrachten. Das ist eine nette Funktion, besonders wenn man eine Großansicht seiner Bilder überprüfen will und auf der Reise seinen Computer nicht dabei hat. Man kann diese Kameras auch für Präsentationen nutzen, indem man die Bilder in der richtigen Reihenfolge auf einer Speicherkarte aufnimmt. Kaufen Sie hierfür auf jeden Fall ein Netzteil - falls das nicht schon beim Kamerazubehör dabei ist.
Wenn die Kamera keine Akkus hat, sollten Sie wiederaufladbare Batterien und ein Ladegerät kaufen - oder Sie alimentieren das Energizer-Häschen ein Kameraleben lang. Die meisten dieser Kameras sind Batteriefresser, denn die Batterien müssen die Energie für den Blitz und den LCD-Bildschirm liefern, mit dem Bilder vor und nach der Aufnahme betrachtet werden (wenn die Kamera einen Bildschirm hat).
Wenn Sie sich eine Kamera in der mittleren Preisklasse leisten können, achten Sie darauf, daß die Kameras austauschbare Speicherkarten haben - es macht keinen Spaß, auf dem halben Weg zum Gipfel des Mount Everest das Fotografieren einzustellen und eine Stunde lang Bilder auf einen Laptop zu übertragen. Es gibt im Moment keinen etablierten Speicherkarten-Standard, aber die SmartMedia Card hält, was sie verspricht (ca. 10 Dollar pro MB). Eine solche Speicherkarte sollte Bilder direkt aus der Kamera übernehmen und (mit entsprechenden Adaptern) in ein PC-Card-Lesegerät oder das Diskettenlaufwerk ihres Computers passen, um einen schnelleren, kabellosen Datentransfer zu gewährleisten. (Verwechseln Sie dies bitte nicht mit normalen HD-Disketten; die SmartMedia Card ist etwas ganz anderes).
Bücher -- Das Lesen von ein oder zwei Fachbüchern wird Ihr Hintergrundwissen über Digitalkameras verbessern und wird Ihnen helfen, ein solches Gerät effektiver einzusetzen. Drei gute Bücher zum Thema sind:
"Essentials of Digital Photography" von Akira Kasai, Russell Sparkman und Elizabeth Hurley (Übersetzerin). (New Riders, ISBN 1-56205-762-6, 60,00 US$.) Dieses Buch für Leute mit mittlerem bis gutem Grundwissen behandelt die Theorie und Praxis des digitalen Fotografierens und auch Photoshop-Techniken. Hervorragend! Die mitgelieferte CD-ROM ist ein Juwel und enthält ein plattformübergreifendes Lehrprogramm sowie ein paar weitere Bonbons.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=1562057626/tidbitselectro00A/>
"Digital Camera Companion" von Ben Sawyer und Ron Pronk (Coriolis, ISBN 1-57610097-9, 30,00 US$.) Dieses großartige Buch enthält eine bunte Mischung toller Sachen auf Anfänger- bis Fortgeschrittenen-Level, der gute Eindruck wird allerdings durch eine "Windows-only"-CD geschmälert.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=1576100979/tidbitselectro00A/>
<http://www.coriolis.com/digital/>
"The Photographer's Digital Studio" von Joe Farace (Peachpit Press, ISBN 0201-88400-3, 25,00 US$.) Joe Farace hat jahrelange Erfahrung als Fotograf, er war schon überall und hat alles ausprobiert. Dieses Buch war das erste seiner Art und ist für den Anfänger oder Fortgeschrittenen immer noch ein wichtiger Überblick, was man tun kann, nachdem man sein Bild gemacht hat.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=0201884003/tidbitselectro00A/>
<http://www.peachpit.com/peachpit/titles/catalog/88400.html>
Meine Wahl bei Digitalkameras -- Da wir nun viel über Themen und Funktionen in bezug auf den Kauf einer Kamera geredet haben, ist es an der Zeit, ein paar Exemplare vorzustellen, die es wert sind, in die engere Wahl zu kommen. Ich werde meine Lieblingsmodelle für das Ende dieses Kapitels aufheben und mit drei Kameras beginnen, die man beachten sollte:
Fuji DX-5: Diese kompakte Kamera ist 11,5 x 3,8 x 6,4 cm groß und hat keine Entfernungseinstellung [Fixfokus, --WJF], die alles von ca. 60 cm bis unendlich scharf abbildet. Fuji hat die Kamera kürzlich neu gestaltet und der ursprünglich integrierte LCD-Monitor wurde durch einen klaren optischen Sucher ersetzt. Zwei manuell einstellbare Verschlußzeiten (für verschiedene Lichtverhältnisse) und ein niedlicher ausfahrbarer Blitz machen sie zu einer idealen Kamera für die Reise. Sie kann Bilder mit bis zu 640 x 480 ppi aufnehmen und hat als Pluspunkt SmartMedia-Wechselkarten. Kein Fernseh-Ausgang. 300 US$.
<http://www.fujifilm.com/home/sbu/electimg/ei_c_dx5.htm>
Konica Q-EZ: Die herausragende Funktion dieser Kamera ist der Mindestabstand von nur 3,6 cm zum Motiv. Sie hat auswechselbare Speicherkarten, Autofokus und man kann ein paar ihrer Funktionen mit dem Computer ändern und einstellen (ich habe das nicht ausprobiert; wenn es Ihnen interessant erscheint, sollten Sie es vor dem Kauf einmal testen). Sie hat keinen LCD-Monitor und keinen Fernsehausgang, aber sie sieht gut aus und kommt aus gutem Haus. 400 US$.
<http://www.konica.com/konicausa/products.html#ez>
Minolta Dimâge V: Die Linse dieser Kamera kann heftig geschwenkt werden und man kann sie sogar abnehmen und an einem meterlangen Tentakel ausfahren, um damit um Ecken herum oder über Köpfe hinwegzuschauen... Den Rest überlasse ich Ihrer Phantasie. Packen Sie die Kamera in Ihre Tasche, montieren Sie die Linse an Ihrem Helm - und schon können Sie springen (vergessen Sie aber den Fallschirm nicht). Die Funktionen beinhalten eine festeingestellte Entfernung, Zoom-Linse, LCD-Bildschirm, auswechselbare SmartMedia-Speicherkarten, 640 x 480 ppi Auflösung und eine Verschlußgeschwindigkeit von 1/10.000. Für diese Kamera kann man einen Blick riskieren - besonders wenn man seine Freunde gerne mit den allerneuesten technischen Gimmicks in Erstaunen versetzt. 700 US$.
<http://ows.minoltausa.com/minolta/owa/productlist.list?line=dg>
Der Gewinner -- Mein Sieger der Weltmeisterschaft 1997 für digitale Kameras ist... die Produktpalette der Firma Olympus, die für verschiedene Geschmäcker (und Geldbeutel) geeignete Modelle bietet. Olympus ist schon seit Generationen ein sehr innovativer Kamerahersteller und bringt immer das Richtige zur richtigen Zeit auf den Markt - von Halbformat-Kameras über Autofokus-Schnappschuß-35er bis zu Digitalkameras - die meiner Meinung nach die besten ihrer Klasse sind.
<http://www.olympusamerica.com/digital/docs/digproduct.html>
Hier kurz die technischen Daten der Olympus-Kameras: Wenn Sie eine D-220 L oder D-320L kaufen, achten Sie darauf, daß es eine 220 oder 320 ist und keine 200 oder 300; diese früheren Modelle haben keine auswechselbaren Speicherkarten und sind nicht TV-kompatibel, werden aber immer noch verkauft (wenn Sie diese beiden Funktionen nicht brauchen, könnten Sie mit den älteren Modellen ein tolles Schnäppchen machen). Die genannten Preise sind durchschnittliche Einzelverkaufspreise - sie finden die Kameras vielleicht irgendwo günstiger.
D220 L: Dieses Baby ist süß, klein und vollgestopft mit Funktionen wie z. B. 640 x 480 ppi bei hoher Auflösung (320 x 240 bei niedriger Auflösung), drei vom Benutzer auswählbare Kompressionsverfahren, Autofokus, optischer Sucher, eingebauter LCD-Monitor, Blitz, 2 MB auswechselbare SmartMedia-Karte und TV-Kompatibilität. 500 US$.
D320 L: Dies ist der große Bruder der 220 L und enthält die gleichen Funktionen plus 1024 x 768 ppi bei hoher Auflösung (640 x 480 ppi bei niedriger Auflösung). Die D320 L wurde bei der Macworld 1997 zum "Best of Show" gewählt und ist jeden Penny ihres Preises wert. 700 US$.
D-500 L: Diese Kamera hat ein vllig neues, aufregendes Design. Sie hat einen Spiegelreflex-Sucher (TTL, Through-the-lens), 3x-Zoom-Linse, einen starken, ausfahrbaren Blitz, 1024 x 768 ppi bei hoher Auflsung (640 x 480 ppi bei niedriger Auflsung), beide mit vielen Kompressionsvarianten, und 2-MB-SmartMedia-Speicherkarte, aber - leider - keinen TV-Ausgang. 900 US$.
D-600L: Diese Kamera bietet die höchste Auflösung (1280 x 1024 ppi) von allen Kameras unter 2500 Dollar. Außerdem hat sie eine weitere Auflösung (640 x 512) - das ist beim Fotografieren für das Internet oder Multimedia sehr nützlich, oder wenn keine großen Ausdrucke benötigt werden. Die D-600 L hat alle Funktionen der D-500 L (und ein paar mehr, wie z. B. auswechselbare 4-MB-SmartMedia-Karten) und obwohl der TV-Ausgang fehlt, wird sie sich bestimmt verkaufen wie warme Semmeln. 1300 US$.
Der folgende URL führt zu einer detaillierten FAQ-Liste über die D-500/600Ls und zu Sites, von denen Beispielbilder heruntergeladen werden können.
<http://www.leesoft.com/d600l/OlympusFAQ.html>
Web-Sites für Digitalfotografie -- Das Web bietet viele Quellen, anhand derer man sich weiter in die Welt der digitalen Bildbearbeitung und Fotografie einarbeiten kann. Die beste Fotografie-Site im Web ist Zone Zero, wo man viele schöne Stunden mit dem Betrachten digitaler und konventioneller Exponate verbringen kann. Zwei andere Seiten sind es auch wert, besucht zu werden. PC-Photo Forum ist eine ehrgeizige und schön gestaltete, kommerziell unterstützte Site mit detaillierten Vergleichen über Digitalkameras, Reportagen und eine Suchmaschine für die besten Kamera-Angebote. Und die Digital Camera Resource Page - erst ein paar Wochen alt - bringt sehr detaillierte Informationen über News aus der Digitalkamera-Industrie, bestimmte Kameras, technische Tips und Tricks, Berichte, Foren und andere gute Sachen.
<http://www.zonezero.com/>
<http://www.pcphotoforum.com/>
<http://www.dcresource.com/>
Auch Zeitschriften bieten interessante Sites an: Photo District News Magazine hat eine hippe Seite mit tollen technischen Informationen und einem speziellen Digitalteil; PhotoElectronic Imaging Magazine hat sich auf die Digitalfotografie spezialisiert und das neue PCPhoto Magazine möchte die bekannteste Zeitschrift für Digitalfotografie werden.
<http://www.pdn-pix.com/>
<http://www.peimag.com/>
<http://www.pcphotomag.com/>
Wählen und nutzen -- Für welche Digitalkamera Sie sich auch entscheiden, denken Sie daran, daß dies wahrscheinlich nicht die einzige Digitalkamera sein wird, die Sie besitzen werden. Genau wie Leute, die Computer kaufen (die nur sechs Monate nach dem Kauf meist veraltet sind), wissen Besitzer von Digitalkameras, daß die Zukunft bessere Hardware mit besseren Funktionen (Satellitenfunk? Holographien?) bringen wird. Aber während Sie auf das Gerät Ihrer Träume warten, brechen Ihre Freunde ins digitale Zeitalter auf. Wenn Sie glauben, daß Sie in naher Zukunft eine Digitalkamera brauchen werden, stürzen Sie sich jetzt in dieses Abenteuer: Ob Sie es mögen oder nicht, die digitale Fotografie wird zweifellos in den kommenden Jahren die Fotografie mittels Film verdrängen. Und all den Traditionalisten, die mir das nicht glauben wollen, stelle ich die Frage: "Wie viele Fotografen kennen Sie, die immer noch Glasscheiben bepinseln?"
[Arthur H. Bleich hat schon als Fotograf, Schriftsteller, Filmemacher, Musiker und Lehrer gearbeitet. Zur Zeit ist er der geschäftsführende Direktor des Children's Telemedical Health Fund, der mittels interaktivem Fernsehen kostenlose medizinische und psychologische Behandlung für Kinder anbietet.]
Angebote unserer Sponsoren -- Unsere Sponsoren Small Dog Electronics und Cyberian Outpost bieten beide zu dieser Ausgabe digitale Kameras zu Sonderpreisen an:
<http://www.smalldoggy.com/#tid>
<http://www.tidbits.com/tbp/dc.html>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Heike Kurtz [HK], Jens Wolk [JW].
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