Mac OS 8.1 ist da! Wo können Sie ein kostenloses Update herunterladen? Wir bringen vorläufige Details und eine URL-Adresse. Andere Neuigkeiten sind StuffIt Expander 4.5, Eudora Pro 4.0 und der Verkauf von StarNine Technologies. In dieser Ausgabe finden Sie auch den zweiten Teil von Jeff Carlsons Artikel über den PalmPilot und eine Besprechung von Intuits Quicken 98.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#413/19-Jan-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-413.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-413.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-413.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-413.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Mac OS 8.1 Update ist da -- Apple hat Mac OS 8.1, ein Update für Mac OS 8.0, herausgebracht, das Medien im Macintosh Extended Format, DVD-CD-ROMs und solche im Universal Disk Format (UDF) unterstützt. Dazu kommen neue Versionen von PC Exchange, Open Transport, Location Manager und des LaserWriter-Treibers. Mac OS 8.1 verbessert Virtual Memory und Disk-Caching (der Effekt sind kürzere Start- und Wiederstartzeiten bei Applikationen und schnelleres Kopieren von Dateien über Netzwerke). Zusätzliche Komponenten sind MRJ 2.0 (Mac OS Runtime for Java) und der Microsoft Internet Explorer 3.01.
Die U.S.-Version von Mac OS 8.1 wird im Februar auf CD-ROM verfügbar sein (Besitzer von Mac OS 8 erhalten eine CD um 19,95 US$). International lokalisierte Versionen sollen im April zu haben sein. Angenehmerweise können Benutzer von Mac OS 8 die U.S.-Variante des Updates kostenlos herunterladen. Apple hat das Update in den Formaten BinHex und MacBinary verfügbar gemacht, beides als jeweils eine sehr große einzelne Datei (15 bis 22 MB) und in Form von 13 kleineren Dateien.
<http://support.info.apple.com/ftp/8.1us.html>
Vergewissern Sie sich, daß Sie die Dokumentation zu 8.1 gelesen und Ihr bestehendes System in einer Sicherungskopie gespeichert haben, bevor Sie an die Installation gehen. Behalten sie auch die laufenden Informationen dazu in den TidBITS in den nächsten Wochen im Auge. [GD]
<http://www.tidbits.com/macnews.html>
StuffIt Expander 4.5 zurückgezogen -- Aladdin Systems hat vorübergehend StuffIt Expander 4.5, das essentielle Hilfsprogramm zum Entkomprimieren von Dateien, aus der Distribution zurückgezogen. Der Grund ist die Verwirrung darüber, welche Version der StuffIt Engine dafür erforderlich ist. Die Version 4.5 unterstützt Disk-Images von ShrinkWrap 3.0 und Dateien, die mit Private File von Aladdin verschlüsselt sind. StuffIt Expander (Freeware) hat schon seit langem die StuffIt Engine benutzt, die mit der kommerziellen Applikation StuffIt Deluxe und der Shareware DropStuff with Expander Enhancer ausgeliefert wird, um die Geschwindigkeit zu verbessern und die Funktionalität in Zusammenhang mit zusätzlichen Übersetzungsmodulen zu erweitern. Ohne installierte StuffIt Engine kann StuffIt Expander nur die Formate StuffIt, Compact Pro, BinHex und MacBinary decodieren. StuffIt Expander 4.5 funktioniert nur mit der Version 4.5 der StuffIt Engine, die aber im Moment nur mit StuffIt Deluxe 4.5 ausgeliefert wird.
Falls Sie StuffIt Expander 4.5 schon heruntergeladen haben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen - es gibt keine fatalen Programmfehler, die Daten beschädigen könnten. Sie erhalten allerdings eine Fehlermeldung, wenn Sie das Produkt mit einer älteren Version der StuffIt Engine benutzen wollen. Diese Fehlermeldung vermeiden Sie, indem Sie die alte StuffIt Engine aus Ihrem Systemerweiterungs-Ordner entfernen. Falls Sie StuffIt Expander mit der StuffIt Engine brauchen, können Sie warten, bis Aladdin DropStuff 4.5 herausbringt, zu StuffIt Deluxe 4.5 upgraden oder zur Version 4.0 von StuffIt Expander zurückkehren. [ACE]
Eudora Pro 4.0 fertiggestellt -- Qualcomm hat Eudora Pro 4.0 for the Macintosh publiziert (Eudora Pro 3.0 haben wir in TidBITS-357 besprochen). Eine Demoversion (6 MB zum Herunterladen) ist verfügbar; das Vollprodukt kostet 39 Dollar (keine Abschläge für Upgrades). Neu sind das Senden und Empfangen von E-Mail im Hintergrund, eine verfeinerte Gestaltung der Oberfläche, vereinfachte Erstellung von Filtern, fixierbare Fenster und anderes mehr. Qualcomm hat auch Unterstützung für die Internet-Standards LDAP (Lightweight Directory Access Protocol, ein kommendes Protokoll für Verzeichnisdienste) und ACAP (Application Configuration Access Protocol, mit dem System-Administratoren Eudora automatisch von einem Server aus konfigurieren können) eingebaut. Weiters können Messages in M/HTML gelesen und geschrieben werden, die HTML-Formatierungen und Grafiken enthalten). Die Version 4.0 unterstützt noch nicht IMAP (Internet Message Access Protocol, einen alternativen Weg, Mail abzufragen, der besonders in großen Organisationen verbreitet ist) - dies ist erst für Eudora 4.1 vorgesehen. Eudora Light bleibt bei der Versionsnummer 3.1.3. [ACE]
<http://www.eudora.com/pro_email/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-357>
StarNine löst sich von Quarterdeck -- Letzte Woche hat Quarterdeck die mit WebSTAR, ListSTAR und andere Internet-Serverapplikationen bekannt gewordene Firma StarNine Technologies an Platinum Equity Holdings verkauft. StarNine wird auch in Zukunft ein eigenständiges Unternehmen bleiben, das von Platinum unterstützt wird. Die Leute bei StarNine haben nun einen erhöhten Anreiz, WebSTAR 3.0 (derzeit in öffentlichen Beta-Stadium) rasch auszuliefern. Der Verkauf bedeutet auch, daß die gegenwärtigen Produkte von StarNine bessere Chancen haben, in einer günstigeren Umgebung zu gedeihen. Historisch Interessierte werden sich erinnern, daß StarNine im Jahr 1995 von Quarterdeck übernommen worden ist (siehe TidBITS-297). Seit damals hat StarNine immer mit Profit gearbeitet, wurde aber von den Verlusten bei Quarterdeck und der mangelnden Orientierung der Mutterfirma beeinträchtigt. [TJE]
<http://www.starnine.com/>
<http://www.quarterdeck.com/qdeck/press/diveststarnine.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=01303>
Anweisungen für Roboter -- Russell Tait <rtait@compassinfo.com> schreibt:
Danke für die fortgesetzte gute Arbeit. Ich will aber anmerken, daß die in Ihrem Artikel "Macworld San Francisco 1998: Die Superlative" in TidBITS-412 in der in der Rubrik "Beste Darbietung" erwähnten Roboter gemeinsam von Ullanta und Compass Information Systems bezahlt worden sind, um sowohl unsere TIBET-Software als auch die Leistung der Roboter zu präsentieren. Die TIBET-Software auf dem Newton steuert die digitale Kamera von AGFA und ist als alleinlaufendes Programm verfügbar, das es Benutzern von MessagePad 2000 und eMate ermöglicht, ein digitales Foto aufzunehmen, es samt Zoom und Pan anzusehen, Notizen anzubringen und beides per E-Mail (den Text in der Mitteilung selbst und das Bild als JPEG-Attachment) zu versenden. Auf zukünftigen Messen können Sie verbesserte Versionen der Roboter erwarten - wir denken sogar an einen selbststeuernden Hubschrauber!
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-412>
<http://www-robotics.usc.edu/~barry/ullanta.html>
<http://www.compassinfo.com/tibet/>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Selbst wenn es für meinen PalmPilot keine anderen Programme als die ab Werk vorinstallierten - Terminkalender, Adreßverwaltung, Aufgabeliste und Notizblock - gäbe, fände ich ihn toll. Weil aber die Entwickler des Pilot die Architektur des Palm OS auch Entwicklern aus anderen Firmen zur Verfügung gestellt haben, gibt es viele Anwendungsprogramme, Zusatzapplikationen und verschiedene Kleinigkeiten, die meine Begeisterung ins Fanatische gesteigert haben.
In meinem ersten Artikel über den PalmPilot (vgl. TidBITS-411), ging es um das Gerät an sich und die Software, die mitgeliefert wird. Diese Woche werde ich ein paar nützliche Ergänzungen vorstellen und vier Programme besprechen, die ich täglich nutze.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-411>
Probieren und kaufen -- Als ich erstmals darüber nachdachte, mir einen PalmPilot zu kaufen, wollte ich das Teil erst einmal ausprobieren. Auf 3Coms PalmPilot Site fand ich eine Shockwave-Demo, die einen ersten Eindruck von der Software und der Bedienerführung des Pilot gibt.
<http://www.3com.com/palm/vrdemo/>
Um die Software anzutesten, kannn man Zilot downloaden, das ist eine Pilot-Emulation für Power Macs. Wenn Ihre Kaufentscheidung gefallen ist, sollten Sie auf der PDApage die Preise verschiedener Händler vergleichen. Normalerweise kostet der PalmPilot Personal zwischen 200 und 250 Dollar, der Professional rund 100 Dollar mehr.
<http://www.teaser.fr/~mpollet/Zilot/>
<http://www.pdapage.com/usrpilot.htm>
Es gibt verschiedene Online- und Print-Publikationen, die sich mit dem Pilot beschäftigen, z. B. PalmPower, Pen Computing und HandJive Magazine. Calvins PalmPilot FAQ, eine Web Site, die viele als eine der wichtigsten Arbeiten zum Thema PalmPilot ansehen, wird regelmäßig aktualisiert und bietet wichtige Informationen.
<http://www.palmpower.com/>
<http://www.pencomputing.com/>
<http://www.phosphor.com/handjive/>
<http://www.pilotfaq.com/>
Pilotieren am Mac -- Im ersten Artikel habe ich einen wichtigen Punkt vergessen: Um einen PalmPilot mit einem Macintosh zu synchronisieren, muß man auch das MacPac für 14,95 Dollar kaufen. Dieses Paket enthält Synchronisations-Software und einen Kabeladapter, mit dem man den HotSync-Aufsatz des PalmPilot in den seriellen Port des Mac einstecken kann. Die Software reißt mich nicht vom Hocker (vgl. Teil 1, TidBITS-411), aber man braucht sie für Backups der Pilot-Daten und sie ermöglicht eingeschränkte Import- und Export-Funktionen.
<http://palmpilot.3com.com/catalog/macpac.html>
Notwendige Software -- Was den Pilot zu einem wirklich tollen Gerät macht, ist die stets wachsende Menge an Programmen, die dafür geschrieben werden. Die folgenden Programme sind Shareware oder Freeware und können aus dem Internet heruntergeladen werden. Wenn Sie nicht über das Internet gehen möchten, können Sie auch die Everything CD for PalmPilot von ISO Solutions ausprobieren. Sie enthält einen Katalog mit mehr als 750 Programmen in einer FileMaker Pro Runtime-Datenbank, mit Screenshots und Beschreibungen jedes Programms.
Mac-User sollten beachten, daß die meisten Pilot-Dateien im Internet im Zip-Format vorliegen, einem Kompressionsstandard in der PC-Welt. Zip-Dateien können mit Aladdins kostenlosem StuffIt Expander 4.0 zusammen mit der Shareware DropStuff with Expander Enhancer 4.0 oder mit dem Sharewareprogramm ZipIt entpackt werden.
<http://www.iso-ezine.com/pilot/>
<http://www.aladdinsys.com/dsee/dsee1.html>
<http://www.awa.com/softlock/zipit/zipit.html>
Ganz oben auf meiner Liste der notwendigen Programme ist Eric Kensows kostenloses LaunchPad. Das Palm OS gruppiert alles in einem einzigen Anwendungsfenster, das man scrollen kann. LaunchPad erzeugt eine Oberfläche, die wie ein Fenster mit Kartei-Reitern aussieht, in dem man Programme unter frei wählbaren Überschriften gruppieren kann. Ich habe meinen Pilot so eingestellt, daß immer LaunchPad erscheint, wenn ich den Programmknopf drücke. LaunchPad bietet auch schnellen Zugriff auf das Speicherprogramm des Pilot, um einen Warmstart zu machen oder das Gerät auszuschalten und zu verschließen.
<http://www.nwlink.com/~emilyk/LaunchPad/>
Ein anderes Programm, das ich sehr praktisch finde, ist Dovcoms Agenda (Shareware, 12 US$). Immer wieder brauche ich eine Übersicht all meiner Termine und Aufgaben, aber im Terminkalender und der Aufgabenliste des Pilot ist das etwas umständlich. Agenda bietet drei verschiedene Ansichten künftiger Termininformationen direkt aus dem Terminkalender: heute, morgen und einen Wochenplan. Es hat außerdem einen "To do"- Knopf, der eine Liste aller noch zu erledigenden Aufgaben zeigt.
<http://www.dovcom.com/pilot/agenda.html>
Programme -- Wenn eine Sache besser mittels PalmPilot als z. B. mit einem Notebook oder Notizzetteln erledigt werden kann, gibt es höchstwahrscheinlich auch ein Programm dafür.
Neben meiner Tätigkeit für die TidBITS gehe ich einer recht umfangreichen freiberuflichen Tätigkeit nach. Andrew Zaeskes HourzPro ist für mich zu einem unentbehrlichen Werkzeug geworden, wenn es darum geht, zu berechnende Arbeitsstunden und Projekte nachzuhalten. Ich kann damit Jobs, Kategorien und Stundensätze definieren und außerdem Spesen und gefahrene Kilometer notieren und es bietet viele verschiedene Ansichten zur Darstellung meiner Daten. Wenn ich ein Projekt beginne, erstelle ich einfach einen neuen Eintrag: Hourz Pro stellt fest, wieviele Stunden ich daran gearbeitet habe und errechnet die Summe, die ich in Rechnung stellen muß. Am Ende eines jeden Monats nutze ich dann ein verwandtes Programm, Reportz, das verschiedene Möglichkeiten zum Exportieren der Daten bietet. Hourz Pro 2.2 kostet 39,95 Dollar, Hourz 1.1d, das Original, ist in der begrenzten Version Shareware (20 US$). Registrierte Besitzer von Hourz 1.x können für 29,95 Dollar upgraden.
Ein anderer Bereich, für den der PalmPilot ideal geeignet ist, ist das Festhalten von Geistesblitzen - die Nische, die traditionell den Restaurant-Tischdecken und Post-It Notes vorbehalten war. Da er so klein und sofort betriebsbereit ist (man schaltet ihn ein und ist sofort da, wo man aufgehört hat), ist der Pilot ein handliches Notizbuch zum Aufschreiben von Ideen und Merkhilfen. Ich speichere diese Notizen allerdings nicht im Memo Pad, sondern benutze Aportis' Skizzier- und Projektplanungsprogramm BrainForest. Ich kann Ideen und Bruchteile davon notieren und sie dann durch Ziehen und Ablegen innerhalb der Baumstruktur hierarchisch gliedern. BrainForest ist momentan in einer Demoversion (30 $) erhältlich, BrainForest Professional, das eine Version für den Bürocomputer beinhaltet, soll im ersten Quartal 1998 für 39,95 US$ herauskommen.
<http://www.aportis.com/products/BrainForest/benefits.html>
Die Liste geht noch weiter -- Dies sind nur ein paar der Programme, die meinen PalmPilot wesentlich nützlicher machen, als ich beim Kauf erwartet hatte. In meinem nächsten Artikel zum Thema PalmPilot gehe ich auf ein paar mehr Hilfsprogramme, Spiele und Programme ein, gehe auf die Möglichkeiten zum Aufrüsten des Pilot ein, erforsche die Möglichkeiten der erweiterten Kommunikation und gebe ein paar Tips.
von Steve Becker <steve@macease.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
In den letzten paar Jahren hat Intuit alljährlich ein Update zu Quicken, einem beliebten Softwarepaket zur Ordnung der persönlichen Finanzen, herausgebracht. Mit Quicken 98 hat Intuit die beeindruckenden Fähigkeiten des Programms noch weiter verbessert und ein paar nützliche Funktionen, wie z. B. Möglichkeiten für den Internet-Betrieb, hinzugefügt.
<http://www.intuit.com/quicken98/>
Dieser Artikel setzt gewisse Grundkenntnisse in Quicken voraus. Wenn Sie also nachschauen möchten, wie das Programm funktioniert, empfehlen wir einen kurzen Blick auf frühere Berichte in TidBITS-299 und TidBITS-359.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=01292>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-359>
Ansichten sind hilfreich -- In den früheren Versionen wurde Quicken dadurch beliebt, daß es die Funktionen eines Scheckbuchs in ein kleines, leicht erlernbares Computerprogramm umsetzte. Langsam, aber sicher hat es sich zu einem umfangreichen persönlichen Finanz-Assistenten entwickelt, jedoch die benutzerfreundliche Bedienung beibehalten. Ein Teil der einfachen Bedienbarkeit von Quicken 98 (Q98) ist auf die Verwendung einer Runtime-Version von WestCodes exzellenter OneClick Shortcut Technologie zurückzuführen (die in TidBITS-350 beschrieben wurde).
<http://www.westcodesoft.com/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-350>
Die Technologie von WestCode wurde erstmals in Quicken 7 eingesetzt und verhilft Quicken zu einer aufgabenorientierten Bedienoberfläche, die der Nutzer nach seinen Bedürfnissen einstellen kann. Die linke Seite des Bildschirms zeigt eine verschiebbare vertikale Palette (dankbarerweise in Q98 kleiner als in früheren Versionen) mit Tasten für Quickens fünf Haupt-Aufgabengebiete: Bankgeschäfte, Geldanlagen, Aktiva/Passiva, Planung und Berichte. Wenn man auf eine dieser Tasten klickt, erscheint in der Task-Leiste neben der Menüleiste eine entsprechende Liste mit weiteren themenbezogenen Tasten, die ich noch immer zu groß finde.
Neu in Q98 ist eine Kontenlisten-Leiste, die am unteren Bildschirmrand erscheint und Zugang zu den fünf zuletzt genutzten Quicken Funktionen bietet - wenn man die kommerzielle Version von OneClick installiert hat, kann es allerdings sein, daß diese Leiste aufgrund eines Bugs nicht erscheint.
Eine weitere sehr geschätzte Funktion von Q98s aufgabenorientiertem Design ist die Tatsache, daß jedes Aufgabengebiet ein eigenes Fenster bekommt. Wenn man zu einem zuvor bearbeiteten Thema zurückkehrt, zeigt Quicken das letzte Fenster, in dem man dort gearbeitet hat - Durchblick ist also garantiert.
Bessere Register -- Quickens Kontenregister waren immer ein beeindruckender Teil des Programms und Intuit hat in Quicken98 noch mehr raffinierte Details hinzugefügt. Zu meinen Favoriten unter den neuen Funktionen zählen z. B. die Möglichkeit, die Fenster automatisch auf die richtige Größe zu bringen, so daß man nicht so viel scrollen muß, und ein Aufklappmenü mit Kurzbefehlen, die u. a. direkten Zugang zu Informationen wie dem Zahlungsempfänger oder der Kategorie für die ausgewählte Transaktion gewähren. Diese praktischen Informationen gibt es leider nur für das laufende Kalenderjahr - ich fände es praktischer, wenn sie entweder die komplette Zeitspanne des Registers abdeckten (mit einer Zwischensumme pro Jahr) oder wenn man die Zeitspanne manuell einstellen könnte.
Manche Leute mögen wahrscheinlich die Veränderungen am neuen Abgleich-Fenster, obwohl ich die Version in Quicken 7 ausreichend fand. In diesem Fenster kann man prüfen, ob der Saldo einer Quicken-Liste mit dem Saldo auf dem Bankauszug übereinstimmt. Bei Differenzen kann man direkt aus dem Abgleich-Fenster in alle registrierten Transaktionen gehen und eine Ausgleichsbuchung vornehmen. Wenn man die Ursache für die Differenz nicht lokalisieren kann, erlaubt Quicken das Erstellen einer "Korrekturbuchung". Intuit hat außerdem eine gut durchdachte neue Option eingefügt, mit der man direkt im Abgleichfenster schrittweise Hilfsfunktionen abrufen kann - das könnte besonders für Erst-Nutzer hilfreich sein.
Anlagen verbessert -- Das Handling von Geldanlagen wurde weiter verbessert. Das Diagramm in der "Wertpapier-Details" Ansicht bietet nun eine einfache, vergleichende Analysefunktion für ausgewählte Wertpapiere, und wenn Sie andere Dinge (wie z. B. verschiedene Indizes) beobachten möchten, können Sie deren Performance mit jedem beliebigen Wertpapier vergleichen. Das ist zwar eine nützliche Ergänzung, in der Ausführung ist sie aber nur für Grob-Analysen geeignet. Das Wertpapier-Detail-Fenster zeigt jetzt auch die Anzahl Aktien, die sich pro Titel im Portefeuille befinden.
Quicken kann immer noch keine Erträge nachhalten oder andere grundlegende Investment-Analysen durchführen. Wenn Sie sich für fortgeschrittene, technische Analysen von Märkten und Ihres Portefeuilles interessieren, empfehle ich Ihnen ProTA von BeeSoft.
<http://users.aol.com/beesoft/>
Sowohl das Portefeuille-Fenster als auch die Kontenliste bauen sich erheblich schneller auf als in früheren Versionen und im allgemeinen scheint das Anlage-Modul besser und handfester.
Listen verbessert -- Quickens mit vielen Anpassungsmöglichkeiten versehene Listen waren immer eine der herausragenden Funktionen, und in Q98 sind sie nochmals erheblich verbessert worden. Im Fenster, in dem eine Liste ausgewählt wird, ist nun ein Beispiel zu sehen, so daß man schnell überblicken kann, nach welchen Kriterien die Liste zusammengestellt wird und wie sie aufgebaut sein wird. Bei Schulungen haben wir immer wieder festgestellt, daß Benutzer Schwierigkeiten haben, sich vorzustellen, wie eine bestimmte Liste aussehen wird - ich denke, viele Nutzer werden diese Beispiele gut finden. Es wäre schön, wenn Intuit diese Funktion noch ausbauen könnte, so daß man z. B. wichtige Filter für eine Liste auswählen und dann direkt sehen könnte, wie sich dadurch das Beispiel verändert.
Neue Steuergesetze machen es schwierig und kompliziert, Kapitalgewinne zu berechnen. Glücklicherweise beinhaltet Q98s Kapitalgewinn-Übersicht die Möglichkeit, eine Zwischensumme unter Berücksichtigung der neuen Gesetze zu erzeugen [dies gilt für die US-Version. Inwiefern die deutsche/österreichische/schweizer Version auf die jeweiligen Steuergesetze eingeht, ist beim Hersteller zu erfragen --HK].
Eine weitere schöne Ergänzung ist die Möglichkeit, eine Liste während des Bearbeitens stark zu verändern. Hat man einmal eine Liste generiert, gibt es Aufklappmenüs, die das Wechseln von Filtern wie z. B. Konto, Kategorie, Zeitspanne und Überschriften (incl. Schriftstile und -größe) erlauben. Es gibt außerdem sechs Tasten zum Drucken, Öffnen des Druckvoransichtsfensters, Einsetzen von Seitenwechseln, Entfernen der Kopfzeile, Editieren von Spalten und Wechseln ins Listen-Bearbeitungsfenster. Extrem schnell! Trotzdem gibt es immer noch keine Möglichkeit, einer Liste einen Zeitstempel zu geben oder eine Übersicht der beim Generieren der Liste angewendeten Filterfunktionen auszudrucken.
Vorsicht beim Konvertieren -- Wenn Sie mit einer älteren Version von Quicken gearbeitet haben, müssen Sie ihre Daten konvertieren, um sie mit Quicken 98 nutzen zu können. Das Konvertieren geht meist schnell und problemlos, aber bei manchen - laut Intuit sehr wenigen - Benutzern kann das Konvertieren zur Beschädigung der Daten führen. Das Problem scheint vor allem Daten zu betreffen, die gespeicherte Berichtslisten und QuickFill-Transaktionen enthalten. Intuit sagt, die Beschädigung resultiere in zerstückelten oder fehlenden Informationen in den QuickFill- und gespeicherten Berichtslisten.
Intuit hat bereits Quicken 98 R2 herausgebracht, das dieses und andere Probleme beheben soll. Wer also die neue Programmversion installiert, sollte Intuits Rat folgen und die Daten vor dem Update sichern. Nach dem Upgrade sollte man die Daten überprüfen, um sicherzugehen, daß alles richtig konvertiert wurde - Sie könnten z. B. die Kontensaldi in der Kontenliste sowie Informationen über Investmentgewinne und -umsätze. Außerdem plant Intuit Ende Januar ein R3-Update, um Quickens Online-Banking zu verbessern.
<http://www.intuit.com/support/quicken/index/ndxm_8_updates.html>
Quicken Deluxe -- Quicken Deluxe setzt bei allen bereits erwähnten Funktionen ("Quicken Basic") noch eins drauf. Eine Datenbank "Investmentfonds Finder" (neuer als die mit Quicken 7 mitgelieferte Version) ermöglicht das Aufspüren von Fonds, die den gewünschten Kriterien entsprechen. Die Datenbank ist zwar sehr groß, aber man sollte trotzdem bedenken, daß sie naturgemäß etwas veraltet ist und nicht alle erdenklichen Investmentfonds enthält.
Quicken Deluxe enthält außerdem das neue Hilfsprogramm QuickEntry, das nur für den Mac verfügbar ist. Diese kleine Anwendung öffnet sich schnell und kann im Hintergrund offen bleiben, ohne zuviel RAM zu benötigen (800 K). Transaktionen, die man in QuickEntry einträgt, werden automatisch in Q98 eingetragen, wenn man es das nächstemal öffnet. Das ist zwar theoretisch eine gute Idee, praktisch bin ich gespannt, wieviele Benutzer QuickEntrys wenige Vorteile so toll finden, daß sie es ständig offen halten möchten.
Ein weiteres Modul von Quicken Deluxe ist ein "Emergency Records Organizer", der wichtige persönliche Daten (wie z. B. rechtliche, finanzielle oder medizinische Informationen) enthält. Man beantwortet eine Reihe von Fragen und das Programm informiert über mögliche Steuerminderungen, zu denen man berechtigt ist, und hilft beim Erstellen von Kategorien für zum Steuerabzug berechtigte Einträge in der Datenbank.
Alle diese Funktionen und Zusatzmodule kosten natürlich Festplattenspeicher. Intuit empfiehlt 45 MB freien Festplattenspeicher zur Installation von Quicken Deluxe und 40 MB freien Speicher zum Betreiben des installierten Programms. Die Standardinstallation von Quicken Deluxe braucht mehr als 49 MB meiner Festplatte. Natürlich kann man nach dem Installieren Komponenten, die man nicht braucht, wieder löschen.
Schließlich gibt es in der Menüleiste in Quicken Deluxe noch eine Taste, die ein Aufklappmenü zu Intuits Web Service enthält. Wenn man einen Dienst auswählt, öffnet sich der Web Browser (man muß in Quickens Voreinstellungen einen Browser auswählen) und lädt die entsprechende Web Page.
Das Web wächst -- Intuit beschäftigt sich mit persönlichem Finanz-Management über das Internet und hat begonnen, ein weites Feld von Finanzmanagement- und unterstützenden Dienstleistungen aufzubauen. Im Moment gibt es einen Hypotheken-Analyzer, der Sie beim Vergleichen von Hypotheken- und Refinanzierungs-Optionen unterstützt, eine Liste mit Hypothekenzinsen, die die Banken anbieten, die sich an Intuits Programm beteiligen, eine Seite für Auto- und Lebensversicherung und eine Anlage-Seite, die Kurse, Fonds-Informationen und die Möglichkeit bietet, Portefeuilles zusammenzustellen und aktuelle und potentielle Investitionen nachzuhalten.
Quicken Basic und auch Quicken Deluxe bieten verschiedene Möglichkeiten zum Laden von Aktienkursen und anderen Anlageinformationen in eine Quicken-Datenbank. Quicken Deluxe hat zwar eine praktische Verknüpfung zum eingestellten Web-Browser für die anderen Web-Dienstleistungen, aber man kann damit im Moment noch keine Daten von diesen Sites in Quicken laden.
[Wenn man ein Konto bei einer der teilnehmenden Banken eröffnet, kann Quicken Konto- und Kreditkarteninformationen über das Internet laden und diese Informationen in seiner Datenbank speichern. Die Windows-Version von Quicken 98 Deluxe kann auch eine Verbindung zu ausgewählten Broker-Firmen herstellen, um Anlageinformationen zu bekommen. Sowohl die Mac- als auch die Windows-Version von Quicken übertragen Informationen über http-Verbindungen mittels SSL (Secure Sockets Layer), die gleiche Technologie, die Web-Browser oft für sichere Online-Transaktionen verwenden. -Geoff]
<http://www.quicken.com/banking/participating.html>
Es scheint, als hätte Intuit ziemlich viel in die Ausweitung seiner Internet-Präsenz und in die Integration von Quicken in diese neue Technologie investiert. Man wird sehen, wie effektiv dieser Weg sein wird, aber die Möglichkeiten sind faszinierend. Im Moment ist die Teilnahme an einem Teil dieser neuen Welt kostenlos, aber man muß natürlich immer die Sicherheits- und Datenschutz-Aspekte beachten, die immer ein wenig heikel sind, wenn man persönliche Finanz-Daten über das Internet überträgt und auf fremden Computern speichert. Außerdem bieten die Informationen über Hypothekenzinsen und andere Dienstleistungen wohl noch keine repräsentative Marktübersicht, solange Intuit nicht mehr Kreditinstitute zur Teilnahme an diesem Versuch überreden kann.
Die meisten Web-Dienstleistungen von Intuit können übrigens direkt via Browser benutzt werden, man braucht Quicken nicht dazu.
Sonstiges -- Weitere nützliche Verbesserungen beinhalten eine Gesamtsumme für alle Konten, die unter der Kontenliste steht, und eine Option, mit der man den ersten Monat des Geschäftsjahrs festlegen kann. Außerdem erscheinen negative Beträge jetzt in Rot.
Wenn man in den allgemeinen Voreinstellungen die Option "Tip beim Starten zeigen" auswählt, erscheint jedesmal, wenn man Quicken direkt öffnet, ein kleiner Hinweis - aber nicht, wenn man Quicken über eine Datei öffnet. Intuit hat den Bug in QuickReport, der seit Quicken 5 existiert, immer noch nicht beseitigt; er kann Ihren Computer zum Absturz bringen, wenn Sie den Memo Filter benutzen.
Intuit behauptet, die Stabilität der Quicken-Datenbank für Q98 verbessert zu haben. In Kombination mit den neuen automatischen Backup-Funktionen im Voreinstellungs-Fenster sollte das für mehr Sicherheit sorgen - wenn man wenig Festplattenkapazität hat, wird man das allerdings mit gemischten Gefühlen sehen. Um in den Feldern "Kategorie", "Kontenbezeichnung" und "Beschreibung" mehr Buchstaben unterzubringen, hat Intuit die Datenstruktur modifiziert. Deshalb sind die Daten-Dateien von Quicken 98 wesentlich größer als bei Quicken 7 (meine 622K-Datei blähte sich auf 1 MB auf). Wenn Sie viele Sicherungskopien dieser Dateien machen - was ich empfehle - kann das sehr viel Platz auf Ihrer Festplatte belegen. Eine Möglichkeit zum Sparen von Festplattenspeicher kann ein Produkt wie Aladdins FlashBack sein, das nur die Veränderungen zwischen der Originaldatei und späteren Versionen speichert (vgl. TidBITS-362).
<http://www.aladdinsys.com/flashback/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-362>
Unter dem Strich -- Man findet zwar schnell Bereiche, in denen Quicken noch verbessert werden muß, aber zweifellos ist es ein nützliches und elegantes Programm. In der Vergangenheit hatte ich ernsthafte Probleme in bezug auf die Stabilität und Zuverlässigkeit von Quickens Anlagen-Modul. Die Versionen von Q98, die ich getestet habe, liefen aber gut.
Quicken vereint eine große Auswahl an Funktionen mit beeindruckender Benutzerfreundlichkeit, einem guten Handbuch und unbegrenztem, kostenlosem technischen Support (ausgenommen Zollgebühren). Bei einem Einzelverkaufspreis von 39 Dollar für Quicken Basic und 59 Dollar für Quicken Deluxe (bei einem Upgrade bekommt man Rabatt, 10 US$ für Quicken Basic und 20 $ auf Quicken Deluxe) ist das Programm ein Schnäppchen. Im Kampf um den ersten Rang bei persönlicher Finanzsoftware nimmt Quicken immer noch die erste Stelle ein.
Quicken 98 benötigt mindestens einen 68030-Prozessor (incl. Power PCs) und System 7.1 oder neuer. Quicken Basic braucht 8 MB RAM, mindestens eine Graustufen-Auflösung von 640 x 400 und 16 MB Festplattenspeicher. Quicken Deluxe braucht 12 MB RAM, einen Monitor mit 640 x 480 und 256 Farben, 45 MB Festplattenspeicher und ein CD-ROM-Laufwerk.
DealBITS -- TidBITS-Sponsor Cyberian Outpost bietet Quicken Deluxe 98 für TidBITS-Leser zu 57,95 US$ (2 $ Rabatt) an.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Heike Kurtz [HK].
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