TidBITS#419/09-Mar-98 - Deutsch

Sie brauchen die Leistung, die heute von den Macs mit G3-Chip geboten wird, sind sich aber über die Varianten nicht im klaren? Jeff Carlson nimmt G3-Systeme, Prozessor-Upgrades von Drittanbietern und die kommenden Apple-Modelle unter die Lupe. Matt Neuburg schreibt über die neue Everything Scripting CD-ROM; wir bringen Details zu der Einstellung der Newton-Plattform durch Apple, zum geplanten Kauf von APS durch LaCie und zu neuen Versionen von FreePPP, LetterRip, DeBabelizer und Apple Data Detectors.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#419/09-Mar-98.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-419.html>

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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

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MailBITS/09-Mar-98

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Der Newton fällt vom Apfelbaum -- Im Bestreben, alle Ressourcen bei Apple auf das Mac-Betriebssystem zu konzentrieren, hat der vorläufige Chef der Firma, Steve Jobs, die Einstellung der Entwicklung am Newton-Betriebssystem und allen zugehörigen Prdukten, darunter auch am MessagePad 2100 und am eMate 300, verkündet. Apple Ankündigung und eine FAQ-Seite bei Newton Technology besagen, daß Apple die Vermarktung der Produkte bis zum Ende der Lagerbestände weiterbetreiben und bestehenden Kunden Support leisten werde. Apple betont, daß man weiterhin am Markt preisgünstiger mobiler Computer sehr interessiert sei - ähnliche Produkte (dann aber auf Basis des Mac OS) sollen 1999 erscheinen. Möglicherweise werde es sich dabei um einen "Business eMate" handeln, der momentan in Entwicklung sein soll, oder um eine Form des gerüchteumwobenen "network computer" (NC). Diese Entscheidung wurde nur sechs Monate getroffen, nachdem Apple die kurzfristig als Newton, Inc. ausgegliederte Newton-Abteilung wieder inhaliert hatte und nur zwei Wochen nach einem TidBITS-Bericht, daß der Unternehmensbereich Newton seiner technischen Mitarbeiter beraubt worden war. Einige der ehemaligen Newton-Ingenieure sind bei 3Com untergekommen, wo sie an der nächsten Generation des PalmPilot arbeiten. [MHA]

<http://www.apple.com/pr/library/1998/feb/27newton.html>
<http://www.apple.com/pr/library/1998/feb/27newtfaq.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-396>
<http://www.palmpilot.com/>

Apple Data Detectors 1.0.2 -- Mit der Technologie der Kontext-Menüs von Mac OS 8 und der Kombination aus Apple Data Detectors und Internet Address Detectors (ADD/IAD) können Sie einen Textblock in fast jeder Applikation auswählen und dann die entsprechende Aktion für URLs, E-Mail-Adressen, Newsgroup-Namen (oder was der Text sonst an Ausführbarem enthält) starten. Das Erscheinen von ADD/IAD 1.0.2 bringt verbesserte Leistung und zusätzliche Funktionen für die Interaktion mit FileMaker Pro und QuarkXPress mit sich. Zusätzlich können die Benutzer für bestimmte Applikationen die Kontext-Menüs ausschalten, indem sie aus den Help-Menü einen Eintrag anwählen, wenn die Applikation gerade aktiv ist. Apple versucht zwar die Entwickler seit Jahren von Tastenkombinationen mit Control-Klick abzuhalten, aber die Kontext-Menüs von Mac OS 8 können doch mit einigen Programmen Probleme haben. Manche Applikationen, die ihre eigenen Kontext-Menüs benutzen (wie BBEdit), bieten unter Umständen die Ausschluß-Möglichkeit nicht; andere Anwendungen können mit einer Änderung aus der Richtiung des Help-Menüs nichts anfangen. ADD/IAD 1.0.2 erfordert einen Mac mit PowerPC und mindestens System 7.6; die Download-Datei ist 1.9 MB groß (Sie benötigen DiskCopy 6.1 oder Aladdins ShrinkWrap 3.0, um auf das Disk-Image zuzugreifen). Falls Sie Ihre eigenen Aktionen auf Basis AppleScript erzeugen wollen, hat Apple für Sie weitere Informationen dazu. [JLC]

<ftp://ftp.info.apple.com/Apple.Support.Area/Apple_SW_Updates/US/Macintosh/System/Other_System/ADD-IAD_1.0.2.img.hqx>
<ftp://ftp.info.apple.com/Apple.Support.Area/Apple_SW_Updates/US/Macintosh/Utilities/Disk_Copy_6.1.3.sea.hqx>
<http://www.aladdinsys.com/dev/shrinkwrap/>
<http://applescript.apple.com/data_detectors/>

La Cie kauft APS -- La Cie Ltd. hat einen Vertrag unterschrieben, der den Kauf des Festplattenanbieters und langjährigen TidBITS-Sponsors APS besiegelt. Im Januar dieses Jahres hat APS unter Chapter 11 Schutz vor den Gläubigern gesucht; dies in Folge der Apple-Entscheidung, keine Lizenzen für Mac OS mehr zu vergeben, und der Auflösung der Festplattenerzeugers Micropolis (siehe "APS meldet Chapter 11 an, hofft aber auf baldige Besserung" in TidBITS-415). Laut APS-Vizepräsident Paul McGraw - der auch in der neuen Firma arbeiten wird - soll APS eine selbständige Marke mit eigenen Vertriebskanälen bleiben; APS wird auch weiterhin denselben Support und Kundendienst leisten wie bisher. Keine der beiden Firmen hat den Kaufpreis bekanntgegeben, aber Schätzungen liegen bei heuer über 100 Millionen Dollar Umsatz für beide Firmen zusammen; damit wird ein Gigant unter den Anbietern von Nachrüstspeicher und Peripherie entstehen. Abhängig von der Genehmigung des Konkursgerichts könnte der Kauf innerhalb eines Monats abgeschlossen sein. [GD]

<http://www.lacie.com/>
<http://www.apstech.com/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-415>

Fog City bringt LetterRip Pro heraus -- Fog City Software hat LetterRip Pro 3.0 publiziert, eine starke Überarbeitung der leicht zu konfigurierenden und leistungsfähigen Mailing-List-Software. Über Verbesserungen an der Benutzeroberfläche und in der Geschwindigkeit hinaus kann LetterRip Pro nun Duplikate von Adressen entfernen (und einander ähnliche Adressen erkennen), es unterstützt Multihoming unter Open Transport 1.3 und verschiedene Administratoren für die einzelnen Listen, erstellt tägliche Statistiken und - von besonderer Wichtigkeit - fügt Message-Header ein oder modifiziert bestehende Header, um private Adressen zu schützen oder spezielle Informationen zu liefern. LetterRip Pro ist bis zum 31. März bei Fog City um 295 Dollar zu haben, die Upgrades kosten je 95 Dollar (und sind kostenlos, wenn LetterRip erst 1998 gekauft wurde). Nach dem 31. März 1998 wird LetterRip Pro 395 Dollar kosten, die Upgrades 145 Dollar. Fog City hat auch schon die Version 3.0.1 herausgegeben, die einige Fehler behebt; ein Updater dient zur Installation über eine bestehende Version 3.0. LetterRip Pro kann über die Web-Site von Fog City bezogen und 30 Tage lang ohne Registrierungsnummer benutzt werden. [GD]

<http://www.fogcity.com/>

Apple senkt die Preise für Power Mac G3-Systeme -- Die Power Mac G3-Desktop-Systeme (beschrieben in "Drei neue Macs und ein PowerBook" in TidBITS-404) haben sich als Verkaufsrenner herausgestellt; nun hat Apple ihre Preise gesenkt, was bisher ein Zeichen dafür war, daß neue und schnellere Geräte unmittelbar vor der Einführung stehen. Das G3-Desktop-Einsteigermodell mit einem 233 MHz schnellen PowerPC G3, 512 K Backside-Cache, 32 MB RAM, 4 GB Festplatte und einem 24x-CD-ROM-Laufwerk kostet nun 1.699 Dollar (um 300 US$ weniger), einige der Spitzenmodelle sind um bis zu 500 Dollar reduziert worden. Ebenfalls im Preis gesenkt wurden die AppleVision-Monitore (um 150 bis 200 US$), die PowerBook-G3-Modelle sind hingegen gleich geblieben. Die kräftigste Preissenkung wurde allerdings in der Presseaussendung von Apple nicht erwähnt - der 20th Anniversary Macintosh, der letzten Sommer mit einem Preis von 7.500 Dollar vorgestellt worden war (siehe "Der Jubiläums-Mac kommt zum Tee" in TidBITS-387). Die flachen Geräte in limitierter Auflage mit einem hervorragenden Bose-Akustik-System sind nun bei Apple um nur noch 2.000 Dollar (und bei anderen Anbietern vielleicht noch günstiger) zu haben. Zu diesem neuen Preis ist der 20th Anniversary Macintosh beinahe zu einem Designer-Computer für das Volk geworden. [JLC]

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-404>
<http://www.apple.com/pr/library/1998/mar/2pricecut.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-387>

VST: Zip-Treiber in Version 1.1 -- VST Technologies bringt den Zip-Treiber für die internen PowerBook-Zip-Laufwerke von VST in Version 1.1 heraus, der zu Mac OS 8.1 kompatibel ist und schwere Geschwindigkeitsmängel behebt. Lob gebührt der Support-Abteilung von VST, die die neue Erweiterung per E-Mail an alle User geschickt hat, die VST wegen Problemen kontaktiert haben. Der Treiber ist eine Datei zum Herunterladen (35 K) von der neu gestalteten Web-Site von VST. [JLC]

<http://www.vsttech.com/software.htm>

Neues Aussehen für DeBabelizer 3 -- Wenn Sie Benutzeroberflächen für unwichtig halten, denken Sie doch an das Grafik-Hilfsprogramm DeBabelizer von Equilibrium. Es handelt sich zweifellos um eines der vielseitigsten Programme zum Öffnen, Konvertieren und Bearbeiten von Bilddateien; die bisherigen Versionen hatten allerdings unter einer verwirrenden und unhandlichen Oberfläche zu leiden. Das Erscheinen von DeBabelizer 3 hat hier deutliche Besserung gebracht; dazu kommen neue Funktionen wie volle Unterstützung des CMYK-Formats (mit Hilfe von Apples ColorSync-Technologie), drag&drop-Stapelverarbeitung und eine sinnreiche Scripting-Möglichkeit, die keine ausgefeilten Programmierkenntnisse erfordert. Der empfohlene Endverkaufspreis für DeBabelizer 3 beträgt 599,95 Dollar, die Besitzer von DeBabelizer Toolbox können für 149,95 US$ ein Upgrade erhalten. Wer DeBabelizer Toolbox 1.6.5 nach dem 6. Januar 1998 gekauft hat, kann das Upgrade kostenlos erhalten. [JLC]

<http://www.debabelizer.com/>

FreePPP 2.6 ist erschienen -- Nach einer langen Phase des öffentlichen Beta-Tests haben die Rockstar Studios zusammen mit der FreePPP Group eine komplette Version von FreePPP 2.6 herausgegeben, der beliebten kostenlosen Mac-Einwahlsoftware zum Einstieg in das Internet. FreePPP 2.6 bringt Geschwindigkeitsvorteile gegenüber früheren Versionen, es erkennt mehr Modems, hat eine überarbeitete Setup-Routine (mit 24 Zeilen für Login-Scripts) bessere Kompatibilität für Performa-Modems und zahlreiche behobene Fehler. FreePPP kann sehr gut neben Apples Open Transport/PPP leben (zwischen den beiden Einwahl-Methoden kann durch Umstellen der Einstellungen in TCP/IP hin- und hergeschaltet werden). RockStar bietet auch GearBox an, ein kommerzielles Einwahlprogramm mit Diagnose-Funktionen und der Verwaltung mehrerer Konfigurationen. FreePPP 2.6 ist beim Herunterladen 785K groß; System 7.1 und mindestens ein 68020-Prozessor (einschließlich der PowerPCs) sind Voraussetzung. [GD]

<http://www.rockstar.com/ppp.shtml>
<http://www.rockstar.com/gearbox.shtml>
<ftp://ftp.download.com/pub/mac/internet/freeppp262.sit.hqx>


Aktuelle Mac-Hardware: Jetzt kaufen?

von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>

[Übersetzung: Heike Kurtz]

Die Preise für voll ausgestattete G3 Power Macs sind unter 2000 Dollar gefallen (vgl. MailBIT in dieser Ausgabe) und ich werde oft gefragt, ob es denn nun an der Zeit sei, einen neuen Mac zu kaufen, oder nicht. Ich hatte mir über neue Computer nicht viel Gedanken gemacht, aber neulich hatte ich plötzlich Probleme mit meiner Hardware und so wurde mein Interesse für den aktuellen Hardware-Markt wieder geweckt.

Auswahl, Bedarf und Wünsche -- Als Apple im vergangenen Jahr den gerade aufblühenden Macintosh-Clone-Markt abwürgte, sorgten sich viele Kunden, daß die Preise für Macintosh-Rechner in astronomische Höhen steigen und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Modelle sich reduzieren würde. Teilweise ist es in den letzten sechs Monaten so gekommen: Apple hat die Macintosh-Produktpalette reduziert und die Performas und ein paar Power-Macintosh-Modelle vom Markt genommen) und die Mac-Clone-Verkäufer sind größtenteils verschwunden - die wenigen, die es noch gibt, wie z. B. UMAX, sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-394>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-395>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-396>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-397>
<http://www.supermac.com/>

Gleichzeitig hat Apple aber neue, leistungsfähige Maschinen zu konkurrenzfähigen Preisen auf den Markt gebracht (auch wenn man im stark umkämpften Markt unterhalb 1000 Dollar immer noch nicht vertreten ist), und erstmals die Möglichkeit geschaffen, Rechner in Wunschkonfigurationen über den Apple Store zu kaufen. Außerdem führen die kürzlich erfolgten Preisstürze, Produkte von Drittanbietern und für die nahe Zukunft angekündigte Mac-Modelle dazu, daß die Zeiten für jeden, der einen neuen Rechner braucht oder ein älteres Modell 'tunen' möchte, höchst interessante Möglichkeiten bieten.

<http://store.apple.com/>

Aber trotz aller Werbung und Begeisterung sollte sich die Entscheidung, ob man jetzt kauft oder noch wartet, vor allem danach richten, was für einen Computer man braucht. Ich habe nichts gegen die sogenannten "early adopters" oder Leute, die es sich leisten können, immer die neueste Hardware zu besitzen, um damit Email zu empfangen. Aber für die meisten unter uns ist es wichtig, den Bedarf festzulegen, bevor wir unseren Wünschen nachgeben.

Da wäre z. B. der Zeitpunkt: Es ist immer eine ungünstige Zeit, um Computer zu kaufen. Wenn man heute einen Rechner kauft, kann man davon ausgehen, daß sein Wert in wenigen Monaten dramatisch sinkt; aber wenn man immer nur auf ein besseres Modell wartet, wird man sich nie einen Computer kaufen. Kurz: Wenn Sie einen Computer brauchen, sollten Sie sich dabei an Ihrem aktuellen Bedarf orientieren.

Wenn Sie z. B. wissen, daß Sie aufwendige und rechenintensive Dinge wie Videobearbeitung, Bildbearbeitung oder 3D-Rendering betreiben werden, sollten Sie alles kaufen, was Sie sich an Leistung leisten können. Bei Apples Online Store kostet ein aktueller High-End G3 Power Macintosh mit allem Drum und Dran (128 MB SDRAM, 4 GB Ultra/Wide SCSI mit PCI-Karte, internem ZIP-Drive, 6 MB VRAM und einer 128-Bit 2D/3D Grafikkarte) 3819 Dollar (ohne Bildschirm und Tastatur). Das ist für die Videobearbeitung eine durchschnittliche Konfiguration (ich habe mich noch nicht viel damit beschäftigt, mehr Arbeitsspeicher und ein anderer Monitor können nicht schaden), aber der Preis ist nicht schlecht, wenn man ihn mit einem ungefähr gleichwertigen Unix- oder NT-Videobearbeitungsgerät vergleicht. Wenn Sie jedoch wissen, daß Sie keine Pauken und Trompeten brauchen, aber trotzdem Wert auf Geschwindigkeit legen, tut es die Low-End G3-Konfiguration mit 32 MB SDRAM, einer 4GB-IDE-Festplatte, 2 MB VRAM und 10Base-T Ethernet für 1699 Dollar (wieder ohne Tastatur und Bildschirm).

Diese Zahlen spiegeln Apples neuerliche Preissenkungen wider, die normalerweise darauf hindeuten, daß es bald eine neue Produktreihe geben wird. Es wird erwartet, daß Apple bei der Seybold Seminars Conference in diesem Monat neue G3 Systeme mit 300 Mhz ankündigen wird - machen Sie sich also darauf gefaßt, daß der 266-MHz-Prozessor bald der 'langsamste' sein wird, den man neu bekommt.

<http://www.seyboldny.com/>

PowerBooks im Anmarsch -- Bemerkenswerterweise war das PowerBook G3 nicht von den allgemeinen Preissenkungen betroffen - es wird immerhin als das schnellste Laptop der Welt angepriesen. Bei einem Preis von 5699 Dollar macht Apple bei jedem Exemplar zweifellos einen guten Schnitt. Das PowerBook 1400cs/166 (ein PowerPC-603e-Prozessor) kostet jetzt zwar nur noch 1749 Dollar, aber der Leistungsunterschied zwischen den beiden Maschinen ist immens.

Im Sommer wird Apple jedoch zwei neue PowerBook-Modelle herausbringen, die die Codenamen Wall Street und Main Street tragen. Das Modell Main Street mit 233 MHz könnte mit einem PowerPC-740-Chip anstatt einem PowerPC 750 (G3) ausgestattet sein (also ohne Backside Cache), das High-End-Modell Wall Street wird einen 292 MHz G3-Prozessor haben. Die Preise sollen zwischen 2000 und 6300 Dollar liegen, je nach Konfiguration. Die neuen Laptops haben ein neues Design mit Erweiterungsschächten, die vorne angebracht und von den Seiten bestückt werden können - für Lithium-Ionen-Batterien sowie für Disketten-, ZIP-, CD-ROM- und DVD-ROM-Laufwerke.

<http://ogrady.com/wallstreet.stm>

Upgrades kommen voran -- In den vergangenen Jahren mußte man, wenn man den Prozessor eines Macs erneuern wollte, das komplette Motherboard tauschen - eine arbeitsintensive Sache, die ihren Preis selten wert war (außer vielleicht im Fall unserer wertvollen SE/30s). Als Apple jedoch die PCI-Macs auf den Markt brachte, die gesteckte Prozessorkarten hatten, rückten Prozessor-Upgrades plötzlich in den Bereich des Möglichen. Ich selbst konnte meinen Power Mac 7500/100 letztes Jahr von einem PowerPC 601 mit 100 MHz auf einen PowerPC 604 mit 120 MHz aufrüsten. Selbst das ist inzwischen reichlich mager.

Newer Technology bietet eine breite Auswahl an Prozessorkarten mit PowerPC-604- oder G3-Prozessoren, die zwischen 200 und 275 MHz bringen. Die schlauen Leute bei Newer werden auch Prozessor-Upgrades für NuBus Power Macs herausbringen - also den 6100, 7100 und 8100 - mit einem 210 MHz G3 Prozessor-Upgrade für nur 499 Dollar. Die teuerste Lösung bringt Ihnen einen 275 MHz G3 mit 1 MB Backside Cache für 2295 Dollar.

<http://www.newertech.com/>

Ebenfalls von Newer Technology kommen ein ein paar G3-Upgrades für das PowerBook 1400, die wahrscheinlich ab April erhältlich sein werden. Es wird 216-MHz- und 250-MHz-Karten geben, die 699 bzw. 999 Dollar kosten sollen. Man kann sich also ein Low-End Power Book 1400 und eine Upgrade-Karte kaufen und hat dann ein G3-PowerBook für ca. 2500 Dollar - weniger als die Hälfte des Preises des aktuellen PowerBook G3.

Mactell bietet ebenfalls eine Reihe G3- und 604e-Prozessorkarten an. Die G3 PowerJolt gibt es bis zu 300 MHz mit 1 MB Backside Cache (2895 Dollar). Das Einsteigermodell PowerJolt hat einen 250 MHz-Prozessor mit 512 K Backside Cache (999 Dollar).

<http://www.mactell.com/>

Zusammenfassung -- Trotz des Niedergangs des Clone-Markts finde ich angesichts all dieser Möglichkeiten, daß es ein sehr guter Zeitpunkt ist, um einen Macintosh-Computer zu kaufen - ob es nun ein brandneuer G3 oder ein gebrauchter älterer PowerMac mit einer Upgrade-Karte ist. Ich konnte meine Hardware-Probleme zwar mit minimalen Ausgaben beheben, aber ich habe bereits ein Auge auf diese neuen PowerBooks geworfen. Mit etwas Glück - und Pfennigfuchserei - werde ich noch diesen Sommer über meine Erfahrungen mit einem neuen Computer schreiben!


Alles zum Scripting am Mac - eine neue CD-ROM

von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

CD-ROMs, die reine Sammlungen von Ressourcen darstellen, habe ich immer mit gemischten Gefühlen gesehen: Wenn dieselben Ressourcen im Internet kostenlos zu haben sind, was kann dann den Preis einer solchen CD-ROM rechtfertigen?

Es gibt meiner Meinung nach vier solche Gründe. Der erste ist der Wert des Archivs an sich. Das Internet ist ja eine Bibliothek, die ständig im Wandel ist; Dinge wechseln ihren Ort, ändern sich oder verschwinden ganz von der Bildfläche. Die alten Info-Mac-Sammlungen und die HyperStacks-CD-ROM von Pacific Hi-Tech (alle zusammen nicht mehr in Produktion) sind in dieser Hinsicht meine größten Schätze. Die Info-Mac-Archive gestatten es mir, Kopien von älteren Versionen und verschollener Freeware zu ziehen; die HyperStacks-CD-ROM enthält für meine Begriffe die wertvollste Sammlung von HyperCard-Stacks und XCMDs.

<http://www.pht.com/>

Der zweite Grund hat mit dem Platz zu tun. Es ist mehr als nur bequem, große Mengen an selten gebrauchtem, aber irgendwann doch wichtigem Material abseits der eigenen Festplatte gespeichert zu haben. Ich bin ja immer knapp an Plattenplatz, egal wie groß meine Festplatte ist; dazu kommt, daß eine Festplatte nach Sicherungskopien verlangt, eine CD-ROM hingegen - zumindestens nach landläufiger Auffassung - eine Sicherungskopie ist. Dieses Argument hat an Gewicht etwas verloren, seit es theoretisch jedem möglich ist, zu Hause eine CD-ROM herzustellen, aber bis dato sind nur wenige User dafür ausgerüstet (ich bin es nicht).

Drittens ist da die Geschwindigkeit. Wenn Sie keine bessere Verbindung zum Internet haben als ich, ist es sinnvoll, nicht auf das World Wide Wait ["weltweites Warten", --WJF] als Archiv angewiesen zu sein, wenn Sie etwas brauchen.

Zuletzt kommt noch das Fachwissen ins Spiel. Wenn ein wirklicher Experte auf einem Gebiet die Inhalte einer CD-ROM zusammengestellt hat (und sie mit einer Oberfläche zugänglich gemacht hat, die besser ist als der Finder, vielleicht mit Suchbegriffen und Erläuterungen), stellt das einen riesigen Bonus dar, besonders dann, wenn Sie kein solcher Experte sind. Wie ich die Dinge sehe, reicht das schon hin, um einen gewissen Preis für die Sammlung auf CD-ROM zu rechtfertigen.

Was ist also ein gängiger Preis für eine Kollektion auf CD-ROM? Die CDs von Pacific Hi-Tech - und vergleichbare Angebote - sind für 40 Dollar und weniger zu haben, oft sogar viel weniger, wenn Sie ein größeres Paket kaufen.

<http://www.cdrom.com/>

"Everything CD for Macintosh Scripting" von ISO Productions wird für 50 Dollar verkauft. ISO steht übrigens für "Interactive Support Online"; ISO Productions publiziert auch "Everything"-CDs für FileMaker Pro und für den 3Com PalmPilot, dazu noch das renommierte "ISO FileMaker Magazine" für FileMaker-Entwickler.

<http://www.isoproductions.com/>

Ein Preis von 50 Dollar scheint ein wenig hoch zu sein, er wäre aber ohne weiteres gerechtfertigt, wenn die CD-ROM hält, was ISO verspricht, nämlich, "wenn Sie im Scripting routiniert und produktiv werden wollen, ist dies eine Ressource, die Ihnen viele Stunden ersparen wird... Wenn Sie noch ein Anfänger sind, hilft sie Ihnen bei den Sprachen und der Syntax; wenn Sie leicht fortgeschritten sind, hilft sie Ihnen, die nächste Ebene zu erreichen; wenn Sie schon erfahren sind, hilft sie Ihnen, Hunderte von wertvollen ressourcen zu finden, die Ihnen Zeit und Geld sparen.".

<http://www.isoproductions.com/cd/macscripting/>

Fontier und User Script -- Ich habe gerade ein Buch über UserLand Frontier herausgebracht, also habe ich auf der Everything Scripting CD-ROM zuerst die Ressourcen für Frontier in Augenschein genommen. Mein Vertrauen in ISO Productions als fähigen Herausgeber von Scripting-Material für den Macintosh wurde einigermaßen erschüttert, als ich nicht nur auf der Web-Site, sondern auch im Begleitheftchen der CD-ROM die Sprache von Frontier als "User Script" apostrophiert sah (sie heißt in Wirklichkeit "UserTalk"). Der Fehler wiederholt sich auf der CD-ROM, wo das Programm einmal auch als "Fontier" bezeichnet wird.

<http://www.ora.com/catalog/frontier/desc.html>

Jeder, der einigermaßen mit den Informationen vertraut ist, die für Frontier online zur Verfügung stehen, wird den Eindruck gewinnen, daß die Leute von ISO hier nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind. Auf der CD-ROM ist Frontier 4.2.3, aber ohne die Online-Dokumentation und die diversen Anleitungsdateien (auch die meine ist nicht dabei). Die Adressen von Frontier-Mailinglisten fehlen ebenfalls. Wie großartig wäre es doch, wenn ISO Productions all die Skripts unabhängiger Autoren vom Low Tech Object Distribution Server indiziert und beschrieben hätte! Statt dessen weiß die CD-ROM von diesem Material zum großen Teil nichts. Mit etwas Zeit und Geduld könnte sogar jemand, der von Frontier nichts versteht, das Web mit besseren Resultaten durchkämmen - einfach indem er den Links auf der Web-Site von UserLand nachgeht.

<http://www.scripting.com/matt/webtutorial/>
<http://www.scripting.com/matt/scriptingtutorial/>
<http://www.acornsw.com/acornsw.com/root.html>
<http://www.scripting.com/>

Soviel ist klar: Niemand wird durch diese CD-ROM "Hilfe bei den Sprachen und der Syntax" erhalten oder "zur nächsten Ebene aufsteigen" können - ein Anfänger wird durch sie nicht einmal verstehen, was Frontier ist oder wie die ersten Schritte zu machen sind.

AppleScript ist anders -- Was das Angebot an AppleScript-Material anlangt, siehT alles ganz anders aus. Hier bewegt sich ISO auf vertrauterem Gelände und hat auch einiges an Zeit investiert. Die CD-ROM bringt sehr viele Skripts und OSAXes (Erweiterungen der AppleScript-Sprache, die Sie in Ihrem Scripting-Additions-Ordner ablegen können) von zahlreichen Autoren. Nach meinen Erfahrungen mir der dürftigen Behandlung von Frontier auf der CD habe ich mich sehr bemüht, über die Links auf Bill Cheesemans Applescript-Pages Material im Web zu finden, das auf der CD nicht enthalten ist - und war beeindruckt, wie schwierig das ist.

<http://oasis.bellevue.k12.wa.us/cheeseb/>

Allerdings hat die CD-ROM auch hier nur wenig an Dokumentation zu bieten. Der Guide zu AppleScript selbst ist in Acrobat PDF vorhanden, aber nicht in HTML; Apples Guide zum Finder Scripting und der zu den Scripting Extensions sind in keinem der beiden Formate vorhanden; es gibt keine relevanten Artikel aus der Knowledge Base von Microsoft und auch keins der zahlreichen anderen nützlichen Web-Dokumente.

<http://devworld.apple.com/dev/techsupport/insidemac/AppleScriptLang/AppleScriptLang-2.html>
<http://devworld.apple.com/dev/techsupport/insidemac/AppleScriptFind/AppleScriptFind-2.html>
<http://www.natural-innovations.com/as/>

Die Archive zu den Mailing-Listen für Mac-Scripting sind da - volle 120 MB -, zugänglich (oder besser gesagt unzugänglich) mittels einer plumpen, leicht fehlerhaften FileMaker-Oberfläche, die es sehr schwer macht, Gesuchtes zu finden.

<http://www.dartmouth.edu/info/macscript/mailing-list.html>

Eine weitere FileMaker-Datenbank, die MacScripter's Encyclopedia, gruppiert Informationen zu AppleScript in drei Kategorien: Eine Sammlung von Skripts, eine Liste mit OSAXes und skriptfähigen Applikationen sowie eine Seite, die Fehlermeldungen anführt. Das ist eine gute Idee und es zeigt die Fähigkeiten der FileMaker-Oberfläche, die ISO erstellt hat. Dennoch gibt es auch hier drei schwerwiegende Mängel:

Das Material zu AppleScript auf der CD-ROM ist umfangreich (um nicht zu sagen umfassend), es erschließt sich aber nur mit Hindernissen. Für die Praxis ist es eine gute Kollektion, mehr nicht.

Die dünne Glasur auf dem Kuchen -- Die CD-ROM enthält eine größere Sammlung von Tasten, Paletten und anderem Material für das Makro-Programm OneClick von WestCode, die Benutzern dieser Software sehr willkommen sein dürfte [zu OneClick siehe "OneClick - ein interessantes Utility" in TidBITS-350. -Geoff].

<http://www.westcodesoft.com/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-350>

Die CD-ROM enthält auch MacPerl (mit einer kleinen Sammlung von gängigen Ressourcen, aber ohne die erstklassige Online-Dokumentation) und den Tcl/Tk-Installer für den Macintosh. Diese beiden Programme ersparen dem Benutzer der CD eine längere Sitzung beim Herunterladen, sie sind aber nicht schwer aufzutreiben und, wie auf der CD vorhanden - ohne weitere Hinweise - für Anfänger nutzlos. Zuletzt gibt es noch eine Demoversion von FaceSpan, eine bunt gemischte Kollektion von Freeware und Shareware (clip2gif, Tex-Edit, Décor) und einige gewichtige Demo-Applikationen (Timbuktu Pro, FileMaker Pro, RagTime), die die CD-ROM auf 438 MB bringen. Es gibt auch eine FileMaker-Datenbank, die alles auf der CD-ROM auflistet; sie steht zwar in Verbindung zum Finder, da sie aber nur Dateinamen ohne irgendwelche weitere Informationen enthält, können Sie das alles genausogut im Finder machen.

Unter dem Strich -- In meinen Augen hat diese CD-ROM denselben Wert wie eine Info-Mac-Sammlung: Es ist nichts darin enthalten, was Sie nicht selbst anderswo finden und herunterladen könnten - es ist nur schon da. Andererseits kostet die letzte Info-Mac-Kollektion nur 40 Dollar für mehr als 1 GB Material auf 3 CD-ROMs. Die Frage erhebt sich: Als Besitzer der Everything CD for Macintosh Scripting - sind Sie um 50 Dollar glücklicher? Sie müssen das für sich selbst entscheiden, je nach Ihren Bedürfnissen und Ihrer Ausrüstung.

Der Anspruch, die Everything CD "reduziere die Lernkurve", scheint mir sehr weit hergeholt. Der Anfänger wird aller Wahrscheinlichkeit nach eher vor den Kopf gestoßen sein, und die Behauptung, die CD enthalte "alles für das Scripting", ist ebenfalls anmaßend. Die AppleScript-Kollektion ist gut, die anderen Materialien sind lückenhaft und oberflächlich.

Von ISO Productions wurde mir versichert, ein "Volume 2" (offenbar eine zweite Auflage) mit umfangreicherem Material und hilfreicherer Indizierung sei geplant. Diese Version wird für die Käufer der aktuellen Version zum halben Preis erhältlich sein. Das klingt großartig - ich erwarte mir von dieser kommenden CD das, was schon die vorliegende halten hätte sollen.



Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Matt Neuburg [MN].

Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].

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