Haben Sie sich je gefragt, wie wir eine der größten Mac-orientierten Mailing-Listen betreiben und das ausschließlich auf Macs? Geoff Duncan erklärt unser Mailing-System im Detail. Ron Risley bietet Rat für Leute an, die mobile Computerlösungen suchen, nachdem Apple die Entwicklung der Newton-Plattform beendet hat. Weitere Meldungen dieser Woche beziehen sich auf Speed Doubler 8.1 und die nächste Generation des PalmPilot, den Palm III.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#420/16-Mar-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-420.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-420.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-420.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-420.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Connectix bringt Speed Doubler 8.1 -- Connectix hat Speed Doubler 8.1 herausgebracht, ein Update zu dem Softwarepaket zur Leistungssteigerung, das nun zu Mac OS 8.1 kompatibel ist. Neue Optionen sind die Möglichkeit, Speed Doubler ständig laufen zu lassen (und damit Verzögerungen beim Kopieren von Dateien oder beim Leeren des Papierkorbs zu vermeiden), mit der Option Hot Keys kann automatisch ein Laufwerk im Netz geladen und Ordner und Platten können geöffnet werden. Die Leistung beim Kopieren wurde ebenso verbessert wie die Kompatibilität mit Laufwerken im Extended Fomat (siehe "Alles über das Macintosh Extended Format (HFS Plus)" in TidBITS-414). Connectix kündigte auch internationale Versionen von Speed Doubler 8.1 für die nächste Zeit an, abhängig teilweise von der Verfügbarkeit internationaler Versionen von Mac OS 8.1. Das Update auf Speed Doubler 8.1 ist eine Download-Datei von 476K; für die Netzwerk-Server-Version ist ein separates Update erhältlich. [GD]
<http://www.connectix.com/html/speed_doubler_updates.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-414>
3Com kündigt den Palm III an -- 3Com hat das Erscheinen eines neuen Geräts aus der Pilot-Serie, des Palm III, für April verlautbart. Der Palm III stellt zum Preis von 399 Dollar eine graduelle Weiterentwicklung der erfolgreichen PalmPilot-Reihe elektronischer Assistenten dar und ist mit einem geschwungenen Gehäuse und wahlweise einem Klappdeckel, dazu mit je 2 MB RAM und Flash-RAM, Palm OS 3.0 und einer Infrarot-Schnittstelle ausgestattet (detailliert wird das neue Modell mit Abbildungen im PalmPower Magazine beschrieben). Der Palm III ist zwar nichts grundlegend Neues, aber manche sehen das Gerät als einen vorgreifenden Schachzug gegen die kommenden, schon massiv mit Marketing-Getöse bedachten "Palm PCs" auf Basis von Windows CE. Die Preise für die schon bisher angebotenen Typen sind auf 299 (PalmPilot Professional) bzw. 199 Dollar (PalmPilot Personal) gesenkt worden (siehe zu diesen Modellen die Serie von Jeff Carlson, die wir in TidBITS-411 begonnen haben.
<http://www.palmpilot.com/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-411>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-413>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-416>
<http://www.microsoft.com/windowsce/palmpc/>
<http://www.palmpower.com/>
Damit in Zusammenhang steht die Meldung, daß Palm Computing, die Tochterfirma von 3Com, gegen Microsoft eine Klage wegen der Verwendung der Bezeichnung "Palm PC" eingebracht hat. Die Klage wurde in mehreren europäischen Ländern den Gerichten vorgelegt, wo Palm bessere Chancen zu haben glaubt, eine Markenzeichen-Verletzung zu beweisen. [JLC]
<http://www.news.com/News/Item/0,4,19745,00.html?owv>
von Ron Risley <rrisley@pobox.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Nach der Veröffentlichung meines Artikels "Was wäre das Leben ohne Newton?" in TidBITS-418 erhielt ich viele Emails, die alle den gleichen Tenor hatten: "Ihr Artikel hat bestätigt, daß der Newton genau das ist, was ich schon immer gesucht habe, aber was soll ich angesichts Apples Entscheidung, die Entwicklung des Newton einzustellen, tun?" [vgl. "Newton fällt vom Apfelbaum", in TidBITS-419. -Jeff].
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-418>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-419>
Für all diejenigen, die bereits Newton MessagePads (oder eMates, die ebenfalls das Newton OS nutzen), ist die Antwort ganz einfach: Der Newton wird sich als brauchbare Plattform noch mindestens ein Jahr lang halten. Es gibt eine Fülle an Produkten und die meisten Hersteller von Newton-Software haben bestätigt, daß sie die Plattform auch in naher Zukunft unterstützen werden. Langfristig werden sich die Softwareentwickler wohl anderen Plattformen mit einer sichereren Zukunft zuwenden und der Wechsel zu einem neuen System wird notwendig werden.
<http://www.newton.apple.com/>
Grundlagen -- Wer jedoch erstmals einen Computer für die Westentasche erwerben möchte, hat die Qual der Wahl. Als ich meine Kaufentscheidung traf, legte ich besonderen Wert auf zwei Merkmale:
Erstens: Man muß das Gerät im Stehen bedienen können, während man gleichzeitig ein Buch oder eine Aktentasche trägt und ohne daß man es direkt anschauen muß. Notizblöcke erfüllen diese Anforderung, und das ist einer der Gründe, warum Taschen-Organizer besser sind als Laptops. Ich bin niedergelassener Arzt und arbeite normalerweise in Gemeinschaftspraxen oder Krankenhäusern, wo man verfügbaren Platz auf irgendeinem Tisch meist vergeblich sucht und ich schreibe oft im Stehen auf Fluren, während ich Bücher oder Pläne herumtrage. Während meiner Tätigkeit als beratender Ingenieur war ich oft in ähnlichen Situationen. Ein Gerät, das unter diesen Bedingungen nicht benutzbar ist, kann genausogut auf meinem Schreibtisch stehen bleiben.
Die zweite Anforderung war Zuverlässigkeit. Ich hatte schon Jahre vorher damit begonnen, mein Privatleben mit Hilfe von Computern zu organisieren, aber obwohl ich meine Backups sehr sorgfältig machte, gingen oft Daten verloren. Im medizinischen Bereich kann der Verlust von Daten, die man erst vor ein paar Minuten aufgenommen hat (oder das Übersehen einer wichtigen zu erledigenden Aufgabe) verheerende Auswirkungen haben. In anderen Bereichen ist der Verlust vielleicht nicht so dramatisch, kann aber auf lange Sicht ebenso viel schaden. Wenn man seinem Mini-Computer nicht absolut vertrauen kann, wird man sich schwer tun, ganz auf Papiernotizen zu verzichten.
1994 erfüllte einzig das MessagePad diese Anforderungen. 1998 hat sich die Situation ein wenig geändert. Handschrifterkennung scheint notwendig, um dem ersten Kriterium zu entsprechen. Für Tastaturen braucht man entweder einen Tisch zum Abstellen oder beide Hände. Tasten auf dem Bildschirm muß man immer im Auge haben - man kann also keine Daten eingeben, während man gerade woanders hinschaut.
Kein Gerät, das auf DOS, Mac OS oder Microsoft Windows basiert, bietet die hundertprozentige Zuverlässigkeit, die nötig ist, um die Zettelwirtschaft zu ersetzen. Windows CE könnte möglicherweise an die Verläßlichkeit des Newton herankommen - ebenso die neue Version des Mac OS für Mini-Computer, die sich noch im Gerüchte-Stadium befindet -, aber Berichte früher Nutzer von "WinCE"-Geräten sind enttäuschend: Abstürze mit Datenverlust scheinen eher häufig vorzukommen. Es ist eine schwierige Entwicklungsaufgabe, nachträglich die Zuverlässigkeit hinzuzufügen, die der Newton von Anfang an hatte.
Die Zukunft in der Hand? -- Von den verbleibenden Geräten im Bereich der Mini-Computer scheint 3Coms PalmPilot am besten geeignet, die Lücke zu füllen, die nach Apples Abschied zurückgeblieben ist. Manche mögen zwar das Stenografie-artige Eingabesystem des PalmPilot - Graffiti - nicht, das ursprünglich entwickelt worden war, um die mit Fehlern behaftete Handschrifterkennung der frühen Newtons zu retten), aber ich finde, daß Graffiti eine leicht zu lernende, schnelle und genaue Eingabemethode ist. In manchen Fällen ist es sogar besser als normale Handschrifterkennung, besonders wenn ich während des Schreibens nicht auf den Bildschirm schaue. Die Betriebssystemumgebung des PalmPilot ist einerseits offen (und ermutigt so Entwickler von Third-Party-Software) und andererseits ausreichend zuverlässig.
Der PalmPilot leidet vor allem unter Einschränkungen bei der Hardware. Die Zuverlässigkeit ist z. B. eingeschränkt, weil die aktuellen Geräte ihren Speicherinhalt verlieren, wenn sie länger als eine Minute keine Batterien haben. Wenn die Ersatzbatterien also kaputt oder nicht richtig eingelegt sind, können Ihre Daten unwiderruflich verloren sein. Die nächste Generation der PalmPilots, die gerade angekündigten Palm III, haben ein bißchen Flash-Memory und sollten stabiler laufen.
<http://www.palmpilot.com/catalog/palmiii.html>
3Com arbeitet sich auch an anderen Problemen mit der Hardware. Der neue Palm III hat eine Infrarot-Schnittstelle zum Datenaustausch. Wenn es denn irgendwann auch IrDA-Drucker unterstützen sollte, würde das die Flexibilität des Geräts immens verbessern. Die Erweiterung des Palm III durch PC-Karten oder andere Speichermedien ist immer noch nicht möglich, so daß die Nutzung als Nachschlagewerk oder Speicherplatz für größere Mengen an Daten immer noch sehr eingeschränkt ist. Palm-Geräte mit mehr als 1 MB Speicher haben aber Zugang zu Internet- und Telnet-Diensten - ein großer Schritt nach vorn.
Newton oder nicht Newton? -- Wenn Sie lediglich ein Gerät suchen, das Ihren normalen Terminkalender ersetzt, scheint der Palm III eine vernünftige Wahl. Leider kann er in der MessagePad-Kategorie nicht ganz mithalten, da er nur über wenig RAM verfügt, nur sehr eingeschränkt erweiterbar ist und keine direkte Möglichkeit zum Drucken bietet.
Wenn Sie ein Gerät suchen, das der Vorstellung von einem Computer, den man in der Hand halten kann, eher entspricht - das also private und geschäftliche Daten sowie wichtige Informationen in Ihrer Westentasche speichert und die unendlichen Informationsquellen des Internet erschließt, ist der Newton immer noch die einzige Möglichkeit. Für manche mögen die fallenden Preise des Newton MessagePad 2100 den Nachteil aufwiegen, daß sie auf eine andere Plattform umsteigen müssen, sobald ihre Newtons veraltet sind. Die anderen werden wohl weiter bei ihren traditionellen Notizzettel-Verfahren bleiben, bis 3Com/Palm Computing oder eine andere zukunftsorientierte Firma ein Gerät herausbringt, das den Platz des Newton einnehmen kann.
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Im allgemeinen dokumentieren wir bei TidBITS gerne alles, was wir tun: Wenn wir ein neues System oder einen neuen Dienst einrichten, Änderungen vornehmen oder aufhören, etwas zu tun, schreiben wir normalerweise darüber. Auch über ein paar ungewöhnliche Dinge haben wir berichtet - zum Beispiel zur Umfrage, in der wir wissen wollten, ob wir weiterhin Produkttests anderer Zeitschriften bringen sollten und unsere Ausschreibung für eine Volltext-Suchmaschine.
Wir machen das nicht nur, damit die TidBITS Leserschaft weiß, was wir vohaben, sondern auch weil wir unsere Macs benutzen, um real existierende Probleme zu lösen. Sicher, Nachrichten aus der Industrie, Produktvorstellungen, Tests und Analysen sind notwendig, aber die Erklärung, wie wir Dinge tun, kann ebenso wichtig sein wie die Lösungen anderer.
Wenn Sie TidBITS schon eine Weile lesen, werden Sie sich vielleicht daran erinnern, daß wir im August 1996 die TidBITS-Mailing-Liste von einem auf LISTSERV basierenden Dienst bei der Rice University auf ein System umgestellt haben, das wir selbst warten und administrieren (siehe dazu "Die große Mailinglisten-Verlagerung" in TidBITS-337). Wir werden oft gefragt, wie wir eine Mailing-Liste dieser Größe verwalten, welche Hard- und Software wir benutzen, ob wir irgend etwas Besonderes tun, um die Mailing-Liste zusammenzustellen und wie all das ganz allgemein funktioniert.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-337>
Es gibt zwar inzwischen verschiedene Mailing-Listen, die mit TidBITS zusammenhängen, aber die größte und älteste ist die TidBITS-Mailing-Liste in Setext, die im Augenblick ca. 50.000 Abonnenten hat. Wir haben auch separate Listen für verschiedene Übersetzungen, die meisten davon betreuen wir (z. B. Niederländisch, Französisch und Deutsch), das japanische Übersetzerteam verwaltet die ansehnliche japanische Liste selbst.
<http://www.tidbits.com/about/list.html>
<http://www.tidbits.com/about/translations.html>
Wichtige Anmerkungen -- Bevor wir weiter ins Detail gehen, möchte ich noch ein paar wichtige administrative Einzelheiten loswerden. Erstens: Mailing-Listen, die von TidBITS geführt werden, sind absolut vertraulich. Keinerlei Informationen über einzelne TidBITS-Abonnenten werden von uns - egal aus welchem Grund oder unter welchen Umständen - verkauft, abgetreten, vermietet oder sonstwie weitergereicht. Punkt. [Das gilt ohne Einschränkung auch für die Bezieher der TidBITS in deutscher Sprache. --WJF]
Zweitens: Obwohl wir in jeder Ausgabe auf das Prozedere hinweisen, hier noch einmal die Information, wie man die TidBITS abonnieren kann: Um die TidBITS in deutscher Sprache zu abonnieren, senden Sie eine Email an <tidbits-de-on@tidbits.com>. Um ein Abonnement zu kündigen, schicken Sie eine Email an <tidbits-de-off@tidbits.com>. Außerdem gibt es auf vielen unserer Web-Sites Abo-Formulare. Wenn Sie eine der anderen Übersetzungen beziehen möchten, konsultieren Sie bitte die jeweilige Homepage, um zu sehen, ob es eine separate Mailing-Liste gibt.
Falls sich Ihre Mail-Adresse ändert, ist es notwendig, von Ihrer alten Adresse aus das Abonnement zu kündigen und dann von der neuen Adresse aus ein neues Abonnement anzumelden. Wenn Sie zu Ihrer alten Email-Adresse keinen Zugang mehr haben, schicken Sie eine Mail an <editors@tidbits.com> und bitten Sie darum, ihre Abonnement-Daten zu aktualisieren (geben Sie dabei bitte unbedingt sowohl Ihre alte als auch die neue Mail-Adresse an).
Geographie und Server-Tricks -- Jede Woche verschicken wir TidBITS mit StarNines ListSTAR/SMTP Mailing-List-Software, die auf einem einfachen Power Mac 6150/66 (einem Power Mac mit 601er Prozessor) läuft. Der 6150 und ein anderer Power Mac, der als unser Haupt-Web-Server dient, werden freundlicherweise von der Firma Point of Presence (POPCO) im Zentrum von Seattle, Washington, beherbergt. Wenn wir eine TidBITS-Ausgabe herausgeben, benutzt der 6150 ein schnelles UNIX-System bei POPCO als Mail-Gateway, denn das UNIX-System überträgt die Ausgaben wesentlich schneller ins Internet und sorgt so für pünktliche Auslieferung. Ein paar der kleineren TidBITS-Übersetzungs-Listen werden dagegen von einem SE/30 mit LetterRip von FogCity bearbeitet, der bei Adam und Tonya zu Hause steht.
<http://www.starnine.com/liststar/liststar.html>
<http://www.popco.com/>
<http://www.fogcity.com/>
Ich administriere die Haupt-Mailing-Liste von TidBITS mit ein paar Datenbanken in FileMaker Pro. Diese Datenbanken laufen im großen und ganzen auf meinem eigenen Rechner, einem PowerMac 7600/120, und werden von niemand anderem benutzt.
Wem dieses Arrangement ein wenig verworren vorkommt, der hat absolut recht. Es liegt in den physikalischen Gegebenheiten bei den TidBITS begründet. Adam und Tonya arbeiten von zu Hause aus - sie wohnen weit außerhalb westlich von Seattle und haben es nach neunmonatigem Kampf mit US West geschafft, eine 56K-Verbindung unter Frame Relay gelegt zu bekommen. Ich arbeite ebenfalls von zu Hause aus und wohne östlich von Seattle - meine Macs sind über eine separate ISDN-Leitung mit dem Internet verbunden. Die Haupt-Server der TidBITS stehen in Seattle und haben eine T1-Verbindung. Das Problem ist, daß die Abonnenten-Datenbanken und der Verteil-Server an verschiedenen Orten stehen.
Wie verbinden wir also ListSTAR und FileMaker? Da beide Programme nicht auf demselben Rechner und nicht in demselben AppleTalk-Netzwerk laufen, arbeiten wir mit einer Kombination aus ListSTAR-Regeln, HyperCard-Stacks, FTP und ein wenig Handarbeit. Wenn jemand TidBITS abonniert, hängt ListSTAR den Namen und die Mail-Adresse an eine Liste von Leuten, die ein Abonnement wollen, und sendet eine Bestätigung (so ähnlich funktioniert das auch mit den Abonnement-Kündigungen). Jede Nacht nutzt ein automatischer Prozeß auf Basis von HyperCard, der auf einem meiner Macs läuft, eine administrative Funktion im NetPresenz-FTP-Server, um ListSTAR zu beenden. Der Prozeß lädt dann die Listen der hinzuzufügenden und zu löschenden Adressen herunter und ersetzt sie durch leere Listen. Schließlich startet der Prozeß ListSTAR wieder, das sofort weiter die Mail bearbeitet - ohne zu bemerken, daß es gerade ausgetrickst worden ist.
<http://hypercard.apple.com/>
<http://www.stairways.com/netpresenz/>
Nun müssen die Abonnement-Informationen aus den ListSTAR-Dateien in die FileMaker-Datenbank geladen werden. Ein anderer HyperCard-Stack arbeitet nun die ListSTAR-Dateien ab, führt für jede Adresse die gewünschte Aktion durch und verschickt die entsprechende Antwort oder Abonnement-Bestätigung per Email. Ich habe für diese Aufgabe HyperCard gewählt, weil es besonders stabil läuft. Ich habe jahrelange Erfahrung damit; es ist ziemlich einfach, mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen eine Schnittstelle zu bauen. HyperCards Funktionen bieten die nötige Flexibilität: Wir haben z. B., seit das System in Betrieb genommen wurde, verschiedene Email-Programme wie z. B. Eudora, selbstgestrickte Email-XCMDs, Allegiants Marionet, Atul Buttes TCP/IP Scripting Addition, Chuck Shottons skriptfähiges TCP/IP-Anwendungsprogramm NetEvents und die eingebauten SMTP-Features von FileMaker Pro 4 benutzt.
<http://www.eudora.com/>
<http://www.allegiant.com/marionet/>
<http://www.mangotree.com/scriptingaddition.html>
<http://www.biap.com/downloads/NetEvents.html>
Wofür all der Aufwand? -- Es gibt einfachere Methoden, eine Mailing-Liste zu betreiben. Wir hätten alles in ListSTAR machen können und uns damit FileMaker und die Probleme mit den Skripts gespart. Oder wir hätten jemanden dafür bezahlen können und hätten uns nie wieder um die Verwaltung einer Mailing-Liste kümmern müssen.
Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden: Als eine der größten Macintosh-Mailing-Lists wollten wir eine Mac-basierte Lösung für den Vertrieb der TidBITS finden. 1996 gab es keine Mailing-Liste vergleichbaren Umfangs, die mit Macs betrieben wurde, und wir fanden, dies sei die Gelegenheit, genau das zu tun. Außerdem waren die Preise für das Verwalten einer großen Mailing-Liste immens und niemand konnte die Qualität oder - viel wichtiger - die Sicherheit der TidBITS-Mailing-Liste garantieren.
Natürlich kann man eine Mailing-Liste dieser Größe mit ListSTAR allein verwalten. ListSTARs Adreßlisten-Editor öffnet aber keine Mailing-Liste mit mehr als ca. 15.000 Einträgen und so wird die manuelle Suche nach Adressen oder Namen schwierig. Außerdem steht der ListSTAR-Server weit von unseren jeweiligen Arbeitsplätzen entfernt, so daß wir die Verwaltung der Mailing-Liste mittels Timbuktu Pro hätten realisieren müssen, was nicht gerade ideal gewesen wäre.
<http://www.netopia.com/software/tb2/mac/>
Die Verwendung einer Datenbank für die Verwaltung einer Mailing-Liste hat gegenüber einem einfachen "hinzufügen und entfernen"-System noch weitere Vorteile: Eine relationale Datenbank ermöglicht es, Abonnement-Informationen für verschiedene Mailing-Listen zusammenzufassen. Wenn Sie z. B. sowohl TidBITS als auch NetBITS abonniert haben, haben Sie vielleicht bemerkt, daß auf den Abonnement-Bestätigungen, die unsere Datenbank-Liste zurückschickt, alle Abonnements für Ihre Email-Adresse aufgeführt sind. Wenn also ein Abonnement eine Adreßänderung durchgibt, muß ich die Informationen nur an einer Stelle aktualisieren. Außerdem ermöglicht die Funktion "Suchen und Ersetzen" einer Datenbank einfaches Korrigieren oder Entfernen von Teilen von Email-Adressen, wenn ein Domain-Name sich ändert oder verschwindet (erinnern Sie sich an eWorld?), man kann Duplikate entfernen oder mittels Fuzzy-Kriterien nach problematischen Abonnements suchen.
Mailing-List-Programme speichern in der Regel nicht viel Information über die Abonnenten - meist nur eine Email-Adresse und einen Namen. Eine Datenbank kann jede beliebige Information speichern, die sich auf einen bestimmten Abonnenten oder ein Abonnement bezieht. Unsere Datenbank erstellt für alles ein Event Log über Abonnement-Anfragen, Email-Probleme, Analyse-Ergebnisse und manuelle Änderungen durch den Datenbankadministrator. Ich habe auch zusätzliche Felder definiert, die als Marker für falsch formulierte Email-Adressen, wiederholt auftretende Mail-Probleme oder andere Dinge dienen, über die ich gerne informiert werden möchte. All dies macht die Verwaltung viel einfacher.
Ein anderer Vorteil einer Datenbank ist die Tatsache, daß sie niemanden löschen muß. Wenn ein Mailing-Listen-Programm wie ListSTAR oder LetterRip eine Abonnementkündigung bekommt, löscht es den entsprechenden Eintrag. Der Abonnent ist damit verschwunden - nichts deutet darauf hin, daß jemals ein Abonnement für diese Person bestanden hat. Wenn jemand sein TidBITS-Abonnement kündigt, wird gar nichts gelöscht. Die Datenbank legt lediglich ein Enddatum für das Abonnement fest und sendet einen Hinweis, daß das Abonnement gekündigt wurde. Alle Informationen über das Abonnement und den Abonnenten bleiben erhalten.
Warum? Die Datenbank behält diese Informationen zum Teil deshalb, weil ich es zur Verwaltung einer so umfangreichen Mailing-Liste für unentbehrlich halte. Ich habe Abfragen und Hilfsprogramme, die nach bestimmten Schemata in den Informationen suchen, wie z. B. ganze Domains, die plötzlich Email-Probleme melden (das deutet normalerweise darauf hin, daß ein Spam-Filter auf Serverebene Amok läuft) oder einen Abonnenten, der jeden Tag oder jede Woche sein Abonnement kündigt und wieder einrichtet (normalerweise eine falsch konfigurierte Autoreply-Funktion). Diese Informationen ermöglichen es mir, manche Probleme schon im Vorfeld zu vermeiden und Abonnenten, die Schwierigkeiten haben, besser zu helfen.
Listen auswerten -- Andere Vorteile der Datenbank sind subtiler. Als die TidBITS-Liste noch bei der Rice University gehosted wurde, arbeitete das dortige LISTSERV-System sehr gut für uns - was zum großen Teil den unermüdlichen Anstrengungen von Mark Williamson zu verdanken war. Trotzdem waren wir oft enttäuscht darüber, daß wir so wenig über die TidBITS-Mailing-Liste wußten. Wir wußten jederzeit, wie groß sie war und wir konnten Kopien zum Durchsuchen und Analysieren ziehen. Aber so bekamen wir nicht alle Informationen, die wir wollten.
Mit einer Datenbank ist es z. B. einfach, herauszufinden, wie viele verschiedene Domains in der TidBITS-Liste vertreten sind (im Moment 127, darunter so exotische Orte wie Niue, San Marino, Kuba und Iran), welche Internet-Provider die meisten Abonnenten bei uns haben (AOL, EarthLink, CompuServe und Netcom) und wie viele Leute in Japan (1582), der Schweiz (333) oder Singapur (139) die englische Version von TidBITS abonniert haben.
Die Abonnenten-Datenbank bietet noch andere Informationen. Für Dienste wie AOL und Kabelfernsehgesellschaften ist die "Churn Rate" der Abonnenten wichtig: Leute, die einen Dienst abonnieren und ihn dann nach einer bestimmten Zeit wieder abbestellen. Die "Churn Rate" eines Dienstes ist eine indirekte Methode um festzustellen, wie gut der Dienst seine Kunden halten kann und für wie wichtig die Kunden diesen Dienst halten. Die Churn Rate für einige Kabelfernseh-Dienste wie HBO lag bei ungefähr 40 Prozent, die von AOL lag zeitweise bei über 50 Prozent.
<http://www.zdnet.com/intweek/print/960520/upfront/doc16.html>
Die TidBITS sind kostenlos, die Churn Rate sollte sich also von einem kommerziellen Angebot unterscheiden, und wir haben uns gefreut, als wir erfuhren, daß das auch so ist. Seit wir die Liste im August 1996 übernommen haben, lag die durchschnittliche Churn Rate nach dreißig Tagen bei 1,2 %, d. h. mehr als 98 % der Menschen, die die TidBITS abonnieren, bleiben mehr als 30 Tage dabei. Die durchschnittliche Churn Rate über 90 Tage der TidBITS liegt bei 1,9% und unsere durchschnittliche Jahres-Churn-Rate liegt bei 8,3 %. Außerdem ist es interessant, zu wissen, daß mehr als 72% der Leute, die vor 18 Monaten die TidBITS abonniert hatten, heute immer noch dabei sind.
Diese Zahlen sind natürlich ungenau, aber sie lassen doch darauf schließen, daß TidBITS-Abonnenten den Newsletter als eine nützliche Dienstleistung empfinden und ihr Abonnement über lange Zeit beibehalten. Viele Leute teilen uns das auch mit, wenn Sie uns Email schicken, aber es ist gut, zu wissen, daß die meisten TidBITS-Leser über einen langen Zeitaum derselben Meinung sind.
Forschen nach unzustellbarer Email -- Eines der Hauptprobleme bei der Verwaltung einer so großen Mailing-Liste ist die unzustellbare Email. Wir bekommen nach jeder TidBITS-Ausgabe ca. 12 bis 15 MB unzustellbare Nachrichten und Email-Fehler. Ein großer Teil davon ist natürlich der Text der unzustellbaren Ausgaben, der uns wieder zurückgeschickt wird, aber es ist trotzdem noch viel Handarbeit. Ich habe also ein Programm geschrieben, das Hired Thug heißt und die meiste Arbeit erledigt.
Hired Thug arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Es sucht in den unzustellbaren Nachrichten nach ein paar Dutzend bekannten Schemata und versucht, die Email-Adresse, die den Fehler verursacht hat, herauszufinden. Hired Thug vergleicht dann die gefundene Adresse mit einer Liste von Email-Adressen, die in der Vergangenheit Probleme gemacht haben. Wenn die gefundene Adresse nicht in dieser Liste steht, wird sie mit dem aktuellen Datum versehen und angefügt. Ist sie aber schon in der Liste, vergleicht Hired Thug das eingetragene Datum mit dem aktuellen Datum. Wenn die beiden Daten nah genug beieinanderliegen, sucht Hired Thug die fehlerhafte Adresse in der Datenbank, hebt alle damit verbundenen Abonnements auf und notiert die Art des Email-Fehlers, den wir bekommen haben.
Hired Thug zieht jede Woche 400 bis 1000 Email-Adressen aus den Fehlermeldungen und unzustellbaren Nachrichten, die wir bekommen, aber nur ein Viertel bis die Hälfte davon sind "Wiederholungstäter", die kurz zuvor schon einmal Email-Fehler verursacht haben. Ein temporäres Problem mit Ihrem Email-Provider wird Ihr TidBITS-Abonnement also nicht beenden, aber Probleme, die immer wieder Fehlermeldungen hervorrufen, führen dazu, daß Abonnements aufgehoben werden. Wenn Sie eine Abonnement-Anfrage schicken und die Bestätigungsmeldung kann nicht verschickt werden, wird das Abonnement gar nicht erst aufgenommen.
Da unsere Datenbank zwischen abbestellten und wegen Email-Fehlern aufgehobenen Abonnements unterscheidet, kann man sich auch nicht noch einmal mit einer Email-Adresse abonnieren, die bereits einmal aufgehoben wurde. Statt dessen (vorausgesetzt, Ihre Email funktioniert) bekommen Sie eine Nachricht, daß Ihre Abonnements aufgehoben wurden und daß Sie sie nicht wieder aktivieren können. Wenn das passiert, sollten Sie uns unter <editors@tidbits.com> kontaktieren und die Situation beschreiben. Wir können Ihnen normalerweise sagen, welche Fehler aufgetreten sind und Ihnen helfen, das Abonnement wieder zum Laufen zu bekommen.
Mailing-Listen-Programme wie LetterRip und Lyris (nicht für Macs erhältlich) bieten zwar mittlerweile Fehlerbearbeitungs-Funktionen, sie arbeiten aber weiterhin mit der "einfach löschen"-Methode, und alle Informationen über die problematische Adresse gehen verloren. Dadurch, daß wir den Fehlern selbst nachgehen, können wir Probleme wie verwirrte Spam-Filter, Mail-Schleifen oder Änderungen in der Mailbearbeitung bei großen Diensten wie AOL oder CompuServe leichter herausfinden.
Wenn Sie selbst eine Mailing-Liste verwalten und Hired Thug zur Bearbeitung unzustellbarer Nachrichten verwenden wollen - das ist leider nicht möglich. Hired Thug ist in das TidBITS-Abonnement-System eingebunden und kann nicht ohne weiteres zu einem allein lauffähigen Programm weiterentwickelt werden. Vince Sabios Programm SmartBounce bietet aber ähnliche Funktionen und arbeitet mit den meisten Mailing-List-Programmen zusammen. Ich habe Hired Thug geschrieben, bevor es SmartBounce gab, aber wenn Hired Thug nicht so reibungslos funktionieren würde und nicht so exakt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten wäre, würden wir vermutlich SmartBounce benutzen.
Zeig' mir Deine Datenbank -- Wenn Leute erfahren, daß wir Abonnements mittels Datenbank administrieren, wollen sie meist sofort wissen, warum wir die Leute ihre Abonnements nicht selbst verwalten lassen oder es nicht gestatten, daß Leute Abonnements von anderen Email-Adressen aus bestellen, als diejenige, die bei den TidBITS registriert ist. Diese Anfragen sind zwar gut gemeint, aber wir gestatten das deshalb nicht, weil wir fŸr unsere Abonnenten den Datenschutz wahren und keine einfachen Manipulations-Möglichkeiten schaffen wollen.
Wenn wir z. B. einfache Datenbankabfragen über Internet gestatten würden, hätte sicher sehr bald ein Spammer die Möglichkeit entdeckt, Tausende von Email-Adressen zu bekommen. Wenn wir Abonnement-Anfragen für Dritte gestatten würden, könnte man leicht herausfinden, ob eine bestimmte Adresse ein Abonnement hat, anderer Leute Abonnements kündigen oder jemanden abonnieren, ohne daß derjenige das will. Das mag sich weit hergeholt anhören, aber wir bekommen wöchentlich ein paar Dutzend gefälschte Abonnement-Anfrgen (mit Adressen von Bill Gates bis Bill Clinton) und hin und wieder versucht jemand, unter zwanzig oder dreißig Varianten derselben Email-Adresse zu abonnieren. Die Mailing-Liste ist zwar nicht gegen alle Manipulationen gefeit (was auch mit digitalen Signaturen oder Foto-ID eine unlösbare Aufgabe wäre), aber wir versuchen, Mißbrauch zu erschweren.
Schluß für heute -- Im Idealfall bekommen die TidBITS-Abonnenten von all diesen komplexen Vorgängen nichts mit, denn sie sollten in der Lage sein, Abonnements mit minimalem Aufwand einzurichten oder abzumelden. Wir hoffen, künftig noch bessere Funktionen und Abonnement-Optionen anbieten zu können, aber im Moment sind wir froh, daß das System gut läuft und daß wir das alles mit unseren Macs erledigen können.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].
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