TidBITS#422/30-Mar-98 - Deutsch

Ziehen Sie nach Seattle und klagen Sie jeden, der Ihnen unerwünschte Reklame per E-Mail schickt! Ein neues Gesetz droht Schadenersatz bis zu 1000 Dollar für derartige E-Mail an, die an Bewohner des Staates Washington versendet wird. Adam gibt Tips unserer Leser zum Gebrauch mehrerer Bildschirme weiter und Michael Jardeen bespricht Claris Home Page 3.0. Apple gibt bekannt, daß Steve Jobs beliebig lange "vorübergehender" Chef bleiben kann und wir vermelden das Erscheinen von QuickTime 3.0, WebSTAR 3.0, QuarkXPress 4.02r1, Remove Office 98 Utility 1.1 und Myrmidon 2.1.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#422/30-Mar-98.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-422.html>

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Themen:

<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1998/TidBITS#422/30-Mar-98>

Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-422.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-422.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-422.etx>


MailBITS/30-Mar-98

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Provisorisch - für alle Zeiten -- In letzter Zeit gab es Berichte, nach denen der Aufsichtsrat von Apple dem vorläufigen Chef Steve Jobs gesetzt habe, entweder voll einzusteigen oder zu schweigen, also entweder den Chefsessel auf Dauer anzunehmen oder zurückzutreten, sodaß Apple jemand anderen für die Führung suchen könnte. Laut Wall Street Journal hat der Apple-Aufsichtsrat nun doch entschieden, Jobs keine solche Frist zu setzen und ihm damit die Erlaubnis zu geben, so lange interimistischer Chef zu bleiben, wie es ihm gefällt. Es scheint, als hätte diese Entscheidung und die bisherigen Maßnahmen von Jobs die Zustimmung der Anleger gefunden: Seit dem (Wieder-)Einstieg von Jobs bei Apple hat sich der Kurs der Apple-Aktie mehr als verdoppelt. [GD]

<http://www.msnbc.com/news/154538.asp>

Staat Washington stellt "spam"-Mail unter Schadenersatz -- Nach einem Artikel in der Seattle Times hat Gouverneur Gary Locke ein Gesetz unterzeichnet, das die Verringerung von unerwünschter kommerzieller E-Mail zum Ziel hat, die in der Branche als "spam" bekannt ist (siehe "Damn that Spam!" in NetBITS-003): Das neue Gesetz tritt innerhalb 90 Tagen in Kraft erklärt es zum schadenersatzpflichtigen Tatbestand, E-Mail-Botschaften zu versenden, die gefälschte Absender, unechte Header-Informationen oder irreführende Betreff-Zeilen aufweisen. Die Bestimmung bezieht sich sowohl auf spam-Mail, die von Washington aus verschickt wird, als auch auf Messages, von deren Adressaten der Urheber weiß (oder Anlaß hat zu wissen), daß sie im Staat Washington ansässig sind. Das Gesetz erlegt auch dem Urheber von spam-Mail auf zu ermitteln, ob eine gegebene Person im Staat Washington lebt oder nicht. Empfänger derartiger spam-Mail können bis zu 500 Dollar Schadenersatz pro erhaltener Message erhalten, Internet-Provider bis zu 1000 Dollar. Es bleibt abzuwarten, wie praktikabel es sein wird, diese Beträge einzufordern, aber die neue gesetzliche Regelung begründet doch eine wirtschaftlich relevante Haftung, die vorher nicht gegeben war.

<http://www.seattletimes.com/news/local/html98/junk_032698.html>
<http://db.netbits.net/getbits.acgi?nbart=04488>

Thematisch damit in Zusammenhang: Die berüchtigte spam-Firma Cyber Promotions hat im jüngsten anhängigen Verfahren mit dem Internet-Provider EarthLink Network einen Vergleich geschlossen und sich verpflichtet, an den Gegner 2 Millionen Dollar zu bezahlen und das Versenden von spam-Mail an EarthLink-Kunden einzustellen. Schon früher hat Cyber Promotions spam-Prozesse gegen AOL, CompuServe und Bigfoot mit Vergleichen beendet; die Netzwerk-Verbindung von Cyber war von AGIS eingestellt worden. [ACE]

<http://www.news.com/News/Item/0,4,20010,00.html>

Microsoft Office 98: Nicht entfernen! -- Microsoft warnt die Benutzer von Office 98 vor einer Situation, die zu einem (vorübergehend) unbrauchbaren Macintosh führen kann, weil dessen Systemordner in den Papierkorb verlagert worden ist. Die CD von Office 98 enthält ein Hilfsprogramm namens Remove Office 98, das den Ordner von Microsoft Office 98 in den Papierkorb verlagert. Remove Office 98 sucht auch nach einer Bibliothek namens Microsoft Office 98 und zieht diese ebenfalls in den Papierkorb. Diese Bibliothek befindet sich normalerweise im Ordner von Microsoft Office 98, aber wenn Sie die Library händisch in den Erweiterungs-Ordner verschoben haben) und dann Remove Office 98 aus dem Value Pack auf der CD laufen lassen, wird das Hilfsprogramm versehentlich den Systemordner statt des Office-Ordners wegwerfen. Wenn das passiert, müssen Sie, um den Mac überhaupt noch in Gang zu bekommen, von einer speziellen Boot-Diskette oder -CD-ROM starten und dann den Systemordner aus dem Müll zurückholen, um den Mac wieder funktionsfähig werden zu lassen [auf längere Sicht vielleicht ohne Office 98..., --WJF]. Microsoft hat Version 1.1 von Remove Office 98 (132K) herausgebracht, die das Problem behebt. [ACE]

<http://www.microsoft.com/macoffice/productinfo/issues.htm>
<http://www.microsoft.com/macoffice/productinfo/98dl/o98u.htm>

Apple liefert QuickTime 3.0 aus -- Entwicklerversionen waren ja schon seit Ende 1997 erhältlich, aber nun hat Apple die Version 3.0 der QuickTime-Software für Mac OS, Windows 95 und Windows NT für Endverbraucher publiziert. QuickTime 3.0 ist nicht nur die erste voll plattformübergreifende Release von QuickTime, sondern unterstützt auch zahlreiche neue Medien-Formate (wie PNG und DV Digital Video), umfaßt QuickTime VR und QuickDraw 3D, den QuickTime PictureViewer für Standbilder und stellt eine erweiterungsfähige Architektur für nahezu alle Typen von Medien dar. QuickTime 3.0 wird die Grundlage für den MPEG4-Standard bilden und wird als die technologische Grundlage für die kommende Version 3.0 von HyperCard fungieren. Die meisten Funktionen von QuickTime 3.0 sind auf 68K- und auf PowerPC-Macs nutzbar; MPEG, DV-Wiedergabe, 3D-Effekte und einige Effekte stehen aber nur auf PowerPC-Maschinen zur Verfügung. QuickTime 3.0 kann kostenlos bei Apple heruntergeladen werden (6,4 MB im MacBinary-Format).

<http://www.apple.com/quicktime/>

Apple bietet auch QuickTime 3 Pro um 30 Dollar an, das einige der Editier- und Exportfunktionen von QuickTime 3.0 offenlegt und eine Dokumentation der QuickTime Utilities enthält; einige weitere Funktionen kommen ebenfalls hinzu, wie etwa das Speichern von Movie-Sequenzen direkt aus einem Web-Browser auf die Festplatte. [GD]

StarNine hebt ab: WebSTAR 3.0 -- StarNine Technologies hat Version 3.0 von WebSTAR herausgebracht, dem weitverbreiteten Web-Server. WebSTAR 3.0 umfaßt auch einen FTP- und einen Proxy-Server, eingebaute Suchfunktionen, IP-Multihoming und Unterstützung virtueller Domains, eine verbesserte Administrations-Applikation (die auch über TCP/IP benutzbar ist) und das Routen auf Basis der Sprache, auf die der jeweilige Web-Browser eingestellt ist - auf diese Weise werden die für diese Sprache geeigneten Seiten zur Verfügung gestellt. WebSTAR 3.0 kostet 499 Dollar, Upgrades je 199 für Besitzer der Versionen 2.x und 299 Dollar für solche der Versionen 1.x. Wenn WebSTAR nach dem 15. November 1997 gekauft worden ist, ist das Update kostenlos. Verschiedene Paketangebote sind verfügbar, eine Testversion für 30 Tage ist als Datei von 14 MB zum Herunterladen vorhanden. [ACE]

<http://www.starnine.com/webstar/webstar.html>
<http://www.starnine.com/bundle_up.html>

Myrmidon 2.1 bietet Synergien mit CyberStudio -- Terry Morse Software hat Myrmidon 2.1 herausgebracht, die neue Version eines Programms zum Konvertieren von Dokumenten in HTML. Myrmidon arbeitet nach der "Drucken"-Metapher, wobei HTML die Stelle eines ausgewählten Druckers einnimmt. Neben einigen kleineren Erweiterungen glänzt die neue Version mit ihrer Kompatibilität zum Layout-Raster des HTML-Editors CyberStudio von GoLive Systems; Benutzer von CyberStudio können daher Myrmidon-Layouts rasch weiterbearbeiten. Myrmidon verlangt nach mindestens einem Mac mit 68020-Prozessor, 8 MB RAM und System 7.1. Eine Demoversion (für 25 Konversionen) ist als Datei von 450 K verfügbar (bei Erscheinen von Version 2.0 wurde das Produkt in "Myrmidon 2.0 Brings Numerous Enhancements" in den TidBITS Updates beschrieben). [TJE]

<http://www.terrymorse.com/>
<http://www.golive.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04173>

Quark bringt 4.02 Update -- Seit dem Erscheinen von QuarkXPress 4.0 for Macintosh im letzten Dezember hat Quark vier kleinere Updates herausgebracht. Das jüngste, ein Download von 6,8 MB, trägt die Bezeichnung 4.02r1 und bringt alle früheren Versionen von QuarkXPress 4 auf 4.02 und ersetzt die Updaters 4.01, 4.01r1 und, erst seit kurzem in Umlauf, 4.02. Einige Fehler wurden behoben, dazu bietet 4.02 verbesserte Filter für MS Word und die XTensions Index und JPEG Import. Die XTension Bleed Redefine, die mit 4.01 erschienen war, wurde nun direkt in QuarkXPress 4.02 integriert. Vor einigen Wochen hat Quark auch die XTension TypeTricks 1.01 publiziert, die mit ihrer Funktionalität einige Freeware-XTensions ersetzt, die nur mit QuarkXPress 3.3 kompatibel waren. Weitere Freeware-XTensions sind in den kommenden Wochen zu erwarten, sodaß Version 4.0 bei den XTensions mit 3.3 gleichzieht. [GD]

<http://www.quark.com/>
<http://www.quark.com/ftpusp.htm>
<ftp://ftp.quark.com/xpress/xtensions/mac/quark_xt40/TypeTricks101.hqx>


Mehr zu mehreren Monitoren

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzung: Walter J. Ferstl]

Die Reaktionen auf meinen Artikel "Doppelt so viel Spa&szlig; mit mehreren Monitoren" in TidBITS-421 waren überwältigend. Es sieht so aus, als ob viele Leute mehr als einen Monitor nützten und diese genauso überzeugt davon wären wie ich.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-421>

Einen zusätzlichen Monitor auftreiben -- Einige Leser haben die Kosten der Verwendung mehrerer Monitore beklagt. Ich verstehe ihr Problem und gebe zu, daß es nicht leicht ist, Videokarten und Bildschirme irgendwo kostenlos zu bekommen; mit einem billigen Adapter können aber die meisten PC-Monitore am Mac betrieben werden. Am besten greifen Sie zu einem Multisync-Bildschirm, aber auch ein schlichter VGA-Monitor leistet seine Dienste. [Marc Zeedar <marc@designwrite.com> weist uns auf die PCI-Videokarte XLR8 Warp Vision 2 MB hin, die Cyberian Outpost um 99 US$ verkauft - es gibt dort auch diverse Monitor-Adapter. Small Dog Electronics bietet ebenfalls günstige Bildschirme und Karten an. -Adam]

<http://www.tidbits.com/tbp/warp-vision.html>
<http://fm.smalldog.com/RD/SmallDogPriceList.txt>

Es ist heutzutage beinahe unmöglich, neue Graustufen-Monitore zu finden, aber die Tatsache, daß diese Geräte weithin für überholt angesehen werden, kann bei der Suche nach einem günstigen gebrauchten Stück behilflich sein. Sie können diese Schirme in allen Situationen nutzen, wo es auf Farbe nicht ankommt, wie Netzwerk-Überwachung, E-Mail oder Textverarbeitung.

Einige Kommentare merken an, daß an AV-Macs mit Video-Ausgang ein Fernsehgerät als zusätzlicher Monitor verwendet werden kann. Die Auflösung ist nicht besonders und es kann eine Erweiterung des VRAM erforderlich werden, aber es ist ein brauchbarer Weg, um Web-Seiten bei 640 x 480 zu betrachten.

Interferenzen im Betrieb? -- Einige Leser wollten wissen, wie sehr bei Monitoren, die nahe nebeneinander stehen, Interferenzen in Form von Verzerrungen und Farbverschiebungen auf einem oder beiden Bildschirmen auftreten. Ich habe diese Probleme seit meinem Umstieg auf die 21-Zoll-Schirme von Apple vergessen, weil diese Typen nicht zu irgendwelchen Störungen neigen. Einige wichtige Hinweise zur Vermeidung von Interferenzen:

Andere Einsatzzwecke für mehrere Monitore -- Wahrscheinlich der naheliegendste Gebrauch für einen Zweitmonitor ist die Ablage der zahlreichen Paletten, die in Publishing- und Grafikprogrammen verwendet werden. Diese Paletten auf eine einfachen 13-Zoll-Bildschirm zu verlagern macht Platz auf dem Hauptmonitor frei, der oft ein aufwendiger 21-Zoll-Schirm mit einer Farbtiefe von 24 Bit ist. Victor Gavenda <victor@peachpit.com> merkt an, daß mehrere Monitore auch für musikalisches Noten-Layout hervorragend geeignet sind, wo ebenfalls nie genug Platz vorhanden sein kann. Max Heim <mvheim@studiolimage.com> bietet für Künstler Ratschläge an, wie sie auf zwei Bildschirme umsteigen können:

Es ist wichtig, daß die beiden Bildschirme einander in der Farbe sehr nahe kommen; dann wirkt eine Farbe, die Sie aus einer Palette auswählen, in Ihrem Bild annähernd gleich. Aus diesem Grund suche ich mir immer Trinitron-Monitore und stelle sie auf dieselbe Farbtemperatur und Gamma-Korrektur ein. Ich finde es auch am besten, die Auflösungen auf beiden Bildschirmen so zu wählen, daß Sie auf beiden annähernd dieselben "Pixel pro Zoll" haben (aber nicht notwendigerweise die höchste unterstützte Auflösung eines Schirms); in diesem Fall erscheint Schrift z.B. auf beiden Monitoren etwa gleich groß. Das ist leicht zu prüfen, indem Sie ein Desktopmuster mit einem sich wiederholenden Muster auswählen oder indem Sie ein Fenster so aufziehen, daß es teilweise auf beiden Monitoren sichtbar ist - wenn die Kanten des Fensters am Übergang von einem zum anderen Bildschirm aneinander anschließen, haben Sie auf beiden dieselbe Auflösung.

Wer mit Macromedia Director arbeitet, kann auch von mehreren Bildschirmen profitieren. Max Heim berichtet von seiner Arbeit mit Macromedia Director - er hat dabei sogar drei Monitore benutzt, einen 20-Zoll-Farbmonitor für Paint- und Cast-Fenster, einen 20-Zoll-Graustufenschirm für das Score-Fenster und einen 13-Zoll-Farbschirm für das Stage-Fenster.

Web-Gestalter singen das Loblied mehrerer Bildschirme ebenfalls sehr laut - man kann HTML auf einem Monitor schreiben und die Vorschau in einem Browser auf einem anderen plazieren. Billige Monitore bei einer Auflösung von 640 zu 480 sind dafür sehr beliebt, weil sie eine realistische Überprüfung einer Web-Seite nach dem Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners gestatten. Einige unserer Leser haben auch den Einsatz von drei Bildschirmen erwähnt, um die Vorschau sowohl in Netscape Navigator als auch in Internet Explorer offen zu haben. Web-Gestalter, die gleichzeitig auch als Netz-Administratoren tätig sind, finden Zweitmonitore auch nützlich, um Netzwerk-Status-Fenster offen halten zu können.

Programmierer haben auch den zweiten Monitor für sich reklamiert, um einen Debugger offenhalten zu können, während die Applikation auf dem anderen Schirm läuft. Ich kann Programmierern auch die Benutzung eines zweiten Bildschirms auch empfehlen, wenn sie sichergehen wollen, daß ihre Programme sich auf verschiedenen Bildschirmgrößen angemessen verhalten. Manche Anwendungen zoomen auf einem Zweitmonitor nicht richtig und einmal habe ich sogar gesehen, daß es nicht möglich war, das Fenster eines Programms auf den zweiten Monitor zu verschieben.

Diverse User, die SoftWindows, Virtual PC oder PC-Kompatibilitätskarten benutzen, haben betont, daß es viel komfortabler ist, zwischen den beiden Systemen hin- und herzuwechseln, wenn jedes seinen eigenen Bildschirm hat. Ich habe das auch gefunden, wenn ich meinen PC via Timbuktu gesteuert habe.

Nicht zuletzt ist noch die Gemeinde der Spieler zu nennen; aus ihren Reihen kamen Tips zu A-10 Attack von ParSoft Interactive und F/A-18 Hornet 2.0 von GSC; beide Flugsimulatoren können mehrere Bildschirme für zusätzliche Ansichten nutzen (obwohl neuere Versionen von F/A-18 Hornet anscheinend keine Unterstützung mehrerer Monitore mehr bieten, seit das Programm plattformübergreifend verfügbar ist).

<http://www.parsoft.com/games/attack.html>
<http://www.graphsim.com/fsProd.htm>

Hilfsprogramme -- Zahlreiche Leser weisen auf Hilfsprogramme hin, die beim Einsatz von mehreren Bildschirmen von Nutzen sind. Wenn Sie Mac OS 8 noch nicht verwenden, ist die Erweiterung Secret Finder Features zu nennen, die das Tastaturkürzel Befehl-Löschen (Command-Delete) einrichtet, um Dateien in den Papierkorb zu werfen. Ähnliche Funktionen werden auch mit dem ebenfalls nicht offiziell unterstützten Kontrollfeld Hidden Finder Features möglich.

<http://www6.zdnet.com/cgi-bin/texis/swlib/mac/infomac.html?fcode=MC14472>
<http://www6.zdnet.com/cgi-bin/texis/swlib/mac/infomac.html?fcode=MC14471>

Ein sehr beliebtes Hilfsprogamm, OneClick von WestCode, kann mit Scripts dazu gebracht werden, die Fenster von Applikationen mit schlechtem "Benehmen" korrekt zu plazieren, die sich ihre Fensterpositionen nicht richtig merken. Auch gibt es für OneClick eine Taste "Load/Save Desktops", mit der man Finder-Icons in eine voreingestellte Konfiguration bringen kann, was sehr nützlich ist, wenn Sie etwas getan haben, was die Anordnung auf Ihrem Desktop durcheinander bringt. Wenn Sie sich nur über die Fenster Im Finder Gedanken machen, kann der Window Set Manager von Brookline Software dabei helfen, für ein gegebenes Projekt ganze Sätze von Fenstern zu öffnen und zu plazieren.

<http://www.westcodesoft.com/>
<ftp://ftp.westcodesoft.com/OneClick_Button_Circle/Solutions/desktops.sit.hqx>
<http://www.brooklinesw.com/>

Wer sich allerdings einfach keinen zweiten Monitor leisten kann, kann von Martin Sweitzers Empfehlung von Virtual profitieren, eines Shareware-Hilfsprogramms (10 US$), das einen virtuellen größeren Schirm ebenso erzeugt wie mehrere virtuelle Monitore. Virtual kann auch für diejenigen ein Gewinn sein, die immer noch einen SE/30 als Server benutzen, weil es hin und wieder Software gibt, die einen größeren Bildschirm voraussetzt.

<http://olympe.netsurf.org/~pilp/VirtualF/>

PowerBook-Benutzer -- Einige Leser haben uns geschrieben, daß sie nur deswegen nicht auf ein neueres PowerBook umsteigen, weil mehrere Bildschirme nicht mehr allgemein unterstützt werden. Zumindest für Benutzer des PowerBook 1400 gibt es Hoffnung. John W. Fox <jfox@runet.edu> weist uns auf die Videokarte VIEWpowr 1400/16 von Newer Technology hin, die eine Konfiguration mit zwei Bildschirmen entweder im Spiegel-Modus [beide Bildschirme zeigen dasselbe Bild, --WJF] oder als zwei separate Schirme unterstützt. Johns einziges Problem dabei ist, daß er den Mauszeiger vom PowerBook-Schirm nur auf der rechten Seite auf den zweiten Monitor verschieben kann; wir haben das nicht nachprüfen können, aber Apples 8-Bit-Videokarte für das PowerBook 1400 bietet auch beide Modi (einen gespiegelten Schirm oder zwei separate Schirme) ohne dieses Manko.

<http://www.newertech.com/video/viewpowr.html>


Einmal Home Page und zurück

von Michael Jardeen <ronin47@earthlink.net>

[Übersetzung: Heike Kurtz]

Gerade als ich dachte, nun könne ich beruhigt einen Artikel über Claris Home Page 3.0 schreiben (das Programm von Claris, mit dem man Web-Seiten erstellen kann), löste Claris sich auf, übergab einen Großteil seiner Programme an Apple und nahm nur FileMaker und HomePage mit zur neugegründeten FileMaker Inc. (s. "Aus Claris wird FileMaker, Inc." in TidBITS-415). Bei HomePage 3.0 ist besonders die Anbindung an FileMaker sowie die Benutzeroberfläche und ihre Funktionen gut gelungen - speziell die fürs Web Authoring, wo man keine komplizierten Sachen wie Cascading Style Sheets, Site Management oder detaillierte Hilfe beim Erstellen von Java Scripts braucht.

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-415>
<http://www.clarishomepage.com/>

Bei mir läuft Home Page auf zwei Rechnern, einem Power Computing Power 100 mit 100 MHz PowerPC 601 Prozessor und 40 MB RAM und einem Performa 6360 mit 160 MHz PowerPC 603 Chip und 56 MB RAM. Geschwindigkeit und Reaktionszeiten sind auf beiden Maschinen gut.

Als User von Home Page 1.0 hatte ich unter vielen Eigenheiten des Programms zu leiden: Die Version 1.0 zeigte keine Hintergrundbilder an, nicht mal im "Preview"-Modus. Tabellen sahen in Netscape manchmal seltsam aus und Frames wurden nicht unterstützt. Das einzige, was immer gut funktionierte, war die allgemeine Unterstützung von Tabellen.

Tabellen ermöglichen es, Objekte auf einer Web-Seite an einer beliebigen Stelle innerhalb der Zellstruktur der Tabelle zu plazieren. Ohne Tabellen (und die inzwischen ausgereiften Positionier-Funktionen auf der Basis von Stylesheets), sind die Möglichkeiten der Layoutgestaltung in HTML ziemlich eingeschränkt. Als Home Page 1.0 herauskam, liebte ich Tabellen - besonders, da ich von HTML keine Ahnung hatte -; ich war wie Hänsel und Gretel im dunklen Web-Wald verloren und wollte eigentlich nur die 2 MB Web-Space ausnutzen, die mir mein Internet Service Provider zur Verfügung stellte. [Wie viele andere, die in den Anfängen des Web begannen, mit HTML zu experimentieren, ist Michael inzwischen ein professioneller Webmaster -Tonya].

Die Konkurrenz -- Wie konnte ich auch ahnen, daß mein Web-Authoring-Hobby derart expandieren würde. Seit meinen ersten Schritten mit Home Page habe ich viele WYSIWYG-HTML-Editoren ausprobiert und überall Fehler gefunden. Bei der Recherche für diesen Artikel wollte ich aber vor allem sehen, wie Home Page 3.0 sich gegenüber seinen direkten Mitbewerbern, Adobe PageMill und Symantec Visual Page, behaupten würde. Ich war gespannt, ob Home Page den Platz von PageMill und Visual Page in meinem Herzen und in meiner Alias-Liste einnehmen könnte.

Der Funktionsumfang von Adobe PageMill 2.0 ist toll, aber die Selektion von Zellen in Tabellen ist äußerst umständlich. PageMill war der erste grafische Editor auf dem Markt, und deshalb werden noch heute alle Web-Authoring-Programme damit verglichen. Visual Page von Symantec ist mein persönlicher Favorit, besonders nach dem letzten Upgrade auf 1.1.1 (obwohl ich mir umfangreichere Site-Management-Funktionen gewünscht hätte). Es ist quasi eine Kombination aus Home Pages gelungener Benutzeroberfläche und PageMills umfassenden Funktionen und bietet zusätzlich die Möglichkeit, Schriften festzulegen.

<http://www.adobe.com/prodindex/pagemill/>
<http://www.symantec.com/vpagemac/>

[Rezensionen dieser und anderer Web-Authoring-Programme finden sich in der Artikelserie "Netze knüpfen", die ich Mitte 1997 geschrieben habe. -Tonya]

<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-384>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-385>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-386>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-387>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-389>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-390>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-391>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-402>

Orientierung -- Ich war überrascht, als ich feststellte, daß auf der Programm-CD von Home Page sowohl die Mac OS- als auch die Windows-Version zu finden sind. Noch überraschter war ich, als die Version 3.0 mehr als 62 MB Festplattenspeicher für sich in Anspruch nehmen wollte - das Programm selbst braucht allerdings nur 5 MB, der Rest sind Clip Arts, Vorlagen und Hilfsdateien.

Ich selbst lege auf Clip Arts und Vorlagen keinen Wert, aber wer sich noch nicht so oft mit Webseiten-Layout befaßt hat, findet sie vielleicht nützlich. Die Clip Arts sind besser als üblich und die Vorlagen bieten eine große Auswahl an Ausgangsmaterial inclusive Entwürfe für Kalender, Kinderseiten und geschäftlichen Seiten.

Zum vorerst letzten Mal staunte ich, als ich kein Handbuch, sondern nur 9 MB Online-Hilfe und 17 MB "Assistenten" fand - mehr als früher auf eine Festplatte paßte. Gemütlich auf dem Sofa liegend im Handbuch schmökern geht also nicht. Zum Glück ist das Online-Handbuch klar strukturiert, gut gemacht - und man kann es ausdrucken.

Um eine neue Web-Seite zu erstellen, ruft man Home Page auf oder wählt den Befehl "Neu" sowie die gewünschten Vorlagen oder Assistenten. Es ist außerdem möglich, einen Ordner für eine ganze Site zu definieren, und mit Hilfe eines Assistenten eine ganze Web Site zu erstellen [eine Site ist die Gesamtheit der zusammengehörenden Web-Seiten eines Anbieters, -HK]. Der Assistent spart Zeit, denn er hilft dem Benutzer dabei, Grundeinstellungen wie Hintergründe, Link-Farben und Titel festzulegen und erstellt automatisch Navigationshilfen.

Bemerkenswerte Funktionen -- Homepage hat eine außerordentlich gute Benutzeroberfläche - sehr Mac-like und gut zu bedienen. Wer schon einmal mit Programmen von Claris gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht. Es ist z. B. ganz einfach, in Home Page Tabellen zu erstellen und ihre Größe kann per drag & drop verändert werden (auch PageMill und Visual Page haben diese Funktion). Anders als bei PageMill ist das Auswählen von Zellen in Tabellen bei HomePage aber sehr einfach. In HomePage ist es auch von allen drei Programmen am einfachsten, Zellen zusammenzufassen, um miteinander verschmelzende Reihen oder Spalten zu erzeugen.

Außerdem schätze ich an HomePage die Möglichkeit, die Fenstergröße auf Standard-Monitorauflösungen einzustellen: 640 x 480, 800 x 600, 1024 x 768 oder Standard (505 Pixel breit) sowie einzelnen Textabschnitten verschiedene Schriftsätze (Fonts) zuzuordnen - Visual Page kann das auch, PageMill aber nicht. Ganz so gut wie Visual Page ist HomePage hier jedoch nicht, denn in VisualPage kann man auch Gruppen von Schriftsätzen, sog. "font groups" speichern, und so z. B. einen komplexen Font Tag (wie <font face=Geneva, Arial>) als Menübefehl abspeichern.

Mit Tags spielen -- Die HTML ["Hyper Text Markup Language", --HK] im "HTML Mode" von Home Page 3.0 ist farblich und durch Einzüge strukturiert, so daß der Quelltext einfacher zu verstehen ist. Wenn man ein Objekt im "Page" Modus auswählt, bleibt es auch dann markiert, wenn man in den HTML-Modus wechselt - das ist beim Bearbeiten komplexer Seiten äußerst praktisch. Trotzdem fände ich es schön, wenn ich den HTML-Modus aus- und wieder einschalten könnte, ohne daß Home Page meinen sorgfältig formulierten Quelltext modifiziert. Das Importieren von HTML, das in einem anderen Programm erstellt wurde, ist immer noch ein Alptraum - wenn Home Page HTML sauber importieren könnte, hätte es sicher bessere Chancen bei Leuten, die gerne zumindest ab und zu "zu Fuß" in HTML schreiben. Macromedia Dreamweaver mit seiner "round-trip HTML"-Funktion macht das wesentlich besser, auch CyberStudio von GoLive Systems importiert HTML ganz passabel.

FileMaker-Support -- Home Page 3.0 bietet die Möglichkeit, Seiten zu erstellen, die mit FileMaker-Datenbanken zusammenarbeiten. Normalerweise werden Informationen aus Datenbanken per Skript oder CGI an Web-Seiten angebunden - mit HomePage kann man Web-Seiten erstellen, die CDML (Claris Dynamic Markup Language) Tags enthalten, die vom FileMaker Pro 4.0 Web Companion interpretiert und durch Informationen aus FileMaker-Pro-Datenbanken ersetzt werden.

Mit CDML kann man Web-Seiten erstellen, Einträge in FileMaker-Datenbanken suchen, dar- und erstellen - weitere Funktionen unterstützen Datum, Zeit, Cookies etc. Man kann CDML-Tags per drag & drop einfügen und sie dann von Hand anpassen.

Um CDML effektiv einsetzen zu können, muß man ziemlich viel Ahnung von FileMaker und seinen Funktionen haben, aber man braucht keine komplexeren Programmiersprachen wie z. B. Perl zu lernen. Wenn Sie vorhaben, Datenbanken mit den Web-Funktionen von FileMaker Pro 4.0 zu publizieren, ist die Unterstützung von CDML ein wichtiger Vorteil von Claris Home Page gegenüber PageMill und Visual Page.

Schwachstellen -- Home Page hat ein paar große Probleme; eines davon ist die Art und Weise, wie importierter HTML-Code verändert wird. Auch erreichen einige der Grafik-Werkzeuge nicht das Niveau des Tabellen-Werkzeugs. Die Funktion für Frames erscheint z. B. sehr plump und ineffizient. Außerdem kann ich nicht verstehen, warum Home Page Bildern mit Links automatisch einen Rand mit einem Pixel Breite zuweist - das macht heutzutage fast niemand mehr.

Zusammenfassung -- Werde ich nun Home Page 3.0 anstelle von PageMill oder Visual Page zu meinem bevorzugten grafischen Web-Authoring-Programm erklären? Die Antwort ist ein höfliches "Nein". Home Page ist leicht zu lernen und anzuwenden und hat im allgemeinen eine ordentliche Benutzeroberfläche. Es ist für Mac OS, Windows 95 und Windows NT verfügbar, man kann die damit erstellten Seiten also plattformübergreifend bearbeiten. Die Möglichkeit, Seiten mit Einbindung von FileMaker-Daten zu erstellen, eröffnet ganz neue Möglichkeiten, und es ist klar, daß man darauf zurückgreifen wird, wenn man eine FileMaker-Datenbank in eine Web-Site einbindet und dabei mit FileMakers eingebauten Funktionen arbeitet.

Die Integration von FileMaker muß aber noch ein wenig verbessert werden, wenn sie genauso einfach zu bedienen sein soll wie der Rest des Programms. Manche werden die Kombination aus Funktionen, Bedienerfreundlichkeit und FileMaker-Anbindung toll finden - ich ziehe dennoch PageMill und Visual Page vor, denn ich finde das Design und die Bedienung besser. Das perfekte WYSIWYG-Web-Authoring-Programm ist noch nicht erfunden, und wenn es eines Tages erfunden wird, werden die Karten neu gemischt.

Home Page 3.0 kostet 99 Dollar und benötigt mindestens einen 68020er Mac mit System 7.1 oder neuer, 12 MB freies RAM und 5 MB Festplattenspeicher (die Minimalinstallation nimmt allerdings mindestens 12 MB auf der Festplatte ein). Eine Demoversion in MacBinary (10MB) oder BinHex (13MB) kann von der Homepage von Claris heruntergeladen werden.

<http://www.claris.com/software/highlights/clarispagetrial.html>

[Michael Jardeen ist Chefdesigner und Webmaster bei MedLynx.]

<http://home.earthlink.net/~ronin47/>
<http://www.medlynx.net/>



Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].

Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].

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