Die Online-Pornographie-Branche wird oft als das Hinterzimmer des Internet bezeichnet. Unser Gastautor David Strom weist allerdings darauf hin, daß die Leute in diesem Hinterzimmer viele Web-Technologien weiterentwickeln. Dazu berichten wir in dieser Ausgabe über ein profitables Quartal bei Apple, den Abgang von Quicken für den Mac, das Erscheinen eines neuen Backup-Programms und weitere Leser-Reaktionen zum Thema mehrere Monitore. Zuletzt melden wir die Erstellung der Mailing-Liste TidBITS Talk.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#426/20-Apr-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-426.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-426.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-426.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-426.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Intuit läßt Quicken für den Mac fallen -- Mit dem Hinweis auf rückgängige Verkäufe hat Intuit die Entwicklung von Quicken für den Macintosh, ein weit verbreitetes Programm für persönliche Finanzen, eingestellt. Intuit will Quicken 98 für den Mac weiterhin verkaufen und bestehende Kunden weiter betreuen, aber die Mac-Programmierer im Bereich Quicken sind Intuits Finanzdiensten auf Internet-Basis zugeordnet worden. Dieser Schritt kommt eineinhalb Jahre, nachdem Intuit die Entwicklungsarbeiten an Mac-Versionen von QuickBooks und QuickBooks Pro beendet hat, professioneller Buchhaltungs- und Steuersoftware. Der Mac steht nun ohne Software für die persönliche Finanzverwaltung da, weil Intuit am Mac-Markt dominierend war. Intuit will aber MacInTax weiterentwickeln, ein Mac-Produkt zur Abwicklung von Steuererklärungen.
<http://www.intuit.com/support/quicken/qmnews.html>
<http://www.quicken.com/>
Es ist nicht leicht zu begreifen, warum ein Produkt mit nahezu völliger Marktbeherrschung eine weitere Entwicklung nicht rechtfertigen sollte, obwohl die Abgabe von Quicken Lite im Paket mit Performas die Zahl der Käufer der Vollversion verringert haben dürfte. Viele Langzeit-Benutzer von Quicken haben auch nie neuere Versionen oder Upgrades gekauft. Laut Kommentaren, die die TidBITS erreicht haben und nach Äußerungen auf anderen Macintosh-Pages sind viele Mac-Benutzer sehr besorgt über Intuits Vorgangsweise. Mehr zu dem Thema können Sie einem Interview mit Adam Samuels in MacCentral entnehmen; dazu kommt eine Petition im Mac Requests Petition Center. Wir haben Quicken 98 in "Quicken 98: Die Evolution" in TidBITS-413 besprochen. [GD]
<http://www.maccentral.com/news/9804/19.quicken.shtml>
<http://mac.prohosting.com/petition.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-413>
Apple meldet 55 Millionen Dollar Gewinn -- Apple hat die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen, indem für das zweite Finanzquartal ein Gewinn von 55 Millionen bei Umsätzen von 1,4 Milliarden Dollar ausgewiesen wurde. Damit ist das schon das zweite Quartal mit Gewinn nach dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit 45 Millionen Gewinn. Im Gegensatz dazu hatte Apple im Vergleichsqurtal des Vorjahres noch 708 Millionen Verlust ausgewiesen, was zum Teil auf die Übernahme von NeXT Software zurückzuführen war. Laut Apple waren etwas über die Hälfte der 650.000 verkauften Macs solche aus der Baureihe G3; Verkäufe außerhalb der U.S.A. waren für 50 Prozent des Gesamtumsatzes in diesem Quartal verantwortlich. [GD]
<http://www.apple.com/pr/library/1998/apr/15q2.html>
Mehr Funktionen mit DropStuff 4.5 -- Aladdin Systems hat DropStuff with Expander Enhancer 4.5 herausgebracht, die zweite Hälfte von Aladdins dynamischem Duo von Kompressions- und Dekompressionsprogrammen (die erste Hälfte ist, als Freeware vertrieben, StuffIt Expander 4.5). DropStuff bietet die Erstellung von StuffIt-Archiven per drag & drop und gestattet den Benutzern das Anlegen von paßwortgeschützten, selbstentpackenden und BinHex-Archiven. Die StuffIt-Engine von DropStuff erweitert die Funktionen von StuffIt Expander auf nahezu alle online gebräuchlichen Formate; die Version 4.5 der StuffIt Engine macht es dem StuffIt Expander möglich, Disk Images von ShrinkWrap zu laden und auf Dateien zuzugreifen, die mit Private File von Aladdin verschlüsselt sind. DropStuff 4.5 braucht mindestens System 7.5 und ist Shareware zum Preis von 30 US$, registrierte Benutzer früherer Versionen können um 15 US$ upgraden. [GD]
<http://www.aladdinsys.com/dropstuff/dropstuff.html>
<http://www.aladdinsys.com/expander/>
Von wann ist Ihr letztes Backup? -- Dantz Development hat ein neues Backup-Produkt publiziert, Retrospect Express. Es ist für einzelne Benutzer gedacht und ersetzt im wesentlichen das bisherige DiskFit von Dantz durch eine kleinere Version von Retrospect. DiskFit Pro und DiskFit Direct funktionieren zwar unter Mac OS 8.1, aber sie können keine Laufwerke mit mehr als 32.000 Dateien sichern und DiskFit Pro Reminder ist mit Mac OS 8 und Mac OS 8.1 nicht kompatibel. Retrospect Express enthält die grundlegenden Funktionen von Retrospect wie Kompression, Skriptfähigkeit und automatische Sicherungsläufe; es ist für den Einsatz mit Wechselmedien (einschließlich CD-R-Medien) optimiert. Retrospect Express unterstützt allerdings keine Bandlaufwerke - dafür ist die Vollversion nötig. Als Sponsor der TidBITS bietet Dantz Retrospect Express über das Internet um 49,95 Dollar an (siehe die folgende URL-Adresse). [ACE]
<http://www.dantz.com/sp/808.html>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Anläßlich unseres achten Publikationsjubiläums wollen wit etwas Neues versuchen und laden Sie ein, daran mitzuwirken. Die TidBITS werden oft als Mailing-Liste beschrieben; wir halten sie aber eher für eine Publikation, die über elektronische Kanäle vertrieben wird. Das ist heute nichts Ungewöhnliches mehr, aber vor acht Jahren war es das noch, als die diskussionsbasierten Mailing-Listen die Regel waren.
Wir haben also eine kleine Hilfsliste namens TidBITS Talk aufgesetzt, die zur Diskussion von Themen mit Bezug auf die TidBITS gedacht ist. Das Ziel von TidBITS Talk ist es, einen öffentlichen Kommunikationskanal einzurichten, auf dem die Leser der TidBITS miteinander und mit dem TidBITS-Team bequem kommunizieren können.
Diese Liste sollte sowohl den Lesern als auch dem TidBITS-Team von Nutzen sein. Manchmal wollen wir eine Frage stellen oder Ideen an die Leser weitergeben, ohne eine TidBITS-Ausgabe damit zu befrachten und Antworten von tausenden Leuten zu erhalten. Wir haben auch die Erfahrung gemacht, daß viele Leser Fragen, Bemerkungen oder Vorschläge zu TidBITS-Artikeln haben, die zwar wertvoll sind, aber aus Platz- oder Zeitmangel nicht in vollem Umfang beantwortet werden können. Nun haben wir eine Schiene, auf der wir die besten von den Informationen weiterleiten können, die sich nicht direkt adressieren lassen.
Akzeptable Themen -- Es ist wichtig, daß TidBITS Talk nicht zu einer Diskussionsliste mit hohem Aufkommen an Beiträgen wird. Daher werden wir die Liste mit entschlossener Hand moderieren. Das bedeutet zusätzliche Arbeit, ich hoffe aber, daß die Liste hinreichend auf ein Gebiet konzentriert bleibt, daß wir hin und wieder auch auf die Moderation verzichten können. Diskussionen sind auf Themen in Zusammenhang mit den TidBITS beschränkt, zum Beispiel:
Die folgenden Arten von Beiträgen sind nicht annehmbar:
Wir beabsichtigen das Aufkommen an Beiträgen gering zu halten, um eine Überflutung der Teilnehmer zu vermeiden. Unter Umständen werden wir sogar Beiträge zurückhalten, um zu verhindern, daß an einem Tag zu viele hinausgehen. Natürlich werden wir Beiträgen den Vorzug geben, die wohldurchdacht und gut geschrieben sind und unnötige Häme vermeiden. Nehmen Sie die Zurückweisung eines Beitrags nicht persönlich; es wird in dem Bestreben erfolgen, die Liste zu einer wertvollen Informationsquelle für uns alle zu machen.
Technisches -- Für den Moment läuft TidBITS Talk in LetterRip Pro 3.0.1 von FogCity auf unserem SE/30, der eine Frame-Relay-Verbindung von 56 K zum Internet hat. Wir wollen sehen, wie LetterRip Pro auf dem SE/30 mit dem Aufkommen zu Rande kommt; wenn nötig, verlagern wir die Liste auf eine schnellere Maschine.
Der Nachteil bei der Verwendung von LetterRip Pro ist, daß die Liste auf die Datenbank der Abonnenten nicht zugreifen kann, die wir für die TidBITS-Hauptliste benutzen. Unser Hauptsystem ist derzeit für einen wöchentlichen Erscheinungszyklus eingerichtet, nicht für eine Diskussionsliste. Wenn Sie ihr Abonnement der TidBITS und von TidBITS Talk kündigen wollen, müssen Sie das für jede Liste separat tun. Wir können auch Zustellungsprobleme in TidBITS Talk nicht so leicht beheben wie in den TidBITS.
Hinweise für Benutzer -- Abonnements für TidBITS Talk an- und abzumelden ist einfach. Es sind keine Befehle nötig - schicken Sie nur eine E-Mail an eine der passenden Adressen, die auch im Kopf jeder Mitteilung erscheinen.
Solange Sie in Ihrem Beitrag nichts Gegenteiliges verlangen, behalten wir uns das Recht vor, Material aus TidBITS Talk zu bearbeiten und in den TidBITS (natürlich mit voller Angabe der Urheberschaft) noch einmal zu veröffentlichen.
Wenn Sie also zu den Leuten gehören, die uns laufend Kommentare zu TidBITS-Ausgaben senden, abonnieren Sie doch TidBITS Talk und leiten Sie Ihre Bemerkungen an andere interessierte Leser weiter. Wenn wir uns alle bemühen, können wir TidBITS Talk zu einer wichtigen Informationsquelle für alle machen.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser]
Die Zuschriften zu unseren Artikeln "Doppelt so viel Spaß mit mehreren Monitoren" und "Mehr zu mehreren Monitoren" in TidBITS TidBITS-421 und TidBITS-422 nehmen kein Ende. Es gibt mehrere Erklärungen, warum zwei Monitore sich gegenseitig stören können, und Lösungen für die Auswirkungen dieses Problems.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-421>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-422>
Ein paar kurze Anmerkungen vorab. Don Kleinschnitz <donkleinsr@earthlink.net> fragt sich, wie man Fenster auf einem zweiten Monitor wiederherstellen kann, der den Geist aufgibt. Der Mac müßte in der Lage sein zu erkennen, wenn der zweite Monitor abgehängt wird und dann die Fenster und Icons auf den verbleibenden Monitor übernehmen. Sollte das nicht funktionieren, dann müßte das Löschen des PRAMs helfen (drücken Sie dafür "Befehl-Option-P-R" während des Startens). Wenn sich eigensinnige Applikationen weiter weigern, ihre Fenster zu zeigen, dann könnte es hilfreich sein, sich die entsprechenden Einstellungen zu notieren und die Voreinstellungen dieser Applikationen auf die Schreibtischoberfläche zu ziehen. Beim nächsten Start wird die Anwendung so gezwungen, neue Voreinstellungen aufzubauen.
Marc Schmitt <mschmitt@villagetronic.com> weist darauf hin, daß es bei Village Tronic in den USA für etwa 100 US$ die Videokarte MacPicasso 523 gibt, eine PCI-basierte Videokarte mit VGA-Anschluß und 2 MB VRAM. [Eine Vorgängerin dieser Karte war Lieblingsprodukt in der letzten Ausgabe der TidBITS Weihnachtsgeschenke-Liste; der US-Distributor ist Software Hut (siehe dazu TidBITS-409).-Tonya]
<http://www.villagetronic.com/>
<http://www.softhut.com/mac/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-409>
Steven Kan <steven@kan.org> hat seine Erfahrungen mit der Nutzung mehrfacher Monitore unter eines URL veröffentlicht. Dort finden sich einige graphische Beispiele zu Themen, über die ich in früheren Artikeln schon geschrieben habe.
<http://www.kan.org/6100/61benefits.html>
Joe Mithiran <joek@ar.com.au> schließlich erwähnt ein weiteres virtuelles Desktop-Tool für den Mac, den Virtual Desktop aus den AWOL Utilities von Ross Brown. Er liegt jetzt in der Fassung für Mac OS 8 vor und ist einen Blick wert, wenn man einen großen Bildschirm simulieren möchte.
<ftp://mirrors.aol.com/pub/info-mac/gui/virtual-desktop-191.hqx>
Victor Guess <vguess@mysolution.com> hat einige Jahre als "electrical design engineer" in der TV-Industrie gearbeitet. Er erklärt das Problem der gegenseitigen Beeinflussung von Monitoren:
Monitore beeinflussen sich gegenseitig durch die niedrigfrequenten Magnetfelder, die durch die Umlenkspulen (yoke coils) an den Röhrenhälsen erzeugt werden. Sie sorgen dafür, daß der Elektronenstrahl sich horizontal und vertikal über die phosphorbedeckte Innenseite der Mattscheibe bewegen kann. Diese Magnetfelder lassen sich am besten durch Eisen oder Stahl abschirmen, und zwar je mehr, desto besser. Versuchen Sie es mit einer dicken Stahlplatte zwischen den Monitoren. Es gibt bestimmte Stahlarten, die sich besonders gut für das Abschirmen magnetischer Felder eignen, sie benötigen beträchtlich viel weniger Stahl als andere Legierungen (rostfreier Stahl eignet sich am wenigsten!). Die meisten Monitore sind von Hause aus etwas abgeschirmt, manche neueren Modelle deutlich mehr. Interne Abschirmungen sind sehr viel effizienter als externe. Es ist offensichtlich, daß externe Abschirmungen nicht sonderlich praktisch sind, besser ist es, sich gleich ausreichend abgeschirmte Modelle zu besorgen.
Magnetische Abschirmung betrifft sowohl das "ausgestrahlte" Magnetfeld eines Monitors (das in den Spezifikationen für Monitore oft erwähnt wird) als auch die Anfälligkeit der Monitore für vorhandene ("eindringende") Magnetfelder (ein Problem, das selten - wenn überhaupt - von den Monitorherstellern erwähnt wird). Das Bild auf meinem Apple 1705 zittert immer etwas, wenn im Zimmer unter mir die Deckenheizung in Betrieb ist.
Greg Staten <greg_staten@avid.com> gibt Ratschläge zur Abschirmung von Monitoren:
Zur Abschirmung von Magnetfeldern hat sich ein Produkt namens Mumetal am besten bewährt. Wir hier bei Avid empfehlen es für die Fälle, wo es um abgeschirmte Computer-Monitore und - in der Regel nicht abgeschirmte - NTSC-Monitore geht. Den Katalog für magnetisches Abschirmmaterial kann man von der Magnetic Shield Corporation unter der Nummer 001-708/7667800 anfordern. Dort gibt es auch ein Kit mit Mumetal und Stahlblechen/-folien für 129 Dollar, in dem auch ein Test für magnetische Felder enthalten ist (ohne Test nur 79 US$).
<http://www.magnetic-shield.com/>
[Greg hat zwar noch nie davon gehört, aber es gibt noch zwei andere Firmen, die anscheinend Produkte zur magnetischen Abschirmung verkaufen, AD-Vance Magnetics und MuShield. Victor Guess merkt übrigens noch an, daß die Wirkung von Mumetal nachlassen kann, wenn es gebogen wird. Vor dem nächsten Gebrauch muß es erst in eine Hitzebehandlung. -Adam]
<http://www.advancemag.com/>
<http://www.mushield.com/>
Jay Nelson <jaynelson@design-tools.com> hat eine teurere Lšsung gefunden:
Ich benutze schon seit einigen Jahren Jitterbox von NoRad (395 bis 595 Dollar), weil mein Monitor an einer Wand steht, auf deren anderer Seite die gesamte Stromzufuhr für das Gebäude entlanglief. Das Bild war dauernd in Bewegung. Dieser Effekt war nach der Installation von NoRads Jitterbox (die von außen um den Monitor gelegt wird) verschwunden.
<http://www.noradcorp.com/jbox.htm>
Jon Pugh <jonpugh@frostbitefalls.com> erzählt die Geschichte von der mehrfachen Monitor-Unterstützung:
Der Mac II und System 5 unterstützten als erste den Einsatz mehrerer Monitore (auch in "Inside Macintosh IV" nachzulesen). Auch der Mac Plus hat schon mehrere Monitore unterstützt, allerdings nur mit besonderer Hard- und Software von Radius (Andy Hertzfeld hat einige Hacks dazu geschrieben). Der Monitor war damals das erste Ganzseiten-Display - das Porträt-Format hatte etwa die gleiche Größe, wie der Plus selbst. Apple hat später die Unterstützung mehrfacher Monitore auf Color QuickDraw beschränkt, d.h. daß heute nur Maschinen mit Color QuickDraw diesen Einsatz über die Systemsoftware steuern. Bei den Maschinen handelt es sich um Mac II und höher, 68000-basierte Macs gehören nicht dazu.
Eric Baumgartner <e-baumgartner@nwu.edu> meint dazu, daß er bislang keine Untersuchung über Produktivitätssteigerungen durch Multi-Monitor-Einsatz gesehen habe:
Sie haben sicher recht mit diesem Hinweis. Ich finde es sehr interessant, daß es - soweit ich sehen kann - nicht viele Untersuchungen gibt, die sich mit der Frage beschäftigen, inwieweit der verfügbare Platz auf einem Monitor mit der Produktivität in Verbindung gebracht werden kann. Vor einigen Wochen fragte ein Freund nach Hinweisen zu diesem Thema. Er arbeitet in einem großen medizinischen Zentrum, wo ein umfangreiches Upgrade der Infrastruktur geplant ist. Es wird vorgeschlagen, etwa 3000 neue Rechner zu beschaffen, bei denen es sich um Dells mit 14-Zoll-Monitoren handeln könnte.
Eine Hochrüstung dieser Rechner auf 15- oder 17-Zoll-Monitore bedeutet einen erheblichen finanziellen Aufwand. Aber was kostet es, wenn Tausende jeden Tag auf einem kleineren Bildschirm herumtuckern? Eine oberflächliche Suche nach Untersuchungen zu diesem Thema brachte keine Erkenntnisse. Jemand merkte an (in <comp.human-factors>), daß die Monitor-Hersteller sich bestimmt schon längst darauf geworfen hätten, wenn es so eine Untersuchung wirklich gäbe.
Eine Möglichkeit, ohne große Zusatzkosten an diese größeren Monitore zu kommen, wäre, langsamere low-end Rechner zu kaufen. Daraus ergibt sich eine interessante Frage: Was ist für den typischen Anwender wichtiger (d.h. also den größten Teil der 3000 Nutzer) - 50% mehr Bildschirm oder ein um 50% schnelleren Prozessor? Und, wenn es ersteres ist - wie überzeugen wir die Budgetverantwortlichen?
Ralph Lord <ralph@fuegotech.com> hat sich einige Gedanken darüber gemacht, warum die Produktivität durch mehrere Monitore verbessert wird:
Sie haben kürzlich einen interessanten Artikel über den Einsatz zweier Monitore veröffentlicht. Vielleicht interessieren Sie einige Informationen, die auf eine mehr grundsätzliche Weise erklären,, warum der Gebrauch mehrerer Monitore die Produktivität erhöhen kann. Es ist ein einfacher Fall von Informationsdichte. Wenn Sie die Bücher von Edward R. Tufte zum Thema "Informationsdarstellung" nicht kennen, dann sollten Sie sich diese schnellstens besorgen. In "Envisioning Information" schreibt er auf Seite 49:
"Fast alle Micro/Macro Designs in diesem Kapitel haben große Datenmengen bei hoher Darstellungsdichte vorgestellt, die Rede war von Tausenden von Bits pro Quadratzentimeter und von 20 Millionen Bits pro Seite, eine Entwicklung, die die Grenzen herkömmlicher Drucktechniken sprengt. Es gibt andere Größenordnungen, die bekannt sind, die aber kaum zur Kenntnis genommen werden: Das menschliche Auge registriert 150 Mio. Bits, ein 35mm-Dia etwa 25 Mio. Bits, eine gebräuchliche topographische Karte mit großem Maßstab bis zu 150 Mio. Bits und der Farbbildschirm eines kleinen PC etwa 8 Mio. Bits."
Kein Wunder, wenn alle glauben: je mehr Pixel, umso besser - es stimmt! Wir können offensichtlich mehr Informationen aufnehmen, als unsere Monitore wiederzugeben vermögen, und nach Tufte ist ein Computer-Bildschirm eine der Informationsquellen mit der geringsten Dichte von all denen, mit denen wir zu tun haben. Man kann also argumentieren, daß wir keine schnelleren Prozessoren, sondern größere Bildschirme mit einer viel höheren Auflösung brauchen.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=0961392118/tidbitselectro00A/>
Ian Blanton <blanton@plh.af.mil> bietet Trost für die, die fürchten, daß Windows NT zu schnell aufholt:
Windows NT unterstützt mehrere Monitore. Der Leiter unseres PC-Supports und der Mail-Administrator (beide ganz schlaue Köpfe) haben versucht, einen Pentium mit mehreren Bildschirmen einzurichten, nachdem sie meinen (Mac) mit drei Monitoren gesehen hatten. Ich will Euch nicht mit den Einzelheiten langweilen, aber nach 4 Stunden hatten sie endlich geschafft. Leider behandelt NT den größeren Schreibtisch aber als einen einzigen Supermonitor, mit dem Ergebnis, daß Statusmeldungen etc. in der "Mitte" der Bildschirme, also zwischen den beiden Monitoren erscheinen. Sie nahmen die Video-Karten heraus und gaben auf.
von David Strom <david@strom.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Es ist Zeit, mit den Klagen über Web-Pornographie aufzuhören und zuzugestehen, daß sie wertvolle Beiträge zum Web liefert. Ich rede nicht von den Artikeln in playboy.com, sondern von Zahlungsmechanismen im Internet, Video-Übermittlung und der Überprüfung von Zugangsrechten. Im großen und ganzen sind diese Techniken im Web außerhalb des Pornographie-Bereichs primitiv und wären wahrscheinlich ohne die Attraktivität des Themas Sex im Massenmarkt gar nicht vorhanden.
Ähnlich wie beim Verleih von Videos vor zwei Jahrzehnten hat die Pornographie nun wieder ein Medium in seinen nicht allzu vielversprechenden Anfängen deutlich vorwärtsgebracht.
In den Tagen vor dem Web gab es zwei Quellen für elektronische Pornographie: Die Newsgroups in alt.sex und CompuServe. Weil die Newsgroups erfunden wurden, ehe noch jemand daran gedacht hatte, halbseidene Bilder online zu vertreiben, war es nicht ganz einfach, ein Bild zu übertragen. Es mußte zuerst in Textform codiert werden, sodaß es wie andere Beiträge zu den Newsgroups verschickt werden konnte. Nachdem ein solches Bild dann empfangen worden war, mußte es wieder decodiert werden und konnte dann in einem Grafikprogramm betrachtet werden. Auch heute noch können die wenigsten Newsreader-Programme Bilder darstellen.
CompuServe hatte immer schon Foren (den Newsgroups ähnliche Themenkreise mit Sammlungen von Dateien), die Pornographie enthielten. Man mußte nur das Schlüsselwort für sie wissen. Ein aufsehenerregender Prozeß in Deutschland brachte weitere technische Möglichkeiten auf den Plan, mit denen die Benutzer von CompuServe-Zugängen ihre Kinder davon abhalten konnten, auf Pornographie zuzugreifen.
<http://www.gse.ucla.edu/iclp/apr97.html>
<http://www.cmtcanada.com/CyberSites/compuserve.html>
Viele Möchtegern-Pornokenner waren von diesen Technologien überfordert. Der Zugriff auf die Bilder verlangte nach technischem Wissen; selbst wenn dieses vorhanden war, handelte es sich um einen mühsamen, fehlerträchtigen Vorgang. Das Web wurde gerade rechtzeitig erfunden, um das Problem zu lösen. Die meisten Browser können GIF- und JPEG-Bildformate ohne zusätzliche Software darstellen. Es überrascht nicht, daß Porno-Unternehmer wenig Zeit verloren, bis sie Web-Sites mit so leicht zu merkenden Domainnamen wie clublove.com und naughty.com eingerichtet hatten. In kürzester Zeit gab es Tausende von Porno-Sites im Web.
Kann ich Ihren Ausweis sehen? -- Zum Teil als Reaktion auf die Ausbreitung von Porno-Sites im Web verabschiedete der U.S.-Kongreß 1996 den unseligen Communications Decency Act (siehe "Communications Decency Act verfassungswidrig" in TidBITS-386). In der kurzen Zeit der Gültigkeit dieses Gesetzes mußten viele Betreiber von Porno-Sites befürchten, ins Gefängnis zu kommen; daher stammte ihr starkes Interesse an der Überprüfung des Zugriffs auf ihre Web-Seiten. Statt den präsumptiven Kunden eines von hunderten verschiedenen Prüfschemata zuzumuten, haben einige weitblickende Firmen wie AdultCheck Standards für die Überprüfung von Web-Nutzern erstellt und dann ihre Dienste anderen Pornographie-Sites angeboten.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-386>
Natürlich gibt es keine wirklich wasserdichte Prüfroutine. Diese Web-Sites verlangen vom Benutzer die Zusicherung, daß er [und eher nicht "sie" - Frauen sind hier meines Wissens eine winzige Minderheit. --WJF] das Erwachsenenalter erreicht hat und sie fordern dann eine Kreditkarten-Nummer für ein "Adult Pass"-Abonnement. Ein interessierter Halbwüchsiger könnte diese Hürden leicht überwinden. Wie auch immer, die Porno-Sites haben Ordnung in ein Feld gebracht, das sich vorher jedem Ansatz der Standardisierung widersetzt hatte. Noch interessanter: Diese Sites verkaufen Inhalte - etwas, das den Giganten der Medienwelt nicht gelungen ist.
Wer kann sich all die Paßwörter merken, die für häufig besuchte Web-Sites erforderlich sind? Ein weg dazu ist, dieselben Paßwörter überall zu verwenden, sich also überall mit demselben Namen und einem von drei Paßwörtern auf vielen Sites zu registrieren. Das ist zwar einfach, wird aber auch mit der Zeit kompliziert, weil man unweigerlich vergißt, mit welchem Paßwort man sich auf welcher Site eingetragen hat. Wo Sicherheit keine Rolle spielt, könnte man auch ein einziges Paßwort benutzen, aber in anderen Fällen werden dann doch mehr Paßwörter gebraucht. In zunehmendem Ausmaß betrifft diese Problematik auch die "voll bekleideten" Bereiche im Web - Sites wie die der New York Times und des Wall Street Journal verlangen ebenfalls Paßwörter für den Zugang. Mehrere Paßwörter kommen auch auf personalisierten Web-Sites wie My Yahoo ins Spiel und bei Online-Versendern wie Amazon.com und CDnow. Zwar benutzen viele dieser Sites zur Identifizierung des Kunden-Browsers sogenannte Cookies, mit denen deren Paßwort auf dem Server gespeichert wird, aber wenn Ihre Browser- oder Internet-Einstellungen beschädigt sind, müssen Sie die Usernamen und Paßwörter neu eingeben.
Eine andere Strategie ist enfach, aber unsicher: Sie notieren sich die Kombinationen aus Paßwörtern und Benutzernamen auf einem Blatt Papier oder in einer Text-Datei auf Ihrer Festplatte. Wäre es nicht gut, hier Standards zu haben? Hoffen wir, daß normale Web-Sites nicht ihre Abneigung gegen Pornographie zum Anlaß nehmen, Standards abzulehnen, die im Porno-Bereich schon vorhanden sind.
Bitte merken -- Standbilder sind allerdings schon lange nicht mehr genug, um im heutigen Internet-Porno-Geschäft konkurrenzfähig zu bleiben. Das Publikum will Videos. Es gibt derzeit mehr als ein Dutzend Methoden, um in einem Web-Browser (oder unter Mitverwendung eines Browsers) Video-Sequenzen anzusehen. Sie alle sind technisch mangelhaft; auch unter den besten Bedingungen sind die Bildformate sehr klein, die Auflösung ist die eines Fernsehapparates der fünfziger Jahre und Ton und Bild sind weit von einer Synchronisation entfernt.
Die richtigen Erweiterungsmodule, Java-Applets, Browserversionen und andere technische Details zu finden, sodaß Ihr Computer mit der Video-Site zusammenarbeitet, ist im günstigsten Fall eine komplexe Aufgabe und im schlimmsten Fall unmöglich. Falls Sie auf die Idee kommen sollten, die Video-Datei herunterzuladen und sie dann von Ihrer Platte abzuspielen, werden Sie entdecken, daß es zwischen fünf- und fünfzigmal länger dauert, die Datei herunterzuladen als sie online anzusehen - eine unbefriedigende Situation [in jeder Hinsicht... --WJF].
Wir haben noch gar nicht das volle Potential von Porno gesehen, zum großen Teil wegen der hohen Bandbreite, die Video erfordert; ich nehme aber an, daß innerhalb eines Jahres solide Standards für die online-Übertragung von Video eingeführt sein werden. Dies wird zuerst bei den pornographischen Sites der Fall sein, es gibt zweifellos mehr Nachfrage nach Porno-Videos als nach CNN-Newsclips und Video-Interviews.
Bargeld, Scheck oder Kreditkarte? -- Neben Zugangskontrolle und Video treiben Porno-Sites auch die Entwicklung von Zahlungstechnologien vorwärts. Derzeit könnten Sie bei der Bezahlung für irgend etwas über das Internet befürchten, Ihre Kreditkartenummer könnten gestohlen werden [wir wissen allerdings von keinem solchen Fall bei einer online-Transaktion. -Adam], oder Sie könnten sich frustrierende Erlebnisse einhandeln (etliche Sites für den online-Handel funktionieren nicht ordentlich). Es wäre auch zu wünschen, daß die Oberfläche von Bestell-Seiten einheitlicher gestaltet wäre und weniger Eingaben erforderte. Porno-Händler waren die ersten die auf den Zug der Internet-Zahlung aufgesprungen sind; einer der ersten Nutzer der Dienste von First Virtual Holdings war eine Porno-Site, die nur einige wenige Dollar pro Bild berechnet hat - ein Pionier in diesem Zahlungssystem.
<http://www.firstvirtual.com/>
Weil so viele Porno-Sites dieselben Produkte anbieten, sind ihre Kunden nicht gewillt, verwirrende oder unelegante Zahlungsmechanismen zu akzeptieren, die das Ausfüllen mehrerer Formulare erfordern. Wenn irgendwo das Zahlungssystem nicht schnell und einfach funktioniert, versuchen sie es wonaders. Ich nehme an, daß sich andere Geschäfts-Sites von den Porno-Anbietern das richtige Design für Zahlungsseiten abschauen werden. Es ist dann noch viel Arbeit, die Zahlungen, die per Kreditkarte geleistet werden, auf das Konto des Anbieters zu leiten, aber auch hier hat die Porno-Branche viel Vorarbeit geleistet.
Sehen wir also die Pornographen als das, was sie sind: Wegweiser der Internet-Technologie. Und in der Zwischenzeit will ich das spannende Interview auf Playboy.com nicht versäumen.
[David Strom hat 1990 das Magazin Network Computing von CMP gegründet und war dort der erste Chefredakteur. Derzeit schreibt er für InfoWorld, Windows Sources und Forbes ASAP.]
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE], Tonya Engst [TJE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF], Hartmut Greiser [HG].
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