Jobs hat gesprochen und wir berichten über die neuen Hardware- und Software-Strategien bei Apple. Bei der Hardware sind hervorzuheben die neuen G3-PowerBooks und das attraktive Einsteigermodell iMac, bei der Software Mac OS X. Adam bespricht InformINIT und gibt abschließende Anmerkungen über den Betrieb mit mehreren Monitoren weiter. Unter den Meldungen sind die Wiedergeburt des Claris Organizer, neue Apple Stores, der Rückzug von Disinfectant und das Wiederauftauchen von Quicken for the Macintosh.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#429/11-May-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-429.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-429.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-429.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-429.etx>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Claris Organizer wird als PalmPilot MacPac neu erscheinen -- Die Palm Computing Division von 3Com hat angekündigt, die nächste Version der Macintosh-Desktop-Software für den PalmPilot und den Palm III werde auf dem Organizer von Claris aufbauen, den 3Com von Apple für eine nicht bekannte Summe gekauft hat Details zum PalmPilot lesen Sie in TidBITS-411 und TidBITS-413). Das kommende Palm MacPac wird auch eine ausbaufähige Macintosh-HotSync-Verbindung ("HotSync conduit") bieten, die die Daten zwischen Mac und Palm-Geräten abstimmt; ausbaufähig insofern, als Entwickler die Unterstützung von Daten vom Palm in ihre Programme einbauen können. Registrierte Benutzer von MacPac 1.0 werden die neue Software in sechs Monaten gratis herunterladen können (sie wird nach ihrem Erscheinen 60 Tage lang online zur Verfügung stehen). Neue Besitzer von Palm-Geräten werden MacPac samt einem Kabeladapter für die Mac-ADB-Schnittstellen um 14,95 US$ bestellen können. [JLC]
<http://www.palmpilot.com/newspromo/mac_index.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-411>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-413>
Weitere neue Apple Stores -- In den Hardware-Vorstellungen beinahe untergegangen wäre die Eröffnung des Apple Store for Education und des Apple Store UK, was nur ein erster Schritt zu weiteren Stores in Schweden, Holland, Frankreich, Deutschland, Australien und Japan sein wird. Der Apple Store for Education hatte einen sehr guten Start - in seinen ersten 24 Stunden setzte er mehr als 1 Million Dollar um. Laut Apple hat übrigens der Haupt-Apple-Store dank der neuen G3-PowerBooks in einer einzigen Periode von 24 Stunden einen Rekordumsatz von 1,9 Millionen Dollar gemacht. [ACE]
<http://www.apple.com/pr/library/1998/may/6store.html>
<http://www.apple.com/education/store/>
<http://www.apple.com/ukstore/>
<http://www.apple.com/pr/library/1998/may/8sales.html>
<http://www.apple.com/store/>
John Norstad zieht Disinfectant zurück -- John Norstad hat bekanntgegeben, daß er Disinfectant, sein kostenloses Anti-Virenprogramm, zurückzieht. Er hat daran gedacht, das Programm auf den neuesten Stand zu bringen, um es auch gegen den neuen Wurm "Autostart-9805" einsetzbar zu machen (siehe "Der Wurm 'Autostart' bricht den Frieden am Mac" in TidBITS-428); er hat aber entschieden, seine Benutzer auf kommerzielle Produkte wie Dr. Solomon's Anti-Virus Toolkit, Virex oder Symantec AntiVirus for Macintosh zu verweisen. Er sagte: "Ich habe mich nicht wegen des neuen Autostart-Wurms so entschieden, sondern eher wegen des weit verbreiteten und gefährlichen Problems der Microsoft-Makroviren." (siehe dazu unsere Artikelserie über Makroviren). Er ist der Meinung, daß Disinfectant nun schon seit einiger Zeit keinen hinreichenden Schutz mehr bietet und es den Benutzern ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelte, wenn es laufend neue Versionen gäbe. John hat die Arbeit an Disinfectant im Frühjahr 1988 begonnen und die Northwestern University hat das Programm zum ersten Mal im März 1989 der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. [MHA]
<ftp://ftp.nwu.edu/pub/disinfectant/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-428>
<http://www.drsolomon.com/products/avtk/ps_mac.html>
<http://www.drsolomon.com/products/virex/>
<http://www.symantec.com/sam/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-383>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-385>
Quicken kehrt zum Mac zurück -- Weniger als drei Wochen, nachdem Intuit öffentlich die Einstellung der weiteren Entwicklung von Quicken for the Macintosh verlautbart hat (siehe "Konkurrenz bei den Finanzen?" in TidBITS-427), haben Apple und Intuit nun verkündet, es werde doch weitere Versionen der persönlichen Finanzsoftware geben. Laut einer gemeinsamen Presseaussendung der beiden Firmen hat Intuit die Entscheidung revidiert, nachdem die Pläne von Apple in Bezug auf den Privatkundenmarkt (der in den letzten Monaten wegen der Konzentration Apples auf die professionellen G3-Systeme stagniert hatte) bekanntgeworden waren. Quicken 98 Deluxe wird mit dem auf die Privatkunden ausgerichteten iMac ausgeliefert werden. Intuit wird Quicken 98 weiter aktiv vermarkten und will im Jahr 1999 eine neue Version fertig haben. Dazu sollen spezielle Web-Funktionen für die Benutzer der Mac-Versionen kommen. [JLC]
<http://www.quicken.com/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-427>
<http://biz.yahoo.com/prnews/980505/ca_apple_i_1.html>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Wenn die Unterstützung mehrerer Monitore nicht eines meiner Lieblingsargumente wäre, wenn es darum geht, mit der Leistungsfähigkeit des Mac zu prahlen, hätte ich dieses Thema schon lange abgehakt. Aber ich bekomme immer wieder nützliche Informationen - viele auf TidBITS Talk - und sie sind interessant genug, um sie auch hier zu veröffentlichen.
<http://www.tidbits.com/about/tidbits-talk.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-421>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-422>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-426>
Tarik Sivonen <sivonen@pop3.cybertours.com> erwähnte z. B. einen Artikel von Chris O'Malley in der Zeitschrift 'PC Computing', Ausgabe Mai 1998, in dem 17"- und 19"-Monitore verglichen werden und der interessanterweise die Ergebnisse einer Untersuchung bringt, in der die Bedienbarkeit und Rentabilität verschiedener Monitorgrößen verglichen wurden. Das Ergebnis? Im Vergleich zu einem 15"-Bildschirm macht sich ein 19"-Bildschirm innerhalb von zwei Monaten bezahlt. Besonders bei Aufgaben wie der Erstellung von Präsentationen, bei der Textverarbeitung und beim Surfen im Internet stieg die Produktivität der Benutzer von 19"-Bildschirmen durchschnittlich um 12 bis 27 Prozent (im Vergleich zu denen mit 15"-Bildschirmen). 17"-Bildschirme waren für Textverarbeitung und Internet fast gleich gut, nicht jedoch bei der Erstellung von Präsentationsunterlagen.
<http://www.zdnet.com/pccomp/features/excl0598/monitor/roi.html>
Außerdem schickten viele Leser Tips, was man tun kann, um geöffnete Fenster, die nach dem Entfernen eines der beiden Monitore verschwunden sind, wieder sichtbar zu machen.
Wenn Ihr Mac Monitordopplung ('video mirroring') unterstützt, können Sie u. U. Fenster wiederherstellen, wenn Sie im Kontrollfeld "Monitore und Ton" die beiden Bildschirme übereinanderziehen. Nicht alle Desktop-Macs haben diese Funktion.
Installieren Sie das 10-Dollar-Shareware-Kontrollfeld "DragAnyWindow" (111K Download) von Alessandro Levi Montalcini (sehr produktiv, der Mann). DragAnyWindow ermöglicht das Bewegen jedes Fensters - selbst Dialogfenster, Warnmeldungen, Spiele-Fenster und verschwundene Fenster. DragAnyWindow ist auch für ältere Macs mit 9"-Bildschirmen interessant, wenn die Dialogfenster zu groß werden.
<http://www.montalcini.com/binhex/drag-any-window-43.hqx>
Installieren Sie das 10-Dollar-Shareware-Programm Virtual. Wenn man es beendet, bewegt es alle offenen Fenster auf den Hauptbildschirm. Virtual gibt es als 329 K Download:
<http://olympe.netsurf.org/~pilp/VirtualF/>
Benutzen Sie Ross Browns Freeware-Programm Virtual Desktop 1.9.2, das beim Starten seine Rollbalken so anordnet, daß man zu jedem bestehenden Fenster oder Schreibtischsymbol scrollen kann. Download: 217 K.
<ftp://mirrors.aol.com/pub/info-mac/gui/virtual-desktop-192.hqx>
Und zum Schluß: Wenn Sie den Bildschirm entfernt haben, bauen Sie auch die Grafikkarte aus, denn manchmal meint der Mac einen Monitor zu erkennen, wenn die Grafikkarte noch installiert ist.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Wenn ich meine Eltern besuche, setze ich mich immer zusammen mit meinem Vater an ihren Macintosh und schaue nach, was denn seit meinem letzten Besuch so alles in ihrem Systemordner gelandet ist. Die meisten Dateien kenne ich, aber im Lauf der Jahre sind es so viele geworden, daß ich manchmal schlicht überfordert bin. Zum Glück kann ich meistens ungefähr erahnen, ob eine Systemerweiterung oder ein Kontrollfeld notwendig ist, auch wenn ich nicht genau weiß, was es tut, denn mein Vater ist während dieser Sitzungen immer sehr rigoros. "Was ist das?" fragt er und zeigt mit dem Finger auf eine Erweiterung mit einem merkwürdigen Namen. "Ich bin nicht sicher," sage ich, "ich denke, es hat etwas mit dem Synchronisieren der Bildschirm- und Druckerfarben zu tun". "Brauche ich das?" fragt er. "Nein, ich glaube nicht". "Dann schmeiß' es weg".
Beim nächstenmal bringe ich ihm eine Kopie von Dan Frakes' 15-Dollar-Shareware 'InformINIT 8.1' mit - die neueste Version seines umfangreichen Nachschlagewerks mit Beschreibungen, Notizen und Informationen über Systemerweiterungen, Kontrollfelder, Shared Libraries und andere Dinge, die sich in ihrem Systemordner eingenistet haben - ob von Apple oder anderen Firmen. Dan hat InformINIT über mehrere Jahre zusammengetragen und die neueste Version enthält Informationen über Mac OS 8.1, Microsoft Office 98 usw.
Lesen Sie unbedingt zuerst das Kapitel 'How to use InformINIT', sonst bringen die Farbmarkierungen und Kurznotizen Sie völlig durcheinander. Dan hat zum Glück alles markiert, was sich speziell auf Mac OS 8 und 8.1 bezieht, mit allen Betriebssystemversionen kompatibel ist, nur für 68K-Macs gilt etc. Außerdem tauchen überall URLs auf - wenn man auf den kleinen NN- oder IE-Knopf daneben klickt, öffnet sich die entsprechende WebSite in Netscape oder Internet Explorer.
Ich bin beeindruckt, wieviel Arbeit Dan in die Nachforschungen und die Aufarbeitung der Informationen gesteckt haben muß. Es ist eine wahrhaft herkulische Aufgabe und ich habe gehört, daß auch die Leute beim Apple Support InformINIT benutzen (was jeder, der Macs betreut, tun sollte). Dan bietet auch ausführliche Informationen über die Betriebssystemversionen seit 7.5.3, einschließlich der Mac-Modelle, die jede Version unterstützt sowie Listen bekannter Probleme und Inkompatibilitäten. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein anderes Betriebssystem zu installieren, könnte ein Blick auf die entsprechenden Kapitel wichtige Informationen liefern.
Mein Hauptkritikpunkt in bezug auf InformINIT ist, daß es sich um ein programmunabhängiges Dokument in DOCMaker von Green Mountain Software handelt. DOCMaker bietet zwar Funktionen an, die für ein solch umfangreiches Werk notwendig sind, wie z. B. Suchen, verschiedene Möglichkeiten der Navigation, Schriftstile, Graphiken und URL-Verbindung, aber viele dieser Funktionen gehen nicht weit genug. Der Suchdialog ist z. B. systemrelevant, d. h. man kann, wenn das Dialogfenster geöffnet ist, nicht nur in InformINIT nichts anderes tun, man kann auch nicht zu einem anderen Programm wechseln und dort arbeiten. Das automatische Aufrufen von URLs aus dem Dokument ist nett, aber wenn DOCMaker Internet Config unterstützen würde, bräuchte man in InformINIT keine getrennten Knöpfe für Netscape und Internet Explorer. Schließlich wäre ich noch froh, wenn ich die Schriftgröße ändern könnte - die Geneva 9 pt ist für mich einfach zu klein, aber in DOCMaker kann man den Text weder vergrößert darstellen noch ändern. Dan sage, daß er eine Version von InformINIT mit größerer Schrift plant.
<http://www.hsv.tis.net/~greenmtn/docm1.html>
Wenn Sie sich also wieder einmal wundern, was 'jgdw.ppc' ist (und ob Sie es löschen können), laden Sie InformINIT herunter und suchen Sie danach. Bitte registrieren Sie Ihr Exemplar - InformINIT ist zwar kein Programm, sondern ein reines Nachschlagewerk, aber es ist eben Shareware und kostet 15 Dollar. Schließlich hat Dan für den großen Dienst, den er der Macintosh-Gemeinde durch das Zusammenstellen von InformINIT erwiesen hat, unsere Unterstützung verdient. InformINIT ist als Download von 467 K bei einem der Spiegelserver erhältlich, die auf der InformINIT-Web-Site aufgeführt sind:
<http://cafe.AmbrosiaSW.com/DEF/InformINIT.html>
von der TidBITS-Redaktion <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
Als Steve Jobs vergangene Woche neue Computer ankündigte, die Mac-User und Presse gleichermaßen faszinierten, hat er die Macintosh-Welt ziemlich aufgemischt. Die erste Ankündigung betraf die neuen G3-PowerBooks (nicht zu verwechseln mit dem kurzlebigen PowerBook G3, das im 3400-Gehäuse steckte) - die Gerüchte über die Funktionen und die Ausmaße dieser Geräte hatten die Mac-Fans schon seit Monaten in Atem gehalten. Die andere Neuigkeit überraschte alle: Der iMac, ein durchgestylter "All-in-one"-Internet-Computer, der seit zehn Monaten verborgen geblieben war, läutet Apples Rückkehr in den Markt für privat genutzte Computer ein.
Das neue PowerBook G3 und der iMac sind zwei der vier Komponenten von Apples neuer Hardware-Strategie. Apple will tragbare und Schreibtischgeräte für den Heimanwender- und den professionellen Bereich verkaufen. Der PowerMac G3 und das PowerBook G3 erfüllen diese Anforderungen für den professionellen Markt und der iMac ist etwas für Heimanwender, die ein Schreibtischgerät möchten. Fehlt nur noch ein tragbarer Mac für den Privatgebrauch - heute erst ließ Jobs auf WWDC anklingen, daß Apple diese Lücke 1999 mit einem Computer schließen werde, der auf dem jetzt eingestellten eMate basiert.
Den Schlanken soll die Welt gehören -- Volkswagen behauptet in Anzeigen, der New Beetle sei aus UFOs rückentwickelt, aber angesichts des neuen PowerBook G3 wird man diese Behauptung wohl aufgeben müssen. Die schlanken tragbaren Geräte sind in verschiedenen Preisklassen und Konfigurationen bei Apples Online Store und Online-Händlern wie den TidBITS Sponsoren Cyberian Outpost und Small Dog Electronics erhältlich. Diese PowerBooks sind die schnellsten, die Apple je hergestellt hat, mit PowerPC-750-Prozessoren zu 250 und 292 MHz und einem 233-MHz-PowerPC 740 Chip (der 740 hat nicht den Level-2-Backside Cache des 750, das vermindert die Leistung und den Preis). Der Kunde kann zwischen drei Bildschirmvarianten wählen, einem passiven 12,1"-Matrix-Monitor, der Tausende von Farben darstellen kann und zwei aktiven Matrix-Monitoren mit 13,3 und 14,1" (Diagonale), die Millionen von Farben darstellen können. Externe 20"-Monitore können ebenfalls Millionen Farben darstellen, Video Mirroring ist aber leider die einzige Möglichkeit, mehrere Monitore anzuschließen.
<http://www.apple.com/powerbook/>
Die neue PowerBook-G3-Serie hat außerdem einen S-Video Out Port (bei den beiden Modellen mit den größeren Bildschirmen), einen eingebauten 10Base-T-Ethernet-Anschluß, zwei Erweiterungsschlitze für Diskettenlaufwerk, Batterie (oder zwei Batterien, wenn man beide belegt), CD-ROM oder DVD-ROM-Laufwerk (das Diskettenlaufwerk ist bei den weniger teuren Modellen optional erhältlich). Die Tastatur ist erheblich verändert worden: Eine neue Funktionstaste (mit 'fn' bezeichnet) macht es möglich, alle 105 Tasten zu benutzen und die Pfeiltasten sind jetzt in der Form eines umgedrehten T angeordnet - wie auf dem PowerBook 2400. Die neuen Maschinen bieten außerdem ein paar Überraschungen wie z. B. die Möglichkeit des Hot-Swapping [Austauschen bei laufendem Betrieb, --HK] von ADB-Geräten (das war lange Zeit ein steter Quell der Freude, denn so konnte man per 'Heilig-Geist-Faktor' u. U. wichtige interne Komponenten rösten).
Apple hat dieses Kraftpaket aus neuen Funktionen und Leistung in ein kurvenreiches Gehäuse verpackt: es ist zwar etwas länger und breiter als das 3400 (wiegt aber immer noch 3,5 kg), das Gerät ist im geschlossenen Zustand lediglich zwei Zoll (5 cm) hoch. Leider hat die G3-Serie keine Füßchen mehr: Wie beim PowerBook 1400 kann man den hinteren Teil nicht hochstellen, um eine Neigung der Tastatur zu erreichen. Trotzdem sind die neuen PowerBooks - wir wagen, es zu sagen - eine ziemlich "sexy" Erscheinung zwischen all den flachen Rechtecken.
<http://www.apple.com/powerbook/specifications.html>
Hallo iMac! -- Steve Jobs stellte letzte Woche auch ein Gerät vor, das in vielerlei Hinsicht als der erste interessante Macintosh seit langer Zeit bezeichnet werden kann, den Heimanwender- und Internet-orientierten iMac. Der iMac fasziniert besonders durch die Kombination aus Hardware-Leistung, geringem Preis und einzigartigem, transparentem Industriedesign. Der iMac hat einen PowerPC-G3-Prozessor mit 233 MHz und 66 MHz Bustakt, 512 Backside Level-2-Cache, 32 MB RAM (auf 128 MB erweiterbar), eine 4-GB-IDE-Festplatte, 24fach-CD-ROM, einen eingebauten 15"-Bildschirm mit einer Auflösung von bis zu 1024x768 Pixel, 10/100Base-T-Ethernet, eingebautes 33,6 Kbps-Modem, zwei serielle USB Ports (12 MBps), einen 4 MBps-Infrarot-Port (IrDA), eingebaute Stereolautsprecher, Apple-USB-Tastatur und eine Apple USB-Maus. Diskettenlaufwerk, SCSI-Port, LocalTalk-Port, ADB-Port oder PCI-Slots wurden nicht erwähnt. Der Preis soll im August, wenn der iMac auf den Markt kommt, bei 1299 Dollar liegen. An Software wird er mindestens Mac OS 8.1, Quicken 98 Deluxe, AppleWorks (ehemals ClarisWorks), FileMaker Pro und Microsoft Internet Explorer 4 enthalten. Jobs erwähnte allerdings, daß noch mehr Software dazukommen könnte, vor allem Spiele.
<http://www.apple.com/imac/>
<http://www.apple.com/pr/photos/iMac/iMacphotos.html>
Das Fehlen von SCSI-Port, LocalTalk-Port und Diskettenlaufwerk hat in TidBITS Talk einige Diskussionen ausgelöst, wie man wohl von einem iMac ein Backup fahren soll. Natürlich gibt es für diejenigen, die sich in einem Netzwerk befinden, die Möglichkeit des Netzwerkbackups und ein paar wenige Backup-Dienste im Internet könnten für kleine Datenmengen durchaus praktikabel sein. Echtes Backup und Dateitransfer werden wohl in Form neuer Geräte benötigt, die den Universal Serial Bus (USB) des iMac nutzen. Für Speichermedien ist ein Durchsatz von 12 MB pro Sekunde (Mbps) ziemlich gut; die Firmen Imation und Panasonic haben bereits eine SuperDisk für den USB-Port angekündigt, die neben den eigenen 120-MB-Disketten auch 1,4 MB- und 720-KB-Disketten unterstützt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß SyQuest und Iomega bald USB-Versionen ihrer beliebten Wechselplattensysteme herausbringen werden.
<http://www.imation.com/cgi-shl/imation/pr/getrelease.pl?375+05/11/1998+superdisk>
Wir haben in letzter Zeit viel zu wenig interessantes Industriedesign gesehen, auch wenn der 20th Anniversary Mac ein bißchen frischen Wind gebracht hat (siehe "Der Jubiläums-Mac kommt zum Tee" in TidBITS-387). Der neue iMac sieht anders aus als alles, was man kennt und scheint Apples neue Einstellung gegenüber dem preis- und imagebewußten Heimanwendermarkt anzukündigen. Er ist billig, er sieht gut aus und er ist so konstruiert, daß man damit sofort ins Internet kommt. Es wurde zwar noch nichts darüber gesagt, ob man künftig die durchsichtigen Gehäuse in verschiedenen Farben bestellen kann, aber Jobs' Bemerkung über die Wichtigkeit der Macintosh-"Mode" bei der World Wide Developer Conference (WWDC) läßt ahnen, daß es vielleicht doch Möglichkeiten geben wird, sich farblich an die Umgebung anzupassen. Wir behalten uns das Recht vor, unsere Meinung zu ändern, sobald wir einen ausprobiert haben, aber im Moment sieht es so aus, als sei der iMac ein Siegertyp.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-387>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
In seiner Rede auf Apples World Wide Developers Conference (WWDC) hat Steve Jobs die Zukunft einiger wichtiger Mac-Software-Technologien beschrieben, darunter QuickTime, Java und das Mac OS selbst.
QuickTime -- Die erste Software-Demonstration drehte sich um den langjährigen QuickTime-Mentor Peter Hoddie, der die Streaming-Technologie für QuickTime unter Einsatz von RTP (Real Time Protocol) vorführte. Während Jobs mit einer Videokamera herumfuchtelte, die mit einem Mac auf der Bühne verbunden war, zeigte Hoddie, wie eine vorhandene QuickTime-fähige Applikation auf einer anderen Maschine ein Videosignal in Echtzeit empfangen und darstellen kann, ohne daß irgendwelche Änderungen an dieser Applikation nötig wären. Jeder, der Real Player von Real Network kennt, weiß, daß hohe Anforderungen an die Bandbreite die Übertragung eines solchen Datenstroms über das Internet für die Praxis untauglich machen können, aber die Tatsache, daß QuickTime etabliert ist, kann dazu führen, daß Real Network und der "universal player" von Microsoft einen ernsthaften Widerpart erhalten, wenn es darum geht, online in Echtzeit zeitkritische Daten zu übertragen. Apple beabsichtigt, die Streaming-Technologie von QuickTime im dritten Quartal dieses Jahres auszuliefern.
Java -- Jobs versprach auch, daß Apple binnen ähnlicher Frist eine vereinheitlichte Java Virtual Machine (VM) fertig haben werde. Diese Java-VM wird mit Microsofts Implementation von Java kompatibel sein und die Version 1.1.6 von Suns Java Development Kit (JDK) sowie "Swing" unterstützen (ein Paket von Werkzeugen zur Gestaltung von Oberflächen, das es Java-Programmen gestattet, plattformspezifische Interface-Elemente zu benutzen). Jobs stellte in Aussicht, die vereinheitlichte Java-VM werde ein wesentlich verbessertes Zeitverhalten bringen, sodaß ein G3-System mit 300 MHz gegen ein Pentium-System mit 400 MHz gut abschneiden werde. Derartige Verbesserungen wären willkommen - derzeit laufen Java-Implementationen auf dem Mac bis zu vier- oder fünfmal langsamer als auf vergleichbaren PCs.
<http://www.apple.com/macos/java/>
Mac OS 8 und Rhapsody -- Besonders wichtig in Jobs' Rede waren seine Ausführungen zu bevorstehenden Änderungen in der Strategie bei den Betriebssystemen; diese Strategie wird in Mac OS X ("Mac OS zehn") gipfeln.
Im abgelaufenen Jahr hat Apple eine Betriebssystem-Strategie auf zwei Ebenen verfolgt. Die erste Ebene bestand aus dem herkömmlichen Mac OS samt kontinuierlicher Entwicklung bis ins nächste Jahrhundert hinein. Die zweite Ebene bestand in Rhapsody, einem modernen Betriebssystem, das auf Technologien aufbaut, die Apple von NeXT übernommen hat, und das Speicherschutz, präemptives Multitasking, Netzwerk und Dateisystem mit hoher Leistung etc. für sich verbuchen kann. Rhapsody sollte auch eine "Blue Box" enthalten, die im wesentlichen eine einzelne Applikation darstellt, aus der heraus Mac OS gestartet werden kann; auf diese Weise sollten die Benutzer Programme für das Mac OS fahren können (freilich ohne die Vorteile und attraktivsten Funktionen von Rhapsody nutzen zu können). Schrittweise sollte Rhapsody das Mac OS völlig ablösen (Details zu Rhapsody und die Blue Box finden Sie in unserem Artikel "Yellow Box, Blue Box, Rhapsody und die WWDC" in TidBITS-381).
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-381>
Das Hauptproblem bei Rhapsody, auf das auch viele Entwickler hingewiesen haben, besteht darin, daß Applikationen neu geschrieben werden müssen, wenn sie die Neuerungen von Rhapsody nutzen sollen. Vorhandene Programme, die für das Mac OS konzipiert sind, würden von diesen Vorzügen nichts abbekommen und viele Softwarefirmen kämen in die Lage, verschiedene Programmcodes betreuen zu müssen, damit sie Programme für Mac OS und Rhapsody anbieten könnten.
Aus der Perspektive von Apple ist es ein weiteres Problem mit Rhapsody, daß es eben nicht das Mac OS ist. Das Mac-Betriebssystem verfügt derzeit über 22 Millionen Benutzer (und Apple nimmt an, daß weiter 20 Millionen Menschen zu Macs Zugang haben) sowie über eine Basis von mehr als 12000 Programmen. Im Gegensatz dazu hat Rhapsody nahezu keine Applikationen und keine Benutzer. Dazu kommt, daß das Mac OS für Apple eine wichtige Einnahmequelle ist - die Umsätze mit Mac OS 8 und 8.1 haben die Erwartungen von Apple weit übertroffen. Es ist also klar, daß die User das Mac OS und ihre Mac-Programme mögen und davon mehr haben wollen. Statt das Mac OS als etwas anzusehen, das zur Ablöse ansteht, war Apple genötigt, das Mac OS als das "Kronjuwel" (so Jobs wörtlich) der gesamten Software-Strategie zu betrachten. Und statt die Applikationen für das Mac OS als etwas anzusehen, das in einer "Schachtel" laufen soll, mußte Apple einen Weg finden, um die vorhandenen Programme zu erstklassigen Bürgern in einer neuen, modernen Systemumgebung zu machen.
Carbon -- Apple begann die mehr als 8000 APIs (Application Programming Interfaces - Schnittstellen in einem Betriebssystem, auf die Anwenderprogramme zugreifen) unter die Lupe zu nehmen, um herauszufinden, welche davon direkt von Rhapsody unterstützt werden konnten. Es stellte sich heraus, daß etwa 6000 der Mac-APIs in Rhapsody benutzbar sind, an die 2000 aber nicht (darunter viele ältere, wenig benutzte Abschnitte). Apple untersuchte dann 100 aktuelle Programme, um zu sehen, wie oft diese die 2000 nicht unterstützbaren APIs benutzten. Im Durchschnitt machten die API-Aufrufe an das Mac OS, die unter Rhapsody direkt unterstützt werden konnten, 90 Prozent aller Zugriffe aus. Wenn also zehn Prozent der API-Aufrufe umgeschrieben werden könnten, die in Rhapsody nicht unterstützt werden, könnten diese Applikationen alle Vorteile von Rhapsody für sich nutzen. Überdies könnten die Entwickler in diesem Fall den größten Teil ihres Codes - und ihres Programmierwissens auf der Mac-Plattform - beibehalten und trotzdem alle neuen Features von Rhapsody nutzen.
Apple hat die zur Übernahme geeigneten APIs - und einige neue Dienste - in einen Grundstock an Programmcode namens Carbon ["Kohlenstoff"] zusammengefaßt ("woraus alle lebenden Wesen aufgebaut sind"). Carbon wurde intern wichtigen Entwicklern wie Adobe, Microsoft und Macromadia vorgeführt, deren Reaktion anscheinend ziemlich positiv war. Adobe hat eine Vorversion von Photoshop gezeigt, die auf Carbon läuft und die von einigen wenigen Technikern (mit etwas Hilfe von Apple) in etwas mehr als einer Woche erstellt worden war - wobei die Beteiligten auch noch Zeit für Grillabende, Verwandtenbesuche und die Auslieferung der aktuellen Version von Photoshop 5.0 hatten. Apple hat eine vorläufige Carbon-Spezifikation für Entwickler zur WWDC zusammengestellt, dazu ein Hilfsprogramm "Carbon Dater", das die Softwarefirmen bei der Abschätzung des Aufwands zur Anpassung ihrer jeweiligen Applikationen unterstützt.
Mac OS X -- Laut Jobs wird Carbon eine Schlüsselkomponente von Mac OS X sein, der Verschmelzung von Mac OS und Rhapsody. Mac OS X wird voll auf PowerPC-Code aufbauen und die modernen, starken Funktionen von Rhapsody verfügen, die vermutlich alle auf NeXT-Technologien zurückgehen und auf dem Mach-Kernel laufen. Mac OS X wird allerdings auch Mac-OS-Applikationen, die auf die APIs von Carbon ausgerichtet sind, den Status von vollwertigen Bürgern zugestehen, denen alle Vorzüge von Mac OS X zukommen. Apple will überdies Carbon auch als Zusatz zu Mac OS 8 ausliefern, sodaß Programme, die an das Carbon-API angepaßt worden sind, auch unter heute verfügbaren Betriebssystem-Versionen laufen. Jobs sagte auch, daß die meisten der nicht auf Carbon hin umgeschriebenen Programme unter Mac OS X laufen werde, ohne freilich die Vorteile des neuen Systems nutzen zu können (es ist nicht ganz klar, ob dies bedeutet, daß diese unveränderten Programme in einer Blue Box laufen werden).
Apple plant Mac OS X in Vorversionen Anfang 1999 an Entwickler zu verteilen und im dritten Quartal 1999 eine Endverbraucherversion auszuliefern, die für Hardware der G3-Klasse optimiert ist. In der Zwischenzeit soll im September 1998 Mac OS 8.5, im ersten Quartal 1999 Mac OS 8.6 kommen. Rhapsody wird ebenfalls noch vor Mac OS X auf den allgemeinen Markt kommen und dem Übergang zu Mac OS X dienen. Rhapsody DR2 ist derzeit erhältlich (und ist auf der WWDC an Entwickler abgegeben worden); Apple redet davon, im Verlauf diese Jahres Rhapsody 1.0 auszuliefern.
Offene Fragen -- Mit Mac OS X hat Apple eine Art Heiligen Gral der Mac-Computerei versprochen: Die besten Features eines hochentwickelten Betriebssystems kombiniert mit einem hohen Maß an Kompatibilität zu vorhandenen Anwenderprogrammen [diese Kombination könnte man statt als "Gral" ebensogut als eine "eierlegende Wollmilchsau" bezeichnen. --WJF]. Das hat vorher noch niemand geschafft - nicht NeXT, nicht Be und schon gar nicht Apple. Die Pläne mit Carbon und Mac OS X sind vielversprechend; falls man auf die Reaktionen der Entwickler, die in Seattle die Jobs-Rede auf der WWDC via Satelliten verfolgt haben, etwas geben will, ziehen die Entwickler es vor, ihre Applikationen an Carbon anzupassen, statt sie für Rhapsody umzuschreiben. Es ist freilich geboten, darauf hinzuweisen, daß nicht bei allen Programmen Carbon 90 Prozent der benutzten API-Aufrufe unterstützen wird. Einige Applikationen - besonders Erweiterungen, Hilfsprogramme und systemnahe Software - greifen vielleicht viel öfter auf die Bereiche zu, die Carbon nicht bedienen kann. Mag sein, daß etliche dieser Produkte unter Mac OS X ihren Sinn verlieren, aber andere könnten für viele Mac-Benutzer nach wie vor unverzichtbar bleiben.
Apple hat für Entwickler vorläufige Informationen zu Carbon bereitgestellt; ich konnte allerdings in das Material noch nicht im Detail Einblick nehmen. Ich hoffe, daß Apple Feedback von den Entwicklern einholt und mit ihnen zusammenarbeitet, um die Architektur von Mac OS X weiter zu erläutern.
<http://developer.apple.com/macosx/>
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Jeff Carlson [JLC], Geoff Duncan [GD], Adam C. Engst [ACE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].
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