Was ist die beste Methode, von Ihren Daten Sicherungskopien anzulegen? Versäumen Sie nicht den Beginn von Adams mehrteiligen Erläuterungen, wohin, wann, was, warum und wie Backups angelegt werden können. Wir berichten diesmal auch über den Palm Organizer von 3Com (der auf dem Organizer von Claris beruht), über die Suche nach Bildern im Web und über gravierende Änderungen bei BYTE. Neu bei der Software sind Nitro PowerPlug 1.0, kostenlose Kopien von SurfDoubler für Ricochet-Besitzer und Mailsmith 1.0.1.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#432/01-Jun-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-432.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-432.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-432.etx>
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[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
BYTE wurde gebissen -- Die Seiten der Geschichte werden sich vorübergehend über dem ehrwürdigen Technologie-Magazin BYTE schließen. Das Magazin ist im 23. Jahr seines Bestehens von McGraw-Hill an CMP Media verkauft worden und wird laut einer Presseaussendung "für mehrere Monate" sein Erscheinen einstellen und einer "Anpassung" unterzogen werden. BYTE hat sich zwar nicht auf den Macintosh konzentriert, es hat aber über die Mac-Plattform immer in fairer und sehr kompetenter Weise berichtet. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der temporäre Abgang von BYTE die Apple-Werbung berührt, die sich in ihren Leistungsangaben auf die Benchmark-Tests von BYTE bezieht - BYTE verfügt über eine FAQ-Seite mit Erläuterungen und Kommentaren zur den BYTEmark-Tests. Weitere Informationen finden Sie auf einer Seite, die Jerry Pournelle, ein langjähriger Kolumnist von BYTE, ins Web gestellt hat. [ACE]
<http://www.byte.com/>
<http://www.cmp.com/cmppr/releases/980529.html>
<http://www.byte.com/bmark/faqbmark.htm>
<http://home.earthlink.net/~jerryp/fiasco.html>
Nitro PowerPlug beschleunigt WebSTAR -- ClearWay Technologies liefert Nitro PowerPlug 1.0 zum Preis von 99 US$ aus, ein Plug-In für WebSTAR, das laut ClearWay alle anderen WebSTAR-Plug-Ins um bis zu 200 Prozent beschleunigt. Nitro PowerPlug ist ein spezieller Speicher-Manager, der anstelle des herkömmlichen Speicher-Managers des Mac-Systems tätig wird (letzterer ist für große Einzel-Applikationen optimiert). ClearWay gibt auch an, daß Nitro PowerPlug die Verlangsamung eines Servers beseitigt, die auftritt, wenn er ohne Neustart lange Zeit gelaufen ist; Abstürze wegen fragmentiertem Speicher sollen ebenfalls reduziert werden. Nitro PowerPlug kann mit den WebSTAR-Versionen 1.3.2 bis 3.0 sowohl auf 68K- als auch auf PowerPC-Maschinen eingesetzt werden. Das Plug-In sollte auch mit anderen Server-Applikationen funktionieren, die WebSTAR-Module unterstützen, wie etwa Quid Pro Quo, SonicWeb Server und WebTen (obwohl diese Produkte nicht offiziell unterstützt werden). Eine kostenlose Demoversion ist zum Herunterladen verfügbar (278 K). [ACE]
<http://www.clearway.com/NITRO/>
<http://www.starnine.com/webstar/>
<http://www.socialeng.com/html/qpq.html>
<http://www.sonicsys.com/sonicweb.html>
<http://www.tenon.com/products/webten/>
Kostenloses Surf Express für Ricochet-Kunden -- Die Besitzer eines drahtlosen Ricochet-Modems von Metricom können auf Grund einer Vereinbarung zwischen Metricom und Connectix eine kostenlose Beschleunigung beim Web-Browsen erhalten (zu Ricochet siehe "Ungebunden mit dem Wireless Modem von Ricochet" in TidBITS-366). Metricom bietet im Web eine kostenlose Kopie von Surf Express an, mit dem die Cache-Dateien effizienter gehandhabt werden als von den Web-Browsern selbst. Die Abmachung gilt für bestehende und für künftige Ricochet-Kunden; sie müssen die Seriennummer und die Postleitzahl eingeben, unter der sie ihre Rechnungen erhalten, bevor sie die Datei von 1,8 MB herunterladen können. [JLC]
<http://www.ricochet.net/surfexp/>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-366>
<http://www.connectix.com/surfexpress/metricom/>
Mailsmith 1.0.1 neu poliert -- Mit dem Erscheinen von Version 1.0.1 hat Mailsmith, das neue E-Mail-Programm von Bare Bones Software, eine zusätzliche Politur erfahren (siehe "Mailsmith verläßt die Werkstatt" in TidBITS-428). Wichtige Verbesserungen betreffen die einfachere Einrichtung ineinandergeschachtelter Mailboxen, besseres Verhalten bei Abfragen, bessere Leistung auf Power Macs unter Virtual Memory, zusätzliche Funktionalität in der Dialogbox Simple Query und die Möglichkeit, E-Mail-Accounts einzurichten, von denen entweder nur Mail verschickt oder nur empfangen werden kann. Bare Bones hat einige Fehler gegenüber der Version 1.0 behoben; die Änderungen sind in den Release Notes beschrieben. Das Update auf Mailsmith 1.0.1 ist als BinHex 2,2 MB und als MacBinary 1,6 MB groß: Auch die kostenlose Testversion für 30 Tage entspricht jetzt der Version 1.0.1. [ACE]
<http://web.barebones.com/products/msmith/msmith.html>
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-428>
<http://web.barebones.com/support/update.html>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Nachdem im letzten Monat 3Com den Kauf der Software Claris Organizer von Apple bekanntgegeben hatte, die als Basis der kommenden Macintosh PalmPilot Desktop-Applikation dienen soll (siehe "Claris Organizer wird als PalmPilot MacPac neu erscheinen" in TidBITS-429), begannen sich Mac-Benutzer der Palm-Produkte zu fragen, was dies für die Zukunft bedeutet. Ein Gespräch mit Douglas Wirnowski, dem Produktmanager für Palm-Produkte bei 3Com, brachte einige zusätzliche Details zutage.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-429>
<http://www.palmpilot.com/>
Erweiterte Verwaltung des Desktops -- Palm Organizer for Macintosh - Software zur Verwaltung persönlicher Informationen (PIM), die vom Claris Organizer abgeleitet ist - läuft auf dem Macintosh des Benutzers und ersetzt dort die derzeit aktuelle Software Pilot Desktop 1.0. 3Com will die neue Software im August ausliefern; sie wird für Besitzer von Pilot Desktop im Zeitraum von 60 Tagen nach Erscheinen als kostenloses Upgrade im Web zu haben sein, für alle anderen Kunden kostet sie als Teil des Pakets Palm MacPac 14,95 US$ (dazu gehört dann auch ein Kabel-Adapter, der das HotSync-Kabel des Pilot an die serielle Schnittstelle des Mac anpaßt). Die neue Software belegt auf dem Mac 5 MB Speicher, worin der Palm Organizer, das Kontrollfeld HotSync und der Conduit Manager - mehr dazu unten - enthalten sind. Das ist eine Verbesserung gegenüber Pilot Desktop 1.0, wofür mindestens 6 MB erforderlich sind (einige User betreiben das Programm auch lieber mit 10 MB oder mehr).
Die Mac-Version von Pilot Desktop ist zwar bei Version 1.0 geblieben, während sich die Windows-Ausgabe bis zur Version 3.0 weiterentwickelt hat; beide Varianten haben aber dieselben Funktionen und die gleiche Oberfläche. Im Gegensatz dazu wird der Palm Organizer eine andere Oberfläche haben sowie Funktionen, die es in der Windows-Version nicht gibt. 3Com plant nicht, die beiden Produkte optisch und funktionell aneinander anzugleichen.
Benutzer von Claris Organizer werden es bedauern, daß 3Com nicht beabsichtigt, den Palm Organizer als alleinlaufende Applikation anzubieten. Es ist auch noch nicht geklärt, ob das Produkt ohne Palm-Hardware überhaupt laufen wird.
Die Conduits im Aufriß -- Geräte der Baureihen PalmPilot und Palm III kommunizieren mit einem Computer mittels einer Verbindungssoftware, die als "Conduit" bezeichnet wird. Im Moment gibt es zwischen dem Pilot und der Software Pilot Desktop auf dem Mac nur ein Conduit. Es wird einen Conduit Manager geben, der diverse Conduits handhabt, die von Palm Computing oder von anderen Entwicklern geschrieben werden. Für die Benutzung des Palm Organizer wird es vier Conduits geben, die für je eine der vier Haupt-Applikationen des Palm OS zuständig sind (Address, Date Book, Memo Pad und die To-Do-Liste). Um die Palm-Daten etwa mit dem neuen Eudora Planner zu synchronisieren, würde man die vier Conduits durch neue ersetzen, die von Eudora-Hersteller Qualcomm bereitgestellt werden. Man wird auch noch weitere Conduits per drag & drop dazu installieren können (wie etwa ein Conduit für FileMaker, das mit Datenbank-Programmen auf dem Palm-Gerät zusammenarbeitet, z.B. mit JFile). Diese Conduits werden in einem eigenen Conduits-Ordner auf der Festplatte des Mac untergebracht.
<http://eudora.qualcomm.com/betas/planner/>
<http://www.land-j.com/jfile.html>
Bisher haben drei Firmen die Unterstützung von Palm Organizer Conduits zugesagt, etwa 25 Firmen entwickeln Conduits für ihre eigenen Applikationen. Derzeit ist der Macintosh Conduit Software Development Kit (SDK) kostenlos von der Web Site bei 3Com herunterzuladen.
<http://www.palmpilot.com/newspromo/mac_index.html>
<http://www.palmpilot.com/devzone/conduits.html>
Bei Palm hat es viele Anfragen nach Betatest-Versionen der kommenden Software gegeben, es wird aber wahrscheinlich eine interne Betaversion geben. Laut Wirnowski ist noch nicht entschieden, ob es in der Endphase der Entwicklung eine öffentliche Betaversion geben wird.
von Tara Calishain <calumet@mindspring.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Das Web trieft zwar vor Bildern, aber diese dienen meistens nur der Dekoration - Tasten, Logos, ausgefallene Hintergründe. Das Web kann freilich eine reichhaltige Quelle von Bildmaterial mit Bezug auf bestimmte Themen sein, wie etwa Landkarten oder Tierbildern zum Gebrauch in Schulberichten. Diese Bilder aber mit den meist textorientierten Hilfsmitteln zu finden ist nicht leicht.
Im ersten Teil dieser Serie (siehe "Bilder im Web suchen, Teil 1: Bilder via Text" in TidBITS-431) habe ich beschrieben, wie in einigen der größeren Suchmaschinen Bilder gefunden werden können. Dieses Mal will ich auf Suchmaschinen eingehen, die speziell für das Finden von Bildern eingerichtet sind.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-431>
Excalibur Image Surfer -- Ein Startpunkt ist der Excalibur Image Surfer (den es auch innerhalb von Yahoo! gibt) mit einer Auflistung verfügbarer Bilder und einer Suchmaschine. Wenn Sie schon wissen, wonach Sie suchen, sind Sie mit dieser Themenliste gut bedient - sie erlaubt Ihnen, mit einem allgemein formulierten Gebiet zu beginnen (wie etwa Sport oder Transport) und dabei auch auf Bilder zu stoßen, die unter engeren Begriffen wie Volleyball oder Raumfahrzeuge eingereiht sind. Wenn Sie Ihr gewünschtes Gebiet nicht in der Liste finden, benutzen Sie die Suchmaske. In der Liste kommt z.B. "North Carolina" nicht vor, eine Suchabfrage ergibt aber immerhin 59 Treffer. Excalibur bietet die Bilder in kleinem Format an, von denen sechs auf eine Seite passen und die rasch geladen werden; damit wird die Vorschau auf viele Bilder wesentlich beschleunigt, ohne daß mehrere Web-Sites durchsucht werden müssen.
<http://isurf.interpix.com/>
<http://ipix.yahoo.com/>
WebSEEk -- Ein anderes Bilderverzeichnis, nach Sachgebieten geordnet und mit Suchmöglichkeiten ist WebSEEk, ein Katalog mit mehr als 600.000 Bildern und Videos. Sie können nach Stichworten oder via Text suchen (wobei Sie in diesem Falle Ihre Suche auf Video, Farbfotos, Schwarzweißbilder oder "Grafiken" einschränken können (freilich ist mir nicht ganz klar, was "Grafiken" hier bedeuten soll). WebSEEk zeigt die gefundenen Objekte im Daumennagel-Format, zu je 15 pro Seite. Einige der Kategorien könnten ein weitere Gliederung in Unterkategorien vertragen - die Kategorie "Eulen" besteht aus 288 Bildern, "Tiere/Zoos" führt über 900 Einträge auf - aber es ist immerhin eine riesige Menge an Bildern an einem Platz. WebSEEk wartet auch mit einem "postcard sender" [einem "Postkarten-Verschicker"] auf, der eine E-Mail-Nachricht mit dem URL eines Bildes und einer Mitteilung versendet.
<http://www.ctr.columbia.edu/webseek/>
Die wundersame Bildermaschine -- Wenn Sie Bilder unter einem eher akademischen Sichtwinkel suchen wollen, probieren Sie es mit der Amazing Picture Machine, die eine einfache Suche nach Stichworten in zwei Feldern bietet. Diese beiden Felder können miteinander durch drei Operatoren verknüpft werden: "only" ["nur"] schränkt die Suche auf den Inhalt des ersten Feldes ein, "and" liefert Treffer, in denen beide Suchbegriffe vorkommen und "or" definiert eine Suche, die Treffer mit einem der beiden Begriffe liefert. Die Ergebnisse werden als Listen in Textform dargestellt, die die Links zu den eigentlichen Bild-Dateien enthalten. Zu jedem Bild werden die Type, die Dateigröße, Zahl der horizontalen und vertikalen Pixel und das Format angegeben - also etwa "Color photograph (54K, 600x440 pixels, jpeg)", gefolgt von einer Beschreibung des Bildinhalts (ein Bild von Henry Clay trägt z.B. die Beschreibung "Einflußreicher amerikanischer Politiker des 19. Jahrhunderts aus Kentucky").
<http://www.ncrtec.org/picture.htm>
Weitere Kollektionen -- Falls Sie Ihre gesuchten Bilder nicht finden können, lassen Sie sich vom Image Finder von SunSite helfen, der verschiedene Bildersammlungen absucht, darunter die SunSite Image Database, das Archiv des Fort Worth Star-Telegram und die Kongreßbibliothek.
<http://sunsite.berkeley.edu/ImageFinder/>
Wenn Sie speziell an Kunst interessiert sind, nehmen Sie Kontakt mit der ImageBase des Fine Art Museum in San Francisco auf. Die Bilddatenbank enthält über 60.000 Bilder von Gemälden, Fotografien, Skulpturen und anderen Kunstwerken. Sie können bestimmte Ausstellungen durchsehen oder nach Werken suchen, indem Sie den Familiennamen eines Künstlers oder ein Schlagwort eingeben.
<http://www.thinker.org/imagebase/index-2.html>
Unerwartete Ergebnisse und die Verwendung der Bilder -- Eine potentielle Hürde bei der Suche nach Bildern ist die Streubreite der Ergebnisse, die je nach Suchbegriff ganz unerschiedlich ist. Die Eingabe von "hawk" ["Habicht"] liefert in Excalibur zahlreiche Basketballspieler und -Mannschaften, während "falcon" ["Falke"] etliche Vogelbilder bringt. Ähnlich bei WebSEEk: Nach dem Durchsteigen mehrerer Ebenen in den Kategorien Tiere: Katzen: Panther finden Sie diverse Pink Panther, einige Personen, die offenbar den Spitznamen "Panther" tragen, das Logo der Green Panthers und sogar eine Panther-Tätowierung - aber unter 30 Bildern ist kein einziges von einem wirklichen Panther! Andererseits brachte die Kategorie "Hawk" Seite um Seite mit Bildern von Habichten.
Die Suche nach Bildern kann immer noch ein Wechselbad von Treffern und Nieten sein, aber die Quantität und die Qualität der Bildarchive nehmen beide zu. Wichtig: Die Tatsache, daß ein Bild zum Betrachten verfügbar ist, bedeutet keineswegs, daß es auch in anderer Weise benutzt werden darf. Ehe Sie mit einem Bild über das Ansehen hinaus irgend etwas machen, vergewissern Sie sich, daß es entweder frei verwendbar ist oder daß Sie die Nutzungsrechte erworben haben (was meist auch das Bezahlen einer Gebühr einschließt).
[Tara Calishain ist Mitautorin des "Official Netscape Guide to Internet Research" und Inhaberin von CopperSky Writing and Research.]
<http://www.coppersky.com/>
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=1566048451/tidbitselectro00A/>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
In letzter Zeit beteiligten sich auf TidBITS Talk viele Benutzer an Diskussionen zum Thema "Datensicherung" - welche Medien man am besten benutzt, wie oft man sichern sollte, welche Software gut ist, ob Geräte zur Datensicherung in den Computer eingebaut werden sollten und wie Benutzer des iMac wohl ihre Daten sichern werden. All das sind wichtige Fragen, und die Antworten gehen heutzutage wirklich jeden Computernutzer etwas an, egal welches Betriebssystem er benutzt.
Im ersten Teil dieser Artikelserie werde ich verschiedene Sicherungs-Strategien untersuchen und anführen, was man beim Ausarbeiten eines Datensicherungs-Plans beachten muß. Im nächsten Teil stelle ich dann verschiedene Produkte zur Datensicherung vor.
Wie wichtig ist Datensicherung? -- Die meisten Computernutzer sichern Ihre Daten nicht. Die Benutzer - und besonders die Anfänger - werden dazu verleitet, anzunehmen, Computer seien unfehlbar. Man drückt eine Taste, und sie arbeiten. (Und wenn man in einer großen Firma arbeitet und etwas schief läuft, ruft man einfach den Netzwerkadministrator an und läßt ihn das Problem lösen).
Aber diejenigen unter uns, die sich schon länger mit der Materie beschäftigen, wissen, daß das alles andere als wahr ist. Dateien werden versehentlich gelöscht, PowerBooks fallen runter, Festplatten fallen aus, Getränke werden verschüttet und natürlich werden auch Büros ausgeraubt und Häuser brennen ab. Digitale Daten nur auf einer Festplatte zu speichern ist alles andere als sicher und wer das Gegenteil behauptet, beschwört Katastrophen geradezu herauf. Wie hieß es doch in einer Anzeige für Retrospect, das beliebteste Datensicherungsprogramm für den Macintosh: "Es gibt zwei Arten von Menschen. Diejenigen, die schon einmal Daten verloren haben und diejenigen, die irgendwann welche verlieren werden." Das nenne ich Wahrheit und Klarheit in der Werbung.
<http://www.rocksoft.com/taobackup/>
Datensicherungs-Strategien -- Wenn wir uns also nun darüber einig sind, daß jeder seine Daten sichern sollte, kommen wir zur Frage, was man denn genau sichern sollte. Es gibt im Grunde zwei verschiedene Strategien mit unendlich vielen Zwischenstufen. Die eine Strategie geht davon aus, daß man im Falle eines Festplattendefekts so schnell wie möglich wieder weiterarbeiten will und zwar mit einer Komplettsicherung, die so aktuell wie möglich ist. Man könnte es die 'Strategie der vollständigen Datensicherung' nennen. Die andere Strategie geht davon aus, daß nur die Datendateien wichtig sind, denn Programme können immer von den Originalmedien wiederhergestellt und Freeware- und Shareware-Programme neu aus dem Internet geladen werden. Diese könnte man als 'Strategie der minimalen Datensicherung' bezeichnen.
Beide Strategien benötigen ungefähr gleichviel Zeit. Wenn Sie sich der vollständigen Datensicherung verschreiben, werden Sie mehr Zeit dafür aufwenden müssen, sich regelmäßig mit Ihrem Sicherungssystem zu beschäftigen, wobei die Automatisierung den Vorgang stark vereinfacht. Sie müssen Disketten oder Bänder in Ihr Datensicherungs-Gerät einlegen und sich vergewissern, daß alles läuft. Das dauert zwar im Vorfeld ziemlich lang, aber nach einem Festplattendefekt benötigen Sie zum Wiederherstellen der Daten nur wenig mehr Zeit als das Zurückspielen der Daten aus der Datensicherung in Anspruch nimmt.
Im Gegensatz dazu benötigen die Anhänger der minimalen Datensicherung im Vorfeld weniger Zeit - sie müssen nur hin und wieder eine Datei auf Diskette kopieren - brauchen aber unter Umständen Tage oder gar Wochen um ein System wieder voll arbeitsfähig zu machen. Bei der Strategie der minimalen Datensicherung liegt die Verantwortung, welche Daten gesichert werden sollen oder nicht, ganz bei Ihnen. Werden Sie immer daran denken, wichtige Dateien, die Sie erstellen oder verändern, zu sichern? Wenn nicht, könnte es Ihnen passieren, daß Sie die Arbeit von mehreren Tagen noch einmal erledigen müssen. Auch müssen Voreinstellungen und andere Dateien, an die man nicht unbedingt denkt, gesichert werden. Denken Sie daran, daß Sie in die Konfiguration Ihrer Programme Zeit investiert haben (z. B. Tastaturkürzel in Microsoft Word), ebenso wie in die Einstellung von Dienstprogrammen und Systemerweiterungen oder Scripts für Programme wie QuicKeys, OneClick und KeyQuencer. Außerdem dauert es seine Zeit, neue Kopien von Freeware- und Sharewareprogrammen zu finden und herunterzuladen, im Falle aufeinander aufbauender Updates von kommerziellen Programmen oder System-Software kann das sogar ziemlich schwierig werden. Selbst das Wiederauffinden von Seriennummern kann überraschend viel Zeit kosten.
Ich bin ein großer Freund der vollständigen Datensicherung. Ich sichere unsere hausinternen Computer jede Nacht mit Retrospect auf DAT (die PowerBooks und den PC, den ich nur hin und wieder benutze, immer wenn sie eingeschaltet werden). Ich habe außerdem zwei 2 GB Festplatten in einer RAID-Konfiguration in meinem Haupt-Computer, d. h. wenn eine kaputtgeht, enthält die zweite eine exakte Kopie der Daten und übernimmt sofort deren Aufgaben (rein theoretisch - es ist schwierig, das auszuprobieren). Ich benutze die RAID-Konfiguration, weil ich die wichtige Email nicht verlieren will, die zwischen der Datensicherung und einem eventuellen Datenverlust hereinkommt.
Warum mache ich das? Nennen Sie mich ruhig paranoid, aber ich kann nicht garantieren, daß ich dann, wenn etwas falsch läuft, Zeit für Reparaturarbeiten haben werde. Nach Murphys Gesetz werde ich genau dann so schnell wie möglich wieder weiterarbeiten müssen. Jeder muß für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihm seine eigene Arbeit ist. Von dieser Entscheidung hängt es ab, welche Hard- und Software man wählt und nach welcher Sicherungsstrategie man vorgeht.
Mein größter Schwachpunkt ist, daß ich keine vernünftige Außer-Haus-Strategie habe. Geoff Duncan und ich tauschen zwar regelmäßig DAT-Bänder aus, aber falls mein Haus abbrennt, bin ich Wochen oder gar Monate im Rückstand.
Was bei der Datensicherung beachtet werden muß -- Beim Erstellen einer passenden Sicherungsstrategie muß man verschiedene Punkte beachten:
Chronologische Datensicherungen oder Arbeitskopien? Manche verlassen sich auf Arbeitskopien - aktuelle, vollständige Duplikate ihrer Festplatten (z. B. auf anderen Festplatten oder Jaz-Medien). Wenn Sie so vorgehen möchten, überlegen Sie es sich gut. Was ist, wenn eine wichtige Datei beschädigt ist, und Sie es nicht gleich bemerken? Wenn Sie nur eine Arbeitskopie haben, wird die Datensicherung wahrscheinlich ebenfalls nur die beschädigte Datei enthalten. Gehen Sie dagegen chronologisch vor, ohne die vorhergehenden Dateiversionen zu löschen, können Sie bis zur neuesten, noch nicht beschädigten Version der Datei zurückgehen. Natürlich braucht man dafür mehr Speichermedien und das steigert die Kosten.
Speichermedien mit Doppelnutzen: Sicherungen von Festplatten auf Jaz-Medien o. ä. sind sehr beliebt, weil man das Jaz-Laufwerk auch noch für andere Dinge nutzen kann. Ich habe das vor Jahren mit einem 44-MB-SyQuest-Laufwerk so gemacht. Das funktioniert zwar, aber ich kann es aus zwei Gründen nicht empfehlen: Erstens ist da immer die Versuchung, die Speichermedien für das ganz normale Speichern von Daten zu benutzen, wenn man schnell Speicherplatz braucht. Damit ist das Speichermedium aber nicht länger nur eine Sicherungskopie, sondern enthält ungesicherte Daten. Zweitens: Wer ein Jaz-Laufwerk hat, hat meist auch mehrere Medien, von denen einige ungesicherte Daten enthalten. Wie sollen die gesichert werden, oder sind sie wertlos? Ich habe all das mit meinem SyQuest durchgemacht und bin zu dem Schluß gekommen, daß ein DAT-Laufwerk, das nur für die Datensicherung da ist, diese heiklen Probleme gar nicht erst aufkommen läßt.
Speicherkapazität der Medien: Bei Geräten zur Datensicherung denke ich immer daran, wieviel Daten ein Gerät bzw. das dazugehörige Speichermedium aufnehmen kann. Ich benutze ein DAT-Laufwerk, das auf einem einzigen 90 Meter-Band rund 2,6 GB sichern kann. Auf all meinen Computern gibt es aber ca. 10 GB zu sichern. Die Daten sind nicht alle in Gebrauch, und viele Dateien sind doppelt (Retrospect sichert nie mehrere Kopien derselben Datei), aber es paßt eben nicht alles auf ein einziges Band, und deshalb muß ich mehrere Sätze von Bändern verwenden. Je kleiner die Kapazität eines Mediums, desto mehr Medien braucht man, und das steigert die Kosten. Natürlich wird es auch umso schwieriger, ein unbeaufsichtigtes System zur Datensicherung einzurichten, je kleiner die Kapazität der Medien ist. Im Idealfall könnte man eine volle Datensicherung auf ein einziges Band oder eine einzige Cartridge machen, und dann auf ein zweites Medium monatelang immer nur die Dateien sichern, die sich geändert haben, bevor man den Satz um weitere Medien erweitern müßte.
Preis der Hardware: Die meisten Leute schrecken vor dem Preis der Geräte zurück, ob es sich nun um ein SyJet, ein DAT-Laufwerk oder sonst etwas handelt. Meiner Meinung nach sind diese Kosten zu vernachlässigen - das hängt natürlich damit zusammen, daß ich meine Computer geschäftlich nutze - denn man muß das Geld nur einmal ausgeben und je länger man die Anschaffung vor sich herschiebt, desto wahrscheinlicher ist es, daß irgendwann Daten verlorengehen, die wesentlich mehr wert sind als die Sicherungs-Hardware kostet. Die Preisspanne reicht von 150 US$ für ein Zip-Laufwerk bis zu 750 US$ für ein schnelles und leistungsfähiges DAT-Laufwerk. Sparen Sie nicht an der Hardware und kaufen Sie keine exotischen Geräte, nur weil sie billig sind - oder wollen Sie, daß gerade hier Ihre Schwachstelle liegt?
Langlebigkeit der Geräte und des Medienformats: Wenn es um Geräte zur Datensicherung geht, ist Konformität oberstes Gebot. Niemand hat gerne die Datensicherung von Jahren und Archive in einem Format, das bei einem Defekt des entsprechenden Geräts nicht mehr zugänglich ist. Es wird z. B. immer schwieriger, SyQuest 270 MB-Laufwerke vom Hersteller ersetzt oder repariert zu bekommen, und es gibt viele ältere Medien, die bereits das Zeitliche gesegnet haben.
Preis der Speichermedien: Auf ein 90 Meter DAT-Band passen ca. 2,6 GB und es kostet zwischen 5 und 10 US$. Ein 2 GB Jaz Medium kostet rund 150 US$. Wenn Hänschen 10 GB auf DAT und Lieschen 10 GB auf Jaz sichert, wer gibt wohl mehr Geld aus, selbst wenn man die Kosten für das Laufwerk mitrechnet? (Die Antwort bleibt als Übung für den Leser unbeantwortet.) Im Ernst: Sicherheit kostet Geld. Beziehen Sie den Preis des Laufwerks und der Medien in Ihre Überlegungen ein.
Zuverlässigkeit der Medien: Nicht alle Speichermedien sind gleich und eine kaputte Datensicherung ist noch schlimmer als gar keine Datensicherung. Aus Erfahrung kann ich sagen, daß die meisten Speichermedien heutzutage mindestens vier Jahre halten sollten, Erwartungen von 10 bis 30 Jahren sind durchaus realistisch. CD-ROMS könnten sogar noch länger halten, obwohl Schätzungen über die Lebensdauer von CD-ROM ähnlich einzuschätzen sind wie die Schätzungen über eine 10-jährige Lebensdauer von Magnetbändern. Wichtiger ist es, wie Sie ihre Medien behandeln. Sie sollten an einem kühlen, trockenen, sauberen Ort aufbewahrt werden, nur in sauberen Laufwerken eingesetzt werden und generell vorsichtig behandelt werden (schmeißen Sie Ihre Cartridges nicht einfach in die Aktentasche!). Je sorgfältiger Sie mit Ihren Medien umgehen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie Ärger damit bekommen.
<http://www.phlab.missouri.edu/~ccgreg/tapes.html>
<http://www.nml.org/MediaStability/QuestionsAndAnswers/>
Überprüfung der Datensicherung: Wie stellen Sie fest, daß eines Ihrer Bänder kaputt ist oder ob Ihre Datensicherung die richtigen Daten enthält? 'Überprüfung' heißt das Zauberwort. Es ist notwendig, den Inhalt der Sicherung hin und wieder zu überprüfen, um sicherzustellen, daß alles in Ordnung ist. Ich hole mir z. B. immer wieder ein paar Dateien aus meiner Sicherung zurück, um deren Integrität zu prüfen. Benutzer von Retrospect sollten die Überprüfungsfunktion einschalten, besonders wenn sie Bänder zur Datensicherung verwenden. Der Sicherungsvorgang dauert auf diese Weise zwar viel länger, aber es lohnt sich.
Redundanz: Eine der besten Methoden, um die Gefahr durch defekte Medien zu minimieren, ist der Einsatz mehrerer Medien bzw. Medien-Sätze. Wenn dann eines davon ausfällt, kann man auf ein anderes zurückgreifen. Selbst wenn das andere Medium schon ein wenig älter ist: alte Daten sind immer noch besser als gar keine Daten. Für meine wöchentlichen Datensicherungen benutze ich im Moment drei verschiedene Sätze Bänder, wobei ich zwei immer wieder überspiele. Wenn der dritte eine bestimmte Anzahl an Bändern erreicht hat, archiviere ich ihn und fange einen neuen an.
Automation: Bei den meisten Leuten liegt das Problem der Datensicherung vor allem darin begründet, daß es eine langweilige Aufgabe ist, die man regelmäßig erledigen muß. Deshalb bieten die meisten Programme verschiedene Funktionen zum Scripting und Automatisieren von Prozessen, sodaß das Ganze weniger mühsam wird. Diese Automatik-Funktionen kann ich nur empfehlen - Sie werden sich schwarz ärgern, wenn Sie eine Menge Arbeit verlieren, weil Sie die Datensicherung immer wieder vor sich hergeschoben haben.
Aufbewahrungsort: Was ist, wenn Ihr Büro von Einbrechern verwüstet wird oder eine Naturkatastrophe Ihr Haus zerstört? Erdbeben, Feuer, Tornados und Einbrüche kommen vor. Wie ernst Sie die das Thema der Aufbewahrung Ihrer Speichermedien außerhalb des Arbeitsplatzes nehmen, hängt davon ab, wie wichtig Ihre Daten sind. Wenn Sie in einem Büro arbeiten, können Sie problemlos jede Woche eine Sicherungskopie mit nach Hause nehmen und eine Sicherung Ihrer Daten von zu Hause mit ins Büro nehmen. Wenn Sie zu Hause arbeiten, sollten Sie darüber nachdenken, Ihre Sicherung einem Freund anzuvertrauen, den Sie regelmäßig sehen. Wenn Sie Ihre Medien am Arbeitsplatz aufbewahren, sollten Sie die Anschaffung eines kleinen feuerfesten Safes in Erwägung ziehen. Sie sollten aber darauf achten, daß er zum Schutz magnetischer Medien geeignet ist. Bei einem Brand können Temperaturen, die nicht ausreichen würden, um Papier zu entzünden (das versteht man im allgemeinen unter "feuerfest"), ein DAT-Band durchaus zerstören. Der TidBITS-Sponsor APS Technologies hat verschiedene Tresore im Angebot, die magnetische Medien 30 bis 60 Minuten lang vor Temperaturen bis 1550 Grad Fahrenheit [ca. 843 °C, --HK] schützen und die zwischen 150 und 620 US$ kosten.
Archivierung: Meistens geht man davon aus, Datensicherung sei dazu da, Daten zu schützen, an denen man gerade arbeitet. Eine gute Sicherungsstrategie kann jedoch auch alte Daten schützen, die man gerne aufbewahren möchte, aber nicht unbedingt auf seiner Festplatte haben will (wie z. B. Grafiken, Scans, Videos). Im Idealfall sollte ein Sicherungssystem auch wichtige, sich nicht mehr ändernde Dateien archivieren können. Manche benutzen Retrospect um tägliche Sicherungen auf DAT-Bänder durchzuführen, archivieren aber jedes Quartal zusätzlich auf CD-ROM.
Strategien und Lösungen -- Die meisten Menschen gehen davon aus, daß massiver Datenverlust etwas ist, das immer nur den anderen passiert. Aber wenn Sie jemals gezwungen waren zu versuchen, einen verlorenen Bericht oder eine Quicken-Datendatei wieder zusammenzustellen, werden Sie diese Erfahrung nicht wiederholen wollen. Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich einen Großteil der verfügbaren Hard- und Software zur Datensicherung vorstellen.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Jeff Carlson [JLC], Adam C. Engst [ACE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].
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