Sind Sie gezwungen, Windows zu benutzen? Mark Anbinder findet, daß Windows auf einem Mac besser läuft und schreibt über Virtual PC 2.0. Adam setzt seine Serie über Backups fort und erklärt verschiedene Hardware- und Software-Optionen. Neue interessante Produkte sind CyberStudio Personal Edition von GoLive und Fireworks von Macromedia, ein Programm zum Erstellen von Web-Grafiken.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#433/08-Jun-98.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-433.html>
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-433.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-433.etx>
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[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Terry Morse Software wird Sponsor der TidBITS -- Die TidBITS heißen Terry Morse Software als ihren neuesten Sponsor willkommen. Der Namensgeber der Firma, Terry Morse, war der Präsident von Salient Software (bekannt durch DiskDoubler, AutoDoubler und CopyDoubler), eine Firma, die einer unserer ersten Sponsoren war. Salient wurde mit Fifth Generation Systems fusioniert, die dann ihrerseits von Symantec aufgekauft wurden. Symantec hat die Produkte von Salient dann vom Markt genommen; wir haben von Terry einige Zeit nichts gehört. Aus heiterem Himmel tauchte er mit einer neuen Firma und einem neuen Produkt auf, dem klassisch-griechisch benannten Myrmidon (was ursprünglich einen Gefolgsmann von Achilles in trojanischen Krieg bezeichnet oder jemanden, der Befehle ohne zu fragen ausführt).
Myrmidon ist einzigartig mit seiner Fähigkeit, aus jeder Mac-Datei präzise Web-Seiten zu erstellen einfach dadurch, daß man auf eine Web-Seite "druckt". Es ist eine sehr nützliche Lösung, wenn man Informationen aus diversen Mac-Dateien ins Web stellen will. Interessant ist auch die Möglichkeit, aus einem Report einer Datenbank durch Drucken eine Web-Seite zu erstellen - das ist für einmaligen Gebrauch ideal. Die meisten Benutzer werden Myrmidon nicht für alle ihre Web-Seiten verwenden - ich möchte das Programm am ehesten mit einer Wasserpumpenzange, die Ihnen Stunden der Frustration erspart, weil Sie mit ihr den Abfluß in der Küche reparieren können (Installateursarbeit und HTML sind in dieser Hinsicht für mich sehr ähnlich). Wir freuen uns, daß kleine Firmen wie Terry Morse Software nützliche Hilfsprogramme produzieren, die den Mac zu etwas Besonderem machen. [ACE]
Macromedia startet Fireworks -- In den letzten Jahren haben wir verschiedene Programme auf dem Markt erscheinen gesehen, die alle den Anspruch erhoben haben, die Komplettlösung für Webseiten zu sein. Mit der Herausgabe von FireWorks 1.0 versucht Macromedia dasselbe für Web-Grafiken; die vielen Software-Werkzeuge im Kasten eines Gestalters sollen in einer einzigen Applikation zusammengefaßt werden. Mit Text sowie Vektor- und Bitmap-Grafik optimiert FireWorks Bilder für das Web, zeigt eine Vorschau in Echtzeit bei erfolgten Änderungen und hat Funktionen zum Anwenden und Entfernen von Text- und Grafikeffekten. Fireworks soll am Markt etwa 299 US$ kosten, eine Testversion (9,6 MB) ist verfügbar. [JLC]
<http://www.macromedia.com/software/fireworks/>
GoLive CyberStudio wird persönlich -- Für einige Web-Gestalter bedeutet der Begriff "mit allen Funktionen" eher "Extras, für die ich bezahle, die ich aber nicht verwende". GoLive berücksichtigt preisbewußte Benutzer mit der CyberStudio Personal Edition (99 US$), die die meisten Kernfunktionen von CyberStudio enthält, einige der gehobenen Optionen aber nicht. Man kann mittels CyberStudio Personal Web-Seiten visuell gestalten, Quellcode von HTML und JavaScript bearbeiten und die Dateien einer Web-Site verwalten. Zu den Funktionen, die nur in der professionellen Version vorhanden sind, gehören integriertes Dynamic HTML (DHTML), Cascading Style Sheets, Suchen und Ersetzen im grep-Stil, Unterstützung von QuickTime 3.0 und HTML 4.0, WebObjects und einige Optionen zur Übertragung von Dateien. GoLive bietet kostenlose Updates für die Besitzer von Konkurrenzprodukten (nur Vollversionen) wie PageMill, BBEdit, Home Page, Dreamweaver, Microsoft Front Page, NetObjects Fusion und Symantec Visual Page; um zu dem kostenlose Update zu kommen, müssen die Benutzer ihre Konkurrenzsoftware an GoLive senden. Eine kostenlose Testversion für 30 Tage (8,7 MB) kann heruntergeladen werden. [JLC]
<http://www.golive.com/three/cyberstudio/>
<http://www.golive.com/three/gogetit/>
von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter J. Ferstl]
Virtual PC von Connectix Corporation war nicht das erste Produkt, das es Mac-Besitzern erlaubte, Windows-Software einzusetzen, aber sehr zum Verdruß von Orange Micro (mit Orange PC) und Insignia Solutions (mit SoftWindows) hat Virtual PC wegen seiner hervorragenden Oberfläche sehr rasch große Beliebtheit erlangt. In der Version 2.0 ist Virtual PC nun noch einmal besser, stärker und schneller geworden.
<http://www.connectix.com/html/connectix_virtualpc.html>
<http://www.orangemicro.com/>
<http://www.insignia.com/>
Frühe Benutzer von Windows am Mac haben ja bei dem Gedanken, einen Software-Emulator anstelle einer Hardware-Lösung wie Orange PC oder Apples PC Compatibility Cards zu verwenden, die Nase gerümpft; Virtual PC war aber auf schnellen Macs flott genug, um Kritiker zum Schweigen zu bringen. Virtual PC ist ein Pentium-Emulator, kein Windows-Emulator wie SoftWindows; daher kann es die Basis für praktisch jedes Betriebssystem bilden, das auf herkömmlicher Intel-Hardware läuft. Die meisten Anwender wollen Virtual PC im Paket mit Windows 95, es ist aber auch als preisgünstigeres Paket mit PC-DOS zu haben, zu dem dann ein beliebiges Pentium-kompatibles Betriebssystem hinzugefügt werden kann, auch Linux oder Windows NT (siehe auch "Virtual PC: Langsam, aber das Warten wert" in TidBITS-397).
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-397>
Neu in Zwei -- Auf den ersten Blick wirft die Liste der Verbesserungen in Virtual PC 2.0 die Frage auf, ob es nicht eher Virtual PC 1.5 oder gar 1.1 hätte heißen müssen. Bessere Geschwindigkeit, bessere Kompatibilität bei Spielen und die Fähigkeit zu drag & drop zwischen den Mac- und Windows-Umgebungen erscheinen nett, aber nicht weltbewegend. Das Paket mit 2.0 enthält sogar das alte Handbuch und dazu ein Zusatzheft mit den neu hinzugekommenen Features.
Zu meiner Freude hat der erste Testlauf mit Virtual PC 2.0 klargestellt, daß das Produkt weitaus besser und schneller ist. Die Änderungen können so kurz beschrieben werden, daß das Drucken eines neuen Handbuchs eine Verschwendung gewesen wäre; das Produkt läßt sich aber in so viel besserer Weise benutzen, daß ich mich frage, warum ich von Virtual PC 1.0 so angetan war.
Virtual PC 2.0 ist wirklich merklich schneller - Connectix spricht von 25 bis 40 Prozent. Windows 95 hat sich auf meinem PowerBook 1400c (603e,133 MHz) von de facto unbrauchbarer zu brauchbarer Geschwindigkeit beschleunigt, also auf einer viel langsameren Maschine, als sie von Connectix offiziell unterstützt wird (es soll ein G3, ein 604e oder ein 603e mit mindestens 180 MHz sein). Auf meinem UMAX SuperMac C600 (603e, 240 MHz) hat sich die Leistung auf ein reaktionsfreudiges Niveau gesteigert.
Falls Sie Windows 95 nicht brauchen, werden Sie feststellen, daß Windows 3.1 gut läuft, obwohl es nicht einfach ist, es anstelle des vorinstallierten Windows 95 zu installieren (das ist auf einem echten Intel-Computer allerdings auch kein Spaß).
Nicht nur schneller -- Virtual PC 2.0 hat auch eine Reihe von Änderungen in der Bedienung erfahren, die jetzt, da es sie gibt, völlig naheliegend scheinen:
Diese Verbesserungen lassen die Zusammenarbeit zwischen Windows- und Mac-Umgebung glatter vonstatten gehen (sie gelten nur, wenn innerhalb von Virtual PC Windows 95 läuft - beinahe alle Integrationsfunktionen sind in anderen Betriebssystemen nicht aktiv.
Ein praktisches Feature, das Connectix nicht groß herausstreicht, ist die Fähigkeit von Virtual PC 2.0, Windows 95 herunterzufahren. Die vorige Version hat Sie noch aufgefordert, Windows zu beenden, wenn Sie versucht haben, die Emulation zu beenden, ohne den Zustand des PCs zu speichern, hat dies aber nicht für Sie getan. Wenn Sie hingegen jetzt ohne den Zustand zu sichern den PC-Betrieb beenden, schließt Virtual PC vorher in sicherer Weise Windows, ehe es selbst beendet. Das ist ein weiterer Aspekt, durch den Windows am Mac besser als am PC ist; dazu kommt, daß Sie nun ohne weiteres die Images der Boot-Disk wechseln können).
Die Installation des Upgrades -- Virtual PC ist auch in Virtual PC 2.0 immer noch watscheneinfach zu installieren und das Upgrade zu installieren ist auch nicht schwierig. Ein simples Hilfsprogramm erledigt das Update der Applikation Virtual PC und kopiert den Ordner Extras 2.0 auf die Festplatte.
Wenn Sie hier aufhören, bekommen Sie freilich die Windows-Seite der neuen Integrationsfunktionen nicht; installieren Sie also auch die Updates von Connectix auf Ihrer virtuellen Windows-Platte. Die Dokumentation beschreibt Schritt für Schritt das Überlagern der bestehenden Installation mit den neuen Integrationsbausteinen; falls Sie auf Ihrem alten C:-Laufwerk nicht viel modifiziert haben, können Sie auch eine frische Kopie einspielen.
Ich habe beide Methoden ausprobiert, weil das Virtual PC 1.0 auf dem PowerBook zu wenig mehr als Solitaire benutzt worden war, wohingegen die Konfiguration auf dem UMAX C600 stärker modifiziert war. Das Upgrade auf 2.0 mit der Absicht, die Inhalte der alten virtuellen Festplatte zu löschen war natürlich nicht schwieriger als eine Erstinstallation. Das Hinzufügen der neuesten Optionen für Windows 95 auf der existierenden Festplatte war dagegen keine Prozedur mit nur einem Mausklick (die Dokumentation beschreibt nicht, wie man nach dem Update aufräumen kann). Es war aber nicht beschwerlicher als die meisten Windows-Installationen, die ich gemacht habe.
Immer noch einige Unebenheiten -- In TidBITS-397 haben wir erwähnt, daß eine Änderung des Zustands des Mac, wie das Austauschen eines CD-ROM-Laufwerks gegen ein Diskettenlaufwerk an einem PowerBook für den gespeicherten Zustand des virtuellen PC verheerende Folgen haben kann. Das kann nicht überraschen: Weil Virtual PC den Zustand des emulierten PCs speichert, um später einen schnellen Start zu ermöglichen, muß es davon ausgehen, daß die physische Maschine dieselbe geblieben ist.
Virtual PC könnte diese Situationen aber eleganter handhaben. Die derzeitige Prozedur - den User zu informieren, daß der gespeicherte PC-Zustand nicht wiederhergestellt werden konnte und dann den PC neu zu starten - bringt beinahe sicher dieselben Schäden in der Dateienstruktur mit sich, die auch ein plötzlicher Neustart eines realen PCs hervorruft. Die Software sollte dem Benutzer mitteilen, was das Problem ist, und ihm entweder gestatten, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, bevor er weitermacht, oder ihm ermöglichen, den Startvorgang abzubrechen und mit der richtigen Hardware an Ort und Stelle später noch einmal zu starten; der automatische Neustart ohne all dies sollte wirklich der letzte Ausweg sein. Moderne PowerBooks - und auch Desktop-Geräte - bieten zu viele Erweiterungs- und Austauschmöglichkeiten, als daß Entwickler davon ausgehen könnten, daß sich die Hardware niemals ändert. Die Möglichkeit, aus solchen problematischen Situationen elegant herauszukommen, sollte nicht nur eine Option sein; wenig versierte Mac-User mit einer verwirrenden Fehlermeldung zu konfrontieren, die anbietet, Microsofts auf DOS basierendes Diagnoseprogramm SCANDISK laufen zu lassen, ist Quälerei.
Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die Dokumentation. Das Originalhandbuch für die Version 1.0 ist klar, es fehlen aber einige subtilere Aspekte der Software wie die Benutzung anderer Betriebssysteme. Die gebotene Einführung in die Konzepte von Windows - schön und gut, aber sie ist wegen Microsofts Handbuch für Windows 95 in der Packung überflüssig. Das Zusatzheft zu 2.0 erklärt zwar die neuen Features gut, aber der Normalverbraucher sollte ein umfassendes Handbuch vorfinden, kein Paar unvollständiger Büchelchen. Das Ergebnis: Die Webseite Virtual PC FAQ von Connectix ist voll von Informationen, die in der gedruckten Dokumentation nicht zu finden sind.
<http://www.connectix.com/html/vpc_faq.html>
Ich habe mit dem telefonischen Kundendienst für Virtual PC gute Erfahrungen, vom Support via E-Mail bin ich allerdings enttäuscht. Wenn ich eine Mail an die für Virtual PC angegebene Support-Adresse schicke, erhalte ich eine automatische Antwort mit der Aufforderung, die Anfrage in einem speziellen Format an eine andere Adresse zu richten. Ich habe für die Mitarbeiter von Support-Abteilungen Verständnis, die oft mit unvollständigen Angaben zu einem Problem zu tun haben, aber Connectix sollte auf Mail, die mit geeigneten Informationen zu einem Problem an die publizierte Adresse gerichtet ist, auch in angemessener Weise antworten.
Davon abgesehen: So oft wie ich Windows brauche, bin ich mit Virtual PC sehr zufrieden und ziehe es anderen Möglichkeiten von Insignia oder Orange Micro und auch einem billigen PC vor.
Virtual PC 2.0 kostet bei Cyberian Outpost 140 US$, Upgrades je 25 US$. Falls Sie Virtual PC 1.0 zwischen 1. Januar 1998 und 30. April 1998 gekauft haben, ist das Upgrade gratis.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz]
In TidBITS-432 habe ich über die Bedeutung von Sicherungskopien gesprochen und einige Anregungen zu verschiedenen Strategien der Datensicherung gebracht. Dieses Mal will ich mich mit Backup-Hardware und Software befassen.
<http://www.carrier.co.at/res/mac/tidbits/TidBITS-432>
Backup-Geräte -- Jedes Speichergerät kann auch als Backup-Gerät fungieren, aber das soll nicht heißen, daß Sie sich auf irgendein Speichermedium für Ihre Sicherung verlassen sollen. Für durchschnittliche Mac-Benutzer gibt es eine Reihe von Möglichkeiten; ich werde allerdings die sehr teuren Varianten wie 8-mm-Band, DLT (digital linear tape) oder Maschinen mit Ladeautomatik nicht besprechen. Auf der Web-Seite von Dantz Development gibt es ähnliche Informationen sowie einen Vergleich der Kosten.
<http://www.dantz.com/backup_hardware/hoptions.html>
Disketten: Denken Sie nicht im Ernst daran. Macs haben heute Festplatten mit mehreren Gigabyte und das macht Backups auf Disketten unrealistisch. Falls Sie ein fanatischer Minimalist sind, können Sie einige Dateien auf Disketten ziehen, aber Sie werden viel Zeit aufwenden, den Rest Ihrer Dateien wiederherzustellen, wenn ein Notfall auftritt. Dazu kommt, daß Disketten bekannt unzuverlässig sind - einige funktionieren jahrelang, andere wieder gehen schon kaputt, wenn Sie sie nur einmal quer durch das Zimmer tragen.
Zweite Festplatte: Eine Festplatte kann in erster Linie für "working" Backups dienen, die exakte Duplikate der Originaldaten enthalten. Es ist schwierig, "historische" Backups auf einer Festplatte anzulegen und es ist teuer, mehr als einen Satz von Sicherungskopien zu führen. Es ist unwahrscheinlich, daß zwei Festplatten zur gleichen Zeit kaputtgehen, aber sie können doch beide durch eine ernsthafte Stromschwankung beschädigt werden und sind empfindlich gegen Diebstahl oder Katastrophen. Als einziges Backup-Medium kann ich die zweite Festplatte nicht empfehlen.
Zip-Laufwerk: Diese Laufwerke sind preisgünstig (unter 150 Dollar), die Medien dazu kosten etwa 10 Dollar. Zip-Cartridges fassen allerdings nur 100 MB; das bedeutet, daß Sie 20 oder mehr davon brauchen, um 2 GB zu sichern. Die Zuverlässigkeit von Laufwerk und Medien ist nicht besonders hoch. Ich betrachte die Zip-Disks als die Floppies unserer Tage und vertraue ihnen keine wirklich wichtigen Daten an.
Magneto-optische Speicher: Diese Systeme gibt es in Kapazitäten von 128 MB bis 2,6 GB; die Preise für die aktuelle Generation von 640-MB- und 2,6 GB-Laufwerken liegen bei 400 bzw. 1700 Dollar. Die Medien dazu sind sehr preisgünstig - etwa 35 Dollar für 640 MB und ca. 70 für 2,6 GB. Im Kriterium Zuverlässigkeit liegen magneto-optische Systeme gut; ich schätze sie dabei höher ein als andere Wechsellaufwerke. Die geringe Kapazität der billigeren Laufwerke kann frustrierend sein. Sie sind allerdings auch nicht so weit verbreitet wie andere Wechselmedien, was ihren Einsatz beim Weitergeben von Dateien einschränkt.
Große Wechsellaufwerke: Wechsellaufwerke wie Jaz und SyJet beruhen auf denselben starren Platten, die auch in Festplatten verwendet werden und können 1 GB und mehr pro Cartridge speichern. Diese weit verbreiteten Laufwerke kosten zwischen 250 und 600 Dollar, die Medien sind allerdings ziemlich teuer (zwischen 75 und 150 Dollar). Zwar ist die Kapazität für Sicherungen in Ordnung, aber die Kosten liegen höher als mir angenehm ist und die Zuverlässigkeit wird in TidBITS Talk nicht allzu hoch eingeschätzt.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04626>
Travan-Bandlaufwerk: Ich bin mit Laufwerken, die auf der Travan-Technologie aufbauen, nicht besonders vertraut - es gibt verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Spezifikation, moderne Konstruktionen können auch einige ältere Bandformate (QIC, quarter-inch cartridge) lesen. Diese Systeme sind preisgünstig (300 bis 600 Dollar für das Laufwerk, Bänder um 35 bis 40 Dollar) und bieten viel Platz; sie sind zwar relativ langsam, aber das ist für eine unbeaufsichtigte Sicherung kein Problem. Die Bänder speichern 4 oder 10 GB ohne Kompression, Kompressionsraten von 3:2 sind je nach Datentyp mindestens möglich.
DAT-Bandlaufwerke: Diese Laufwerke gehören mit Preisen zwischen 600 und 1000 Dollar zu den teuersten Möglichkeiten. Es gibt einige verschiedene DAT-Varianten (auch als DDS bekannt), die höhere Kapazität, Geschwindigkeit und hardwarebasierte Kompression bieten. Die Bänder sind billig, zwischen 5 und 15 Dollar das Stück, und nehmen zwischen 2,6 und 12 GB auf. Die Zuverlässigkeit ist gut (wenn auch nicht überragend) und die niedrigen Preise der Bänder machen mehrere Backup-Sätze möglich und verringern die Gefahr, die von schadhaften Medien droht. Viele DAT-Laufwerke werden mit Retrospect geliefert, den meisten anderen Speichergeräten liegt keine Backup-Software bei. Ich benutze ein HyperDAT-Laufwerk von APS nun seit fünf Jahren für nächtliche Sicherungsläufe und empfehle daher eine DAT-Bandlösung für Sicherungszwecke.
CD-R: Wegen fallender Preise für CD-Recorder und die passenden Medien ist CD-R eine brauchbare Backup-Lösung geworden. Laufwerke kosten zwischen 350 und 600 Dollar, beschreibbare CDs 2 bis 3 Dollar bei einer Kapazität von 650 MB. Manche Leute verfolgen eine zweigleisige Sicherungsstrategie - DAT-Bänder für die tägliche Sicherung und CD-R für die regelmäßige Archivierung. Bedenken Sie, daß Sie für ein CD-R-Laufwerk spezielle Backup-Software brauchen; normale Software zum CD-Brennen wie etwa Toast verschwendet für jeden Backup-Lauf viel Platz. Echte Backup-Programme wie Retrospect oder Retrospect Express vermeiden dies mit einer Methode namens Packet Recording. Freilich unterstützt Retrospect nicht alle älteren CD-R-Laufwerke - sehen Sie in der Kompatibilitätsliste von Dantz oder in einer ähnlichen Aufstellung für andere Programme nach.
<http://www.dantz.com/dantz_products/cdr.html>
Backup-Software -- Backups legen sich nicht von selbst an (obwohl es Leute gibt, die der Meinung sind, daß dies so sein sollte). Nachdem Sie ein Backup-Gerät gekauft und angeschlossen haben, brauchen Sie noch Software, die die Details des Kopierens Ihrer Dateien erledigt. Weil im Grunde das Kopieren von Dateien alles ist, was Backup-Programme machen, gibt es eine Fülle von Produkten, die Sie möglicherweise für Sicherungen benutzen könnten. Backup-Software kann in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden - echte Backup-Programme, Hilfsprogramme zum Kopieren und Software zum Synchronisieren von Datenbeständen.
Ich fasse ein Programm nicht als echtes Backup-Programm auf, wenn Backup nicht seine primäre Funktion darstellt. Es sollte volle und inkrementelle Backups (also nur die geänderten Dateien) auf einer Vielzahl von Medien anlegen können. Es sollte möglich sein, Sicherungsläufe zeitlich festzulegen, mehrere Sätze von Sicherungskopien für aufeinanderfolgende Versionen der Daten zu erstellen ("historische" Backups) und unbeaufsichtigte Sicherungsläufe zu machen. Professionelle Backup-Programme funktionieren auch über das lokale Netz und mit verschiedenen Betriebssystemen. Echte Backup-Programme verwenden oft keine direkt im Finder lesbaren Formate für die Speicherung, was Kompression und auch Verschlüsselung von Sicherungskopien möglich macht.
Programme zum Kopieren und zum Synchronisieren von Dateien sind zwar ähnlich, haben aber eine andere Aufgabe. Produkte wie SpeedDoubler, der nicht mehr aktuelle CopyDoubler und andere sind hauptsächlich dafür gedacht, den Prozeß des Kopierens von Dateien im Finder zu erweitern. Sie bieten vielleicht die Möglichkeit, nur geänderte Dateien zu kopieren und Kopierprozesse zeitgesteuert ablaufen zu lassen, aber es fehlen ihnen die Optionen und die Tiefe eines echten Backup-Programms. Ein interessantes Produkt in dieser Kategorie ist DeskTape von Optima Technologies, mit dem man ein DAT-Band wie eine (freilich sehr langsame) Festplatte auf den Schreibtisch laden kann.
<http://www.connectix.com/html/speeddoubler.html>
<http://www.optimatech.com/DTape.html>
Hilfsprogramme zum Synchronisieren von Dateien wie Synchronize Pro von Qdea sind dafür gedacht, Dateien zwischen Festplatten zu synchronisieren, wie es oft zwischen einem Desktop-Mac und einem PowerBook gefragt ist, aber sie nehmen oft auch Backup-Fähigkeiten für sich in Anspruch. Sie kopieren nur geänderte Dateien und können bisweilen auch automatisiert werden. Leider mangelt es auch ihnen an der Tiefe echter Backup-Programme; sie sind nicht in der Lage, mehrere Sätze von Sicherungskopien zu führen, historische Backups anzulegen oder Daten zu komprimieren.
<http://www.qdea.com/syncpro.html>
Beide Arten von Programmen sind geeignet, einfache "working" Backups (also in Form direkt lesbarer Dateien mit der Dateienstruktur des Finders) anzulegen, aber aus meiner Sicht ist es riskant, sich nur darauf zu verlassen. Um eine solche Strategie zu einer sicheren zu machen, sollten Sie regelmäßig Sicherungskopien auf mehrere Medien anlegen, dabei alle relevanten Dateien berücksichtigen und die Sätze der Sicherungskopien rotieren lassen, sodaß Sie in gewissem Ausmaß dann ein "historisches" Backup haben. Es ist nicht unmöglich, dies von Hand zu machen, aber es erfordert Überlegung und regelmäßiges Arbeiten.
Es gibt einige weitverbreitete echte Backup-Programme, andere - wie Redux und FastBack - sind im Laufe der Zeit wieder verschwunden.
Retrospect: Dantz Development ist eine der ältesten Softwarefirmen am Mac-Markt, was besonders erstaunlich ist angesichts der Tatsache, daß die Firma immer nur wenige Produkte hatte, die alle mit Backup zu tun haben. Dantz' Flaggschiff ist Retrospect 4.0, das automatisches Backup, Kompression, Unterstützung der meisten Geräte, schnelles Sichern über ein lokales Netz (auch unter TCP/IP) mittels Retrospect-Clients sowie Unterstützung von Clients für Windows 95 und NT bietet (PC Week hat sogar die Benutzung von Retrospect auf einem Mac empfohlen, um die Daten von Windows-Maschinen zu sichern). Flexibilität bei der Erstellung mehrerer Sätze von Sicherungen, zeitgesteuertes automatisches Backup sind selbstverständlich, ein Backup-Server erfaßt auch das gelegentliche Auftauchen von PowerBooks im LAN. Zwar bietet Retrospect eine Easyscript-Option, die den Benutzer beim Erstellen von Backup-Scripts leitet, aber ich empfehle Ihnen, sich Ihre eigene Backup-Strategie zu zimmern. Das ist nicht einfach - die Flexibilität von Retrospect läßt die Oberfläche ziemlich abstrakt aussehen -, aber es hat für mich besser funktioniert als die vorgefertigte Strategie und Zeiteinteilung, die von EasyScript bereitgestellt wird. Ich benutze Retrospect seit Jahren; wenn Sie das Konzept einmal begriffen haben, ist es ein großartiges Werkzeug. Es liegt auch zahlreichen Bandlaufwerken bei und stellt deshalb für viele Benutzer die naheliegende Lösung dar. Falls Sie es aber separat kaufen müssen, kostet Sie Retrospect 4.0 etwa 150, ein Paket mit 5 Clients etwa 100 Dollar.
<http://www.dantz.com/dantz_products/retro.html>
<http://www.zdnet.com/zdnn/content/pcwk/1432/pcwk0001.html>
Retrospect Express: Ein neues Produkt von Dantz, Retrospect Express, richtet sich an einzelne Benutzer statt an Personen, die mehrere Macs über ein Netzwerk sichern. Retrospect Express beherrscht die meisten Features von Retrospect, bietet aber keine Unterstützung von Bandlaufwerken - Retrospect Express geht davon aus, daß Sie eins der Wechselplatten-Systeme (darunter auch CD-R) verwenden. Wenn Sie ein Backup-Programm anschaffen müssen und auf Wechselplatten speichern wollen, ist Retrospect Express um 49,95 Dollar eine preiswerte Option. Es gibt kein gedrucktes Handbuch, aber die PDF-Version auf der CD-ROM (die übrigens englische, französische und deutsche Versionen von Software und Handbuch enthält) ist sehr gut gelungen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04833>
<http://www.dantz.com/dantz_products/express.html>
DiskFit Direct/DiskFit Pro: Bei diesen Programmen handelt es sich um die Produkte, die Dantz vor Retrospect Express am Einsteigermarkt angeboten hat. Sie sind einfach, wenig flexibel und unterstützen keine Volumes mit mehr als 32000 Dateien. Sie sind aber immerhin mit Mac OS 8.1 kompatibel, ausgenommen das Hilfsprogramm DiskFit Reminder. Beide sind noch im Handel zu finden, Dantz will sie allerdings im Laufe des Juli vom Markt nehmen - nach zehn Jahren. Wenn Sie eins dieser Produkte benutzen, wird es noch einige Zeit brauchbar sein, ich kann aber keins der beiden empfehlen.
<http://www.dantz.com/dantz_products/dfd.html>
<http://www.dantz.com/dantz_products/dfp.html>
NovaMac: NovaMac von NovaStor nimmt viele Optionen für sich in Anspruch, darunter die Unterstützung zahlreicher Netzwerke und diverser Bandlaufwerke, unbeaufsichtigtes Backup und Paßwortschutz. Ich habe öfter gehört, daß frühe Versionen nicht ganz einfach zu konfigurieren sind, vielleicht weil das Produkt von NovaStor stammt, einer PC-orientierten Firma, deren einziges Mac-Produkt NovaMac ist. Ein Leser meinte, er würde zwar NovaMac nicht Retrospect vorziehen, aber es sei doch ein gutes Produkt für Leute in gemischten Umgebungen, besonders wenn aus irgendeinem Grund Retrospect nicht in Frage kommt. NovaMac liegt einigen Bandlaufwerken bei, einzeln kostet es 49,95 Dollar.
<http://www.novastor.com/backup/datasheets/nmac.html>
CharisMac Backup Mastery: Backup Mastery von CharisMac nimmt für sich in Anspruch, CD-R-Laufwerke, die meisten Bandlaufwerke und Wechselplatten zu unterstützen. Es bietet unbeaufsichtigtes Backup, Sichern ausgewählter Dateien, zeitgesteuerte Sicherungsläufe und anderes. Es kostet 129,95 Dollar, als Upgrade für Benutzer von Konkurrenzprodukten 39,95 Dollar. Für alle, die auf Band sichern wollen, ist Backup Mastery eine von nur drei Optionen neben Retrospect und NovaMac.
<http://www.charismac.com/backup_mastery.html>
DataSaver: Das Programm DataSaver 1.1 von Software Architects (79,95 US$) ist ein simples Backup-Programm zur Verwendung mit Wechselplatten. Es bietet Filter, um nur bestimmte Dateitypen zu sichern, unterstützt mehrere Sätze von Medien und gibt die vermutliche Anzahl von Medien, die Dauer des Backups und die Zeit bis zum nächsten Diskwechsel im voraus an.
<http://www.softarch.com/us/products.services/spec.sheets/DataSaver.ss.html>
Personal Backup: Highwares Personal Backup (49 US$) ist ebenfalls ein schlichtes Backup-Programm zur Verwendung mit Wechselmedien. Es kann inkrementelle Backups ausführen und im Hintergrund und zeitgesteuert laufen. Personal Backup hat die Gestalt eines Kontrollfelds und enthält Features zur Synchronisation von Dateien und zum Aufzeichnen von Tastatureingaben. Eine Testversion für zwei Wochen (in Englisch oder Französisch) kann von der Web-Site von Highware heruntergeladen werden (275 K).
<http://www.highware.com/main-pbu.html>
Einige Backup-Programme für andere Plattformen wie Windows NT können Mac-Clients sichern; dazu zählen Cheyenne ARCserve, Seagate BackupExec und IBMs ADSTAR Distributed Storage Manager. Ich erwähne das in erster Linie für den Fall, daß jemand einen NT-Netzadministrator dazu bringen muß, für einen Mac im Netz eine Backup-Möglichkeit einzurichten.
<http://www.cheyenne.com/Product-Info/windowsnt/arcserve65-nt-menu.html>
<http://www.seagatesoftware.com/bewinnt/>
<http://www.storage.ibm.com/software/adsm/adsmhome.htm>
Weitere Gedanken zum Backup -- Der dritte Teil dieser Serie wird sich mit Shareware-Backup-Programmen befassen und einen Internet-Backup-Dienst für den Mac beschreiben; dazu nenne ich Dienste, an die Sie sich im Falle einer Katastrophe wenden können.
Ständige Autoren der TidBITS in dieser Ausgabe:
Mark Anbinder [MHA], Jeff Carlson [JLC], Adam C. Engst [ACE].
Übertragung dieser Ausgabe:
Walter J. Ferstl [WJF],
Heike Kurtz <heike@heikekurtz.de> [HK].
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