TidBITS#456/23-Nov-98 - Deutsch

[Übersetzung: Hage Pfeiffer]
In welchem Maße tangiert der Microsoft-Antitrust-Prozeß Apple und die übrige Industrie? Matt Deatherage analysiert diese Woche den Fall. Dann gibt's noch neue Informationen zur geplanten AOL/Netscape Fusion und zur Firma Sun Microsystems, die eine einstweilige Verfügung gegen Microsoft bezüglich Java-Lizensierung erwirken konnte. In weiteren News, die nicht Microsoft betreffen, geht's um die Updater Speed Doubler 8.1.2 und WebSTAR 3.0.2, sowie um Einzelheiten zu Apples Finanzierungsangeboten für den iMac.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#456/23-Nov-98.

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MailBITS/23-Nov-1998

[Übersetzung: Hage Pfeiffer]

Fusion AOL/Netscape? -- America Online und Netscape Communications haben die Gerüchte bestätigt. Der Deal: America Online will Netscape für 4 Milliarden Dollar übernehmen und Sun Microsystems möchte Netscapes "High-End-Business" und die "Enterprise-Server-Produktlinie" kaufen oder lizensieren. Damit würde AOL Netscapes Web Browser Software übernehmen, die etwa 50% des Browser-Markts repräsentiert, und dazu Netscapes stark frequentierte NetCenter Web Site. Microsoft benutzt diese Gerüchte für die gerichtliche Auseinandersetzung mit den amerikanischen Wettbewerbshütern und will damit geltend machen, daß Microsoft ebenfalls einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt wird, ohne daß die Kartellbehörden eingreifen. Microsofts Gegner werden hingegen argumentieren, daß dieser Deal ein weiterer Beweis dafür ist, daß selbst große Unternehmen wie Netscape gegen Microsoft keine Chance haben. [GD]. [Zwischenzeitlich wurden aus den Gerüchten bestätigte Fakten -- HP].

Speed Doubler 8.1.2 Update mit Fehlerbereinigung -- Connectix hat das Update Speed Doubler 8.1.2 herausgebracht, das Fehlerkorrekturen enthält und Kompatibilitätsprobleme behebt. Die "Faster File Copying"-Funktion klappt jetzt auch von gesperrten Startlaufwerken aus und ein Problem, mit den aufspringenden Ordnern wurde behoben. Das Problem eines möglichen Absturzes wenn sich das Kopierfenster außerhalb des Monitors befindet sowie einige andere Fehlerquellen wurden behoben. Das Update behebt auch ein Problem unter Mac OS 8.5, das beim Click auf "OK" oder "Cancel" im Dialog für zeitgesteuertes Kopieren (Copy Agent Schedule) einen Absturz verursachen konnte. Connectix empfiehlt allen "Speed Doubler 8"-Anwendern das Upgrade auf Version 8.1.2. Der Patch steht als kostenloser Download (516 k) zur Verfügung. [JLC]

http://www.connectix.com/html/speed_doubler_updates.html

Sun gewinnt einstweilige Verfügung gegen "Microsoft-Java" -- Im jahrelangen Lizenzstreit zwischen Sun Microsystems gegen Microsoft hat der Richter Ronald Whyte vom amerikanischen District Court den Antrag der Firma Sun auf eine einstweilige Verfügung bezüglich Microsofts Java-Implementierung für Windows entsprochen. Microsoft muß innerhalb von 90 Tagen alle Java-bezogenen Produkte entsprechend dem Lizenzvertrag mit Sun anpassen. Im Grunde bedeutet dies, daß Microsofts Java Produkte Suns "Java Native Interface " (JNI) für die Java Runtime-Umgebung unterstützen müssen. Des weiteren müssen diese Produkte Suns Java-Kompatibilitätstests bestehen. Auch muß sichergestellt sein, daß nichtstandardgemäße Compiler-Anweisungen und Schlüsselwörter in den Java-Entwicklungswerkzeugen entfernt werden. Microsoft muß seine Kunden darauf hinweisen, daß eine (vorläufige) Lizenzverletzung vorliegt und Entwickler davor warnen, Code zu kompilieren, der nicht mit Suns Richtlinien zur Java-Technologie kompatibel ist. Microsoft hat die Befolgung dieser Regelung zugesagt. Obwohl das Gericht annimmt, daß Sun im Hauptverfahren obsiegen wird, wurde Sun die Hinterlegung einer Kaution von 15 Millionen Dollar auferlegt, für den Fall, daß Microsoft doch am Ende siegt. Die Auswirkungen dieser Entscheidung könnten schon bald spürbar werden. Einigen Berichten ist zu entnehmen, daß Microsoft plant, seine "Java Virtual Machines" (VMs) für Macintosh und Unix aufzugeben, teilweise um dem Gerichtsurteil zu entsprechen.

http://java.sun.com/lawsuit/
http://www.microsoft.com/presspass/features/11-17sun.htm
http://www.zdnet.com/zdnn/stories/news/0,4586,373263,00.html

WebSTAR 3.0.2 Update verfügbar -- StarNine Technologies hat die neue Version WebSTAR 3.0.2 des
weitverbreiteten WEB-Servers zur Verfügung gestellt. WebSTAR 3.02 beinhaltet Fehlerkorrekturen und Verbesserungen, einschließlich einer deutlichen Verbesserung der FTP-und MacBinary-Kompatibilität sowie im Daten-Cache und auch "Workarounds" für bekannt gewordene Speicherprobleme bei Open Transport auf Power-PC-Systemen. Registrierte Anwender Von WebSTAR 3.x erhalten das Upgrade 3.02 kostenlos. Ein 12,6 MB großer Updater bringt jede Version ab WebSTAR 3.0 oder 3.01 (einschl. Background- und SSL-Versionen) auf die neue Version 3.02. Da ein Update von Web-Server Software recht kompliziert sein kann, sollten Sie sicher sein, ein komplettes Backup Ihrer derzeitigen Konfigurationen gemacht und die ausführlichen Anweisungen von STARNine vor der Aktualisierung gelesen zu haben.

http://www.starnine.com/webstar/webstarupdates.html


Mehr zur iMac-Finanzierung

von Adam C. Engst ace@tidbits.com

[Übersetzung: Hage Pfeifer]

Einige Leser schickten mir Kommentare zu Apples Finanzierungsmodell "ein iMac für $30 im Monat" (siehe auch "iMac kostet drei Pizzen im Monat" in TidBITS-454_) [diese Ausgabe ist leider noch nicht in deutsch verfügbar, aber wir arbeiten dran -- HK].

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05167

Alte Macs im Einsatz -- Einige Leute stimmen mir nicht zu, daß Ratenzahlungen über 5 1/2 Jahre für die Anschaffung eines Computers zu lang sind, besonders im Hinblick auf den technologisch veralteten Zustand der Rechner bei Beendigung der Ratenzahlungen. Wir unterstützen alte Macs, solange sie noch in der Lage sind, in ihrem Inneren Elektronen zu bewegen. Unser SE/30 zum Beispiel, etwa 1990 vom SE hochgerüstet, ist immer noch eine unser am stärksten beanspruchten Maschinen. Der "Oldie" betreut immer noch Tausende von Abonnenten mit über 20 Mailinglisten via Fog City's ausgezeichnetem "LetterRip Pro". Auf ihm laufen "Now Contact" und "Now Up-to-Date"- Server und er dient als Monitor für unsere anderen Server über Maxum's "PageSentry". Mit Hilfe von "LaserWriter Bridge" drucken wir auf unserem LocalTalk LaserWriter. Obwohl wir die "Lazarus crash-detection" von Kernel Productions installiert haben, läuft die Maschine oft wochenlang permanent durch, ohne zu mucken. Ich meinte nur, daß ich nicht noch Raten zahlen möchte, wenn der Punkt überschritten ist, an dem ich für das gleiche Geld einen neueren, und schnelleren Rechner kaufen kann, denn die Preise sinken bekanntlich von Jahr zu Jahr - auch wenn der "Alte" noch so nützlich ist.

http://www.fogcity.com/
http://www.maxum.com/PageSentry/
http://www.kernel.com/lazarus.html

Sonderrückzahlungen möglich -- Im "Kleingedruckten" des Finanzierungsvertrags fand ich keine Klausel, die eine vorzeitige Kreditablösung oder Sonderzahlungen verbietet. Daß heißt, wenn Sie das Geld für die Anschaffung nicht sofort bar zur Verfügung haben, können Sie ihn über Apple für $30 pro Monat finanzieren, jedoch danach auch nach Belieben jederzeit Sonderrückzahlungen leisten, die dann die verbleibende (und zu verzinsende) Restsumme wesentlich reduzieren können. Eine gute alternative Finanzierungsmöglichkeit, es sei denn, Sie können Ihr Geld mit 15% Zinsen anlegen.

Internetdienstleistungen integriert -- Einen Internetzugang in den Preis eines Computers zu integrieren, also als Internet-Service-Bundle zu offerieren, ist nicht neu. Magnus Dahl magnus.dahl@radio.ausys.se schreibt: "hier in Schweden gibt es zwei Preise für den iMac und für fast alle anderen Computer: Ein "normaler" Preis und ein darunter liegendes Preisangebot. Die preisgünstigere Variante setzt voraus, daß man gleichzeitig einen Einjahresvertrag mit einem Internetdiensteanbieter [Internet-Service-Provider (ISP) -- HK] abschließt. Die Verbindungskosten werden dann als monatliche Pauschale zuzüglich einer zeitabhängigen Online-Gebühr berechnet."

[Ergänzend hierzu Meldungen der Mac-News Dienste vom 24.11.98, wie z.B. in einem "Special" von Macnews.de: "Apple Deutschland senkt Preis für iMac. Ab Dezember gilt in Deutschland für den iMac ein neuer Preis: Statt der bisherigen 2999,- DM wird der iMac in Deutschland ab dem 30. November für DM 2499,- DM erhältlich sein. Dieses bestätigten uns mittlerweile zahlreiche Händler. Schulen und Universitäten sollen den iMac fortan zu einem Preis von 2200,- DM kaufen können. Grund für die Preissenkung sehen Insider in der wachsenden Kritik an dem in Deutschland überteuert bezeichnetem Produkt: Nach dem gefallenen Dollarkurs seit August und der nicht wie erwartet eingeschlagenen Leasing-Aktion stieg der Druck auf Apple Deutschland in den letzten Wochen erheblich an. Gerade im Vergleich zum amerikanischen Preis von 1299 Dollar konnte die deutsche Niederlassung mit 3000,- DM nicht ausreichend Geräte absetzen. Das gesetzte Ziel von ursprünglich 30.000 oder gar 50.000 Geräte wurde intern auf 15.000 korrigiert. Im Gegenzug stellt Apple das gerade erst offiziell eingeläutete Leasing-/Finanzierungsprogramm wieder ein." -- HP]


"Who do you Antitrust?" - US-Kartellbehörde geht gegen Microsoft vor (Teil 2)

vonMatt Deatherage

[Übersetzung: Hartmut Greiser, André Schleife]

In der letzten Woche hatte ich mich damit beschäftigt, daß sich Microsoft mit Beschwerden wegen monopolhaften und wettbewerbswidrigen Verhaltens konfrontiert sieht, und zwar von Freund und Feind gleichermaßen. Jetzt wollen wir untersuchen, ob es sich dabei um gerechtfertigte Vorwürfe handelt, oder ob es um Reste eines überholten wirtschaftlichen Denkens geht und warum anscheinend nur Microsoft so unter die Lupe genommen wird.

http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-455.html
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-455-html

Könnte Microsoft von Apple lernen? --Warum gibt es keine vergleichbaren Klagen gegen Apple? Ein ehemaliger Mac OS Clone-Händler hat Klage gegen Apple eingereicht. Apple habe sein Monopol bei der Mac OS Hardware ausgenutzt und den Clones 1997 den Garaus gemacht - niemand hat aber eine Klage eingereicht und behauptet, Apple mißbrauche ein Softwaremonopol. Eigentlich überraschend, da Softwarefirmen sonst sehr prozessfreudig sind. Es ist wohl eine Sache des Status.

Apple vermeidet solche Schwierigkeiten grundsätzlich durch Systementwicklungen, an denen sich Dritte beteiligen können im Gegensatz zu hochintegrierten Komponenten, die nicht voneinander getrennt werden können. Denken Sie an Ihre Internetsoftware. Die E-Mail-Funktion im Netscape Communicator läßt sich nicht durch Eudora oder Mailsmith ersetzen, Sie können die beiden Alternativen aber anstelle der eingebauten Möglichkeiten nutzen. Das ist der Unterschied.

Oder nehmen Sie AppleScript. Es basiert auf Apple Events - ein programmübergreifender Kommunikationsmechanismus, der sich außer für das Scripting auch für viele andere Dinge nutzen läßt. Apple Events wiederum beruhen auf anderen Mac OS Komponenten, wie z.B. Low Level Events und AppleTalk. Keine dieser Technologien ist auf AppleScript beschränkt - die Entwickler haben alle Freiheiten diese Dinge zu nutzen, auch ohne AppleScript Unterstützung, sogar dann, wenn AppleScript gar nicht installiert ist.

Apple hat das Mac OS aber nicht auf eine einzige Scripting-Anwendung beschränkt. Frontier von UserLand war vor dem Erscheinen von AppleScript verfügbar, und Programme wie QuicKeys (CE Software), MacPerl oder OneClick (Westcode) bieten alle ein gewisses Niveau systemweiter Automatisierung. Apple ging immer davon aus, daß es bei anderen Entwicklern Interesse geben würde und hat deshalb die Ebene Open Scripting Architecture (OSA) geschaffen. (Genau genommen heißt der technische Begriff einer Scripting-Ergänzung "Open Scripting Architecture Extension", kurz OSAX.) Der Scripting-Mechanismus - nicht die eigentliche AppleScript Sprache - -wurde im System für alle Scriptsprachen verfügbar gemacht. Auf dieser Ebene können - wenn nötig - alle Macintosh Script-Sprachen zusammenarbeiten. Darum können Sie im Scripteditor Scripts jeder zum OSA-Standard passenden Sprache bearbeiten und kompilieren, die Sie installiert haben (ein Klick auf das Wort "AppleScript" in der linken unteren Ecke eines Scripteditor-Fensters aktiviert ein Fenster, in dem man unter den Sprachen wählen kann.)

AppleScript wird gratis - zusammen mit dem Mac OS - geliefert. Für bestimmte andere Bedürfnisse gibt es aber geeignetere Scriptsprachen. Diese Art allgemeiner Unterstützung ist typisch für das Mac OS. Sie werden es vielleicht nicht wissen, aber sogar Fonts werden auf diese Weise gehandhabt. Mit QuickDraw GX kam die Open Font Architektur, mit deren Hilfe Entwickler eigenen Code einfügen können, um individuelle Formate darzustellen. Ist OFA verfügbar, dann funktioniert der Adobe Type Manager wie auch der eingebaute TrueType Skalierer als Font-Skalierer. Ab Mac OS 8.5 ist OFA ohne QuickDraw GX verfügbar, obwohl kein Sterblicher je eine Dokumentation dazu zu sehen bekommen hat.

Wenn Microsoft eine Art "Open HTML Rendering Architecture" entwickelt und die Internet Explorer Engine als eine Anwendung geliefert hätte, dann gäbe es jetzt vermutlich kein so großes Problem. Netscape könnte eigene Komponenten als Ersatz für die Microsoft-Komponenten schreiben, und die Kunden hätten den Code ihrer Wahl unterhalb der Anwenderebene. So könnte z.B. Eudora Pro 4 für Windows das Betriebssystem anweisen, HTML-Funktionalität zur Verfügung zu stellen, und der Nutzer könnte bestimmen, ob diese Funktionalität von Microsoft, Netscape, Spyglass oder von irgendeinem anderen Entwickler von HTML-Renderern kommt.

Unter dieser Voraussetzung wäre es wenig wahrscheinlich, daß es wegen des Bundling zu einer Klage des Justizministeriums gekommen wäre. Wenn die Regierung mehr Engineering-Kenntnisse hätte, dann könnte es diese Art von Medizin sein, die sie bei einem Prozessgewinn gern als Urteil des Gerichts sehen würde. Eine solche Lösung wirkt direkt auf die erdrückende Microsoft-Übermacht, ohne über das Ziel hinauszuschießen: Microsoft wäre gezwungen, den Netscape-Code in ein Bundle aufzunehmen, wenn die beiden rechtliche Streitigkeiten wegen der Middleware-Ebenen haben sollten.

Meiner Meinung nach gibt die Tatsache, daß die skizzierte Lösung eben nicht existiert, interessante Hinweise auf Microsofts mögliche Absicht. Microsoft hat sich in der Vergangenheit keinerlei Beschränkung unterworfen, wenn es darum ging, Apples Ideen für eigene Zwecke zu übernehmen, und im Moment sind sie dabei, die Scripting Architektur für den Einsatz in Windows zu übernehmen. Mit ActiveX hat Microsoft bereits bewiesen, daß man die Kunst beherrscht, Anwendungen von Drittparteien eigenen Gesetzen zu unterwerfen. Durch absichtliches Ignorieren dieser bestens bekannten und erfolgreichen Verfahren für die Integration Dritter - und durch das Bundling von Internet Explorer und nur Internet Explorer mit Windows 98 - hat Microsoft unabsichtlich bewiesen, wie wichtig ihnen die Kontrolle der Middleware-Ebene ist und daß es nicht so sehr darum geht, den Endanwendern die jeweils neuesten Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Es gibt wohl keinen Zweifel, daß Microsoft zumindest den Geist, wenn nicht sogar das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb in seinem Wortlaut verletzt hat. Die US-Regierung hat internen Schriftverkehr von Microsoft veröffentlicht, der Hinweise darauf gibt, daß Microsoft versucht hat, Netscape aus dem Geschäft zu drängen, indem man Windows überall dort als Knüppel eingesetzt hat, wo es passend erschien. Wenn das Justizministerium, vertreten durch Richter Jackson, die Vorwürfe als bestehenden Sachverhalt bewertet, dann ist der Fall schon fast gelaufen. Andere Software mit Hilfe von Windows in den Markt zu drücken - das ist genau das Vorgehen, das durch die Antitrust-Gesetze verhindert oder zumindest bestraft werden sollte.

Spielt Microsofts Verhalten irgendeine Rolle? -- Bedeutet es eigentlich, daß Microsoft sich wegen der angeblichen Gesetzesverstöße ändern muß oder ist es vielleicht nötig, daß die Gesetze geändert werden müssen? Schließlich wurden diese Gesetze ja zu den Zeiten der industrialisierten Wirtschaft erlassen. Wenn eine Firma 1912 einem bestimmten Produkt einen Gratisartikel beifügte, dann hatte dieser Artikel einen fest definierten Wert. Man darf annehmen, daß keiner der Gesetzgeber sich jemals vorzustellen vermochte, daß die gesamten Kosten eines Produktes eines Tages nur noch mit Forschung und Entwicklung verbunden sein würden, und daß es die einzelne Produkteinheit praktisch zum Nulltarif geben könnte. Nachdem Microsoft den Internet Explorer entwickelt und für den Download zur Verfügung gestellt hatte, bestanden die "Kosten" für jeden neuen Anwender nur noch aus den kaum nachweisbaren Kosten für die Bandbreite während des Downloads. Sogar die klassischen Vertriebsmethoden für Zeitungen und Bücher haben Produktionskosten. Wie können - und sollten - Regierungen und Bürger auf monopolistisches Verhalten im Informationszeitalter reagieren?

Microsoft verhält sich - nach eigenen Angaben - wettbewerbsgerecht und nicht wettbewerbswidrig. In einem Beitrag für das Wall Street Journal (1998) behauptet Bill Gates, der wichtigste Grund für die regierungsamtlichen Untersuchungen sei die überdurchschnittliche Innovationsfähigkeit von Microsoft. "Microsoft würde durch die Regierungsvorstellungen davon, wie Software programmiert werden sollte zwar geschädigt, aber nicht in dem Maße wie andere. Unabhängigen Entwicklern würde die Möglichkeit genommen, die neuesten

Betriebssystemtechnologien für eigene Produkte zu nutzen. Anwender hätten keine Möglichkeit, innovative Software zu kaufen, mit der sie z.B. Daten aus dem Internet laden können, während sie Microsoft Word oder Intuits Quicken benutzen. Einige unserer Wettbewerber glauben nicht, daß Nutzer von solchen Neuerungen profitieren sollen. Sie wollen den Wettbewerb nicht im Markt sondern vor Gericht."

http://www.microsoft.com/corpinfo/doj/5-20wsjoped.htm

In seinem Drang zu siegen verdreht Gates wie gewohnt die Wahrheit. Niemand wird heute daran gehindert, sich Material aus dem Internet zu besorgen, während er Word oder Quicken benutzt; das Betriebssystem muß keine Browser-Funktion enthalten, damit Windows? über den grünen Klee gelobtes präemptives Multitasking funktioniert. Die wahre Schlacht aber - -wie in einem Artikel in der Information Week nachzulesen - dreht sich mehr um das Bundling und die Architektur als um sonst irgend etwas.

http://www.techweb.com/se/directlink.cgi?IWK19980525S0016

Bei jedem neuen Produkt von Microsoft ist ein Bestandteil der Liste mit Neuigkeiten ein Programmteil, der sich mit Anwenderbedürfnissen (oder mit strategischen Bedürfnissen von Microsoft) beschäftigt und der als "neues Merkmal" beschrieben wird, für wen auch immer das gelten mag. Ein Teil der Liste enthält aber immer früher eigenständige Produkte, die Microsoft gratis dazugibt. Wenn ein besonders teurer Stand-Alone-Server nicht richtig läuft, dann könnte Microsoft sich entschließen, ihn mit einem anderen, beliebteren Server zusammenzulegen - alles unter dem Titel "Wir vergrößern das Einsatzspektrum des gängigeren Produktes".

Das Dumme ist natürlich nur, daß Microsoft bestimmte Produkte verschenkt, um seinen Marktanteil zu vergrößern - die gleichen Produkte hätten im freien Wettbewerb keine Chance. Information Week berichtet über einen neuen Microsoft OLAP Server (Online Analytical Processing), der mit der neuesten Version von Microsofts SQL Server (Version 7.0) gebündelt wurde. Nach Aussage von IW kosten aktuelle OLAP-Server bis zu USD 3500 pro Anwender -die Microsoftversion wird mit dem beliebten SQL-Server gratis abgegeben. Wenn Gates' Bekenntnis zur freien Wahl für seine Kunden mehr wäre als eine leere Marketinghülle, dann würde seine Firma nicht immer wieder Vorstöße wie diesen unternehmen um seine nervenden Wettbewerber auszuschalten.

Er könnte der am meisten mit sich selbst beschäftigte Mann der Welt sein, aber der Oracle-CEO Larry Ellison hat Microsoft auf dem Kieker. Es gibt wohl niemand auf der Welt, der sich mehr mit Microsoft beschäftigt hätte als er, der vor allem eins zu wollen scheit: ein Bill Gates zu werden, aber _mit_ Stil. Ellison hält Gates Philosophie ("Auswahl durch Bundling"), wen wundert's, für kompletten Blödsinn. Der Oracle-Vorsitzende hat Interviewpartnern erklärt, daß die Gates-Logik sich gut anhöre, außer daß er immer solche Dinge als Innovation ansähe, die das Hauptprodukt seiner wichtigsten Wettbewerber seien. Was, wenn Oracle die nächste strategische Bedrohung für Microsoft würde? Werden SQL-Server beim Kauf von Windows NT oder Windows 98 gratis dazugelegt? Wird Gates dann behaupten, er könne keine Neuerungen schaffen ohne die Möglichkeit irgendeinen Teil einer Anwendungssoftware in das Betriebssystem einzubauen?

http://www.news.com/News/Item/0,4,22475,00.html

Microsofts Stärke als kombinierter Anbieter von Anwendungen und Betriebssystemen hat immer in seiner Integrationsfähigkeit bestanden, wie bei der gleichzeitigen Auslieferung von Office 95 und Windows 95 zu beobachten war. Wenn die Microsoft Server mit dem Microsoft Betriebssystem schon so hochintegriert sind, dann folgt daraus, daß diese Server schon einen sehr großen Wettbewerbsvorteil genießen. Wettbewerber haben bei hochintegrierten Systemen - wie beim Internet Explorer - keine Möglichkeit, Funktionalitäten auszuwechseln. Wenn Microsoft diese Position benutzt, Wettbewerb durch das Bundling von minderwertigen Servern zu zerstören (durch ein mittelmäßiges aber gratis eingebautes Produkt, das in einen qualitativ hochstehenden und hochpreisigen Markt gedrückt wird), dann nutzen sie schlußendlich ihr Betriebssystemmonopol in mehr als nur dem Internetmarkt.

Wie sieht das Ergebnis aus? -- Man kommt immer wieder zur gleichen Schlußfolgerung: Microsofts Verhalten schadet der Industrie und damit dem Kunden. Es geht nicht darum, den Leuten eine größere Auswahl zur Verfügung zu stellen, es geht darum, ihnen die Wahl zwischen "Microsoft gratis" oder "alles andere kostet viel mehr" zu geben. Wenn es irgendwann einmal so weit ist, daß ein Wechsel weg von Microsoft viel zu teuer würde, dann kann Microsoft die Gebühren anheben und die Server so gestalten, daß sie nur noch mit eigenen Anwendungen optimal funktionieren- eine weitere Knebelmöglichkeit mit Microsofts Produkten. Denken Sie nur daran, in wie vielen Büros heutzutage Microsoft Windows und Microsoft Office Standard sind? Wird es besser, wenn die gleichen Büros auch an Microsoft Internet Software, Microsoft Server Software und wer weiß was sonst noch hängen?

Wenn eine Firma einen so großen Marktanteil hält wie Microsoft, dann gelten einfach andere Regeln. Eine kleine Firma kann es schaffen, sich den Weg in neue Märkte mit Hilfe eines besonders guten Produktes zu bahnen. Ein Beispiel dafür ist die Firma BMW, die ihre Nische bei den Luxusautos genutzt hat, um Zugang zum boomenden Nutzfahrzeugmarkt in den USA zu bekommen. Einer großen Firma ist diese Taktik verwehrt, da der Mangel an Wettbewerb in einem Marktsegment ihr einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Anbietern bietet. Selbst wenn andere OLAP-Server Hersteller sich entschließen würden, ihre Produkte (und ihren Umsatz) zu verschenken, so hätten sie trotzdem keine Chance alle Kunden von Microsofts SQL Server zu erreichen. Kurz gesagt: wettbewerbsbehindernde Maßnahmen können unerfreulich oder sogar unethisch sein, wenn sie von kleinen Herstellern ausgehen, aber dies verletzt die Antitrust-Gesetze nicht in dem Maße, wie wenn ein Monopolist das gleiche tut.

Hätte Microsoft in der Vergangenheit keine Hinweise auf wettbewerbswidriges Verhalten gegeben, dann wären die Kritiker heute vielleicht nicht unnachgiebig. Wenn die Microsoft-Version von "Innovation" nicht so oft wenig mehr bedeuten würde, als ein Produkt zu kaufen oder ganz einfach zu kopieren, um es dann billiger anzubieten, dann würden sich die Argumente heute wohl auch nicht so hohl anhören. Wären Microsofts Beispiele für Wettbewerb blühende Unternehmen und nicht solche, die um ihr Überleben kämpfen müssen, dann könnte man Kritiker damit beeinflussen. In allen genannten Fällen ist es aber eben nicht so, und damit ist das ganze Problem beschrieben. Es ist zwar insgesamt eine sehr unerfreuliche Angelegenheit, aber das Justizministerium ist gut beraten, Microsoft zumindest unter Kontrolle zu nehmen, auch wenn sich US-Gerichte nicht allzu gern mit Wettbewerbsfragen beschäftigen.

Die jüngste Vergangenheit hat den Amerikanern gezeigt, daß eine größere Auswahl nicht dadurch gewährleistet wird, daß man die Gesetze gegen Wettbewerbsmißbrauch ignoriert - das führt eher zu größeren Gesellschaften mit weniger Möglichkeiten. Deutlich wurde das bei Banken, Kabel-TV-Unternehmen, regionalen Telefongesellschaften und anderen Beispielen, die zu verworren sind, als daß man sie erwähnen könnte. Vielleicht ist es ja nicht die Aufgabe der Regierung "Adam Smiths unsichtbare Hand" zu sein, aber die Regierung dient dem Volk, wenn sie verhindert, daß sich zu viel Macht in den Händen nicht gewählter Körperschaften konzentriert. Merkwürdig dabei ist, daß Adam Smith es genauso sah - er war strikt gegen Monopole und Privatunternehmen.

http://iisd1.iisd.ca/pcdf/corprule/betrayal.htm

Die amerikanische Wirtschaftskrise der Dreißiger Jahre hat gezeigt, wie gefährlich große Banken werden können, die keine Beschränkungen kennen - nicht weil sie schlecht arbeiteten, sondern weil sie mit den Folgen eines Versagens nicht fertig werden können. In den Siebzigern und Achtzigern war zu beobachten, daß große Unternehmen, die durch eigene Fehler großen Schaden für die US-Wirtschaft angerichtet hatten (Continental Illinois Bank, Chrysler und kürzlich Long-Term Capital Management), sozusagen gegen Kautionszahlung wieder ins Geschäftsleben entlassen wurden, anstatt zuzulassen, daß die "Unsichtbare Hand" sich ihrer annimmt. Die Folge könnte leicht sein, daß Microsoft die Freiheit hat, alles über Innovation und Wettbewerb zu vergessen und trotzdem die stärkste Softwarefabrik der Welt zu bleiben - auf Kosten der Steuerzahler.

Microsoft versucht den Anschein zu erwecken, es seien keine Fehler gemacht worden, aber wenn die Produkte einmal so gut werden, daß die Upgrade-Verkäufe gegen Null gehen, dann könnte sich das Bild ändern. Keine Firma ist vor Abstürzen gefeit, und außer Microsoft ist niemand damit gedient, wenn eine Gesellschaft soviel Macht in der Hand hat. Wenn es wirklich nur um Innovation und ein breites Angebot ginge, dann würde kein Hahn danach krähen.

Hinweise für Apple -- Wären die Dinge für Apple anders gelaufen, würde dieser Kampf vielleicht in Cupertino und nicht in Redmond ausgetragen. Fachlich Versierte spekulieren gern, dass Apple in Microsofts Position wäre, wenn man 1985 Mac OS lizensiert hätte, wie Bill Gates es wollte. Bei genauer Prüfung bleiben aber leider keine Beweise für diese Behauptung, so daß sie bestenfalls Spekulation bleibt, schlimmstenfalls aber von Sensationsgier zeugt.

Aber Apple hat dies, wie bereits erwähnt, durch die frustrierten Clone-hersteller schon mitbekommen. Diese behaupten, Apple wäre in der gleichen Position wie Microsoft, trotz des kleineren Marktes für Mac OS im Gegensatz zum gesamten PC-Bereich. (Microsoft versucht auf die gleiche Weise rechtliche Schritte zu verhindern, indem es behauptet, keine Monopol-Position im Bereich der Betriebssysteme zu haben, besonders, wenn man Unix mit einbezieht.) Wenn die Ansprüche gegen Microsoft durchgesetzt würden, könnte sich Apple in der gleichen Klemme befinden, verstärkt durch diejenigen, die einen Neubeginn der Clone-Politik Apples anstreben. Wenn dies per Gerichtsbeschluß geschieht, so glauben die Clone-Hersteller, wird Apple nicht sofort wieder alle Verträge kündigen, da man sonst erneut in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte.

Wenn der freie Wettbewerb von Microsofts Würgegriff befreit würde, wäre dies für die PC-Industrie eine gute Nachricht. Die wichtigste Auswirkung, die der Prozeß auf Apple haben würde, wäre die Stärkung Netscapes. Microsoft argumentiert, daß sie nur deshalb belangt würden, aber Netscape ist einfach der stärkste Konkurrent, den Microsoft bedrängt. Das zweitstärkste Unternehmen profitiert immer, wenn ein Monopol gebrochen wird. Das passiert Netscape gerade. Wenn Netscape stärker ist, kann sich das positiv auf den Macintosh-Browser-Markt auswirken, obwohl Mac-OS nie die Plattform der Wahl für Netscape war. Aber Netscape verhält sich auch nicht anders - es kündigte 1996 einen OpenDoc-Teil für den Bowser an, machte aber nie weiter, hauptsächlich um das Interesse an SpyGlass's 'OpenDoc Internet parts' zu vermindern. Gut zu wissen, daß Heuchelei ein typisches Merkmal geschäftlicher Äußerungen ist.

Wenn das Justizministerium Microsoft dazu bringen kann, ein offeneres Betriebssystem zu entwickeln, kann Apple vielleicht seine Vorteile daraus ziehen. Wenn die Entwickler und Benutzer nicht mehr so an Microsoft-Technologie gebunden sind, wird der Macintosh eine vitalere, lebensfähigere Plattform. Solche Leute würden nicht von der Realisierung von Microsoft-Produkten für Mac OS abhängen, um sie für sich nutzbar zu machen, und das wird niemandem wehtun.

Dann gibt es noch die offensichtlichen Vorteile für Apple: Im Verfahren gab es Beweise dafür, daß Microsoft versuchte, QuickTime für Windows fehlerhaft wirken zu lassen, und drohte, MS Office nicht länger für den Mac herauszubringen, bis Apple den Internet Explorer als Standard-Browser wählt. Wie auch immer, die Ankläger behaupten nicht, daß Microsoft eine Monopolstellung im Bereich der Anwendersoftware hat. Das Anbringen dieser Ansprüche, welche nicht direkt mit dem Windows-Monopol verbunden sind, durch die Kläger ist riskant. Wenn sie Erfolg haben, kann der Richter umfassend Abhilfe schaffen, wenn die Klage aber fehlschlägt, erhält Microsoft den "Freibrief" für solche Geschäftstaktiken - das ist das Problem.

Erinnern Sie sich noch, was Microsoft nach dem Benutzeroberflächen-Prozeß mit Apple gemacht hat? Microsoft gewann den Kampf wegen des Verstoßes, weil Apple Microsoft unklug und unwissentlich erlaubt hatte, Elemente der Benutzeroberfläche zu nutzen. Als der Bundesgerichtshof der USA Apples letztes Gesuch abwies, verlor Microsoft keine weitere Zeit, und entwendete noch mehr Elemente der Benutzeroberfläche für Windows 95 und sogar für Windows 98. Falls Microsoft diesen Kampf gegen das Justizministerium gewinnen sollte, könnte das bisherige Benehmen blaß erscheinen, im Vergleich zu dem bevorstehenden Bündeln, Integrieren und massenweisen Vernichten von Konkurrenzprodukten. Microsofts ausdrückliches Ziel ist es, auf jedem Schreibtisch der Welt einen Computer zu haben, auf dem Microsoft-Software läuft. Das ist nicht das Ziel, was man hat, wenn man erschrocken oder verschüchtert aus einem verlorenen Gerichtsverfahren kommt.

Sie werden vielleicht nicht meiner Meinung sein, und das ist gut so. Ihre Ideen mögen besser sein, und nur durch Diskussionen und Debatten kommen sie ans Tageslicht und werden realisiert. Aber egal wie bemüht Microsoft auch ist, die Leute zu beruhigen, ich bin weiterhin der Meinung, daß das ein Problem ist. Eine Monopolstellung ist fast immer ein Problem, denn Macht verdirbt den Charakter. Unbegrenzte ökonomische Macht in der Hand des reichsten Manns der Welt kann zu wirklichen Problemen für denjenigen führen, der sich ihm in den Weg stellt, wie zahlreiche Unternehmen bereits erfahren mußten. Die Unsichtbare Hand hat Schwierigkeiten einen Markt zu kontrollieren, wo individuelle Verantwortung von Firmen-Interessen getrennt ist. Selbst Adam Smith wußte das, und was die Welt bisher aus solchen Experimenten gelernt hat ist nicht ermutigend. Angesichts der Ziele, die Microsoft sich gesetzt hat, bleibt es sinnvoll, die Kräfte unter Kontrolle zu halten.

[Matt Deatherage ist der Verleger von MWJ, einem beliebten Newsletter für ernsthafte Mac-Benutzer.
Diejenigen, die sich noch vor dem 1.12.98 für einen kostenlosen 3-Ausgaben-Test eintragen, können noch MWJ's Mac OS 8.5 special edition erhalten, die umfassendste Berichterstattung über Mac OS 8.5, die es überhaupt gibt.]

http://www.gcsf.com/


 

Übertragung dieser Ausgabe:
Hage Pfeiffer [HP], Hartmut Greiser [HG], André Schleife [AS]

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