TidBITS#466/08-Feb-99

Wenn Sie sich noch nicht näher mit Sherlock aus Mac OS 8.5 befaßt haben, ist Kevin Savetz's Einführung zum Thema Suche im Internet ein guter Anfang. Weiterhin untersucht Adam diese Woche den Aufstieg und Untergang von eMediaweekly und bietet wieder eine Folge von "Tool We Use". Die News sind voller Updates, z.B. von den Norton Utilities, der PowerBook G3 Modem-Software, Virtual PC, StuffIt Expander und KeyQuencer sowie Meldungen über den Kampf zwischen Connectix und Sony und der Rettung von Symantec's Suitcase durch Extensis.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#466/08-Feb-99.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-466.html>

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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

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MailBITS/08-Feb-99

Norton Utilities für Mac auf 4.0.3 upgedatet -- Symantec hat einen kostenlosen 4.0.3-Updater für die Norton Utilities für den Mac herausgebracht. Die Änderungen in der Version 4.0.3 bestehen nur darin, daß beim Neukauf auf der bootfähigen CD-ROM Mac OS 8.5.1 zum Einsatz kommt und daß UnErase geringfügig verbessert wurde. Version 4.0.2, die es nicht als Online-Update gab, enthielt umfassendere Änderungen und die Version 4.0.1 bestand aus allgemeinen Verbesserungen wie z.B. "Disk Doctor 4.0.2 enthält Erweiterungen, die die Reparier-Fähigkeit verbessern und die Anzahl von irreparablen Fehlern verringern", sowie spezielle Änderungen an weniger wichtigen Modulen wie DiskLight und WipeInfo. Da das komplette 4.0.3-Update 11,9 MB groß ist, stellt Symantec auch Teil-Updates zur Verfügung. Es ist gut, daß Symantec die Norton Utilities verbessert, da die ursprüngliche Version 4.0 den Ruf der Disk-Repair-Utilities verschlechterte. (siehe "Zahlreiche Probleme mit Norton Utilities 4.0 berichtet" in den TidBITS 451) Wir können trotzdem nur weiterhin empfehlen, daß man jede Version der Norton Utilities nur mit Vorsicht und mit aktuellem Backup einsetzen sollte. [ACE]

<http://www.symantec.com/techsupp/files/num/norton_utilities_version_4x_for_macintosh.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05140>

Extensis rettet Suitcase -- Extensis Corporation hat ein exklusives Abkommen mit Symantec verkündet, daß es jetzt die Entwicklung, Vermarktung und den Vertrieb von Suitcase, dem ehrwürdigen Schriften-Management-Tool für den Mac, übernimmt (siehe auch den Vergleich von Suitcase 3.0 und MasterJuggler Pro 2.0 in "Font Outfitters" in den TidBITS 334). Symantec erwarb Suitcase 1993 ursprünglich von Fifth Generation Systems. In Symantecs Hand gab es gerade mal ein Update auf die Version 3.0, ansonsten hörte man aber nichts weiter von Suitcase. Mit diesem Abkommen ist Suitcase nun vielleicht eines der wenigen Produkte, die Symantec's Sog entkommen konnten. Im zweiten Quartal diesen Jahres will Extensis sein erstes Update für Suitcase herausbringen, welches hoffentlich die zahlreichen Probleme mit Mac OS 8.5 behebt. Weder Extensis noch Symantec haben finanzielle Details des Abkommens enthüllt. [GD]

<http://www.extensis.com/press/990208.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=00956>

PowerBook-Patch verhindert Knacken -- Apple hat die PowerBook G3-Modem Erweiterung 1.0.2 herausgebracht und behebt damit zahlreiche Probleme beim Ein/Ausschalten des im PowerBook eingebauten 56K-Modems. Wenn man den Computer in den Sleep-Modus schickt, wird er sofort abgeschaltet, um ein Entleeren der Batterie zu verhindern. Auch wird die Soundquelle auf "keine" gestellt, um ein knackendes Geräusch abzustellen. Das Update gibt es als 190K-selbstmountentes Disk-Image. [JLC]

<ftp://ftp.apple.com/Apple_Support_Area/Apple_SW_Updates/English-North_American/Macintosh/PowerBook/PB_G3_Series/>

Virtual PC 2.1.2 mit USB-Unterstützung -- Connectix hat ein kleines Update von Virtual PC herausgebracht, das für Nutzer des iMac und Power Mac G3, die Windows emulieren, nützlich sein wird. Das Update sorgt dafür, daß Virtual PC die Imation USB SuperDisk und das VST USB Diskettenlaufwerk richtig erkennt und läßt den Hard Drive Expander erkennen, ob das Image einer Festplatte mit in einem gespeicherten Zustand enthalten ist. Das Update ist ein 612K-Download. [JLC]

<http://www.connectix.com/html/vpc_updates.html>
<http://www.superdisk.com/>
<http://www.vsttech.com/imac_floppy.html>

Schnellerer StuffIt Expander 5.1 von Aladdin -- Auf die Konkurrenz durch den neuen MindExpander von MindVision, der als Preview schon zahlreiche Formate (z.B. MacBinary, BinHex und StuffIt 4.x) entpacken kann, hat Aladdin Systems mit einem Update für den StuffIt Expander auf Version 5.1 reagiert. Neu im Expander 5.1 ist die integrierte Unterstützung für Zip, Gzip und UU-kodierte Dateien (diese Formate konnten früher nur von der kommerziellen Version entpackt werden), sowie eine dramatische Performance-Verbesserung im Vergleich zur 5.0. Ebenso neu ist, daß keine externen Dateien mehr gebraucht werden, der Zugriff auf die Internet Config-Einstellungen, Unterstützung von Hilfsprogrammen für unbekannte Formate und eine kleinere Dateigröße. Wenn Sie ein registrierter Nutzer von StuffIt Deluxe 4.x oder DropStuff 4.x sind, sollten Sie die Bemerkungen von Aladdin Systems lesen, wie man den Expander 5.1 mit diesen alten Versionen einsetzt. Der StuffIt Expander 5.1 ist ein 424K-Download. [ACE]

<http://www.mindvision.com/consumer/>
<http://www.aladdinsys.com/expander/>
<http://www.aladdinsys.com/expander/4.xnote.html>

Connectix gewinnt die erste Runde im Prozeß gegen Sony -- Das San Francisco Federal District-Gericht hat Sonys Bitte um eine einstweilige Verfügung gegen die Auslieferung von Connectix' Virtual Game Station (ein PlayStation-Emulator für G3 PowerMacs) abgewiesen. Im TidBITS-Talk wurde spekuliert, daß Sony Connectix nicht anklagt, weil es gewinnen will, sondern weil es wichtig ist, geistiges Gut zu schützen. Wenn Sony in diesem Fall nicht klagt, kann ihm das in einem zukünftigen Prozeß schaden. Da Firmen beim Verkauf von Spielkonsolen-Hardware oftmals einbüßen und das dann beim Verkauf von Spielen wieder hereinholen, ist es unwahrscheinlich, daß Sony klagt, um den Verkauf von Virtual Game Station zu stoppen, da dieser den Verkauf von PlayStation-Spielen verbessern würde. Zusätzlich zu anderen interessanten Informationen über dieses Thema haben wir Details über die Hardwareanforderungen von Virtual Game Station. Es stellt sich heraus, daß andere Hardware als Apple's G3 Macs mit den Anforderungen von Virtual Game Station zurechtkommen kann. [ACE]

<http://www.virtualgamestation.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=569>

KeyQuencer 2.5.5 mit Mac OS 8.5-Unterstützung -- Binary Software hat ein Update für KeyQuencer 2.5, das handfeste Makro-Utility der Firma, herausgebracht. (siehe "KeyQuencer - QuicKeys Quencher?" in den TidBITS 351, "The User Over Your Shoulder - Of Macs and Macros" in den TidBITS 357 und "KeyQuencer Upgraded to 2.5" in den TidBITS 415 für einen Bericht über KeyQuencer 2.0 und mehr Information über Makro-Programme im Allgemeinen) KeyQuencer 2.5.5 sorgt für volle Kompatibilität des Produkts mit Mac OS 8.5 und 8.5.1 und behebt zusätzlich Probleme mit LaserWriter 8.5.1 und nichtromanischen Tastaturen. Da weder OneClick von WestCode Software noch QuicKeys von CE Software komplett kompatibel zu Mac OS 8.5 ist, ist dieses Update sehr willkommen. Das kostenlose Update von der Version 2.5.0 auf 2.5.5 ist ein 676K-Download. [ACE]

<http://www.binarysoft.com/kqmac/kqmac.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=00838>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=00801>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04689>
<http://www.westcodesoft.com/os85.html>
<http://www.cesoft.com/quickeys/qkmac85.html>


Tools We Use: Desktop Resetter

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
Übersetzung: André Schleife <a.schleife@gmx.de>

In den TidBITS 457 haben wir eine sporadische Serie mit dem Titel 'Tools We Use' eingeführt, in der wir uns in jeder Folge mit einem einzelnen, nützlichen Programm befassen, welches den täglichen Umgang mit dem Mac vereinfacht. Obwohl das Internet voller Shareware und Freeware-Utilities ist, befaßt sich 'Tools We Use' nur mit Programmen, die auch vom TidBITS-Team eingesetzt werden. In der ersten Folge von Craig Marciniak und Steve Jackman ging es um die Freeware GURU (Guide To RAM Upgrades). Heute befassen wir uns mit Desktop Resetter 1.2.1 von Nick D'Amato.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05191>

Desktop Resetter -- Wenn Sie mit zahlreichen Icons auf dem Desktop arbeiten, und häufig die Anordnung durcheinander gerät (das kann z.B. beim Umschalten von Bildschirmauflösungen der Fall sein), können Sie mit Desktop Resetter die Icons wieder an die richtigen Positionen bringen. Ich finde Desktop Resetter nützlich, da ich zwei große Monitore habe, und dazu neige, die Icons nach ihrer Projekt-Zugehörigkeit auf den Desktops anzuordnen. Die Probleme begannen, als ich von einem anderen Laufwerk bootete, auf der sich keine Informationen über meine Monitor-Konfiguration befanden. Nachdem ich dann wieder von meinem primären Startlaufwerk startete, waren alle Desktop-Icons zufällig auf der rechten Seite des rechten Monitors verteilt, und ich brauchte gute fünf Minuten, um sie wieder an die richtigen Positionen zu setzen. [Ich hatte ein ähnliches Problem, als ich mein PowerBook 5300cs an verschiedenen externen Monitoren betrieb. -Jeff]

Mit Desktop Resetter ist das einfacher. Alles was Sie zu tun haben, ist sicherzustellen, daß die Icons richtig angeordnet sind, und dann Desktop Resetter anweisen, sich diese Anordnung zu merken. Dann können sie normal weiterarbeiten, bis die Icons das nächste Mal durcheinander sind. Bevor Sie sich die Arbeit machen, alles wieder zu ordnen, starten Sie Desktop Resetter, und lassen ihn die gespeicherte Konfiguration wiederherstellen. Icons, die neu hinzukamen, nachdem sie eine Anordnung gespeichert haben, bleiben natürlich unverändert, aber der Rest steht wieder da, wo er soll. Da das Booten von anderen Laufwerken besonders zu hektischen Zeiten eintritt (z.B. beim Wiederherstellen von Dateien oder Testen gefährlicher Software), ist es besonders gut, nicht zusätzlich noch unter einem verwüsteten Desktop leiden zu müssen.

Ich hatte keinerlei Probleme mit Desktop Resetter, da es mit minimalem Aufwand genau das tut, was es verspricht. Die Quick-Remember-Kurztaste ist (ebenso wie die Quick-Reset-Taste) besonders nützlich, wenn man die Icon-Positionen öfters speichern will. Das ist bereits mehr, als ich benötige, deshalb habe ich mich damit auch nicht näher befaßt. Für zusätzliche Tips und Tricks, ist es sinnvoll, die Readme-Datei zu lesen.

Die 121K große und $10 teure Shareware läuft auf jedem Mac mit System 7.5 oder höher. Wenn Sie also jemals Ärger mit der Neuanordnung Ihrer Icons nach dem Umschalten der Auflösung oder dem Wechsel von Monitoren hatten, sollten Sie sich mal mit Desktop Resetter befassen.

<http://members.home.net/goddfadda/resetter.html>


Elementar, mein lieber Sherlock

von Kevin Savetz <savetz@northcoast.com>
[Übersetzung Walter Sonnenberg, Dr.W.Sonnenberg@t-online.de]

Wenn Ihr Mac noch nicht unter MacOS 8.5 läuft, könnte Sherlock der Grund sein, umzusteigen. Während "Files suchen" nur die Festplatte durchsuchte, erweitert der neu eingebaute Detektiv die Fähigkeiten auf das Web. Obwohl Sherlock schon für sich genommen ein mächtiges Werkzeug ist, haben sich weitere Suchhilfen entwickelt, die Ihre Internet Suchmöglichkeiten noch weiter verbessern.

Drei Tools in einem -- Um Sherlock aufzurufen, wählt man "Suchen" im Finder-"Datei"-Menu des Finders oder tippt Apfel-F. Wenn Sie mit dem Sherlock-Fenster noch nicht vertraut sind, werden Sie als erstes drei Spalten sehen, die die drei unterschiedlichen Funktionen von Sherlock zugänglich machen: Zuerst ist da die alte File-Suchfunktion, die mit den Schlüsseln Name, Größe, Erstellungsdatum oder anderen Kriterien Dateien auf der Festplatte auffindet, an zweiter Position findet sich die Kontextsuche, die den Dateiinhalt nach Wörtern durchsucht (allerdings muß dazu zuvor der Dateiinhalt indiziert worden sein) - das ist eine große Hilfe, wenn Sie wissen, daß sich etwa ein Bericht über "Ozelot"s auf der Platte befindet, dessen Dateinamen Sie nicht wissen. Die dritte Funktion - auf die wir uns im Rest diese Artikels konzentrieren wollen - heißt "Internetsuche".

Der direkte Vorteil, Sherlock die Internetsuche zu überlassen, liegt darin, daß Sie direkt auf dem Schreibtisch arbeiten können - Sie brauchen keinen Web-Browser zu öffnen, obwohl Sherlock Ihnen natürlich auch den von Ihnen bevorzugten Browser aufruft, sobald Sie beschließen, sich die gefundenen Web-Seiten anzusehen. Im Internet-Suchfenster gibt es zwei Bereiche: ein Eingabefeld für Suchwörter und Markierkästchen, um die Suchmaschinen auszuwählen. Wenn Sie mehrere Suchmaschinen ankreuzen, kombiniert Sherlock deren aller Suchergebnisse in einer Ergebnisliste.

Erweiterungen -- Ein groß Teil der Stärke Sherlocks liegt in der Erweiterbarkeit, mit kleinen Erweiterungsprogrammen (plug-ins) läßt sich die Menge der Suchmaschinen vergrößern, mit denen Sherlock zusammenarbeiten kann. Wenn Ihre bevorzugte Suchmaschine nicht unterstützt wird, erhalten Sie die notwendige Erweiterung per Download und Sie können auch diese einsetzen. Schon nach der Installation von MacOS 8.5 kann Sherlock mit vielen bekannten Suchmaschinen arbeiten, wie Excite, InfoSeek, AltaVista, Lycos und Apples eigener. Weitere Maschinen werden mit dem Update auf Mac OS 8.5.1 verfügbar.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05201>

Sherlock ist mehr als nur ein anderer Weg, um die selben alten Suchmaschinen zu nutzen. Hunderte von Plug-Ins erlauben es, Referenzartikel, Nachrichtenserver, Emailsammlungen, Einkaufsserver und praktisch jede beliebige Informationsart im Web zu durchsuchen. So können Sie beispielsweise die Buchangebote von Amazon.com und Barnes&Noble gleichzeitig durchsuchen, um den günstigsten Preis für ein Buch herauszufinden oder die Informationen der sechs neuen Server zur neuen internationalen Raumstation miteinander kombinieren. Das TidBITS-Plu-In erlaubt Ihnen alle 9 Jahrgänge TidBITS zu durchstöbern:

<http://db.tidbits.com/tb/TidBITS.src.hqx>

Es ist leicht, weitere Sherlock-Erweiterungen zu finden. Beginnen Sie mit den Sherlock-Internet-Archiven, so finden Sie bereits ca. 300 Plug-Ins, säuberlich nach Einkauf, Finanzen, Software, Adreßlisten und Reisen sortiert. Ein weiterer Plug-In-Lieferant ist die Sherlock-Sammlung des MIT (Massachusetts Institute of Technology)

<http://www.apple-donuts.com/sherlocksearch/>
<http://moriarty.mit.edu/Sherlock/All.html>

Auch Apple bietet eine kurze Liste mit Sherlock Plug-Ins an. Wenn diese Quellen Ihrer Hunger nicht stellen, suchen Sie nach "Sherlock plug-in" bei Download.com:

<http://www.apple.com/sherlock/plugins.html>
<http://download.com/>

Wenn Sie selbst ein Webangebot mit Suchmaschine unterhalten (oder für das von Ihnen durchsuchte Webangebot kein Plug-In bereitsteht), können Sie ein Plug-In auch selbst erstellen. Dazu müssen Sie nicht mal programmieren können - Ich kanns auch nicht - trotzdem konnte ich anhand von Apples Anleitung innerhalb etwa einer Stunde mein eigenes Plug-In erstellen:

<http://www.apple.com/sherlock/plugindev.html>

Um ein Plug-In zu installieren, lassen Sie es auf den geschlossenen Systemordner fallen, das MacOS kopiert dieses dann für Sie in den Suchmaschinen-Unterordner. Mit dem nächsten Start von Sherlock sind die neuen Plug-Ins dann einsatzfähig. Wenn Sie ein Plug-In einmal installiert haben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr um dazugehörige Updates zu machen - Sherlock prüft selbst peeriodisch, ob neuere Versionen Ihrer Plug-Ins verfügbar sind. Wenn es solche gibt, fragt er Sie, ob Sie diese aktualisieren wollen.

Suchen -- Obwohl natürlich auch Sherlock wie jeder Browser auf die Suchmaschinen warten muß, um Suchergebnisse vorzuzeigen, bringt Sherlock die Ergebnisse doch sehr schnell zr Anzeige, weil er nicht erst ganze Seitenlayouts durchrechnen muß. Wenn Sie mehrere Suchmaschinen gleichzeitig suchen lassen, sparen Sie zusätzlich Zeit, weil Sherlock alle mit dem gleichen standardisierten Format bearbeitet. Allerdings isoliert Sherlock Sie vom direkten Kontakt mit der Suchmaschine, so daß Ihnen manche Spezialitäten und Erweiterungen dieser Suchmaschine so nicht zugänglich sind.

Wenn Sie die Suchmaschinen festgelegt haben, tippen Sie Ihre Such-Phrase in das Suchschlüssel-Feld. Apple behaupted, daß Sie vollständige Sätze in natürlicher Sprache eingeben können. (So können Sie beispielsweise eingeben: "Wo kann ich ein Rezept für braune Plätzchen finden") Doch das Suchergebnis hängt sehr stark davon ab, welche Suchmaschinen Sie benutzen bzw. wie diese mit der Suchphrase zurecht kommen. Manche Suchmaschine kann durch die Füllwörter verwirrt werden, andere Maschinen können bestimmte Bindewörter oder Satzformen verbieten. Auch wenn es nervt, ist gewöhnlich die Anfrage im Telegrammstil "Rezept braune Plätzchen" die effektivere.

Mit dem Klick auf das Suchsymbol geht Sherlock an die Arbeit und kurz danach erscheint das Resultatfenster. Die Ergebnisse werden sofort sichtbar, wenn die gewählten Suchmaschinen sie anliefern. Die Suchresultate werden im Normalfall nach Relevanzwerten sortiert, so daß die Angaben im Kopf der Liste erscheinen, die am wahrscheinlichsten Ihr Interesse finden. Allerdings liefern nicht alle Suchmaschinen Relevanzinformationen. Deswegen können Sie per Mausklick auf die Spaltenüberschrift eine alfabetische oder Server-Sortierung veranlassen. Mit einem Klick auf das kleine Sortierrichtungsdreieck kann die Liste umgekehrt werden.

Wenn Sie eine Ergebniszeile anklicken, die Sie interessiert, erscheint ein Auszug aus der gefundenen Seite im unteren Bildteil. Dieser Auszug kann für die Seite so repräsentativ sein wie die Suchmaschine die Informationen aufbereitet. Mit einem Doppelklick wird die gefundene Seite von Ihrem Web-Browser geöffnet. Wenn der Vorschau-Auszug schon alle Informationen enthält, die Sie benötigen (z.B eine Wortdefinition aus einem Wörterbuch oder Lexikon), brauchen Sie die eigentliche Web-Seite überhaupt nicht besuchen. Oben links im Vorschaubereich - eventuell links neben einer Werbeeinblendung - sehen Sie ein Icon für die Suchmaschine, die den Treffer landete - mit einem Klick darauf erhalten Sie das Originalsuchergebnis in Ihrem Web-Browser.

Neben einem Werbebanner? Richtig. Sie mögen das irritierend, ärgerlich oder reichlich aggressiv finden, daß Apple so etwas als Bestandteil seiner Systemsoftware vertreibt. Jedoch, weil die Suchmaschinen Ihr Geld mit Werbung verdienen, räumt auch Sherlock der Werbung ihren Platz ein, damit die Werbekunden der Suchmaschinenen nicht übergangen werden. Ansonsten könnten die Suchmaschinenbetreiber Sherlock boykottieren. [Der Werbeinhalt kann weder von Sherlock noch von Apple kontrolliert werden: - die Banner werden von den Suchmaschinen geliefert, von denen einige auch Werbung akzeptieren, die einigen Benutzern peinlich oder zu aggressiv vorkommen mag - Geoff]

Suchergebnisse speichern -- Sie können die Suchmaschinenkonfiguration und Suchbegriffe speichern, indem Sie im Datei-Menu "Suchkriterien speichern" auswählen. Später können Sie dann mittels "Lade Suchkriterien" oder Doppelklick auf den Kriterien-File diese Konfiguration reaktivieren und Sherlock wiederholt die Suche. Unglücklicherweise gibt es aber keine Vorkehrung, nur die Suchmaschinenkonfiguration ohne Suchbegriffe abzuspeichern oder eine solche Konfiguration zu laden, ohne die Suche automatisch zu starten.

Suchmaschinenkonfiguration, eine Struktur, die Sherlock fehlt -- Wenn Sie mehr als ein Plug-In installiert haben, werden Sie merken, daß Sherlock jede Möglichkeit fehlt, eine Menge von Suchmaschinen abzuspeichern. Sie möchten vielleicht mit einer Kombination von Suchmaschinen allgemein arbeiten, mit einer anderen nach Nachrichten suchen oder einer dritten nach einem Buchlieferanten forschen wollen. Das dauernde Ankreuzen und Deaktivieren von Suchmaschinen beim Wechsel der Aufgabenstellung wird Ihnen bald zur Plage (ein Klick auf den Spaltenkopf kann geradenoch helfen, die aktivierten Suchmaschinen an den Kopf der Liste zu bringen). Die Tatsache, daß Sherlocks Arbeitsflächengröße nicht verändert werden kann, trägt weiter zum Klick-Fiasko bei.

Auch wenn Apple sich in späteren Sherlock-Versionen wohl um einige der angesprochenen Mängel kümmern wird, so können doch heute schon ein paar Hilfsprogramme und Patches etwas mehr Effizienz in Ihre Suchaktionen bringen. Das Zusatzprogramm Moriarty kann etwa durch Manipulation der Sherlock Fenster-Resource die Größe des Arbeitsfensters veränderen, andere ergänzen die Möglichkeit, Plug-In-Konfigurationen zu manipulieren.

<http://members.aol.com/appleink98/moriarty.htm>

Dank der Erfahrungen an Systemerweiterungen durch Conflict Catcher überrascht es nicht, daß Casady&Greene ein Programm entwickelt hat, das Sherlocks Plug-In-Konfigurationen bearbeitet. Sherlock Assistant arbeitet als Arbeitsumgebung für Sherlock: Auswählen einer Konfigurationen aktiver Suchmaschinen (oder alternativ Plug-In-Wahl durch anklicken), Eingabe der Suchkriterien und Starten der Suche. Erst danach werden die Parameter inklusive der Suchmaschinenkonfiguration an Sherlock übergeben. Neue Plug-Ins können installiert werden, indem Sie direkt in das Sherlockfenster abgelegt werden (Das Kopieren in den zuständigen Internet Suchmaschinenordner passiert im Hintergrund). Weiterhin bringt der Sherlock Assistant mit dem Klick auf ein Plug-In in seinem rechten Teilfenster Informationen dazu, ein Doppelklick bringt Sie auf eine Seite des Servers hinter diesem Plug-In, allerdings ist das nicht immer die Homepage der Suchmaschine. Sherlock Assistant ist Freeware und sein Download umfasst 263 KB:

<http://www.conflictcatcher.com/sherlockassistant/>

Ähnlich wie Sherlock Assistant arbeitet auch das Sharewareprogramm Holmes von Imagina, Sie können Suchmaschinen-Konfigurationen spezifisieren und Suchkriterien eingeben bevor Sie Sherlock diese Infos übergeben. Eine hilfreiche Ergänzung durch Holmes besteht in einem Plug-In, das in einer beliebigen Anwendung markierte Wörter oder Phrasen per Control-Klick übernimmt und über den Menu-Punkt Internetsuche in Sherlock verarbeitet:

<http://www.imaginasw.com/Products/Holmes/holmes.html>

Wenn Sie auch eine Schnellschußlösung akzeptieren: die Freeware SherlockSets bearbeitet Suchmaschinenkonfiguration, indem unbenutzte Plug-Ins in einen neuen Ordner Internet Search Sites (Disabled). Beim Lauf von SherlockSets werden Plug-Ins aktiviert oder deaktiviert; per Return oder Klick auf den Knopf Launch Sherlock wird Sherlock gestartet, wo nur die aktivierten Plug-Ins aufgelistet und sofort aktiviert werden. Apple hat seinerseits einige Skripts bereitgestellt, mit denen Sherlock Plug-Ins manipuliert werden können, indem das OSA-Menu von Leonard Rosenthol eingesetzt wird, das Sie auf der Mac OS 8.5 CD-ROM finden:

<http://www.omniasc.es/freeware/SherlockSets.hqx>
<http://www.apple.com/applescript/sherlock_sets/>

Trotz beträchtlicher Probleme ist Sherlock ein elegantes Werkzeug, das sowohl Neulingen und alten Hasen unter den Websurfern nutzen kann. Wenn Sie Sherlock bisher nicht ausprobiert haben, nehmen Sie sich doch ein wenig Zeit und unterziehen Sherlock einer näheren Betrachtung.

[Kevin Savetz schreibt für Computer Shopper und andere amerikanische Magazine über Mac-Rechner und das Internet. Als Sammler musealer Computer können Sie Kevin mit Atari 800, Timex-Sinclair oder seinem Mac antreffen]


Übertragung dieser Ausgabe:
André Schleife <a.schleife@gmx.de> und Walter Sonnenberg < Dr.W.Sonnenberg@t-online.de >

Redaktion: Hartmut Greiser Home: www.linarte.com

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