TidBITS#468/22-Feb-99 - Deutsch

Falls Sie der Meinung sein sollten, es wäre schöner, barfuß über glühende Kohlen zu laufen als eine Firewall für Ihre Intranet- oder Internetverbindung einzurichten - behalten Sie Ihre Schuhe an und lesen Sie Chris Peppers Artikel über Firewall-Sicherheit (und warum Sie das Thema ernst nehmen sollten, auch wenn Sie kein Netzwerkadministrator sind). Adam beschäftigt sich mit dem Für und Wider der Macworld-Expo-Verlagerung nach nach New York im Juli, außerdem gehen wir auf die Neuerscheinung von 2 Palm Computing Handhelds und auf Alco Bloms Veröffentlichung von Web Confidential 1.2 ein.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#468/22-Feb-99.

Die Originalausgabe finden Sie unter: http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-468.html

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Themen

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MailBITS/22-Feb-99

Jobanzeigen in TidBITS? Es gibt unzählige Geschichten von Leuten, die es geschafft haben, mit Wissen aus der TidBITS-Lektüre Jobs zu bekommen. TidBITS-Sponsor geht jetzt einen Schritt weiter und veröffentölicht tatsächlich Stellenanzeigen - s. Sponsorenteil in dieser Ausgabe. Was halten Sie davon? Hilft sowas bei der Jobsuche? Wäre Ihre Firma interessiert, hier Stellenanzeigen zu veröffentlichen? Sagen Sie Ihre Meinung in TidBITS-Talk. Bei genügend Interesse werden wir uns damit beschäftigen, künftig mehr Stellenanzeigen zu veröffentlichen. [ACE]

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=601

Neue Palm-Handhelds auf dem Markt -- Palm Computing hat zwei neue Handheld-Geräte vorgestellt: Palm IIIx und Palm V sind ab sofort verfügbar. Der Palm IIIx ($370) hat die Rundungen des Palm III behalten, weist jetzt aber 4MB RAM (plus 2MB Flash ROM) auf, ein sehr verbessertes Display mit höherem Kontrast und besserer Lesbarkeit, dazu einen internen Erweiterungsslot für künftige Speicherupgrades oder für Zusatzeinrichtungen wie Pager-Karten. Der Palm V ($450) richtet sich an stilbewußte Nutzer. Er ist in ein kleineres Alluminiumgehäuse eingebaut und wird mit dem verbesserten Display, softwaregesteuertem Kontrast, 2MB RAM (plus 2 MB Flash ROM) eingebautem Lithium-Ionen-Akku und - passend für Rechts- und Linkshänder - für den Schreibstift mit je einem Ablagefach rechts und links ausgeliefert. [JLC]

http://www.palm.com/products/palmiiix/
http://www.palm.com/products/palmv/

Web Confidential 1.2 jetzt mit Kontext Menu Unterstützung-- Alco Blom hat die Version 1.2 von Web Confidential veröffentlicht. Mit diesem Shareware-Programm ($35) lassen sich vertrauliche Informationen mit Hilfe einer 448 Bitverschlüsselung sicher speichern (siehe auch ?Web Confidential: Informationssicherung aller Art? in TidBITS 441). Die Version 1.2 enthält eine Anzahl zusätzlicher Voreinstellungen, mit denen man automatisch sichern, Löschungen bestätigen und Einträge sortieren kann. Es enthält auch einen Contextual Menu Manager (CMM) Plug-In, das die Dateneingabe in Web Confidential für Mac 8.0 (oder höher) erleichtert. Erst muß der Plug-In installiert sein (und Apple Data Detectors, der Kontext-Menüs in allen Applikationen ermöglicht), dann Texte mit Control-Klick markieren und einen der Menü-Punkte auswählen, um die gewählten Texte in eines der Felder einer Web Confidental Karte zu übertragen. Für registrierte Nutzer ist die Version 1.2 gratis (ein 424K Download.) [ACE]

http://www.web-confidential.com/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05020
http://www.apple.com/applescript/data_detectors/

Expo, wir folgen Dir

von Adam C. Engst ace@tidbits.com

[Aus Kapazitätsgründen - vornehm für:?Wir bräuchten viel mehr Hilfe beim Übersetzen!!? - kommt dieser Beitrag nur als Zusammenfassung --GR]

Das Expo Management hat entschieden, die im August 1999 für Boston eingeplante Messe in den Juli vorzuziehen und in New York zu veranstalten.

http://www.macworldexpo.com/mwny99/media/frame_move.html http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04979

Adam sieht das mit gemischten Gefühlen. Boston ist überschaubar und bezahlbar, New York eher das Gegenteil. Nach einem eher problematischen Apple-Jahr ist das für Aussteller nicht gerade von Vorteil.

Dafür hat New York den Vorteil, die US-Medienstadt zu sein, was für so eine spezialalisierte Mac-Messe wieder große Bedeutung hat. Außerdem gibt es mehr Platz. Adam meint auch, daß der Anteil der Laufkundschaft (also der nicht vorher registrierten Besucher) höher als in Boston sein dürfte.

Was ist eine Firewall? und warum es Sie etwas angeht?

[Sonja Krause-Harder translation@skh.de]

von Chris Pepper pepper@list.audubon.org

Eine der besten Seiten des Internet - eine Erbschaft seiner universitären Ursprünge - ist, daß es uns ermöglicht, Informationen mit Menschen aus der ganzen Welt zu teilen. Ein weiteres wunderbares Merkmal - und dies rührt von den Wurzeln des Netzes im UNIX-Betriebssystem her - ist, daß es uns von jedem ans Netz angeschlossenen Rechner den Zugriff ermöglicht - auf Webseiten, Emailkonten, Spiele, Informationen über ein Unternehmen und vieles mehr.

Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Eins der größten Probleme am Informationsaustausch mit Menschen, die man noch nie getroffen hat, ist die Tatsache, daß einige davon nicht nur Gutes im Sinn haben. Über das Internet kann man mit fantastischen Menschen in Kontakt kommen, doch man kann eben auch die Bekanntschaft von solchen machen, die man lieber gemieden hätte - Spammer, destruktive Hacker und Virenautoren.

Es ist großartig, in ein Internet-Café, eine Bibliothek oder ins Rechenzentrum der Universität gehen zu können, um dort private Emails zu lesen. Doch irgend jemand, den Sie nicht kennen, könnte gerade zwei Tische weiter seinen Kaffee schlürfen und dabei versuchen, Ihre Kreditkartennummer oder private Informationen über Sie oder Ihre Firma herauszubekommen. Offensichtlich kann man über das Internet überall auf der Welt arbeiten, doch wie steht es dabei um die Sicherheit der Daten? Wie unterscheidet man zwischen einem Angestellten im Internet-Café und einem Mitarbeiter der Konkurrenz am Nebentisch?

Firewalls sind eine wirksame Möglichkeit, vertrauliche Daten und Server vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Und auch, wenn der Umgang mit Firewalls keine Geheimwissenschaft ist - selbst wenn manche IT-Beratungsfirmen Sie das gerne glauben machen würden - so sind sie doch auch nicht wirklich einfach zu durchschauen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, wie eine Firewall arbeitet und weshalb sie wichtig und nützlich sein kann, sowie Ihnen ein wenig Hilfestellung zu geben, falls Sie die Anschaffung einer Firewall in Betracht ziehen. Wir setzen dabei grundlegende Kenntnisse über die Funktionsweise des Internet voraus, werden jedoch einige Details kurz wiederholen und erklären. Wenn Sie eine stehende Netzanbindung oder ein zeitweilig angeschlossenes Netzwerk mit mehreren Rechnern haben, sollten Sie prüfen, ob Sie eine Firewall brauchen. Für Einzelnutzer, die keine Serversoftware verwenden, ist sie in der Regel nicht notwendig.

Das Intranet -- Noch vor einigen Jahren existierten die meisten Computernetzwerke nur innerhalb von Gebäuden als lokale Netzwerke (Local Area Networks, LAN). Manche Firmen verknüpften ihre einzelnen LANs mit teuren Wählverbindungen zu einem WAN (Wide Area Network). In jedem Fall mußte man die Server der jeweiligen Firma nutzen, um auf das Netz zuzugreifen. Diese physikalischen Sicherheitsvorkehrungen sind extrem wirkungsvoll - das unbefugte Eindringen in Gebäude ist strafbar, und es ist leicht, die eigenen Mitarbeiter von Fremden zu unterscheiden. Auf der anderen Seite weiß jeder, der schon einmal in einem Chatraum bei AOL oder im Internet Relay Chat (IRC) war, daß die Identität der Teilnehmer online nicht so einfach festzustellen ist. Einem Netzwerkadministrator stellt sich nun folgendes Problem: wie verschafft man legitimen Nutzern den Zugang zu einem internen Netzwerk und schützt es gleichzeitig vor unbefugten Zugriffen?

Die Einrichtung eines Intranet ist der Versuch, ein Stück der Kontrolle wiederzugewinnen, die im Zeitalter der allgegenwärtigen Internetanbindung verloren ging. Das Intranet besteht im wesentlichen aus allem, was vor der Internetanbindung in einem Netzwerk vorhanden ist - also das, was ein LAN oder ein WAN wäre, wenn die Internetverbindung nicht da wäre. Im Allgemeinen haben die Teilnehmer innerhalb des Intranets mehr Zugriffsrechte als Außenstehende - immerhin haben sie es bis ins Gebäude geschafft, durch verschlossenen Türen und Sicherheitsvorrichtungen und vorbei an Pförtnern und Kollegen. Wer über das Internet auf das Netz zugreift, hat weniger Zugriffsrechte - genug, um arbeiten zu können, doch wenig genug, um mögliche Schäden auszuschließen. Das Schlüsselloch zum Intranet ist unsere liebe Freundin, die Firewall, die den Internetteilnehmer nur ungefährliche Aktionen erlaubt und die Teilnehmer im Intranet ungestört ihrer Arbeit nachgehen läßt.

Öffentlich zugängliche Informationen, die jedem Internetteilnehmer zugänglich sind, können z.B. Werbematerialien und öffentliche Webseiten sein, Demoversionen von Software und Jahresberichte eines Unternehmens. Geschützte Informationen, die nur im Intranet selbst zugänglich sind, sind z.B. Personaldaten, die interne Buchhaltung, lizenzierte Software und Datenbanken für Help-Desk-Systeme und den Kundensupport. Die Unterscheidung, welche Informationen öffentlich zugänglich sein sollten und welche nicht, ist der Schlüssel zu einem funktionierenden Intranet.

Wie geht das?
Der Datenverkehr im Internet besteht aus einzelnen Datenpäckchen. Diese Päckchen entsprechen entweder dem Transmission Control Protocol (TCP) oder dem Universal Datagram Protocol (UDP). Jedes Datenpaket enthält im Header Informationen über Ausgangsrechner und -port sowie Zielrechner und -port. Sowohl TCP als auch UDP verwenden dabei IP-Nummern (z.B. 209.177.45.3) um einzelne Computer zu identifizieren, und Port-Nummern (von 0 bis 65.535), um einzelne Programme auf dem jeweiligen Rechner anzusprechen.

Wenn Sie z.B. die Webseite der National Audubon Society sehen möchten, erstellt Ihr Webbrowser ein Datenpaket mit der Ausgangs-IP 204.57.207.50 (zugewiesen von Ihrem Netzwerkadministrator oder Provider), der Ziel-IP 209.177.45.3 (der Webserver von Audubon), dem Ausgangs-Port 54321 (vom Webbrowser auf Ihrem Rechner zufällig gewählt) den Ziel-Port 80 (identifiziert den Webserver) und den eigentlichen Inhalt: die Anfrage an den Webserver, die Homepage von Audubon zu senden.

http://www.audubon.org

Die höheren Protokolle, die wir benutzen, wenn wir im Web surfen, Emails verschicken, Daten übertragen und andere Dinge tun, setzen alle auf TCP oder UDP auf (die wiederum auf IP - dem Internet-Protokoll basieren). Die meisten Protokolle antworten nur auf einem bestimmten TCP oder UDP-Port, doch manche High-Level-Protokolle funktionieren sowohl mit TCP als auch mit UDP.

Zum Verständnis ist es hilfreich, sich IP-Adressen als Hausnummern und die Ports als Wohnungsnummern vorzustellen. Jeder Rechner, der ein solches Datenpaket erhält (Ihr Rechner, der Router, über den Ihre Internetverbindung läuft, die Router zwischen Ihrem Provider und dem Zielrechner etc.) prüft die IP-Adresse des Zielrechners und entscheidet dann, ob er das Päckchen ignoriert, weiterleitet oder selbst annimmt. Sobald der Zielrechner das Paket erhält und annimmt, entscheidet er anhand der Port-Nummer, welches Programm das Paket erhält. Ohne diese Port-Nummern würde z.B. eine AppleShare IP-Server nicht wissen, ob ein bestimmtes Datenpaket nun vom FTP-Server, SMTP-Server, AppleShare- oder Web-Server bearbeitet werden sollte.

Die "Internet Assigned Numbers Authority" führt eine Liste der wichtigsten standardisiert zugewiesenen Ports, sowohl solche, die von Standarddiensten verwendet werden als auch solche, die von speziellen Programmen (und sogar Spielen) genutzt werden.

http://www.isi.edu/in-notes/iana/assignments/port-numbers

* HTTP - TCP Port 80. Das Hypertext Transfer Protocol wird von Webservern und Webbrowsern zum Datenaustausch verwendet (HTTPS oder Secure Sockets Layer ist eine verschlüsselte Variante von HTTP, die den TCP-Port 443 verwendet).

* SMTP - TCP Port 25. Emails werden meistens über das Simple Mail Transfer Protocol versendet.

* POP3 - TCP POrt 110. Post Office Protocol Version 3 wird zum Mailempfang verwendet. Emailprogramme wie Eudora und der Netscape Communicator verschicken Mail typischerweise über SMTP und empfangen sie über POP3.

* DNS - TCP oder UDP, Port 53. Domain Name Server übersetzen lesbare Adressen wie www.audubon.org in IP-Adressen wie 209.177.45.3 und andersherum.

* Telnet - TCP, Port 23. Telnet (oder "remote login") ist der Ursprung allen Fernzugriffes auf einen anderen Rechner.* FTP - TCP Port 21 File Transfer P rotocol. FTP-Programme senden die Befehle über Port 21 an den Server. FTP macht insofern eine Ausnahme, als die eigentliche Datenübertragung dann über einen weiteren Port stattfindet.

* ASIP - TCP Port 548. Wird von AppleShare-over-TCP/IP verwendet. Dies ist u.a. implementiert in AppleShreIP, ShareWay IP, manche UNIX-Server, der im MacOS integrierte AppleShare-Client und Microsoft Windows 200/NT 5.

http://www.apple.com/appleshareip/
http://www2.opendoor.com/gateway/sharewayip20.html
http://www.microsoft.com/ntserver/windowsnt5/exec/overview/WhatsNew.asp

* SNMP - UDP Port 161. Server, die das Simple Network Management Protocol verwenden, sind in die meisten Router, Hubs, Server und Betriebssysteme integriert (SNMP ist in Mac OS 8.5 auf Wunsch vorhanden). Ein SNMP Server, wie z.B Dartmouths herausragender InterMapper kann diese Server überwachen, um einen Überblick über ein Netzwerk zu erhalten und nach Schwachstellen ausschau zu halten.

http://www.dartmouth.edu/netsoftware/intermapper/

Es gibt über vier Millionen gültige IP-Adressen (2^32 - und sie werden knapp!). Jeder Rechner im Internet hat sein eigenes Set von 131 072 Ports, über die er mit jedem Port auf jedem Rechner im Internet kommunizieren kann. Die Anzahl der möglichen Verbindungen ist mehr, als irgendjemand überblicken oder gar überwachen könnte - 2^(32+32+16+16+1) oder 2^97 - doch eine Firewall kann diese Zahl auf ein überschaubares Maß reduzieren.

Firewalls* -- Firewalls arbeiten, indem sie ausgewählte Daten zwischen sicheren und unsicheren Netzbereichen hin- und herreichen. Normalerweise ist die Firewall ein Teil von - oder angeschlossen an - einen Router ins Internet. Die Anbindung ans Internet ist der logisch günstigste Ort für eine Firewall, da Teilnehmer im Intranet mehr Vertrauen genießen als die, die das Internet verwenden. Hacker müssen so erst einmal die Firewall überwinden, um an die begehrten Daten im Intranet selbst zu gelangen.

Es gibt zwei Arten von Firewalls: packet filters (auch als packet screening firewalls bekannt) und Proxy Server. Die gewöhnlicheren Packet-Filtering-Systeme sind einfacher, billiger und wesentlich schneller als Proxy-Server. Da IP-Adressen einzelne Rechner und die Port-Nummern bestimmte Programme und Dienste identifizieren, kann eine Firewall anhand dieser Nummern und dem Vergleich von Quell- und Zieladresse und -port entscheiden, was mit dem Päckchen passieren soll. Da IP-Adressen normalerweise logisch gruppiert sind, ist es für gewöhnlich einfach, zu entscheiden, wer zum lokalen Netzwerk gehört und wer nicht.

Packet Filter sind einfach, weil sie sich nicht um den Inhalt (den "payload") der Datenpäckchen kümmern: die Firewall entscheidet allein anhand der IP- und Port-Nummern eines Päckchens darüber, ob es durchgelassen wird oder nicht. Stellen Sie sich die Firewall in diesem Fall als militärischen Kontrollpunkt vor - es gibt einige wenige Menschen, die einen Passierschein haben und durchkommen, alle anderen werden abgewiesen. Die Wachposten schauen nicht in die Koffer.

Die meisten Firewalls halten eher Fremde aus dem Intranet heraus statt den Nutzern des Intranet daran zu hindern, aus dem Intranet herauszukommen (mit einigen wenigen Ausnahmen). Deshalb besteht die Konfiguration einer Firewall im wesentlichen darin, die wenigen legitimen Zwecke aufzulisten, für die Internetteilnehmer Zugriff auf interne Daten des Intranet bekommen, und dann Regeln festzusetzen, die nur diese Zugriffe gestatten. So werden viele unnötigen Verbindungen vermieden, die sonst ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Hier ist ein einfaches Set von Regeln für eine langweile Firma namens Beispiel GmbH, in verständliches Deutsch übersetzt:

"Erlaube Internet-Rechnern die Verbindung zu mail.beispiel.de auf Port 25. Erlaube mail.beispiel.de die Verbindung zu Rechnern außerhalb des Intranet auf Port 25. Sperre den restlichen Datenverkehr auf Port 25." Port 25 wird von SMTP zum Versand von Email verwendet. Da die Firewall nur den Datenaustausch zwischen dem Intra- und dem Internet kontrolliert, hindert dies Außenstehende daran, die internen Mailserver zu verwenden und die Mitarbeiter, Mailserver außerhalb des Intranets anzusprechen. Wenn mail.beispiel.de jede ein- und ausgehende Email im Logfile vermerkt, kann so sichergestellt werden, daß niemand einen privaten Mailserver verwendet, um die Logfiles der Firma zu umgehen (oder Werbemails zu versenden).

"Gestatte allen Rechnern im Internet den Zugriff auf www.beispiel.de auf den Ports 80 und 443. Erlaube allen Rechnern im Intranet die Verbindung mit Rechnern außerhalb des Netzes auf den Ports 80 und 443. Vermerke jede URL-Anfrage ins Internet und die interne IP, von der sie gestartet wurde, im Logfile. Sperre jeden Zugriff auf die Ports 80 und 443 auf anderen Rechnern innerhalb des Intranets." Port 80 wird standardmäßig für HTTP (Webbrowsing) verwendet, Port 443 von HTTPS (Secure Sockets Layer) für den verschlüsselten Zugriff auf Webseiten. Dies verhindert wieder den Zugriff von außen auf interne Dienste (wie z.B. Personal Web Sharing). Außerdem wird die Internetnutzung der Angestellten in Logfiles protokolliert, so daß der Netzwerkadministrator feststellen kann, ob jemand den Internetzugang der Firma zum Zugriff auf unerwünschte Seiten verwendet. Viele Firmen haben feste Regeln, was den privaten Zugriff aufs Internet während der Arbeitszeit angeht - auf der Dilbert-Webseite sind im "Pointy Haired Boss Index" Unternehmen aufgeführt, die den Zugriff auf die Seiten der Dilbert Zone unterbinden.

http://www.dilbert.com/comics/dilbert/financial/tphbx.html

"Sperre alle eingehenden DNS-Anfragen." Wenn Sie einen öffentlichen DNS-Server außerhalb der Firewall betreiben und einen privaten innerhalb, können Sie verhindern, daß Informationen über den Aufbau Ihres Intranetzes und einzelne angeschlossene Rechner und Geräte nach außen gelanngen.

"Keine eingehenden FTP-Verbindungen. FTP-Verbindungen nach außen sind uneingeschränkt möglich." In diesem Fall wird der Server ftp.beispiel.de von einem Provider außerhalb der Firewall betrieben. die Mitarbeiter gehen über die Firewall aus dem Intranet hinaus, um auf diesen Server zu gelangen. Manche Organisationen sind sehr darum bemüht, wichtige Informationen nicht nach außen gelangen zu lassen und erlauben den FTP-Zugriff nur über Proxy Server, die nur das Herunterladen, nicht aber das Hinaufladen von Daten erlauben. Dies soll es den Mitarbeitern unmöglich machen, größere Datenmengen der Konkurrenz zukommen zu lassen.

Proxy Server -- Die kompliziertere und teurere Variante einer Firewall ist der Proxy Server. Wenn eine Firewall mit Packet Filtering ein militärischer Kontrollpunkt ist, so gleicht ein Proxy Server einem gewieften Übersetzer und Dolmetscher ("Ich bin ein Proxy!!" A.d.ÜIn). Die Netzteilnehmer auf beiden Seiten des Proxy können nicht direkt miteinander kommunizieren, stattdessen geht jede Kommunikation direkt über den Proxy. Wenn ein Internetteilnehmer etwas Seltsames versucht, leitet der Proxy die Nachricht nicht weiter. Darüber hinaus haben die Rechner außerhalb des Intranet nie eine direkt Verbindung zu den Rechnern innerhlab, so daß keine Informationen über die Art des internen Netzes nach außen gelangen und niemand von außerhalb einzelne Rechner angreifen oder auf Schwachstellen überprüfen kann.

Die sogenannte Network Address Translation (NAT) ist eine recht neue Spezifikation, die es einer Firewall ermöglicht, als Proxy Server aufzutreten, ohne daß die Client-Software sich irgendwie anders verhalten muß (bzw. überhaupt etwas von der Firewall weiß). Eine NAT-fähige Firewall schreibt in jedes Datenpäckchen ihreeigene IP und einen verfügbaren Port und verfährt mit den eingehenden Antwortpäckchen entsprechend umgekehrt. Da dieser Vorgang ziemlich einfach ist, verbreitet sich die Methode mehr und mehr in firewalls und Routern. Noch ausgefeiltere Firewalls verstehen bestimmte Protokolle und können einzelne verdächtige Befehle oder aktionen gezielt unterbinden. Diese Firewalls laufen im Allgemeinen unter UNIX oder NT und sind recht teuer.

http://www.tis.com/prodserv/gauntlet/firewalls/

Am anderen Ende des Spektrums konzentrieren sich verhältnismäßig preisgünstige Lösungen wie der WebDouble der Firma Maxum eher auf Geschwindigkeitsoptimierung denn auf Datensicherheit. WebDoubler erhöht die Geschwindigkeit beim Surfen durch Zwischenlagerung der URL-Anfragen und stellen die im Cache gespeicherten Seiten dann anderen Nutzern, die dieselbe Seite abfragen. Das Prinzip entspricht dem von Netscape und Explorer, alle Nutzer greifen jedoch auf einen gemeinsamen, größeren Cache zu. Im Bundle mit WebDoubler ist der IPNetRouter der Firma Softworks erhältlich, der auch packet screening beherrscht. Beidelaufen auf Macs.

http://www.maxum.com/WebDoubler/
http://www.sustworks.com/products/producz_ipnr.html

*Konfiguration
-- Vergessen Sie nicht, Ihre Firewall zu konfigurieren! Egal, wie teuer sie ist, eine Firewall nützt Ihnen nur, wenn Sie wissen, was sie aus- und einschließen, blockieren und gestatten wollen und dies in die Konfiguration der Firewall umsetzen. Da diese Konfiguration auf Ihren IP-Adressen und den verwendeten Ports (Diensten) basiert, hat eine allgemeine Konfiguration keinen Sinn. Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, werfen Sie einen Blick auf die Konfigurationsdateien. Wenn diese einigermaßen verständlich aussehen, gut. Wenn Sie nicht verstehen, was all diese Angaben bedeuten, müssen Sie sich entweder durch mehr Dokumentations- und Informationsmaterial durcharbeiten, oder jemanden beauftragen, des die Konfiguration für Sie erledigt. Stellen Sie sicher, daß dieser Jemand verfügbar ist, wenn Probleme auftauchen oder Änderungen anstehen.

Stellen Sie zunächst eine Liste aller Dienste auf, die Sie im Intranet nutzen und entscheiden Sie, welche davon für Ihre Mitarbeiter außerhalb des Intranets (Filiaien, Außendienstmitarbeiter, Telearbeit etc.) und für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Bei der Konfiguration einer Firewall müssen oft Abstriche gemacht werden - wenn Sie den Mißbrauch Ihres Systems verhindern wollen, machen Sie die normale Nutzung schwieriger oder in manchen Fällen auch unmöglich.

Müssen Ihre Mitarbeiter von außen auf ihre Email zugreifen können? Vertrauen Sie in die Sicherheit Ihres Mailservers und seiner Paßwörter, oder ist es nicht vielleicht doch besser, für den Außendienst und die Mitarbeiter, die oft auf Geschäftsreise sind, externe Mailkonten einzurichten?

Können Sie Ihren Webserver so konfigurieren, daß er den Zugriff auf interne Seiten nur gestattet, wenn die Anfrage aus dem Intranet selbst kommt _oder_ der Nutzer ein Paßwort für diese Seiten kennt? Wenn dem so ist, können Sie eine eigene Webseite für das Intranet erstellen, ohne einen weiteren Websever einzurichten.

Wenn Sie eine größere Anzahl von Mitarbeitern außerhalb der Firewall haben, die vollen zugriff auf das Intranet haben müssen, sollten Sie die Einrichtung eines Virtuellen Privaten Netzes (Virtual Private Network, VPN) zusätzlich zur Firewall in Betracht ziehen. diese Technologie ermöglicht es, allen Datenverkehr, der über das Internet zwischen Ihrem Netzwerk und dem entfernten Teilnehmer stattfindet. VPNs verstehen sich hervorragend mit einer Firewall, da Sie den Datenverkehr über das VPN ungehinert durch die Firewall passieren lassen können - im sicheren Wissen, daß nur dazu berechtigte Personen die Schlüssel und Paßwörter für das VPN haben und somit auf alle internen Dienste zugreifen können. So können Sie über die Firewallwesentlich mehr Bereiche Ihres Netzes gegenüber dem Internet absichern, denn die berechrigten Nutzer greifen über das VPN auf Ihr Netzwerk zu.

Stellen Sie sicher, daß Sie den Schutz gegen gefälschte und unvollständige Datenpäckchen in der Firewall aktivieren, da diese für viele Stabilitäts- und Sicherheitsprobleme verantwortlich sind. Abgewiesene Pakete sollten in einem Logfile vermerkt werden - wenn Ihre Firewall einen Angriff abwehrt und Sie das nicht merken, können die Angreifer so lange weiter machen, bis Sie am Ende doch erfolgreich sind.

Bevor Sie die Firewall einrichten, entscheiden Sie, was außerhalb und was innerhalb der Firewall sein soll. Da ein Webserver in erster Linie die Öffentlichkeit informieren soll, ist es sinnvoll, ihn außerhalb der Firewall zu plazieren, vielleicht sogar direkt bei Ihrem Provider. So sind Ihre Seiten für Besucher schneller verfügbar und Sie stellen sicher, daß der Webserver keine Gefahr für die interne Sicherheit Ihres Netzes darstellt. FireSite der Firma ClearWay verwaltet solche externen Webserver und bietet die meisten Vorteile, die ein internerWebserver hätte: Flexibilität, anpassung und Logfiles. Das Gleiche gilt für FTP-Server.

http://www.clearway.com/firesite/

Eine Firewall kaufen -- Bevor Sie eine Firewall kaufen, finden Sie heraus, was Ihre Router alles können. Wenn Ihr Internet Router das packet filtering beherrscht, genügt das vielleicht schon für Ihre Ansprüche. Eine Hardware Firewall bekommen Sie bei den meisten Herstellern, die auch Router herstellen, wie z.B. Ciscound Compatible Systems. Von einigen Firmen gibt es softwarebasierte Firewalls für UNIX und Windows NT.

http://www.cisco.com/
http://www.compatible.com/

Glücklicherweise gibt es einige Firewalls für den Mac. Der IPNetRouter verügt über die Funktionen einerFirewall. Die Internet Router der Firma Vicomsoft (sowohl für Mac OS als auch für Windows erhältlich) verfügt über die Funktionen einer Firewall. DoorStop von Open Door Networks ist eine begrenzte Firewall - es schützt nur den Rechner, auf dem es läuft.

http://www.vicomsoft.com/products.html
http://www2.opendoor.com/doorstop/

Zum Abschluß -- Wenn Sie Server betreiben, die ans Internet angeschlossen sind, sollten Sie überlegen, ob Sie diese nicht durch eine Firewall schützen wollen. Glücklicherweise gibt es dazu viele Möglichkeiten, und vielleicht besitzen Sie die Lösung bereits. Es ist Ihnen zu wünschen, daß Sie nie einem Angriff ausgesetzt sind, doch in den weiten des Netzes gibt es unangenehme Menschen. Sie sind es sich selbst schuldig, über den Schutz Ihres Netzwerkes nachzudenken, _bevor_ Sie jemand anderes dazu zwingt.

Die Konfiguration einer Firewall besteht aus zwei Schritten. Überlegen Sie zunächst, wie Sie TCP/IP nutzen, und dann finden Sie ein Gleichgewicht zwischen diesem Nutzen und dem möglichen Schaden, wenn Ihre Infrastruktur mißbraucht wird. Wenn Sie die Firewall geschickt planen und konfigurieren,schützen Sie Ihre Server, ohne daß Ihre Nutzer überhaupt etwas davon merken.

[Chris Pepper ist Webmaster und Listenverwalter bei der National Audubon Society. Dieser Artikelwurde ursprünglich (in wesentlich gekürzter Form) als Teil einer Präsentation auf der Macworld Expo ST '99 vorgestellt.]


Übertragung dieser Ausgabe:
Sonja Krause-Harder translation@skh.de, Hartmut Greiser hgreiser@linarte.com

Redaktion: Hartmut Greiser Home: www.linarte.com

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