Der Claris Organizer kehrt zurück! Wenn Sie das Zeitplansystem von Claris mögen, hören Sie sicher gerne, daß es als "Macintosh Palm Desktop" wiedergeboren wurde und kostenlos erhältlich ist - ganz gleich, ob Sie ein Gerät von Palm besitzen oder nicht. Außerdem erzählt diese Woche Louise Bremner von ihren Eindrücken auf der Macworld Expo in Tokio. In den Nachrichten wird GoLive 4.0 von Adobe angekündigt, ein neuer Webbrowser namens iCab tritt ins Rampenlicht, und die Programme Default Folder und Aladdin DropStuff liegen in neuen Versionen vor.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#469/01-MAR-99.
Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-469.html>
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<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/1999/TidBITS#469/01-Mar-99>
Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors
verfügbar, so etwa:
<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-469.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-469.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-469.etx>
Übersetzung: Sonja Krause-Harder <translation@skh.de
Adobe stellt GoLive 4.0 vor -- Adobe GoLive 4.0 - der bekannte Webseiten-Editor CyberStudio mit integriertem Site-Management, nun unter neuem Namen - wird diese Woche ausgeliefert; die Ankündigung wird für Dienstag morgen auf den Seybold Seminaren in Boston erwartet. Adobe übernahm GoLive, die Hersteller von CyberStudio, Anfang diesen Jahres und veröffentlichte kürzlich den neuen Namen des Produktes auf ihrer Webseite. Eine Windows-Version soll im zweiten Quartal 1999 auf den Markt kommen. Die Version 4.0 umfaßt mehrere hundert Bugfixes und Verbesserungen, und 3.2 wäre vielleicht eine passendere Revisionsnummer gewesen. Die neue Version kann mit URLs umgehen, die in QuickTime-Filmen und Flash-Animationen eingebettet sind und arbeitet merklich schneller. Äußerungen auf der unabhängigen Mailingliste GoLive Talk lassen auf erhöhte Stabilität schließen. Die neue Version unterstützt darüber hinaus JavaScript, DHTML, Cascading Style Sheets und FTP.
<http://www.adobe.com/prodindex/golive/>
<http://www.acc-inc.com/cstalk.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05234>
Adobe bietet eine verwirrende Vielfalt von Upgrade-Möglichkeiten und -Preisen für Anwender aus den USA und Kanada. Wer eine frühere Version von CyberStydio Pro oder Personal besitzt, kann ein Update ohne gedruckte Handbücher zum Preis von $69 herunterladen oder für $99 zzgl. Versandkosten die neue Version direkt bei Adobe bestellen. Letzteres gilt auch für Besitzer von PageMill 3.0 für Windows oder Macintosh. Adobe nennt auch andere Optionen, darunter ein Bundle mit AdobeImageStyler und Adobe ImageReady. Der Listenpreis von Adobe GoLive 4.0 liegt bei $299. [GF]
<http://www.adobe.com/prodindex/golive/price.html>
[Preise für die deutschen Versionen: Upgrade von früheren Versionen, Personal Edition und PageMill DM 269,-; Vollversion DM 539,-, jeweils incl. MwSt. Quelle: <http://www.adobeshop.com> A.d.Ü.]
Taxi!! -- Für gewöhnlich schreiben wir in den TidBITS nicht über Vorabversionen, doch für den neuen, aus einem Atari-Projekt entstandenen Webbrowser iCab des deutschen Entwicklerteams um Alexander Clauss machen wir eine Ausnahme. Das für PPC erhältliche Programm stellt geringe Anforderungen an Plattenplatz (weniger als 2 MB), Arbeitsspeicher (2 MB mit RAM Doubler oder Virtuellem Speicher, sonst 4 MB) und System (MacOS 7.5 oder höher). Doch das ist nur der Anfang: iCab unterstützt HTML 4.0, Java Applets mit der Macintosh Runtime Engine for Java von Apple (siehe TidBITS #467), Klänge und Musik mit QuickTime, sowie Kontextmenüs und neue Funktionen (z.B. Navigation Services) in MacOS 8.5, und all das in beachtlicher Geschwindigkeit. Darüber hinaus bietet iCab einiges, was die Browser-Gorillas Microsoft Internet Explorer und Netscape Navigator (siehe TidBITS #465) vermissen lassen: HTML 4.0-Fehlerüberprüfung, die Suche in Dateien auf dem lokalen Rechner, in angezeigten Webseiten oder über die gängigen Suchmaschinen im Internet, Logfiles der Verbindungen, Verwaltung von Paßwörtern und Cookies sowie einen sicher bald umstrittenen Grafikfilter, mit dem unter anderem Werbebanner zuverlässig unterdrückt werden können.
<http://bd.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=5282>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=5255>
iCab wirkt noch etwas unfertig - Text wird oft seltsam umgebrochen, es werden weder JavaScript, Cascading Style Sheets noch die gängigen Plugins unterstützt (soweit ich feststellen konnte), manche HTML-Formulare funktionieren nicht korrekt, und es läuft auf keinem meiner Macs wirklich stabil - doch das tun die anderen Browser auch nicht. Vorabversionen, die bis Mitte April laufen, sind in Deutsch und (seit kurzem) Englisch erhältlich, der Download beträgt etwa 800K. Die endgültige Version wird als Shareware für etwa 50 DM erhältlich sein. [GD]
<http://www.icab.de/>
<http://www.icab.de/soft/iCab_Pre1.25_PPC.sit>
Default Folder 3.0.1 erweitert die Navigation Services -- Das Hilfsprogramm von St. Clair, das die Dialoge zum Öffen und Sichern um einige Funktionen erweitert, unterstützt neben sonstigen Verbesserungen in der neuen Version auch die Navigation Services von Apple. Anders als Action Files (siehe "Action Files 1.2 bemächtigt sich der Navigationsdienste", TidBITS 467), die die Navigation Services umgehen und ihr eigenes Interface präsentieren, fügt sich Default Folder sowohl in die Navigation Services als auch in die alten Dialogboxen nahtlos ein. Eine weitere Verbesserung: ein Klick außerhalb des Dialogfensters präsentiert bei gedrückter Maustaste ein Aufklappmenü aller im Finder geöffneten Fenster. Wird eins dieser Fenster ausgewählt, erscheint es im entsprechenden Dialog. Default Folder ist Shareware. Es kostet $25 bzw. $15, wenn man vor dem 31. Januar 1998 eine frühere Version erworben hat. Wer das Programm nach dem 31. Januar 1998 gekauft hat, erhält das Update kostenlos. Der Download des Installers beträgt ca. 870K. Wenn Sie Default Folder verwenden möchten, nehmen Sie die Version 3.01 - sie beseitigt einige Fehler, die erst kurz nach der Veröffentlichung der Version 3.0 entdeckt wurden.
<http://www.stclairsoft.com/DefaultFolder/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05279>
Aladdin veröffentlicht DropStuff 5.1 -- Letzte Woche veröffentlichte Aladdin Systems die Version 5.1 des Shareware-Utilities DropStuff. Es erzeugt Archive im Format StuffIt 5.0, die nur mit StuffIt Deluxe 5.0, StuffIt Expander 5.1 oder - wenn sie als .sea-Datei gesichert wurden - sich selbst wieder dekomprimiert werden können. DropStuff 5.1 besteht aus vier Komponenten: das Programm DropStuff selbst, das Kontrollfeld Aladdin Compression (in dem Sie die Wahl haben zwischen schnellerer Komprimierung oder kleineren Dateien) sowie die Systemerweiterungen StuffIt Engine und StuffIt Engine Power Plug. Die letzten beiden stellen mehr Decoder bereit, als im StuffIt Expander 5.1 enthalten sind. DropStuff 5.1 benötigt System 7.5.3 oder später sowie einen Mac mit einem 68020 (oder einem neueren) Prozessor und mindestens 8 MB RAM. DropStuff 5.1 umfaßt als Download etwa 1.2 MB, das Upgrade ist für Anwender von DropStuff 4.5 kostenlos. Wer ein älteres System benutzt oder darauf angewiesen ist, Archive im alten StuffIt 4.0-Format zu erstellen (das Format hat sich in Version 4.5 nicht geändert) kann weiterhin eine ältere Version benutzen oder DropStuff 4.0 herunterladen, das auch auf den aktuellen Systemversionen zufriedenstellend zu laufen scheint.
<http://www.aladdinsys.com/dropstuff/macindex.html> <http://www.aladdinsys.com/expander/expander_mac_login.html> <http://www.aladdinsys.com/dropstuff/dropstuff40.html>
von Louise Bremner <log@gol.com>
Übersetzung: Sonja Krause-Harder <translation@skh.de
Wie im vergangenen Jahr war auch diese MacWorld Expo/Tokyo (kurz:
MacTokyo) kleiner als die, an die ich mich aus fernerer Vergangenheit
erinnere. Die Messestände waren nur in einer der beiden Doppelhallen
der Makuhari Messe aufgebaut, und dieses Jahr dauerte die Veranstaltung
nur drei Tage. Anders als im vergangenen Jahr war der Messebereich
jedoch gut gefüllt. Keine leeren Gänge und nur wenige Aussteller,
die nichts zu tun hatten, obwohl ich mich immer noch über die
Firmen wundere, die meinen, sie könnten ihre Produkte verkaufen,
ohne einen einzigen Mac am Stand zu haben.
Auch das Publikum der MacTokyo hat sich verändert. Früher war
es kein Problem, im Zug diejenigen zu erkennen, die ein paar Stationen
früher, bei Disneyland aussteigen würden. Die Gruppe junger, modisch
gekleideter Damen jedoch, die ich der Micky Maus zugerechnet hatte,
hatten doch eher mit Computermäusen zu tun.
Der Masse entkommen -- Obwohl ich meine Ankunft so geplant hatte, daß ich erst nach
der offiziellen Eröffnung ankam, um den Massen zu entfliehen,
fand ich mich doch im gewohnt langsamen Marsch vom Bahnhof zum
Messegelände wieder, vor mir der unvermeidbare Raucher, der knapp
hinter dem Bahnhofsausgang stehen bleibt, sich eine Zigarette
anzündet und heftig pafft, um den Nikotinmangel im Voraus auszugleichen,
den er in der Zeit auf dem Messegelände noch erleiden wird. Es
gibt inzwischen mehr von uns, die wir bei der ersten Überführung
aus dem Strom ausbrechen, doch dieser Weg ist immer noch zu bevorzugen,
vor allem, da er an dem Stück "Kunst" vorbeiführt, der für mich
die Makuhari Messe zusammenfaßte, als ich vor einigen Jahren selbst
dort arbeitete - der dampfende Schutthaufen. Nur dampfte er diesmal
leider nicht.
Ich erreichte das Messegelände kurz nachdem Steve Jobs seine Rede
angefangen hatte, doch so leid es mir tut, ich kann nichts darüber
berichten. Von den Treppenstufen am EIngang aus war sein Kopf
in Stereo auf den beiden Bildschirmen über der niedrigen Mauer
zu sehen, doch ich hatte keine Chance, mich durch die um die Bildschirme
gedrängten Massen weiter nach vorne durchzuarbeiten. Ebensowenig
konnte ich im Lärm der restlichen Halle irgendetwas verstehen.
Die meisten Austeller mit Beschallungsanlagen hatten diese voll
aufgedreht - ein erfolgloser Versuch, Aufmerksamkeit auf sich
zu lenken.
Doch das macht nichts - es gab noch viel anderes zu sehen auf
der MacTokyo, und MacWEEK berichtete über die als enttäuschend
bewertete Keynote von Mr. Jobs:
<http://macweek.zdnet.com/1999/02/14/keynote.html>
Bonbonfarbene Messe -- Viele der großen Unternehmen waren anwesend, um japanische
Versionen ihrer Produkte vorzustellen, und ich saß später in einigen
Präsentationen, wenn allein die Hoffnung auf einen Stuhl, sei
er noch so unbequem, mir heiß willkommen war. Doch irgendwie verfehlten
all die neuen, aufregenden Features ihre Wirkung, selbst in den
Bereichen, mit denen ich schon näher zu tun hatte, wie DTP und
Grafik. Die großen Präsentationen waren gut besucht, doch danach
trieb es die meisten an die kleinen Stände, wo kaum Platz war
und mich kleine Spielereien und verrücktes Design in ihren Bann
zogen. Ich bemerkte, daß ich mich mehr für Äußerlichkeiten interessierte
als die eigentliche Funktionalität der Dinge. Bin ich deswegen
oberflächlich? Zumindest war ich nicht die Einzige.
Die PR-Dame, die später die Vorteile des iMac erläuterte, meinte,
es gebe inzwischen über 130 Perpheriegeräte für den iMac in Japan.
So, wie es aussieht, kann man inzwischen ein komplettes Set passender
Geräte für die bonbonfarbenen iMacs erhalten, darunter passende
Baby-iMac-Lautsprecher von Cozo; passende Hubs, Verbindungsstücke,
Mäuse und Joysticks von verschiedenen Anbietern, einigermaßen
passende Diskettenlaufwerke (es ist nicht ganz einfach, ein Metallgehäuse
so zu bauen, daß es wie Plastik aussieht, doch Y-E Data waren
ziemlich erfolgreich), nur für Farbenblinde passend aussehende
CD-ROM-Hüllen, fluoreszierende Mousepads aus Plexiglas, provozierend
unpassende Ersatzpanels für die Seiten der iMac-Maus und vieles
mehr. Der Shimamura Music Sound Pavillion hatte sogar Stühle im
iMac-Stil, jedoch nur in Blau, Gelb und einem undefinierbaren
Weiß, und sonderlich bequem waren sie nicht, trotz der recht ansprechenden
Ablenkung der Präsentationen. Und es gab kleine iMacs aus Pappe
zum Selbstbau für 100 Yen [etwa DM 2,-].
<http://www.uchishaba.co.jp/e-cozo.html>
<http://www.yedata.co.jp/english/product/eps11060.html>
In einigen Fällen stimmten zwar die Farben, doch der Rest war
nicht ganz gelungen. Die Farben der neuen Drucker von Microline
sind sicher präzise getroffen, doch die halb sichtbaren Innereien
wirken eher gruselig und nicht angenehm mysteriös wie die des
iMac. Die intensiveren Farbtöne der Alps MD-5000i Limited Edition
sehen im Vergleich dazu wesentlich besser aus. Und sollte Wacom
von den neuen iMacs etwa überrascht worden sein? Das Limited Edition
ArtPad war nur in Bondi Blue erhältlich.
Die Werbebroschüre für die UniMouse zeigt ein Bild von fünf Mäusen
in den üblichen Fruchtfarben, im Kreis angeordnet wie die iMacs
auf dem Werbeplakat von Apple selbst, das überall in der Messehalle
zu sehen war - doch im Angebot sind sechs Mäuse. Und nein, die
sechste Farbe ist nicht Bondi Blue, sondern Gelb. Der Herr in
der Präsentation erklärte, da auch das Apple-Logo aus sechs Farben
bestehe, hätten sie auch die Mäuse in diesen sechs Farben hergestellt.
Ob die Zitronenmaus wohl ein begehrtes Sammlerobjekt wird?
Flucht vor Bonbonfarben -- Nach einer Weile wurde mir schwummrig beim Anblick all dieser
Bonbonkisten - vielleicht war mir auch nur schlecht von all den
echten bonbonfarbenden Bonbons, die ich hier und dort auflas,
in Kombination mit dem Lärmpegel und der Hitze. So entdeckte ich
erleichtert, daß schon jemand daran gedacht hatt, den nackten
iMac zu verhüllen. Zu Ehren eines in Kürze neuen Gamera-Films
hatte der Herr hinter der Theke von The Shade Sop ein Monster
aus Gummi kreiert, das genau über einen iMac paßt - einen schlammfarbene,
Schuppenpanzer, hinten ein Schwanz und vorne, über dem Bildschirm,
das Gesicht. Trotz der stechend grünen Augen und einem Gebiß,
das der Traum jedes Zahnarztes wäre, schaute es eher freundlich
drein, und die langkralligen Vordertatzen hielt es mit den Handflächen
nach oben auf beiden Seiten des Schirmes, eine gute Ablage für
die Maus, wenn man sie gerade nicht braucht. Der Bildschirm unter
der Fratze zeigte das Drahtgittermodell einer anderen Version
dieses Geschöpfes in drei Ansichten, doch ich war durch das Viech
so abgelenkt, daß ich erst später merkte, daß The Shade Shop dort
eigentlich keine Monster, sondern 3D-Software verkaufen wollte.
Die eigentlichen Produkte dieser Firma finden Sie unter:
Aquazone präsentierte eine Vorschau auf ihr neues Produkt Pinna, das drei Varianten bunter Vögel auf den Bildschirm zaubert - doch sie stellten sich selbst ein Bein, als sie darüber hinaus eine Sonderedition ihres virtuellen Aquariums für die drei Tage der Messe zeigten: iMacinfish. Es erzeugt niedliche kleine iMacs (sowie kurzschwänzige iMac-Mäuse und seltsame Kleckse) in frei wählbaren iMac-Farben, die auf dem Monitor herumschwimmen, sich gelegentlich zum Betrachter umdrehen und ein schnelles, kursives "Hello" von sich geben. Man erzählte mir, daß sie sich auch fortpflanzen und sterben würden, doch leider konnte ich sie dabei nicht erwischen. Die Reihe von sechs iMacs, jeder eine passende Version von iMacinfish zeigend, lenkte alle Aufmerksamkeit auf sich - und weg von den Papageien, Zebrafinken und Kanarienvögeln, die auf der anderen Seite des Messestandes vor sich hin flatterten, über die Stangen hüpften, Nester bauten und sich putzten. Oder war vielleicht der langweilig weiße Hintergrund hinter den Vögeln nicht überzeugend genug
Es ist beruhigend, daß es immer noch unzählige kleine Firmen gibt,
die es als lohnend ansehen, Mac-Produkte für einen relativ kleinen
Markt herauszubringen. Viele davon waren auf der Expo: ein Verkaufsmanagementsystem,
Verbindungssoftware für das tragbare DoCoMo Telephon von NTT,
mehrere Zeitplanungs- und Datenverwaltungssysteme, die eine Vielfalt
an Karten, Zeitplänen und ToDo-Seiten für die verschiedenen Zeitplaner
ausdrucken, anpassbare Druckprogramme für Postkarten und Aufkleber,
phantasievolle Druckerpapiere (auch aus Recyclingpapier) und,
natürlich, Berge von Schriften und Clip-Art. Es gab sogar eine
Clip-Art-Sammlung für den medizinischen Bereich: The Nishiyama
Collection Vol. 1, Ansteckende Krankheiten, die den Untertitel
"Ekelerregende Hautveränderungen" wahrlich verdient hätte. Ich
wagte nicht zu fragen, was als Vol. 2 geplant sei.
Der Techniker am Stand von Amulet scharte eine Masse um sich,
als er 2400er und G3 Powerbooks einem Upgrade unterzog, während
die Besitzer danebenstanden und warteten. Nach meinen schmerzenden
Füßen zu schließen war ich Stunden dort gestanden und hatte fasziniert
zusgesehen, wie er ein PB 2400 in wenigen Minuten auseinandernahm
und dann neuen Speicher, eine Festplatte, ein G3-Upgrade und die
englische Tastatur einbaute, die das 2400 von Anfang an hätte
haben sollen. Denn 17 800 Yen (etwa 290 DM) scheint doch übertrieben
für eine Tastatur, die nur einfach nicht über Kana-Ausgabe und
die unnötigen Umschalttasten auf beiden Seiten der ohnehin zu
kurzen Leertaste verfügt. Plus-Yu verkaufte sie etwas billiger
und teilweise in Bonbonfarben.
Zwei Fragen: wird das PowerBook 2400 wirklich so heiß, daß es
eine luftgekühlte Kühlplatte unter sich braucht? Selbst wenn es
eine sehr ansprechende Kühlplatte ist, die ohne Zweifel in Kürze
ebenfalls in Bonbonfarben erhältlich sein wird? Und warum hat
noch niemand ein Drucker-Scanner-Fax-Kopier-Kombigerät auf den
japanischen Mac-Markt gebracht?
Keine Energie übrig für Spiele? Ich war erstaunt, wie wenig Interesse
offensichtlich an rechenintensiven Spielen bestand. Es gab ein
paar Demos von Tomb Raider und einigen anderen Spielen, und der
eine oder andere blieb auch stehen, daddelte eine Weile herum
und ging dann doch weiter. Ich dachte, daß die eindrucksvollen
Renderings, die die Geschwindigkeit des G3 möglich macht, für
Hersteller und Spieler verführerischer sein müßten, doch vielleicht
stimmen ja die Berichte, daß japanische Spieler von den Spielgeräten
zu Hause weg und in die Spielhallen tendieren. Ich habe nicht
allzu lang zugesehen, doch mir schien, daß Osaka Enichi mehr Zulauf
fand. Es ist nicht neu, doch vielleicht aus nostalgischen Gründen
interessanter für japanische Spieler - es simuliert fünf Spiele
die gewöhnlich bei Tempelfeiern gespielt werden (oder wurden),
wie z.B. Goldfischfangen und Froschrennen.
Es gab noch ein paar andere Spiele für 500 Yen (etwa 7 DM) zu
kaufen, darunter Talking Dragon, eine lokalisierte Version von
Talking Moose, die Osaka-Ben spricht - den Osaka-Dialekt, den
die Tokioiten so lustig finden. Es gab keine Demoversion davon,
und ich widerstand der Versuchung, es zu kaufen, nur um es einmal
auszuprobieren.
Wieder der Masse entkommen -- Ich verließ die Messe ungefähr eine
Stunde vor dem offiziellen Ende, und wollte eigentlich noch in
das Macintosh Museum hineinschauen, das im benachbarten Convention
Center stattfand und auf das ich durch Werbung aufmerksam wurde,
doch davor stand eine lange Schlange von Menschen, die offensichtlich
die selbe Idee gehabt hatten. Das bedeutete aber, daß ich vor
dem großen Ansturm im Laufschritt zum Bahnhof gehen konnte und
im Zug sogar genug Platz hatte, um auf dem Rückweg nach Tokio
zu lesen. Das lohnt sich wahrlich zu merken, für nächstes Jahr.
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
Übersetzung: Sören Witt <switt@ki.comcity.de>
Vor ein paar Jahren wurde mir klar, daß es Zeit wurde, die wirre
Unordnung aus vollgekritzelten und kopierten Papieren loszuwerden,
die mein "persönliches Informations-Managementsystem (PIM)" bildeten.
Ich hatte Now Contact und Now Up-to-Date ausprobiert, konnte aber
nie dieselbe Begeisterung dafür entwickeln, wie viele meiner Freunde.
Dann entdeckte ich den Claris Organizer: er hatte ein kleveres
Interface, konnte Adressen mit Kalendereinträgen und To-Do Listen
kombinieren und die Informationen auf Blätter drucken, die in
das kleine Dreiloch-Ringbuch paßten, das mir als "arme Leute Timesystem"
diente. Für eine Weile war ich ein glücklicher, organisierterer
Mensch.
Als ich mich entschloß einen PalmPilot zu kaufen, um dieselben
Informationen in einem kleinen, handlichen Gerät speichern zu
können, sah ich mich dem selben Dilemma gegenübergestellt, wie
alle PalmPilot/Macintosh Besitzer: das Gerät arbeitete entweder
mit dem Palm Desktop 1.0, einer häßlichen Windows Portierung,
oder aber mit Now Contact/Up-to-Date, daß das fehlerbehaftete
NowSync benutzte. Kurze Zeit hegte ich romantische Vorstellungen
davon, AppleScript zu lernen um irgendwie an die Palm Desktop
Informationen heranzukommen, aber die Realität holte mich schließlich
wieder ein und ich verließ Claris Organizer.
Bis heute. Obwohl der Pilot Desktop nie über die Version 1.0 hinauskam,
passierte etwas Lustiges in Cupertino. Mitte letzten Jahres, nachdem
Apple Claris wieder absorbiert und alles gestoppt hatte, außer
FileMaker und ClarisWorks (jetzt AppleWorks), wurde der Organizer
an Palm Computing verkauft. Nicht nur, daß eine verbesserte Macintosh
Palm Desktop Anwendung auf dem Weg war, sie sollte auch noch auf
meinem Favoriten basieren! Nach vielen Monaten des Wartens, wurde
der Macintosh Palm Desktop 2.1 freigegeben. Jetzt können nicht
nur die meisten Mac/Palm Benutzer von einem modernen PIM, das
sich sehr einfach mit ihrem Palm synchronisieren läßt, profitieren,
sondern auch Benutzer des Organizers haben die Gewißheit, daß
ihre Claris Software weiterleben wird (etwas was die Benutzer
des Emailers nicht behaupten können).
<http://www.palm.com/macintosh/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04684>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04874>
**Ein guter Preis für alle** -- Die Palm Desktop Software ist jetzt in drei Binhex gepackten Teilen, frei von Palms Web Site (mit zusätzlicher Server Unterstützung von Apple) herunterladbar: den Palm MacPac v2 Installer (12,6 MB), Dokumentation (2 MB) und den Palm Extras (24,3 MB). Man benötigt nur den MacPac Installer um die Software zu benutzen, aber es sind sehr viele Goodies in den Palm Extras, die den langen Download rechtfertigen (siehe unten).
<http://www.palm.com/custsupp/downloads/macpacv2.html>
<ftp://ftp.3com.com/PUB/palm/custsupp/>
Palm hat sich entschlossen, die Software für jeden frei anzubieten,
ob er einen Palm hat oder nicht. Die einzige Einschränkung ist,
daß Palm Support nur für den bietet, der eine gültige Seriennummer
von der Rückseite seines Palms vorzuweisen hat. Selbstverständlich
würde man es bevorzugen, von Benutzern finanziell durch den Kauf
eines Palms unterstützt zu werden, aber es lassen sich auch andere
Vorteile daraus ziehen, die Software frei anzubieten. Zusätzlich
zu einer potentiell größeren Basis von Benutzern, diejenigen die
sich später zum Kauf eines Palms entschließen, finden ihre Daten
bereits zur sofortigen Synchronisation vorbereitet.
Für 15$ gibt es den Palm Desktop auch bei Händlern auf CD-ROM,
zusammen mit einem "Getting Started" Handbuch und einem Adapter,
der benötigt wird um den seriellen Stecker des HotSync Kabels
an den seriellen Eingang des Macs anschließen zu können. Der Adapter
ist für 6$ auch separat erhältlich, wenn man einen Palm gekauft
hat und es vorzieht, die Software über das Internet zu laden.
**Neues für Benutzer des Organizers** -- Alles zusammengenommen werden die meisten Benutzer des Organizers
nicht viele Änderungen feststellen, da der größte Teil des Updates
auf die Kompatibilität zu den Palm Geräten verwendet wurde. Das
"Instant Palm Desktop" Menü, vormals "Instant Organizer", arbeitet
jetzt zuverlässig, statt wie früher eine fast 100 prozentige Chance
zu sein, den Mac zum Absturz zu bringen. Dieses Menü erscheint
in der rechten Ecke der Macintosh Menüleiste, mit ihm kann man
Aufgaben, die Tagestermine und häufig gebrauchte Telefonnummern
ansehen, außerdem erlaubt es, Einträge zu finden und zu erzeugen,
ohne dazu den Palm Desktop starten zu müssen. Palm Desktop bietet
auch Unterstützung für das Mac OS 8.5.1 und einige Fehlerbereinigungen
(unter anderem Probleme beim redraw von Menüs).
Eine weitere große Änderung ist, daß Palm Desktop jetzt nur noch
auf PowerPC basierten Rechnern läuft. Auch wenn Macs generell
langlebiger sind als andere Computer, Apple hat seit Ende 1996
keine 68K basierten Systeme mehr ausgeliefert und, Quellen von
Palm Computing zufolge, wäre Software die heute noch in der Entwicklung,
hätte man versucht, sie abwärts kompatibel zu 68K Macs zu machen.
**Das Synchronisieren** -- Als Benutzer eines Palm Gerätes entdeckt man, daß sich mehr
hinter diesem Upgrade versteckt als nur die Daten des Handhelds
mit dem Desktop teilen zu können. Die gesamte Architektur der
Synchronisation wurde umgeschrieben, um Entwicklern von Fremdsoftware
das Schreiben von sogenannten "Conduits" zu erlauben, die es ermöglichen,
den Palm mit den eigenen Anwendungen zu benutzen. Zum Beispiel
können Mac Anwender jetzt endlich die in das Palm OS integrierten
Mail- und Finanzmanagerprogramme benutzen. Der Informed Palm Expense
Creator von Shana nimmt die Finanzmanagerdaten und wandelt sie
in eine Reihe von existierenden Formaten; MultiMail Pro Conduit
von Actual Software erlaubt es, die E-Mails mit Eudora oder Eudora
Lite (Emailer und Outlook Express Unterstützung sollen bald folgen)
entweder mit Mail oder mit Actuals MultiMail Pro E-Mail Client
auszutauschen. Demo Versionen dieser Conduits sind in den Palm
Extras enthalten, zusammen mit DataVizs Documents to Go (ermöglicht
es, Word und Excel Dokumente auf dem Palm zu lesen).
<http://www.shana.com/>
<http://www.actualsoft.com/>
<http://www.dataviz.com/>
Palm III und Palm V Besitzer profitieren außerdem von schnelleren
HotSync Operationen, durch neue Software Bibliotheken im Palm
OS. Jetzt sind Transfers von bis zu 115 Kbps möglich, im Gegensatz
zu 56 Kbps für Windows Anwender.
Der neue HotSync Manager tut mehr als nur den HotSync Prozeß zu
beaufsichtigen. Um ein Programm auf dem Handheld zu installieren,
braucht man nur die Datei auf das HotSync Manager Icon zu ziehen.
Von hier aus kontrolliert man auch die Konfiguration für mehrere
Palm Benutzer. Das Einzige, was ich zu beklagen hätte, ist, daß
die Bedienung besser wäre, wenn man Installations-, Benutzer-
und Conduit-Einstellungen über ein einziges, mit Tabulatoren versehenes
Fenster verändert könnte, statt jedesmal einen Ausflug zur Menüleiste
unternehmen zu müssen.
**Träumen vom Beamen** -- Eine Überraschung über die man sich während des öffentlichen Betatests noch nicht freuen durfte, ist die Unterstützung der Infrarot Schnittstelle zum Synchronisieren. Besitzer des Original Bondi Blue iMacs haben jetzt etwas mit dem sie auf ihren Infrarot-Port zeigen können. Mit der Installation von vier Bibliotheken in den Systemerweiterungen und von vier Bibliotheken auf dem Handheld, kann man drahtlos synchronisieren. Diese Möglichkeit fand ich vor allen Dingen dann praktisch, wenn ich unterwegs mit meinem PowerBook arbeitete, wobei mein Ricochet Modem normalerweise die serielle Schnittstelle besetzt (siehe auch "Tied Down No More: the Ricochet Wireless Modem" in TidBITS-366_). Florent Pillets Utility Palm Buddy kann bereits mit Infrarotübertragung arbeiten, es ist also möglich, komplette Backups zu machen, ohne ein Kabel benutzen zu müssen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=00733>
<http://perso.wanadoo.fr/fpillet/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04944>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05152>
**Offener AppleScript Zugriff** -- Anders als das geschlossene Palm Desktop 1.0, ist die neue
Software skriptfähig, eine Handvoll Skripts sind in den Palm Extras
enthalten. Ärgerliche VCard Anhänge (".vcf") können automatisch
in neue Kontakt Einträge umgewandelt werden. Will man Kontaktinformationen
über E-Mail verschicken, kann man das Mail Contact Skript benutzen,
um Daten vom Palm Desktop in die Nachricht eines E-Mail Progamms
zu kopieren. Palm liefert außerdem ein PowerBook Setup Skript
mit, daß es einfach macht, die Überwachung der seriellen Schnittstelle
von HotSync auf G3 PowerBooks auszuschalten, ich hatte allerdings
nie Schwierigkeiten mit meinem PowerBook G3.
Apples AppleScript Gruppe ist, wie man hört, begeistert von Palm
Desktop und plant, weitere Skripts auf ihrer Site anzubieten.
Skripts, die für Claris Organizer geschrieben wurden, sind ebenso
verfügbar.
<http://www.apple.com/applescript/>
<http://www-sal.cs.uiuc.edu/~jjones/COscripts.html>
**Ein weiterentwickelter Organizer** -- Für einige Palm Benutzer ist es schon ein Segen, einfach in der Lage zu sein, zuverlässig mit dem Desktop zu synchronisieren, während andere die Möglichkeit begrüßen, Conduits anderer Hersteller benutzen und über Infrarot synchronisieren zu können. PalmPilot Benutzer, die den Palm Desktop 1.0 drei Jahre lang erduldet haben, werden froh sein, daß der Palm Desktop jetzt ein moderner PIM geworden ist, mit den Merkmalen, die Claris Organizer Benutzer die ganze Zeit schon erfreut haben. In einer kommenden Ausgabe der TidBITS, werde ich mehr ins Detail gehen, wie Palm Desktop mit den wertvollen Daten umgeht und wie Palm Anwender über den kleinen "Interface Schock" hinwegkommen können um auf anspruchsvolle Möglichkeiten, die in der Windows Version nicht enthalten sind, zuzugreifen.
Übertragung dieser Ausgabe:
Sören Witt <switt@ki.comcity.de>, Sonja Krause-Harder <translation@skh.de>
Redaktion: Hartmut Greiser Home: www.linarte.com
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