TidBITS#484/07-Jun-99

[Übersetzung: Stefan Colombier stefan.colombier@01019freenet.de]

Nase voll von lausiger Fax-Modem-Software oder unleserlichen Fax-Ausdrucken? Hudson Barton schaut sich eine verheißungsvolle Alternative an: Internet-Faxing [Faxen im/per Internet -- SC], das Faxe über E-Mail oder das Web zustellt. Die Ausgabe dieser Woche beinhaltet auch neue Informationen über Farallons HomeLINE, 'blue and white' Power Macintosh G3 im Geschwindigkeitsrausch, den Ankauf von MacCentral durch Macworld und Updates für Mizer, DiskExpress Pro und AutoShare. Schließlich heißen wir Trexar Technologies als neuen TidBITS-Sponsor willkommen.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#484/07-Jun-99.

Die Originalausgabe finden Sie unter: http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-484.html

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Copyright ab 7/98 der deutschen Version: Heike Kurtz Übersetzungsdienst.
Information: http://www.heikekurtz.de Comments: mail@heikekurtz.de


Themen:

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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

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MailBITS/07-Jun-99

[Übersetzt von Stefan Colombier stefan.colombier@01019freenet.de und Heike Kurtz mail@heikekurtz.de]

Trexar Technologies sponsort TidBITS -- Wir freuen uns sehr, unseren neusten Sponsor, Trexar Technologies, die Schöpfer der Shareware MacTuner und WeatherTracker willkommen zu heißen. Trexars Ansatz ist in einer Welt der miserablen Benutzerschnittstellen, die in Web-Browser-Fenster gestopft werden, sehr erfrischend. Statt zu versuchen, trickreich und doch eingeschränkt eine Benutzerschnittstelle in HTML nachzubilden, schafft Trexar eine echte Macintosh-Schnittstelle zu Daten die über das Internet im Zugriff sind.

Stellen Sie sich MacTuner als Empfänger für Internet-Radio- und -Fernsehstationen vor. Er ermöglicht verschiedene Wege eine oft aktualisierte Datenbank von Live- und Konserven-Multimedia-Inhalten zu durchsuchen. Sobald man einen Sender hat, aktiviert man durch einen Klick den RealPlayer von RealNetworks. Wollen Sie australischen Rock and Roll oder Irische Sprachsendungen oder gar klassische Musik aus Rochester, New York? MacTuner bringt Licht ins Dunkel des Internet Radios. WheatherTracker beabsichtigt dasselbe für Wetterinformationen. Er kommuniziert regelmäßig mit Servern mit Wetterinformationen, lädt die aktuellen klimatischen Bedingungen und die örtlichen Vorhersagen für über 1.500 nordamerikanische Städte und viele andere Orte rund um den Globus. Verschiedene Anzeigegrößen machen es einfach, den WeatherTracker den ganzen Tag laufen zu lassen, so daß man die Wetteränderungen während des Tages beobachten kann. Sie haben zwar vielleicht kein Fenster im Büro, aber mit WeatherTracker wissen Sie, was draußen los ist.Trexar plant auf noch innovativeren Wegen Daten aus dem Internet auf den Macintosh-Schreibtisch zu bringen - wir wünschen ihnen viel Glück dabei, Mac-Benutzer aus der Tyrannei des Browserfensters zu befreien. [ACE]

http://www.macalive.com/

HouseCall nur für PowerPC -- Als wir in TidBITS 483 die neue Fernbedienungssoftware HouseCall von Netopia erwähnten, schrieben wir, sie würde auch mit einem 68040-Prozessor laufen, da Netopia uns dies so mitgeteilt hatte. Tatsächlich unterstützt HouseCall nur PowerPC-Systeme mit Mac OS 8.1 oder neuer. Netopia hat die Produktbeschreibung aktualisiert und wir möchten uns für die Verwirrung entschuldigen. [GD]

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-483
http://www.netopia.com/software/tb2/mac/housecall/

DiskExpress Pro 3.0.2 unterstützt 8.6 aber nicht HFS Plus -- Alsoft hat DiskExpress Pro 3.0.2 herausgebracht, ein kostenloses Update für den Festplattenoptimierer der Firma, das die lange angekündigte Kompatibilität mit den aktuellen Mac OS-Versionen bringt, jedoch nicht mit Medien zusammenarbeitet, die in HFS Plus formatiert sind. Nutzer, die die HFS Plus-Funktionalität benötigen können den PlusOptimizer von Alsoft benutzen, der jedoch US$ 30 kostet. Fast ein Jahr, nachdem das Thema erstmals in den TidBITS erwähnt wurde (vgl. "PlusOptimizer Jumps, DiskExpress Pro Upgrade Promised" in TidBITS-436_), verspricht Alsoft immer noch, daß eine künftige Version von DiskExpress mit HFS Plus zurechtkommen wird. DiskExpress Pro benötigt mindestens einen Mac mit einem 68020-Prozessor, System 7.0 und 1 MB RAM. Registrierte Nutzer von DiskExpress-Versionen vor 3.0 können für US$ 30 aktualisieren, neue Kopien von DiskExpress Pro 3.0.2 kosten US$ 90. Das kostenlose Update ist ein 1,1 MB Download. [ACE]

http://www.alsoft.com/DiskExpress/
http://www.alsoft.com/PlusOptimizer/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04957

AutoShare 4.0 veröffentlicht -- Vier Jahre nachdem die Version 1.0 herausgekommen ist, veröffentlicht Mikael Hansen die Version 4.0 von AutoShare, seinem Freeware-Mailinglistenmanager und E-Mail-Autoresponder. Neu in AutoShare 4.0: Unterstützung für das Absturz-Reparaturprogramm Rebound von Sophisticated Circuits, verschiedene neue AppleScript-Befehle und, besonders wichtig, die Möglichkeit, mit AutoShare eine Internet-basierte Abonnentenverwaltung einzurichten, da AutoShare sich wie ein CGI-Programm verhält. AutoShare 4.0 benötigt entweder Eudora Internet Mail Server oder Stalker Internet Mail Server 1.2.1 oder neuer und ist ein 3 MB Download. [ACE]

http://www.dnai.com/~meh/autoshare/
http://www.sophisticated.com/prosiects/rebound/rebound.html

Blue & White G3 mit 450 MHz -- Apple hat Überarbeitungen an seinen blau-weißen Power Macintosh G3 Rechnern vorgestellt. Diese protzen nun mit Prozessorgeschwindigkeiten zwischen 350 und 450 MHz und werden mit Mac OS 8.6 ausgeliefert. Apple behauptet, der 450 MHz G3 würde bis zu 23 Prozent mehr Leistung bieten als die bisherigen Topmodelle mit 400 MHz. Apple hat auch zwei neue blau-weiße G3 Serversysteme mit ein bis drei 9 GB Ultra-SCSI2-Festplatten und entweder Mac OS X Server oder AppleShare IP 6.2 mit Mac OS 8.6 vorgestellt. Die neuen Systeme sind ab sofort über Apples Online-Shop zu erhalten. [GD]

Mac Publishing kauft MacCentral -- MacPublishing, die Leute, die die online und gedruckten Versionen von MacWorld und MacWEEK.com veröffentlichen, haben ihre Akquisition von MacCentral, einem in Nova Scotia beheimateten Macintosh Nachrichten und Informationsservice bekanntgegeben. Die Bedingungen der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht. Was Mac Publishing mit MacCentral bezweckt ist nicht klar, aber es ist wahrscheinlich, daß Mac Publishing hofft, die täglichen Inhalte von MacCentral nutzbar zu machen, um das relativ kleine Angebot, das jeden Tag bei MacWEEK.com erhältlich ist, aufzustocken.

*Mizer wird weiser -- Die Firma Antimony Software hat Mizer 1.5.3, ein Update für ihr Drag-&-Drop-Werkzeug, das Bytes aus aufgedunsenen HTML-Dateien quetscht, veröffentlicht. (Vgl. "HTML Crunchers Fuel Compression Obsession" in TidBITS-453). Mizer bewerkstelligt diese Reduktion indem es HTML-Kommentare, Zeilenumbrüche und andere Zeichen, die Webbrowser ignorieren, eliminiert. Mit Version 1.5 werden einige Änderungen im Programm eingeführt u.a. die Anzeige von mehr Informationen während der Bearbeitung der Dateien, ein verbesserter Analyse-Algorhythmus (der auch JavaScript-Code intelligent verkürzt) und die Möglichkeit, JPEG-Bilder zusammen mit den HTML-Dateien zu optimieren. Mizer beinhaltet jetzt auch Unterstützung für den Erscheinungsmanager (Appearance Manager) und die Navigationsdienste - deswegen benötigt Mizer nunmehr ein PowerPC-basiertes System, auf dem mindesten System 7.5.5 mit dem Appearance Manager läuft. Das Update ist für registrierte Benutzer kostenlos (es kann sein, daß man mehrere aufeinander aufbauende Updates installieren muß, um die neuste Version zu erhalten). Mizer kann sonst auch für $70 online gekauft werden [JLC]

http://www.antimonysoftware.com/mizer.html
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05154


HomeLINE: die Fortsetzung

von Matt Deatherage mattd@gcsf.com

[Übersetzung: Heike Kurtz mail@heikekurtz.de]

Aufgrund der letzten Ereignisse und widersprüchlicher Informationen der Firma Farallon müssen wir unseren Bericht über die neuen HomeLINE-Produkte der Firma für HomePNA-Netzwerke ein wenig klarstellen (vgl. "Farallon's HomeLINE: Geistiger Nachfolger von PhoneNet" in TidBITS 482).

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-482.html#Anker3

SurfDoubler Korrektur -- Ken Haase von Farallon teilte uns mit, daß der SurfDoubler von Vicomsoft, der mit HomeLINE gebundelt ist, mehr als zwei Computer im Internet verwalten kann, solange sie nicht exakt zur selben Zeit ins Internet gehen. Seitdem haben wir erfahren, daß SurfDoubler konfigurierbare Timeout-Zeiten für beide Computer beinhaltet. Sobald ein Computer im lokalen Netzwerk mit SurfDoubler ins Internet geht, gehört einer der beiden vorhandenen Slots ausschließlich diesem Gerät, bis es über einen Zeitraum, der dem eingegebenen Timeout-Wert entspricht, keine Internetsignale mehr erzeugt. Ebenfalls im Gegensatz zu dem, was wir berichtet haben, ist es nicht notwendig, daß eines der beiden Geräte, die im Internet sind, dasjenige ist, auf dem SurfDoubler installiert ist; jeder Computer im LAN ["Local Area Network" = lokales Netzwerk -- HK] kann mittels SurfDoubler ins Internet gelangen und das Programm zur gleichen Zeit wie ein anderer Computer im LAN nutzen. Wenn Sie mehr wissen wollen, schauen Sie sich David Chapin-Loebells Nachricht in TidBITS Talk an.

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkmsg=3561

HomePNA über USB -- Haase legte in unseren Diskussionen Wert auf die Feststellung, daß Farallon keine Eigenschaften künftiger Produkte festlege, sagte jedoch, daß es schwierig würde, HomePNA über USB durchzuführen, da das Mac OS nicht die notwendige USB-Unterstützung für solche Datenströme beinhalte. Während der darauffolgenden Woche kündigten jedoch BeadleNet und Diamond Multimedia USB HomePNA-Produkte an, die angeblich bei der Auslieferung Mac-kompatibel sein sollen. Eine dritte Firma, Silicom, bietet ebenfalls USB- und PC-Card-Versionen eines HomePNA-Produkts an, hat aber über Macintosh-Kompatibilität keine Angaben gemacht.

http://www.beadlenet.com/home2000.htm
http://www.diamondmm.com/
http://www.businesswire.com/webbox/bw.052699/191460101.htm
http://www.businesswire.com/webbox/bw.053199/191510006.htm
http://www.silicom.co.il/

Andere Standards -- Wir sollten festhalten, daß HomePNA sich als der künftige Standard für private Telefonanschlüsse herauskristallisieren kann oder auch nicht - Avio Digital hat eine Partnerschaft mit Cadence Design Systems angekündigt, um Chips für die MediaWire Technologie von Avio zu entwickeln, deren ersten Generation Übertragungsraten von 100 Mbps schaffen soll. MediaWire möchte "über eine einzige Telefonleitung gleichzeitig sechzehn 24-Bit Audiokanäle, vier MPEG-2 Videokanäle (jeder mit 6 Mbps), acht Telefon- oder ISDN-Leitungen und mehr als 6 Mbps serielle Steuer- oder TCP/IP-Daten" übertragen. Sollte MediaWire wie vorgesehen im letzten Quartal dieses Jahre ausgeliefert werden, wäre es zehnmal schneller als das geplante HomePNA 2.0 und hundertmal schneller als die HomePNA-Produkte, die heute auf dem Markt sind. Offensichtlich kann man noch viel mehr in die guten alten Telefonkabel hineinquetschen.

http://www.aviodigital.com/

Schließlich hat eine Firma namens Enikia einen Chipsatz angekündigt, der Standard-Ethernetkarten benutzt, um 10 Mbps-Netzwerke über gewöhnliche Stromkabel anzubieten. Enikias Chipsatz soll Ende des Jahres ausgeliefert werden und könnte somit Anfang nächsten Jahres in Produkten anderer Firmen auftauchen. Der Preis steht noch nicht fest, aber Enikia geht davon aus, daß die Produkte teurer sein werden, als die bereits existierenden HomePNA-Produkte, ungefähr gleich viel kosten werden wie die HomePNA 2.0-Prosiekte und weniger als drahtlose Netzwerkprodukte. Enikia hat bereits Konzeptstudien gezeigt, aber es bleibt abzuwarten, wie gut ein Produkt mit Enikias Chip in Alltagssituationen arbeitet.

http://www.enikia.com/


Fakten über Internet-Faxing

von Hudson Barton hburton@highwinds.com

[Übersetzt von Stefan Colombier stefan.colombier@01019freenet.de, André Schleife a.schleife@gmx.de Walter Sonnenberg Dr.W.Sonnenberg@t-online.de]

In "FAXstf Pro spiegelt den traurigen Zustand der Fax Software" in Tidbits-476 beschäftigte sich Jeff Hecht hauptsächlich mit Faxsoftware, die mit einem Faxmodem zusammenarbeitet. Hier will ich eine möglicherweise bessere Methode des Faxens untersuchen: die Benutzung des Internets als Transportmedium anstelle des Telefonnetzes. Die Gebühren bewegen sich zwischen garnix und moderaten monatlichen Kosten, daher kann Faxen über das Internet dazu führen, daß die allgemeinen Kosten sinken, die Kopfschmerzen ab- und die Benutzerfreundlichkeit zunehmen.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-476

Das Versprechen des Internet-Faxing -- Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrem Laptop in Europa unterwegs, Tausende von Meilen von daheim entfernt. In Ihrem Hotel gehen Sie an der Schlange erschöpfter Geschäftsleute vorbei, die darauf warten, das Faxgerät des Hotels benutzen zu können. In Ihrem Zimmer wählen Sie sich in Ihren E-Mail-Account ein und erkennen, daß einige der Nachrichten Faxe sind, die an Ihre private oder geschäftliche Faxnummer gesendet wurden. Der Absender kennt nur Ihre normalen Faxnummern, die zu Ihrer Fax-Service-Firma umgeleitet sind, die wiederum liefert die Faxe als E-Mail aus.

Indem Sie einen angepassten Faxbetrachter oder ein universelles Grafikprogramm wie GraphicsConverter verwenden, können Sie ein mehrseitiges Fax betrachten. Sie können es vergrößern, rotieren, ausdrucken oder mit einem grafischen Bearbeitungsprogramm Anmerkungen einarbeiten. Sie können es auch an eine andere Faxnummer weiterleiten oder Sie können es vielleicht auch durch ein Texterkennungsprogramm (OCR) laufen lassen, um die Grafik in bearbeitbaren Text umzuwandeln.

http://www.lemkesoft.de

Danach entschließen Sie sich, eine Textnachricht an eine Gruppe von Geschäftsfreunden zu schicken, einige mit E-Mail-Adresse und einer nur mit Faxnummer. Nachdem Sie eine neue E-Mail-Nachricht erstellt haben geben Sie dessen Faxnummer neben den anderen E-Mail-Adressen in den entsprechenden E-Mail-Kopf ein (an die Faxnummer hängen Sie einfach die Domain Ihrer Fax-Service-Firma an, z.B. 0800-555-1234@irgendwer.de). Ohne extra Aufwand bekommt der Faxempfänger die gleichen Informationen wie alle anderen.

Bald nachdem Ihre Nachricht raus ist bekommen Sie eine E-Mail-Bestätigung über die erfolgreiche Zustellung des Fax. Wenn es einen Fehler bei der Zustellung gegeben hätte, würde die Bestätigung den Grund enthalten, ob es wegen eines Besetztzeichens war, ob ein Mensch bei der Faxnummer geantwortet hat oder was sonst.

Was die Kosten betrifft, ist die Frage, ob sich der Empfänger im Inland befindet, irrelevant, weil die Gebühren für Empfänger in den USA im wesentlichen einheitlich sind (also z.B. 10 Cents pro Seite). Wenn Ihr Briefpartner woanders lebt werden Sie jede Menge sparen, weil das Internet benutzt wird, um einen Großteil der Distanz zu überwinden.

In der Zwischenzeit benutzen die Mitarbeiter im Büro gleichzeitig dieselbe Faxnummer. Eine Person liest ein Fax, das über eine gemietet Faxnummer in einer weit entfernten Stadt, wo viele Ihrer Kunden sind , weitergeleitet wurde (dadurch werden die Faxkosten für den Anruf auf den Ortstarif gesenkt). Vielleicht gibt es bei Ihnen im Büro einen Fax-Administrator, der den eigentlichen Empfänger der auf der geteilten Faxnummer hereinkommenden Faxe herausfindet und die Nachrichten als E-Mail direkt an die richtigen Leute weiterleitet.

Jemand anders sendet einen Rundbrief an einen bestimmten Kundenkreis an eine Mischung aus Faxnummern und E-Mail-Adressen im BCC-Feld (BCC=Blind Carbon Copy = Nachrichtlich an nicht genannten Empfänger) seiner Nachricht. Eine Dritte hat eine Faxnachricht mit der Faxvorlage ihrer Textverarbeitung erstellt. Die Vorlage hat sie mit einer gescannten Kopie ihrer Unterschrift ergänzt, die eigentliche Nachricht besteht aus einer Mischung aus Text und Grafik. Sie "druckt" auf einen Fax-Treiber, dabei wird das Dokument in eine Grafikdatei konvertiert, die als Anlage zur E-Mail transportiert und als Fax ausgeliefert wird. Der Druckertreiber hat ein eingebautes Adressbuch und ist in das E-Mail-Programm des Anwenders integriert, das Abschicken eines Fax aus jeglichem Programm ist ein Klacks!

Das vielversprechende Internet-faxing ist heute schon möglich und wird ständig verbessert. Die Erfahrung damit kann lohnend sein, wenn man die Fax-Service-Firma und die Faxsoftware (zum Lesen, Editieren und Versenden von Faxen) sorgfältig auswählt. Dies gilt besonders für diejenigen unter uns, die schlechte Erfahrungen mit der Benutzung von Faxsystemen auf Modembasis haben.

Die Realität des Internet-Faxing -- Internet-Faxing geht ohne Faxmodem, Fax-Software, sogar ohne Telefonanschluß wenn sie über ein lokales Netzwerk mit dem Internet verbunden sind. Abhängig von Ihren Fax-Bedürfnissen und davon, wieviel Sie ausgeben möchten, können Sie Vorteile aus allen oder aus Teilen der o.a. Situationen ziehen. Um ein zuverlässiges Internet-Faxing-System einzurichten, muß man einen Provider für ein- und ausgehende Faxe auswählen, entscheiden, was die beste Software für die Aufgabe ist und Verständnis für die noch vorhandenen Beschränkungen von Internet-Faxing aufbringen.

Zum Empfang eingehender Faxe müssen Sie zwei grundlegende Entscheidungen treffen: wie Ihre Faxnummer lauten soll und welche Schnittstelle die bequemste sein wird. Um die Gebühren für Ferngespräche zu reduzieren ist es vielleicht richtig, sich einen Faxdienst zu suchen, der die Faxnummer einer bestimmten Vorwahl oder einem bestimmten Land zuweisen kann. Manchmal ist das im örtlichen Bereich, aber es kann auch die Stadt Ihrer Kunden sein oder eine gebührenfreie Nummer.

Alle Faxdienste bieten Nummern im Ortsnetzbereich Ihres Firmensitzes an. Einige tun das sogar kostenlos, wie Jfax und eFax (mit der Einschränkung, daß sie vielleicht ein Deckblatt mit dem eFax-Logo und Werbung ertragen müssen). Andere Dienstleister für eingehende Faxe, die einem keine Wahl der Faxnummer lassen, berechnen $ 5 bis $ 10 pro Monat.

http://www.jfax.com/
http://www.efax.com/

Jfax und Interpage lassen es zu, daß Sie wählen können, wo sich Ihre Faxnummer befindet. Die Auswahl ist nicht unbegrenzt, aber Sie können eine Nummer in den meisten großen US-Städten und aus einem Sortiment von internationalen Städten reservieren. Der Inbound Faxdienst [d. h. ein Faxdienst, der innerhalb Ihrer Firma arbeitet -- HK] mit dieser Art der Auswahl kostet von $12.50 pro Monat (Jfax) bis $16.95 oder mehr pro Monat (Interpage).

http://www.interpage.net/

Für kostenloses Inbound-Faxen kommen die besten Angebote von eFax, welches momentan kostenlose Nummern für $29.95 pro Jahr und 10 Cent pro Seite anbietet - ein gutes Angebot, wenn das Faxvolumen nicht so groß ist.

Prüfen Sie auch die Qualität und Zuverlässigkeit eines Dienstes. Ich nutzte Jfax viele Monate und hatte niemals ein unversendetes Fax oder eine fehlerhafte E-Mail mit Fax-Attachment. eFax ist ein neuerer Dienst, der sicherlich im Laufe der Zeit an Erfahrung gewinnen wird. Ich hatte jedoch Probleme beim Öffnen von manchen E-Mails mit Fax-Attachment.

Wenn Sie Faxe als E-Mail-Attachment empfangen wollen, muß Ihr E-Mail-Account damit klarkommen. Ein 25-Seiten-Fax kann, abhängig von der Grafikdichte, 1 MB groß sein. Wenn Sie manchmal ein großes Fax empfangen, sollten Sie sicherstellen, daß ihr E-Mail-Account groß genug ist, besonders, wenn Sie nicht regelmäßig nachsehen.

In den meisten Fällen geht es am besten, Faxe als TIFF-F-Attachments an E-Mails zu empfangen. Es kann aber auch Vorteile haben, Faxe mit dem Webbrowser anzuzeigen, da man z.B. das Fax von jedem Ihrer Computer ansehen und dann an einen anderen Fax-Anschluß weiterleiten kann (vielleicht an den kostenlosen Jfax oder eFax-Anschluß). Die meisten Faxdienste mit Web-Oberfläche, wie Interpage oder HT-NET, haben eine Menge Funktionen, wie z.B. das lokale Speichern von Faxen in verschiedenen Formaten. Interpage kann Faxe im GIF-Format an den E-Mail-Anschluß weiterleiten, und dieses Format können viele Mailprogramme innerhalb der Nachricht anzeigen. Leider gibt es im GIF-Format keine Seitenunterteilung, und so ergibt ein 25-Seiten-Fax auch 25 Mails.

http://www.htnet.net/

Empfangene Faxe lesen -- E-Mail-basierte Systeme nutzen meistens das TIFF-F-Format, welches mehrere Seiten unterstützt. Leider unterstützen viele Mac-Bildbearbeitungsprogramme, wie Photoshop, GIFConverter und JPEGView dieses Format noch nicht. Auch kein E-Mail-Programm für den Mac beherrscht das Format. Unter den bekannten Mac-Programmen kommt Microsoft Word 98 wahrscheinlich der Sache am nächsten, es beherrscht aber nur TIFF-F-Faxe mit einer Seite. Wenn QuickTime mit dem Format dann zurechtkommt, können Programme, die bei Grafiken mit QuickTime arbeiten (wie SimpleText) vielleicht die Faxe anzeigen. Das aktuelle QuickTime 4-Preview bietet nur begrenzte TIFF-F-Unterstützung.

http://www.microsoft.com/macoffice/

Im Moment haben Mac-Nutzer drei Möglichkeiten, TIFF-F-Faxe anzusehen. Einen TIFF-F-Fax-Viewer gibt es bei Jfax (wenn sie sich beim Jfax-Dienst anmelden). Am besten funktioniert es mit den eigenen Faxen, die man an der .jfx-Erweiterung erkennt, aber es kann alle TIFF-F-Dateien öffnen, auch die von eFax. Das $15-Shareware-Programm GraphicConverter kann alle TIFF-F-Dateien (egal, mit welcher Endung) öffnen. Und letztendlich gibt es noch die $15-Shareware TIFF-Sight von Blue Globe Software.

http://www.blueglobe.com/~cliffmcc/homepage.html

Der Jfax-Viewer wurde eindeutig von Windows portiert, aber er funktioniert gut. Er kann mehrseitige Faxe öffnen, zoomen, rotieren und drucken. Allerdings gibt es beim Jfax-Viewer keine Möglichkeiten, ein Fax-Dokument zu kommentieren, und als neues Fax zu verschicken. Um ein neues Fax aus einem Jfax-Dokument zu erstellen, kopieren Sie Teile aus dem Fax und fügen Sie in eine Grafik-Anwendung, die inline-TIFF [d.h. TIFF innerhalb der Nachricht -- HK] unterstützt ein, fügen die Kommentare hinzu, und drucken das Ganze mit dem Jfax-Druckertreiber aus. Dieser Vorgang ist einfach, wenn auch nicht elegant.

Der größte Vorteil von GraphicConverter ist die Fähigkeit, Faxe direkt zu kommentieren. Mit einiger Geduld können Sie mit den Zeichenwerkzeugen ein Fax auf dem Bildschirm kommentieren, wie Sie es auf dem Papier tun würden. Allerdings resultiert das Rotieren der Seite um 90 Grad in einer gestutzten und entstellten Seite.

Mit TIFF-Sight kann man keine Kommentare hinzufügen, oder Ausschnitte kopieren. Die Darstellungsqualität ist auch nicht gut genug für ein einfaches Anschauen. Das kommt vermutlich durch das Anti-Aliasing, welches das Programm durchführt, um ein Fax besser lesbar zu machen.

Die Fax-Verarbeitung mittels eines Webbrowsers, wie man es bei Interpage oder HT-NET tut, ist eine "einseitige" [immer nur eine Seite auf einmal - AS] Erfahrung, ohne den Komfort von Zoomen, Rotieren, usw. Um ein solches Fax zu kommentieren, müssen Sie es herunterladen, mit einem Programm öffnen und bearbeiten und dann wieder ins Netz laden. Ein Fax mittels E-Mail zu bearbeiten ist einfacher.

Der Jfax-Viewer ist die beste Lösung, besonders wenn Sie auch die Faxe mit Jfax empfangen. Wenn Sie die Faxe nicht von Jfax bekommen oder keine Kopie des Jfax-Viewers bekommen können, nehmen Sie am besten den GraficConverter oder TIFF-Sight, oder Sie warten, bis QuickTime TIFF-F-kompatibel ist.

Die Wahl eines Outbound-Faxdienstes -- [Outbound-Faxdienst = Faxdienst, an den die Mails zur Weiterverarbeitung geschickt werden - HK] Die Standardmethode, Faxe über das Internet zu verschicken, ist eine E-Mail mit einer Faxnummer und der Domain des Faxdienstes, also so, wie man auch mit einem Telefon wählen würde, wie z.B. 5551234@beispiel.com. Viele Dienste unterstützen diese Methode, auch Jfax, Faxaway, Interpage, NetMoves, TPC.INT und HT-NET (allerdings mit einer leicht anderen Syntax).

http://www.faxaway.com/
http://www.netmoves.com/
http://www-usa.tpc.int/tpc_home.html

eFax unterstützt keinen Faxversand; auf der anderen Seite unterstützen Faxaway und TPC.INT keinen Faxempfang. NetMoves bietet beide Arbeitsrichtungen, unterstützt aber den Macintosh nicht. Es ist durchaus möglich, verschiedene Anbieter zu mischen und so Empfangs- und Sendefunktionen zusammenzustellen, aber das macht wenig Sinn, wenn Sie nicht gerade aus Kostengründen dazu gezwungen sind (so bietet beispielsweise ein Anbieter im Stadtgebiet von New York City den Faxversand kostenlos an).

Das nützlichste für Mac-Benutzer ist der Faxtreiber von Jfax, weil er Ihnen den Faxversand aus jeder Desktopanwendung heraus bietet. Faxawy und NetMoves lassen derzeit ähnliche Treiber entwickeln, eine Variante für den Macintosh wird jedoch nicht so bald verfügbar sein.

Bevor Sie einen Faxversandservice auswählen, sollten Sie die Preisangebote sorgfältig vergleichen. Obwohl die Internet-Faxdienste kostenoptimal sein können, wenn viele Ihrer Faxe internationalen Zielen gelten, ist ein reguläres Faxgerät oder ein Faxmodem billiger für Faxe an lokale Empfänger, an die die Übertragung keine oder vernachlässigbare Zeitgebührenanteile kostet. Beispielsweise kostet ein Fax per Faxdienst innerhalb der USA typischerweise 5 Cent/Seite (Eine Seite benötigt etwa 30 Sekunden bei einem Tarif von 10 Cent/Minute). Die Umstellung auf Digitalvermittlungen läßt die entfernungsabhängigen Kostenanteile der Kommunikationseinrichtungen sinken - deswegen werden die Kostenvorteile der Internet-Faxdienste mit der Zeit schwinden, auch für internationale Faxe - ähnlich wie es für Faxe im Nahbereich bereits geschehen ist.

Sicherheit -- Internet-Faxdienste können erhebliche Sicherheitsprobleme aufwerfen. Ähnlich wie E-Mail mithilfe von Kryptographie und Autentifizierung sicherer wird, kann auch der Internet-Faxdienst sicherer gemacht werden als die Faxübertragung im Telefonnetz. Jedoch kann das Internetfax genauso einfach wie die E-Mail mißbraucht werden und deswegen müssen Sie die Grundlagen der Internet-Faxdienste verstehen, um diese Dienste sicher nutzen zu können.

Wenn Sie einen Faxdienst über E-Mail erreichen, kann jeder, der Ihre E-Mail-Adresse im Absenderteil fälschen kann (und das kann praktisch jeder), Faxe versenden, die den Anschein erwecken, von Ihnen zu kommen und Sie dafür zahlen lassen! Deswegen ist der per E-Mail ansprechbare Internet-Faxdienst unnötig riskant. Das Gute daran ist, daß der Besitzer der E-Mail-Adresse eine Bestätigung erhält, daß sein Fax angeliefert wurde, so daß er im Falle ungewollter Faxsendungen noch eine Korrekturmöglichkeit hat.

NetMoves - ein ausschließlich für Windowsanwender tätiger Faxdienst - nutzt Kryptographieprogramme, um diesem und anderen Sicherheitslöchern zu begegnen. Im Prinzip ergänzt NetMoves eine digitale Signatur zum Fax-file. Unglücklicherweise hat NetMoves entschieden, den Macintosh nicht zu unterstützen. Faxaway gibt an, an der PGP-Unterstützung zu arbeiten, womit das Problem gleichermaßen in den Griff zu bekommen wäre, aber von Macunterstützung fiel in diesem Zusammenhang kein Wort. Web-Faxdienste wie HT-NET oder Interpage können SSL-Unterstützung (Secure Socket Layer) und Paßwortschutz bieten (und tun das auch), um Sicherheitsprobleme zu vermeiden, aber SSL-Sitzungen dauern ihre Zeit.

Aufbau verbesserter Internet-Faxdienste -- Es gibt diverse Verbesserungsmöglichkeiten für Internet-Faxdienste; Im folgenden listen wir kurz Funktionen auf, die Sie in Zukunft erwarten können und die ich mir wünsche.

- Leserdienste: Willkommene Fortschritte würden Faxdienste mit Quicktimeunterstützung erreichen, so daß anstelle des TIFF-Faxformates jedes Programm mit Quicktime-Bildstrukturunterstützung auch mehrseitige Faxe ausgeben könnte. Internet-Faxprogramme sollten Mac-gemäße Bedienoberflächen erhalten, Editierfunktionen integrieren, um Anmerkungen anzufügen und PGP unterstützen, um ankommende Faxe zu entschlüsseln und digitale Signaturen zu verifizieren.
- Erstellfunktionen: Mein ideales Faxwerkzeug wäre im Grunde ein Treiber, der jedem Anwendungsprogramm zur Verfügung steht, und es würde ein Adreßbuch enthalten, daß mit meinem E-Mail-Programm gemeinsam geführt würde
- Sendefunktionen: Ausgehende Faxe werden automatisch verschlüsselt und mit Signatur versehen.
- Automatisierung: Die Arbeitsabläufe zur Faxbearbeitung - Ausdrucken, Absenden, Empfangen und Anzeigen - können vollautomatisch abgewickelt werden, doch noch unterstützt keines der oben untersuchten Systeme AppleScript.
- Optionale Browserbedienung: Obwohl die Lieferschnittstelle per E-Mail in den meisten Fällen besser ist als interaktive Web-Schnittstellen, sollte ein guter Faxdienst ergänzend auch eine Dialogschnittstelle anbieten.

Die Vorteile der Internet-Faxdienste -- Echte Effizienz kann erreicht werden, indem verschiedene Kommunikationsdienste unter einer gemeinsamen Schnittstelle integriert werden - so können etwa Faxdienste und E-Mail kombiniert werden. Mehre Internet-Faxdienste gehen sogar einen Schritt weiter, indem Tonaufnahmen als E-Mail-Anlagen ausgeliefert werden können. Man kann auch E-Mail per Telefon empfangen, indem ein Computer diese vorliest.

Bis jetzt kann ich gerade Fax und E-Mail mittels Jfax kombinieren, dieser Service gefällt mir am besten. Jfax ist führend in der Unterstützung des Macintosh für Internet-Faxaufgaben. Aber in der praktischen Entwicklung der Internet-Faxdienste gibt es laufend Verbesserungen und auch für andere Hersteller gibt es noch Spielraum, um im Angebot der Internet-Faxdienste neue Standards mit Macintosh-Unterstützung zu setzen.

Hudson Barton ist Präsident der Highwinds Trading Company, die Softwareentwicklungen, Beratung und Internetdienste anbietet und sich dabei auf Sicherheitsfragen und E-Mail-Nutzung konzentriert, und insbesondere den Einsatz von Macintoshrechnern fördert.

http://www.highwinds.com/


Übertragung dieser Ausgabe:
Stefan Colombier stefan.colombier@01019freenet.de, André Schleife a.schleife@gmx.de, Walter Sonnenberg Dr.W.Sonnenberg@t-online.de, Heike Kurtz mail@heikekurtz.de

Redaktion: Heike Kurtz [HK] mail@heikekurtz.de

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