[Übersetzung: Heike Kurtz mail@heikekurtz.de]
Eine Konferenz jagt die andere, aber nachdem Adam auf der MackHack für ein paar Tage Zeit und Raum vergaß ist dies für ihn das ultimative Freak-Ereignis. Außerdem schreibt Geoff Duncan diese Woche, wie man Quicken 98 kostenlos aktualisieren kann und Jeff Carlson fährt mit der Serie über Internet-Faxing fort. In den News geht es um Eudora Pro 4.2.1, Weather Tracker 3.0, Mac OS ROM Update 1.0, WebSTAR Server Suite 4.0 und die Rückrufaktion für FileMaker Pro 4.1v2.
Autorisierte Übertragung der TidBITS#487/05-Jul-99.
Die Originalausgabe finden Sie unter: http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-487.html
Copyright 1999 TidBITS Electronic Publishing. All rights reserved.
Information: info@tidbits.com Comments: editors@tidbits.com
Copyright ab 7/98 der deutschen Version: Heike Kurtz Übersetzungsdienst.
Information: http://www.heikekurtz.de Comments: mail@heikekurtz.de
Themen:
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Die Originalausgabe ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:
ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-487.etx
ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-487.etx
ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-487.etx
[Übersetzung: Stefan Colombier Stefan.Colombier@01019freenet.de]
Eudora Pro 4.2.1 Update veröffentlicht -- Qualcomm hat ein kostenloses Update für das vielgenutzte E-Mail-Programm Eudora Pro für den Macintosh veröffentlicht. Das 3,8 MB große Update verwandelt jede veröffentlichte Version 4.x in Eudora Pro 4.2.1 (Vergleiche die Besprechung von Eudora Pro 4.0 in "Und wieder klingelt der Postbote" in TidBITS-424). Version 4.2.1 ist ein größeres Update, es protzt mit größeren neuen Verbesserungen wie automatische Rechtschreibprüfung, IMAP-Unterstützung, Sprachunterstützung, Nachrichten-Vorschau-Feldern und einer gewaltig verbesserten Suchfunktion. Zudem beinhaltet Eudora Pro 4.2 Myriaden kleinerer Verbesserungen inklusive der Möglichkeit Antwortadressen vorzulesen (so daß man weniger wahrscheinlich eine private Mitteilung an eine Mailingliste schickt), verbesserte Handhabung des Sendens und Empfangens im Hintergrund, optionale Unterstützung von animierten GIFs in HTML-Nachrichten und eine neue x-eudora-setting URL-Art, die es technischem Unterstützungspersonal und Vielnutzern erlaubt, anderen zu helfen, die Unzahl von Einstellungen von Eudora zu modifizieren.
Ein kurzlebiger Eudora Pro 4.2 Updater wurde rasch ersetzt, um einen Bug der sich auf die Darstellung von Grafiken im Vorschaufeld bezog zu beseitigen. Der 4.2.1 Updater funktioniert auch mit Version 4.2. Eudora Pro 4.2.1 ist entweder im 68K oder im PPC-Code nativen Versionen vorhanden und benötigt einen 68020-Prozessor oder besser, System 7.1.2 oder höher und ein POP oder IMAP E-Mail-Konto. In naher Zukunft werden wir uns die neuen Eigenschaften von Eudora Pro 4.2.1 näher ansehen. [QD]
http://eudora.qualcomm.com/pro_E-Mail/updaters.html
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-424.html
FileMaker Pro 4.1v2 Update zurückgezogen -- FileMaker, Inc., hat sein kürzlich veröffentlichte FileMaker Pro 4.1v2-Update zurückgezogen. Dies betraf hauptsächlich die nicht eindeutige Art und Weise, wie FileMaker mit zweistelligen Datumsangaben umging. FileMaker erklärt, daß man weitere Probleme mit Datumsbezug entdeckt habe, die nicht durch das vorherige 4.1v2 Update abgedeckt wären und man plane die Veröffentlichung eines 4.1v3 Fixes. In der Zwischenzeit rät FileMaker allen FileMaker Pro 4.1v2-Benutzern auf die Version 4.1v1 zu wechseln [GD]
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05434
http://www.filemaker.com/about/year2000directoy.html
Mac OS ROM Update 1.0 zielt auf USB Probleme -- Apple hat das Mac OS ROM Update 1.0 veröffentlicht, das Ärger mit USB-Geräten am iMac, blau/weißen Power Macintosh G3 und den PowerBooks der G3-Serie mit bronzefarbenen Tastaturen korrigieren soll. Das von der Numerierung her verwirrende Update 1.0 ändert die Version 1.4 des Mac OS ROM in diesen Maschinen auf Version 1.6. Bei den mit USB ausgestatteten Macs ist das Update für Geräte gedacht, die nicht antworten, wenn die Maus in den oberen oder linken USB-Port und die Tastatur in den unteren oder rechten Port gesteckt ist. Aktualisierte PowerBooks vermeiden einen möglichen Absturz, wenn die USB-Tastatur entfernt wird während der Rechner in den Ruhezustand versetzt wird; während des Betriebs ausgetauschte Media-Bay-Geräte werden zuverlässiger erkannt und die Ziel-Platten-Modus-SCSI-ID muß auf 2 gestellt werden. Eigentümer eines PowerBooks mit bronzener Tastatur sollten die Version des Mac OS ROM (zu finden unter dem Reiter 'Systemprofil' in der Apple System Profiler-Applikation) überprüfen, denn viele der Maschinen laufen bereits unter der Version 1.6. Auch NetBoot Clients unter MacOS X Server sollten die neue Version installieren. Mac OS ROM Update 1.0 ist ein kostenloser 2 MB Download. [JLC]
http://asu.info.apple.com/swupdates.nsf/artnum/n11476
http://til.info.apple.com/techinfo.nsf/artnum/n60363
WebSTAR Server Suite 4.0 jetzt mit E-Mail, Geschwindigkeit und mehr -- StarNine Technologies hat die WebSTAR Server Suite 4.0 ausgeliefert, die neuste Version der vielgenutzten Internetserver-Software. Man positioniert diese als integrierte, benutzerfreundliche Lösung für durchschnittliche Internet-Angebote. WebSTAR 3.0 erweitert den traditionellen Web-Server Werkzeugkasten um mehrere neue Komponenten (inkl. einen Proxy und einen eingebauten FTP-Server). Neu geboten werden vielseitige SMTP-, POP- und IMAP Mail Server (natürlich mit webbasierten E-Mail Zugriff) und neuen Werkzeugen die auf den Middleware Techniken für FileMaker oder ODBC-Datenbanken von Blue Worlds Lasso basieren. WebSTAR Server Suite 4.0 integriert SSL Verschlüsselung und fortgeschrittene Sicherheitsoptionen direkt in die Hauptanwendung und beinhaltet zahlreiche verdeckte Geschwindigkeitsverbesserungen, die WebSTARs Möglichkeiten verdoppeln und die Verbindungslatenz spürbar reduzieren können.
http://www.starnine.com/webstar/
http://www.blueworld.com/lasso/
WebSTAR Server Suite 4.0 ist bei StarNine für $599 erhältlich - Eigentümer von WebSTAR 3.x können für $199 aktualisieren, für Eigentümer von WebSTAR 2.x, Lehre und größere Abnahme gibt es Rabatt. StarNine bietet eine voll funktionsfähige 30-Tage Testversion von WebSTAR Server Suite 4.0, zwischen 8,7 MB und 37,9 MB groß. WebSTAR Server Suite 4.0 benötigt mindestens ein PowerPC-basiertes System mit Mac OS 8.1 oder höher. [GD]
Weather Tracker 3.0 mit 7.000 zusätzlichen Städten -- Trexar Technologies hat Weather Tracker 3.0 veröffentlicht, eine Aktualisierung für ihren dedizierten Wetter-Client für den Macintosh. Weather Tracker 3.0 bietet eine vollständige Macintosh-Schnittstelle für Wetterserver im Internet. Es stellt Temperatur, Druck, Windgeschwindigkeit und -richtung, momentane Bedingungen, Voraussagen, Klimadaten und Meeresvorhersagen (für küstennahe Städte) dar. Weather Tracker 3.0 bietet volle Unterstützung für über 7.000 zusätzliche Städte weltweit, obwohl Städte außerhalb Nordamerikas Probleme mit beschränkten Daten aufgrund von Problemen mit lokalen Sammelstationen haben könnten. Weather Tracker 3.0 benutzt jetzt auch HTTP-Proxies anstelle von SOCKS-Proxies. Weather Tracker ist Shareware ($25), der Download beträgt 1 MB. [ACE]
http://www.macalive.com/weather/download.html
von Geoff Duncan geoff@tidbits.com
[Übersetzung: André Schleife a.schleife@gmx.de
Als Antwort auf die Jahr-2000-Probleme beim Online-Banking hat Intuit begonnen, kostenlose Upgrades auf die Macintosh-Version von Quicken Deluxe 98 auf CD-ROM auszuliefern, und zwar an Nutzer von JEDER vorherigen Version, bis zur Version 1. (Intuit bietet Nutzern von Quicken für Windows und DOS Ähnliches an.) Siehe "Quicken 98: Die Evolution" in den TidBITS 426 für einen Bericht über Quicken 98 und "Parsing Like It's 1999" in den TidBITS 475, wo es um Jahrtausendprobleme beim Mac geht.
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-413.html#Ink3
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-475.html
Intuits Entschluß ist überraschend, besonders für eine Firma die in der Vergangenheit nur minimalistische jährliche Upgrades und Erneuerungs-Releases herausbrachte und wieder zurückzog, und sogar Mac-Produkte ganz aufgab (auch für kurze Zeit Quicken). Die einzigen bekannten Jahr-2000-Probleme von Quicken für den Mac sind die Online-Banking-Funktionen, die es für den Mac erst ab Version 6 gab. Außerdem nutzen nur sehr wenige Mac-Nutzer diese Funktionen, da weniger als 10 Prozent der Finanzinstitute bei Online-Banking mit Quicken auch die Mac-Version unterstützen.
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-426.html#Ink1
http://www.intuit.com/banking/filist.html
Obwohl momentan außer den Online-Banking-Funktionen keine Jahr-2000-Probleme mit einer Version von Quicken bekannt sind, testet Intuit keine älteren Versionen außer 6 und 7 auf diese Probleme. Vielleicht ist deshalb das Angebot von Intuit an alle rechtmäßigen Quicken-Nutzer eine Wiedergutmachung für die vielen Beschwerden, und der Versuch, bisher unbekannte Jahr-2000-Probleme zu entfernen. Es ist auch möglich, daß der Schritt von Intuits Online-Banking-Partnern angeregt wurde, um evtl. Probleme beim Jahrtausendwechsel mit den entsprechenden Instituten zu vermeiden.
Sollten Sie das Angebot nutzen, wenn Sie Quicken bereits benutzen? Wenn Sie Quicken 98 haben und Online-Banking nutzen, sollten Sie sicher sein, mit dem Release 5 oder höher zu arbeiten, welches Online-Banking nach dem 05.09.99 ermöglicht. (Sie können die Release-Nummer erfahren, indem Sie "Über Quicken" aus dem Apple-Menü wählen, und dann R drücken.) Wenn Sie vorherige Versionen nutzen, und die Online-Banking-Funktionen nicht benötigen, sollten Sie genau überlegen, ob es Quicken 98 wert ist. Viele Quicken-Anwender wurden von der großen Zahl neuer Funktionen überwältigt, und manche hatten Probleme bei der Datenkonvertierung in die neue Version. Sie sollten auch sicher sein, daß Quicken 98 auf Ihrem Mac läuft. Es benötigt einen Mac mit einem 68030-Prozessor oder besser, ein CD-ROM-Laufwerk, 45 MB Festplattenspeicher, eine Auflösung von 640 x 480 bei 256 Farben und mindestens System 7.1. Wenn Sie denken, daß Quicken 98 etwas für Sie ist, sollten Sie die Jahr-2000-Seite für die Mac-Versionen von Quicken besuchen, Ihre Version anwählen, und den Link, der Ihre Optionen betrifft, anwählen.
http://www.intuit.com/support/quicken/index/ndxm_8_updates.html
http://www.intuit.com/corporate/year2000/quicken/quicken_mac.html
von Jeff Carlson mailto:jeffc@tidbits.com
[Übersetzung Walter Sonnenberg Dr.W.Sonnenberg@t-online.de]
Als zögerliche Fax-Benutzer, die wir sind, hat uns das Leserecho zu unseren beiden Artikeln über Faxen mit dem Macintosh überrascht ("FAXstf spiegelt den traurigen Stand der Fax Software" in TidBITS-476 und "Fakten zum Internet Faxen" in TidBITS-484). Neben Hinweisen auf eine Reihe kleiner Fehler unserer Artikel erhielten wir zusätzliche Beschreibungen weiterer Fax-Programme.
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-476.html
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-484.html
Preisproblematik -- Eines der Schlüsselargumente in Hudson Bartons Internet-Fax-Artikel war die mögliche Kostenersparnis durch E-Mail und netzbasiertes Faxen im Vergleich mit eigener Fax-Hardware. Unglücklicherweise haben sich in den Artikel zwei falsche Preisangaben eingeschlichen: Die korrekte Angabe zur Registriergebühr zur Bildbearbeitunssoftware GraphikKonverter beträgt 30 Dollar (46 DM) in Europa und außerhalb 35 $. Das Programm TIFF-Sight von Blue Globe Software, mit dem man empfangene Faxe lesen kann, kostet 10$. Obwohl TIFF-Sight nach der Veröffentlichung unseres Artikels noch zwei kleinere Verbesserungen erfuhr, sagt uns eine kleine Notiz auf der Webseite von Blue Globe, daß das Programm derzeit nicht erhältlich ist.
http://www.lemkesoft.de/us_gcabout.html
http://www.blueglobe.com/~cliffmcc/tiffsight.html
Ein Blick aufs Anti-Aliasing -- Eine herausragende Funktion von TIFF-Sight wurde in TidBITS Talk besonders gewürdigt: TIFF-Sight bearbeitet die Kanten in der Faxausgabe, um die Lesbarkeit zu verbessern; stark geschwärzte Flächen werden mit grauen Übergängen umrandet, um die Zeichenkonturen vor dem weißen Hintergrund zu "glätten". Wie in anderen Diskussionspunkten zur Lesbarkeit auch ist der Effekt des Anti-Aliasing auf die Lesbarkeit subjektiv (vgl. "Bessere Typographie für Ihren Bildschirm" in TidBITS-403 und die Fortsetzung "Web-Lesen erfordert mehr als nur Zeichensätze" in TidBITS-405). Edward Reid mailto:edward@paleo.org kommentierte dies "Anti-Aliasing provoziert sehr persönliche Einschätzungen, der Effekt ist auch vom Dokument abhängig, man sollte dem Benutzer die Entscheidung dazu überlassen"
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=692
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-403.html
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-405.html
Jfax ändert seinen Mac-Support -- Trotz Hudson Bartons Empfehlung zum Jfax-Fax-Viewer für den Macintosh stellt sich heraus, daß diese Firma ihre Produktpalette umstellt. Nach einer kurzen Phase, in der Jfax vom Markt genommen wurde, ist Jfax wieder erschienen. Hudson schrieb dazu:
"Sie stellen fest, daß das Zurückziehen ihres Viewers eine Verbesserung für die Mac-Kunden bringen solle, die Kunden aber nicht vertreiben soll. Obwohl die Entscheidung vom Benutzerstandpunkt erst einmal schlecht zu sein scheint, war der Jfax Fax Viewer doch ein Produkt, dessen Support offensichtlich schwierig war, was mich nicht sonderlich überraschte (Installation und Konfiguration waren für einige Leute doch etwas zu trickreich). Es ist klar, daß sie ihre Marktchancen&Mac226;neu bewerten und es kann sein, daß sie den Vertrieb ganz einstellen. Währenddessen ist es wahrscheinlich, daß weitere Alternativen auf den Markt kommen"
http://download.jfax.com/download
Andere Faxdienste und -Programme -- Einige Fax-Alternativen wurden in TidBITS-Talk erwähnt. Stevan Cloudtree adar047@mindspring.com empfiehlt Fax4Free, wo man seine Faxe am linken und rechten Rand mit Werbung verziert erhält. Er schreibt "Einige meiner Kunden in Indien, Sri Lanka und Indonesien berichten, dieser Dienst sei zuverlässiger und billiger als die örtlichen Telefondienste".
Kerim Friedman gab einen Hinweis auf das Dokumentenverwaltungssystem mit Namen WorkingPapers von Dominion Software, das er mit einem kostengünstigen UMAX-Scanner am Mac einsetzt.
"WorkPapers ist ein reines Mac-Produkt, unterstützt eine eigene (in seiner Pro-Version) und fremde OCR-Software sowie Wechselplatten. Zusammen mit den neuen billigen Scannern können Sie Ihr eigenes papierloses Büro mit weniger als 200$ realisieren (ca. 140$ für den Scanner und 49$ für die Software, auch wenn sie darüber hinaus noch etwas Geld für leistungsfähige Festplatten und Backup-Medien anlegen müssen)".
Eine Fax-volle Zukunft Obwohl uns nichts dazu bewegt, E-Mail gegen die Bildübertragung als normales Verfahren zur Nachrichtenübertragung einzutauschen, ist es doch interessant zu sehen, wie das Feld der Faxtechnik sich verbreitet und für viele Mac-Nutzer nützlich bleibt.
von Adam C. Engst ace@tidbits.com
[Übersetzung: Sonja Krause-Harder translation@skh.de und Walter Sonnenberg Dr.W.Sonnenberg@t-online.de]
Hin und wieder komme ich mir wie ein kompletter Idiot vor. Ich berichte seit über neun Jahren über die Macintosh-Branche, und in den ersten Jahren wußte ich kaum, daß es da ein Entwicklertreffen namens MacHack gab. Irgendwann wurde mir MacHack erklärt, und als ich mehr Kontakte in der Szene zu knüpfen begann, wurde ich von immer mehr Leuten eingeladen, daran doch einmal teilzunehmen. Ich lehnte immer ab und begründete das damit, daß ich kein Programmierer sei, oder daß ich nicht noch zu einer weiteren Konferenz reisen könne, besonders nicht zu einer, die in Detroit stattfindet, wohin mich nichts anderes lockt, wie z.B. Verwandte, die in der Gegend leben. Im letzten Jahr half ich sogar dabei, Leihgeräte für den öffentlichen Rechnerpool der Konferenz zu organisieren, dies erhöhte noch den Druck, in diesem Jahr endlich einmal selbst hinzufahren, und schließlich gab ich nach.
Was ein Fehler, so lange zu zögern! MacHack ist, kurz gesagt, der größte Spaß, den ein Macintosh-Freak auf legalem Wege haben kann.
Identifikation -- Die MacHack zu beschreiben gleicht dem Versuch, einen tollen Film nachzuerzählen - keine Schilderung kann das Wesen dieser Veranstaltung einfangen. Lassen Sie es mich dennoch versuchen.
Ein entscheidendes Merkmal eines Freaks ist das Zusammenfließen von persönlichen und beruflichen Interessen. Der Mac-Freak lebt und atmet den Macintosh, holt morgens als allererstes seine E-Mail, arbeitet den ganzen Tag am Mac, diskutiert die neuesten Szeneereignisse mit Freunden beim Abendessen und verbringt die Nacht damit, am Bildschirm zu spielen, Webseiten zu basteln oder auch zu programmieren. Die Details sind natürlich von Freak zu Freak verschieden, doch viele Menschen fallen in diese Kategorie. Für solche Menschen ist es extrem angenehm, von Gleichgesinnten umgeben zu sein, von Mac-Freaks, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen. Gespräche zwischen Mac-Freaks gehen über viele verschiedene Themen und springen zwischen allen möglichen Mac-Issues hin und her, ungebremst durch die Notwendigkeit, den Unterschied zwischen RAM und Plattenplatz oder jeden Verweis aufs Internet einzeln erklären zu müssen.
Viele von uns hatten schon einmal die Gelegenheit, einen Vorgeschmack auf eine solche Veranstaltung zu bekommen, obwohl meistens beschränkt auf den Stammtisch einer Macintosh-User-Group oder eine kurze Dinner Party. Doch wenn der Stammtisch ein Vorgeschmack ist, dann ist die MacWorld Expo ein leichtes Abendessen - die vielen tausend Teilnehmer machen eine ernsthafte Begegnung mit anderen Anwendern schwierig. Außerdem hat man bei der MacWorld eher das Gefühl, daß jemand anderes gekocht hat, und alle nur Gäste sind, die eine gewisse Distanz wahren müssen. Im Vergleich dazu ist die MacHack ein zehngängiges Festmahl, von begabten, ehrenamtlichen Küchenchefs zubereitet und vor mehreren hundert Gästen ausgebreitet, die dann auch noch Ihre Kochmützen absetzen und sich der außergewöhnlichen kulinarischen Feier anschließen.
Kurz: MacHack ist die Konferenz der Freaks, von Freaks und für Freaks organisiert. Ins Leben gerufen wurde sie vor 14 Jahren von Gavin Eadie und einigen Kollegen an der University of Michigan. Im zweiten Jahr fand die Konferenz dann von der Universität unabhängig statt und wird bis heute von einem ehrenamtlichen Komitee aus der Macintosh-Gemeinde organisiert, tatkräftig unterstützt vom Team von Expotech, das die logistischen Einzelheiten regelt. Das Komitee wählt einen Redner für die Keynote aus, organisiert Lesungen, gestaltet T-Shirts und stellt allgemein sicher, daß die MacHack stets aufs Neue stattfindet. Expotech kümmert sich um die Anmeldungen, Konferenzmaterialien, die Koordination mit dem Hotel und die Anlieferung von Hunderten von Pizzen.
MacHack ist eine Entwicklerkonferenz, und es besteht wenig Zweifel daran, daß Entwickler sie in höchstem Maße nützlich finden. Wo sonst kann man den besten Macintosh-Programmierern der Branche eine Frage stellen und sofort eine Antwort bekommen, oder eine Diskussion zwischen den besten Programmierern und den Cracks von Apples&Mac226;Developer Technical Support Team entfachen, von denen ebenfalls einige an der Konferenz teilnehmen? Dazu muß ich bemerken, daß ich wahrlich kein Programmierer bin und mich unglaublich wohlgefühlt habe. Als ich überlegte, warum das so ist, wurde mir klar, daß Nicht-Programmierer zwei Dinge benötigen: sie müssen gesellschaftskompatible, echte Mac-Freaks sein, die fließend über aktuelle Technologien, Probleme und Ereignisse parlieren können, und sie sollten die Bereitschaft zur Teilnahme mitbringen.
In meinem Fall bestand die Teilnahme darin, daß ich eine Lesung mit dem Titel "Hacking the Press gehalten habe (die ich noch in einen TidBITS-Artikel umwandeln möchte). Ich ließ mich auch dazu überreden, in einer Lesung über Industrieterminologie ein paar Gedanken aus der Perspektive eines Journalisten zu erörtern, und ich verbrachte einige Zeit damit, einem 12jährigen Mädchen dabei zu helfen die Software aufzutreiben, die sie brauchte, um eine alte Connectic QuickCam für ihren Hack zu verwenden, den sie im Hack Contest einreichen wollte.
Nachwuchs -- Mein kurzer Beitrag in Form von Zeit und Erfahrung, als ich nach etwas Software im Internet suchte, war nichts verglichen mit dem, was viele andere für die jüngeren Teilnehmer getan haben. Im allgemeinen nur als "Yoots bezeichnet, umfaßten die teilnehmenden Schüler und Studenten alle Altersgruppen vom siebenjährigen Mädchen bis zum Collegestudenten, der ein Praktikum bei Apple absolviert. Jeder ermutigt und hilft diesen Yoots, von denen 50 an der Konferenz teilnahmen und 19 an Hacks für den Hack Contest arbeiteten. AppleScript war zum Beispiel eine sehr beliebte Sprache für viele der Yoot-Hacks, und AppleScript-Guru Cal Simone (Autor des AppleScript Editors Scripter) teilte seine Erfahrung mit einigen der jungen Programmierer.
Diese Betonung auf Ausbildung ist eines der attraktivsten Merkmale von MacHack, weil es Sachverstand in der Gemeinschaft und zukünftige Programmierergenerationen fördert. Vielleicht noch wichtiger ist das Beispiel durch die Großzügigkeit der älteren Programmierer - diese Kinder sehen Leute, die einander ohne Ansehen von Alter oder Erfahrung helfen. Alles, was gefordert wird, ist ein Wunsch, zu lernen und teilzunehmen.
Hackt -- Ich habe mich auf "Hacks" schon mehrfach bezogen und diese Hacks sind ein wichtiger Aspekt von MacHack. Ein Hack ist im Rahmen dieser Konferenz ein Programm, das den Mac auf vorher unvorstellbare Weisen handeln läßt. Hacks modifizieren vielleicht übliche Macintosh Fenster, ersetzen Mac-Graphiken durch ASCII-Zeichen oder, in einem Fall, der dieses Jahr nicht erfolgreich war, versuchen Sie, das Mac OS zu nötigen, auf einen 240*240 pixel-Monitor zu laufen. Gelegentlich wird aus einem Hack vielleicht sogar ein kommerzielles Produkt, wie mit Leonard Rosenthol Finder-basiertem Bookmark-Organisationsprogramm CyberFinder. Hacks erhalten selten den letzten Schliff, weil sie normalerweise in den 72 Stunden vor dem Hack-Wettbewerb geschaffen werden und sie sind gewöhnlich nicht besonders nützlich. Das Ziel mit ein Hack ist, eine technische Großtat aufzuführen, die den anderen Programmierern imponieren soll, nicht aber ausgereiften Code mit einer formvollendeten Oberfläche zu schreiben. Die Beiträge dieses Jahres zum Hack-Wettbewerb waren innovativ und unterhaltend und ich werde detailliert in einem getrennten Artikel auf sie eingehen.
Gedanken -- Von all den Konferenzen, an denen ich in den letzten Jahren teilnahm, ist MacHack mit Abstand die ungewöhnlichste - Ein paar Beispiele:
Die Zeit verliert jede Bedeutung. Obwohl einige Programmierer wirklich die ganze Konferenz durchhalten, begann ich jeden Tag meine Auszeit zwischen 3 und 5 Uhr morgens und tauchte so zwischen Mittag und 3 Uhr mittags wieder auf. Nach ein, zwei Tagen fand ich, daß der Blick auf meine Armbanduhr sinnlos war. Normal würden Sie um 1 Uhr mittags denken "Hmm, vielleicht sollte ich zu Mittag essen". Auf der MacHack können Sie beim Blick auf Ihre Armbanduhr sehen, daß es 6 Uhr nachmittags ist, versuchen sich zu erinnern, ob Sie schon Frühstück gegessen haben, und entscheiden daß es wichtiger wäre, mit jemandem über künftige Mac OS Entwicklungen zu reden. Um ein Gefühl dafür zu bekommen wie die Zeit vergeht, lesen Sie Dave Johnsons Chronologie von MacHack 1996.
http://devworld.apple.com/mkt/informed/appledirections/oct96/machack96.html
- Alles wird dem Lebensstil des freien hackenden Programmierers gerecht. Die Hauptvortrag der Konferenz beginnt um Mitternacht. Freie Getränke stehen jederzeit bereit und es sind praktisch keine zu finden, die kein Koffein enthalten; Jolt-Cola (mit viel Zucker und doppeltem Koffeingehalt) ist immer verfügbar. Mit Ausnahme der letzten Nacht, in der die meisten Leute zu einen späten Film gehen und sich anschließend auf einer Eisparty treffen, gibt es jede Nacht etwa um Mitternacht kistenweise Pizza. Es verlautete, daß der Vertrag der Konferenzgesellschaft mit dem Hotel eine Klausel enthielte, daß das Hotelpersonal vor Mittag an keine Türen klopfen darf. In diesem Jahr kam diese Regel dort nicht richtig an und am ersten Morgen traf das Hotelpersonal auf viele benommene Freaks, die vergessen hatten, Bitte Nicht Stören-Schilder auszuhängen.
- Auch wenn die MacHack ein volles Programm nützlicher Sitzungen umfaßt, finden die MacHack hauptsächlich im Hotelfoyer statt. Stellen Sie sich ein übliches Hotelfoyer mit kleinen Tischen und Stühlen vor, die darum geschart werden. Und dann stellen Sie sich vier oder fünf G3-PowerBooks auf jedem Tisch vor, die an Ethernet-Hub und Steckdosen dieses Tisches angeschlossen sind. Leute streifen ständig durchs Foyer und ein freier Stuhl genügt als Einladung, sich zu setzen, einzuschalten und mitzureden, egal wer auch immer am Tisch sitzt. Niemand hält sich damit auf, ein Modem zu benutzen, um ins Internet zu wählen, seit die Konferenz immer über eine eigene Internetverbindung (dieses Jahr ISDN mit 256 Kbps) und ein internes Ethernet Netzwerk verfügt.
- Jeder bei MacHack ist technisch orientiert und das übliche Marketing und PR-Getöse anderer Konferenzen hat keinen Stellenwert auf der MacHack. Niemand wird auf der MacHack versuchen, Ihnen etwas zu verkaufen, und die Teilnehmer schätzen die kaum erwähnte korporative Unterstützung, die die Preise der Konferenz decken hilft. Diskussionen finden auf vielen verschiedenen Ebenen statt, und wenn Sie einen finden, der Ihnen überlegen ist, können Sie ungeniert zuhören und versuchen, etwas zu lernen oder ohne Abschied zur nächsten Konversation weitergehen.
- Für die meisten Konferenzen wird ihr Veranstaltungsort vorsichtig geplant; das zeigt etwa die MacWorld Ausstellung, die von Boston nach New York verlegt wurde, um sich auf den New Yorker Medienmarkt zu konzentrieren. Andere professionelle Konferenzen wählen exotische Schauplätze aus, wo die Teilnehmer sich beim Golf belustigen können oder die neben dem Konferenzbesuch touristisch interessant sind. MacHack bleibt in einem Hotel außerhalb Detroits, wo die einzigen erreichbaren nennenswerten Nebenziele ein Paar Schnellimbiss-Treffs und ein CompUSA-Laden sind. Man geht zur MacHack, um auf der MacHack zu sein, nicht um darum herum etwas zu erleben. Indem fast alle im gleichen Hotel wohnen, verstärkt sich diese Konzentration auf die Konferenz; man verschwendet keine Zeit, zu anderen Hotels zu pendeln oder um sich koordiniert an anderen Plätzen zu treffen.
- Die Keynote-Rede dieses Jahres wurde von Andy Ihnatko gehalten, einem langjährigen Macintosh Kolumnisten, der sich selbst als "42-t populärste Persönlichkeit in Amerika" beschreibt. Andys Rede stellte sich als zweistündige einmalige Macintosh Stand-Up-Comedy dar. Die MacHack Organisatoren zeichneten die Rede per Video auf und wollen diese verkaufen, weil jeder Macintosh Fan diesen Humor schätzen wird. Andy packte auch heißere Eisen an, die ihm von den Teilnehmern zugetragen wurden; denn er war einer der wenigen Sprecher, die über die gesamte Konferenzzeit durchhielten und war beim Hacker-Wettbewerb der zweitschnellste.
- Auf der MacHack liegt eine bestimmte Freude in der Luft, die sich schwierig beschreiben läßt. Alle stimmen darin überein, daß sie auf der MacHack sind, um sich einen Spaß zu machen. Die Konferenz könnte ihren Nutzen auch auf andere Weise beweisen - dabei gibt es einen Spielraum zwischen Arbeitsuche und allgemeiner Ausbildung, bei der es möglich ist, mit einem Apple-Spezialisten stundenlang Probleme zu diskutieren - bei allem ist der Spaß daran die Hauptsache. Einer der Programmierer, dessen Code viele von Euch täglich benutzen, drückte es so aus: "Ich mach hier Urlaub auf Geschäftsspesen"
Nacheifern -- Es wäre leicht, jedem zu empfehlen zur MacHack zu gehen, aber das würde MacHack ruinieren, weil die Konferenz nicht viel größer werden kann, ohne ihren Charme zu verlieren. Vor diesem Hintergrund beschränkten die Konferenzorganisatoren die Teilnehmerzahl und, wenn sie dies Jahr die Zahl nicht ganz erreichten, kamen sie ihr mit 289 doch sehr nahe. Deswegen empfehle ich Entwicklern und ernsthaften Mac-Freaks mit fundierter technischer Basis und überragender Persönlichkeit an der nächsten MacHack teilzunehmen, die wieder vom 22. bis 24.Juni 2000 nahe Detroit stattfinden wird.
Die Leute, die MacHack organisiert haben, haben etwas wirklich Besonderes geschaffen, aber ich glaube nicht, daß es notwendigerweise einmalig ist. Andere Nischengruppen vom Verlagswesen über Datenbankentwickler bis zu unabhängigen Beratern könnten alle vom MacHack-Beispiel lernen und ihre eigenen Konferenzen schaffen, die sich darauf konzentrieren, ihre Teilnehmer miteinander aufeinander wirken zu lassen, statt sie wie Gymnasiasten zwischen Sitzungen herum zu transportieren. Der beste Weg, die Geheimnisse von dem zu verstehen, was MacHack zu etwas Besonderem macht, wäre, es aus erster Hand zu erfahren. Das geht besonders gut als freiwilliger Helfer hinter den Kulissen.
Übertragung dieser Ausgabe:
Stefan Colombier Stefan.Colombier@01019freenet.de, Sonja Krause-Harder translation@skh.de, André Schleife a.schleife@gmx.de, Walter Sonnenberg Dr.W.Sonnenberg@t-online.de
Redaktion: Heike Kurtz [HK] mail@heikekurtz.de
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