TidBITS#496/06-Sep-99

Mit dem Verkaufsstart des Power Mac G4 und des Apple Cinema Displays hat Apple eine wahre Technik-Begierde unter den Mac-Anhängern ausgelöst. Diese Woche befassen wir uns mit den technischen Daten und den wenigen Ärgernissen des G4. Matt Neuburg steuert wieder einen Artikel zu "Tools We Use" bei, mit Menuette, einem Programm, das die Menüleisten-Einträge durch Icons ersetzt. Außerdem berichten wir über die Veröffentlichung von GraphicConverter 3.7, MacTuner 2.1, SoundJam 1.1, Adobe InDesign und LetterRip Pro 3.0.6.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#496/06-Sep-99.

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MailBITS/06-Sep-99

[Übersetzung: André Schleife a.schleife@gmx.de]

999software.com sponsert TidBITS -- Wir freuen uns, unseren neuesten Sponsor begrüßen zu können, 999software.com, eine junge Internet-Firma, die sich selbst "Der Softwaresupermarkt im Internet" nennt. Das Konzept ist einfach: man verkauft ältere Programme, die z.T. schon in den Regalen der Kaufhäuser dahinsiechen für nur $9.99. Dieses Verfahren ist gut für alle Parteien. Der Originalhersteller hat eine Chance, seine Lager zu leeren und gewinnt Neukunden für zukünftige Updates, und die Anwender können hochwertige Software zu einem Preis kaufen, der niedriger ist, als der mancher Shareware. Trotz begrenzten Beständen an Bildungssoftware werden die Produkte von 999software.com auch in Schulen eingesetzt. Da die meisten der angebotenen Programme Schulprogramme oder Spiele sind, ist der Preis von $9.99 auch für Eltern oder Kinder attraktiv, die ein bestimmtes Programm wünschen, und etwas Geduld bis zum Kauf haben.

Die Firma 999software.com wurde mit Anfragen geradezu überschwemmt, nachdem wir sie im letzten MacWorld Superlatives-Artikel kurz erwähnt hatten, und reagierte darauf, indem sie 999mac.com gründete, um die Produkte für den Mac getrennt anbieten zu können. Aber es wird auch Windows-Software verkauft, und das kann nützlich sein, wenn man ein Geschenk für einen Freund oder Verwandten sucht, der mit PCs arbeitet. Der neueste Ableger von 999software.com ist 999movies.com, der dasselbe Prinzip auf Videokassetten von älteren Filmen anwendet. Im Wegwerfzeitalter ist es schön zu sehen, daß es eine Firma gibt, die Programme, die vielleicht erst ein Jahr alt sind, zu Niedrigpreisen verkauft. Wenn man noch nie ein Spiel wie Riven, You Don't Know Jack oder Imperialismus gespielt hat, macht es dann einen Unterschied, ob die Software bereits ein Jahr alt ist? Besuchen Sie 999software.com (am Anfang jeder Ausgabe), um nach Sonderangeboten zu schauen, wie z.B. diese Woche die entfallenden Versandkosten (dafür müssen Sie die angegebene URL nutzen), [ACE] [Achtung, keine englischen Sponsoren in der deutschen Ausgabe - AS]

http://www.999mac.com/
http://www.999software.com/
http://www.999movies.com/
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-491.html#Anker2

GraphicConverter 3.7 mit neuen Funktionen und BugFixes -- Mac-Nutzer, die das Schweizer Offiziersmesser unter den Grafikprogrammen suchen, können sich GraphicConverter 3.7 herunterladen, ein Update für das Grafiktool von Lemke Software, mit dem man nahezu 120 Grafik-Formate betrachten kann. (Eine Anwendungsmöglichkeit des Programmes ist das Lesen von Faxen, die über das Internet verschickt wurden. Mehr Infos dazu in den TidBITS 484 in "Fakten über Internet Faxing") Die neue Version erhält zahlreiche neue Funktionen und BugFixes, unter anderem die Fähigkeit, Bilder auf das Programm-Icon zu ziehen, einen Befehl, mit dem man Bilder in rechteckige Stücke zerteilen kann, sowie einige Datei-Format-Tricks und Exportverbesserungen. GraphicConverter 3.7 gibt es in Deutsch und Englisch entweder als 3.1-MB-Download für das komplette Programm oder ein 900K-Update von der Version 3.6.2. Das Registrieren kostet für Europäer $30, sonst kostet GraphicConverter $35. Für Besitzer von vorherigen Versionen ist das Update kostenlos. [JLC]

http://www.lemkesoft.com/
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-484.html#Anker3

MacTuner-Update vereinfacht weltweites Zuhören -- Trexar Technologies hat MacTuner 2.1 herausgebracht, mit neuen Verbesserungen in Leistungsfähigkeit und Bedienoberfläche für ihr Dienstprogramm für Verbindungen mit Radio- und TV-Stationen über das Internet. Wenn Sie sich dafür interessieren, welche Musik in London läuft, oder die Moskauer Nachrichten in russisch hören wollen, MacTuner 2.1 macht Verbindungen zu Online-Radios und TV-Übertragungen aus aller Welt einfach. MacTuner 2.1 kommt mit verbesserten Kontinent-Karten, die auf ein größeres Format gezoomt werden können, um die Länder besser überblicken zu können. Außerdem ist die Proxy-Server-Unterstützung über Internet Config oder Internet Kontrollfeld-Einstellungen verbessert worden. Eine Demo von MacTuner gibt es als 2,2-MB-Download. Sie können eine Lizenz für $23 erwerben (dann wird die 20-Tage-Begrenzung entfernt). [JLC]

http://www.mactuner.com/

SoundJam 1.1 mit G4-Unterstützung -- Die Firma Casady&Greene hat SoundJam 1.1 herausgebracht, ein Update für ihren $40-MP3-Player und -encoder. Die wichtigste Verbesserung an SoundJam 1.1 ist die Unterstützung der neuen Power Mac G4-Velocity-Engine (auch bekannt als AltiVec). Diese Unterstützung erhöht die Geschwindigkeit der Dateikonvertierung um zwei- bis viermal auf einem 450 MHz und 500 MHz G4. Sie können nun eigene Genre-Informationen eingeben, die MP3-Tag-Version wählen, die SoundJam zum Speichern seiner Meta-Tags in den MP3-Dateien nutzt, und die ID3-Tag-Informationen bereits in den Datei-Informations-Fenstern sehen. Unter den kleineren Verbesserungen sind die verbesserte Sound-Qualität bei MP3-Konvertierung, verbesserte AppleScript-Unterstützung, eine allgemeine bessere Stabilität, verbesserte Unterstützung von AppleShare-Servern beim Abspielen der Dateien, sowie einige kleinere BugFixes. SoundJam 1.1 ist ein 1,5-MB-Download. [ACE]

http://www.soundjam.com/

Adobe bringt InDesign heraus -- Adobe liefert InDesign aus, die Design-Software der nächsten Generation, die den alternden PageMaker als Flaggschiff unter den Layout-Programmen ersetzt. Von Grund auf als moderner Konkurrent für QuarkXPress entwickelt, erlaubt InDesigns modulare Architektur Drittanbietern neue Funktionen zur Kernanwendung hinzuzufügen. Für Designer und die Druckvorstufe enthält InDesign verschiedene erweiterte Layout- und typographische Funktionen, wie z.B. optisches Kerning, Mehrzeilen-Texteditor, optisches Ränder-Management, eine unbegrenzte Anzahl von Rückschritten und Zoom von 5 bis 4.000 Prozent. (Einen kurzen Überblick über viele dieser Funktionen gibt es in Olav Martin Kvern's Artikel "We've Come a Long Way" im Adobe-Magazin, der als 407K-PDF-Datei erhältlich ist.) InDesign bietet auch integrierten PDF-Support, und kann PageMaker und QuarkXPress-Dokumente direkt öffnen. Der Einzelhandelspreis von InDesign dürfte bei $700 liegen (Adobes Listenpreis liegt bei $739), Besitzer von Photoshop, Illustrator, PageMaker oder QuarkXPress können von einem besonderen Upgrade-Angebot profitieren, dann kostet das Programm bis zum 31. 12. 1999 $300. Die Mindestanforderungen von InDesign sind ein Mac mit einem PowerPC 604-Prozessor oder besser, Mac OS 8.5 oder besser, 48 MB RAM (128 MB empfohlen) und 120 MB Festplattenspeicher. [JLC]

http://www.adobe.com/prodindex/indesign/
http://www.adobe.com/publications/adobemag/archive/PDFS/99spdsok.pdf
http://www.adobe.com/prodindex/indesign/price.html

Fog City veröffentlicht LetterRip Pro 3.0.6 -- Fog City hat LetterRip Pro 3.0.6 herausgebracht, ein kostenloses Update für die bereits leistungsfähige Mailinglisten-Software (siehe "Professionell arbeiten mit LetterRip Pro" in den TidBITS 473). Die Änderungen in LetterRip Pro betreffen hauptsächlich nicht-ASCII-Zeichen, wie z.B. Akzente oder internationale Zeichen sowohl im MIME- als auch im Nicht-MIME-Format. Fog City empfiehlt, daß alle Nutzer von LetterRip Pro das Upgrade durchführen. Das Update ändert nur die Server-Version, und ist ein 550K-Download. [ACE]

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-473.html#Anker3
http://www.fogcity.com/lr_change_history3.0.6.html
http://www.fogcity.com/lr_download.html


Tools we use: Menuette

von Matt Neuburg matt@tidbits.com

Übersetzung: Sonja Krause-Harder translation@skh.de

Programme haben heutzutage immer mehr Menüs, und das neue Programmenü, das Tastaturmenü, die Uhrzeit stopfen die Menüleiste noch weiter voll, von den Icons von Drittherstellern einmal ganz abgesehen: OneClick, OSA Menu, das Magic Menu von StuffIt, Conflict Catcher und Timbuktu Pro, um nur einige zu nennen. Natürlich sind große Bildschirme heute üblicher und weiter verbreitet als noch vor fünf Jahren, ich z.B. benutze aber immer noch ein paar kleinere. Seit Jahren stütze ich mich dabei auf Menuette, ein cleveres Shareware-Kontrollfeld, das das Problem unübersichtlicher Menüleisten ein für allemal löst.

Menuette ersetzt die Titel der einzelnen Menüs durch kleine Icons, die man selbst definieren (und erstellen) kann – eine scheinbar banale und meiner Ansicht nach grundlegende Verbesserung der Benutzeroberfläche. Meistens dient dies einfach der Einsparung von Platz, und das ist wichtig, denn der ist auf kleinen Bildschirmen oft knapp. Doch ich finde den Ansatz von Menuette auch unter anderen Gesichtspunkten bemerkenswert.

Mein langjähriger Tanz mit Menuette hat meine Wahrnehmung verändert: Ich will gar keine Menütexte mehr sehen. Man kann natürlich anderer Meinung sein, doch für mich sind kleine Icons in der Menüleiste einfach besser! Man erkennt sie leichter, und das Hirn kann sie besser einordnen. Ich sehe mit einen Blick auf die Menüleiste, welches Programm sich gerade im Vordergrund befindet. Und ich weiß intuitiv, wozu jedes einzelne Menü dient. Ohnehin haben viele Programme gewisse Menüs gemeinsam (Ablage, Bearbeiten, Hilfe), und gewisse andere Menüs kommen häufig vor (Tools, Optionen, Einfügen, Format), und so habe ich mich an die Icons gewöhnt, die diese Konzepte repräsentieren. Darüber hinaus ist nicht der Titel des Menüs wichtig, sondern das, wofür er steht. Wenn also das Menü "Optionen” in dem einen und das Menü "Voreinstellungen” in dem anderen Programm vom gleichen Icon repräsentiert werden, umso besser! Da ich eigentlich kein visueller Typ bin und mich im Allgemeinen viel eher an Worten als an Bildern orientiere, spricht meine Begeisterung für Menuette Bände für das, was dieses Programm leisten kann. Welche Icons dabei verwendet werden, kann vollständig vom Anwender definiert werden: man kann direkt zwischen Icons und Textmenüs hin- und herwechseln, und jedes Menü kann so eingestellt werden, daß es immer den Titel und nicht das Icon zeigt. Selbst wenn Sie Icons nicht so mögen, können Sie deshalb Menuette einmal ausprobieren und testen, da Sie es genau so konfigurieren können, wie es Ihnen am besten paßt.

Die kürzlich erschienenen aktuellen Versionen des Programms, 3.0 und 3.0.1, die ersten seit 1994, fügen der Funktionspalette einiges hinzu: Kontrolle, in welcher Schrift die Menüs dargestellt werden, ein WYSIWYG-Schriftmenü, Menüicons in verschiedenen Breiten sowie die Möglichkeit, die Icons ganz zu deaktivieren und nur die Schrifteinstellungen von Menuette zu nutzen. Am bemerkenswertesten: Menuette kann die Icons nun auch animieren, entweder wenn man ein Menü anklickt oder (tun Sie’s besser nicht...) die ganze Zeit. Damit macht die bloße Benutzung der Menüs Spaß - die Icons winken einem zu, und es ist, als ob man den ganzen Tag Snood spielen würde (fragen Sie nicht danach, es sei denn, Sie möchten, daß wir diese Rubrik umbenennen in "Spiele, die wir ständig spielen”)! Die Benutzeroberfläche wurde sehr gelungen neu programmiert und umfaßt nun einen Icon-Editor und eine sehr intuitive Umsetzung von Drag&Drop. Menuette verfügt über eine Vielzahl von verschiedenen Icons und kann animierte Icons aus dem Programm "Zipple” von Christopher Suley und animierte GIFs sowie Programmicons importieren. Menuette ist erhältlich bei Tiger Technologies, der Wirkungsstätte des legendären Mac-Programmierers Robert L. Matthews (und der Heimstatt meines ewigen Lieblings Holiday Lights). Das Programm ist Shareware, kostet $20 und kann 10 Tage lang kostenlos getestet werden.

http://snood.pair.com/
http://www.tigertech.com/menuette.html


Der Sommer geht, der PowerMac G4 kommt

von Adam C. Engst und Geoff Duncan editors@tidbits.com

[Übersetzung Johannes Formann johannes@formann.de, André Schleife a.schleife@gmx.de]

Apples Ankündigung des PowerMac G4 überraschte viele, schließlich war der blau-weiße PowerMacG3 erst seit 9 Monaten auf dem Markt. Gerüchten folgend hatte man eher an einen verbesserten iMac geglaubt. Aber dabei hatte man den großen Einfluss von Apples derzeitigem Chef Steve Jobs unterschätzt, der gerne bei wichtigen Reden eine auf dem PowerPC basierende Überraschung nach der anderen aus seinen Hut zaubert. Statt bei dem Erwarteten zu bleiben, haute Jobs das Publikum mit dem silber-graphit schimmernden PowerMac G4 und dem bemerkenswerten Apple Cinema Display vom Hocker, einem 22 Inch großen LCD-Bildschirm. Der Zeitpunkt war brillant gewählt, da er vor allem zu Graphikern sprach, dem traditionellen Publikum der Seybold-Messe. Diese schätzen besonders Apples Design und sind dafür bekannt, immer die schnellsten Macs zu kaufen, da mehr Geschwindigkeit bei Anwendungen wie Photoshop direkt zu einer Produktivitätssteigerung führt.

http://www.apple.com/powermac/

Der PowerPC G4 Das kleinste Power Macintosh G4 System beginnt mit einer Geschwindigkeit von 400 MHz während die leistungsstärkeren Modelle Geschwindigkeiten von 450 MHz bzw. 500 MHz bieten. Zusätzlich sollen die G4 Systeme einige Rechenoperationen fast 3mal so schnell wie 600 MHz Pentium III CPUs ausführen. Die neuen Rechner werden von einen G4 Prozessor betrieben, welchen Apple als ersten Supercomputer auf einem Chip verkauft, da er theoretisch eine konstante Leistung von mehr als einer Milliarde Rechenvorgänge pro Sekunde durchführen kann - eine Leistung die "Gigaflop" genannt wird. Die atemberaubende Geschwindigkeit des PowerPC G4 stammt zum Teil von seiner 128Bit "Velocity Engine" - früher bekannt als AltiVec. Die Velocity Engine des G4 kann während eines Taktes neben den traditionellen Aufgaben noch andere Operationen durchführen. Außerdem hat sie besondere Fähigkeiten, um mit Streaming Media umzugehen und Daten umzuwandeln. Wie schon bei früheren Änderungen in den PowerPC Systemen brauchen die Programme nicht neu kompiliert zu werden, um auf den PowerPC Prozessoren zu laufen. Um den Vorteil der Velocity Engine des G4s zu nutzen, müssen die Programme jedoch rekompiliert werden. Ein typisches Programm könnte also auf einem G4 15% bis 20% schneller laufen als auf einem gleich schnell getakteten G3 Modell. Aber Programme, die für die Velocity Engine rekompiliert worden sind, könnten einige Funktionen 2-8 mal so schnell durchführen. Eine Reihe von Programmierern haben bereits ihre Unterstützung für den G4 angekündigt, u. a. Macromedia, Adobe, Terran Interactive, Casady & Greene, und Bungie Software.

http://www.apple.com/powermac/processor.html
http://www.mot.com/SPS/PowerPC/AltiVec/
http://www.apple.com/pr/library/1999/aug/31developer.html

PCI oder AGP Die Eigenschaften des Power Mac G4 kann man auch nicht bemängeln: immerhin bietet er einen 100 MHz Systembus, 1 MB Level II Backside Cache, 64 bis 256 MB RAM, drei 64 Bit PCI Schnittstellen, 10/100Base-T Ethernet, 10 bis 27 GB Festplatten, 32x CD-ROM oder DVD Laufwerk optional, eine ATI RAGE 128 Grafikkarte mit 16 MB VRAM, FireWire und zwei USB Ports. Genauso wie die blau-weißen Power Macs G3 werden die G4 Rechner in MiniTower Gehäusen, die einen einfachen Zugang zum Inneren bieten, und ohne ein Diskettenlaufwerk ausgeliefert. Die G4 Systeme haben keine ADB-Schnittstelle mehr und werden in einer eher zurückhaltenden weiß-graphit schimmernden Farbgebung geliefert - vielleicht als Antwort auf die Bedenken der Mac-User bezüglich der vergleichsweise übertrieben bunten Farben des iMacs.

http://www.apple.com/powermac/specs.html

Unglücklicherweise beginnt die Verwirrung in den Moment, wo man die Spezifikationen verarbeitet hat. Apple hat Versionen des Power Macs entwickelt, genannt "PCI Graphics" und "AGP Graphics". AGP steht für Advanced Graphics Port. Der PCI Graphics G4 ist im wesentlichen eine modifizierte Bauweise der bereits existierenden blau-weißen G3 abzüglich der ADB-Schnittstelle aber mit einen 100 MHz Systembus und einen PowerPC G4 Prozessor. Die PCI Graphics G4s werden als 400 MHz und 450 MHz geliefert, die 400 MHz-Version ist sofort erhältlich während die 450 MHz Version im Oktober folgen wird. Durch die Benutzung des bereits existierenden Motherboard-Designs, ist es für Apple möglich, die auf dem G4 basierenden Computer günstig zu vertreiben. Im Moment ist der 400 MHz PCI Graphics G4 ab 1600$ erhältlich. So kostet er das gleiche wie das durch ihn ersetzte 400 MHz G3 System. Die AGP Graphics G4 Systeme, Codename Sawtooth, werden auf einem neu entwickelten Motherboard gebaut, das eine Menge von Verbesserungen gegenüber der "Yosemite" Motherboard-Architektur bietet, die mit dem blau-weißen Power Mac G3 eingeführt wurde. Die wesentlichen Verbesserungen beinhalten:
* 128 Bit internal memory Data paths
* Unterstützung von Ultra ATA/66 Festplatten (etwa 50% schneller als PCI Ultra ATA/33 Treiber in früheren Versionen)
* Getrennte 12 Mbps USB Controller für jede USB Schnittstelle, besser als wenn sich beide Schnittstellen einen 12 Mbps Controller teilen müssen - erhöht die verfügbare Bandbreite
* Ein neues Open Host Controller Interface (OpenHCI) Chip welches die FireWire untergeordneten Systeme kontrolliert, erhöht die Geschwindigkeit und die Größe der Daten-Buffer
* Erhöhte PCI Bus Geschwindigkeit (bis zu 50% schneller als frühere Versionen)
* Optional Unterstützung vom Funknetzwerk AirPort
* Optional Digitaler Video Eingang
* DVD decoding softwarebasierend (besser als hardwarebasierend) * Die Standard-Graphikkarte ATI RAGE 128 wird in einem AGP 2x Video Einschub ausgeliefert, besser als in einer modifizierten PCI-Schnittstelle.

AGP ist eine Standardschnittstelle aus der PC-Welt: Intel entwickelte sie aus dem PCI-Bus und PCs mit AGP-Schnittstelle erschienen ab 1997. AGP sorgt für den hohen Durchsatz, der von 3D-Graphiken gebraucht wird und ermöglicht es, daß Texturen im normalen RAM und nicht im Video-RAM gespeichert werden. Die AGP Graphics G4s erhalten eine AGP 2x Schnittstelle die theoretisch 533 Megabytes pro Sekunde (Mbps) zum Bildschirm transportieren kann. AGP 4x ist noch schneller, da es über 1 Gigabyte pro Sekunde (Gbps) zum Bildschirm schickt. AGP ist besonders interessant für Entwickler die grafikintensive Programme auf den Macintosh portieren und dabei OpenGL benutzen.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-481.html#Anker1

Immer noch da? Dann haltet euch fest: die Unterschiede zwischen PCI- und AGP Graphics Modellen hören hier nicht auf. AGP Graphics Rechner enthalten auf Wunsch eine einzigartige 56kbs Moden DSP Karte auf dem Motherboard, aber dann ist der Digital nach Analog (D to A) Converter mit dem hinteren Gehäuse verbunden. Wenn ein Rechner nicht mit dem Modem ausgeliefert wird, dann hat er die DSP-Karte nicht auf dem Motherboard aber dennoch ist der D to A Converter am hinteren Gehäuse montiert, so dass der Telefonanschluss nicht sichtbar ist.

Zusätzlich bieten die AGP G4 Rechner einen den Power Books ähnlichen Ruhemodus an, der die PCI-Karten und den Lüfter ausstellt - ein willkommener Zusatz zum Desktop Mac. Wenn er sich im Ruhemodus befindet, braucht ein AGP G4 nur noch 6 Watt, weniger als ein normales Nachtlicht. Wenn man bedenkt, dass Computer normalerweise 3-5 Watt Strom brauchen auch wenn sie ausgeschaltet sind (Batterien laden, usw.) gibt es fast keinen Grund mehr einen AGP G4 noch auszuschalten, außer um interne Hardware zu wechseln - besonders seit USB und FireWire Laufwerke im laufenden Betrieb gewechselt werden können. Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen PCI-Boards den Power Manager 2.0 von Apple unterstützen (eine Software die in das Mac OS eingebaut wurde). Wenn ein Board den Power Manager 2.0 nicht unterstützt, dann wird das System trotzdem in den Ruhemodus gehen, aber wird den Lüfter anlassen um das PCI-Board zu kühlen, was einen höheren Stromverbrauch zur Folge hätte.

Nur noch eines: Eine besondere Version des Power Mac G4 mit einem digitalen Video-Ausgang, eigens für das gerade angekündigte (und teure) Apple Cinema Display (siehe unten) wird es online im Apple Store geben. Wenn Sie mit dem Gedanken gespielt haben, das Apple Cinema Display an einen anderen Computer anzuschließen, überlegen Sie sich es besser nochmal, da das nicht geht.

Wenn Sie von den neuen AGP-Grafik-G4-Systemen begeistert sind, machen Sie sich nicht schon jetzt verrückt: Die Systeme, die mit 450 MHz und 500 MHz-G4-Prozessoren ausgeliefert werden, werden nicht vor November von Apple erwartet, zu Preisen ab $2.400 für das einfache Modell bis hin zu $6.500 für ein 450 MHz-System mit dem neuen Apple Cinema Display.

Enträtseln Sie mir das -- Ein dunkler Fleck auf der sonst blütenweißen Weste der Details des Power Mac G4 ist der Name. Apple liefert zwei vollkommen unterschiedliche Computer unter demselben Namen aus. Zusätzlich zu diesem Problem sehen die Rechner auch nahezu identisch aus: Wenn Sie den Unterschied zwischen einem PCI-Grafik-G4 und einem AGP-Grafik-G4 nennen wollen, müssen Sie vielleicht auf Händen und Knien unter Ihren Tisch kriechen. Der einzige sichtbare Unterschied ist an der Rückseite: Bei der PCI-Variante sind die Sound- und Grafik-Eingänge horizontal angeordnet, bei der AGP-Variante vertikal.

http://til.info.apple.com/techinfo.nsf/artnum/n58418

Wie berichtet, kommt dieser Namens-Wahnsinn direkt von Steve Jobs, und obwohl es ein guter Marketing-Schachzug ist, werden so Probleme für Support-Teams und Verbraucher geschaffen, die entsprechende Upgrades oder Peripheriegeräte erwerben wollen. Unser Vorschlag eines zusammenhängenden Nummernschemas fern von der Marketingwelt würde diese Verwirrung umgehen, ohne die Marketingmacht eines einzigen Namens zu mindern - und so versuchen wir weiterhin, Apple von einem solchen oder ähnlichen Schema zu überzeugen (siehe "Die Modell-Implosion bei den Macintosh - Was sagt der Name aus?" in den TidBITS 485).

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-485.html#Anker2
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=697

Blau-Weiße G4s? -- Wenn Sie einen gerade gekauften blau-weißen G3 auf einen G4 hochrüsten wollen, müssen Sie vielleicht eine Weile warten. Obwohl manche Anbieter wie XLR8, Sonnet und Newer Technology bereits G4-Upgrades für verschiedene PCI-Systeme und beige G3s angekündigt haben, enthält das Apple-G3-Firmware-Update 1.1 für blau-weiße G3s (welches die PCI-Performance verbessern soll) eine Änderung, die das Hochfahren eines solchen Rechners mit G4-Prozessor unmöglich macht. Apple hat den G3 niemals unter dem Aspekt verkauft, daß er upgradefähig sei, aber die heimliche Entscheidung, G4-Upgrades für blau-weiße G3s komplett zu verhindern, hat zahlreiche Verbraucher verärgert. Apple hat vielleicht die Firmware-Änderung aus Gründen der Qualitätskontrolle durchgeführt, oder um zu verhindern, daß Drittanbieter wie z.B. Upgrade-Verkäufer den neuen G4 stehlen, aber es ist auch wichtig, sich daran zu erinnern, daß die neuerliche finanzielle Erholung von Apple auf Hardware-Verkauf zurückzuführen ist, und nicht auf CPU-Upgrades. Professionelle CPU-Upgrade-Verkäufer umgehen möglicherweise geschickt die Firmware-Restriktion - wer weiß.

http://www.newertech.com/
http://www.sonnettech.com
http://www.xlr8.com/
http://asu.info.apple.com/swupdates.nsf/artnum/n11361

Power Mac G4-Farben -- In "Ein Plädoyer für Farbe" in den TidBITS 492 schrieben wir "Wenn Apple im Geschäftsmarkt Erfolg haben will, ist ein Kompromiß im Macintoshdesign angesagt, der sich anpaßt und trotzdem herausragt, so wie ein teurer italienischer Anzug durch seine Klasse seinen Träger heraushebt." Der Power Mac G4 mit seinem polierten silber- und graphitfarbenen Gehäuse, das man zum ersten Mal beim blau-weißen G3 sah, macht den Eindruck, die Bedürfnisse der Geschäftswelt zu erfüllen, ohne seine Individualität zu verlieren.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-492.html#Anker3

Ob das nun übertrieben ist oder nicht, die Mac-Gemeinde nutzt den Farbnamen "Graphit" beim G4, obwohl es einfacher wäre, "grau" zu sagen. Allerdings deutet "Graphit" auf Zeichenstifte hin, und enthält so einen Touch von traditioneller Kunst und Design. Natürlich nannte Apple die Farbe seiner Desktop-Maschinen stets "Platinum", bevor der blau-weiße G3 herauskam, und jeder kannte sie nur als "beige".

Apple hat die Farbe dem Plastik der Apple Studio Display-Bildschirme angepaßt, damit sie zum Farbschema des G4 paßt, und das Apple Cinema Display kommt im durchsichtigen Gehäuse und paßt so ebenfalls gut zum G4. Da Anwender den Bildschirm bei weitem nicht so oft wechseln wie den Computer, wäre es für Apple günstig, sich mehr für einen neutralen Stil zu entscheiden, der optisch sowohl zum G3 als auch zum G4 paßt.

AirPort-Unterstützung -- Als wir über das iBook und Apples schnurloses AirPort-Netzwerk (das noch nicht lieferbar ist) in "iBook: ein iMac für unterwegs" in den TidBITS 490 schrieben, kommentierten wir "daß in etwa einem Jahr die gesamte Apple-Produktpalette AirPort-Antennen integriert". Die Ankündigung einer optionalen Unterstützung von AirPort in den AGP-G4-Modellen deutet auf Apples Verpflichtung hin, AirPort durchweg zu einzuschließen. In Apples vierteiliger Produktpalette sind die einzigen Produkte, denen AirPort noch fehlt, der iMac und das PowerBook G3, man kann also auf die zukünftigen Modelle dieser Produktreihen warten, und die notwendige Technik für AirPort-Unterstützung wird sicher auch dort enthalten sein.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-490.html#Anker2

Apple Cinema Display enthält die Pixel -- Schließlich hat Apple noch das Cinema Display angekündigt, ein platzsparendes 22-Zoll Aktiv-Matrix-TFT-LCD-Display. Der vollständig digitale Bildschirm, von dem Apple behauptet, es wäre das größte Display auf dem Markt, hat einen effektiven Sichtbereich wie ein 24-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 1.600x1.024 Pixel bei 16.7 Millionen Farben - genug um zwei ganze Seiten Text oder Vollbild-DVD-Filme ohne Kompromisse anzuzeigen. Apple erwartet die Verkaufszahlen des schwer anzufertigenden Displays eher gering, wenn es im Oktober oder November (je nachdem welchem Apple Store man glaubt) herauskommt, und so wird es zunächst nur im Apple Store verfügbar sein und nur gemeinsam mit einem Power Mac G4 (mit der ATI Rage 128 Pro-Grafikkarte) für $6.500. Angesichts des Preises von $4.000 wenn es einzeln verkauft würde ($2.500 mehr als Apples 21-Zoll-Bildschirm "Apple Studio Display"), ist es kein Bildschirm für jedermann, obwohl der Lustfaktor natürlich ungemein hoch ist.

Die Preise des Power Mac G4 machen es schwierig für diejenigen, die oftmals bis zum Ende der Lebensdauer einer Produktreihe warten, um die höchstmögliche Performance zum niedrigstmöglichen Preis zu erwerben. Obwohl es bisher keine offizielle Stellungnahme gab, scheint es, als sei die G3-Serie jetzt durch den G4 ersetzt. Möglicherweise gibt es dank dem verbesserten Lagerbestands-Kontroll-System von Apple nach der letzten Verkaufswelle kaum noch G3-Macs. Außerdem ist es bei den niedrigen G4-Preisen vermutlich sinnvoller, gleich in die neue Technik zu investieren, als nach einen guten Geschäft für einen G3-Mac von gestern zu suchen.


Übertragung dieser Ausgabe:
Johannes Formann [JF] johannes@formann.de], Sonja Krause-Harder [SKH] translation@skh.de, André Schleife [AS] a.schleife@gmx.de

Redaktion: Heike Kurtz [HK] mail@heikekurtz.de

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