TidBITS#545/28-Aug-00

Spracherkennung nahm in unserer Umfrage von letzter Woche über zukünftige Technologien den ersten Platz ein. Daher ist es nur angemessen, dass Matt Neuburg diese Woche einen Blick auf Apples PlainTalk Spracherkennung und die alternativen Sprachschnittstellen von QuicKeys und ListenDo wirft. Von Sprache zu Druck übergehend kehrt Kirk McElhearn mit einem Bericht über David Pogues "Missing Manual" (fehlendes Handbuch) von Mac OS 9 zurück und wir fragen, welche Faktoren bei Ihren Kaufentscheidungen über Computerbücher eine Rolle spielen.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#545/28-Aug-00.

Die Originalausgabe finden Sie unter: http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-545.html

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MailBITS/28-Aug-00

[Übersetzung: Gernot Hecht [GH] gernot@wollemond.de]

Quicken 2001 lieferbar -- Intuit hat die Auslieferung von Quicken 2001, der letzten Version ihres marktdominierenden Programmes für private Finanzen, für den Macintosh begonnen. Quicken 2001 bietet eine globale Suchen-und-Ersetzen-Funktion die über Konten hinweg arbeitet, die Möglichkeit wiederholte Zahlungen zu erkennen und automatisch den Anwender an eine anstehende Zahlung zu erinnern, plus eine Software-Update-Funktion die Sie automatisch benachrichten kann, sobald ein Update oder Bugfix zur Verfügung steht. Intuit erhebt außerdem den Anspruch, dass über 500 Finanzinstitutionen inzwischen die Online-Banking Funktionen der Mac Version von Quicken unterstützen, obwohl weniger als 70 momentan direkte Verbindungen anbieten - die anderen bieten lediglich Daten, die nach Quicken heruntergeladen werden können. Die Windows Version von Quicken 2001 bietet Funktionen, die auf der Macintosh-Seite fehlen, wie eine intelligente Abgleichfunktion, die verbreitete Register-Fehler finden kann, und verbesserte Funktionen zum Management von Portfolios. Quicken 2001 benötigt einen Power Mac mit Mac OS 8.6 oder neuer, 32 MB RAM oder mehr und ein CD-ROM-Laufwerk. Es kostet US$ 60, aber Käufer können einen US$ 20 Rabatt erhalten, wenn sie eine Kopie des Lieferscheins von Quicken 2001 einschicken.

http://www.shopintuit.com/q2001/q2001mlps/index.asp
http://www.intuit.com/banking/filist.html

Umfrage-Vorschau: Ihre Wälzer -- Hunderte neue Computerbücher erscheinen jedes Jahr, die die neuesten Versionen von Software abdecken, Tipps und Techniken über die Erstellung von allem Möglichen von Web-Seiten bis digitalen Videos abdecken und Meinungen über den Stand der Technik und Industrie abgeben. Es erschlägt einen (und wenn Sie mir nicht glauben, werfen Sie einen Blick auf den Computerbereich in einem großen Buchladen). Aber abgesehen von Büchern, deren Seiten besser in Baumform geblieben wären, gibt es echte Schnäppchen. Bücher, die Hilfe bieten, welche Sie nicht ohne weiteres an anderer Stelle finden können oder die zu detailliert für eine Zeitschrift oder eine Webseite wären. Die Umfrage dieser Woche fragt daher "Welche Faktoren beeinflussen Sie am stärksten bei Ihrer Auswahl eines Computerbuchs?". Vielleicht ist es eine Kombination aus einem Testbericht, Sonderpreise oder die Möglichkeit, zunächst durch eine Ausgabe zu blättern. Was auch immer es sei, registrieren Sie Ihre Meinung auf unserer Hompage (und wenn Sie nie Computerbücher kaufen, gibt es auch dafür eine Antwort).

http://www.tidbits.com/


Umfrageergebnisse: (Apfel) Kuchen in den Sternen

von Geoff Duncan geoff@tidbits.com

[Übersetzung: Gernot Hecht [GH] gernot@wollemond.de]

Während wir auf das Jahr 2001 zugehen, haben wir immer noch keine fliegenden Autos, Weltraumprogramme für jedermann oder (glücklicherweise) rotäugige Intelligenzen mit einer Neigungen Besatzungsmitglieder aus Luftschleusen heraus zu schiessen. Aber wir leben trotzdem in einer Zeit großer technischer Fortschritte. In der Umfrage von letzter Woche haben wir gefragt, "welche Technologie wünschen Sie sich am sehnlichsten auf Ihrem Mac oder auf zukünftigen Macs?". Ein Reihe dieser Technologien verbessern möglicherweise zukünftige Macs - und eine Reihe sind heute schon verfügbar, wenn auch in einer eingeschränkten Form.

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbpoll=54

Spracherkennung und Diktat -- Mit 58 Prozent der Antworten hat die Sprachtechnologie knapp drahtlose Komponenten als begehrteste Technologie überholt. Die Möglichkeit mit Ihrem Computer zu sprechen, haben Sie heute mit Apples eigener, eingeschränkter PlainTalk Spracherkennung (die als Teil von Mac OS 9 [Anmerkung der Redaktion: nur in den USA] geliefert wird und mit Produkten wie IBMs ViaVoice, welches die Erkennung von kontinuierlicher Sprache auf dem Mac bietet. (Siehe Matt Neuburgs Artikel über Plaintalk in dieser Ausgabe und über ViaVoice in der Ausgabe von letzter Woche.) Die Möglichkeit mit einem Computer zu sprechen ist eine seit langem in Science Fiction gezeigter Vorsprung gegenüber der verfügbaren Technik; die heute verfügbaren Produkte sind spezialisiert und eingeschränkt, so dass die Technik hier noch viele Möglichkeiten zur Verbesserung hat. Und wenn Sie denken, dass das Diktieren einer Novelle, eines Briefes oder von E-Mail paradisisch klingt, dürfen Sie nicht vergessen, dass es oft schwieriger ist diktieren zu lernen, als tippen.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-544.html#Anker3

Drahtlose Komponenten -- Die nächstbeste Kategorie, mit 52 Prozent der abgegebenen Stimmen, meint das Loswerden des Kabelsalats um den Macintosh. Apple hat jüngst mit dem drahtlosen AirPort Netzwerk und dem alles-in-einem USB-, Strom- und Videokabel bei Ihren neuen Displays ein paar Schritte in diese Richtung unternommen. Drahtlose Tastaturen und Mäuse sind schon seit einigen Jahren verfügbar und drahtlose Peripherie (wie Scanner, Festplatten und Drucker) und selbst drahtlose Monitore sind im Bereich des Möglichen. (tatsächlich sind Drucker, die ihre Druckaufträge über Infrarot erhalten schon seit einiger Zeit verfügbar).

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1124

Holografische oder Headup-Displays -- Seit langem in Film und Fernsehen gezeigt, sind diese Technologien evtl. Mittel, um Monitore oder traditionelle Computerbildschirme abzulösen, und sie haben 31 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich versammelt. Ein holografisches Display kann eine dreidimensionale Benutzerschnittstelle zum Computer im Raum vor dem Anwender darstellen, obwohl diese für viele Anwendungen bzw. Einsätze außerhalb von Räumen möglicherweise nicht hell genug sind. Headup-Displays unterscheiden sich in Ihrer Realisierung. Sie nutzen aber alle Bilder die über die Umgebung des Anwenders geblendet werden. Headup-Displays erscheinen auch als Brillen oder Headsets, die ein Bild direkt auf die Retina des Anwenders projizieren - vielleicht ideal für PowerBook-Besitzer - oder die ein Bild auf eine Oberfläche projizieren (z.B. auf eine Brille oder die Windschutzscheibe).

Handschriftenerkennung -- Mit 28 Prozent der Antworten und dem Kampf mit extremer Tragbarkeit ist die Handschriftenerkennung die Möglichkeit, dass der Computer handschriftliche Eingaben aktzeptiert. Meist erfolgt die Eingabe über ein Tablett oder eine andere drucksensitive Fläche. Apples inzwischen nicht mehr hergestellter PDA Newton - vor allem Newton 2.0 - bot eine gute Handschriftenerkennung auf seinem gesamten Display; die immer beliebter werdenden Palm-Geräte erkennen eine spezielle Handschrift (Graffiti) in einem kleinen Bereich am unteren Rand des Bildschirms. Handschriftenerkennung ist eine vergleichsweise reale Technologie; dass es seinen Weg in die breite Masse der PC Produkte noch nicht gefunden hat, liegt vielleicht an den zusätzlichen Kosten einer Schreibfläche und der Schwierigkeit (oder Unmöglichkeit) die Tastatur der vorhandenen Computer zu ersetzen.

Extreme Tragbarkeit -- Extreme Tragbarkeit meint das Schrumpfen des Computersystems bis hin zu einem Punkt, an dem es sehr tragbar ist oder sogar ohne Schwierigkeiten von einer Person wie Kleidung getragen werden kann. Momentan wird viel Forschung im Bereich der wie Kleidung tragbaren Computer getrieben und diese Art der Tragbarkeit wird wahrscheinlich weitere der hier genannten Technologien nutzen - Spracherkennung, Headup-Displays, drahtlose Komponenten usw.

Biometrische Sicherheit -- Sicherheitsbewusste Leser, verantwortlich für 20 Prozent der Antworten, warten auf biometrische Sicherheit, die die Identität eines Computerbenutzers über einmalige Charakteristika dieser Person feststellt, anstatt ein Passwort oder andere Zugriffmöglichkeiten zu nutzen, die nicht an eine bestimmte Person gebunden ist. Die Sprachauthentifizierung von Mac OS 9 ist ein Beispiel für biometrische Sicherheit, die es einer Person ermöglicht, sich an einem Macintosh durch das Sprechen eines Satzes einzuloggen, den der Computer mit gespeicherten Sätzen derselben Person abgleicht. Andere Formen der biometrischen Sicherheit bilden Fingerabdruck, Handflächenabgleich oder Retina-Scans.

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05625

VR oder Benutzerschnittstellen zum Eintauchen -- Neunzehn Prozent der Antworten waren für diese alternativen Schnittstellen, die Anwender in eine künstliche Umgebung versetzen und möglicherweise einige oder alle Wahrnehmungen des Anwenders von der realen Welt ausblenden. Anwender bearbeiten typischerweise Daten oder interagieren mit dem Computer über Gesten (eine haptische Schnittstelle) und werden teilweise durch ein computererzeugtes Objekt repräsentiert, dass Avatar genannt wird. Die Idee einer virtuellen Realität wurde 1984 mit der Novelle "Neuromancer" von William Gibson populär und nimmt weiterhin einen wichtigen Platz in der Populärkultur ein, wie z.B. in Hollywoods Kassenschlager "Matrix". Obwohl heutige Technologien nicht die Erwartungen dieser Populärkultur erfüllen können, sind erste VR-Produkte für Endanwender erschienen und VR-Anwendungen nehmen zunehmend Rollen in spezialisierten Feldern wie Maschinenbau und Medizin wahr. Die Technologie hat offensichtliches Potential für den Massenmarkt im Bereich Unterhaltung und Spiele.

http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN%3D0441569595/tidbitselectro00A/

Gehirnwellenerkennung -- Fünfzehn Prozent der Antworten waren für Gehirnwellenerkennung, bei der ein Gerät die elektrischen Signale Ihres Gehirns analyisiert und sie für den Computer oder andere Geräte übersetzt. Gehirngesteuerte Produkte sind heute von IBVA-Technolgies verfügbar - sie sind von Telepathie weit entfernt, aber sie decken neue Möglichkeiten für Benutzerschnittstellen und Zugriffe auf Computer durch Behinderte auf.

http://www.ibva.com/

Becherhalter und anderes -- Was wäre ein zukünftiger Mac in der Ära der Geländewagen ohne einen Becherhalter oder drei? Der populäre Getränkespeicher (der _nicht_ identisch mit der Schublade zum Laden von CDs ist) erhielt 13 Prozent der Antworten, während 9 Prozent in die mysteriöse anderes-Kategorie fielen. Nur die Zeit - und ein Blick in die TidBITS Talk Diskussion über das Thema - wird ans Licht bringen, wofür diese Stimmen stehen.

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1138


BookBITS: Mac OS 9: Das fehlende Handbuch

by Kirk McElhearn kirk@mcelhearn.com

[Übersetzung: Gernot Hecht [GH] gernot@wollemond.de]

1990 kauft ich meinen ersten Macintosh. Ein Powerbook 100 mit riesigen 2 MB RAM, einer 20 MB Festplatte und System 7. Als Computerfrischling war ich überrascht, wie einfach der Computer zu bedienen war und vor allem, wie einfach und übersichtlich der Umgang mit der Systemsoftware war.

Die Zeiten haben sich geändert. Mein neuester Mac, ein iMac DV SE, kam mit 128 MB Hauptspeicher, einer 13 GB Festplatte und (hier kommt ein großer Unterschied) Mac OS 9. Obwohl ich das alte Powerbook nicht mehr zum Vergleich habe, weiss ich noch, dass der Systemordner nur ein paar Megabyte auf der Festplatte belegt hat. Auf meinem iMac belegt der Systemordner (ohne irgendwelche zusätzlichen Erweiterungen) 175 MB mit 2.179 Dateien. Selbstredend bietet das Mac OS erheblich mehr als früher, aber es ist auch komplexer und unübersichtlicher geworden.

Für einen Führer zum neuen Betriebssystem habe ich zu dem hochgelobten "Mac OS 9: The Missing Manual" von David Pogue (Pogue Press/O'Reilly, 2000, US$ 19,95) gegriffen. (David hat auch mit dem TidBITS-Herausgeber Adam Engst an "Crossing Platforms: A Macintosh/Windows Phrasebook" gearbeitet; siehe "Macintosh-Windows Wörterbuch" in TidBITS-509_.)

http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=1565928571/tidbitselectro00A/
http://www.amazon.com/exec/obidos/ISBN=1565925394/tidbitselectro00A/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05712

Nicht in der Schachtel -- Vor ein paar Jahren begann ein Trend in der Softwareindustrie, der inzwischen zur Norm geworden ist: Viele Programme werden inzwischen ohne gedrucktes Handbuch ausgeliefert. TidBITS hat darüber Mitte 1998 in "Der Tod der Dokumentation" in TidBITS-428_ berichtet. Bestenfalls erhalten Sie ein gutformatiertes PDF-Dokument des Handbuchs; manchmal besteht das Handbuch aus einer Sammlung von HTML-Dateien (wie das mit Mac OS 9 ausgelieferte Hilfesystem); und im schlimmsten Fall erhalten Sie eine Form von Internet-basierter Hilfe, die weder praktisch noch einfach zu nutzen ist. Für komplexe Software oder Betriebssysteme sind diese Hilfesysteme selten ausreichend. Außerdem verdeckt der Zugriff auf die Hilfe oft das Programm, zu dem Sie Hilfe suchen (was dazu führt, dass Sie oft zwischen überlappenden Fenstern wechseln) oder ändert die Einstellungen am Computer, welches zu weiterer Verwirrung führt. Einer der großen Vorteile eines gedruckten Handbuch ist, dass es auf dem Schreibtisch oder Ihrem Schoß liegen kann, ohne die Anzeige auf dem Bildschirm oder das was der Computer gerade tut, zu verändern.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-428.html#lnk3

Ich schätze mich selbst als Mac-Poweruser ein und hatte nie das Bedürfnis nach einem zusätzlichen Buch, das mir erklärt, wie mein Macintosh arbeitet. Ich habe es immer geschafft ausreichend Informationen in Anwendergruppen, Zeitschriften und elektronischen Publikationen, wie TidBITS, zu finden. Aber Mac OS 9 erschien mir erheblich anspruchsvoller als die früheren Versionen.

Ich bin mir nicht sicher, was ich erwartet habe. Aber ich muss gestehen, dass ich überrascht war. Es gibt viele neue Funktionen in Mac OS9, über die ich kaum etwas wusste, einige Funktionen in vorhergehenden Betriebssystemversionen die ich nie entdeckt habe und einfache Tricks, an die ich nie gedacht habe.

Ich las das Buch von Anfang bis Ende, so dass ich feststellen konnte, was ich übersehen hatte (aber ich gehöre auch zu den Personen, die gerne Computerhandbücher lesen). Nachdem ich viele neue Details in Mac OS 9 entdeckt hatte, griff ich oft auf das Buch zurück um mehr zu finden. Beispielsweise gab mir die Vorstellung von "Mehrere Benutzer" und den Verschlüsselungsoptionen einen Überblick, wie diese Funktionen arbeiten. Das Kapitel über Speichermanagement, obwohl nicht völlig neu für mich, ist gut entworfen und gibt einen Crashkurs für das Verständnis wie das Mac OS Speicher verwendet und wie man es für die maximale Leistungsfähigkeit einstellen kann.

Der Aufbau des Buches spiegelt die Reihenfolge wieder, wie ein neuer Anwender an den Macintosh herangeht: zuerst der Macintosh-Schreibtisch, gefolgt von Hilfestellungen zur Verwendung von Programmen, dann die Komponenten des Systems selbst, Details zur Anbindung ans Internet und schließlich Netzwerkfunktionen. Die Präsentation des Mac OS 9 Schreibtisches ist eine schöne und detaillierte Einführung in die Grundfunktionen der Benutzerschnittstelle. Sie lernen den Schreibtisch, Fenster und Ordner entsprechend Ihren Bedürfnissen zu konfigurieren.

Von dort geht das Buch zur Diskussion von Programmen: wie sie arbeiten, wie sie mit Speicher umgehen und eine Einführung zu AppleScript. Dieser letzte Abschnitt war allerdings leider nicht mehr als eine Einführung und gibt wenig Hilfe zur Programmierung mit AppleScript. AppleScript ist eine der wenig genutzten Schlüsselfunktionen des Mac OS und eine bessere Vorstellung könnte zeigen, wie nützlich sein Gebrauch sein kann.

Teil drei untersucht die Komponenten von Mac OS 9 und ist wahrscheinlich der nützlichste Teil für mich. Ich habe mich schon oft gefragt, was all diese Systemerweiterungen und Kontrollfelder tun und schließlich herausgefunden, dass ich viele von ihnen deaktivieren kann, um Speicher zu sparen. Zum Beispiel ist es nützlich zu wissen, dass Sie ohne Risiko die AppleTalk- und File Sharing-Kontrollfelder deaktivieren können, wenn Sie kein Netzwerk betreiben. Wenn Sie nicht vor haben, mit mehreren Benutzern an Ihrem Mac zu arbeiten, können sie die Funktion "Mehrere Benutzer" deaktivieren. Tipps wie diese geben Speicher für andere Zwecke frei und können sehr nützlich sein, wenn Ihre Computer relativ wenig Speicher enthält, wie z.B. die 32 MB in den frühen iMac- oder iBook-Konfigurationen. (Sie können detaillierte Informationen über den Inhalt Ihres Systemordners auch mit der Shareware InformINIT oder Extensions Overload erhalten; Casady & Greenes Conflict Catcher enthält ebenfalls eine ausgiebige Bibliothek mit Referenzen.)

http://www.informinit.com/
http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-429.html#lnk3
http://www.extensionoverload.com/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04960
http://www.conflictcatcher.com/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05086

Zwei kurze Kapitel geben einen Überblick über die Verwendung des Macs mit dem Internet und der nächste Abschnitt beschreibt das Einrichten eines Netzwerkes mit Ihren Macs. Anschließend untersucht das Buch ein paar zusätzliche Themen wie Drucken, Audio und Video, Spracherkennung und schließt mit drei Anhängen über verschiedene Menübefehle, die Installation des Mac OS und Fehlerbehebung.

Enzyklopädie Macintosh -- Es gibt wenig Negatives in diesem Buch. Der Hauptpunkt ist die Behauptung des Autors, dass das Buch entwickelt wurde, um Leser völlig unabhängig von Ihrem Wissensstand bedienen zu können. Denn blutige Anfänger sollten von diesem Buch Abstand nehmen. Wenn Sie gerade mit dem Macintosh losgelegt haben, fahren Sie besser mit einem Buch, welches speziell für Anfänger geschrieben wurde. Das Problem in diesem Fall ist, dass das Buch mehr wie eine Enzyklopädie oder ein Nachschlagewerk geschrieben ist. Es ist keine Einführung obwohl es, wie ich weiter oben schon erwähnt hatte, in der Anordnung der Kapitel das Herangehen an einem Mac widerspiegelt. Aber wenn Sie erst einmal mit Ihrem Mac vertraut sind, ist dieses Buch ein ideales Nachschlagewerk, unter anderem auf Grund eines exzellenten Stichwortverzeichnisses.

Das Buch trägt David Pogues leichthändigen Schreibstil und das Layout macht es zu einem der optisch am angenehmsten zu lesenden Computerbücher, die ich je gelesen habe; Applaus an Designer Phil Simpson und das übrige Produktionsteam des Buches. Die Schriftart ist gut lesbar, Randbemerkungen und Bilder sind informativ und Abschnittsüberschriften sind invers an den Papierkanten dargestellt, so dass es einfach ist das Buch mit dem Daumen zu durchblättern um etwas Bestimmtes zu finden. Außerdem hat das Buch, wie andere Titel von O'Reilly, eine flache Bindung die verhindert, dass die Seiten von selbst umblättern, wenn das Buch aufgeschlagen auf dem Schreibtisch liegt.

Dem Buch fehlt zwar eine detaillierte Einführung, was es ideal für Anfänger machen würde. Aber es ist für alle Anwender des Macintosh sehr hilfreich, die über den Anfängerstatus hinaus sind und mehr wissen wollen, oder die sich ein Nachschlagewerk über alles in Mac OS 9 wünschen.

[Kirk McElhearn ist ein freier Übersetzer und technischer Autor, der in einem Dorf in den französischen Alpen lebt.]


Kommandieren Sie Ihren Mac mit PlainTalk herum

von Matt Neuburg matt@tidbits.com

[Übersetzung: Gernot Hecht [GH] gernot@wollemond.de]

In TidBITS-544_ habe ich über die Erkennung flüssiger Sprache auf dem Mac durch IBMs ViaVoice geschrieben, die Ihnen ermöglicht dem Computer Sätze zu diktieren, die er für Sie tippt. ViaVoice kann auch einzelne Wörter erkennen, so dass Sie bestimmte vordefinierte Befehle zum Selektieren des nächsten Wortes, Einfügen von Text oder Ausschalten des Mikrofons geben können. Aber wenn Sie Ihrem Computer ausschließlich gesprochene Befehle geben wollen. ist das momentan kostenlos möglich - mit Apples eigener Spracherkennungsfunktion auf Betriebssystemebene, PlainTalk.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-544.html#Anker3

Welcher Tag ist heute? Erste Bewegungen von PlainTalk waren 1990 wahrnehmbar, als Spracherkennungslabors über einen plötzlichen massiven Verlust von Mitarbeitern klagten. Apple scheute keine Kosten und stellte jeden Forscher ein, den sie finden konnte. Nach etwa einem Jahr intensiver Arbeit begann Apple mit der Vorführung der Früchte Ihrer Anstrengungen, mit Codename Casper, die 1993 auf den AV Macs als PlainTalk öffentlich verfügbar wurde; 1994 wurde es zum Standard in System 7.1.2 mit dem Erscheinen der PowerPC-basierten Macs. Seit damals haben alle PowerPC Macs, und sogar ein paar 68k Maschinen, auf gesprochene Befehle gewartet. Trotzdem ist vielen Anwendern diese Funktion unbekannt, da Spracherkennung nicht standardmäßig angeboten wird - Sie müssen sie bei einer Systeminstallation explizit angeben. Um sie zu installieren legen Sie ihre Mac OS CD-ROM ein, starten den Mac OS Installierer und wenn Sie zu "Software installieren" kommen, klicken Sie auf die Taste "Anpassen", wählen die englische Spracherkennung und deaktivieren alles andere bevor Sie mit der Installation fortfahren.

http://www.apple.com/macos/speech/
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=03790
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=03193
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=02448
http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04032

Öffnen Sie die Sprachhilfe -- PlainTalks Spracherkennung erscheint in vier Softwarekomponenten. Das Sprachkontrollfeld muss vorhanden sein. Die Spracherkennungssystemerweiterung ermöglicht jedem Programm Spracherkennung durchzuführen; aber alleine tut sie nichts, daher hat Apple eine Schnittstelle beigelegt: die Erweiterung mit "Speakable Items". Sie können alles im Ordner "Speakable Items" (der sich im Apfelmenüordner befindet) öffnen, indem Sie den entsprechenden Namen sagen.

Es gibt auch eine Hardwarekomponente - das Mikrofon. Apple hat ein spezielles Mikrofon zur Spracherkennung entwickelt, genannt das PlainTalk-Mikrofon, erkennbar an seinem langen Hals und seiner ungewöhnlichen Form. Dies hat die Spracherkennung auf dem Mac fast gekillt, da die Leute nicht wussten, wie sie dieses Mikrofon benutzen sollten (und Apple, wie üblich, keine Anleitung mitgeliefert hat) und daher annahmen, es wäre defekt. Sie sprechen nicht direkt in das Mikrofon; Sie legen das Mikrofon auf den Monitor, richten es nach oben aus und sprechen in "die Oberseite" des Mikrofons. Manche der neueren Maschinen mit eingebauten Mikrofonen benötigen dieses externe Mikrofon nicht mehr; aber iMacs benötigen es _trotz_ ihres eingebauten Mikrofons und dies verwirrt die Situation in Bezug auf andere Maschinen - im Zweifelsfall können Sie eine Suche auf der Apple Tech Info Library durchführen, nach "plaintalk and microphone" suchen und auf Klärung hoffen. Spezielle Spracherkennungsheadsets mit Geräuschdämpfung sind auch verwendbar.

http://til.info.apple.com/techinfo.nsf/artnum/n15884

Mit installierter Spracherkennung gehen sie in das Sprachenkontrollfeld und stellen die Zubehöroptionen ein: wollen Sie eine Taste, wie Escape, während jedem Befehl gedrückt halten oder wollen sie die Erkennung ständig aktiv halten und eventuell Ihren Befehlen einen erläuternden Ausdruck voranstellen (wie "Computer" oder "Du da!")? Als nächstes wenden Sie sich den"Speakable Items" zu. Ein Hilfefenster erscheint welches Ihnen anzeigt, dass die "Speakable Items" aktiv sind und Sie Befehle geben können; "Zeig mir was ich sagen soll" ist ein guter erster Befehl. Je nach Ihrer Wahl an animierten Symbolen werden Sie unterschiedliche Bilder sehen die Ihnen anzeigen, dass die Spracherkennung schläft, zuhört, zustimmt oder verwirrt ist.

Mache dies aussprechbar -- PlainTalk benötigt kein Training für Ihre Stimme, aber bevor Sie irgendetwas sagen können, benötigt das System eine vollständige Liste der Dinge, die Sie sagen dürfen; die Erkennung besteht im Herausfinden des besten Treffers aus dieser Liste. In der "Speakable Items" Schnittstelle entspricht die Liste genau dem Inhalt des "Speakable Items"-Ordners. Unglücklicherweise wird PlainTalk immer unsicherer, je länger die Liste wird, und es wird immer wahrscheinlicher, dass es einen falschen oder gar keinen Befehl ausführt. Sie sollten aus dem "Speakable Items"-Ordner alle Befehle herausnehmen, die Sie voraussichtlich nicht verwenden; und Sie sollten eine neue Funktion von Mac OS 9 nutzen die es Ihnen ermöglicht, einen Befehl mit einer bestimmten Anwendung zu verbinden, indem Sie ihn in einen Ordner mit dem Namen der Anwendung im Ordner "Application Speakable Items" ablegen.

Was kann ein Befehl sein? Prinzipiell kann er alles sein, was Sie im Finder öffnen können. Wenn der Befehl ein Alias ist, öffnet er eine Datei oder einen Ordner oder er startet ein Programm. Wenn der Befehl ein selbständiges AppleScript ist, wird das Skript ausgeführt. Viele solcher Skripts werden mitgeliefert (vergessen Sie nicht in den "More Speakable Items"-Ordner zu schauen), und natürlich können Sie ihre eigenen schreiben, so dass Sie alles tun können, was AppleScript kann. Eine besonders coole Funktion in Mac OS 9 ist, dass die Spracherkennung selbst skriptfähig ist, so dass Sie ein AppleScript schreiben können, welches seine eigene Liste von Dingen enthält, die der Anwender sagen kann und auf diese Dinge jeweils in einer eigenen Weise reagiert; laden Sie sich das Scripting Speech Help Modul herunter, um mehr darüber zu erfahren.

http://www.apple.com/applescript/help_mods.html

Sprache in einem Makro -- AppleScript hat allerdings seine Grenzen: es kann nur Programme ausführen, die skriptfähig sind. Wenn Ihnen dies nicht ausreicht, sollten Sie Version 5 von QuicKeys erwägen, die vor ein paar Monaten erschien. Ich habe QuicKeys ausgiebig in TidBITS besprochen und die Unterstützung von Spracherkennung in Version 5 ist erheblich. QuicKeys ist, wie Sie wissen, ein Makroprogramm. Dies bedeutet, dass es tippen, Tasten drücken, Menübefehle auswählen und mit der Maus klicken kann; mit Spracherkennung können QuicKeys-Aktionen durch Ihre Stimme ausgelöst werden.

http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1044
http://www.cesoft.com/products/qkmac5-fb.html

QuicKeys Sprachschnittstelle ist einfach, aber schlau. Der Befehlssatz, welcher eine Aktion auslöst, wird von Ihnen festgelegt. Es kann der Name der Aktion sein, muss es aber nicht. Außerdem können QuicKeys und die "Speakable Items" nebeneinander existieren und unabhängig voneinander ein- und ausgeschaltet werden, da sie unabhängig voneinander sind und getrennte Schnittstellen zur Spracherkennung nutzen. Das "Helper" Fenster ist vorhanden, sobald eines der beiden aktiv ist. Wie bei "Speakable Items" können Sie einen einleitenden Satz zur Einführung eines Befehls angeben; damit können Sie Ihre Befehle dem korrekten Höhrer zuordnen. Beispielsweise habe ich im Sprachkontrollfeld definiert, dass die Escapetaste während einem Befehl gedrückt sein muss und dafür der einleitende Satz entfällt; aber in QuicKeys habe ich definiert, dass Befehle von "QuicKeys" eingeleitet werden müss. Somit funktioniert "Wie spät ist es?" und "QuicKeys drücke die Position 1-Taste".

Speakable Items ausschalten -- Eine weitere Spracherkennung ist MacSpeechs ListenDo, ein Ersatz für Speakable Items. Die beiden sind nicht kompatibel, aber das macht nichts, da ListenDo besser ist. Genaugenommen ist es das, was Apple von Anfang an hätte tun sollen. Speakable Items sind umständlich zu bedienen und zu unterhalten: Sie schalten es über ein Kontrollfeld ein und aus, sehen die Befehle im Finder und editieren Skripte an einem dritten Platz (wie Apples Scripteditor). Aber ListenDo bietet eine zentrale Schnittstelle: Es ist ein Programm, wenn es an ist, ist es aktiv; wenn nicht, nicht. Und seine Fenster zeigen die Befehle an, lassen Sie sie organisieren _und_ bearbeiten. Außerdem ist jedes Teil in Speakable Items ein Programm. Jedesmal wenn Sie einen Befehl ausführen, wird er zur Liste "Benutze Programme" im Apfelmenü hinzugefügt; mit ListenDo passiert das nicht.

http://www.macspeech.com/products/ListenDo.html

Außerdem ist ListenDo, wie QuicKeys, ein Makroprogramm mit eigenen Befehlen zum Tippen, Drücken von Tasten, Auswählen von Menübefehlen und Klicken mit der Maus. Aber ListenDo ist in zwei wichtigen Punkten besser als QuicKeys. Erstens ist es kostenlos. Zweiten bietet es eine völlig freie Schnittstelle zum Auswählen von Menüs: Sie sagen einen Menünamen und das Menü klappt auf. Sie sagen einen Menüpunkt und dieser Punkt wird ausgewählt. Wo AppleScript und ListenDos Makrofunktionen nicht ausreichen können Sie sie mit einem weiteren scriptfähigen Makroprogramm ergänzen; wenn ich beispielsweise sage "Schliesse alle außer dem vordersten Fenster" teilt ListenDo OneClick mit, diese Aktion auszuführen.

http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-525.html#Anker4

Erzähle mir einen Witz -- Mit dieser großen Auswahl an Optionen meinen Computer zu befehligen, was benutze ich täglich? ListenDo ist mein Favorit, aber die ehrliche Antwort ist _nichts_, da ich PlainTalks Spracherkennung zu unzuverlässig finde. Es ist ein Glücksspiel ob ein Befehl überhaupt erkannt wird; noch schlimmer ist PlainTalks Angewohnheit, plötzlich taub zu werden. Dies passiert mir auf meinen beiden Computern, so dass ich vermute, das Problem liegt auf der Systemebene und nicht an Konflikten von Systemerweiterungen oder maschinenspezifischen Mängeln (obwohl ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen liesse). Und da das Problem systembedingt in der von allen Schnittstellen genutzten Spracherkennung liegt, benutze ich keins von allen. Die einzige Lösung ist das Reinitialisieren von PlainTalk durch das aus- und wieder einschalten von Speakable Items, QuicKeys oder ListenDo; und das ist mir zu aufwendig.

Wenn Sie allerdings zu den Leuten gehören, die sich nach Spracherkennung auf dem Mac sehnen und Sie haben Apples eigene Spracherkennung noch nicht ausprobiert, sollten Sie auf diesem Ohr nicht einfach taub werden bezüglich der Möglichkeiten von PlainTalk und den Verbesserungen die es mit QuicKeys 5 und ListenDo bietet.


Übertragung dieser Ausgabe:
Gernot Hecht [GH] gernot@wollemond.de

Redaktion: Heinz Gnehm [HG] gnehm@infotrax.ch

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