Vorige Ausgabe | TidBITS deutsch | TidBITS englisch | Nächste Ausgabe
TidBITS Logo

TidBITS#562/08-Jan-01 kurz

[Kurzfassung  W.Sonnenberg]

Es ist wieder Macworld Expo, wir werden wieder durch die Massen waten, um das Neueste von Apple und anderen zu erfahren. Zwischendurch haben wir Geld und Musik im Kopf, Zuerst erklärt Adam das "PayPal" Zahlsystem für Zahlungen auch unter Privatpersonen und beklagt seine Unbrauchbarkeit für Zahlungen von Kleinbeträgen. Travis Butler bejubelt das Nomad MP3 Abspielsystem (und bringt damit Blues zum Klingen). Und Palmtop Publishing bringt zur Macworld einen Führer durch sein Palm Handheld Programm.

Autorisierte Übertragung der TidBITS#562/08-Jan-01.

Die Originalausgabe finden Sie unter: <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-562.html>
Copyright 2000 TidBITS Electronic Publishing. All rights reserved.
Die deutsche Ausgabe finden Sie unter <http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-562.html>
Copyright der deutschen Version ab 12/2000: W. Sonnenberg
Information: W.Sonnenberg Kommentare: W.Sonnenberg
Artikel der TidBITS dürfen von als gemeinnützig anerkannten Gesellschaften unter Nennung der Herkunft abgedruckt werden.
Für weitergehende Veröffentlichungsrechte wenden Sie sich an  W.Sonnenberg


Themen: Die Originalausgabe ist  unter folgenden Adressen zugreifbar:

<http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-562.html>
<ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/2000/TidBITS#562_08-Jan-01.etx>

Sie ist via FTP auf den meisten Info-Mac-Mirrors verfügbar, so etwa:

<ftp://ftp.univie.ac.at/mac/info-mac/per/tb/tidbits-562.etx>
<ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-562.etx>
<ftp://ftp.rrzn.uni-hannover.de/pub/mirror/info-mac/per/tb/tidbits-562.etx>


MailBITS/08-Jan-01

 

 

**Die Macworld Expo hat wieder einen Taschenführer** -- Nachdem ungewollt und ohne Glück auf der letztjährigen Macworld Expo in New York kein kostenloser Taschenführer erschien, hat Palmtop Publishing dies Jahr wieder einen solchen verteilt, mit Ausstellerverzeichnis, Standbeschreibungen und Übersichtsplan. Auch ein Terminplan der verschiedenen Präsentationen, Konferenzen und anderer Ereignisse, sortiert nach Tag und Veranstaltungsort, ist enthalten. Für alle Teilnehmer die einen Palm OS Handheld besitzen empfehle ich, dies kleine Hilfsmittel (32 K Download und benötigt nur 67 K Hauptspeicher auf Ihrem Handheld) abzurufen. [ACE]

<http://www.palmtoppublishing.com/macworldexpo/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06033>
 
 

Bemerkenswerte Seiten im Internet: PayPal


von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
 
 

Bei allem Gerede über E-Commerce, habe ich keine Lösung für _Kleinzahlungen_ mitbekommen, die viele (auch ich und Jakob Nielsen) für einen notwendigen Entwicklungsschritt im Internet halten. Die Idee ist einfach: Im Internet gibt es Inhalte, deren Kosten bei jedem Zugriff in Pfennigen oder Teilen davon fällig würden (Jedenfalls so wenig, dass erst die auflaufende Summe z.B. über einen Monat einen lohnenswerten Betrag ausmacht, im Prinzip wie eine Strom- oder Telefonrechnung). Leider gibt es viele Hindernisse, solche Kleinzahlungen abzuwickeln, nicht zuletzt ist kein Geldtransfer zu bewegen, derartig kleine Zahlungen zu verbuchen und angemessen wieder zu verteilen.

<http://www.useit.com/alertbox/980125.html>

Obwohl sicher noch Jahre vergehen werden, bis ein Kleinzahlungsverkehr aufgebaut wird (Jakob hat ihn schon vor einigen Jahren prophezeit), gibt es Ansätze - am weitesten scheint PayPal gediehen.

<http://www.useit.com/alertbox/1998_not.html>
<http://www.useit.com/alertbox/991226.html>
<http://www.paypal.com/>
 

**Greenbacks Online** -- PayPal hat ein herzlich einfaches Basissystem - Es arbeitet mit E-Mail - dahinter steckt ein bisschen Komplexität.

PayPal arbeitet mit drei Kontentypen, für Personen, Großkunden und Geschäfte. Personenkonten sind kostenlos, aber im Gebrauch beschränkt. Großkunden- und Geschäftskonten kosten Umsatzanteile an Gebühren- und Geldeinnahmen sowie Einnahmetransfers auf Ihr Bankkonto. Die Wahl der Kontoart ist einfach - Personenkonten für Leute ohne eigene E-Commerce-Einnahmen, Großkunden für Privatpersonen mit Einnahmen aus dem Netz, Geschäftskunden für Firmen mit substanziellen Umsatz im Internet.

<http://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/personal_vs_business-outside>

Um Geld zu senden, müssen Sie sich zuerst bei PayPal anmelden - einfach ein Formblatt mit Namen E-Mail-Adresse - und grafischer Passwortinformation ausfüllen - und eine Nachfrage-E-Mail bestätigen.

Danach muss die Anmeldung mit einer Geldquelle verknüpft werden - entweder einer Kreditkarte, oder nur für US-Kunden einem Bankkonto. Ich erwarte, die meisten werden ihr Kreditkartenkonto wählen und Bankkonten erst dann anschließen, wenn sie mit PayPal vertrauter geworden sind (Ich rate, die Geschäftsbedingungen genau zu studieren - dort ist von 100000$ Standardhaftungssummen gegen Risiken aus Bankgeschäften die Rede) PayPal ist nur bis zu einem gewissen Grade bereit, mit Kreditkarten zu arbeiten; denn für Kreditkarten laufen bei PayPal Kosten auf. Darum werden Personenkonten auf 100 $ pro Monat limitiert und bis zur Bestätigung und Verknüpfung des Personenkontos mit einem Zahlkonto können maximal 250 $ gezahlt werden.

<https://secure.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/terms-pop-outside>

PayPal ist gezwungen, ihren Zahlungsservice möglichst sicher und zuverlässig zu machen.

Eine falsche Identität lässt sich im Internet leicht vorspielen, der Diebstahl von Kreditkartennummern ist nicht besonders schwer, das Vorspiegeln der Kontobestätigung bei PayPal ist schwer. Wenn ein bewusster Angreifer PayPals Bestätigungsmechanismus austricksen kann, hat PayPal ernsthafte Schwierigkeiten. Einzelheiten dazu ...

Die Zahlung erfolgt per Formular, wie eine Überweisung (Warnung vor dem Menüpunkt "Quasi-Cash" - damit können Daueraufträge im Voraus erzeugt werden) Bei PayPal kennt niemand Einzelheiten zu Ihrem Konto.

Ihr Geld vom PayPal-Konto können Si sich per Scheck auszahlen lassen (kostet Laufzeit bei der gelben Post) oder elektronisch buchen, zum Ausgleich eigener Zahlungen nutzen oder auf dem Geldmarkt (für derzeit 5,2%) investieren lassen, um Zinsverluste zu vermeiden.

**Der Scheck ist in der E-Mail** -- Auch PayPal macht einen Bogen um den Senf der Kleinzahlungen, es kostet minimal 30 Cents oder ab 15 $ Umsatz einen kleinen Umsatzprozentanteil. PayPal wurde populär für Online-Auktionen, es eliminiert den Effekt des "Wer-übergibt-zuerst".

Ich finde PayPal am effektivsten beim Einsatz für kleine Abrechnungen unter Freunden. Es beendet die Zettelwirtschaft mit komplizierten Aufrechnungen bei gemeinsamen Essen und für das Aushelfen mit Kleinmaterial.

Das unangenehmste am Umgang mit PayPal ist der Zwang, den Internetserver zu bemühen.

Auch wenn ich noch nicht gesehen habe, dass Shareware-Gebühren per PayPal kassiert würden, es eignet sich dafür jedenfalls, wenn es auch nicht ganz so flexibel oder grade auf diese Anwendung zugeschnitten ist wie Kagi.

<http://www.kagi.com/>

Die neueste Errungenschaft von PayPal ist sein Einsatzspektrum für 26 Nationen (Aufzählung siehe unter dem ersten Link unten) Die Kosten belaufen sich auf 2,6 Prozent plus 30 Cent Grundgebühr. Weitere Einzelheiten erfahren Sie am PayPal Server.

<http://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/approved_countries-outside>
<http://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/hlp/help_global_intl-outside>

**Das Erste ist frei** -- PayPal hat in der Vergangenheit mit einer Gutschrift von 5 $ für die Nennung eines neuen Anwenders um die Gunst von Neukunden geworben. Dies gilt nur noch für die Werbung von Großkunden- und Geschäftskonten, wenn der Neuling das Konto auch wirklich nutzt. Ich vermute PayPal wurde mit Venture-Kapital gestartet und ist gefordert, Gewinn zu erwirtschaften.

Ich habe keine Insiderinformationen über PayPals Geschäftsverlauf, Ich empfehle, eigene Erfahrungen damit zu machen. Ich habe schon Freunde die davon sprechen kleine Schulden per PayPal auszugleichen.

Ich habe ein PayPal-Konto mit unser E-Mail-Adresse <editors@tidbits.com>, wenn Sie mit PayPal einen Versuch starten wollen, können Sie die URL unten nutzen und uns 5 $ zukommen lassen. Ich werde PayPal jedenfalls weiterhin beobachten.

<https://secure.paypal.com/refer/pal=editors%40tidbits.com>
 
 

MP3 wirklich tragbar: Die Nomad Jukebox


von Travis Butler <tbutler@birch.net>

Das MP3-Format revolutioniert unsere Musik-Hörgewohnheiten. Wirklich tragbare MP3-Geräte lassen aber immer noch auf sich warten.

Wenn Sie mit einem Laptop arbeiten, können Sie MP3 nutzen - aber das Gerät ist unverhältnismäßig schwer und die Lebensdauer eines Akku ist kurz, die MP3¥-Dateien konkurrieren mit Ihren Arbeitsergebnissen um den wertvollen Plattenplatz. Sie können mit den MP3-Daten auf CD-R ausweichen (Ich hab's getan); aber man wird dabei zum Disk-Jockey. Der Laptop ist eine Overkill-Lösung für das Musikhören.

Tragbare nur-MP3-Abspielgeräte sind verbreitet, alle arbeiten mit Halbleiterspeicher, Vorteile: keine beweglichen Teile, klein, leicht verschickbar, wenig Batterieverbrauch. Man schenkte mir einen Rio 500, Ich halte dies Gerät, für das Beste am Markt, aber systematischer Nachteil: Flash RAM ist teuer, begrenzte Spielzeit.

<http://www.rioport.com/>

Die andere Option neuerer Geräte sind CD-MP3-Abspielgeräte. Sie sind billiger als speicherbasierte Geräte und mit bis zu 11 Stunden Spielzeit bieten sie höhere Kapazitäten. Ihre Nachteile liegen darin, dass der Benutzer den Abspielbetrieb selbst nicht organisieren kann und meist zum Scheibenwechsel gezwungen wird. Ich hätte mir so ein Gerät vielleicht gekauft, wenn die Jukebox von Nomad nicht erschienen wäre.

<http://www.nomadworld.com/products/jukebox/>

Der Hersteller Creative hat zuvor mit speicherbasierten MP3-Geräten Vorgänger des Nomad-Modells getestet. Das Gerät basiert statt auf Festspeicher auf einer vergleichsweise billigen 6 GB-Platte, die die Spielzeitgrenze auf 3 1/2 Tage treibt, aber reicht nicht für eine ganze Musik-CD-Sammlung, reicht aber für meine wichtigsten Gesangsaufnahmen und einen großen Teil der Instrumentaltitel. Per Nomad ist die Musik besser organisierbar und wir werden sehen, inwieweit der bekannte Soundkartenhersteller mit dieser Jukebox ein brauchbares Produkt geschaffen hat.

**Aus der Warteschlange** Die wesentliche Abspielorganisation der Jukebox ist die Warteschlange; Stücke werden aus verschiedenen Suchfunktionen und Organisationsstrukturen in diese übernommen. In der Bibliothek werden vier Arten der Stücksammlung aufbewahrt: Abspiellisten, Alben, Interpreten und Genre (beispielsweise Rock, Jazz etc. - Alle Merkmale werden aus der ID3-Markierung gezogen). Diese Kriterien können in beliebiger Folge zur Identifizierung der Musikstücke eingesetzt werden.

<http://www.nomadworld.com/flash/Jukebox_Interactive.asp>

Nomad bietet im Wesentlichen zwei verschieden generierten Formen von Abspiellisten. Eine einmal gefüllte Warteschlange kann als Abspielliste gespeichert werden; wenige kompliziert ist deren Import über den integrierten MP3-Encoder SoundJam MP, mit dem die meisten Mac-MP3-Programme arbeiten.
 

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05988>

**Die Geschwindigkeit der Musik** -- Das Abspielgerät hat eine gute Musikausgabe. Trotz der Nutzung einer Festplatte, konnte ich durch Schütteln des Gerätes keine Aussetzer produzieren, was wohl dem großen Zwischenspeicher-RAM zuzuschreiben ist. Anders als bei MP3-Programmen auf dem Mac konnte ich keine Aussetzer aus Lastgründen oder Programmbelastungen feststellen.

Doch in anderen Punkten war die Leistung schwach. Anschalten oder Wiederaufwecken nach einer Ruhepause - dauert etwa 1 1/2 Minuten - verglichen mit dem Rio eine Ewigkeit. Keine Killerkriterien aber unangenehm.
 

Die Akkulebensdauer bietet eine Enttäuschung. Kapazität zu klein, Ladekapazität lässt keinen Dauerbetrieb zu. Privatlösung besser - Creative hat Verbesserungsspielraum.
 

**Musikbearbeitung** -- Die Jukebox erlaubt nicht nur das unveränderte Abspielen der Musikvorlagen. Mehrere Bearbeitungsalgorithmen von Creative können miteinander verknüpft werden. Kurzurteil Schnickschnack.

Die Lautstärkeregelung reicht nicht so weit ich gern möchte.

Letztlich ein paar Eigenheiten, die ich als fehlerhaft klassifiziere.

* Wenn die Jukebox in den Ruhezustand übergeht, verliert sie die Position in der Abspielwarteschlange.

* Die Jukebox hat zwei ähnliche Zufallsabspielalgorithmen: Random und Shuffle, die nach meiner Beobachtung unterschiedlich arbeiten.

Diese Problemliste lässt die Jukebox schlechter aussehen als sie praktisch ist. Creative hätte besser getan, die Zeit- und anderen Fehler zu bereinigen als zusätzlich Schnickschnack Funktionen anzubieten.

**Benutzeroberfläche und Design** -- Die Nomad Jukebox ist ein industrielles Designprodukt. Die äußeren Maße werden von der eingebauten Platte diktiert. Das Ganze sieht angenehm aus, ist solide und bedienfreundlich.

Einziger Makel ist ein zu großes Gehäuse (Die Laptop-Platte ist kleiner als eine Zigarettenschachtel) und die Anzeige fasst nur 6 Zeilen mal 25 Zeichen, zu wenig für die vielen Musikstücke, die die Jukebox speichern kann.

Unglücklicherweise hält die Benutzerschnittstelle nicht, was das industrielle Design ankündigt. Eine Pausetaste fehlt ganz. Die Doppelnutzung der Stopbedienung ist ungewöhnlich, die Cursortasten haben vertauschte Funktion.

**Nomaden-Reich** -- Wenn ich die Jukebox selbst hätte kaufen müssen, wären die 500 $ (oder 450$ Schnäppchenpreise) doch nicht so günstig, dass ich impulsiv kaufen würde, wäre aber möglich. Die Möglichkeit, so viel Musik mit einer ganzen Bibliothek im Zugriff zu haben - ist verführerisch. Es gibt nur ein überlegenswertes Konkurrenzprodukt, die Hango Jukebox PJB-100, obwohl viele meiner oben angeführten Gedanken auch auf sie zutreffen, ist sie teurer und der Produzent ist relativ unbekannt.

<http://www.pjbox.com/>

Am Ende wird niemand die Jukebox ohne nachzudenken erwerben, wie es hätte kommen können. Das Gerät hat gute Funktion, verliert aber durch wenige schwer wiegende Nachlässigkeiten und Irritationen. Die Jukebox hätte attraktiver ausfallen können und von Creative hätte ich besseres erwartet.
 

Koordination:  W.Sonnenberg
 

Nichtkommerzielle oder gemeinnützige Zeitschriften dürfen unsere Artikel abdrucken, wenn sie einen link auf die Seite oder eine volle Referenz angeben. Andere kontaktieren uns bitte per E-Mail. Der Inhalt der Artikel ist ohne Gewähr. Wenden Sie sich bitte an den Autor. Namen von Publikationen, Produkten oder Firmennamen ksnnen durch Gebrauchsmustereintrag geschützt sein. TidBITS engl. ISSN 1090-7017.

Vorige Ausgabe | Suche TidBITS englisch | TidBITS englisch | TidBITS deutsch. | Nächste Ausgabe


Copyright der deutschen Ausgabe:  W.Sonnenberg