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TidBITS#573/26-Mar-01

Mac OS X ist hier - wann sollten Sie den Sprung wagen? Adam bietet in dieser Ausgabe Ratschläge und Antworten für verschiedene Gruppen von Benutzern an. Jack-Daniel Strong vergleicht zwei amerikanische Steuerprogramme: TaxCut und TurboTax. Aktuelle Meldungen betreffen die Konkursanmeldung von OnStream und den Abbruch der Fusion von Proxim und Netopia. Wir schreiben über StuffIt Deluxe 6.0.1 und ConceptDraw 1.59 sowie die Ankündigung des neuen farbigen Palm-Handhelds m505.

Themen:


MailBITS/26-Mar-01

[Übersetzung: Heinz Gnehm [HG] <gnehm@infotrax.ch>]

Neue Versionen der StuffIt-Produkte -- Aladdin Systems hat mit StuffIt Deluxe 6.0.1 eine aktualisierte Version ihres ehrwürdigen Kompressions- und Archivierungsprogramms veröffentlicht. Neben einer Reihe von Fehlerbehebungen, unterstützt StuffIt Deluxe 6.0.1 neu das GnuTar-Format sowie symbolische Links in Mac OS X und ermöglicht die Verwendung von «Stuff and Mail» und ReturnReceipt mit Microsoft Entourage. Zusätzlich können Sie jetzt eine Anti-Viren-Applikationen verwenden, die komprimierte Archive beim Auspacken automatisch nach Viren durchsucht. Der Aktualisierer auf Version 6.0.1 ist gratis und 3.1 MB gross; lesen Sie vorher aber bitte die Installationshinweise.

<http://www.aladdinsys.com/deluxe/updates.html>

Aladdin hat ebenfalls neue Versionen ihrer Shareware-Programme DropStuff und DropZip und des Freeware-Programms StuffIt Expander vorgestellt. Die einzige erwähnenswerte Verbesserung ist die Möglichkeit, mehrere Dateien mit Shift-Click beim Komprimieren oder Entpacken zu selektieren (es handelt sich dabei eigentlich um eine Funktion des Betriebssystems, die DropStuff und StuffIt Expander nur verfügbar machen). StuffIt Expander 6.0.1 umfasst 2.2 MB, DropStuff 6.0.1 ist 3.9 MB und DropZip 3.8 MB gross. Wenn Sie das Update von StuffIt Deluxe herunterladen, brauchen Sie die einzelnen Updates nicht mehr. [ACE]

<http://www.aladdinsys.com/dropstuff/updates.html>
<http://www.aladdinsys.com/dropzip/updates.html>
<http://www.aladdinsys.com/expander/updates.html>

ConceptDraw 1.59 erhältlich -- CS Odessa hat ihr Diagramm- und Geschäftsgraphik-Programm ConceptDraw auf Version 1.59 aktualisiert (siehe auch "Erstelle Deine Verbindungen mit ConceptDraw" in TidBITS-553_). Neue Funktionen umfassen das Abspeichern der Druckeinstellungen zusammen mit dem Dokument, Unterstützung für die mehrfache Auswahl in Öffnen-Dialogboxen und weitere, kleine Fehlerbehebungen beim Drucken und Importieren. Das Update ist für registrierte Kunden gratis und 4.1 MB gross. [ACE]

<http://www.conceptdraw.com/en/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/tidbits-de-553.html#Anker3>
<http://www.conceptdraw.com/en/resources/suppdownl.shtml>

OnStream meldet Konkurs an -- Als wir über das Bandlaufwerk Ecrix VXA-1 geschrieben haben (siehe "Ecrix's Streamer VXA-1: Große Backups auf die Schnelle" in TidBITS-569_), fand auch das konkurrierende Echo-Bandlaufwerk von OnStream Erwähnung und wir haben darauf hingewiesen, dass noch keines der beiden Produkte den Status eines Industriestandards erreicht habe. Unsere Besorgnis hat sich nun für OnStream bewahrheitet, das uns mitgeteilt hat, dass es vergangene Woche Konkurs angemeldet hat. Scott McClure von OnStream hat uns folgendes geschrieben: "Ich bedaure es sehr, Sie (und Ihre Leser) darüber informieren zu müssen, dass mit Datum vom Freitag, 16. März 2001 OnStream alle Tätigkeiten eingestellt und für alle Geschäftseinheiten den Konkurs angemeldet hat." Auf der Website von OnStream ist noch nichts darüber zu erfahren und eine Meldung von MacInTouch besagt, dass die europäische Muttergesellschaft von OnStream versucht, das Geschäft weiterzuführen. Datenträgerlieferant Verbatim hat angekündigt, dass sie weiterhin 30 GB und 50 GB Advanced Digital Recording (ADR)-Kassetten für OnStream-Laufwerke herstellen wird. Ein TidBITS-Leser, der Probleme mit seinem Laufwerk hatte, war noch in der Lage, es umzutauschen; wenn Sie sich in der gleichen Lage befinden, sollten Sie sich diesen Schritt auch überlegen. [ACE]

<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-569.html#Ecr>
<http://www.onstream.com/>
<http://www.verbatim.com/tapepl/adr.cfm>

Proxim und Netopia blasen Fusion ab -- Angesichts der momentanen Lage an den Börsenmärkten haben Proxim und Netopia beschlossen, ihre Fusion abzublasen (siehe "Proxim bringt Farallon und Netopia wieder zusammen" in TidBITS-565_). Einer der Gründe für den 40 %igen Kurssturz der Proxim-Aktie war die Ankündigung von Intel, den drahtlosen Ethernet-Standard 802.11b anstelle des von Proxim favorisierten HomeRF-Standards zu unterstützen (Proxim stellt ebenfalls Geräte für den 802.11b-Standard her). Der Zerfall von Proxims Aktienpreis hätte den Kaufpreis für Netopia von 223 Millionen US$ auf 67 Millionen US$ reduziert. Die beiden Firmen werden aber weiterhin bei der Integration von drahtloser Netzwerktechnik in Produkte für den Breitbandzugang zusammenarbeiten. [ACE]

<http://www.proxim.com/inside/pressroom/2001pr/termination.shtml>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-565.html#Mail>

Palm kündigt flachen, farbigen m505 an -- Die Firma Palm hat den Palm m505 vorgestellt, der einen farbigen Bildschirm mit der Flachheit des Palm V kombiniert. Zusätzlich zum 16-Bit-Farbbildschirm verfügt der Neue über eine USB-Ladestation und kann jetzt bei Alarmen auch vibrieren. Neu ist ebenfalls ein Erweiterungssteckplatz, der briefmarkengrosse MultiMediaCards oder Secure Digital-Speicherkarten mit zurzeit bis zu 16 MB zusätzlichem Speicher oder Karten mit Wörterbuchern/Thesauri, Reiseführern und Spielen aufnehmen kann. In Zukunft werden auch Erweiterungskarten mit digitalen Kameras oder Audiospielern angeboten. Der m505 läuft mit Palm OS 4.0, das über erweiterte Sicherheits- und verbesserte Alarmfunktionen verfügt sowie Software für den drahtlosen Internet-Zugang mitbringt (neben anderen Änderungen zur Unterstützung der Farbfunktion). Palm hat zusätzlich den Palm m500 vorgestellt, der die gleichen Funktionen anbietet, aber nur über ein Graustufendisplay verfügt. Der Palm m500 soll Ende April für 400 US$ auf den Markt kommen; der m505 wird im Mai für 450 US$ erscheinen. [JLC]

<http://www.palm.com/products/palmm505/>
<http://www.palm.com/products/palmm500/>

Umfrage: Wann rüsten Sie auf Mac OS X auf? -- Im November 1999 haben wir unsere Leser gefragt, wann Sie auf Mac OS 9 wechseln würden. Die jetzige Frage ist ähnlich, bezieht sich aber auf Mac OS X. Wann, wenn überhaupt, werden Sie Mac OS X installieren wollen? Sie möchten vielleicht zuerst unsere Einschätzung darüber lesen, wer das neue Betriebssystem installieren sollte und wer vielleicht besser noch damit zuwartet. Bitte kommen Sie auf unsere Homepage und stimmen Sie ab, damit wir abschätzen können, wie wichtig Mac OS X für unsere Leser sein wird. [ACE]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05634>
<http://www.tidbits.com/>


Steuer-Software für das Fiskaljahr 2000

von Jack-Daniyel Strong <jackhandy@jackhandy.com>
[Übersetzung und Kürzung: Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]

Für US-amerikanische Staatsbürger ist der Steuertermin 15. April 2001 eine schwere Denklast.. Weil der Termin auf einen Sonntag fällt, bleibt dies Jahr ein Tag mehr und zwei Programme mehr können die Kosten eines Steuerberaters vermeiden: H&R Blocks Kiplinger TaxCut Deluxe und Intuits TurboTax for Macintosh (früher MacInTax) können den Mac-orientierten helfen..

Auch wenn man jemanden, der seine Steuererklärung freiwillig zweimal macht, nicht ganz für gesund hält: Ich habe mit zwei Programmen dasselbe Standardformular zweimal ausgefüllt, mit beiden Programmen gleiche Resultate erzielt, aber erhebliche Unterschiede in der Bedienung und verschiedene Stärken festgestellt.

<http://www.taxcut.com/>
<http://www.turbotax.com/>
<http://www.irs.gov/>

Installieren und Starten -- Beide Programme ließen sich problemlos installieren und starten. TaxCut bediente sich beim download meines Browsers und informierte durch den Fortschrittsbalken besser über den Ladestatus.

Ohne Pfand kein Ertrag -- Beide Programme können die Steuerkenndaten von ihrer Vorjahresversion oder von Quicken übernehmen - Quicken exportiert unnötigerweise Schecknummern, Datum etc - zum Test war ich genötigt, fingierte Daten zu erfinden.

Streicheln Sie Ihren Goldesel -- Wenn Sie sich nicht gerade im Fornularkrieg wohlfühlen, sind Sie auf die Fragen ihres Programms angewiesen. Beide bieten gute FAQs und Hilfeerklärungen mit integrierten Videofilmen.

TaxCut macht dabei weniger Spaß und zeigt weniger Animationen als TurboTax. Andererseits hat TaxCut die einfacher ersichtlichen und besseren Sprungmöglichkeiten im Steuerformular.

Beide Programme arbeiten am Ende des Eingabeprozesses die Informationen noch einmal auf, beide warnen vor fehlenden Angaben. TaxCut arbeitet mit grünen Markierungen, TurboTax führt Sie durch seine mit Anmerkungen versehenen Eingabefelder.

Nimm Dein Geld und Lauf -- Sie können beliebig lange mit beiden Programmen arbeiten, aber irgendwann müssen Sie das ausgefüllte Formular losschicken - Sie können es drucken oder elektronisch als Datei versenden. Für beide Programme ist eine Sendung im Voraus bezahlt. Jede weitere Sendung kostet bei TaxCut 12.95 $, bei TurboTax 11.95 $. Das Finanzamt wird die Steuer am 16.04.01 abbuchen, eine Steuerauszahlung dauert etwa 10 Tage, wenn Sie die Auszahlung per Scheck verlangen, müssen Sie mit 30 Tagen Lieferzeit rechnen.

Nach dem Versand geben Ihnen beide Programme Tips, wie Sie Ihre Steuer auf ein durchschnittliches Maß bringen können und bereiten die Vorlagen für Ihren Arbeitgeber vor.

Beide Programme berechnen ohne weitere Anweisung Ihre Steuer, beide boten etwa 90 Minuten Videos und Erklärungen. Ich konnte keine Unterschiede in den ausgefüllten Steuerformularen erkennen.

Beide Progreamme bieten für verschiedene Bundesstaaten genaue Steuerrechnungen per Download aus dem Internet. TaxCut bietet 26 dieser Programme, TurboTax deren 45. TaxCut DeLuxe kostet 20 $, TurboTax DeLuxe 50 $ (Daneben gibt es eine Standardversion ohne Staatenrechnungen für 30$)

TaxCut gefiel mir wegen des günstigeren Preises, die schnörkellose Bedienoberfläche und die Funktion, fragliche Einträge zu markieren. TurboTax hat eine elegante Oberfläche, aber der Preisunterschied ist unverständlich, wenn Sie nicht grade die Berechnung für einen Bundesstaat brauchen, den TaxCut nicht bietet. TaxCut arbeitet auch auf älteren Macs - es kommt mit einem 68030 und System 7.1. aus. TurboTax braucht dagegen einen Power-PC und System 7.6.

<http://www.taxcut.com/taxcut/state_editions.html>
<http://www.quicken.com/taxes/information/states/>

[Jack-Daniyel Strong ist Techniker für Geographic Information Systems (GIS) in der County Spokane und studiert an der Eastern Washington University.]


Mac OS X: Die Zukunft ist hier - sie kommt bald!

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]

An Samstag, den 24. März, hat Apple Mac OS X 10.0 veröffentlicht und damit den offiziellen Wechsel vom ausgereiften Mac OS 9.1 zum völlig neuen Mac OS X vollzogen. Das $ 130 Paket, welches sowohl Mac OS X und auf einer eigenen CD Mac OS 9.1 enthält, ist vielfach für einen geringeren Preis verfügbar. Dabei handelt es sich zum einen um Nachlässe für die Teilnehmer am öffentlichen Beta Programm und um Händler die, wie der TidBITS-Sponsor Small Dog Electronics, Sonderangebote anbieten.

<http://www.apple.com/macosx/>

Obwohl Apple einigen Wirbel um die Veröffentlichung macht haben sie sich offenbar dafür entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt keinen zu großen Marketingaufwand in das neue Betriebssystem zu stecken. Eventuell kommt im Juli zur Macworld Expo NY 2001 mehr Aufhebens, wenn Apple wahrscheinlich einen Update für Mac OS X hat und das neue Betriebssystem standardmäßig auf neuen Macs installiert wird. Hier bei TidBITS hat die leise Veröffentlichung für einige Diskussion gesorgt, was wir darüber berichten sollen und welche Art von Berichterstattung Mac OS X verdient.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06270>

Der Grund für Apples leise Veröffentlichung ist einfach - meiner Meinung nach bietet Mac OS X den meisten Anwendern nicht genug Vorteile gegenüber Mac OS 9. Ein Punkt steht außer Diskussion: Mac OS X kann momentan nicht alles tun, was mit heutiger Hardware und Software möglich ist. Eine Anzahl von Apples innovativen Funktionen fehlt, wie das Abspielen von DVDs und brennen von DVDs und CD-Rs. Hardware ist auch problematisch - obwohl Mac OS X Unterstützung für einiges an Peripherie und Erweiterungskarten enthält, werden andere Hardwareteile die Anwender dazu zwingen, mit Mac OS 9.1 zu starten. (Ein Tipp - auf allen Macs seid den beigen PowerMac G3 führt das Drücken der Options-Taste beim Neustart zu einer Auswahlmöglichkeit, mit welchem der verfügbaren Betriebssysteme der nächste Neustart erfolgen soll.) Und obwohl viele Anwendungen in Mac OS X Classic Mode stabil laufen, wurden bisher wenige Anwendungen ‰carbonisiert‰, so dass sie native unter Mac OS X laufen können. Glücklicherweise sind unter den schon carbonisierten Anwendungen Apples eigene Titel iTunes, iMovie 2 und eine Vorschau von AppleWorks 6.1, die alle aus dem Internet geladen werden können.

<http://www.apple.com/downloads/macosx/apple/>

Ich will damit nicht ausdrücken, dass Apple die Erscheinung von Mac OS X hätte weiter herausschieben sollen. Jeder, der die Herausgabe einer Softwareversion ab einer gewissen Komplexität (vor allem einem Betriebssystem) plant, muss dabei mehrere technische, geschäftliche und marketingtechnische Faktoren beachten. Und auch wenn es einfach ist, Apple für einige technische Mängel zu kritisieren, sehen ich den geschäftlichen und marketingtechnischen Vorteil dieser Veröffentlichung. Es ist wichtig, dass Apple seine Versprechen einhält, zeigt, dass Mac OS X real ist und innovativen Anwendern die Möglichkeit gibt, echte Erfahrungen damit zu sammeln, bevor es über die Erstausstattung von neuen Macs an die Massen verteilt wird.

Um auf unsere Frage zurück zu kommen, was wir über das neue Betriebssystem des Mac schreiben sollen, haben wir uns entschieden, zunächst darüber zu berichten wer Mac OS X kaufen und installieren sollte zusammen mit der Frage, wer es zunächst nicht anwenden soll. Wir planen detaillierte Berichte über verschiedene Punkte von Mac OS X in zukünftigen Ausgaben zu bringen. Aber momentan ist es aus unserer Sicht am wichtigsten, den Anwendern bei der Entscheidung zu helfen, ob sie sofort den Wechsel durchführen sollen. Und selbst wenn Sie momentan nicht wechseln denken Sie daran, dass wir bald eine große Anzahl von Updates vorhandener Programme und die Erscheinung neuer Programmes sehen werden, die Probleme mit Mac OS X ausräumen. Wir sollten auch den Fehler vermeiden, die Erscheinung von Mac OS X als Upgrade des vorhandenen Mac OS zu sehen: Es ist eher als alternatives Betriebssystem zu sehen, welches die meisten Mac OS 9 Programme im Classic Mode ausführen kann und Sie in die Lage versetzt, jederzeit mit Mac OS 9 zu booten. Nur wenige Upgrades sind so nachsichtig mit der Vergangenheit.

Wer soll Mac OS X installieren? Lassen Sie uns mit einem positiven Aspekt starten und überlegen, wer auf jeden Fall Mac OS X möglichst bald installieren sollte. Die zwei Gruppen an erster Stelle sind Entwickler und jeder im technischen Support, da für sie Kenntnisse über Mac OS X entscheidend sind. Danach kommen Hobbyexperten, Macintosh/Unix-Anhänger und Leute die an Macs als Internetservern interessiert sind. Und natürlich jeder, der einen G3-basierten Mac mit 128 MB RAM und genug Neugierde besitzt kann Mac OS X ohne den Zwang zur unumkehrbaren Migration installieren. Da Sie jederzeit mit Mac OS 9.1 booten können, gibt es außer dem Preis von $ 130 und der Zeit für die Installation keinen Nachteil.

Dass Entwickler bei den ersten sein sollten, die Wechseln, erscheint offensichtlich. Aber wir weisen trotzdem extra darauf hin. Apple hat deutlich gemacht, das Mac OS X die Zukunft des Macintosh ist und mit einem zielstrebigen CEO wie Steve Jobs kann ich mir kein Zurück vorstellen. Somit müssen Entwickler, die weiterhin Software für den Macintosh erzeugen wollen, für Mac OS X entwickeln. Und ich glaube, Entwickler müssen Erfahrungen mit der Bedienung von Mac OS X im täglichen Betrieb sammeln, da sie nur so verstehen können, womit die Anwender arbeiten werden. Natürlich hatten die meisten Entwickler Zugriff auf Vorabversionen von Mac OS X, so dass dieser Prozess schon im Gange sein sollte.

Mitarbeiter am technischen Support sollten sofort einen Mac mit Mac OS X einrichten, um damit Erfahrungen zu sammeln, für die Zeit wenn es mit neuen Maschinen ausgeliefert wird. Relativ wenige Leute werden in den nächsten Monaten Mac OS X verwenden (und diese Leute werden sowieso nicht viel Support benötigen), aber die Zahl wird ab Juli schnell ansteigen.

Für Hobbyexperten wird Mac OS X eine Menge Spaß bedeuten. Einfach da es eine völlig neue Welt zum erforschen ist, voller Tipps zum austauschen, Freeware- und Shareware-Werkzeugen zum Herunterladen aus dem Internet und Einstellungen zum Durchführen. Aber abgesehen davon, dass diese Leute Mac OS X genießen werden (wenn auch wahrscheinlich nicht auf einem Hauptarbeitsrechner), werden sie eine wichtige Informationsquelle für jeden sein, der bald mit der Installation folgt.

Jeder, der an Unix und dem Macintosh interessiert ist, sollte auch Mac OS X installieren. Zum Teil um zu sehen, was die Unix-Wurzeln von Mac OS X leisten können, aber auch um den Spalt zwischen der Mac- und der Unix-Welt zu schließen. Ein Großteil der Anziehungskraft von Mac OS X liegt in der Art, wie es eine Macintosh Benutzeroberfläche mit der Flexibilität und der Netzwerkmacht von Unix kombiniert. Wir haben schon Anwender gesehen, die die Macintosh/Unix-Verbindung technisch mit Carbon-Anwendungen nutzen, die eine Macintosh Benutzerschnittstelle zu Unix-Programmen bieten, welche nur über die Befehlszeile zu steuern sind. Wir benötigen diese Anwender um eine soziale Verbindung zwischen der Mac und der Unix-Welt herzustellen, da beide Seiten von dieser Verbindung profitieren können.

Schließlich empehle ich jedem, der am Betrieb von Internetservern auf einem Macintosh interessiert ist, Mac OS X auf einer Testmaschine zu installieren. Trotz Vernachlässigung dieses Themas waren wir seit langem Befürworter von Mac OS basierten Internetservern auf Grund der einfachen Bedienung des Macs, seiner Sicherheit und der guten Leistungsfähigkeit für alle Anwendungen außer jenen mit extrem hohen Anforderungen. Da Mac OS X die Leistungsfähigkeit für Netzwerke von Unix und eine Anzahl neuer Internetserver bringt, wird die Idee von Internetservern auf Basis von Macs neu belebt werden. Und ich weiß, dass wir verschiedene Lösungen auf Mac OS X für die kommenden TidBITS Internetdienste untersuchen werden.

Wer soll warten? Dies ist die einfacher zu beantwortende Frage. Sofern Sie nicht in eine der oben genannten Gruppen fallen und/oder wissen, dass Sie Mac OS X aus einem bestimmten Grund installieren wollen, sollten Sie auf eine bessere Hardwareunterstützung und mehr native Software warten. Und Sie sollten darauf warten, dass der technische Support und erfahrende Anwender mehr über Mac OS X wissen. Nachdem dies gesagt ist, kommen hier ein paar Gruppen, die bestimmt warten sollten.

Die Anwender, für die eine bestimmte Zusammenstellung von Software oder Hardware unerlässlich ist, sollten waren. Wer beispielsweise auf bestimmte Erweiterungen Wert legt könnte in der Classic Umgebung von Mac OS X Pech haben und Anwender spezieller Technologien zur Bedienung, über die Joe Clark kürzlich berichtet hat (siehe sein ‰Bedienbarkeit des Mac‰-Artikel), sind fast sicher ausgeschlossen. Zahlreiche andere Nischen fallen ebenfalls in diese Kategorie; beispielsweise Audio- und Video-Spezialisten, die Hardware von Drittherstellern mit der dazugehörigen Software anwenden, die nicht von Mac OS X unterstützt wird. Genauso sollten produktive Maschinen mit QuarkXPress, Adobe InDesign und einer Anzahl anderer DTP-Software eher auf funktionierende Verfahren setzen, als auf das neueste Betriebssystem. Irgendwann werden die Kompatibilitätsprobleme dieser Nischen verschwinden, aber das kann einige Zeit dauern.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1189>

Die nächste Gruppe, die sich nicht mit Mac OS X auseinandersetzen sollte, hätte wahrscheinlich keine Kompatibilitätsprobleme, da ihre Anforderungen üblicherweise relativ einfach sind. Ich denke an die anspruchslosen Anwender, die vor allem E-Mail, das Web und eventuell ein oder zwei weitere Anwendungen nutzen. Sie sind die klassichsen iMac-Anwender, haben den Computer durch Freunde oder Verwandte kaufen lassen und sind oftmals selbst mit einfachen Tätigkeiten in Mac OS 9 nicht vertraut. Mac OS X bietet ihnen nichts - es ist nicht klar, ob sie von den Stellen, an denen die Benutzerschnittstelle von Mac OS X anders ist, profitieren und schon allein das Anderssein ist für sie ein Nachteil. Ich denke, viele Anwender in dieser Gruppe werden nie wechseln - Ich weiß, dass ich den iMac meiner Großeltern nicht upgraden werde. Wenn Anwender dieser Gruppe zukünftig Mac OS X auf einer neuen Maschine erhalten, werden sie damit sicher zurecht kommen, da ihre Bedürfnisse gering sind.

Die nächste Gruppe, die Mac OS X nicht sofort installieren sollte, besteht aus Organisationen mit Gruppen, die technischen Support benötigen. Die Tatsache, dass diese Gruppen nicht in großer Zahl auf Mac OS X wechseln, kann für Apple schädlich sein. Auch wenn Support-Mitarbeiter in Firmen, Schulen und anderen großen Organisationen Mac OS X installieren und kennen lernen werden erwarte ich, dass es einige Zeit dauern wird, bis sie es gut genug kennen, um es unterstützen zu wollen. Anwenderschulung, Kompatibilität der Anwendungen und die Mischung von Betriebssystemen in einem Netzwerk können alle die Einführung von Mac OS X in diesen Installationen verzögern. Gleichzeitig muss Apple hart arbeiten, diese Befürchtungen zu zerstreuen, oder sie riskieren Einbrüche bei Hardwareverkäufen wenn diese Firmen Neuanschaffungen herauszögern, um die Frage bezüglich des Wechseln hinaus zu zögern, bis sie soweit sind.

Zuletzt kommen wir zu den Anwendern in der Grauzone - sie sind in der Lage, Mac OS X zu lernen und anzuwenden und sie hängen nicht von inkompatibler Hardware und Software ab, so dass sie Mac OS X installieren könnten. Aber gleichzeitig fallen sie nicht in einer der Gruppen, die möglichst bald den Wechsel durchführen sollten. Was sollen Sie tun, wenn Sie sich in dieser Situation befinden? Gehen Sie nach Ihrem Gefühl. Wenn Sie die Stabilität von Mac OS X anzieht, wechseln Sie. Aber wenn Sie andererseits nicht den Eindruck haben, dass bei Mac OS 9 etwas fehlt, gibt es keinen Grund es durch Mac OS X zu ersetzen.

TidBITS-Mitarbeiter wechseln -- Um zu zeigen, dass diese Entscheidungen uns alle auf verschiedene Arten betrifft, gehen wir hier darauf ein, wie wir bei TidBITS mit Mac OS X umgehen.

Sobald meine Kopie von Mac OS X ankommt, werde ich es auf meinem 250 MHz PowerBook G3 installieren. Damit habe ich eine Testmaschine, auf der ich sehen kann, wie es sich mit der Mac OS X Oberfläche arbeitet. Auf dieser Maschine läuft hauptsächlich Internet Explorer, iTunes, Now Up-to-Date, Now Contact und iView MediaPro, so dass ich davon ausgehe, es lauffähig zu halten. Ich werde wahrscheinlich mit dem Wechsel meines Hauptarbeitsrechners, ein Power Mac G4/450 warten, bis meine dort eingesetzten Programme ausreichend kompatibel sind.

Tonya ist theoretisch daran interessiert, Mac OS X einzusetzen und sie nutzt nicht viel mehr, als E-Mail, Web-Browsen, Buchhaltung in Quicken und MYOB und Adress- und Terminverwaltung. Aber zwei Hindernisse die auf Ihrem Weg liegen sind Speicher (ihr iBook hat nur 96 MB und Mac OS X benötigt unbedingt 128 MB wenn Sie den Classic Mode nutzen) und die Tatsache, dass Mac OS X ihr keinen deutlichen Vorteil bringt. Außerdem fehlt ihr momentan die Zeit, damit zu spielen.

Geoff Duncan wird in nächster Zeit nicht auf Mac OS X upgraden, da er nur einen Mac hat, der die Hardwareansprüche von Mac OS X erfüllt und er diesen Mac intensiv für Audio- und Musikproduktionen benötigt. Bis seine wichtigste Nischenanwendung für Mac OS X verfügbar ist - und Ersatz für externe Geräte verfügbar sind, die nie unter Mac OS X unterstützt werden - hat Geoff keine Alternative zum Weiterbetrieb von Mac OS 9.

Jeff Carlsons neues PowerBook G4 Titanium ist vollständig in der Lage, Mac OS X zu unterstützen und er hat schon eine 2 GB Partition seiner Festplatte explizit für Mac OS X eingerichtet. Jeff plant Mac OS X zu installieren, sobald er die Zeit findet, schon allein damit er damit Erfahrung sammeln kann, worüber jeder reden wird (und vielleicht um den in ihm schlummernden Unix-Freak wiederzubeleben).

Matt Neuburg ist vom Temperament her kein früher Anwender und er will keine Beta Software einsetzen, schon gar kein Beta Betriebssystem. Aber er weiß, dass die zweite Ausgabe seines REALbasic Buchs die Möglichkeiten von REALbasic abdecken muss, native Mac OS X Programme zu erzeugen. Daher hat er im Dezember, als die Preise fielen, ein PowerBook G3 (FireWire) gekauft, mehrere Partitionen eingerichtet und auf einer davon Mac OS 9.0.4 eingerichtet. Letzten Samstag, als Mac OS X verfügbar wurde, hat er es gekauft und Mac OS X in einer Partition und Mac OS 9.1 (für den Classic Mode) in einer anderen installiert. Trotzdem wird er seine tägliche Arbeit für einige Zeit unter Mac OS 9.0.4 fortführen.

Marc Anbinder hat Mac OS X schon auf seinem neuen PowerBook G4 Titanium und seinem Power Mac G4 im Büro installiert, schon alleine da er Campus-weiten Macintosh Support und Beratung als Teil von Cornell Information Technologies an der Cornell University bietet. Mark wechselt nach Bedarf zwischen Mac OS 9.1 und Mac OS X auf seinem Laptop (vor allem für Software wie Apple DVD Player und Virtual PC, die nicht im Classic Mode läuft). Aber auf seinem Büro Rechner benutzt er seit einiger Zeit fast ausschließlich Mac OS X (unter Verwendung von Classic um viele, nicht carbonisierte Software einsetzen zu können).

Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen bei Ihrer Entscheidung ob Sie Mac OS X sofort, in ein paar Monaten oder erst mit der nächsten Hardwareanschaffung kaufen, einige Entscheidungshilfen geben konnte. Denken Sie daran an unserer Umfrage bezüglich Ihrer Wechselpläne teil zu nehmen. Und wie auch immer Ihre Entscheidung ausgefallen ist, denken sie daran, dass in TidBITS Talk schon viele nützliche Informationen über Mac OS X aufgetaucht sind (senden Sie eine beliebige Nachrichten an <tidbits-talk-on@tidbits.com>) und nehmen Sie daran teil, um alle Details zu erfahren und Hinweise zu anderen Quellen zu bekommen.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=active>


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Übersetzer dieser Ausgabe: Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>, Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de> und Heinz Gnehm [HG] <gnehm@infotrax.ch>

Koordination: Heinz Gnehm [HG] <gnehm@infotrax.ch>

Copyright der deutschen Ausgabe: Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>

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