
Diese Woche setzen wir uns mit zwei festen Bestandteilen der Computerbranche auseinander: Modems und Datenbanken. Kevin Savetz befasst sich mit dem neuen V.92-Modemstandard, der für alle gedacht ist, die keinen Breitband-Zugang haben. Jonathan Rentzsch schreibt über relationale Datenbanken unter MacOS X und erklärt zunächst einmal, was eine relationale Datenbank überhaupt ist. In den News berichten wir über die Auslieferung von Mac OS X 10.0.3 durch Apple, über Casady & Greene, die die Entwicklung von SoundJam unterbrechen und FreeHand 10 von Macromedia. Außerdem schreiben wir über den Tod des Autors Douglas Adams.
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[Übersetzt von Andre Schleife [AS] <a.schleife@gmx.de>]
**Soviel dazu, und vielen Dank für Ihr Gelächter** -- Keine Panik! Der bekannte britische Humorist und Macintosh-Anhänger Douglas Adams starb unerwartet an einer Herzattacke in einer Sporthalle in der Nähe seiner Wohnung in Kalifornien. Er war 49 Jahre alt. Er hatte viele Interessen (er baute Scheunen, arbeitete als Leibwächter und spielte mit der Rockband Pink Floyd Gitarre) - er schrieb unter anderem die Klassiker-Serie "Hitchhiker's Guide to the Galaxy", die zunächst als BBC-Radio-Hörspiel herauskam später aber auch als bebilderter Roman, Schallplatte, Theaterspiel, Computerspiel und TV-Serie veröffentlicht wurde. Zuletzt arbeitete Adams an einer Adaption von 'Hitchhiker' für einen Disney-Film. Obwohl er mit seinen Science-Fiction-Werken nicht die Zukunft vorhersagen wollte, brachte seine Arbeit überraschend viele Begriffe der Internet- und Popkultur hervor (wie z.B. der Name des BabelFish-Übersetzungsdienstes von AltaVista) und sein fiktiver 'Guide' (der lange Zeit vor dem Web erdacht wurde) kann als ein Galaxie-weites Online-System für Zusammenarbeit betrachtet werden. Worte der Anteilnahme von Freunden und Fans werden auf Adams' Webseite gesammelt. [GD]
<http://www.douglasadams.com/>
**SoundJam läuft zum 01.Juni 2001 aus** -- Die Zukunft von SoundJam MP von Casady & Greene stand in den Sternen seit die SoundJam-Programmierer zu Apple gingen und dort aus dem SoundJam-Code das kostenlose iTunes entwickelten (siehe "SoundJam jammt weiter" in den TidBITS 535). Jetzt hat Casady & Greene bekannt gegeben, dass die Veröffentlichung von SoundJam auf Anfrage der Entwickler zum 01.06.2001 eingestellt wird. Anwender, die SoundJam noch benutzen, werden auch weiterhin technischen Support von Casady & Greene erhalten, was man der Firma hoch anrechnen muss. Alle anderen Produkte von Casady & Greene bleiben von diesem Schritt unbeeinflusst.[ACE]
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-535.html>
**FreeHand 10 mit Mac OS X-Integration und neuen Funktionen** -- Die Version 10 von Macromedias vektororientiertem Grafikprogramm FreeHand kommt jetzt mit verbesserter Flash-5-Integration heraus und läuft unter Mac OS X. Weiterhin gibt es einige neue Funktionen wie Hauptseiten, das Macromedia Standard-Pen-Tool (ein Mehrzweck-Malwerkzeug, welches sich in FreeHand, Flash und Fireworks gleichartig verhält) und die Implementation der Macromedia-Benutzeroberfläche. Die Vollversion von FreeHand10 gibt es momentan für $400 als Download, Updates kosten$130. Eine verpackte Version soll Ende Mai herauskommen. Da Macromedia noch dabei ist, seine Systeme für Downloads und Einkäufe unter Mac OS X zu aktualisieren, empfiehlt das Unternehmen MacOS X-Nutzern, auf die verpackte Version zu warten. [JLC]
<http://www.macromedia.com/software/freehand/>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzt von Andre Schleife [AS] <a.schleife@gmx.de>]
**Mac OS X 10.0.3 veröffentlicht** -- Nur ein paar Tage nach Mac OS X 10.0.2 (siehe "TenBITS/07-Mai-01"in den TidBITS 579) kommt nun von Apple ein Update auf Version10.0.3. Laut Apple wird damit das Problem behoben, dass im Finder nicht der gesamte Inhalt eines Ordners angezeigt wird, wenn dieser ungewöhnlich viele Objekte enthält. Das Update bringt einem Mac auf dem die Version 10.0.1 läuft, gleich alle Verbesserungen der 10.0.2 mit: CD-Brennen, bessere Stabilität und einen neueren FTP-Server. Das Update kann mit Hilfe des Software-Update-Kontrollfeldes in den System-Einstellungen heruntergeladen werden (Bei zahlreichen Anwendern funktioniert die automatische Prüfung nach neuen Versionen nicht. Wenn das bei Ihnen der Fall sein sollte, müssen Sie lediglich auf den "Jetzt updaten"-Knopf in dem Kontrollfeld klicken.).Wenn Sie wegen einer Firewall oder aus anderen Gründen nicht mit dem Kontrollfeld aktualisieren können, können Sie auch ein 14.9 MB großes Disk Image herunterladen und manuell installieren. Für das Update ist es erforderlich, dass Sie Mac OS X 10.0.1 bereits installiert haben, ansonsten müssen Sie erst das entsprechende Update durchführen (Version 10.0.1gibt es unter der letzten URL). [MHA]
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-579.html#TenBITS>
<http://til.info.apple.com/techinfo.nsf/artnum/n75134>
<http://til.info.apple.com/techinfo.nsf/artnum/n75125>
**Kensington MouseWorks 1.0 für Mac OS X** -- Kensington hat die erste Vollversion seiner MouseWorks-Software herausgebracht, die Kensington-Mäuse und -Trackballs unter Mac OS X unterstützt. Obwohl Mäuse mit zwei Knöpfen oder Scroll-Wheels von allein unter Mac OS X arbeiten, ermöglicht es MouseWorks1.0 Besitzern von Kensington-Geräten die Tasten unter MacOS X frei zu belegen. Es gibt allerdings ein paar Probleme mit der Version 1.0: Mäuse mit nur einer Taste und TurboMouse1.0 - 4.0-Produkte (die älteren Zwei-Tasten-Versionen) werden nicht unterstützt. Außerdem sind manche Funktionen von MouseWorks für Mac OS 9 nicht verfügbar, wie z.B. das gleichzeitige Betätigen mehrerer , Belegungsschemata für bestimmte Anwendungen und Erinnerungen an Verschnaufpausen für die Hände. Als Person, die gern den Doppelklick auf die rechte Maustaste legt, konnte ich aber dennoch feststellen, dass manche Funktionen noch am bekannten Platz sind. Kensington MouseWorks1.0 für Mac OS X ist kostenlos und als 3.3-MB-Download verfügbar.[JLC]
<http://www.kensington.com/support/sup_1283.html>
**UpdateAgent X-Vorschau** -- Die Anzahl der Mac OSX-Anwendungen steigt ständig. Bei großen und bekannten Anwendungen hört man meistens von den entsprechenden Updates in verschiedenen Berichten, aber wie sieht es mit kleineren aber trotzdem wichtigen Werkzeugen aus? Insider Software hat eine Preview-Version von UpdateAgent X veröffentlicht. Die Software durchsucht die Festplatte und lädt dann automatisch Updates für die entsprechenden Programme herunter. Obwohl diese Version noch ihre Ecken und Kanten hat (besonders deutlich sieht man das am klassischen schwarzen Rand des Fensters und den alten Knöpfen statt der neuen farbigen Mac OS X-Bedienoberfläche), hält das Programm im Großen und Ganzen was es verspricht. Eine kostenlose Demo gibt es als 2.5-MB-Download. Diese Version kann nur Updates für Mac OS von Apple herunterladen. Andere Updates aus der 5.000 Programme umfassenden Datenbank werden zwar angezeigt, aber nicht heruntergeladen. Die Vollversion kostet $50 pro Jahr. Im Moment kann UpdateAgent Classic und Carbon-Anwendungen aktualisieren, die Cocoa-Unterstützung wird baldmöglichst kostenlos integriert werden. [JLC]
<http://www.insidersoftware.com/updateagent/mac/>
<http://www.insidersoftware.com/updateagent/mac/demoinfo.html>
**Mac OS X Putzdienst** -- Einer der Gründe für die berühmte Unix-Stabilität ist ein Taskplaner mit dem Namen cron, der regelmäßig Skripte startet, die das System von diversen Überresten der täglichen Arbeit befreien. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Mac OS X auch nicht von anderen Unix-Varianten und verfügt ebenfalls über verschiedene tägliche, wöchentliche und monatliche Skripte zum Leeren von Log-Dateien, Sichern von internen Datenbanken und für andere notwendige Aufgaben, die oftmals zwischen 3 und5 Uhr nachts erledigt werden. Allerdings wird der Mac anders eingesetzt als die meisten Unix-Maschinen, die permanent laufen während der Mac meistens ausgeschaltet oder in den Stand-by-Modus geschickt wird, wenn er nicht benutzt wird. Obwohl das cron-Tool ziemlich flexibel und umfassend ist, hat es doch einen entscheidenden Nachteil: Aufgaben die durchgeführt werden sollten, wenn der Mac ausgeschaltet war, werden nicht zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt. Brian Hill möchte dieses Problem mit seinem kostenlosen Werkzeug MacJanitor umgehen, welches die täglichen, wöchentlichen und monatlichen Skripte von Mac OS X manuell starten kann. Sie müssen lediglich daran denken dieses Werkzeug immer mal wieder zu starten, dann macht es auch nichts, dass der Mac aus ist, während er eigentlich selbständig aufräumen möchte.[ACE]
<http://personalpages.tds.net/~brian_hill/macjanitor.html>
**Betrachtung von Setext unter Mac OS X** -- Seit 1992werden die E-Mail-Ausgaben der TidBITS im structure-enhanced text-Format (setext, ausgesprochen "see text") versendet, welches ich mit Ian Feldman im Jahre 1991 entwickelte. Es handelt sich dabei um eine implizite Markup-Sprache, deswegen merken die meisten Menschen gar nicht, dass sie eine solche Formatierung vor sich haben. Allerdings kann man Programme schreiben, die verschiedene Sektionen und Stile im Text interpretieren können - beispielsweise erkennen die Editoren BBEdit und Alpha automatisch die Struktur von setext-Dokumenten. Das umfangreichste Programm zum Betrachten von setext-Dokumenten ist EasyView 2.6.2 von Akif Eyler aber vor ein paar Jahren hat Akif bekanntgegeben, dass er keine weiteren Pläne mit der Software hat und deshalb den Quellcode freigibt. Die Software funktioniert noch (wenigstens unter Mac OS 9.1),allerdings nur auf Zeit. Vor kurzem lebte das Interesse an setext nochmals auf mit SmartView 2.0 von Sascha Bigalke und SetextView0.3 von Samizdat Software. SmartView 2.0 läuft unter MacOS 9 und im klassischen Modus unter Mac OS X und SetextView 0.3läuft nur unter Mac OS X. Bei beiden Programmen handelt es sich noch um verbesserungswürdige Software, sie unterstützen nur ansatzweise das Multiple-File-Browsing von Easy View, aber wenn Sie sich für setext interessieren, sind sie einen Blickwert. [ACE]
<ftp://ftp.tidbits.com/info-mac/text/smart-view-20.hqx>
<http://homepage.mac.com/samizdat/>
von Kevin Savetz <savetz@northcoast.com>
[Übersetzer Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Eine neue Modem Funktionalität - mit der sicherlich wenig markanten Bezeichnung V.92 - erscheint in den Regalen der Computerläden. Sie versprechen hilfreiche Funktionen und quetschen die letzte Geschwindigkeitsreserve aus analogen Telefonanschlüssen heraus. Aber übereilen Sie sich nicht mit dem Update - es wird noch etwas dauern, bis die Internet Service Provider diesen neuen Standard unterstützen.
Wenn Sie es denn tun, können Sie die folgenden vier Funktionsaktualisierungen erleben:
* Modem-on-hold (auch als Internetanruf in Wartestellung bezeichnet)ist speziell für Haushalte mit nur einem Telefonanschluss. Damit wird die Altfunktion der Anrufwarteschlange verbessert, so dass Sie einen Anruf von außen beantworten können während Ihr Rechner online arbeitet. Nach dem Auflegen können Sie die Internetverbindung wiederaufnehmen, ohne eine Unterbrechung zu merken. Anders als bei bestehenden Lösungen für Internetwartemodi bei Anrufen, brauchen Sie für die V.92 Variante keine Spezialsoftware oder Spezialgebühr für den Weitergabe-wenn-belegt Dienst Ihrer Telefongesellschaft.
* QuickConnect soll die Zeit bis zum Login verkürzen, indem die Modems ihre Abstimmungszeiten halbieren, in denen die Modems verschiedene Baudraten probieren und quittieren, um die schnellstmögliche Verbindung aufzubauen. Bei der ersten Verbindung zum Internet Provider durchlaufen die Modems alle möglichen Protokolle bis zur Abstimmung der höchsten gemeinsamen Baudrate und anderer Funktionen wie der Kompressionsrate. Ein V.92 Modem speichert Informationen über die Verbindung und nutzt diese für den zukünftigen Verbindungsaufbau und wiederholt die Suche nicht bei jeder Einwahl. Das ergibt keine dramatische Verbesserung, Sie gewinnen aber jedesmal ein paar Sekunden beim Einloggen.
* verbesserte Kompression für schnelleres Laden. Obwohl diese neuen Modems die gleiche Maximalgeschwindigkeit aufweisen wie die V.90 Modems von heute - 53 Kbps (Kilobit pro Sekunde),die von der Federal Communication Commission definiert wurde -arbeiten sie mit einem neuen Kompressionsprotokoll V.44, das Texte und Internetseiten etwas schneller laden lässt (beide sind hochgradig komprimierbar).
* Schnelleres Laden. Mit der sogenannten PCM Upstream Technologie werden Sendedaten Ihres Modems digital codiert, so dass die Datensendung auf 48 Kpbs beschleunigt wird, die heute auf 33,6 Kpbs beschränkt ist (was noch aus dem V.34 Standard von 1996 stammt). Die Toleranzzeit beim Daten senden wird um 20% auf 30% reduziert - das ist nicht signifikant, aber ein kleiner Beitrag zur Leistungssteigerung für Spiele und Videokonferenzen. [Zu weiteren Angaben um Toleranzzeiten siehe auch die Artikel von Stuart Cheshire "Bandbreite und Latenzzeiten", die in TidBITS-367_ beginnen; Einzelheiten zur Arbeitsweise der 56K Modems bringt auch Jeff Carlson in NetBITS-008.- Geoff]
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-367.html#Ink4>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-368.html#Ink4>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?nbart=04451>
(Nebenher zur merkwürdigen Namenskonvention V.irgendwas- diese kommt von der International Telecommunications Union aus der Schweiz, das ist eine Vereinigung zur Koordination von Telekommunkationsnetzen und -diensten. Die Protokolle V.1 bis V.300 setzen Standards für Datenkommunikation übers Telefonnetz).
**Der Ballen am Ende der Pfeife** -- Obwohl diverse Modem-ProduzentenV.92 Modelle mit seriellen und USB-Anschlüssen anbieten, die auch mit einem Mac funktionieren - können Computernutzer sich an den neuen Funktion erst dann erfreuen, wenn die Internet-Provider ihre Hardware aufrüsten, um die neuen Protokolle zu benutzen.
Ich erwarte, dass die größten ISPs Mitte 2001 beginnen,V.92 Verbindungen versuchsweise anzubieten, und offizielle Anschlüsse Ende des Jahres oder Anfang 2002 anbieten. Bei einigen kleineren Service-Providern mag V.92 früher angeboten werden.
America Online, der größte Anbieter am Markt, hat noch nicht zugestanden, V.92 zu unterstützen. "Diese Version eines Endverbrauchermodems kommt doch gerade erst auf den Markt" sagte AOLs Sprecher Nicholas Graham. "Wie wir mit dem V.90 Modem vorgegangen sind, werden wir auch diese gründlich testen und die Fehler der V.92 nach angemessener Zeit bereinigen".
Vertreter von EarthLink und MSN, den zweit- und drittgrößten Anbietern von Wählverbindungen, gaben ähnliche Stellungnahmen ab. "Wir werden beginnen, V.92 zu testen, sobald wir den Eindruck haben, die Technik sei stabil und zuverlässig genug, um sie in unser Angebot zu übernehmen" sagte der Sprecher von EarthLink, Kurt Rahn. "Derzeit haben wir noch keine Planungen, den Standard einzusetzen".
Es wäre also zu früh, ein arbeitendes 56 Kbps Modem durch ein V.92 Modell zu ersetzen. Wenn Sie sowieso planen, ein neues Modem zu kaufen, ist es sinnvoll ein für V.92 vorbereitetes Modell zu kaufen. Es kann heute mit dem V.90-Standard arbeiten; wenn Ihr Internet Provider seine Vorbereitungen für V.92abgeschlossen hat, haben Sie dann die richtige Hardware. Es gibt keinen finanziellen Grund, kein V.92 Modem zu kaufen, weil sie das gleiche wie V.90 Einheiten kosten. Bei der Suche mit dem CNET-Preisvergleicher ergaben sich Preise von 65 bis 150 $.
Um sich dieser neuen Funktionen zu erfreuen, müssen Sie nicht unbedingt ein neues Modem zu kaufen. Es gibt Modem-Hersteller, die planen, kostenlose "Flash upgrade" Software freizugeben, mit der die interne Software (oder Firmware) bestimmter aktueller Modelle aufgerüstet wird, um V.92 zu unterstützen. Die meisten älteren Modems können nicht zum Upgrade umprogrammiert werden, weil ihnen die Hardware fehlt, um verbesserte Kompression oder Anrufwartefunktionen zu realisieren. Sehen Sie sich die Internetseiten Ihres Modemherstellers an, um herauszufinden, ob für Ihr Modem ein Upgrade möglich ist.
Ich habe bei Apple nachgefragt, ob man plane V.92 Modems in neue Macs einzubauen oder ob man für die aktuellen V.90 Modems die Firmware aktualisieren könne. Ich erhielt aber keine Antwort. Die Hersteller von Endverbrauchermodems und ISP-Provider-Ausrüstung, die von Internet Service Providern für ihre Kommunikationshardware eingesetzt wird, arbeiten an der Feinabstimmung ihrer V.92 Software. Viele der neuen Funktionen müssen noch verbessert werden. Selbst, wenn Sie heute ein neues Modem mitV.92 kaufen, müssen Sie sich darauf vorbereiten, in einigen Monaten Ihre Hardware per Flash-Upgrade zu ersetzen: damit sind Sie sicher, die neueste und (theoretisch) beste Firmware zu besitzen. Es ist noch zu früh, um zu sagen, dass diese Flash Updater für den Mac verfügbar werden; wenn Ihr Modem Hersteller nur ein Update Programm für PCs vertreibt, können Sie mit einem Produkt wie Virtual PC den Updater ausführen oder Ihr Modem bei einem Freund am PC auf V.92 Unterstützung umrüsten.
"Wir meinen, dass Leute, die kein 56K Modem besitzen, oder deren Modem kaputt geht, in die V.92 Plattform investieren sollten, wir respektieren, dass man von uns erwartet, dass die Modems per Flash aktualisiert werden können, wenn die Funktionen tatsächlich in Serie produziert werden" sagte Larry Hancock, Direktor für Marketing bei Zoom Telephonics, einem großen Hersteller, der jetzt die Marken Hayes und GlobalVillage besitzt.
<http://www.globalvillage.com/>
Bei dem steigenden Hunger nach Internetzugriffen mit hoher Geschwindigkeit und fallenden Kosten für den Zugriff über Breitbandangebote per Kabelmodem oder DSL mögen analoge Modems noch wenige Jahre im Zwielicht weiterleben - V.92 könnte der letzte Standard für solche Modems sein. Derzeit haben Modems bei relativ geringen Bitraten und guter Leitungsqualität einen festen Platz für Datenübertragungen. Schließlich ist der Modemzugriff billig, einfacher aufzusetzen und auch dort verfügbar, wo der Breitbandzugriff fehlt.
[Kevin Savetz ist freier Computerjournalist, der auf Internet und Macintosh spezialisiert ist]
von Jonathan "Wolf" Rentzsch <tidbits@redshed.net>
[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]
Egal ob Sie es lieben oder hassen, Mac OS X wird mit Unix unter der Motorhaube ausgeliefert. Als Anwender befürchte ich, dass die einfach Mac-typische Bedienung durch das Bearbeiten von Textkonfigurationsdateien und dem Absetzen von obskuren Befehlen verloren gehen kann. Als Programmierer bin ich überglücklich, dass wir Mac-Benutzer jetzt Zugriff auf bestimmte, Software erhalten, die hohen Anforderungen aus der Industrie gerecht wird. Dabei handelt es sich um die Art von Software, die hinter Fortune 500Firmen steht, extrem komplexe, chemische Reaktionen berechnet und von uns gesehene Filme erzeugt. Da ich keine Filme herstelle und kein Wissenschaftler bin, interessiert mich vor allem die geschäftliche Seite dieser Software. Mein Hauptinteresse liegt in relationalen Datenbanken.
Unter dem klassischen Mac OS hat FileMaker Pro und 4D die Datenbankszene dominiert. Ich persönlich bevorzuge den Neuankömmling Valentina, während andere Leute auf Helix RADE oder Frontier schwören [siehe auch Matt Neuburgs Artikel zu den letzten beiden - Adam]. Leider entspricht keine dieser vier den hohen industriellen Anforderungen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Sie erfüllen gut ihren Zweck, aber ihnen fehlen die Qualitäten, die Datenbankexperten erwarten: SQL und ACID. Aber bevor wir uns im Detail mit diesen beiden Akronymen beschäftigen, lassen Sie mich Ihnen eine kurze Einführung in das relationale Datenbankmodell geben. Im nächsten Teil dieser Artikelreihe werden wir einige der relationalen Datenbanken betrachten, die Mac Anwendern unter Mac OS X zur Verfügung stehen.
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-518.html#Anker4>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-476.html#Anker3>
**Relationale Datenbanken** -- Obwohl es viele verschiedene Arten von Datenbanken gibt (Freiform, hierarchisch, Netzwerk und objektorientiert um ein paar zu benennen), ist das relationale Datenbankmodell am weitesten verbreitet.
Durch den Mathematiker Dr. E.F. Codd Anfang 1970 eingeführt, ist das Modell einfach (auch wenn einige Bücher versuchen, dies hinter ihrem mathematischen Jargon zu verstecken). Stellen Sie sich eine Tabelle vor, in der Sie eine Liste Ihrer Kunden führen:
> CUSTOMER Tabelle
| CUSTOMER_ID | NAME | |
| 1 | Steve Jobs | sjobs@apple.com |
| 2 | John Sculley | jsculley987@hotmail.com |
| 3 | Michael Spindler | mspindler654@yahoo.com |
| 4 | Gil Amelio | ameliorator321@hotmail.com |
Beachten Sie, dass Sie drei Spalten mit Informationen haben, wobei jede Spalte eine bestimmte Information enthält. Sie haben vier Kunden, jeder in einer eigenen Zeile.
Das relationale Modell nennt dieses Datenlayout eine "Tabelle"; eine relationale Datenbank enthält eine oder mehrere Tabellen. Obwohl sie im Prinzip ähnlich wie eine Tabellenkalkulation aussieht, hat eine Tabelle in einer Datenbank den entscheidenden Unterschied, dass jede Spalte nur eine bestimmte Art von Daten enthalten kann. Beispielsweise wäre es unzulässig, Text in die "CUSTOMER_ID"-Spalte zu schreiben - diese Spalte kann nur Zahlen enthalten. Im Gegensatz zu Tabellenkalkulationen kann solch eine Zelle auch keine Formeln enthalten (jede Zelle steht für sich allein und kann nicht auf eine andere Zelle verweisen).
Wenn Sie es gewöhnt sind, sich eine Datenbank wie in FileMaker als einen Stapel Indexkarten vorzustellen, gibt es einen hilfreichen Tipp: Eine Tabelle entspricht einem Stoß Karten, eine Zeile entspricht einer einzelnen Karte (einem Datensatz) und eine Spalte steht für ein einzelnes Feld auf der Karte.
Nehmen wir nun an, Sie wollen die Einkäufe Ihrer Kunden verfolgen. Dazu legen Sie eine weitere Tabelle an:
> PURCHASE Tabelle
| PURCHASE_ID | CUSTOMER_ID | DESCRIPTION |
| 1 | 1 | Schwarzes Rollkragenshirt |
| 2 | 2 | Buch: "Anleitung zum Verkauf von Zuckerwasser" |
| 3 | 1 | Ausgebleichte Bluejeans |
| 4 | 3 | Goldener Fallschirm |
| 5 | 1 | 12-Pack Wasserflaschen |
| 6 | 4 | Buch: "Wie Steve Jobs zum zweiten Mal kam" |
Sie können zu dieser Tabelle Zeilen hinzufügen, wenn die Kunden Einkäufe tätigen. Jeder Einkauf hat eine "CUSTOMER_ID"-Spalte, die einen Zusammenhang zwischen einem Einkauf und einem Kunden herstellt. Beispielsweise sehen wir in dieser Tabelle, dass Einkauf #1 von Kunde #1 ausgeführt wurde.
Lassen Sie uns jetzt im Detail untersuchen, wie diese Beziehungen funktionieren. Ausgehend von einer PURCHASE_ID ist es einfach, die E-Mail-Adresse des Käufers zu finden. Angenommen wir sind am vierten Einkauf interessiert; das Feld CUSTOMER_ID steht auf3. Auf der Suche in unserer Kundenliste nach einem Kunden mit der ID 3 finden wir Michael Spindler mit der E-Mail-Adresse <mspindler654@yahoo.com>.
Die Beziehungen funktionieren auch in umgekehrter Richtung: Ausgehend von einer CUSTOMER_ID können wir eine Liste von Einkäufen ermitteln. Nehmen wir zum Beispiel Steve Jobs, der die CUSTOMER_ID 1 hat. Wenn wir jetzt unsere Einkaufsliste nach Zeilen mit einer passenden CUSTOMER_ID durchsuchen, finden wir die Einkäufe 1, 3 und 5.
Wenn Sie beim Design Ihrer Datenbank ein paar Regeln beachten, wird Ihre Datenbank nur wenige oder gar keine doppelten Daten enthalten und nur zulässige Datenkombinationen zulassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass nichts programmspezifisch ist -wenn Sie Ihr aktuelles Datenbankprogramm ausgewachsen haben können Sie mit relativ geringem Aufwand zu einem anderen wechseln.
Schließlich sind relationale Datenbanken gut skalierbar. Sie können auf einem PC für unter 1000,- DM mit Linux anfangen und die gleiche Datenbank auf einen dicken IBM Hobel für über eine halbe Millionen Mark migrieren. Der einzige Unterschied ist Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Daher wird offensichtlich, warum Firmen relationale Datenbanken mögen.
Jetzt, da wir die Grundidee über relationale Datenbanken kennen, können wir die zuvor genannten Akronyme SQL und ACID entschlüsseln.
**SQL** -- SQL steht für Structured Query Language (Strukturierte Abfragesprache)) und wird durch Aneinanderreihung dieser Buchstaben ausgesprochen ("Es Qu El"). Manche Leute sprechen es auch als "Sequel" aus, aber das ist falsch. Es gab eine SEQUEL genannte Sprache, die SQLs Vorläufer war. Eine Minderheit spricht SQL als "squal" aus, was sich wahrscheinlich aus dem gleichen Grund nicht durchgesetzt hat, aus dem SCSI nie "sexy" ausgesprochen wurde - es klang doof in Besprechungen (Sie würden wohl kaum zu Ihrem Chef sagen: "Wir brauchen ein sexy Laufwerk für unseren Squal-Server").
SQL ist die Standardsprache, über die wir mit relationalen Datenbanken kommunizieren. Da es eine vollständige Sprache ist, können Anwender, Entwickler und Software Programme sie benutzen, um Tabellen und ihre Zeilen zu erzeugen, ändern und zu löschen. Die Verwendung einer Standardsprache öffnet relationale Datenbanken einer Vielzahl von Schnittstellen und Zugriffsmethoden, die für andere Datenbanken jeweils individuell programmiert werden müssten. Dies war bei den traditionellen Datenbanken auf dem Macintosh immer eine gewichtige Einschränkung.
Wie HTML ist SQL eine deklarative Sprache. Sie enthält keine Variablen oder Schleifen und sie ist selbst für nicht-Programmierer einfach zu erlernen. Mit einer nicht deklarativen Sprache müssen Sie die Schritte angeben, die zur Ausführung einer Aufgabe notwendig sind. Eine deklarative Sprache erlaubt Ihnen im Gegensatz dazu, das erwünschte Endergebnis anzugeben. SQL ist eine alte Sprache und obwohl sie Groß/Kleinschreibung nicht unterscheidet ist es üblich fast alles groß zu schreiben. Hier ist ein gültiger SQL Ausdruck, mit dem die oben beschriebene Kundentabelle erzeugt wird:
Dieser Befehl erzeugt eine Tabelle mit Namen CUSTOMER mit drei Spalten: CUSTOMER_ID, NAME und EMAIL. Die CUSTOMER_ID Spalte ist so definiert, dass sie eine Zahl enthalten soll, wohingegen NAME und EMAIL jeweils für 100 bzw. 200 Zeichen definiert sind.
Es ist mit dem INSERT Verb einfach in eine Tabelle Informationen einzufügen:
Hier fehlt der Platz, um auf die Details zum Ändern und Löschen von Zeilen und Tabellen einzugehen, aber es geht genauso einfach wie das Erzeugen und Einfügen von Tabellen und Zeilen.
Das Schlüsselverb von SQL ist SELECT, mit dem Sie Informationen aus der Datenbank abfragen und filtern können. Beispielsweise können wir die E-Mail-Adresse eines Kunden wie folgt abfragen:
Hier ist das Beispiel, welches Sie erhalten:
Das Ergebnis nimmt die Form einer Tabelle an. In diesem Fallist es zwar nur eine Tabelle mit einer Spalte, aber es ist trotzdem eine Tabelle.
Als letztes Beispiel ermittelt die folgende Abfrage anhand eines Namens alle Einkäufe eines Kunden. Es ist in Ordnung, wenn Sie den Ausdruck nicht verstehen. Ich wollte nur kurz zeigen, was Sie mit SQL alles tun können.
Hier ist das Ergebnis:
| PURCHASE_ID | DESCRIPTION |
| 1 | Schwarzes Rollkragenshirt |
| 3 | Ausgebleichte Bluejeans |
| 5 | 12-Pack Wasserflaschen |
**Der ACID Test** -- ACID steht für "Atomicity, Consistency, Isolation and Durability" (Atomar im Sinne von kleinste Teilchen, Konsistenz, Entkopplung und Dauerhaftigkeit).Dies sind die Funktionen, die die Profis (Oracle, PostgreSQL)von den kleineren Programmen (FileMaker Pro, 4D) trennen. Wenn Ihr Geschäft von der Qualität Ihrer Daten abhängt, hilft Ihnen ACID nachts ruhiger zu schlafen.
Atomicity (ausgesprochen "atomisiti") stammt vom Wort Atom und seiner ursprünglichen Bedeutung: unsichtbar. In einer Datenbank bedeutet dies, dass mehrere Operationen zu einer nicht auftrennbaren Transaktion verbunden wird. Entweder werden alle Operationen der Transaktion ausgeführt oder keine. Dies hilft, dass eine Datenbank immer in einem korrekten Zustand ist.
Consistency ist das Prinzip, dass nur Operationen zugelassen sind, die alle Voraussetzungen zur Korrektheit der Datenbank erfüllen. Der Endeffekt davon ist, dass nicht korrekte Operationen verboten sind, unabhängig davon, ob sie extern (z.B. durch Fehleingaben der Anwender) oder intern (z.B. ist die Platte voll und eine Zeile kann nicht hinzugefügt werden) sind.
In der wilden Webwelt müssen Datenbanken mit mehreren, konkurrierenden Modifikationen klar kommen. Aber was passiert, wenn Alices Transaktion die Tabelle ändert, die Bobs Transaktion gerade liest? Isolation stellt sicher, dass Bobs Transaktion die Tabelle so sieht, wie sie vor dem Start von Alices Transaktion aussah oder wie sie nach Alices Transaktion aussieht, aber nie in einem Zwischenstadium.
Schließlich steht Durability dafür, dass sobald eine Transaktion abgeschlossen ist, die Ergebnisse der Transaktion durch einen Systemabsturz nicht verloren gingen. In der realen Welt bedeutet dies, dass Transaktionen solange nicht als abgeschlossen gelten, bis alle Informationen auf Platte gespeichert sind.
**Was ist verfügbar?** In der Fortsetzung dieses Artikels werde ich die Verdienste einer Hand voll Datenbankprogramme beschreiben, die unter Mac OS X laufen können. Dazu gehören MySQL, FrontBase und Spekulationen über Oracles möglichen Eintritt in die Mac-Umgebung.
[Jonathan "Wolf" Rentzsch verkörpert Red ShedSoftware und organisiert ein monatliches Treffen von Mac Programmierern in Northwest Illinois.]
Übersetzer dieser Ausgabe: Andre Schleife [AS] <<ahref="mailto:a.schleife@gmx.de"a.schleife@gmx.de>, WalterSonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>und Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
Koordination: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de >.
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