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TidBITS#588/16-Jul-01

Überlebenstechniken bestimmen diese Woche unsere Gedanken. Geoff Duncan berichtet darüber, wie sein Breitband Provider plötzlich ausfiel und wie auch Sie solch eine Überraschung in der heutigen Zeit der unsicheren ISPs überstehen können. Außerdem wirft Adam einen Blick auf das Scheitern des Online Lebensmittelmarkt Webvan. In den Schlagzeilen berichten wir über die Veröffentlichung von Panorama 4.0 und Mailsmith 1.1.7 und feiern Adams dritten Platz in der 2001 MDJ Power 25.

Themen:

<http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-588.html>

<ftp://ftp.tidbits.com/issues/2001/TidBITS#588_16-Jul-01.etx>


MailBITS/16-Jul-01

[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]

**TidBITS Herausgeber erreicht dritten Platz in der MDJ Power 25** -- In der inzwischen jährlichen Auswertung von Macintosh-Insidern, koordiniert durch die Insiderveröffentlichungen MDJ, hat der TidBITS-Herausgeber Adam C. Engst erneut einen Platz unter den fünf einflussreichsten Personen in der Macintosh-Industrie erreicht. Dieses Jahr erreichte Adam den dritten Platz, nach Apples CEO Steve Jobs (keine Überraschung), und musste den letztjährigen zweiten Platz an Apples Chef der Softwareentwicklung, Avie Tevanian übergeben. Avie ist derjenige, welcher am direktesten für Mac OS X verantwortlich ist. Die fünf Plätze wurden durch Microsofts Chairman Bill Gates auf dem vierten Platz und Apples Designvirtuosen Jonathan Ive gefüllt. Gratulationen an Adam und die anderen, welche in die MDJ Power 25 aufgenommen wurden! [GD]

<http://www.macjournals.com/pages/gcsf/mdj_power_25_2001.html>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06045>

**ProVUE liefert Panorama 4.0 Datenbank** -- Der langjährige Macintosh Entwickler ProVUE hat Panorama 4.0, die jüngste Version seiner RAM-basierten Datenbankanwendung heraus gebracht. Panorama gibt es seit 1988 und es hat schon immer sehr kurze Zugriffszeiten geboten, da es alle Arbeitsdaten im RAM statt auf der relativ langsamen Festplatte speichert. Dies mag riskant klingen, aber Panorama war schon immer so stabil, dass dies kaum ein Problem darstellte und die Performancevorteile sind immens. Als High-End Macs 8 MB RAM hatten, konnte Panorama teuer und Ressourcenintensiv sein; heute gibt es RAM reichlich und billig, sodass Panoramas Geschwindigkeitsvorteile leichter den je nutzbar sind. Panorama 4.0 wurde fast vollständig neu erstellt und die Anwendung ist jetzt PowerPC native (vorherige Versionen hatten von Hand optimierten 68K Assembler Code, der die Portierung nach PowerPC schwierig machte) und zum ersten Mal gibt es auch eine Version für Windows - alle Panorama-Dateien sind vollständig Crossplattform- und aufwärtskompatibel. Version 4.0 bietet verbesserte Entwicklerwerkzeuge einschließlich eines Formular-Wizard, einem Debugging-Wizard, Onlinereferenzen, verbesserter Bearbeitungswerkzeuge, zeitbasierte Ereignisse und Erweiterungen zu Panoramas interner Programmiersprache. Panorama kostet $ 300 (Upgrades von Version 3.x kosten $ 70) und benötigen ein PowerPC-basiertes System mit Mac OS 7.6 oder neuer einschließlich der Classic-Umgebung von Mac OS X, sowie mindestens 16 MB RAM (je mehr, desto besser!). [GD]

<http://www.provue.com/panorama.html>

**Mailsmith 1.1.7 verfügbar** -- Bare Bones Software hat Mailsmith 1.1.7 veröffentlicht, ein kleiner Update zu seinem E-Mail Programm. Version 1.1.7 verbessert die Unterstützung für SMTP AUTH (einem Protokoll, welches authentifizieren Anwendern den Versandt von E-Mail erlaubt, selbst wenn sie sich nicht über eine vertraute Adresse am Server anmelden), die Möglichkeit Ports zu ändern, über die Mailsmith auf POP und SMTP zugreift (nützlich, wenn Sie über SSH-Verbindungen auf den Server zugreifen), sowie Änderungen die Mailsmith besser und der Classic Umgebung von Mac OS X arbeiten lassen. Wie immer hat Bare Bones eine vollständige Liste aller Änderungen Online zur Verfügung gestellt. Der Update ist ein 2,7 MB Download und kostenlos für registrierte Anwender von Mailsmith. [GD]

<http://www.barebones.com/products/mailsmith.html>

<http://www.barebones.com/support/mailsmith/mailsmith-notes.html>

<http://www.barebones.com/support/updates.html>


Was Webvan scheitern ließ

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Übersetzt von: Kerstin Kern <kerstin.kern@t-online.de>]

Es überraschte mich und Tonya in keinster Weise, dass Webvan letzte Woche sein Portal schließen musste, waren wir doch -vorübergehend- deren Kunden gewesen, nachdem Webvan HomeGrocer ein Jahr zuvor übernommen hatte. Die Unterschiede in der Weise, wie die beiden Unternehmen ihre Geschäfte führten, waren zu erkennen gewesen: Während HomeGrocer bestimmt hart ums Überleben kämpfte, schien Webvan andererseits sich in die Idee verrannt zu haben, seine Chancen zu verschenken. In diesem Artikel werden einige Punkte, die sie falsch gemacht hatten, näher beleuchtet, insbesondere im Vergleich mit HomeGrocer, dem in Seattle ansässigen Lieferservice, der zuerst unsere Leidenschaft für den Lebensmitteleinkauf im Internet weckte.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1184>

**Übermäßig viel Kapital zur Verfügung** - Die mir bekannten unterschiedlichen Beträge, die Webvan verbrauchte, bewegen sich zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde Dollar. Das ist viel Geld und lässt, so denke ich, sowohl auf überschwängliche Investitionen in den Anfängen von Webvan schließen, als auch auf den Glauben, dass Einkauf irgendeiner Art über das Internet besser erledigt werden könnte als im persönlichen Kontakt. Investitionen von großer Tragweite sind im Normalfall eine gute Sache, aber in diesem Fall gerieten die hohen Summen zu Webvans Nachteil, ganz zu schweigen von der gesamten Industrie. Webvan verwandte das Geld auf zwei grundlegende Arten: Auf den Aufbau einer kostspieligen Infrastruktur und auf eine schnelle, landesweite Expansion.

Webvan gab hohe Summen für High Tech-Warenlager aus, die den Vertrieb revolutionieren sollten, sich aber größtenteils als Fehlinvestition erwiesen. Die Problematik bestand darin, dass die ganze Technik Personalkosten senken sollte, aber Personal ist relativ kostengünstig. Hinzu kam dann auch noch, dass man bei Webvan die Lagerhallen für eine Kapazität von bis zu 8.000 Aufträgen täglich auslegte - vermeidbare Ausgaben, wenn weniger als die Hälfte der erwarteten Menge eintrifft. Demnach würde Webvan ungefähr 35 Millionen Dollar für ein Warenlager ausgeben, wohingegen HomeGrocer nur ca. 15 Millionen Dollar für ein viel weniger automatisiertes Lager verbrauchte - für 20 Millionen Dollar kann man viel Personal einstellen. Die außergewöhnlichen Warenlager funktionierten nicht einmal notwendigerweise besser: Beispielsweise richtete Webvan einen automatisierten Tiefkühlraum ein, aus welchem Artikel für Kundenaufträge von nur einem einzigen Angestellten herausgeholt werden. Da der Tiefkühlraum aber Waren eben tiefkühlte, konnte niemand sich darin länger als ein paar Minuten aufhalten, ohne sich zu verkühlen. Im Gegensatz dazu leisteten die Lowtech-Tiefkühlräume von HomeGrocer gute Dienste, da die Lagerangestellten schnell hineinlaufen, die benötigten Artikel holen und wieder hinausgelangen konnten, ohne sich dabei den Tod zu holen.

**Uferlose Expansion schwächt den Wirkungsgrad** - Webvans ehrgeizige Expansionspläne, die sogar noch im Angesicht der platzenden Dotcom-Träume verfolgt wurden, waren bestenfalls als problematisch zu bezeichnen. Am beträchtlichsten war der Druck, den man auf die konkurrierenden Lebensmittelhändler in diesen Märkten ausübte. In einem etablierten, rentablen Unternehmen ist der Druck auf Wettbewerber in den wichtigen Märkten sinnvoll, aber in einer Situation, in welcher jeder Verluste macht beim Versuch, Marktanteile zu erhalten, macht es die Forcierung eines harten Wettbewerbs umso wahrscheinlicher, dass alle scheitern werden. Zahlreiche Senkrechtstarter im Online-Lebensmittelhandel wie ShopLink, Streamline und kürzlich HomeRuns sind beim Versuch, gegeneinander zu konkurrieren und sich gleichzeitig von den klassischen Supermärkten abzugrenzen, auf der Strecke geblieben.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06208>

Die unglaublich komplexe Logistik um Webvans Expansionsvorhaben machte es dem Management ebenfalls schwer, sich auf das eigentliche Geschäft der Kundenbetreuung zu konzentrieren. (In diesem Fall werde ich im Zweifel wohl wollend annehmen, dass sie abgelenkt waren und nicht einfach der Sache nicht gewachsen, obwohl in diesem Punkt die Meinungen auseinander gehen, wie Sie sehen werden) Im Grunde hatten wir an HomeGrocer nichts zu bemängeln, insbesondere nicht, was den Kundenservice angeht: E-Mails wurden stets umgehend beantwortet und es war toll, wie sie Ersatz für seltene Fehler oder beschädigte Lebensmittel beschaffen konnten. Als Webvan die Geschäfte übernahm, wurden unsere Kontakte zum Kundenservice nach und nach unpersönlicher, bis auch die Letzten sich verflüchtigten.

Aber der Tropfen, der für uns das Fass zum Überlaufen brachte, war der Zeitpunkt, als die Qualität der Produkte anfing, nachzulassen. HomeGrocer-Angestellte haben es immer geschafft, gute Produkte auszuwählen, sodass man das Gefühl hatte, ihnen die Einkäufe bedenkenlos anvertrauen zu können. Nachdem wir einen ganzen Beutel voll verdorbener Orangen geliefert bekamen und uns anschließend beim Kundenservice keine Beachtung geschenkt wurde, entschieden wir uns, wieder in den Supermärkten in unserer Gegend einzukaufen. Es ist durchaus möglich, dass Webvan hier durch den Einkauf minderwertiger Produkte Einsparungen versuchte, aber einer unserer Fahrer erklärte, dass die Aufträge von Aushilfen zusammengestellt wurden, die sich bei ihrer Arbeit nicht übermäßig anstrengten.

**Fusionieren und sterben** - Ein weiterer Fehler war der Kauf von HomeGrocer. Obwohl es oberflächlich gesehen ein sinnvoller Schritt war, verpatzte Webvan die Übernahme fast völlig, versäumte es, die Organisationen einerseits zusammenzuführen und überfuhr HomerGrocer andererseits in dessen Anpassungsbereitschaft. Ein nur zu offensichtlicher Fehler war das Entfernen des weithin bekannten Logos von HomeGrocer (ein Pfirsich) von den Lieferlastwagen, die auf den verstopften Autobahnen von Seattle häufig gesichtet wurden. Bei Pfirsich dachte man sofort an den Transport von frischen Lebensmitteln, wohingegen das unauffällige "W" in Webvan, nun, eben nichts aussagte. Tonya und ich machten uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig "Pfirsichpunkte" zu verleihen, wenn einer unter der Autofahrt einen HomeGrocer-Lastwagen als Erster erspäht hatte; nach der Änderung bemerkten wir die Webvan-Lastwagen meistens nicht einmal. Und während wir uns bei den Fahrern beschwerten, nachdem die Lastwagen neu gestrichen waren, verschwand eine Marke, die sogar Kleinkinder wie Tristan erkannten.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06004>

War das Äußere schon zu bemängeln, sah es intern wohl auch nicht besser aus - Der HomeGrocer-Gründer Terry Drayton, der einen Monat vor der Übernahme aus dem Unternehmen ausschied, wurde allgemein wie folgt zitiert: "Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich nicht gedacht hätte, wie irrsinnig wenig sie [das Webvan-Management] von ihrem Geschäft verstanden. In unseren kühnsten Träumen hätten wir uns nicht vorstellen können, dass sie so schlecht sein würden." Nach der Übernahme sank die Moral der HomeGrocer-Angestellten erheblich, bis sie sich schließlich offen über die Veränderungen im Management aufregten. In den Anfängen von HomeGrocer verrichteten die Fahrer ihre Arbeit mit Eifer, der Kunden dazu veranlasste, in die damals ungewöhnliche Idee des Online-Lebensmittelkaufs Vertrauen zu entwickeln. Die veränderte Einstellung war nach der Übernahme besonders bestürzend.

<http://www.thestandard.com/article/0,1902,27911,00.html>

Alleingang als Alternative? Webvan könnte es heute noch geben, wenn sie das Kapital, das sie zur Verfügung hatten, wohl überlegt ausgegeben, sich auf ihren angestammten Markt im Bereich San Francisco konzentriert, und, mit ihrem perfektionierten Modell, mit Bedacht expandiert hätten. Der in den überschwänglichen Zeiten des E-commerce so vorherrschende Antrieb, Marktanteile zu erobern, machte in einigen Bereichen Sinn; aber im Lebensmittelbereich, in welchem die Margen so eng sind, ist es schwierig zu erkennen, wie ein unrentables Geschäftsmodell leicht zu einem Gewinn abwerfenden Unternehmen gemacht werden kann, wenn es nur genug Leute gibt, die bestellen - im Falle von Webvan waren es 750.000. (Ein perfektes Beispiel für die Redensart "Zwar machen wir Verluste mit jedem Verkauf, aber durch Quantität bügeln wir das wieder aus".)

Interessanter ist die Frage, ob HomeGrocer hätte überleben können, wenn die Übernahme nicht stattgefunden hätte. Das Unternehmen machte immer noch Verluste zu der Zeit, als Webvan bei ihnen anklopfte, aber die Kundentreue war in Seattle extrem hoch, man verfügte über einen hohen Markenerkennungswert und hatte noch nicht vergessen, dass der Kundenservice diejenigen Leute, die daran gewöhnt waren, ihre Wocheneinkäufe ausschließlich in echten Supermärkten zu erledigen, für sich gewinnen musste. Terry Drayton hat sogar darüber gesprochen, HomeGrocer zurückzubringen, und obwohl wir aus Seattle weggezogen sind und von dem, was er vielleicht vorhat, nicht mehr profitieren können, würde ich ihn ganz bestimmt dazu ermutigen, es auf einen Versuch ankommen zu lassen.

<http://seattlep-i.nwsource.com/business/30729_drayton10.shtml>

Trotz des kolossalen Scheiterns von Webvan und so vieler anderer Lebensmittelhändler im Internet besteht die Schlussfolgerung nicht darin, dass Online-Lebensmitteleinkauf nicht erfolgreich sein kann, sondern dass beim Verwirklichen des Geschäftsmodells sehr viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit erforderlich ist, sowie ein Auge für Details. Sehen Sie sich die Internet-Auftritte von klassischen Supermärkten an und Sie werden feststellen, dass es eine Zukunft für den Online-Lebensmittelkauf gibt. Albertsons hat seine Lieferkapazität für Aufträge, die durchs Internet hereinkamen, langsam ausgedehnt, die niederländische Lebensmittelkette Royal Ahold besitzt eine Mehrheitsbeteiligung an Peapod, und Safeway investiert beachtlich in das texanische GroceryWorks; Letztere erhielten gerade vor kurzem mehr Mittel auch von der britischen Supermarktkette Tesco erhalten, die offensichtlich gut darin gewesen sind, ihren Internet-Lieferservice rentabel zu machen.

<http://www.albertsons.com/>

<http://www.peapod.com/>

<http://www.safeway.com/>

<http://www.groceryworks.com/>

<http://www.tesco.com/>

In der Tat könnte die Schlussfolgerung sein, dass, wenn viel Infrastruktur bereits durch bestehende Supermarktketten vorhanden ist, der Aufbau eines neuen Vertriebsnetzes und das Führen von Lagerbeständen einfach zu kostspielig ist. Terry Drayton könnte man zur Vorsicht raten in seinen Bemühungen, HomeGrocer neues Leben einzuhauchen, aber ich denke, dass diejenigen, die die Möglichkeit zum Lebensmitteleinkauf im Internet nutzen, die Dienste zu schätzen lernen werden, egal, von wem sie zur Verfügung gestellt werden.


Die dunkelste Stunde des ISP überleben

von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>

[Übersetzer Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]

Seit 1996 habe ich mein Netz zuhause über ISDN mit dem Internet verbunden, man kann mich also als Vorreiter des Konzepts "direkter Internetzugriff von zuhause" bezeichnen. (Adam und Tonya schlagen mich allerdings um Längen: sie haben Ihre Frame Relais Verbindung seit 1994). Ich habe immer auch Server betrieben - fürs Internet, für E-Mail und als Nameserver - auf wenigen Macs und habe verschiedene Domains und Dienste für Kunden und für TidBITS betrieben. Wenn Sie je TidBITS-Artikel gesucht haben, Artikel mit GetBITS URL gelesen haben, TidBITS über AvantGo über einen Palmrechner gelesen oder durch das TidBITS Talk Archiv gestöbert haben, haben Sie auf die Macs zugegriffen, die in meinem Bürokabinett sechs Fuß neben meinem Arbeitsplatz stehen.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=01748>

**Der Breitbandzauber** -- Ein ISDN-Anschluss bietet mit 128 kBit/sec mehr als doppelt so viel Bandbreite wie ein Modem mit 56 kBIT, Sie könnten deswegen vermuten, er bräche oft zusammen. Etwa in den letzten fünf Jahren ist ein solcher Fall aber nicht vorgekommen: der Anschluss ist typischerweise mal 10 bis 15 Sekunden gesättigt, aber im Stundenmittel wird meist nur 5-8 % der Bandbreite genutzt. Trotzdem wollte ich _mehr_ Bandbreite: neben meiner Arbeit mit Internetbezug bin ich nämlich passionierter Musiker. In den letzten Jahren habe ich kleine Schritte unternommen, um Musik digital zu speichern und gelegentlich greifen ohne Absprachen Hunderte auf meine Server zu, um MP3-Dateien zu laden. Genauer, manchmal muss ich Hunderte von Megabytes an Musikstücken an und von Kunden transferieren. Diese gigantischen Dateilängen beanspruchen mehrere Stunden der ISDN-Verbindung und das _drückt_ die Leistung und die verfügbare Zeit, in denen ich Zugriffe für TidBITS und andere Kunden bedienen kann.

<http://www.mp3.com/geoff_duncan/>

Ich hatte aber fast keine Alternativen. DSL wird dort wo ich wohne nicht angeboten und mein Hauswirt ist nicht bereit, mir die Installation der Extra Drahtverbindung zu genehmigen, die ein Frame Relais Anschluss benötigt - unter der Voraussetzung, ich könnte mir eine solche Verbindung leisten. Funkverbindungen mit Megabitleistungen gäbe es, aber sie sind derzeit zu teuer, um sie sich privat leisten zu können, und ich müsste in ein anderes Appartement umziehen, um eine direkte optische Verbindung zu ermöglichen - wenn ich schon umziehen müsste, könnte ich auch gleich an einen Ort ziehen, an dem das billige DSL angeboten wird.

In diesem Frühjahr habe ich meinen Widerstand überwunden und einen Hochgeschwindigkeitsanschluss eines neuen örtlichen Breitbandanbieters bestellt. Ich hatte diese Firma vorher etwa ein Jahr lang beobachtet und obwohl ihr Marktsegment schrumpfte, hatte die Firma genügend Kapital, um zu expandieren und ihre Kunden sprachen positiv von ihr. Die Marktidee war einfach: man betrieb Breitbandanschlüsse zu Erschließungssystemen in Apartments oder Villen und nutzte (in meinem Fall) billige Geräte von Tut Systems, um Ethernetverbindungen über wenige Hundert Meter vom Erschließungsort zu den Wohnungen über Telefonkabel anzuschließen. Nachdem alles installiert war, arbeitete das System gut: Ich konnte mein Netz ohne viel Ärger umstellen und hatte auf einmal bis zu zwei Mbps Bandbreite zur Verfügung, das war das 16-fache meiner vorherigen ISDN-Verbindung. Die Übertragung großer Musikdateien kostete nur noch Minuten und ich investierte einige Zeit darein, meine Freunde und Kollegen darauf hinzuweisen. Ich kündigte freudig meinen ISDN-Anschluss und beseitigte damit einen anderen Nachteil meiner Wohnung; Quest Communications besaß ein lokales Telefonmonopol.

<http://www.tutsystems.com/products/ethernetworking/>

Aber gemeinsam mit meiner Freude verlor ich nach kurzem den Breitbandanschluss. Sechs Wochen später (trotz meiner ausgiebigen vorherigen Nachforschungen) stellte der Breitbandanbieter seine Dienste ein und es gab praktisch keine Vorwarnung. Mein Netzwerk und alles, was darüber lief (auch meine persönliche E-Mail, meine Kunden-E-Mail, die Dienste für TidBITS und vieles mehr) fielen aus. TidBITS-Leser erinnern sich bestimmt an das Wochenende im März, an dem viele Seiten der TidBITS Internetpräsenz nicht erreicht werden konnten; das war an dem Tag, an dem mein Provider seine Dienste abschaltete. Meinen Blutdruck konnte man auf der Richterskala messen.

**Dünne Luft** -- Meine Erfahrung ist im augenblicklichen wirtschaftlichen Klima nicht ungewöhnlich. Der USA-Markt für ISPs schrumpft schon seit Jahren; zuerst war das Schrumpfen durch Fusionen und Firmenaufkäufe verursacht, indem größere Firmen kleinere Provider schluckten, um ihre Kunden, Erträge und Anlagen zu übernehmen. Das anhaltende Sterben von Dot-coms (und die begleitenden Konkurse) haben die Reihen der ISPs aller Größen gelichtet, von den lokalen E-Mail Providern bis zu großen regionalen und bundesweit agierenden Diensten. Mit der Konsolidierung der Industrie ist zu erwarten, dass immer weniger Internetprovider an den Einsatzorten zur Wahl stehen, während gleichzeitig die Anzahl der Internetinteressenten wächst. Die Zahl der Leute, die ihren Internetzugang, ihre E-Mailaddressen oder ihre gemieteten Leitungen praktisch oder ganz ohne Warnung verloren haben, ist überraschend groß.

<http://www.dslreports.com/shownews/820>

Für viele mag der Verlust ihres ISP über Nacht nicht viel Ärger bedeuten, für andere kann dies Ereignis eine ernste Unterbrechung ihres Geschäftes, ihrer persönlichen Kommunikationsverbindungen oder Dienstleistungen bedeuten. Allein der Umzug und ein damit verbundener Wechsel der E-Mailadresse kann die Korrespondenz über Wochen oder Monate unterbrechen, weil die meisten Partner ihre Namens- und Adresslisten sowie andere Datenbankeinträge nur langsam aktualisieren: Je länger Sie Ihre E-Mailadresse unverändert einsetzen konnten, desto mehr Ärger wird ihre Änderung verursachen. Weiter, wenn Ihr ISP Ihre Internet-Seiten auf einem Server bereitstellt, verlieren Sie nur Ihre Seiten, Bilder, Skripte und andere Daten, die Sie erzeugt haben, wenn Sie Ihre Backups nicht zu zögerlich gemacht haben. (Sie _zögern_ mit Backups, ja?)

Es gibt andere, für die der Ausfall schlimmer ist. Breitbandtechniken wie DSL für Verbraucher haben Tausende oder sogar Millionen vergleichsweise kleiner Netzwerke entstehen lassen, die rund um die Uhr mit dem Internet verbunden sind. Einige davon werden von Hobbyisten betrieben, die es für wichtig halten, ständig online zu sein; andere repräsentieren kleine oder mittlere Geschäfte oder Organisationen, die sich keinen eigenen kommerziellen Internetzugriff leisten können (oder nicht finden). Wenn deren ISP vom Markt verschwindet, kann deren gesamtes Netz den Kontakt zum Internet verlieren. Ja sogar deren Vermögen zu einem alternativen Provider zu wechseln, kann mit dem ausgeschalteten ISP verloren gehen, insbesondere wenn der Provider Ihren Domain-Namen oder Ihre E-Mail-Adressen stellte. Ich bin zu dieser Gruppe ein extremes Beispiel, weil ich nicht nur alles selber mache (bis zum DNS-Server), Ich verkaufe Online-Dienste an Kunden. Wenn meine Verbindung abstürbe, würde _alles_ mitgezogen, was ich mache.

**Seinen ISP überleben** -- Der Prozess, mein Heimnetzwerk vor einer Bitbeerdigung zu retten, hat mich zu folgenden Schlüssen geführt, die Leute berücksichtigen sollten, um gegen das unglückliche Ereignis gewappnet zu sein, dass ihr ISP seine Geschäfte schließt, von einer minderwertigen Firma geschluckt wird oder seine Dienste ganz einstellt. Einige dieser Punkte sind spezieller (oder technischer) als andere, aber sie sollten für den Anfang genügend Bereitschaft sicherstellen - und Sie meilenweit in Vorteil setzen gegenüber meiner Position als die LEDs ausgingen.

Für die meisten Benutzer empfehle ich Folgendes:

* Besorgen Sie sich alternative E-Mail-Adressen. Wenn Ihr ISP verschwindet, brauchen Sie E-Mail-Adressen, die vom ISP unabhängig sind (bzw. wenn Sie ein eigenes Netzwerk betreiben) vom Mail-Server unabhängig sind. Internet-E-Mail-Adressen können hilfreich sein, auch wenn damit gegenüber normalen E-Mailprogrammen merkwürdige Abläufe entstehen. Viele Firmen wie Pobox, Bigfoot, Yahoo, HotMail und Mail.com bieten Dienste, die E-Mail weiterreichen oder kostenlose E-Mail-Konten. Wenn Sie bei Apple ein iTools-Konto besitzen, bietet auch Mac.com eine Alternative, obwohl ich persönlich nicht oft dazu Verbindungen aufbaue. Ich empfehle zwei alternative E-Mail-Adressen zu unterhalten, weil man nie weiß, wie lange der E-Mail-Provider im Geschäft bleibt. Beispielsweise kündigte USA.net jüngst an, von seinen Kunden Gebühren verlangen zu wollen, weil deren Werbeeinnahmen nicht ausreichen; wenn Ihr E-Mail-Provider auf Werbebasis arbeitet, kann Ihnen das auch passieren.

<http://www.pobox.com/>

<http://www.mail.com/>

<http://www.bigfoot.com/>

<http://www.yahoo.com/>

<http://www.hotmail.com/>

<http://www.mac.com/>

<http://dailynews.yahoo.com/h/ap/20010707/tc/e_mail_fees_4.html>

* Behalten Sie eine Wählverbindung. Wenn Sie zu einer Breitbandverbindung gewechselt haben, haben Sie vermutlich Ihren alten Account für Wählverbindungen abbestellt oder hatten eine Wählverbindung beim selben ISP, der Ihre Breitbandverbindung stellt. In beiden Fällen benötigen Sie eine Absicherung Ihres Internetzugriffs durch eine vom ISP unabhängige Wählverbindung. Sie können natürlich einen anderen Provider für eine Einwählmöglichkeit bezahlen, die Sie nur selten (hoffentlich sogar nie) benutzen, bei typischen Preisen zwischen 150 und 300 $ pro Jahr ist das aber unwirtschaftlich. Andererseits könnten Sie auch mit einem Freund, Geschäftspartner oder Verwandten eine Übereinkunft treffen, dass Sie seinen Account für Notfälle "ausleihen"; natürlich sollte dieser Partner Vertrauen zu Ihnen haben, dass Sie nicht in nicht abgerufener E-Mail schnüffeln, Passwörter ändern oder andere unerwartete Dinge mit dem Account unternehmen. Eine andere Lösung bietet vielleicht ein "Gruppen-Account", zu dem mehrere Personen sich die Kosten teilen und der nur als Backup-Wähl-Account bei einem zuverlässigen Provider unterhalten wird. Das habe ich mit Bekannten organisiert: jeder zahlt 20$ im Jahr, um eine Wählmöglichkeit bei einem bundesweiten Provider zu unterhalten als Notfallbackup oder für gelegentliche Nutzung auf Reisen.

* Informieren Sie sich über alternative Breitbandprovider. An den meisten Orten wird auf absehbare Zeit nur ein Provider existieren, viele Leute haben nur ein Breitbandangebot, wenn überhaupt. Wenn Sie mehrere Angebote haben oder von einer Telefongesellschaft einen Hochgeschwindigkeitsanschluss wählen können, den Internetanschluss aber bei einem anderen ISP - prüfen Sie die Angebote _bevor_ Sie Ihre Wahl überhastet treffen müssen. Überprüfen Sie Preise und Funktionen anderer ISPs und aller Breitbandangebote und behalten immer ein Auge offen für neue Angebote: möglicherweise nimmt ein privates Nachbarschaftnetz Gestalt an oder Sie können via Satelliten einen Zugriff erhalten wie bei Starband. Besonders sollten Sie notwendige Installationszeiten kennen, über notwendige (oder unabdingbare) Hardware Bescheid wissen und die Garantien kennen, welche Dienste angeboten werden (wenn überhaupt). Einige Angebote werden weder billig noch technisch günstig sein, aber selbst wenn Sie Ihren augenblicklichen Provider für wohletabliert halten (Ich tat genau das !), kann es nicht verkehrt sein, alle paar Monate die Alternativen auszuloten. Spätestens wenn Sie eilig wechseln müssen, können Sie dann wenigstens eine fundierte Entscheidung treffen.

<http://www.starband.com/>

Zu den ersten beiden Punkten sollten Sie alle Informationen sammeln (und speichern) - Sie sollten die Adressen und Accounts nutzen können _ohne_ vorher eine Internetverbindung aufbauen zu müssen. Die wichtigsten Objekte sind verfügbare Passwörter, erreichbare Telefonnummern, die Namen der Mailserver und die IP-Adressen der Domainserver, die Sie benutzen müssen. Außerdem sollten alle Account- und Lizenznummern zu Hand sein, die Sie notfalls bei einer Nachfrage an einem Supporttelefon benötigen.

Leuten, die ihr lokales Netz mit dem Internet koppeln und/oder eigene Domains betreiben, rate ich auch Folgendes:

* Bereiten Sie sich darauf vor, dass Ihnen nur wenige IP-Adressen zur Verfügung stehen. Als ich erstmals 1996 eine Verbindung aufbaute, gab mir mein ISP ohne weiteres einen ganzen Block von 64 IP-Adressen; heute sind Breitband-Benutzer rar, die über mehr als einige wenige statische IP-Adressen verfügen, wenn überhaupt. Die normale Internetanbindung geschieht auch für mehrere Rechner wegen Knappheit der IP-Adressen über Router mit Adressübersetzung (NAT), die als Gateway für ein privates Netz hinter dem Router agieren. Auch wenn NAT nicht Thema dieses Artikels ist, es gibt NAT-Router ohne Gateway-Funktion von Netopia und Asante. Man kann auch einen älteren Macintosh als reinen NAT-Router konfigurieren, indem man Programme wie den IPNetRouter vom TidBITS-Sponsor Sustainable Networks oder das Internet Gateway von Vicomsoft einsetzt. Wenn Sie mit einem Mac arbeiten, erhalten Sie bessere Resultate (und besseren Schutz) mit zwei (oder mehr) Ethernet-Karten, die das private Netzwerk von Rechnern trennen, die direkt im Internet sichtbar sind - sorgen Sie also vor, indem Sie mehr Ethernet-Hardware zur Hand haben.

<http://www.netopia.com/equipment/routers/>

<http://www.asante.com/product/routers/>

<http://www.vicomsoft.com/>

<http://www.sustworks.com/site/prod_ipr_overview.html>

* Schaffen Sie rechtzeitig Backup-Systeme und -Adressräume. Wenn Sie durch Verlust Ihres ISP automatisch Ihre Internetverbindung verlieren, sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Sie Ihre wichtigsten Dienste schnell durch Umleiten wieder in Betrieb bringen können. Das kann beispielsweise bedeuten, dass Sie ein paar Rechner bei einem Freund oder Kollegen aufstellen und ans Internet anschließen oder mit einem lokalen Anbieter arrangieren, dass Sie einige Ihrer Rechner kurzfristig bei ihm aufstellen können. Selbst wenn Sie keine abgeschlossenen Verträge haben, ist es nützlich, Ausweichmöglichkeiten zu kennen, sodass Sie bei einer Unterbrechung innerhalb von wenigen Stunden wieder online sein können und nicht mehrere Tage brauchen. Die Gefahr, dass Ihr ISP in Konkurs geht, ist nicht der einzige Grund, solche Alternativen auszuloten: Ich habe gerade einen Mail-Server eines Kollegen in meiner Wohnung, weil ein Brand in seiner Küche ihn zwang, auszuziehen (und damit seine Internetverbindung zu verlieren).

* Wenn Sie ganze Domains verwalten, stellen Sie sicher, dass Sie die Domain-Parameter jederzeit ändern können, ohne auf eine einzige E-Mail-Adresse angewiesen zu sein. Wenn Ihr ISP abschaltet, könnten Sie nämlich die Haupt-E-Mail-Adresse verlieren: wenn die Domain nämlich von einem Registrator vergeben wurde, der Änderungen nur nach einer Verifikation vornimmt, die von dieser Adresse gesendet wird, kann das eine Menge Ärger bieten. Je nach Firma, die Ihre Domaindaten verwaltet, müssen Sie nur Passwörter für Internet-Hilfsprogramme kennen, die deren Änderung ermöglichen. Bei Network Solutions müssen Sie eventuell recht kryptografische Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass Ihre PGP-Schlüssel bei ihnen in den richtigen Dateien stehen, erst dann können Sie nämlich deren Hilfsprogramme einsetzen (Beispielsweise können Sie Ihre PGP-Programme meist nicht nutzen, die sonst mit Ihrem E-Mailprogramm ablaufen). Testen Sie vor dem Ausfall, dass Sie Änderungen im Bedarfsfall machen können: Ich empfehle dazu, harmlose Modifikationen vorzunehmen - etwa ein Wort in Ihrer Kontaktadresse zu kürzen oder zu verlängern - sodass Sie den Erfolg Ihrer Manipulation leicht kontrollieren können.

**Wie lief's bei mir?** -- Weil mein Provider ein privates Netzwerk realisiert hatte und sowohl Internetrouting als auch physikalische Verbindungen über ihn liefen, war sein Ausfall für mich recht grausam: Ich konnte nicht einfach einen anderen ISP gleich integrieren und die Bezahlung auf ihn umstellen. Ich musste meine ISDN-Installation wieder herstellen - sowohl, weil ich die Hardware für den ISDN-Betrieb schon (oder noch) besaß und weil die einzige vernünftige Alternative mit ISDN gegeben war. Damit war ich wieder auf eine lokale Telefonwählverbindung bei einem Monopolisten angewiesen; wie gewohnt, war das ein langer, unbefriedigender Prozess mit Höhepunkten durch inkompetente Verhandlungspartner, interne Missverständnisse, Fehler in der Rechnungsstellung und Versandfehler. Qwest brauchte vier Wochen, um meine ISDN-Leitung zu reaktivieren - Ihr Personal war in dieser Zeit wenigstens durchgehend höflich, das ist eine Verbesserung gegenüber älteren Erfahrungen mit dieser Firma.

Ich war also vier Wochen lang auf Modem-Wählverbindungen zum Internet angewiesen, die seit dem Seattle-Erdbeben im Februar vorigen Jahres höchsten 19,2 kbps erreichte. Ich benutzte geliehene Wähl-Accounts zum Internet; Ich benutzte am liebsten lokale Provider, weil diese (anders als die globalen wie Earthlink, MSN, und andere große Anbieter) mich E-Mail senden und empfangen ließen, ohne mich an deren Mail-Server zu binden.

Und meine Server, die für TidBITS und andere Kunden arbeiten? Zwei Stunden, nachdem mein Provider abgeschaltet wurde, waren fünf Rechner auf dem Rücksitz meines Autos und ich fuhr zum Haus bei Issaquah, Washington, das Adam und Tonya vorher bewohnt hatten, Sie hatten aber nur eine Frame Relais Verbindung mit 56k Modems besessen, also erheblich weniger als meine alte ISDN-Verbindung an Bandbreite aufwies - Sie hatten aber Ihr Netz schon zu Zeiten installiert als IP-Nummern noch herdenweise durch die unbewohnte Landschaft des Internet zogen. Sie hatten unbenutzte statische IP-Nummern im Überfluss: Ich nahm mir fünf, steckte alles zusammen und musste etwa zwei Tage warten, bis Network Solutions die Änderungen in meinen Domainparametern auf alle Name-Server weitergegeben hatte. Als ich endlich meine ISDN-Dienste wieder in Betrieb nehmen konnte, zog ich mit den Rechnern wieder in meine Wohnung - das Ganze lief glücklicherweise ab, bevor Adam und Tonya ihr altes Haus verkauften.

**Zum Überdenken braucht man kaum Hirn** -- Wenn Sie mit einer Breitbandverbindung einmal Ärger erlebt haben (und sei es nur, ein Netz in Betrieb zu nehmen und eigene Server zu betreiben), sind viele dieser Probleme praktisch offensichtlich. Beim Wechsel _zu_ einer Breitbandverbindung haben Sie alle diese Probleme (und mehr) bewältigen müssen, um alles zu initialisieren und in Betrieb zu bringen. Aber Sie haben sicherlich nicht daran gedacht, was Sie machen müssen, wenn die Breitbanddienste _ausfallen_ - und man kann sich die Details vorm geistigen Auge vorführen, wenn die Geräte alle richtig arbeiten. Überdenken Sie einmal, wie viele Leute von ihren Daten Backups anfertigen, weil heutzutage die Computer ja ach so zuverlässig sind, nur um sich die Folgen auszumalen, wenn sie plötzlich ohne kritische Dokumente und Informationen beim Ausfall ihrer Computer dastehen, weil er zusammenbricht, beschädigt oder gestohlen wird. Das Gleiche gilt auch für Internetverbindungen: die Arbeit mag jetzt gut von der Hand gehen, aber die Verbindung kann jederzeit (fast) ohne Warnung verloren gehen. Vorgewarnt bedeutet auch vorbereitet.


Übersetzer dieser Ausgabe:

Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>, Kerstin Kern <kerstin.kern@t-online.de> und Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>.

Koordination: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Gernot Hecht [GH] < gernot@wollemond.de>.

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