
Sind Sie es leid, mit einer Unmenge von Telefonnummern umgehen zu müssen? Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie Adam und Tonya ihren Umgang mit dem Telefon in Ithaca überdacht haben; vielleicht können auch Sie davon profitieren. Für alle, die auf der Suche nach dem perfekten Programm zum Speichern von Textschnipseln sind, untersucht Matt Neuburg drei Applikationen, die ihm von Lesern empfohlen wurden. In den aktuellen Meldungen berichten wir vom Kauf von Be durch Palm, dem Start der Stiftung SpamCon sowie den Veröffentlichungen von Netscape 6.1 und Interarchy 5.0.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Palm schnappt sich Be -- Die Firma Palm kauft die Firma Be, die vom früheren Apple-Manager Jean-Louis Gassee gegründet wurde. Apple hatte bereits 1996 ein Auge auf Be geworfen, schließlich wurde aber stattdessen NeXT von Steve Jobs aufgekauft. Für 11 Millionen US$ in Aktien wird Palm Eigentümer des geistigen Eigentums von Be, dazu gehören die beiden Betriebssysteme BeOS und BeIA (das letztere für Internetfähige Endgeräte) und unterbreitet den Mitarbeitern von Be Stellenangebote. Be kann dafür sein Bar- und Umlaufsvermögen und gewisse vertragliche Rechte behalten, etwa das Recht, "... auch im Rahmen des Kartellrechts Forderungen und Rechte geltend zu machen", was viele Analysten als Ankündigung eines Gerichtsverfahrens gegen Microsoft werteten. Palm hat mitgeteilt, dass sie die Technik von Be zur Erweiterung der PalmOS-Plattform einsetzen wird. Die zuständige Palm Platform Solutions Group soll Ende 2001 in eine eigenständige Firma ausgelagert werden. [JLC]
<http://www.palm.com/>
<http://www.be.com/>
<http://www.be.com/press/pressreleases/01-08-16_assetsale.html>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-360.html#lnk2>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-360.html#lnk3>
Netscape 6.1 vorgestellt -- Netscape Communications hat still und leise die Version 6.1 ihres Internet-Browsers mit eingebautem E-Mail, HTML-Editor und Instant-Messaging eingeführt. Wichtige neue Funktionen sind die Unterstützung von mehreren E-Mail-Accounts, bessere Unterstützung von IMAP-Accounts, ein integriertes Programm für Instant-Messaging, einen Formular-Manager zum automatischen Ausfüllen von Web-Formularen und flexible Suchfunktionen in einer eigenen Suchleiste. Die Oberfläche von Netscape 6.1 ist ebenfalls neu und unterstützt jetzt auch die Verwendung von so genannten Themen, mit denen sich das Aussehen der Applikation anpassen lässt. Wer Netscape 6.0 ausprobiert hat, wird die verbesserte Leistung und Stabilität zu schätzen wissen. Wir konnten das Programm ohne Probleme installieren (die Version 6.0 hat die Festplatten von einigen unserer Redakteure arg in Mitleidenschaft gezogen) und es ist seither nicht oft abgestürzt. Trotzdem muss gesagt werden, dass die Oberfläche langsam, umständlich und unnötigerweise modal ist und kein rechtes Macintosh-Gefühl aufkommen will. Beispielsweise ist das Fenster mit den Einstellungen zwar modal, lässt sich aber in der Größe verändern und zeigt zudem die Schrift zu klein an und kann sich seine Bildschirmposition und den zuletzt bearbeiteten Menüpunkt nicht merken. Netscape 6.1 benötigt einen PowerPC 604e mit mindestens 266 MHz Taktfrequenz und mindestens 64 MByte RAM und Mac OS 8.6 oder Mac OS 9. Eine Beta-Version von Netscape 6.1 für Mac OS X ist verfügbar, es fehlt ihm aber das Download-Plugin und Java, zudem kann es beim Gebrauch der Rechtschreibkorrektur zu einem Absturz kommen. Netscape verwendet eine kleine Installationsroutine, die die nötigen Module aus dem Internet nachlädt, machen Sie sich deshalb auf das Herunterladen von mehreren MBytes gefasst. [ACE]
<http://home.netscape.com/computing/download/>
<http://home.netscape.com/browsers/6/index.html?cp=djulrn>
<ftp://ftp.netscape.com/pub/netscape6/english/6.1/mac/macosx/sea/Netscape6-macosX.sit.bin>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1444>
Interarchy 5.0 glänzt mit FTP Disk -- Stairways Software hat Interarchy 5.0 vorgestellt, eine neue Version ihres bekannten FTP-Programms. Neu in der Version 5.0 ist FTP Disk, eine Funktion, die es Ihnen ermöglicht, FTP-Server wie normale Volumes auf dem Schreibtischen abzulegen und anzusprechen: Interarchy lädt dabei zuerst das gesamte Verzeichnis auf die lokale Festplatte und überwacht anschliessend im Hintergrund alle Aktivitäten und hält das lokale und FTP-Verzeichnis immer auf dem aktuellen Stand. Interarchy 5.0 ist eine "Fat Carbon"-Applikation, kann also gleichzeitig unter Mac OS 8, Mac OS 9 und Mac OS X eingesetzt werden (und erübrigt damit die Suche nach der passenden Version). Andere neue Funktionen sind erweiterte Spiegelungsmöglichkeiten, Tunneling über SSH (nur für Mac OS X), sodass Benutzernamen und Passwörter verschlüsselt übertragen werden können, Drag&Drop von Browser-Links und reorganisierte Menüs. Interarchy 5.0 kostet 45 US$; Upgrades sind für Benutzer, die Interarchy 4.0 nach dem 25. Juni 2001 gekauft haben gratis, alle anderen Benutzer bekommen einen Rabatt auf dem Kaufpreis. Eine Vollversion von Interarchy 5.0 ist bis zum 1. Oktober 2001 erhältlich und 3 MByte groß. [GD]
<http://www.interarchy.com/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-561.html#Mail>
SpamCon Foundation bietet Abhilfe gegen Werbe-E-Mails -- Jeder hasst Spam (unverlangt erhaltene Werbe-E-Mails), aber einige Leute gehen noch ein wenig weiter und probieren, diesem Problem Herr zu werden. Dies trifft insbesondere auf Tom Geller zu, den Direktor der kürzlich gegründeten SpamCon Foundation, eine nicht gewinnorientierte Organisation in Kalifornien. Als Macintosh-Veteran bei ZiffNet/Mac und MacWEEK, hat sich Tom immer stärker auf das Eindämmen von Spam konzentriert, zuerst mit dem Suespammers-Projekt (auf Deutsch: Verklage Spammer) und jetzt mit der SpamCon Foundation. Bereits verfügbare Dienstleistungen umfassen Anleitungen für Privatpersonen, die Spam reduzieren wollen, Unterstützung für Direktmarketing-Firmen, die ohne Spam auskommen wollen, eine Datenbank mit über 7'000 Zeitungsartikeln über Spam, eine Bibliothek mit harten Fakten über die negativen Einflüsse von Spam und eine gratis erhältliche E-Mail-Adresse in der Domain suespammers.org (nur für eingehende E-Mails). SpamCon veröffentlicht ebenfalls einen wöchentlichen Newsletter und führt Mailinglisten zum Thema Spam. Ich möchte jedem Spam-Geplagten empfehlen, mal auf der Website vorbeizuschauen. Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Aktivitäten sinnvoll sind, können Sie die Arbeit von Tom Geller mit Spenden unterstützen.
Umfrageergebnisse: Ist Ihr KidSafe? -- Letzte Woche haben wir um Ihre Meinung gebeten, weshalb KidSafe von Apple zu wenig benutzt wurde, um es weiterhin aufrechterhalten zu können. Wie wir erwartet hatten, haben 33 % der Antwortenden noch nie von KidSafe gehört, was darauf hinweist, dass Apple den Dienst nicht genügend bekannt gemacht hat. Aber noch ein bisschen mehr Personen, nämlich 34 % haben uns mitgeteilt, dass sie überhaupt keine Filtersoftware einsetzen wollen und 22 % überwachen den Internet-Konsum ihrer Kinder lieber direkt. Eine Hand voll Leute (13 %) haben KidSafe ausprobiert und fanden es nicht gut genug und nur 6 % waren damit zufrieden. Nur eine Person hat ein Konkurrenzprodukt verwendet. Die Anzahl der Antworten fiel etwas klein aus, da wir uns nur an Personen wendeten, die eigene Kinder haben, die das Internet benützen. Ich ziehe aus den Ergebnissen den Schluss, dass die Angst der Eltern vor den negativen Auswirkungen des Internets auf ihre Kinder nicht groß genug ist, um den Einsatz einer möglicherweise fehlerhaften Filtersoftware zu rechtfertigen. [ACE]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbpoll=73>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1443>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Wie die meisten von Euch sicher wissen, sind Tonya, Tristan und ich anfangs Juli von Seattle nach Ithaca im Bundesstaat New York umgezogen. Wir gewöhnen uns langsam an das neue Haus und arbeiten noch an den logistischen Aspekten unserer neuen Umgebung. Einer der interessantesten - erstaunlicherweise - ist das Telefonsystem. Die meisten Leute denken vermutlich nicht häufig daran, aber Tonya und ich sind gerade dabei, kleine Änderungen in unserem Verhalten am Telefon vorzunehmen und so haben wir uns entschlossen, unseren Umgang mit Telefonen neu zu überdenken.
Das Alte -- Vor fünf Jahren in Seattle hatten wir großartige Pläne für unser Telefonsystem - mit mehreren Steckdosen in jedem Raum und unterschiedlichen Klingeltönen je nach gewählter Nummer und Tageszeit. Aber wie so viele unserer Pläne scheiterte auch dieser an der Telefonfirma US West (jetzt Qwest), die nicht in der Lage war, uns während sechs Monaten mehr als eine Telefonlinie zur Verfügung zu stellen. Da wir beide unsere Geschäfte über das Telefon abwickeln und den Internet-Verkehr über ein Modem (US West benötigte _neun_ Monate für eine Mietleitung), ist leicht einsehbar, dass nur eine einzige Telefonlinie eine ziemliche Einschränkung war.
Als wir endlich unsere gewünschten Linien bekamen, legten wir eingehende Anrufe auf unsere Hauptnummer, da jeder sie bereits kannte und wir keine einfache Unterscheidung zwischen Anrufen für Tonya oder mich machen konnten. Die zweite Linie verwendeten wir für ausgehende Gespräche, damit blieb die Hauptnummer immer frei für ankommende Anrufe. War sie besetzt oder nahm niemand ab, wurde der Anruf automatisch auf den Anrufbeantworter von US West weitergeleitet. Als Tonya ihren Schwangerschaftsurlaub antrat, benutzte ich die zweite Telefonlinie für ein- und ausgehende Faxmeldungen.
Irgendwann stellten wir dann fest, dass dieses System ineffizient war und versuchten, es zu verbessern. Zuerst kündigten wir die selten benutzte zweite Linie und meldeten uns stattdessen beim Gratis-Dienst eFax für den Empfang von eingehenden Faxmeldungen an (unser Faxgerät konnte immer noch auf der Hauptlinie Faxmeldungen verschicken). Dann kauften wir für Tonya ein Mobiltelefon für Lokalgespräche, sodass sie während den Geschäftszeiten nicht mehr die Hauptlinie blockieren musste. Viele riefen sie daraufhin direkt auf dem Mobiltelefon an und ich musste nicht mehr ständig ums Haus rennen, um ihr zu sagen, dass sie am Telefon verlangt werde.
(Nebenbei gesagt hat sich der eFax-Dienst zum Empfang von Faxmeldungen bestens bewährt. Man benötigt keine zweite Telefonlinie oder ein fehleranfälliges Umschaltgerät mehr und druckt nur noch die wichtigen Faxmeldungen aus, alle anderen kann man als E-Mail-Anhang lesen und dann löschen. Ich kann eFax nur empfehlen. Für mehr Informationen lesen Sie bitte Hudson Bartons Artikel "Fakten über Internet-Faxing" in TidBITS-484_.)
<http://www.efax.com/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-484.html#Anker3>
Langsam begriffen wir, dass Telefonnummern nicht mit Örtlichkeiten, sondern mit Personen verbunden sein sollten, genauso wie E-Mail-Adressen. Wenn Sie jemanden anrufen, dann wollen Sie mit der entsprechenden Person und nicht mit einem bestimmten Ort verbunden werden. Nur manchmal kann dort eine andere Person weiterhelfen. Den letzten Wink mit dem Zaunpfahl bildeten schließlich die Abendessen mit einem befreundeten Ehepaar aus Ithaca, für deren Organisation wir meistens fünf verschiedene Telefonnummern anrufen mussten (die beiden Büronummern, beide Mobiltelefonnummern und ihre Privatnummer). Das ist einfach lächerlich.
Das Neue -- Als wir zur Einsicht gelangten, dass wir wie beim E-Mail auch beim Telefon je eine eigene Nummer wollten, waren wir schon zu Fans von Mobiltelefonen geworden. Damit kann ich nicht nur Leute von überall her anrufen, es hat sich auch als eine Art Yuppie-Walkie-Talkie zum Aufspüren von Kollegen und Freunden in großen Menschenmengen bewährt. (Wir haben sie sogar in überfüllten Einkaufszentren eingesetzt: "Wo bist Du?" "Ich bin bei den Pepperonis in der Gemüseabteilung." "Bleib dort, ich bin gleich bei Dir!")
Das Problem mit Mobiltelefonen in den USA ist der hohe Preis: hier bezahlt man nämlich für ein- und ausgehende Gespräche (anders als beispielsweise in Europa und Australien, wo nur dem Anrufer Gesprächstaxen belastet werden). Die Kosten sind über die Jahre gefallen, aber Gespräche über ein Mobiltelefon sind immer noch teurer als über Fixanschlüsse. Zudem ist das Mobiltelefonnetz viel anfälliger und durchlässiger als das Fixnetz - während dem Erdbeben in Seattle vom 28. Februar 2001 war das Mobiltelefonnetz bereits nach wenigen Minuten überlastet. Und soweit ich weiß, gibt es immer noch keine Möglichkeit, dass zwei Personen zur gleichen Zeit über das gleiche Mobiltelefon sprechen können, was wir zuhause beim Telefonieren mit Freunden und Verwandten häufig tun.
Deshalb benötigten wir eine herkömmliche Telefonlinie und da ich um einiges länger am Telefon bin als Tonya, wurde dies zu meiner Telefonnummer. Da ich aber nur eine Nummer bekannt geben wollte (und nicht gleichzeitig die beiden Anrufbeantworter der Fixlinie und des Mobiltelefons überwachen wollte), habe ich bei Verizon einen entsprechenden Vertrag ohne Anrufbeantworter und dafür mit einer automatischen Weiterleitung beim Besetztton und bei keiner Antwort bestellt. Diese Möglichkeiten bieten eigentlich alle Telefonfirmen an, meistens sogar gratis oder sehr billig, sie machen aber nicht groß Werbung dafür, weil die Leute nicht immer verstehen, wie diese Dienste genau funktionieren. Um die Rufnummer der Weiterleitung zu wechseln, ist sogar ein Anruf beim Kundendienst nötig.
Da Tonya das Telefon weniger oft braucht und dafür häufiger unterwegs ist, macht es Sinn, ihr Mobiltelefon zu ihrer Nummer zu machen. Wenn Sie nicht antwortet oder es abgeschaltet hat, werden die Anrufe automatisch auf den Anrufbeantworter umgeleitet. Wenn sie einen längeren Anruf zu machen hat, verwendet sie einfach die Fixlinie.
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Wenn jetzt jemand mein Telefon anwählt, gibt es vier Alternativen.
<http://www.thinkgeek.com/stuff/things/324a.html>
<http://search.ebay.com/search/search.dll?MfcISAPICommand=GetResult&query=GE+cordless+headset+phone>
Das Ein- und Ausschalten des Handy sieht nach aktiver Auswahl der Alternative aus, auch wenn es mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist, bewirkt es doch das letzte Ärgernis im System. Das Problem war zuerst, dass, wenn ich weder das ortsfeste Telefon noch das Handy abnahm, der Anrufer 10 oder mehr Läutesignale hörte, bevor er an die Mobilbox verbunden wurde. Das lässt sich erklären, wenn Sie die Anzahl der Klingeltöne addieren, die notwendig sind, bevor der nächste Dienst eingeschaltet wird (was nur Verizon verändern kann) und dazu noch die Anzahl der Signale bevor die Mobilbox einschaltet. Viele Leute legten auf, bevor sie lang genug gewartet hatten. Wenn ich etwas genauer darauf achte, dass das Handy ausgeschaltet ist, wenn ich weiß, dass Tonya kein langes Gespräch führt, kann ich sicher sein, dass die Anrufer nicht zu viele Freitöne hören bevor sie bei der Mobilbox landen.
Handynetz -- Es war nicht das einzige Problem, die Läutesignale zu zählen, als wir das System konfiguriert haben. Tonya und ich haben beide Sch-411 Handys von Samsung, die in Seattle und anderen Großstädten gut funktionierten, die aber in Ithaca Schwierigkeiten machten, weil dort die Funkausleuchtung nicht so perfekt ist. Im Haus läutete Tonyas Gerät oft gar nicht oder verlor angefangene Gespräche und war insgesamt unzuverlässig. Mein Handy, das immer noch zum Roaming angemeldet war aber keinen Weitverkehrsservice von Verizon in Seattle erhielt, läutete oft nicht und signalisierte mir keine Mobilboxeinträge. Nachdem ich mit Freunden verifiziert hatte, dass Verizon in Ithaca eine gute Funkausleuchtung besitzt, war ein Wechsel des Dienstanbieters keine adäquate Lösung, wir beschlossen jemand zu suchen, der Technologie und lokale Infrastruktur besser kannte.
Auf einem Internetpicknick, das ein lokaler ISP und andere Internetanbieter vor einem Monat in Ithaca gaben, erhielt ich einen Rat von einem alten Bekannten und vereinbarte ein Treffen mit David McKinley, der eine örtliche Firma IthaCom Wireless besitzt und Handys mit Verizonlizenz verkauft. Im Grunde ist David ein Handy-Fan, so wie ich als Mac und Internet-Fan gelten kann, und nach wenigen Minuten erklärte er die örtliche zelluläre Struktur und hatte auch eine Erklärung für das Problem mit unseren Samsung Handys. Ich fühlte mich im Fanhimmel.
Es wäre möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass wir einen beliebigen Laden beträten, der Verizon Handys verkauft, neue Handys erständen und zu einem lokalen Anschluss erfolgreich wechseln würden. Aber einer der Gründe unseres Umzugs zurück nach Ithaca war der, dass in dieser Kleinstadt persönliches Kennen großen Wert hat. Das hat sich schon bezahlt gemacht - Ich entschied mich gegen eines der immer noch zu großen Telefone auf Palm OS Basis, David gab mir versuchsweise ein Motorola 120c und versprach es zurückzunehmen, wenn es Schwierigkeiten mache, und es auszutauschen. Er gab für den gleichen Preis auch ein Autoladegerät und ein Headset (und erzählte mir, dass der Gebrauch eines Handy ohne Freisprechgerät im Auto in New York State ab 1.11 verboten würde). Als wir wiederkamen, um ein Handy für Tonya zu holen (Mit dem Motorola 120c gab es besseren Empfang), erzählte er uns von einem Telefonhack und bot an, unsere Altgeräte als Mietgeräte einzusetzen und vermittelte uns einen Rabatt für Tonyas Nummer. Für mich, der gerne die Gründe kennt, warum bestimmte Dinge funktionieren, und gerne weiß was vorgeht, hat dieser Kontakt zu David und IthaCom Wireless uns die Sache mit den Handys von einem ärgerlichen Geschäft mit dem anonymen Verhalten einer Firma in eine erfreulichen Unterhaltung mit einem kindlichen Geist verwandelt.
Unser System ist jetzt erfolgreich konfiguriert und in Betrieb, wir gewöhnen uns schnell daran. Unser wichtigster Lernerfolg ist der, Anrufe zu erkennen, deren Läuten (eigentlich nur Vibrieren - das stört erheblich weniger) wir ignorieren, wenn wir nicht im Haus sind, es kann schwierig sein, zu entscheiden, ob der Zeitpunkt zur Annahme eines Anrufs günstig ist. Ich übe diese Form von Kontrolle immer noch lieber persönlich aus als mich mit beliebigen Anrufen an einem beliebigen Aufenthaltsort zu unpassender Zeit herumzuschlagen.
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Im Rahmen meiner unermüdlichen lebenslangen Suche nach nutzbaren Methoden, Informationen im Computer zu speichern, zu organisieren und wiederzufinden, habe ich in den TidBITS über viele Outliner. Datenbanken, Schreibwerkzeuge und Kombinationen solcher Programme berichtet, die mich ansprachen oder von denen ich annahm, sie würden mich ansprechen. Jedes Mal wenn eine neue Rezension erscheint, erhalte ich E-Mail von Lesern über alternative Programme, die _diese_ schätzen. Typischerweise untersuche ich diese Programme; wenn ich mich von den vorgeschlagenen Programmen gefordert fühle, werde ich darüber berichten, ansonsten schweige ich - meine Regeln besagen, dass die TidBITS zuerst und vor allem über Erfahrungen ihrer Redakteure berichten (es ist weniger wichtig eine umfassende Darstellung allein mit dem Ziel der Vollständigkeit zu erreichen) und das die TidBITS vorziehen, positive Ergebnisse zu präsentieren.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1196>
In diesem Artikel werde ich meine Regeln brechen, indem ich kurz drei billige Textabschnittspeicherprogramme beschreibe, die beliebige Textabschnitte speichern - die mich nicht besonders interessieren, aber von denen wir wissen, dass sich viele TidBITS-Leser dafür interessieren. Warum? Mein Geschmack ist nicht allgemein verbreitet. Beispielsweise gefallen mir mehrere hierarchisch angeordnete Ebenen in der Organisation und Skriptanwendung; viele Anwender halten Einfachheit für wichtiger und weniger Funktionen für besser. Sie wünschen ein Programm, dass seine Hauptfunktion gut implementiert, das einfach zu nutzen ist und sich schnell erlernen lässt, sogar vorzugsweise ohne ein Handbuch zu lesen. Die drei Programme erfüllen diese Kriterien; dazu lassen sich alle kostenlos probieren und können billig gekauft werden. Für alle drei werde ich die Gründe darstellen, warum ich sie nicht benutze, nicht weil ich _Ihnen_ empfehle, mir dies nachzumachen, sondern um meine eigenen Vorbehalte zu erklären. Meine Absicht ist positiv - ich will zeigen, dass das Programm existiert und warum es Sie wohl mehr interessiert als mich.
StickyBrain 1.2.1 -- In StickyBrain von Chronos haben Sie für jede Notiz (ein Textabschnitt) ein Fenster. Diese Fenster sind nach dem Modell der Haftetiketten aufgebaut wie beim Notizhilfsprogramm der neueren Mac OS, die wiederum die Post-it Notizen von 3M zum Vorbild haben. Sie besitzen keinen Scrollbalken; sie haben einen dünnen kleinen Titelbalken, der verschwindet, wenn die Notiz nicht zuoberst liegt, ein kleines Ikon in L-Form in der unteren rechten Ecke und farbigen Hintergrund. StickyBrain bietet auch Bilder oder Muster als Hintergründe oder kann das Aussehen der Post-it Notizen ganz verlassen und zu einem normalen Fenster im Platinumformat werden. Anders als die Notizzettel bietet StickyBrain einen vollen Texteditor mit allen Schriftauszeichnungsmöglichkeiten.
StickyBrain erlaubt es, einzelne Notizen zu zeigen oder zu verstecken, seine wichtigste Organisationshilfe ist die "Kategorie". Sie können so viele Kategorien erzeugen wie es Ihnen gefällt, und können jeder Kategorie Standarderscheinungsattribute zuordnen (wie Hintergrund-Farbe, Textaussehen, Standardtext, anfängliche Größe usw.); jede Notiz besitzt die ihrer Kategorie gemäßen Attribute, wenn sie initialisiert wurde oder ihre Kategorie geändert wurde. Sie können diese auch für jede Notiz individuell umdefinieren, Sie können alle Notizen einer Kategorie auswählen; auch können Sie zum auswählen einer einzelnen Notiz alle Notizen auflisten lassen.
Mittels eines Hilfsprogramms HotKey, das im Hintergrund läuft, können Sie beliebige Tastenkombinationen nutzen, um bestimmte Funktionen von StickyBrain aus anderen Anwendungen aufzurufen, selbst wenn StickyBrain gar nicht gestartet wurde. Eine Kategorietaste kopiert z.B. die aktuelle Markierung nach StickyBrain als neue Notiz; eine Notiztaste setzt den Text der aktuellen Notiz in die Anwendung ein.
Es gibt auch diverse Spezialfunktionen, viele davon ähneln denen von IdeaKeeper, das ich vor etwa einem Jahr besprach. Sie können jede Notiz mit einem Passwort schützen, und eine Notiz kann einen Alarm integrieren. Eine Notiz kann auch eine E-Mail-Adresse beinhalten, die in ihrem Mailprogramm eine neue E-Mail generiert, eine URL, die ihr Browser sofort aufruft oder ein Dateialias, das zum Aufruf der Datei führt. Eine Notiz kann auch markierbare Kästchen enthalten, die beim Anklicken einen Haken zeigen oder verstecken oder eine Liste von Vormerkungen erzeugen. Sie können Text suchen und systematisch ersetzen, auch über mehrere Notizen, wenn Sie möchten. Es gibt sogar eine Rechtschreibkorrektur für die Notiztexte.
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-530.html#Anker3>
StickyBrain ist sicherlich vollständig ausgestattet, aber für mich war das Notizzettelprogramm immer ein Gräuel, die Fenster ohne Scrollbalken stellte die schlechteste Editierumgebung, die mir je begegnete; Post-it Notizen bilden einen ungeordneten Haufen und obwohl Sie auch das standardisierte Platinum Aussehen annehmen können, wirken die StickyBrain Aktionen alle Notizen nach Kategorie zusammenzufassen wie stereometrische Anhäufungen. StickyBrains Hintergrundfunktionen fußen vollständig auf Tastenbefehlen, die schnell unübersichtlich werden. Es gibt keine Exportmöglichkeiten und Ihre gesamte Arbeit wandert in eine einzige Datei in einem eigenen Format; was ist, wenn diese beschädigt wird? Viele Leser sind von StickyBrain begeistert, Sie mögen es vielleicht auch.
StickyBrain kostet 35$ und läuft auf jedem Mac unter Mac OS 8.1 oder neuer, benötigt 5 MB RAM und 5 MB auf der Festplatte, der Bildschirm braucht 640*480 Pixel oder mehr.
EZNote 2.01 -- EZNote von John Holder entstand als Kontrollfeld mit einer modalen Bedienoberfläche, ist aber zu einer normalen Applikation geworden, die mit mehreren Fenstern arbeitet, was ich erheblich schöner finde. Es arbeitet mit Textabschnitten als Dateien in Ordnern; diese Ordner fungieren als Kategorien, die Textdateien darin werden als Notizen behandelt, alles befindet sich in einem Hauptordner, den Sie selbst generieren. Sie können Ihre ganze Festplatte mit EZNote ansehen, an beliebiger Stelle Ordner erstellen (Jede Datei mit TYPE Text wird als Notiz behandelt), EZNote behandelt nur die Unterordner Ihres Hauptordners als Kategorien und wird Sie auf spezielle Weise verwalten. Beispielsweise können Sie direkt in eine Kategorie springen, eine Notiz einer Kategorie zuordnen usw..
Ein EZNote-Fenster enthält einen Browserteil und einen Editorteil. Im Browserbereich auf der linken Seite werden alle Unterordner und Dateien des aktuellen Ordners aufgelistet. Die Selektion eines Dateinamen im Browserbereich bringt ihren Text in den Editierbereich. Zu den Schriftauszeichnungen erhalten Sie die gewohnten Basisfunktionen und können Schriftauszeichnungen mit Benennungen versehen. Sie können beliebig suchen und ersetzen, auch über mehrere Notizen wenn gewünscht. Mit verschiedenen Plug Ins können Sie selektierten Text verschiedenartig bearbeiten (Groß- und Kleinschreibung austauschen, Zeilenvorschübe löschen, HTML Tags löschen und Ähnliches). Mit dem Wechsel zu einem anderen Text im Browser wird die aktuelle Datei automatisch gespeichert.
EZNote lässt sich gut als Hintergrundanwendung einsetzen, indem Sie Tastaturkürzel geeignet vereinbaren oder über ein an beliebiger Stelle schwebendes Menu kommandieren. Das schwebende Menu bietet weniger Funktionen als über die Tastatur bereitstehen, aber dadurch wird ein größeres Problem gelöst, das StickyBrain hat: ohne irgendwelche Tastenkürzel können Sie eine Kategorie wählen, die einer neuen Notiz zukommt, oder eine beliebige Notiz aus einer beliebigen Kategorie am aktuellen Arbeitspunkt einsetzen. EZNote implementiert so mehrere Zwischenablagen und lässt sich gut für heiße Texte benutzen, die oft eingesetzt werden müssen. Sie können außerdem ein Plug In auf jeden markierten Text anwenden. Andererseits können Sie in EZNote neue Notizen aus der Zwischenablage kreieren und selektierten Text in jede Anwendung hineintransferieren.
EZNote hat ein paar Unzulänglichkeiten. Sie können nicht mehrere Notizen exportieren (obwohl Sie alle Notizen erst zusammenketten und so exportieren können). Sie können eine Kategorie nicht löschen (aber ihren Ordner im Finder löschen). Ich beurteile das Verhalten als gefährlich, zu speichern ohne nachzufragen. Andererseits ist die Bedienoberfläche von EZNote, obwohl schwerfällig, erheblich besser als die von StickyBrain und die Speicherung Ihrer Texte in normalen Textdateien ist sicherlich komfortabler. Wenn Sie die optischen Vorteile von StickyBrain (etwa die Hintergrundmuster) oder seine Spezialfunktionen (Rechtschreibkorrektur, Aktionslisten oder Dateialiasse) nicht brauchen, denke ich, ist EZNote die bessere Wahl.
EZNote läuft auf Macs mit System 7 oder höher, braucht nur 2 MB RAM, weniger als 2 MB auf der Festplatte und kostet nur 20$ Sharewaregebühr. Wenn Sie die Webseite des Autors begucken, können Sie sich auch andere seiner Hilfsprogramme angucken; wenn Sie eigentlich mehrere Zwischenablagen realisieren wollten oder mehr als nur Text speichern wollen, sind sein Kontrollfeld QuickScrap oder die Anwendung ScrapIt Pro eine ernste Überlegung wert.
<http://www.northcoast.com/~jvholder/ezndesc.html>
Z-Write 1.2.1 -- Das Fenster des Programms Z-Write von Stone Table Software ist dem von EZNote bemerkenswert ähnlich: auf der linken Seite wird eine Liste von Notizen gezeigt und ein Klick auf den Namen einer Notiz befördert den Inhalt der Notiz in das Editierfenster auf der rechten Seite. Wie auch bei EZNote wird hier Text mit Attributen editiert und Sie können benannte Textattribute erzeugen; und wie auch bei EZNote gibt es eine Menge Textbearbeitungsfunktionen wie das Umstellen auf Groß- oder Kleinschreibung, reduzieren mehrfacher Zwischenräume auf einen usw.. Abweichend bietet Z-Write keine Kategorien; stattdessen kennt es Dokumente und das, was Sie sehen, sind Notizen in einem Dokument. Z-Write will als Schreibwerkzeug verstanden sein; dazu können Sie die Notizen umordnen (Z-Write nennt Sie "Abschnitte"), ganze Notizen von einem zu einem anderen Dokument verschieben und ausgewählte Notizen als attributierten Text, in RTF oder HTML exportieren.
Z-Write bietet viele Extras für Autoren. Es gibt eine gute Tastaturübersicht und Textattribute können kopiert und eingefügt werden. Sie können Markierungen einsetzen, die einfach in den Text übernommen werden wie etwa <bookmark myMark> und über ein aufspringendes Menu zu einer Markierung springen. Sie können Hyperlinks setzen, beispielsweise <link myMark>. Ein Klick mit Kommandotaste auf den Hyperlink führt zu der Stelle, die dieser benennt, die eine Markierung oder eine Notiz sein kann. Sie können Begriffe für ein Glossary definieren (markierter benannter Text) und den Begriff mittels Menu oder durch Eingabe seines Namens einfügen. Es gibt auch ein Tag <insert xxx>; wenn dies in einer Notiz beim Drucken oder exportieren auftaucht, wird die Notiz mit dem Namen "xxx" an Stelle des Tag in die Ausgabe übernommen.
Z-Write ist eine gute Umgebung für das Schreiben und Sammeln von Textschnipseln; seine Bedienoberfläche ist wirklich sauber gestaltet. Aber es bietet nichts, was ich notwendig brauche, da ich genügend Toolprogramme besitze. Wenn Z-Write mehrere Ebenen von Notizen böte oder Kommandos hätte, die das Zeigen und Verbergen von Notizen steuern, würde es mich sicherlich mehr interessieren. So ist Z-Write nur ein Outline-Programm mit nur einer Hierarchieebene. Viele Funktionen von Z-Write wie Markierungen, Glossaries oder Textumsetzungen gibt es schon in weit verbreiteten Textverarbeitungsprogrammen wie Microsoft Word oder Nisus Writer; die Bedienoberfläche erinnert nicht nur an die von EZNote sondern auch an die Dokumentbearbeitung in Word. Das ginge mir nicht sehr an die Nerven, wenn nicht überall in der Dokumentation zu Z-Write Einmaligkeit und Originalität beansprucht würde, als ob eine "nichtlineare Textverarbeitung" neu wäre (Ich habe solche nichtlinearen Systeme eingesetzt, seitdem ich einen Apple II besaß und ungefähr 1ß Jahre in TidBITS darüber immer wieder geschrieben). Trotzdem hat Z-Write einige ausgesprochene Besonderheiten und Sie sollten es probieren, wenn Sie meinen, es fülle eine Nische in Ihrem Leben.
Z-Write ist für 20$ zu haben, benötigt einen PowerPC mit mindestens System 7.5 und QuickTime. Es braucht 10 MB RAM (mehr, wenn Sie die Funktion Druckervorschau nutzen) und 5 MB von der Festplatte.
<http://www.designwrite.com/sts/z-write.html>
Übersetzer dieser Ausgabe: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Heinz Gnehm <mailto:gnehm@infotrax.ch>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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