
Wollen Sie die totale Kontrolle über Ihren Fernseher erlangen? Versuchen Sie es mit dem TiVo persönlichen Videorekorder, getestet von Andrew Laurence. In den weiteren TV-Schlagzeilen erhält Apple einen Emmy für FireWire und das MoMA nimmt einen G4 Cube auf. Wichtige Erscheinungen umfassen Mac OS 9.2.1, Now Up-to-Date & Contact 4.0.3, REALbasic 3.5, IPNetRouter 1.6.1, Nisus Writer 6.0.2, Mailsmith 1.1.8 und Quicken 2002 Deluxe. Schließlich verschmelzen Erix und Exabyte und Frühaufsteher können kostenlose Eintrittskarten für die Macworld Expo 2002 in San Francisco erhalten.
Themen:
Englische Originalausgabe <http://www.tidbits.com/tb-issues/TidBITS-594.html> Deutsche Ausgabe <http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-594.html>
Copyright 2001 TidBITS Electronic Publishing. All rights reserved. Information: <info@tidbits.com> Comments: <editors@tidbits.com>
[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]
Mac OS 9.2.1 veröffentlicht -- Apple hat Mac OS 9.2.1 veröffentlicht, einen Update für Mac OS X-kompatible Computer (dies umfasst Power Mac G4, Power Macintosh G3, PowerBook G4, PowerBook G3 (außer dem ersten Modell), iMac- und die iBook-Reihe) mit Mac OS 9.1 oder 9.2. Der Update bringt keine neue Funktionalität für das Mac OS, aber er löst eine Reihe nicht näher benannter Fehler in Mac OS 9.1 und verbessert die Kompatibilität von Classic-Programmen unter Mac OS X. Der Update ist in Versionen für Nordamerika, Internationalem Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Dänisch und Japanisch verfügbar; Sie können entweder ein einzelnes 82 MB Diskimage oder sechs einzelne Segmente herunterladen. []JLC|
<http://kbase.info.apple.com/cgi-bin/WebObjects/kbase.woa/wa/query?type=id&val=120030>
Quicken 2002 Deluxe bringt Mac OS X Kompatibilität -- Intuit hat die Auslieferung von Quicken 2002 Deluxe für Macintosh begonnen. Diese Version fügt Mac OS X Kompatibilität und eine Reihe von Online-Funktionen zum Verwalten Ihrer Finanzen hinzu. Angesichts dessen, dass Intuit das Produkt vor einiger Zeit völlig aufgegeben hatte ist es ermutigend eine neue Version zu sehen, die sowohl unter Mac OS X wie auch unter Mac OS 9 läuft. Intuits Anstrengungen auf Onlinebanking zu setzen sind in Quicken 2002 deutlich zu sehen. Dies führt zu Funktionen, um Brokerage Transaktionen herunterzuladen, alle Online-Konten in einem Schritt zu aktualisieren und Konten mit von der Bank heruntergeladenen Kontoauszügen abzugleichen. Um Ihnen durch die rauen Gewässer der Aktienmärkte zu helfen, können Sie eine Reihe von "was-wäre-wenn" Szenarios durchspielen, um die Gewinnchancen abzuschätzen. Quicken 2002 Deluxe für den Macintosh kostet $ 60 einschließlich eines $ 20 Rabattcoupons zum Einsenden für Anwender älterer Versionen von Quicken. [JLC]
<http://www.shopintuit.com/Q2002/Consumer/ProdOverView.ASP?BaseCode=QDM2002>
REALbasic 3.5 veröffentlicht -- REAL Software Inc. hat Version 3.5 von REALbasic veröffentlicht, ihrer einfach zu nutzenden, visuellen objektorientierten Entwicklungsumgebung. Dieses Programm kann getrost als wahrer Nachfolger von HyperCard angesehen werden. Willkommene neue Funktionen schließen die Unterstützung für reguläre Ausdrücke, Microsoft Office Automation und 3-D Grafikfunktionen ein, auch wenn andere Erweiterungen (wie DataControl zur Navigation in Datenbanken und der RBScript Expression Parser) nicht so erfolgreich sind. REAL Software hat auch viele Fehler korrigiert und obwohl einige noch immer da sind, ist REALbasic 3.5 die beste Version seit 2.1.2. Am eindrucksvollsten ist die Unterstützung für verschiedene Betriebssysteme - es läuft ab Mac OS 7.6.1 und nativ unter Mac OS X und kann Anwendungen für Mac OS 8 und neuer (68K oder PowerPC), für Mac OS X und (wenn auch weniger gut) für Windows erzeugen. REALbasic bleibt ein tolles Einführungswerkzeug zum Programmieren, ein Werkzeug um Werkzeuge und eigene Programme zu erstellen und selbst eine Quelle für kommerzielle Software. Die Standardversion kostet $ 100, die Professionelle Version $ 300 (welche Unterstützung für Windows und Datenbankzugriffe hinzufügt). Ein Paket mit CD und gedruckter Dokumentation kostet $ 50 extra. Rabatte für den Lehrbereich sind verfügbar ($ 60 für die Standardversion; $ 180 für die Professional), sowie eine zeitbeschränkte Demoversion. Die zweite Ausgabe des Buches von Herausgeber Matt Neuburger zu REALbasic erscheint nächsten Monat im O'Reilly Verlag. [ACE]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05043>
<http://www.oreilly.com/catalog/realbasic2/>
IPNetRouter 1.6.1 veröffentlicht -- Sustainable Softworks hat im Stillen IPNetRouter 1.6.1 veröffentlicht, die einen kleinen Fehler im Zusammenhang mit NAT (Network Address Translation) korrigiert, welcher in dem wichtigeren Update 1.6 von vor zwei Wochen enthalten war. IPNetRouter 1.6 verbesserte das Portmapping des Softwarerouters und die IP-Filterungsmöglichkeiten und behob ein paar Fehler. Systemanforderungen für IPNetRouter 1.66.1 bleiben minimal - Mac OS 7.5.3 oder neuer (eine Mac OS X Version ist in Arbeit) mit Open Transport 1.1.1 auf einem 68030 oder Macintosh mit PowerPC-Prozessor. Beide Updates sind für registrierte Anwender kostenlos.
<http://www.sustworks.com/site/prod_ipr_overview.html>
<http://www.sustworks.com/site/mac_os_x_status.html>
Nisus Writer 6.0.2 verbessert internationale Unterstützung -- Nisus Software hat den Nisus Writer 6.0.2, einen kostenlosen Update für die Flagschiff Textverarbeitung der Firma, heraus gebracht. Die neue Version bietet einen verbesserten Konverter zum Lesen und Schreiben von RTF (Rich Text Format) Dateien in WorldScript und auf Basis von römischen Alphabeten. Außerdem wird die Kompatibilität mit dem japanischen und chinesischen Sprachpaketen verbessert, die mit Mac OS 9.1 ausgeliefert wurden. Der Update läuft nur auf PowerPC basierten Maschinen und umfasst eine große Anzahl von Fehlerkorrekturen. Der Nisus Writer 6.0.2 Updater ist ein 3,6 MB Download. [JLC]
<http://www.nisus.com/Products/NisusWriter/Upgrade/VersionChanges.asp>
<http://ftp.nisus.com/#http-download>
Now Up-to-Date & Contact 4.0.3 veröffentlicht -- Anwender von Power On Softwares vielseitigem Kalender und Adressmanager können jetzt Now Up-to-Date & Contact 4.0.3 herunterladen. Dieser Wartungsupdate beseitigt ein Trio von Fehlern, welche Probleme beim Drucken auslösten und die Funktion zum Vereinbaren von Treffen lahm legten. Der Updater ist ein 2,6 MB Download und ist für registrierte Anwender von Version 4.0 und jünger kostenlos. [JLC]
<http://www.poweronsoftware.com/products/nudc/tour/productInfo.asp#403>
<http://www.poweronsoftware.com/download/default.asp#NUD>
Mailsmith 1.1.8 veröffentlicht -- Bare Bones Software hat Mailsmith 1.1.8 veröffentlicht. Dieser kostenlose Update korrigiert Fehler und bringt dem E-Mailclient ein paar neue Funktionen. Die neue Version umfasst einen Skriptbefehl zum Exportieren, verbessert die Kompatibilität mit einigen SMTP-Servern und löst Probleme mit Apple Remote Access. Der Update ist für Besitzer von Mailsmith 1.0 oder neuer kostenlos und besteht aus einem 2,6 MB Download. [JLC]
<http://www.barebones.com/support/mailsmith/mailsmith-notes.html>
<http://www.barebones.com/support/mailsmith/mailsmith-updates.html>
Ecrix, Exabyte Fusion -- Ecrix, der Hersteller der VXA-1 Bandlaufwerke, und Exabyte, Hersteller der MammothTape-Hochleistungs-Laufwerke die für Backups in großen Netzwerken verwendet werden, haben Pläne veröffentlich zu fusionieren. Die neue Firma wird in der Lage sein, eine größere Bandbreite an Produkten einschließlich der VXA und MammothTape-Marken anzubieten. Außerdem plant sie die innovative Paket Technologie und das Non-Tracking Format von VXA in die MammothTape-Technik zu integrieren. Die Fusion verbessert Exabytes finanzielle Position und bringt Exric Mitgründer Juan Rodriguez zurück nach Exabyte, welches er zuvor mit gründete. Glücklicherweise wird die zukünftige Firma Exabyte heißen - der Ecrix-Name benötigte immer Hilfe beim Aussprechen. Vom Standpunkt von Besitzern der Ecrix VXA-1 Laufwerke her ist diese Fusion eine gute Nachricht, da es das Format dem Status eines weit verbreiteten Industriestandard näher bringt. Für mehr Details über das Ecrix VXA-1 Bandlaufwerk lesen Sie "Ecrixs VXA-1 Bandlaufwerk: Große schnelle Backups" in TidBITS-569_. [ACE]
<http://www.ecrix.com/press/pr-2001-08-23.cfm>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06322>
Kostenlose Eintrittskarten für die Macworld Expo San Francisco 2002 -- Wenn nicht die eine Macworld Expo bevorsteht, dann ist es die andere. Wenn Sie vor haben, 2002 auf die Macworld Expo in San Francisco zu gehen, lohnt es sich diesen Monat die Macworld Expo Web-Seite aufzurufen, wo Sie sich für eine kostenlose Eintrittskarte (aber ohne Zutritt zur Eröffnungsrede) bis zum 15. Oktober 2001 eintragen können. Wenn Sie den Stichtag verpassen, kostet die Registrierung vom 16. Oktober 2001 bis zum 06. Januar 2002 $ 15 und vom 07. Januar bis zum 11. Januar 2002 $ 29. Wenn Sie sowieso vorhaben, dorthin zu gehen, lohnt es sich frühzeitig zu reservieren um ein paar Dollar zu sparen! [ACE]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]
Auch wenn Mitglieder der Macintosh-Gemeinschaft Apples Innovationen kennen, wird Apple vom Rest der Welt oft nur als ein weiterer Computerhersteller angesehen. Zwei Ereignisse aus jüngster Zeit - Apples Auszeichnung mit dem Emmy für FireWire und die Aufnahme eines Power Mac G4 Cube zusammen mit anderen Apple-Produkten in die Designsammlung des Museums für moderne Kunst - sollten dabei helfen zu zeigen, dass Apples Bedeutung weit über die Macintosh-Welt hinaus geht.
FireWire Emmy -- Die Academy of Television Arts & Sciences hat Apple einen 2001 Emmy für die erhebliche Auswirkung der Einführung von Apples FireWire Technologie auf die Fernsehindustrie vergeben. FireWire ist eine sehr schnelle serielle Verbindungstechnik, welche für den Datenaustausch mit z.B. Festplatten oder digitalen Videogeräten verwendet wird. Apples Anstrengungen den 400 Mbps FireWire zu einem plattformübergreifenden Industriestandard zu machen, bekannt als IEEE 1394a, führte dazu, dass FireWire die bevorzugte Verbindung zwischen digitalen Camcordern und sowohl Macs wie PCs wurde.
Andererseits wurden weitere Anwendungen von FireWire in der Macintosh Welt und der PC Industrie bisher durch die Ankündigungen von USB 2.0 verhindert, welches Datenraten von bis zu 480 Mbps bieten soll. Aber USB 2.0 hat noch einen langen Weg vor sich: die nächste Version von FireWire 1394b, verspricht Datentransferraten von bis zu 800 Mbps (über Kupfer, mit Glasfaser bis zu 1.600 Mbps); USB 2.0 ist bisher noch nicht sehr verbreitet; und letzten Monat hat Agere Systems (vorher der mikroelektronische Bereich von Lucent Technologies) angekündigt, dass Sie die Herstellung von Produkten zur Unterstützung von USB 2.0 einstellen werden. Außerdem hat Agere verkündet, dass sie ihre Entwicklungsarbeiten für 1394b Anwendungen verstärken werden und weiterhin Produkte für USB 1.1 und 1394a anbieten.
<http://www.lucent.com/micro/NEWS/PRESS2001/071601a.html>
Kurz gesagt sieht es so aus, wie wenn FireWire im Kampf mit USB 2.0, zum Großteil dank der Millionen von Camcordern die es schon nutzen und der zunehmenden Bedeutung von digitalem Video, die Oberhand behält. Apple verdient Anerkennung dafür, dass sie die Kosten für die professionelle Anwendung von digitalem Video gesenkt und die Anwendung für Endbenutzer einfach gemacht haben. Und es ist schön, dass diese Anerkennung von einer Gruppe wie der Academy of Television Arts & Sciences kommt.
MoMA gewürfelt -- Vielleicht erkennt die Außenwelt Apples technologischen und Marketing-Einfluss nicht immer an (Apple hat vielen Technologien die sie nicht erfunden haben, wie die grafische Benutzerschnittstelle, die Maus, das CD-ROM-Laufwerk, Ethernet und USB, zu weiter Verbreitung verholfen). Auf jeden Fall erhält Apples Designstärke einige Anerkennung. Und jetzt wurden Apples revolutionäre Design - einschließlich dem kompakten Power Mac G4 Cube - durch die Aufnahme in die Designkollektion des Museum of Modern Art (MoMA) in New York ausgezeichnet.
<http://www.nytimes.com/2001/08/16/technology/circuits/16GEE1.html>
Diesen Schritt sagte eine frühe und inzwischen eingestellte Anzeige voraus, die sinngemäß sagte: "Er sieht eigentlich aus, wie wenn er in das Museum of Modern Art gehört. Aber der G4 Cube ist ein Supercomputer, der direkt auf Ihren Schreibtisch gehört." Ironischerweise ist jetzt, da der Cube im MoMA steht, die einzige Möglichkeit einen Cube zu bekommen, ihn gebraucht zu kaufen - selbst das eleganteste Design kann den Verkauf nicht ausreichend ankurbeln, wenn es sich an einen zu kleinen Kundenkreis richtet. (Steve Jobs bekommt unsere Auszeichnung für das beste Zitat des Jahres: "Es war ein falsches Konzept - genial realisiert.")
Apples Designs haben viele Auszeichnungen gewonnen, aber die Aufnahme in die MoMA Sammlung ist sicherlich eine der Prestigreichsten und unterstützt das Konzept, dass die Funktion von Computern zwar in einer virtuellen elektronischen Welt liegt, ihre physikalische Form in unserer Arbeitsumgebung trotzdem wichtig ist.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04898>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Einer meiner Kunden - David - ruft mich immer an, wenn ich im Auto unterwegs bin. Es muss sich dabei wohl um einen schlechten Witz handeln: ich bewege mich vorwärts und er nicht. "Ich kann nicht drucken" sagt er, unsere neue Begrüßungsformel. "Ich denke, ich habe alles schon probiert."
Wir gehen durch eine Liste mit möglichen Ursachen und Lösungen: er hat den Drucker aus- und eingeschaltet, den Macintosh neu gestartet, die Druckerwarteschlange aktiviert sowie die Kabel am Computer, Drucker und dem Ethernet-Hub kontrolliert. Kein Glück. Nach einigen Minuten und noch weniger Kilometern im Stossverkehr stoßen wir dann auf eine Lösung: im AppleTalk-Kontrollfeld die Option Remote Access auswählen, das Kontrollfeld schliessen und gleich wieder öffnen, zurück auf Ethernet umschalten, speichern und das Kontrollfeld wieder schliessen. David kann jetzt zwar wieder drucken, aber ich weiß, dass dieser Trick zwischen dem PowerBook G3 (bronzene Tastatur) und seinem LocalTalk-Drucker nur eine halbe Lösung ist.
Bridge Over a Troubled Network Stream -- Obwohl eine leichte Zielscheibe, schiebe ich die Schuld an Davids Druckerproblem Steve Jobs in die Schuhe. Ich war gerade in San Francisco als Jobs das neue Titanium-PowerBook G4 vorstellte und David mich mit einer Frage anrief. Ich erwähnte nebenbei, wie elegant das neue Gerät sei, worauf David den magischen Satz äußerte: "Wenn Du das neue PowerBook kaufst, übernehme ich Deinen jetzigen Computer." Ich kaufte, er kaufte und wir besitzen jetzt beide bessere, coolere PowerBooks. Das einzige Problem ist die Tatsache, dass mein PowerBook G3 keinen seriellen Anschluss hat und damit nicht an Davids LocalTalk-Netzwerk passt. Und sein Laserdrucker, ein älterer QMS-PS 410 lässt sich nur über LocalTalk anschließen.
Glücklicherweise war die Lösung recht einfach. David kaufte sich einen günstigen Ethernet-Hub und schloss daran sein neues und sein altes PowerBook an. Das PowerBook 3400 blieb am LocalTalk und konnte dann dank der LocalTalk-Bridge-Software von Apple als Drucker-Server eingesetzt werden. (Die ältere Maschine dient gleichzeitig als Backup-Server für wichtige Dateien und kann zudem von der ganzen Familie mitbenutzt werden.)
<http://kbase.info.apple.com/cgi-bin/WebObjects/kbase.woa/wa/query?type=id&val=60290>
Dieser Aufbau funktionierte für eine Weile, langsam traten aber Probleme auf. Obwohl das PowerBook 3400 wenig Strom bezieht, musste das Gerät ständig eingeschaltet sein (es war für David zu unpraktisch, ständig das Gerät einschalten zu müssen, wenn er drucken wollte). Zudem fiel von Zeit zu Zeit die Ethernet-Verbindung aus: das PowerBook 3400 verwendet nämlich einen gemeinsamen Anschluss für Ethernet und Modem und nach einigen Jahren ständigen Ein- und Ausstöpselns wurde der Anschluss langsam wacklig (und ein Adapter zum gleichzeitigen Anschluss von Ethernet- und Modemkabel half auch nicht). Selbst wenn das Ethernetkabel korrekt einrastete, musste es jeweils immer ein wenig zurechtgerückt werden, damit sich alle Kontakte berührten. Man hätte den Anschluss natürlich reparieren können, aber das wäre eine kostspielige Sache geworden. Und obwohl die LocalTalk-Bridge meistens gut funktionierte, gilt sie als überholt und wird auch nicht mehr weiterentwickelt.
iPrint, deshalb iHappy -- Ich denke es ist nur fair, dass unsere Lösung ebenfalls Steve Jobs zu verdanken ist - in diesem Fall durch sein Beharren auf gutem Produktdesign. Als ich einmal unterwegs war, stoppte ich bei der Buchhandlung der Universität des Bundesstaats Washington, um einen Blick auf die neuen Power Macs G4 und die inzwischen ausgemusterten Flower-Power iMacs zu werfen. Obwohl ich ein großer PowerBook-Fan bin, gefällt mir auch das Design der anderen Apple-Geräte und ich wollte die neuen QuickSilver-Macs unbedingt einmal aus der Nähe betrachten.
Auf einem Regal über den PowerBooks stand auch Farallons EtherMac iPrint LT, ein Adapter der aussah, als könnte er Davids PowerBook 3400 als Druckerserver ablösen und der zudem nur 100 US$ kostete. (Farallon bietet ebenfalls EtherMac iPrint SL an, der StyleWriter-Drucker über LocalTalk verbinden kann, obwohl in diesem Fall ein neuer Drucker wohl die bessere und billigere Lösung wäre.) Ich rief David an, der sofort damit einverstanden war, 100 US$ für das Ende all seiner Druckerprobleme auszugeben, kaufte das iPrint und eilte schnurstracks zu ihm.
<http://www.farallon.com/products/ether/adapters/iprintadapter.html>
Jetzt kommt der Teil, in dem ich eigentlich die Installation und Konfiguration erklären sollte, deshalb erwähne ich hier die peinlich genauen Details: Ich öffnete die Schachtel und schloss das iPrint am Stromnetz an. Dann entfernte ich den PhoneNet-Stecker des PowerBooks und steckte das LocalTalk-Kabel (eigentlich nur ein gewöhnliches Telefonkabel) in den LocalTalk-Anschluss des iPrints. Am anderen Ende verband ich das Ethernet-Kabel mit dem Ethernet-Hub. (Das iPrint wird mit einem LocalTalk-Kabel, einem gewöhnlichen und einem gekreuzten Ethernet-Kabel geliefert, das letztere dient dazu, das iPrint direkt am Computer anzuschließen.) Die einzige Konfigurationsänderung war das Wechseln der AppleTalk-Einstellung im PowerBook auf Ethernet. Damit konnte David jetzt mit beiden PowerBooks drucken und auch Dateien hin- und herkopieren.
Mit dem iPrint ist Davids Drucker und sein zweites PowerBook endlich ständig in der Auswahl sichtbar. Meine Tricks sind überflüssig geworden und David kommt bei der Arbeit wieder vorwärts. Wenn ich das Gleiche nur vom Verkehr in Seattle sagen könnte.
von Andrew Laurence <atlauren@uci.edu>
[Übersetzer Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Ich habe es kaum gemerkt, dass jemand jahrelang einen großen Teil meiner freien Zeit kontrollierte: das waren die unbekannten Programmgestalter hinter dem Fernsehnetz.
Ich habe nie geglaubt, dass ich viel fernsehe, besonders im Vergleich zu anderen, die im Durchschnitt 19-32 Stunden pro Woche fernsehen (nach US, kanadischen und japanischen Quellen). Trotzdem war mein Gehirn immer darauf eingestellt, die Shows und Serien zu verfolgen, die ich mag, ich wusste, wann sie gesendet werden und auf welchem Kanal sie laufen. Wenn ich sie nicht live sehen konnte, musste ich den Videorecorder programmieren, ein Band passender Länge einlegen und verfolgen, welche Sendung auf welchem Band war. Das Fernsehprogramm definierte Randbedingungen, die ich im eigenen Zeitplan unterbringen musste: würde ich zuhause sein? war ein Band im Rekorder? Wann war Abendessen? Hatte ich Zeit, die Wäsche zu waschen oder meine Mutter anzurufen? Die Freunde mit Kindern hatten mehr Probleme, da gab es das 6-Monate alte Baby, dass zur West Wing-Sendung durchs Haus getragen werden musste, und den 3-jährigen, der morgens keine Sesamstrasse Sendungen sehen mochte - er fragt nur danach, wenn die einzigen Programmalternativen mit Jerry Springer oder The Young and the Restless gegeben sind. Bedenken Sie, dass 57 Kanäle zur Verfügung stehen und darin nichts zu finden ist, dann wird es evident, dass das Fernsehen nur wenige Bedürfnisse erfüllt: es zwingt uns, unser Leben ums Fernsehprogramm zu organisieren statt Inhalte anzubieten, wenn wir sie sehen wollen.
Schaffen Sie persönliche Videorekorder -- Auf dem Markt für Verbraucherelektronik sind die persönlichen Videorekorder (PVR) neu eingeführt worden als aufgemotzte Videorekorder, die das Fernsehprogramm kennen. Der PVR kennt das Programm aller angebotenen Fernsehkanäle, die Sie empfangen können. Auf Grund Ihrer Kommandos zeichnet er Programme auf seine Festplatte auf, die später abgespielt werden können. Unabhängig von der Aufnahmereihenfolge eines Magnetbandes bringt ein TVR Ihnen ein ganz anderes Fernseherlebnis. Sie können anhalten, zurücksetzen, schneller abspielen oder Ihr Programm in Zeitlupe betrachten - mit jedem Programm, ob live oder aufgezeichnet. Wenn eine 60 Minutensendung vor 15 Minuten begann, können Sie die Wiedergabe trotzdem am Anfang beginnen während der PVR noch Teile der Sendung aufzeichnet; Sie können Werbeeinblendungen schnell überspringen und können gleichzeitig Andy Rooney live anhören. Sie können den Sopran von gestern Abend abhören, während Sie die laufende Sendung mit Ally McBeal aufzeichnen. Das Auffinden eines aufgezeichneten Programms geschieht durch auswählen aus einer Liste, sie brauchen nicht mehr schlecht beschriftete Kassetten zu durchsuchen und im Schnellvorlauf den Anfang der Aufzeichnung anzuspielen.
Die ersten Angebote am Markt waren 1999 TiVo und ReplayTV. Jede der Firmen bietet eine Software und die Aktualisierung des internen Fernsehprogramms. Die Hardware wird von gut bekannten Hardware Partnern angeboten - Sony, Philips und Hughes bieten TiVo Geräte an, während RePlayTV auf Panasonic Hardware verkauft wird. Neuere Angebote basieren auf UltimateTV von Microsoft (im Verkauf bei Sony und RCA) und DishPVR 501 von Dish.
Willkommen bei der TiVolution -- Die erste TiVo-Installation in meiner Erinnerung besaß ein Freund, der alle Theateraufführungen verfolgt und seit langem immer das Neueste besitzt. Um ehrlich zu sein, wunderte ich mich bei seinen ersten Beschreibungen und Begeisterungsäußerungen, wie faul er dabei war ("Man braucht kein Band zu wechseln"). Als ich das Gerät arbeiten sah, begriff ich sofort. Die Möglichkeit, die Sendung zu unterbrechen (um ein Telefongespräch aufzunehmen oder für den Gang zur Toilette) bewies sofort die Nützlichkeit - einfach Taste drücken und am selben Punkt weitersehen. Die Möglichkeit, in einer laufenden Show zurückzuspulen, um einen unverständlichen Dialog zu wiederholen, versprach das Ende ewiger Fernsehfrustrationen. Die Liste aufgezeichneter Sendungen, die immer sofort verfügbar ist und lauter Sendungen beinhaltet, die er gern sieht, zeigt, dass gute Fernsehsendungen existieren aber nicht immer laufen, wenn man Zeit hat. Dass ich im Ausverkauf im August 2000 bei Circuit Center einen TiVo fand, besiegelte meine Wünsche - Mein Rekorder, der 14 Stunden Fernsehsendungen aufzeichnen kann, hat mich nach allen Rabatten nur 99$ gekostet.
Als ich die Verpackung öffnete, fand ich eine Anleitung, wie der Rekorder an Fernseher und Verstärker anzuschließen ist. Da ich mit der Gewohnheit der Fernsehindustrie vertraut bin, die wenig oder keine Dokumentation und Zubehör liefert, war ich erfreut, ein Anwenderhandbuch und diverse Anschlusskabel zu finden. Ich musste das Gerät an Fernseher und Empfangsanlage (Antenne, analogen oder digitalen Kabeleingang oder Satellit - alle drei Anschlüsse sind vorhanden, zwei können gleichzeitig benutzt werden) anschließen und konnte die Kanäle am Fernseher einstellen.
Zuerst müssen Sie Ihre Postleitzahl einstellen, dann holt sich der Rekorder mit einem eingebauten Modem mit 33,6 Kbps Listen lokaler Telefone und Ihrer lokalen Fernsehanbieter. Mit einem zweiten Download werden 14 Programmtage geladen (dank Tribune Media Services), um die eingestellten Anbieter und Radiokanäle analysieren zu können. Dann dekomprimiert der Rekorder die Programmdaten und am Ende des Prozesses ist Ihr Fernseher bereit für den Empfang mit TiVo.
<http://www.tribunemedia.com/>
57 Kanäle, auf denen sicherlich was läuft -- Die TiVo Benutzeroberfläche auf dem Fernsehschirm bietet zwei Menu-Optionen für laufende Programme (Durchschleifbetrieb, bearbeitetes Live-Programm), 3 für die Auswahl von Programmen zur Aufzeichnung (TiVolution Magazin, Network Shows und Aufnahme einzelner Sendungen) und eine für Systemarbeiten (Nachrichten und Einstellungen).
Abgespielt wird aus einer chronologischen Liste aufgezeichneter Programme (mit Kurzbeschreibungen, Kategorien und Kanalzuordnung). Sie können das aktuell in Sendung befindliche Programm ansehen, auch wenn das Gerät gleichzeitig eine andere Sendung aufzeichnet, und Sie können noch auf der Festplatte wartende Aufzeichnungen löschen, um Platz für weitere Aufzeichnungen frei zu machen (Der Rekorder löscht alte Aufzeichnungen auch automatisch, wenn Platz gebraucht wird). Laufendes Programm sehen zeigt was immer gerade gesendet wird. Die Live TV-Auswahl von der Fernbedienung gibt Ihnen Einblick in das Programm, das gerade gesendet wird.
Zur Auswahl von Programmen für das Aufzeichnen werden Programme im TiVolution Magazin und aus dem Teletext in Kategorien eingeteilt. Das TiVolution Magazin kommt von TiVo und bietet fünf Kategorien nach Genre und Programmtyp: TiVos Empfehlungen, Kinderprogramme, Filme, Sport und Lifestyle. Im Netz werden spezielle Kategorien angeboten, die Sendeanstalten entrichten einen Obolus an TiVo, damit Ihre Kategorien gezeigt werden. Beide sind vielleicht nützlich, wenn Sie über einen Kabelanschluss oder eine Satellitenantenne verfügen - wenn Sie aber terrestrische Programme über die gute alte Hausantenne empfangen, sind die Kategorien nur Mehrinhalt der Kanäle, den Sie nicht decodieren können.
Die Auswahl eines Programms bei der Rekorderprogrammierung eröffnet drei weitere Methoden für eine genauere Sendungsauswahl: Suche nach Titel, aus Wunschlisten oder TiVos Empfehlungen. Titelsuche arbeitet mit alphabetischen Listen, die auf Grund Ihrer Eingabe von Titelanfängen aus dem Bildschirmmenu aufgebaut werden. Um beispielsweise "Buffy, den Vampir" zu finden genügt meist die Eingabe von BU. Die Liste wird sofort so weit gescrollt, dass zuerst die Titel mit dem Anfang BU gezeigt werden. Als ich dies versuchte, erschien der gewünschte Titel als sechster, davor stand der Film aus dem Jahre 1947 von Abbott und Costello mit dem Titel Buck Privates Come Home und Buckmasters Whitetail Magazine. (Ich mag den Film zwar, aber ich wollte Buffy programmieren) Ich wählte "Sendung aufzeichnen", um die Sendung in die Aktionsliste meines TiVos zu übernehmen). Die Suche aus Wunschlisten erlaubt Ihnen Suchmengen zu definieren und die darin befindlichen Titel automatisch aufzuzeichnen. Beispielsweise kann eine Wunschliste nach Regisseur alle Filme von Alfred Hitchcock auswählen, eine nach Darsteller mit ("Eastwood, Clint" und "Western") kann etwa seine Dirty Harry Filme unterdrücken. Schlüsselwortwunschlisten selektieren jeden Film der eines der Schlüsselwörter in der Kurzbeschreibung enthält.
TiVos Empfehlungsliste enthält alles, was der TiVo für sehenswert hält und berücksichtigt Ihre früheren Programmauswahlen und Präferenzen. (Dazu hat die Fernbedienung Tasten mit Daumen auf und ab - je mehr Sie diese benutzen, desto akkurater werden TiVos Empfehlungen). Wenn Sie beispielsweise den Film Cool Hand Luke mögen, können Sie ihn mit bis zu drei aufwärts zeigenden Daumen bewerten und Ihr TiVo meint Ihnen Hud empfehlen zu müssen, weil er Ihnen gefallen müsse. Ohne weitere Einstellungen aktiviert TiVo diesen Modus und zeichnet nach den Empfehlungen auf, so weit der Festplattenspeicher reicht. Diese Funktion kann man auch abschalten, aber ich hielt das Resultat für eine wesentliche Erfahrung mit dem TiVo. Eines morgens wachte ich auf und stellte fest, dass der TiVo nachts Casablanca auf einem Kanal aufgezeichnet hatte, von dem ich gar nicht wusste, dass ich diesen empfangen kann. (TiVo, ich glaube, das ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft).
Wenn Sie das Programm gefunden haben, das Sie aufzeichnen möchten, wird es wieder mit der Taste "Sendung aufzeichnen" in die Aktionsliste übernommen. Wenn Sie einen Effekt noch einmal sehen wollen, wählen Sie aus "künftige Sendungen" eine spätere Aussendung des laufenden Films. Oder wollen Sie zur selben Zeit, zu der Ihre Frau bereits eine Aufnahme programmiert hat, selbst eine Sendung aufzeichnen, wissen aber, dass Ihre Sendung wiederholt wird, programmieren Sie doch die Aufnahme einer Wiederholung.
TiVos Saisoneinteilung erübrigt zu beobachten, wann sich die Programmschemata ändern - z.B. kann eine Show einen neuen Sendeplatz in einer anderen Nacht bekommen, eine zweistündige Sondersendung einschieben oder eine Extraausgabe geben. Wenn man TiVo programmiert, eine bestimmte Sendung von Frasier in NBC aufzuzeichnen - nicht Kanal 4, Dienstags von 21:00 bis 21:30, und dann die Sendung auf einen anderen Sendeplatz verschoben wird, merkt der TiVo dies in seinem Programmmagazin und aktualisiert seine Aktionsliste. Sie können die Aufzeichnungen parametrisieren, dass nur neue Folgen aufgezeichnet werden, eine Maximalzahl von Sendungen gespeichert wird, dass eine Aufzeichnung um ein Stück verlängert wird, wenn die Sendezeit überzogen wird, dass eine bestimmte Videoqualität gespeichert wird oder dass Sie angeben, wie lange eine Aufzeichnung in der Liste für neue Aufzeichnungen verbleibt.
Preise und Verfügbarkeit -- Dedizierte TiVo-Geräte gibt es von Sony und Philips mit 20, 30 und 60 Stunden Aufnahmekapazität; die Preise bewegen sich zwischen 199 und 599 $. DirecTV Geräte gibt es von Sony, Philips und Hughes, mit Aufnahmekapazitäten bis 35 Stunden; die Preise bewegen sich zwischen 299$ (mit Rabatt) und 399$. Alle Geräte sind darauf angewiesen, dass ihr Benutzer den TiVo Service abboniert, der das Programmmagazin und die Software aktualisiert. Der Service kostet entweder 10$ monatlich oder einmalig 250$ für die gesamte Lebenszeit des Gerätes. Die Geräte werden bei diversen Händlern vertrieben, etwa 800.com, Amazon.com, Best Buy, Circuit City, Good Guys und Outpost.com; Preisvergleiche über Dealtime und mySimon lohnen sich.
In der nächsten Ausgabe dieses Artikels werde ich genauer beleuchten, wie TiVo arbeitet, welche Gesellschaft sich darum aufgebaut hat und versucht, die Software zu hacken und wieweit wir damit von der Tyrannei der Fernsehpäpste befreit sind.
[Da Andrew Lawrence sich für eine Karriere im Computermilieu entschieden hat, ist er unter den Artikelschreibern ein schwarzes Schaf. Dagegen sieht er gar nicht so viel Fernsehen, wie es scheint]
Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>, Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
Koordination: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
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