
Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Terror-Attacken vom 11. September in New York und Washington. Adam schreibt kurz über die Ereignisse und erwähnt Macintosh-Firmen, die helfend zur Seite stehen. Geoff Bronner testet drahtloses Ethernet auf einem Palm und Adam untersucht, wie iRemember ein Journal Ihrer Web-Aktivitäten erstellt. Als Neuigkeiten vermelden wir die Absage der Apple Expo Paris, neue Visors von Handspring und die Veröffentlichtung von ConceptDraw Professional von CS Odessa.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Apple Expo Paris 2001 abgesagt, Seybold findet statt -- In einer kurzen Ankündigung hat Apple die Apple Expo 2001 vom 26. bis zum 30. September 2001 in Paris abgesagt. "Angesichts der tragischen Ereignisse wird die Apple Expo nicht durchgeführt" ließ Apples CEO Steve Jobs verlauten. "Es tut uns Leid, unsere Anwender und Entwickler enttäuschen zu müssen, aber ihre Sicherheit ist uns ein wichtiges Anliegen." Seybold Seminars hat dagegen angekündigt, die Seybold San Francisco vom 24. bis 28. September wie geplant durchzuführen. "Wir glauben, dass die richtige Antwort der Seybold-Gemeinschaft darin liegen muss, die Vitalität unserer Branche und ihren Beitrag zu einer weltumspannenden Wirtschaft zu demonstrieren" ließ Seybolds Präsident Gene Gable in einer Erklärung zu dieser Entscheidung verlauten. [ACE]
<http://www.apple.com/pr/library/2001/sep/17expo.html>
<http://www.key3media.com/seyboldseminars/events/statement.shtml>
<http://www.key3media.com/seyboldseminars/sf2001/>
Handspring lanciert Pro und Neo Visors -- Handspring hat heute zwei neue Visor-Geräte vorgestellt und ihren Palm OS-basierten Handhelds mehr Speicher und Geschwindigkeit spendiert. Die Einsteigervariante Visor Neo zu einem Preis von 200 US$ verfügt über 8 MB Speicher und ist dank des Dragonball VZ-Prozessors 50 % schneller als der Visor Deluxe. Der Visor Pro wird 300 US$ kosten, verwendet den gleichen Prozessor, hat aber 16 MB Speicher eingebaut (mehr als jedes andere derzeit erhältliche Palm-Gerät) und wird mit einem internen Akku mit Strom versorgt. Beide Geräte verfügen über eine Graustufen-Anzeige, Springboard-Erweiterungssteckplätze und kommen in der gleichen Größe wie der Visor Deluxe daher, allerdings in anderen Farben: der Pro ist silbrig, während der Neo in einem transparenten Rot, Blau und "Rauch" erhältlich ist. Bei beiden Visors wird zurzeit gratis das Springboard-Module VisorPhone mitgeliefert. (siehe den Artikel "Ein Überblick über Visor Springboard-Module" in TidBITS-586_ für mehr Informationen zum VisorPhone.) [JLC]
<http://www.handspring.com/products/visorneo/>
<http://www.handspring.com/products/visorpro/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-586.html#module>
CS Odessa liefert ConceptDraw Professional aus -- CS Odessa hat heute ConceptDraw Professional veröffentlicht, eine aufgemotzte Version ihres leistungsstarken und flexiblen Grafikprogramms (mehr Informationen dazu finden Sie im Artikel "Erstelle Deine Verbindungen mit ConceptDraw" in TidBITS-553_). ConceptDraw Professional ist mit über 25 zusätzlichen Bibliotheken mit spezialisierten Bildern und Symbolen ausgestattet, ist kompatibel zu anderen CAD-Applikationen durch den Import und Export von DXF-Dateien, kann PowerPoint-Dateien sowohl lesen als auch schreiben, tauscht Daten besser mit Microsoft Visio aus und bietet die Möglichkeit, Grafiken als Textdateien zu schreiben und einzulesen. Es ist auf Mac OS, Mac OS X und Windows einsetzbar und kostet 250 US$; Updates von ConceptDraw kosten 125 US$ und Ausbildungsrabatte sind ebenfalls erhältlich. ConceptDraw Professional benötigt Mac OS 8.6 oder höher, einen Macintosh mit einem PowerPC 603e-Prozessor (PowerPC G3 empfohlen) mit 32 MB verfügbarem RAM-Speicher. [ACE]
<http://www.conceptdraw.com/professional/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/tidbits-de-553.html#Anker3>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Weder habe ich Spezialkenntnisse in internationaler Politik, noch masse ich mich an, aus einer solchen Position sprechen zu können. Aber als ich die letzten Tage geschockt, verletzt und ungläubig vor dem Fernseher saß, glaube ich, dass es angebracht ist, in TidBITS einige Gedanken zum schrecklichen Terroranschlag auf das World Trade Center und das Pentagon zu äußern.
Mein Gedankengang ist einfach. Jede Gemeinschaft, selbst in einem globalen Kontext, ist nur so stark wie ihre persönlichen Beziehungen, die wir täglich aufbauen und aufrechterhalten. Der enorme Verlust von Menschenleben auf Grund der Attacke überwältigte mich - ich kann schlichtweg nicht nachvollziehen, was es für Tausende von Menschen bedeuten muss, in diesem einen, tödlich geführten und weltweit publizierten Anschlag sein Leben zu verlieren. Aber meine Gedanken wanderten sofort zu den Mitgliedern meiner Online-Gemeinschaften von TidBITS, TidBITS Talk und XNSORG, von denen ich wusste, dass sie in New York leben, arbeiten oder dort unterwegs waren. Innerhalb eines Tages habe ich von den engsten Bekannten ein Lebenszeichen erhalten und sie sind alle wohlauf.
Und doch gibt es darunter Mitglieder, die verletzt oder sogar getötet wurden oder deren Freunde, Kollegen und Verwandte dieses Schicksal erlitten haben. Um diese Menschen können wir nur trauern und weiterhin dabei mithelfen, eine freie und offene Gesellschaft zu schaffen, in der Terrorismus keinen Platz mehr hat. Wir können nicht in ständiger Furcht leben, wir können unser Leben nicht nach innen kehren und wir müssen der Versuchung widerstehen, unsere Gesellschaft im Namen von vermehrter Sicherheit in einen Polizeistaat zu verwandeln.
Tonya hat kürzlich zu mir gesagt, dass die Vereinigten Staaten ein laufendes Experiment im Namen der Freiheit seien und ich denke, dass sie damit absolut Recht hat. Viele unserer historischen und aktuellen Konflikte - vom Bürgerkrieg bis zur Abtreibungsdiskussion - drehen sich um Fragen der Freiheit, weil es darauf keine einfachen Antworten gibt. Freiheit ist nie risikolos und obwohl diese Risiken in mannigfaltiger Form daherkommen, ist die Drohung dahinter doch immer der Verlust der Freiheit selber. Das und nur das würde das Experiment beenden und zwar auf dem schlimmstmöglichen Weg.
Mithelfen -- In der jetzigen Situation gibt es unzählige Hilfswerke, die auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. Ich möchte Sie dazu aufrufen, ihre Anstrengungen ebenfalls zu unterstützen - Sie finden eine Vielzahl davon auf dem Internet. Bleiben Sie dabei aber vorsichtig, da in der letzten Zeit auch fragwürdige und betrügerische Hilfsangebote aufgetaucht sind. Hier ein paar nützliche Hinweise von der "Coalition Against Unsolicited Email (CAUCE)" und der SpamCon Foundation:
Eine sichere Sache ist der "National Disaster Relief Fund" des Amerikanischen Roten Kreuzes. Sie können auf der Website direkt mit Ihrer Kreditkarte Geld spenden und Amazon und PayPal haben beide einfachere Methoden bereitgestellt, nachdem die Website des Roten Kreuzes unter dem Ansturm zusammenbrach. Amazon und PayPal verzichten auf ihre normalen Gebühren, Ihre Spende kommt also zu 100 % den Hilfsanstrengungen zugute. Bis jetzt (17. September 2001) haben mehr als 200'000 Einzelpersonen und Organisationen (inklusive TidBITS) mehr als 7.3 Millionen US$ gespendet. Spenden an das Rote Kreuz können auch über die Telefonnummer 800-HELP-NOW gemacht werden.
<http://www.redcross.org/>
<http://www.redcross.org/donate/donate.html>
<http://www.amazon.com/paypage/PKAXFNQH7EKCX>
<http://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/relief-outside>
Informationen über Blutspenden ans Rote Kreuz erhalten Sie unter der Nummer 800-GIVE-LIFE. Obwohl der dringendste Bedarf an Spenderblut vorüber ist, muss der nationale Blutvorrat ständig aufgefüllt werden, da gespendetes Blut nur 42 Tage aufbewahrt werden kann. Spenden Sie deshalb auch weiterhin regelmäßig Blut.
<http://www.redcross.org/donate/give/>
<http://www.aabb.org/Pressroom/In_the_News/wnprtrag091201.htm>
Hilfsbereite Unternehmen -- Eine ganze Anzahl von Firmen mit Macintosh-Produkten haben angekündigt, ihre Einnahmen zeitweise an die Hilfswerke weiterzuleiten und dafür verdienen sie unser Lob. Die Liste der Firmen umfasst Aladdin (1 US$ von jeden Online-Verkauf bis zum 30. September 2001), Intelli Innovations (10 US$ von jedem Verkauf bis zum 21. September 2001), MCF Software (100 % aller Erlöse von ListSTAR und 50 % von MacRadius bis zum 30. September 2001), PagePlanet Software (50 % des Bruttoerlöses bis zum 30. September 2001), RadGad (der gesamte Gewinn bis zum 30. September 2001), Small Dog Electronics (10 US$ für jede Bestellung während der Woche vom 17. September 2001) und Thursby Systems (der gesamte Online-Erlös bis zum 21. September 2001).
<http://www.aladdinsys.com/>
<http://www.intellisw.com/>
<http://www.mcfsoftware.com/>
<http://www.pageplanetsoftware.com/purchase.html>
<http://www.radgad.com/pr.html#RadGadDonatesProfitsToRedCross>
<http://www.smalldog.com/>
<http://www.thursby.com/redcross.html>
Wenn Sie von anderen Firmen gehört haben, die in dieser Form Hilfe leisten, senden Sie uns bitte eine Notiz an TidBITS Talk und wir werden die Liste entsprechend anpassen.
<http://www.tidbits.com/about/tidbits-talk.html>
Vorwärts schauen -- Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass ich nicht wünsche, dass TidBITS und TidBITS Talk zu einem Forum dieses tragischen Ereignisses werden sollen. Es gibt viel angemessenere Mittel und Gefäße für solche Berichte und Diskussionen und der Heilungsprozess muss eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen, dabei aber gleichzeitig die Größenordnung des Geschehens anerkennen. Obwohl der Schock und der Schmerz uns alle unterschiedlich stark getroffen haben, so haben unsere elektronischen Beziehungen doch dazu geführt, dass wir alle von diesem tragischen Ereignis betroffen sind. Und von diesem Punkt an müssen wir alle gemeinsam wieder nach vorne schauen, denn das ist es, was das Leben ausmacht.
von Geoffrey V. Bronner <geoffrey.bronner@dartmouth.edu>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Der einzige tragbare Rechner, den ich besitze, der immer noch eine Drahtverbindung zu einem Tischrechner braucht, ist ein Palm Vx. Bis vor kurzem bedeutete der Hinweis auf einen Rechner mit Palm OS und Funktechnik Palm VII, der ein eingebautes Funkmodem besitzt, oder eine Ausrüstung mit einem Handy am Modem an. Ich brauchte aber einen Palmrechner, der sich in ein Funknetz nach 802.11b einfügt, und den ich täglich am Arbeitsplatz und mit der AirPort-Basisstation daheim einsetzen kann.
Das Funknetz an meinem Arbeitsplatz (am College mit einigen Hundert Zugangspunkten von Cisco Aironet) begann als Option für Nutzer mit Laptoprechnern, jetzt gewinnen kleinere portable Rechner wie der Compaq iPag an Popularität. Ich wollte einen Palmrechner in dieses gemischte Netz integrieren. Am Anfang des Jahres kündigte Xircom (mittlerweile Tochterfirma von Intel) FunkLANmodule für Handspring Visor und Palm m500 Handrechner an. Der SpringPort Wireless Ethernet Modul (SWE) wurde im Juni freigegeben und der Palm Wireless Modul (PWE) folgte im August. Beide kosten bei Xircom je 300 $.
<http://www.xircom.com/cda/page/0,1298,0-0-1_1-1576,00.html>
Der einzige erwähnenswerte Unterschied zwischen den beiden Moduln besteht abgesehen vom Aussehen in der mitgelieferten Software. Der SWE wird mit einer Kopie von Multimail SE und dem Handspring Blazer Internetbrowser geliefert. Der PWE wird ohne jede Software geliefert, Palm m500s und m505s beinhalten beide Multimail SE und das Anwendungsprogramm Web Clipping von Palm.
Ich meldete mich, den Palm Vx zu verkaufen und begann den Funkmodul mit einem Palm m500 zu testen, sobald er geliefert wurde. Mein Chef benutzt einen Compaq iPaq mit Erweiterungsbox und einer Zubehörfunkkarte, so wird das Gerät schwerfällig und unausgewogen. Im Vergleich dazu integriert sich der Modul für den Palm m500 durch Anstecken, macht diesen ein bisschen dicker und das Ganze passt immer noch in eine Hemdtasche. Ohne Modul ist der m500 erheblich kleiner und leichter als der iPaq - abends und an Wochenenden macht sich dieser Vorteil bemerkbar.
Der Modul wird mit einem kleinen Handbuch geliefert, das in meinem Fall völlig ausreichte, aber für jemanden, der den Standard 802.11b nicht kennt, vermutlich zu kurz geraten ist. Das Anstecken des Moduls an den m500 bewirkt automatisch das Kopieren der Xircom-Software in den Speicher des Rechners. Nach dem Laden der Batterie (mit dem Netzadapter, der mit dem Palm m500 geliefert wurde), stellte ich die Netzwerkparameter des College ein - das dauerte nur wenige Minuten. Wenn Sie in mehreren verschiedenen Netzen arbeiten (wie ich am Arbeitsplatz und daheim), müssen für beide Netze unterschiedliche Profile definiert werden. Ich definierte für den Gebrauch zuhause denselben Namen wie im College, da beide Systeme IP-Nummern automatisch im DHCP-Betrieb verteilen, kann ich an beiden Stellen dasselbe Profil benutzen.
Feldtest -- Wenn der Modul einmal konfiguriert ist, können Sie das XircomPWE Programm ignorieren, aber es bietet ein Bild, auf dem Sie sehen können, von welchem Zugriffspunkt Sie erreicht werden, mit welchem Signalpegel Sie arbeiten, wie der Akku des Moduls geladen ist und mit welchen IP-Adressen Sie arbeiten.
Der Empfang durch den Funkmodul ist gut, wenn man diesen mit dem einer FunkPC-Karte für extreme Bereiche vergleicht, geht aber unvermutet verloren, wenn Sie sich vom Zugriffspunkt entfernen; ich vermute, das hängt mit den niedrigen Anforderungen des Moduls an seine Versorgungsspannung zusammen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Zugriffspunkten während des Rechnerbetriebs arbeitet nicht zuverlässig, das Entfernen vom Zugriffspunkt während eines Downloads kann den Vorgang abbrechen.
Der Akku hält über einen ganzen Arbeitstag auch bei viel anfallender Arbeit durch, wenn Sie die Stromversorgung anschließen, werden beide Akkus geladen. Durch den Gebrauch des Moduls wird der Palmakku nicht mehr entladen als ohne Modul.
Arbeit mit dem Modul -- Das Xircomhandbuch sagt nichts zu anderen Anwendungen, die eingesetzt werden, während der Modul angeschlossen ist, außer einem kleinen Passus zum Hotsync übers Netz, womit Sie Ihren Palm mit den Daten eines ausgewählten Computers im Netz synchronisieren können. Die Synchronisation an beliebiger Stelle im Netz wäre ein echter Vorteil, unglücklicherweise wird aber das Network Hotsync von Palm nicht unter Palm Desktop 2.6.3 für Macintosh unterstützt. Stattdessen testete ich diese Funktion mit einem IBM Thinkpadrechner unter Windows 98 SE mit Outlook 2000 und Palm Desktop 4.0. So arbeitet das System großartig; ich wünschte, es ginge auch mit meinem Macintosh. Die mangelnde Unterstützung von Palms Network Hotsync am Macintosh ist enttäuschend und mindert den Wert des recht teuren Zubehörs für Mac Benutzer.
Auch ohne Network Hotsync änderte sich durch den Modul mein Benutzerverhalten am Palmrechner. Ich trage ihn immer bei mir und benutze ihn erheblich öfter, mein PowerBook mit AirPort-Ausrüstung mag sich dabei vernachlässigt vorkommen.
Ein Funknetz kann es einfach machen, einen Computer in eine Veranstaltung mitzunehmen, in der er störend wirken könnte. Der regelmäßige Griff zu einem PowerBook, wenn man einen Schritt zurück tritt, ist auch nicht praktikabel. Ich nehme einen Laptop nur dann mit, wenn ich ihn wahrscheinlich brauche.
Welche Anwendungen machen den Unterschied aus? Die Antwort ist die E-Mail, das ist auch die Anwendung, die den Laptoprechner förderte. Ein gut konfiguriertes Multimail SE und ein IMAP Server erlauben es, die ankommende E-Mail nach feineren Kriterien zu filtern als bei einem Laptop. Im Besonderen fand ich am 11. Sept. die ständige Netzverbindung wertvoll, um die Ereignisse um das World Trade Center zu verfolgen, ich bin in Manhattan aufgewachsen und im WTC-Bereich arbeiten viele Schüler des Dartmouth College.
Weil das Circom Modul am Palm wie ein Modem arbeitet, kann jedes Anwendungsprogramm damit eingesetzt werden, das ein Modem brauchen kann. Beispielsweise kann ich AvantGos Modem Sync Funktion daheim benutzen, um meine AvantGo Nachrichtenkanäle am Wochenende zu aktualisieren, während mein Rechner im Büro arbeitet. Auch kann ich mit EudoraWeb ins Internet gehen, den ich als reinen Textbrowser einsetze, um meine Server anzusprechen (oder TidBITS in der Handheld-Version zu lesen). EudoraWeb ist Bestandteil der Eudora Internet Suite, in der auch ein E-Mail-Programm für Palm OS und ein solches reines Windows-Programm enthalten sind. EudoraWeb ist großartig, weil es mit Cookies und dem SSL-Protokoll arbeiten kann und keinen Proxy-Server braucht wie der Blazer Browser von Handspring. Es ist zwar eine primitive Internetanwendung, ich benutze sie aber gern, weil sie alle Informationen liefert, die ich unterwegs brauche.
<http://www.avantgo.com/>
<http://www.eudora.com/internetsuite/>
<http://www.tidbits.com/about/handheld-edition.html>
Ein Blick in die Zukunft -- Auf vielen Konferenzen und Verkaufsveranstaltungen sind Funknetze heutzutage für die Teilnehmer verfügbar, in der Vergangenheit habe ich diese mit Hilfe des PowerBook benutzt. In der Zukunft werde ich meinen Palm m500 mit dem PWE mitbringen, sodass ich Vindigo und AvantGo Nachrichten unterwegs aktualisieren kann.
Im Büro haben wir gesehen, dass das Modul einfach benutzt werden kann und für den Palmrechner eine echte Bereicherung darstellt. Auch ohne Network Hotsync macht das PWE aus dem Palmrechner ein unabhängiges Gerät im Funknetz und macht mehr Anwendungsprogramme für einen ganz anderen Benutzertyp verfügbar. Anwendungsprogramme wie Multimail, von dem früher nur Manager auf Reisen profitierten, gehören jetzt in den Werkzeugkoffer für die IT-Techniker, für Server-Manager und andere Nutzer, die sich in der Firma oder im Gelände akademischer Einrichtungen bewegen.
Wir diskutieren bereits über eine Handheld-orientierte Version der Internetbasierten Anrufverfolgung für unsere Techniker im Campus. Gleichermaßen entwickeln sich andere Ideen, ihre Realisierung muss aber warten bis solche Module im Preis fallen. Wenn Sie über die Funkinfrastruktur und ein passendes Budget verfügen, werden Sie gerne Ihre Palm und Visor Handheldrechner in gleichberechtigte Funknetzteilnehmer verwandeln.
[Geoff Bronner ist in der Tuck School of Business am Dartmouth College Webmaster, kauft zu viele DVDs und ist ein begeisterter Legosammler]
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Die Entwicklung der Computer bestand aus ständigen Ergänzungen von Funktionen, die wie die biologische Evolution durch Anpassungen und Aktionen bestimmt sind. Der Computer beginnt als programmierbares Rechengerät aus Drähten, Schaltern und Lochkarten, springt über das Zeitalter der Großrechner mit dummen Terminals, saust mit Apple II und PCs durch die Technik der Kommandozeileninterpreter und der Blick zurück auf die jüngste Vergangenheit zeigt den Computer als persönliches Gerät mit grafischer Bedienoberfläche, die uns mittlerweile vertraut geworden ist.
In diesen Schnelldurchlauf können Sie alle Entwicklungsschritte einordnen, die die Computer durchgemacht haben. Die frühen Maschinen waren reine Zahlenverwirbler, danach nahmen sie Funktionen zur Verwaltung großer Datenmengen ins Repertoire. Danach kam das Konzept interaktiver Anwendungen dazu, dem folgte das Dokument als zentraler Brennpunkt aller Arbeitsvorgänge (erinnern Sie sich noch an OpenDoc?). Mit dem Erfolg des Internet kam wohl das wesentlichste Element dazu - die Kommunikation. Ein Forschungsprojekt der Macintoshgruppe von Microsoft zeigte vor einigen Jahren, dass E-Mail und der Einsatz von WebBrowsern neben der Textverarbeitung zu den häufigsten Anwendungen der iMac-Nutzer wurden. Und obwohl das Instant messaging nicht so weit reicht wie die beiden vorgenannten Konzepte, ist es sicherlich eine der wesentlichen Aktivitäten am Internet.
Trotz dieser signifikanten Veränderungen im primären Benutzerverhalten war der Arbeitsaufwand bezüglich dieser Funktionen ziemlich vernachlässigbar und man hat das Gewicht der Daten, die vom Internet in die Computer strömen, praktisch gar nicht ernst genommen. Bis vor kurzem begrenzte Netscape seine Erfassung der zuletzt besuchten URLs bis auf das, was in einem Fenster gezeigt werden konnte. Wenn Sie das Fenster schließen, stellen Sie fest, dass Ihre Geschichtsinformation verschwunden ist. Der Internet Explorer hat diese unnötige Begrenzung nicht übernommen, seine Grenze wurde willkürlich auf 999 Seiten, die Sie besucht haben, festgelegt (das reicht bei mir selten für ein oder zwei Wochen und ich hätte gern eine länger anhaltende Geschichte im Zugriff). Der Internet Explorer hat auch die extrem nützliche Funktion eingeführt, häufige URLs bei der Eingabe automatisch zu vervollständigen, sodass ich in der Zeit als ich Antennen für 2,4 GHz untersuchte, nur erinnern musste, dass meine URL den trivialen Anfang "2400" hatte, um die notwendigen Daten anzusprechen. Netscape besitzt mittlerweile eine ähnliche Funktion, beide Browser haben in den letzten Jahren Funktionen hinzugefügt, die die Daten, die vom Web angesehen werden, intelligent nutzen. Beispielsweise besitzen beide Links zu Alexa und verwandte Seiten (Siehe unter Internet Explorer im Menu für Tools "verwandte Seiten" oder in Netscape 6.1 den Seitenbalken "verwandtes"), die nützlich sind, wenn Sie eine Firma gefunden haben, deren Angebot Sie interessiert, um andere ähnliche zu finden. Die Funktion des Auktionsmanagers im Internet Explorer, obwohl sie recht spröde wirkt, zeigt einen Intelligenzgrad, der durch Auswertung von ankommenden Daten erreicht werden kann (Ich bin allerdings nicht regelmäßig Auktionsteilnehmer, aber ich habe mitbekommen, dass es dort mächtige Funktionen gibt, um Auktionstermine zu verwalten).
Speicher nutzen -- Zu diesem Thema gibt es eine lange Einführung, besonders, weil ich über ein Programm erzähle, zu dem ich mich entschieden habe, es nicht zu benutzen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto überzeugter bin ich davon, dass das kleine Sharewareprogramm iRemember von Serac Software ein gutes Beispiel dafür ist, wie wir den Computergebrauch im Zeitalter der Kommunikation fördern können.
<http://www.seracsoftware.com/iremember.html>
Das Konzept hinter iRemember ist recht einfach. Es installiert einige Systemerweiterungen, einen Modul von Open Transport und ein Anwendungsprogramm, dass startet, wenn ein Webbrowser aktiv wird. Die wesentliche Systemerweiterung von iRemember und der Open Transport-Modul arbeiten zusammen und registrieren alle Daten vom Internet in Ihren Computer. Das Anwendungsprogramm setzt das Apple Information Access Toolkit ein (das sind die Indizier- und Suchprogramme hinter Sherlock), um von jeder Webseite, die Sie ansehen, einen Indexeintrag zu erzeugen. Die Indizierung läuft im Hintergrund ab, sodass Sie nichts davon bemerken; das Negative daran ist, dass die besuchten Seiten nicht gefunden werden können, solange sie noch nicht indiziert sind.
Wenn Sie im Internet eine Zeit lang gearbeitet haben, können Sie von iRemember profitieren. iRemembers wesentliche Funktion ist die, dass Sie die Wörter der besuchten Seiten durchsuchen können, das Resultat anklicken und von iRemember die zugehörige URL im Webbrowser zu sehen bekommen. Man sollte anmerken, dass iRemember nicht die Webseite speichert, die es indiziert hat, sondern dass diese erneut aus dem Web geholt werden muss.
Diese einfache Funktion stellt sich als bemerkenswert nützlich heraus. Immer wieder erinnere ich mich daran, bestimmte Informationen schon gelesen zu haben, kann mich aber nicht erinnern, wo. Es könnte auf einer von einem Dutzend Webpublikationen sein, die selbst schlechte interne Suchmaschinen besitzen, und viele Seiten sind externen Suchmaschinen wie Google gar nicht zugänglich. In der Vergangenheit habe ich versucht, diese Seiten mittels traditioneller Suchmaschinen wieder zu finden, das hat sich aber als frustrierend herausgestellt, weil diese Hilfsprogramme meist keine neuen Nachrichten, Newsgruppenartikel oder andere von Datenbanken ermittelte Inhalte finden. Problematisch ist auch, dass Suchmaschinen wie Google nicht auf die Vergangenheit meiner Browseraktivitäten zurückgreifen können - in den meisten Fällen bin ich eher daran interessiert, die Seiten wieder zu finden, die ich bereits gelesen habe, nicht daran neue zu finden, Google kann zwischen diesen aber nicht unterscheiden.
Die Tatsache, dass iRemember genau weiß, welche Seiten _ich besucht habe_, ist entscheidend. Diese Seiten haben automatisch einen Wert für mich, den andere Seiten nicht haben, und diese durchsuchen zu können, macht einen Wert aus, den es zuvor gar nicht gab. Ich fand zusätzlich, dass das Wissen darum, was iRemember speichert, die Art wie ich Internetseiten betrachte veränderte. Ich filtere viele Informationen - lese die Dinge schnell, um Sie in meinem Gedächtnis umzuordnen, damit ich später darauf zurückgreifen kann, ich lese nicht, weil ich bestimmte Dinge bis ins letzte Detail kennen möchte. So kann ich viele scheinbar unzusammenhängende Informationen nutzen, wenn ich ein ganzes Gebiet etwa in TidBITS erklären möchte. Da ich älter werde und die Informationen im Internet explodieren, habe ich den Eindruck, dass es schwerer geworden ist, das Wissen aktuell zu halten und fand es komfortabler, dass selbst wenn ich die Fakten nicht mehr genau weiß, die beispielsweise Bill Gurley anführte, um zu erklären, warum Bluetooth scheitern würde, ich diese Seite später wieder finden könne, wenn ich sie brauche.
<http://news.cnet.com/news/0-1270-210-6832075-1.html>
iRemember bietet mehrere alternative Wege, die Geschichte Ihrer Browsernutzung zu benutzen, egal welchen Browser Sie benutzt haben. Sie können eine lineare Liste im chronologischen Ablauf sehen und in einer anderen Version ist diese Information nach Internetseiten gegliedert. In beiden Fällen beinhalten die Daten einige Metainformationen wie Datum und eine Charakterisierung mittels weniger Stichwörter, mit denen Sie den Inhalt der Seite identifizieren können (die Stichwörter sind im Grunde eine umgekehrte Darstellung der Suchoperation). Sie können eine Seite wählen und können ähnliche Seiten zu denen finden, die iRemember indiziert hat oder diese nutzen, um mit Sherlock ähnliche Seiten im Internet zu finden. Ein Doppelklick auf eine Zeile in einer der beiden Listen liefert Ihnen die ursprüngliche Seite im Browser.
Natürlich gibt es Seiten, die im Internet verschwinden und iRemember kann nach solchen Seiten suchen und sie aus Ihrem Index löschen (obwohl ich einen Nutzen darin sehe, sie aufzubewahren, wenn das Original verschwunden ist). Sie können auch Seiten löschen, die älter als ein vorgegebenes Datum sind, einzelne Seiten löschen (vielleicht um zu verhindern, dass jemand nachverfolgen kann, welche Seiten Sie angeguckt haben) oder den Index komprimieren, um Speicherplatz zu restaurieren, der beim Löschen frei wurde. Sie können auch testen, ob der Index noch ordentlich gelesen werden kann und können Indexdaten importieren (was als Backup nützlich ist, wenn ein Index beschädigt wurde, oder Sie können Indizes mischen, die auf verschiedenen Computern erstellt wurden).
Unbequeme Sprünge -- iRemember ist nicht neu, ist aber das erste Programm seiner Art, von dem ich gehört habe - vor wenigen Monaten auf der MacHack, erzählte ein Freund mir davon. Ich holte es mir per download, installierte es und nutzte es an fast allen der 30-Tage Testzeit, bevor es abschaltete. Auch wenn es mir gefallen hat, wie es die Seiten erinnert hat, die ich besuchte, verursachte es doch zu viele Abstürze auf meinem PowerMac G4 unter Mac OS 9.1. iRemember 2.0 ist seit Mai 2000 nicht verbessert worden und es ist wahrscheinlich, dass es manchen Änderungen nachgeführt werden muss, die Apple zwischenzeitlich realisiert hat.
Die meisten Zusammenbrüche waren ärgerlich, aber nicht fatal, ich konnte mit Hilfe von MacsBug Systemzusammenbrüchen zuvorkommen und weiterarbeiten oder wenigstens mit einem Warmstart überleben. Der Tag, an dem ich die Arbeit mit iRemember vollends aufgab, gab es einen Programmzusammenbruch und der Mac fror ein. Das ergab den letzten Ausschlag, aber auch die nicht-fatalen Zusammenbrüche machten Probleme. In den 25 Tagen, die ich iRemember benutzte, kam ich zur Überzeugung, dass iRemember alle Seiten erinnere, die ich besucht habe. Aber nach einem Zusammenbruch, nach dem ich weitergearbeitet hatte, wollte es die angewählten Seiten erst erinnern, nachdem ich neu gebootet hatte, sodass ich Zweifel bekam, dass mein Gedächtnis noch verlässlich funktioniere, als iRemember die Seiten reaktivieren sollte, von denen ich sicher war, sie gesehen zu haben.
Ich vertauschte auch, ob ich bestimmte Dinge auf Webseiten gelesen hätte oder aus irgendwelcher E-Mail erinnerte. Ich besuchte diverse Webseiten, deren URL ich in E-Mail vorfand und in meinem Gedächtnis vermischten sich beide Informationsquellen. Weil iRemember nur Datenverkehr zum Internet beobachtet, gab es Augenblicke, wo ich iRemember suchen ließ und mit Eudora E-Mail durchsuchen musste, bis ich fand, an was ich mich erinnerte.
Erinnerungen der Zukunft -- Vielleicht war das, was ich an iRemember am meisten schätze, dass es meine Arbeit mit dem Internet verbesserte auf eine Art, die nur für mich allein Sinn macht - es bietet eine Bedienoberfläche, die Aktionen des Benutzers beachtet. Aus demselben Grund hatte Super Boomerang einen großen Erfolg, das zuvor benutzte Dateien und Ordner öffnete, zu einer Zeit als Dokumente die Arbeit der Computer bestimmten (Action Files von Power On Software setzt diese Tradition von Super Boomerang fort, siehe TidBITS-434_ mit "Holen Sie sich ein Stück der ACTION Files".)
<http://poweronsoftware.com/products/actionFiles/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-434.html#lnk2>
Entwickler sollten lernen, dass es lohnt, zu beobachten wie Benutzer CPU-Zeit und Plattenspeicher einsetzen, und die Kommunikationshistorie aufzuzeichnen, um spätere Aktionen zu unterstützen. Ein WebBrowser könnte speichern, dass der Benutzer bestimmte Internetseiten werktags früh morgens benutzt und die Funktion vereinfachen, diese aufzurufen, die Seiten vorher abrufen, um sie zur rechten Zeit vorrätig zu haben oder weitere Seiten zum Lesen empfehlen. Ein E-Mailprogramm könnte E-Mail automatisch nach ihrem Inhalt (oder sogar nach Aktionen des Benutzers) in Kategorien einteilen und diese Kategorien als alternative Schlüssel anbieten, um die Mail zu bearbeiten.
Denken Sie auch an die Art, wie eine benutzerhörige Bedienoberfläche die Information präsentiert. iRemember bietet reine Textlisten, andere Ansätze könnten effektiver sein, beispielsweise Graphen oder Karten. Stellen Sie sich die Arbeit mit Eudora vor - die History-Listen sind auch eine benutzerhörige Bedienoberfläche, die Namen und E-Mail-Adressen von Leuten automatisch aufzeichnet, mit denen Sie korrespondieren. Man könnte eine benutzerhörige Bedienoberfläche erstellen, die mit Fotos (was mit Gesichtern effektiver ist als mit Dokumenten) der Leute arbeitet, mit denen Sie Mail oder im Instant messaging Notizen austauschen, die es vereinfachen, persönliche Folgediskussionen zu führen oder zu initiieren. Die Menge der dieserart gezeigten Menschen wäre persönlich und würde sich mit anderen Diskussionsthemen ständig verändern.
Vorsicht mit benutzerhörigen Bedienoberflächen: Marktorientierte Leute oder Entwickler könnten es als nützlich betrachten, Benutzerdaten zu sammeln, um Werbung nach demografischen Daten gezielter einzusetzen. Gehen Sie unter keinen Umständen auf solches Bemühen ein. Das individuelle Kommunikationsverhalten mag unschuldig sein, kann aber auch sehr privat ausfallen und in der derzeit angespannten Lage mit Sicherheitsinteressen sollte man keinen zusätzlichen Schaden anrichten. Jedes Sammeln und Auswerten von Kommunikationsdaten sollte diese lokal auf den Rechner der Benutzer lassen und wenn es irgendwelche Bedenken über die Verwendung sensitiver Daten gibt, sollten Sie dem Benutzer Programme geben, um seine Daten zu schützen und zu verwalten.
Mit sorgfältiger Auslegung und passender Vorsicht sollte der Einsatz von Bedienoberflächen, die sich auf Basis von Benutzeraktionen und ihrem Kommunikationsverhaltens adaptieren, helfen, die Kommunikation weiter zu verbessern und keine neuen Hindernisse schaffen.
Übersetzer dieser Ausgabe: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Heinz Gnehm <mailto:gnehm@infotrax.ch>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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