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TidBITS#599/01-Oct-01

Mac OS X 10.1 dominiert diese Woche unsere Ausgabe, in der Adam sich zuerst mit den vielen kleinen Details, das Update zu erhalten, beschäftigt, sich dann auf die wichtigsten Verbesserungen konzentriert, und schließlich Hilfe bietet bei der Entscheidung, wann man umsteigen sollte. In den News: Microsoft bringt einen frei verfügbaren Word X Test Drive heraus, Apple liefert ein neues iMac Einstiegsmodell für US $800, und Apple verschiebt die QuickTime Live Konferenz auf Februar 2002. Nächste Woche: unsere 600. Ausgabe!

Themen:


MailBITS/01-Oct-01

[Übersetzung: Michael Pruemm <pruemm@yahoo.com>]

Apple mit neuem US $800 iMac -- Die iMac Produktreihe von Apples Online Store hat diese Woche neuen „low-cost“ Zuwachs erhalten. Den neuen iMac für US $800 gibt es nur in Indigo mit einem 500 MHz PowerPC G3 Prozessor, 64 MB RAM (im Gegensatz zu 128 MB im nächst größeren Modell), einer 20 GB Festplatte und einem CD-ROM Laufwerk (statt einem CD-RW Laufwerk, das sonst in der Reihe Standard ist), sowie den Standard-Ports der anderen iMac Modelle. Dieses Modell hat auch 512 KB Level 2 Cache, doppelt so viel wie die anderen Modelle, der aber mit nur 200 MHz langsamer läuft. Obwohl die Maschine mit Mac OS X vorinstalliert (aber nicht aktiviert) ausgeliefert wird, macht es die geringe eingebaute Menge an Speicher praktisch unmöglich, das Betriebssystem auszuführen. Zum Glück ist RAM im Moment unglaublich preiswert (es sei denn, man kauft es beim Apple Store, der bis zum 5-fachen von vielen anderen Händlern verlangt; vergleicht z.B. die Preise bei dealram und ramseeker) [In Deutschland z. B. <http://www.compuram.de/> -- HK]. Als Apple die letzte iMac Reihe vorstellte (siehe "Apple beschleunigt iMacs und Power Mac G4" in TidBITS-589_), waren wir enttäuscht, dass das preiswerteste Modell auf US $1000 angestiegen war - es ist gut zu sehen, dass es wieder ein Modell für Leute mit schmalerem Geldbeutel gibt. [JLC]

<http://www.apple.com/imac/>
<http://store.apple.com/>
<http://dealram.com/>
<http://www.ramseeker.com/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-589.html#Artikel1>
<http://www.compuram.de>

Microsoft bietet Word X Test Drive -- Für diejenigen mit Mac OS X 10.1 bietet Microsoft einen gratis Word X Test Drive an, um einen Einblick zu geben, was die endgültige Version von Office X bringen wird, die in ein paar Wochen fertig sein soll. Der Word X Test Drive ist nur in Englisch erhältlich, nur zu Testzwecken gedacht, kommt ohne Support, funktioniert ab 1. Januar 2002 nicht mehr und hat einige Funktionen der endgültigen Version nicht (einschließlich Drucken, Hilfe, Visual Basic für Applikationen und Themen). Für Informationen über Word X's neue Funktionsmerkmale, einschließlich mehrfacher nicht zusammenhängender Selektionen und der Möglichkeit, alle Formatierungen von einer Selektion zu entfernen, siehe "Microsoft Office 10 - Zuckerbrot und Peitsche" in TidBITS-591_. Word X benötigt Mac OS X 10.1 und ein 22 MB Download. [ACE]

<http://www.microsoft.com/mac/download/wordtestdrive/default.asp>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-591.html#Artikel2>

Apple verschiebt QuickTime Live 2001 -- Im Gefolge der Absage der Apple Expo 2001 in Paris hat Apple letzte Woche ebenfalls die Verschiebung der „QuickTime Live 2001“ angekündigt. Ursprünglich geplant vom 8. bis zum 11. Oktober 2001 ist sie nun auf 10. bis 14. Februar 2002 verschoben. Der Veranstaltungsort bleibt derselbe - das Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills, Kalifornien. "Viele QuickTime Entwickler und Kunden haben uns gebeten, die QuickTime Live auf einen Zeitpunkt mit weniger Stress zu verschieben." sagte Philip Schiller, Apples Vizepräsident für Worldwide Product Marketing. "Wir freuen uns schon darauf, alle im Februar zu sehen." [ACE]

<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-597.html#MailBITS1>
<http://www.apple.com/pr/library/2001/sep/26qtlive.html>
<http://www.apple.com/quicktimelive/>


Wie komme ich zu Mac OS X 10.1?

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Am Samstag, 29. September 2001, hat Apple endlich das lange angekündigte Mac OS X 10.1 ausgeliefert und damit sein Betriebssystem der nächsten Generation ein wenig näher an das allgemeine Macintosh-Publikum herangebracht.

Die ersten vier kleineren Updates zu Mac OS X 10.0 haben vor allem Fehler behoben und hinter den Kulissen kleine Anpassungen an der ursprünglichen Version von Mac OS X vorgenommen. An der Oberfläche haben sie aber nichts geändert und genau dort benötigte Mac OS X am meisten Hilfe. Drittanbieter sprangen zwar mit Hilfsprogrammen in die Bresche und retteten dadurch einige sinnvolle Funktionen von Mac OS 9, das neue Mac OS X wirkte aber weiterhin etwas rau. Mac OS X 10.1 ist in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung. Die Oberfläche sieht angenehmer aus und ist auch einfacher zu bedienen. Einziger Nachteil: Mac OS X ist immer noch eine Baustelle, denn obwohl Apple bisher große Anstrengungen unternommen hat, bleibt noch viel mehr zu tun.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1192>
<http://www.apple.com/macosx/newversion/>

Wir werden gleich über die wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen von Mac OS X 10.1 informieren, jetzt geht es zuerst mal darum, überhaupt ein Exemplar von Mac OS X in die Finger zu kriegen.

Wie bekomme ich es? -- Der Update auf Mac OS X 10.1 ist für alle Besitzer von Mac OS X und alle Käufer von Macintosh-Computern mit vorinstalliertem Mac OS X gratis. Da der Umfang von Mac OS X allerdings eine CD-ROM nötig macht, verlangt Apple in den USA einen Versand- und Kostenbeitrag von 20 US$. Das volle Paket, das amerikanische und kanadische Anwender über das Mac OS Up-To-Date-Programm bis zum 31. Dezember 2001 erwerben können, enthält drei CDs mit Mac OS X 10.1, Mac OS 9.2.1 und den neuen Versionen der Entwicklungswerkzeuge (Developer Tools) sowie ein Handbuch. Apple verspricht eine Zustellung innerhalb von 6 bis 12 Wochen via UPS oder Post, meine per Telefax bestellte Kopie traf aber bereits nach einer Woche ein. In den USA und Kanada kann man das Update auch direkt über den Apple Store im Internet oder die Telefonnummer 800/MY-APPLE bestellen, was schneller sein könnte als über das Up-To-Date-Programm.

<http://www.apple.com/macosx/upgrade/>
<http://www.apple.com/macosx/uptodate/>

Sie können die ganzen Gebühren aber auch vermeiden und direkt bei einem Apple Store oder einem teilnehmenden Apple-Händler gratis das Instant Up-To-Date-Paket abholen, das eine Mac OS X 10.1 Aktualisierungs-CD, eine Mac OS 9.2.1 Aktualisierungs-CD und ein Mac OS X-Handbuch umfasst und ab dem 29. September bis zum 31. Oktober 2001, beziehungsweise so lange der Vorrat reicht, verfügbar ist. Gemäss den Meldungen auf TidBITS-Talk reichte der Vorrat an einigen Orten nur für wenige Stunden, es ist aber wahrscheinlich, dass Apple weitere Pakete liefern wird. Rufen Sie also vorher an und klären Sie die Situation ab.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1428>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkmsg=11800+11802+11803>

Entwickler müssen sich bewusst sein, dass das Instant Up-To-Date-Paket ohne Entwickler-CD ausgeliefert wird und dass die alten Werkzeuge unter Mac OS X 10.1 nicht mehr funktionieren. Die Gratis-Mitgliedschaft in der Apple Developer Connection bietet zwar die Möglichkeit, das ganze Paket über das Internet herunterzuladen, es handelt sich dabei aber um massige 550 MBytes.

<http://developer.apple.com/macosx/>
<http://connect.apple.com/>

Internationale Verfügbarkeit -- Es scheint, dass Apple das Update für Kunden in anderen Ländern ähnlich handhabt, darauf weisen zumindest die fast identischen Webseiten in anderen Ländern hin. Um das Up-To-Date-Programm für ein anderes Land aufzurufen, besuchen Sie die unten angegebene Apple-Kontaktseite, klicken auf den entsprechenden Link für die Apple-Home-Page Ihres Landes und fügen "macosx/uptodate/" ans Ende der Internet-Adresse in der Adresszeile Ihres Browsers hinzu und drücken die Return-Taste. Die Details des Up-To-Date-Programms werden von Land zu Land etwas variieren; Kenneth Wedin hat auf TidBITS-Talk einiges zum Instant Up-To-Date-Programm in Japan geschrieben.

<http://www.apple.com/contact/phone_contacts.html#intl> <http://www.apple.com/de/macosx/uptodate/> <http://www.apple.com/chde/macosx/uptodate/> <http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkmsg=11776+11791>

Vollversionen -- Die Vollversion (kein Update) von Mac OS X 10.1 ist ebenfalls für 130 US$ bei Apple, Apple-Händlern und Internet-Shops verfügbar. Um es zu installieren, benötigen Sie einen Macintosh mit einem PowerPC G3- oder G4-Prozessor (nicht unterstützt werden aber das originale PowerBook G3 oder eine Prozessor-Upgradekarte) mit mindestens 128 MByte RAM und 1.5 GByte freiem Festplattenplatz.

Für alle, die Mac OS X noch nicht installiert haben, lautet jetzt natürlich die Frage, ob die Zeit zum Update gekommen sei. Lesen Sie weiter und informieren Sie sich über die wichtigsten Verbesserungen, bevor Sie sich für Mac OS X oder Abwarten entscheiden.


Mac OS X 10.1: Die wesentlichen Funktionen

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]

Auf der Macworld Expo in New York zeigte Steve Jobs eine Vorschau auf Mac OS X 10.1 und begeisterte seine Zuhörer mit einer Demonstration massiver Geschwindigkeitssteigerungen und der Wiederkehr von Funktionen, die es vorher nur in Mac OS 9 gab, sowie eine Menge Verbesserungen der Bedienoberfläche, um die meisten beklagten Löcher in Mac OS X zu stopfen. Wo es nun die Version 10.1 von Mac OS X gibt, lassen Sie uns die größten Veränderungen betrachten. Sie können mir glauben, dass es eine Reihe weniger bedeutender Änderungen gibt, die wir aus Platzmangel hier nicht behandeln. In den nächsten Ausgaben werden wir das Thema weiter verfolgen.

<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-590.html#101>
<http://www.apple.com/macosx/newversion/>

Auf die Schnelle aufpoliert -- Das schlimmste Problem bei Mac OS X 10.0 war seine Performance. Viel RAM und CPU-Anteile (speziell beim Power PC G4 mit der velocity engine) konnten dem Problem zwar abhelfen, aber PowerPC mit G3-Prozessor und insbesondere Rechner mit kleiner Speicherausstattung konnten Mac OS X 10.0 nicht einmal neu starten, ohne ein Timeout zu ernten.

Mac OS X 10.1 reduziert oder eliminiert diese Leistungsprobleme weit reichend. Die am leichtesten ersichtliche Verbesserung lässt sich an der Leistung beim Start neuer Anwendungen ablesen, was unter dem Namen „Springmarken“ bekannt wurde - das ist die Anzahl der Anstöße, die das Icon für die Anwendung am Dock erzeugt, bis der Start vollendet ist. Auf meinem iBook (mit zwei USB) mit 500 MHz und 320 MB RAM habe ich den Start von Internet Explorer 5.1 und den System Preferences vor und nach dem Einspielen der 10.1-Version ausgezählt: beide Zahlen waren erheblich besser (allerdings können die Verbesserungen beim Internet Explorers auch durch Programmänderungen erreicht worden sein) Anwendungen starten erheblich schneller, nachdem sie einmal gestartet waren (vermutlich dadurch, dass die Ressourcen in den Cache geladen oder auf der Festplatte verschoben wurden), bei meinen Tests brauchte der Internet Explorer mit dem alten System beim Erststart 15 Anstöße, 10 bei weiteren Aufrufen. Mit Mac OS X 10.1 sind es nur noch 6 Anstöße beim Erstaufruf und 2 beim Folgeaufruf. Bei den System-Preferences stieg der Wert von ursprünglich 6 (beim Erstruf) bzw. 5* auf 4 bzw. 2 Anstöße. Ich vergaß allerdings vor dem Aktualisieren weitere Anwendungsprogramme zu testen, aber ich kann sagen, dass die Startzeit von Anwendungsprogrammen unter Version 10.1 keine wesentliche Bedeutung hat.

Viele andere Aktionen wie das Verschieben von Fenstern, Navigation durch die Menüs, das Aufziehen von Icons usw. scheinen bessere Reaktionszeiten zu liefern, es ist aber schwierig, den Zeitgewinn zu beziffern. Die meisten Benutzer von Mac OS X werden die Reaktionszeiten nicht erreichen, die Steve Jobs in seiner Hauptrede im Juli auf der Macworld Expo in New York demonstrierte - er zeigte nur ein Demoprogramm und weil dies sicherlich nicht repräsentativ ist, kann man den Gewinn auch nicht über alle Rechnerplatinen beobachten. Das Problem liegt teilweise darin, dass auch Mac OS X 10.1 diese Probleme nicht so behandelt wie es in Mac OS 9 der Fall war. Es kann auch nicht vergleichbar sein, weil Mac OS 9 eine Reihe von leistungssteigernden Tricks nutzt wie etwa beim Vergrößern eines Fensters nur den Rahmen zeigt, Mac OS X zeigt dagegen bei dieser Aktion immer das volle Fenster. Die Einstellung der Farbwerte auf 16 Bit (Tausende von Farben) anstatt auf 32 Bit (Millionen von Farben) hilft Mac OS X wohl auch, die Datenmenge beim Aufspringen und Löschen der Fenster zu reduzieren.

Apple führte auch einen neuen Minimalisierungseffekt mit Namen „Skalieren“ ein - er ist vom Konzept her weniger aufwendig als der alte Genieeffekt durch Zusammenklappen auf die Titelleiste, wenn das auch nur eine halbe Sekunde pro Vorgang ausmacht. Ich habe hier keinen Gewinn feststellen können, teils liegt das auch daran, dass das Konzept der Minimalisierung im Dock mir fremdartig vorkommt - ich ziehe es vor, Fenster offen zu lassen, sodass ich sie in der großen Form beim schnellen Wechsel der Anwendung anklicken kann (auch bei 10.1 ärgert mich, dass beim Anklicken eines anderen Fensters immer nur dieses nach vorne gestellt wird, nicht alle Fenster der Anwendung, während beim Klick auf das Icon auf dem Dock alle Fenster aktiv werden). Andere konzeptuelle Verschönerungen, wie beim Start von Anwendungsprogrammen unter Mac OS 9 die Zoomrechtecke, fehlen mir immer noch.

Endlich behauptet Apple, dass OpenGL in 10.1 20% schneller geworden ist und durch die Nvidia GeForce 3 Videokarte hardwareseitig beschleunigt wird und so das Rendern um 30% beschleunigt wird. Diese Verbesserung sollte die Leistung für bestimmte Spiele signifikant steigern.

Der einzig bemerkenswerte Teil, in dem ich keine Beschleunigung festgestellt habe, ist die Classic Umgebung - vor und nach dem Upgrade brauchte deren Erststart 90, ein Zweitstart 60 Anstöße. Andere Berichte scheinen meiner Beobachtung zu widersprechen. Ich habe unter Classic in 10.0 zu wenige Anwendungen eingesetzt, um zu beobachten, dass diese unter 10.1 schneller geworden sind, obwohl andere Berichte aussagen, dass die Leistung unter Classic besonders auf älteren Rechnern verbessert wurde.

Nicht länger MIA -- Apple hat in der letzten Zeit wichtige Funktionen zu Mac OS X hinzugefügt - etwa die CD-Programmierung für iTunes - das war so bei den vier Erweiterungen zu Version 10.0, 10.1 bietet weitere Funktionen, an die Benutzer von Mac OS 9 gewöhnt sind. Am auffälligsten ist die DVD Abspielfunktion, die all die Leute benutzen, die auf Langstreckenflügen Filme mit PowerBooks und iBooks betrachten (obwohl DVD Player 3.0 nur mit eingebauten DVD-ROM-Laufwerken und AGP-Grafik arbeitet und bisher auch kein Abspielen über angeschlossene Fernsehgeräte oder Videomonitore erlaubt) DVD Player 3.0 hat eine neuere und verbesserte Bedienoberfläche und zeigt die Multitaskingfähigkeiten von Mac OS X; ein Freund spielte auf seinem PowerBook G4 Titanium eine DVD, einige MP3-Aufnahmen unter iTunes, prüfte ab, ob E-Mail eingegangen sei, alles gleichzeitig ohne jedes Hakeln. Ein DVD-Autorentool erscheint mit iDVD 2 auch unter Mac OS X 10.1, ist bald verfügbar aber läuft nur unter Mac OS X. Für die, die es schätzen gelernt haben, Daten-CDs auf ihrem Tischrechner zu brennen, hat Mac OS X 10.1 jetzt die Funktion, CD-ROMs vom Finder zu brennen. Wenn Sie das oft genug nutzen, lohnt es sich, ein Bedienfeld für Ihren Toolbalken im Finder-Fenster zu definieren.

<http://www.apple.com/macosx/theater/dvd.html>
<http://www.info.apple.com/kbnum/n106470>
<http://www.info.apple.com/kbnum/n60895>
<http://www.apple.com/macosx/theater/idvd2.html>
<http://www.apple.com/macosx/theater/discburner.html>
<http://www.apple.com/macosx/theater/customfinder.html>

Auch die Netzwerkfunktionen sind durch ein neues AirPort Admin Utility für Mac OS X verbessert worden, sodass AirPort Basisstationen ohne Neustart umgestellt werden können, wie das unter Mac OS 9 notwendig war (obwohl Mac OS X immer noch kein Pendant zur Basisstationssoftware enthält, die unter Mac OS 9 sehr handlich war). Dazu kann Mac OS X eine Verbindung wahlweise nach AFP (Apple file protocol) über AppleTalk oder TCP/IP aufbauen, was es vereinfacht, Mac OS X Software in einem Netzwerk zusammen mit älteren Server-Rechnern unter AppleTalk mit AppleShare einzusetzen. Neu im Mac OS ist der SMB (Server Message Block), der es erlaubt, Mac OS X mit Windowssystemen auf Basis von SMB oder Unix Datenservern einzusetzen (allerdings müssen Sie dazu noch in die Dialogbox für die Auswahl die SMB URL des Servers eintragen; die detaillierten Instruktionen entnehmen Sie bitte der Apple Knowledge Database). In Mac OS 9 war ein Hilfsprogramm wie Dave von Thursby Systems oder DoubleTalk von Connectix notwendig, um auf SMB-Server zuzugreifen und wenn Apples Umsetzung nicht einfacher angewendet werden kann, wird es für Dave und DoubleTalk immer noch einen Markt geben.

<http://www.apple.com/macosx/theater/airport.html> <http://www.apple.com/macosx/theater/networking.html> <http://www.info.apple.com/kbnum/n106471>
<http://www.thursby.com/products/dave.html>
<http://www.connectix.com/products/dt.html>

Apple hat zudem die Druckerunterstützung in Mac OS X 10.1 verbessert, sodass über 200 Drucker für Postskript von Hewlett-Packart, Lexmark, und Xerox unterstützt werden. Ich nehme an, die Unterstützung für USB-Drucker ist ebenfalls verbessert worden (obwohl mein Epson Photo Stylus 860 als nicht unterstützter Drucker angezeigt wird).

<http://www.apple.com/macosx/theater/printing.html>

Die Unterstützung für Appleskript ist wesentlich verbessert worden, der Finder enthält zusätzliche Funktionen, viele der Systemstandardkomponenten ebenfalls, so etwa Print Center, Internet Connect und Terminal. Noch beeindruckender sind die vielen mitgelieferten Skripte, von denen einige als Beispiele nützlich sind (so etwa eines, das eine Internetseite für Aktienkurse oder aktuelle Temperaturübersichten über die neuen Kommunikationsfunktionen mit XML von Mac OS X abwickelt) und andere, die fehlende Funktionalitäten realisieren (z.B. einen Umschalter, der über den Finder das Kommando einer Anwendung zum Ausblenden anderer Fenster aufruft, wie es unter Mac OS 9 existiert) Sie können diese z.B. mit dem Skriptordner im Bibliotheksordner ausprobieren. Weitere Skripts mit nützlichen Finderfunktionen (etwa um zwei Fenster an Positionen zu öffnen, zwischen denen einfach kopiert werden kann) können Sie online bei Apple abrufen. Auf Apples Internetseiten zu Mac OS X wird Applescript Studio angekündigt, ist aber noch nicht lieferbar. Obwohl ich Appleskript nie für so einfach gehalten habe wie Hyperskript (die Skriptsprache im lang leidenden Hypertalk). Ich vermute, dass das Fehlen von integrierten Tools in der Bedienoberfläche für viele, die Hypercards Möglichkeit schätzen, eigene Benutzeranwendungen zu bauen, genauso entmutigend ist.

<http://www.apple.com/applescript/macosx/> <http://www.apple.com/applescript/macosx/web_services/> <http://www.apple.com/applescript/macosx/toolbar_scripts/>
<http://www.apple.com/applescript/macosx/ascript_studio/>
<http://www.apple.com/hypercard/>

Nicht zuletzt hat Apple die Endversion des Internet Explorer 5.1 Browsers von Microsoft mitgeliefert, der sich von seiner 5.0-Version (unter Mac OS 9) hauptsächlich dadurch unterscheidet, dass er Java 2 unterstützt und dass er zusätzliche Funktionen der Bedienoberfläche bietet, die sich aus dem Extrafenster aus der Preferences-Dialogbox bedienen lassen. Es ist schwierig, herauszufinden wie viel besser Java 2 tatsächlich ist - ich habe sowohl Applets gefunden die richtig ausgeführt werden als auch andere, die nicht funktionierten, und ich konnte keine Methode ausmachen, die Leistung einer realen Java-Implementierung zu messen.

Aqua gefälliger -- Mit Mac OS X 10.1 hat Apple viele Rückmeldungen der Benutzer erhört, die viel an der Aqua-Bedienoberfläche kritisiert haben. Aqua in Mac OS X hat zwar noch nicht den Reifegrad erreicht wie die Variante in Mac OS 9, hat sich aber entscheidend verbessert - Senden Sie weitere Ihre Anmerkungen, man sieht, dass sie Erfolg haben.

<http://www.apple.com/macosx/feedback/>

Längere Dateinamen in Mac OS X betrachtet man generell als Aufgeben der früheren Begrenzung auf maximal 32 Zeichen, aber Mac OS X 10.0 löschte Zeichen aus der Mitte eines Dateinamens, wenn er zu lang war, um angezeigt zu werden, sodass die Unterscheidung zwischen ähnlich benannten Dateien fast unmöglich war. Apple reagierte auf diese Grenze in Version 10.1, indem längere Dateinamen in der Icondarstellung in zwei Zeilen gezeigt werden und indem Spaltenbreiten im Finder-Fenster umdefiniert werden können. Dazu ziehen Sie bitte den Daumen unten in der Spalte, um alle Spalten gleich umzudefinieren; mit der zusätzlich gedrückten Umschalttaste wird nur diese Spalte umdefiniert.

Dateinamen haben in Mac OS X Erweiterungen, weil diese aus Unix übernommen wurden. Trotzdem werden die moderneren Attribute für Dateityp und Creator der klassischen Mac OS weiter benutzt (und haben Vorrang vor den Erweiterungen, wenn vorhanden). Die Erweiterungen werden wahrscheinlich nicht aufgegeben. In 10.1 werden sie standardmäßig nicht gezeigt und in den Finder-Preferences wurde eine Option dazu eingeführt (Sie können sie im Finder Menü finden), um Sie im ganzen System zu zeigen.

Unglücklicherweise ist es nicht einfach, Apple hat da einen gründlich verwirrenden Morast geschaffen. Einzelne Dateien können die systemweite Einstellung zum Zeigen der Erweiterungen überschreiben (Die Systemeinstellung können Sie im Informationsfenster "Über diesen Computer" im Feld für Namen und Erweiterung sehen), aber die Regeln, wann welche Datei die Systemeinstellung ignoriert, kann man nicht erklären. Wenn Sie beispielsweise eine Datei mit TextEdit erstellen und die Einstellung enthält "Dateiextensionen immer zeigen", wird die Erweiterung vom System _immer_ gezeigt, auch, wenn die Systemeinstellung geändert wird. Einige Erweiterungen wie .html sind so eingestellt, dass sie immer gezeigt werden, wenn sie nicht explizit im Informationsfenster umgestellt werden. Apple versucht, einige offensichtliche Probleme zu vermeiden, wenn Sie, während das Zeigen von Erweiterungen eingeschaltet ist, die Endung eines Dateinamens ändern, werden Sie gefragt, was Sie tun, weil Sie nach der Änderung der Datei, diese an eine Anwendung weitergeben könnten, die diese nicht mehr lesen kann. Das ganze System muss neu konzipiert werden - das Verlangen von beliebigen Dateierweiterungen zeigt eine schlechte Bedienoberfläche und Leichtsinn beim Entwurf. Die lahmen Entschuldigungen von Apple "andere Betriebssysteme machen es auch so" und "es ist einfacher für Macnutzer, Dateien auf andere Rechner zu transportieren" sind sehr schwach - Dokumente werden von Anwendungsprogrammen erzeugt, diese können dafür sorgen, dass sie auf anderen Plattformen dieselben Konventionen fordern wie etwa in Dateinamen eine Erweiterung zu fordern, so hat Microsoft es mit seiner Office Suite auf Mac gemacht.

Das Dock hat eine willkommene neue Funktion, wenn es auch sonst unverändert ist - man kann es wahlweise außer am linken oder rechten Rand des Bildes auch unten positionieren, wo es meist wichtige Fensteranteile überdeckt, wie Scrollpfeile und die Box zur Größenänderung. Anwendungsprogramme können jetzt eigene Menüpunkte vom Dock-Icon aus ausgeben und wenn sie Bedienungen erfordern, zappelt ihr Icon am Dock wie ein ungeduldiges Kind, das aufgerufen werden möchte. Apple reduzierte auch Anhäufungen von Dockextrafunktionen, indem diese nunmehr im Menübalken - links neben der Uhr - gezeigt werden. Kontrollfelder zur Umschaltung der Monitorauflösung, des Modemstatus, Lautstärkeregler, Batteriestatus und Airportumschalter können alle im Menübalken erscheinen (die zugehörigen System-Pfreferences können im ihren Menüs umgeschaltet werden). Obwohl das Dock Überarbeitung erforderte, um die Speicherverschwendung zu beenden, fürchte ich, der Menübalken wird bald überfrachtet, besonders wenn andere Entwickler dort eigene Menüpunkte schaffen. Obwohl viel von der Bedienoberfläche im Mac OS X recht ansprechend wirkt, sei doch ein Kritikpunkt erlaubt, der merkwürdige, ursprünglich monochrome Menübalken sieht grafisch fremd aus wie das Dreieck in der Listendarstellung beim Finder.

<http://www.apple.com/macosx/theater/dock.html>

Wenn wir schon von System-Preferences sprechen, Apple hat in Mac OS X 10.1 das Fenster nach Funktionen umstrukturiert und die verschiedenen Preferences nach Person, Hardware, Internet & Netz und System eingeteilt. Diese Kategorien verbessern das in früheren Versionen bekannt gewordene ungeordnete Aussehen, auch wenn es noch etwas zufällig anmutet - wie mit den Menübalken-Icons fürchte ich, dass sich dies mit entwicklereigenen Menüwünschen nicht verträgt.

Dabei sind einige neue Preferences entstanden, auch für den Schreibtisch (auf dem jetzt das Hintergrundbild eingestellt werden kann) und für generelle Einstellungen, in dem Optionen für das Aussehen, Farbauszeichnungen, Scrollpfeile (meine persönliche Alternative - Doppelpfeile unten _und_ oben im Scrollbalken fehlt allerdings), Scrollaktionen, zuletzt benutzte Objekte und Textglättung. Ich habe in Mac OS 9 die Textglättung für Zeichensätze bis 18 Punkt immer ausgeschaltet, weil die handgefertigten Zeichensätze für meine Augen besser erscheinen als rechneroptimierte Systemzeichensätze. Mac OS X bietet aber keine handgefertigten Zeichensätze mehr - weil die Systemzeichen ohne Bearbeitung, besonders bei kleinen Größen, im Mac OS X schrecklich aussehen, muss ich die Glättung jetzt benutzen.

Viele von den existierenden Preferences-Bedienfeldern sind auch geändert worden. Das Tastaturfeld erlaubt immer noch keine eigenen Tastenänderungen wie schon Mac OS 9, aber Apple hat die klebenden Tasten und die Maustastenanteile wieder aufleben lassen, was für Leute mit bestimmten Behinderungen oder solchen, die es vorziehen, ohne Tastatur zu arbeiten, recht gut ist (siehe "Benutzerfreundlichkeit am Mac: Lösungen" in TidBITS-569_). Das Netz-Preferences-Feld benennt erweiterte Funktionen um in aktive Netzanschlüsse, was ich gut finde, weil das Wort „erweitert“ nicht aussagt, was sich dahinter verbirgt (Ich habe geraume Zeit investiert, um Netzprobleme zu beseitigen, die ich unter aktiven Netzanschlüssen schneller gefunden hätte). Das Energiesparfeld enthält jetzt auch den Batteriestatus wie in Mac OS 9, ist aber erheblich weniger flexibel als sein Mac OS 9 Pendant, und einige frühe Berichte sagen, dass 10.1 in Laptops unnötig Batteriestrom verbraucht. Unter File Sharing können sie anderen Benutzern erlauben, ihrem Computer Apple Events zu schicken, um lokale Anwendungen zu kontrollieren, aber Web Sharing scheint andererseits in 10.1 für viele Leute seinen Nutzen verloren zu haben - ich gehöre dazu - es schafft es niemals über die Startphase hinaus.

<http://www.apple.com/disability/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-569.html#Ben>

Es gibt sicherlich viele kleine Änderungen in Mac OS X 10.1, die für Sie keine Veränderungen ausmachen, wenn Sie direkt von Mac OS 9 umsteigen oder nicht. Aber für Sie wird es einen anderen Artikel geben. Die Frage, ob Sie Ihr System hochrüsten oder nicht, wird als Nächstes diskutiert.


Die Entscheidung für den Umstieg auf Mac OS X treffen

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Michael Pruemm <pruemm@yahoo.com>]

Die eigentliche Frage, die sich jetzt viele von Ihnen stellen werden, ist, ob Mac OS X 10.1 gut genug ist, diejenigen anzulocken, die sich nicht als Versuchskaninchen für Apple zur Verfügung gestellt haben. Lassen Sie mich die Antwort auf diese Frage noch etwas nach hinten schieben und mich erst an die Versuchskaninchen wenden.

Gehen Sie nicht, sondert rennen Sie zu Ihrem Apple-Händler und besorgen Sie sich eine Kopie von Mac OS X 10.1 über das Instant Up-To-Date Programm (und falls das nicht möglich ist, bezahlen Sie die US$20 für das ganze Mac OS Up-To-Date Upgrade, insbesondere wenn Sie die neuen Entwicklerwerkzeuge brauchen). Den größten Einwand, nicht sofort umzusteigen, den ich bisher gefunden habe, ist, dass das aktuelle Beta-Release von Retrospect Client for Mac OS X von Dantz Development keine komplette Wiederherstellung des Systems in 10.1 ausführen kann, obwohl Dantz' Tests zeigen, dass das Wiederherstellen von Benutzer-erstellten Dokumenten funktionieren sollte. Falls Sie echte Arbeiten mit Mac OS X erledigen und sich auf Retrospect Client beta verlassen, rate ich zu extra Vorsicht. Ansonsten ist 10.1 in jeder Hinsicht besser als 10.0, soweit ich sehen kann, und falls noch nicht jede raue Kante geglättet ist, nun, Apples Entwickler sind auch nur Menschen.

<http://www.dantz.com/index.php3?SCREEN=osx#status>

Nun zu den Zaungästen: Ich denke, dass Apple mit diesem Release die Aufgabe erledigt hat, Mac OS X für die breite Masse fertig zu stellen. Jetzt hängt die Frage ob Wechseln oder nicht von anderen Variablen ab:

Wie auch immer Sie sich entscheiden, Sie können sich sicher sein, dass Apple das Verbessern von Mac OS X sehr ernst nimmt, und es irgendwann in der Zukunft zum Standard macht. Diese neue Version zeigt, wozu Apple im Stande ist, und ich habe immer größere Hoffnungen, dass zukünftige Versionen die Aufholjagd mit Mac OS 9 beenden und beginnen werden, neue Bereiche zu erschließen.


Übersetzer dieser Ausgabe: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>, Michael Pruemm <pruemm@yahoo.com> und Heinz Gnehm <mailto:gnehm@infotrax.ch>.

Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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