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TidBITS#606/19-Nov-01

Wollen Sie eine blitzschnelle Datenbank, die laut Editor Matt Neuburger die beste Universaldatenbank darstellt, die er je genutzt hat? Lesen Sie seinen detaillierten Test von ProVue Developments Panorama 4.0. Mark Anbinder stimmt mit einem Blick auf AirPort 2.0 ein, die verbesserte Sicherheit und einmalige Funktionen in Kombination mit AOL bietet. In den Schlagzeilen werfen wir einen Blick auf Mac OS X 10.1.1, Microsoft Office X, Now Up-to-Date & Contact 4.1 und Suitcase 10.1. Außerdem gibt es nächste Woche keine Ausgabe!

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MailBITS/19-Nov-01

[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]

**Nächste Ausgabe am 03. Dezember 2001!** Entsprechend unseren Gewohnheiten nehmen wir uns nächste Woche für die U.S. amerikanischen Erntedankferien frei. Die nächste Ausgabe kommt am 03.Dezember 2001. [ACE]

**Wählen Sie für TidBITS!** Die "Low End Mac" Webseite führt ihre "Best of the Mac" Webumfrage dieses Jahr bis zum 22. November 2001 durch. Wenn Sie den Bekanntheitsgrad von TidBITS erhöhen wollen, gehen Sie bitte auf die Webseite und wählen Sie für TidBITS. Denken Sie daran, dass die Leute von "Low End Mac" von Ihnen erwarten nur für Seiten zu stimmen, die Sie kennen - es ist erstaunlich, wie viele hier genannt sind. [ACE]

<http://lowendmac.master.com/texis/master/search/+/form/Best+of+the+Mac+Web.html>

**Mac OS X 10.1.1 Update veröffentlicht** -- Apples Mac OS X 10.1.1 Update, am 13. November 2001 für den "Software Aktualisieren" Mechanismus veröffentlicht, bringt eine Reihe von Fehlerkorrekturen und Verbesserungen in Apples neuem Betriebssystem. Der Update bringt nicht näher beschriebene Verbesserungen für viele USB- und FireWire-Geräte, erkennt mehr digitale Kameras und verbessert das Brennen von CD und DVD. Netzwerkfunktionen wurden ebenfalls verbessert mit Änderungen an den AFP-, SMB- und WebDAV-Protokollen (einschließlich einer Korrektur des iDisk/WebDAV Sicherheitsloches, welches in "Mac OS X 10.1 Sicherheitsprobleme gelöst" in TidBITS-602 genannt wurde, obwohl Apple es wieder nicht schaffte ihre eigene Sicherheitsupdateseite zeitig zu aktualisieren). Der Finder und die Mailanwendung wurden ebenfalls verbessert (ebenfalls in nicht näher beschriebener Art und Weise), wie auch die Druckfunktionen. Hardwarebeschleunigte Videospiegelung würde für das neueste PowerBook G4 eingeführt. Der Update ist nur über das Kontrollfeld zum Software Aktualisieren verfügbar und umfasst einen 14 MB Download. Laut Apple müssen Sie zuvor das Installer Update 1.0 installiert haben, der am 08. November 2001 ebenfalls über den "Software Aktualisieren" Mechanismus veröffentlicht wurde, um diesen Update durchzuführen. [JLC]

<http://www.apple.com/macosx/upgrade/softwareupdates.html>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06602>

<http://www.opendoor.com/macosxalert.html>

<http://www.apple.com/support/security/security_updates.html>

**Microsoft Office X lieferbar** -- Mit der heutigen Veröffentlichung von Microsoft Office X für Mac OS X wurde eine der größten Hürden für den breiten Einsatz von Mac OS X überwunden. Zusammen mit den neuen Funktionen, die wir in "Microsoft Office 10s Karotten und Stöcke" in TidBITS-591_ beschrieben haben, bringt Word X einen verbesserten Daten Manager, der das Office Adressbuch als Datenquelle nutzen kann. Excel X verspricht einen verbesserten Listmanager und PowerPoint X bietet mehrere Folienvorlagen in einer Präsentation, Unterstützung für mehrere Sprachen und für QuickTime Übergänge. Entourage X hat sich am stärksten verändert. Es behält jetzt formatierten Text bei, wenn dieser aus anderen Office Dokumenten eingefügt wird, bietet eine Liste der zuletzt verwendeten Adressen, eine veränderter Benutzerschnittstelle beim Kalender, Unterstützung für internationale Adressformate, arbeitet mit dem Schlüsselbund, kommt mit Änderungen in Zeitzonen zurecht, bietet verbesserte Performance und formatierten Inhalt in Nachrichten, Unterschriften und Notizen. Microsoft Office X benötigt einen PowerPC G3 basierten Mac oder besser mit mindestens 128 MB RAM und 196 MB Festplattenplatz unter Mac OS X 10.1. Es kostet $ 500 für eine neue Kopie, bzw. $ 400 für einzelne Anwendungen. Die Preise für Upgrades sind etwas komplex; ein Upgrade von Office 2001, Office 98, Word 2001 + Entourage 2001 Special Edition oder einer einzelnen Officeanwendung kostet $ 300. Außerdem gibt es bis zum 18 Januar 2002 Upgrades von Office 2001, Word 2001 + Entourage 2001 Special Edition oder jeder anderen, einzelnen Office 2001 Anwendung für nur $ 150. Upgrades zu einer einzelnen Office Anwendung von einer 2001 oder 98 Version kosten ebenfalls $ 150. Für jeden, der Office 2001 zwischen dem 24. Oktober 2001 und 31. Dezember 2001 gekauft hat, ist ein kostenloser Upgrade auf Office X über Microsofts Technologie Garantieprogramm möglich. Wenn Sie Office bisher nicht besitzen oder eine ältere Version als Office 98 nutzen, ist das Technologie Garantieprogramm eine gute Möglichkeit, Office 2001 für Mac OS 8.1 und neuer sowie Office X für Mac OS X zu erhalten. [ACE]

<http://www.microsoft.com/mac/officex/>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06514>

<http://www.microsoft.com/mac/officex/prodinfo/t_upgrade.asp>

<http://www.microsoft.com/mac/officex/prodinfo/techguarantee.asp>

**Now Up-to-Date & Contact 4.1 wird Mac OS X nativ** -- Power On Software hat Now Up-to-Date & Contact 4.1 veröffentlicht, die Mac OS X Version ihres seit langem verfügbaren Kalender- und Kontaktprogrammes. Größtenteils enthält die Version die gleichen Funktionen wie die Mac OS 9-kompatible Version 4.0.3 (welche die aktuelle Version für Mac OS 9 Anwender bleibt; siehe "Not Up-to-Date & Contact 4.0 veröffentlicht" in TidBITS-582_), obwohl Einschränkungen in Mac OS X dazu führen, dass die Synchronisation mit Palm bisher nicht verfügbar ist, keine Menüzeilenalarme funktionieren (Alarmdialog sind weiter verfügbar), keine Hot Keys für QuickContact einsetzbar sind, Telefonwählen nicht unterstützt wird und das Grab'n Go Werkzeug zum schnellen hinzufügen von Informationen nicht funktioniert. Andere kleine Änderungen sind der Bedarf für neue Portnummern für öffentliche Ereignisse und Kontaktserver unter Mac OS X und eine geringfügige Reorganisation der Menüs um den Mac OS X Standards besser zu entsprechen. In unseren Tests arbeiteten die Betas zuverlässig und abgesehen von der fehlenden Synchronisation mit dem Palm, die auch andere Programme noch nicht bieten, entsprach die Arbeit mit der Aqua Oberfläche im Wesentlichen der Arbeit unter Mac OS 9. Die Dateiformate sind unverändert, sodass die Verwendung der selben Dateien und Mac OS 9 und Mac OS X kein Problem sind, obwohl Sie sicherlich verhindern werden, QuickContact und QuickDay in der Classic Umgebung von Mac OS X zu verwenden, um doppelte Einträge zu vermeiden. No Up-to-Date & Contact kostet $ 120 für eine Downloadversion; eine verpackte Version kostet $ 130; Upgrades für von früheren Versionen sind für $ 50 verfügbar. Eine dreißig Tage Testversion (22 MB) ist verfügbar. [ACE]

<http://www.poweronsoftware.com/products/nudc/>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06449>

**Extensis veröffentlicht Suitcase 10.1** -- Extensis hat Suitcase 10.1 veröffentlicht, womit ihr seit langem bekanntes Werkzeuge zum Managen von Schriften auf Mac OS X gebracht wird. Zusätzlich zu den neuen Funktionen, die schon früher in diesem Jahr unter Mac OS 9 erschienen sind (siehe "Suitcase 10 geliefert" in TidBITS-585_), enthält der Update Suitcase Bridge, die Schriften für Classic-Anwendungen aktiviert und deaktiviert. Suitcase 10.1 ist ein kostenloser Update über registrierte Anwender von Suitcase 10; ansonsten kostet eine Vollversion $ 100 und Upgrades von früheren Versionen $ 50. Eine Demo mit begrenzter Laufzeit ist in U.S. Englisch, Deutsch, und Französisch als 14,4 MB Download verfügbar. [JLC]

<http://www.extensis.com/suitcaseten/>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06468>


Apple bringt AirPort weiter

von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>

[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]

Etwa zwei Jahre, nach Apple drahtlose Netzwerke für den Heimbetrieb und kleine Firmen erschwinglich machte, hat Apple neue Versionen ihrer AirPort drahtlosen Basisstation, Karte und Software heraus gebracht. Das neue AirPort bringt 128-bit Verschlüsselung, Unterstützung für American Online (AOL), eine eingebaute Firewall und einen zweiten Ethernetport in der Basisstation, sowie eine Erweiterung der Verbindungen auf 50 Anwender pro Basisstation. Das Produkt kostet weiterhin $ 300 für die Basisstation und $ 100 je Computer für die Karte.

<http://www.apple.com/airport/>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1210>

Aus Netzwerksicht bringt AirPorts zweiter Ethernetport an der Basisstation die Möglichkeit, eine Internetverbindung mit mehreren Computern in einem verdrahteten Netzwerk gleichzeitig zu nutzen. Dabei wird das verdrahtete Netzwerk getrennt gehalten und ist somit sicherer. Dieser LAN-Port ist ein 10/100Base-T Port wie in den meisten Applecomputern und ermöglicht den Anschluss an ein schnelles Netzwerk. Der andere Netzwerkport (WAN) bleibt ein 10Base-T Port und bietet bis zu 10 Mbps für DSL oder Kabelverbindungen.

Aus Sicherheitssicht hat Apple die Verschlüsselung verbessert, in dem sie die volle Länge 128-bit Kennwortschlüssel aus der 802.11b Definition für drahtlose Netzwerke ermöglicht (lesen Sie in diesem Zusammenhang aber auch "Drahtlose Fischgläser" in TidBITS-592_ zu Details über vor kurzem aufgedeckte Sicherheitsprobleme bei drahtlosen Netzwerken. Obwohl 128-bit Kennwörter längere Schlüssel ermöglicht, kann das zu Grunde liegende WEP Verschlüsselungssystem leicht geknackt werden). Um die 128-bit Verschlüsselung zu nutzen, muss in den Computern der Anwender eine neue Karte, oder eine Karte von einem Dritthersteller, stecken, die 128-bit Schlüssel unterstützt. Die alte 64-bit Verschlüsselungsmethode wird für ältere Karten weiterhin unterstützt.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06520>

Das neue AirPort bietet eine einfache Firewall, der nicht autorisierten, externen Anwendern den Zugriff auf Ihr lokales Netzwerk verweigert. Anwender können Ports auf der Eingangsseite einzeln aktivieren, um von außen Zugriff auf bestimmte Dienste (z.B. einem Web-Server) auf einer über AirPort angeschlossenen Maschine zu ermöglichen. Die neue Basisstation bietet RADIUS (Remote Authentication Dial-In User Service) Unterstützung zur zentralen Zugriffssteuerung auf mehrere Geräte, sodass Schulen und Büros eine zentrale Anwenderliste erstellen und an mehreren Basisstationen verwenden können, wie sie es auch mit Einwahlknoten für Modems tun. Die AirPort Software auf Seite der Clientseite unterstützt jetzt Ciscos LEAP (Lightweight Extensible Authentication Protocol) für die Authentifizierung über Cisco-Anschlusspunkte.

<http://www.apple.com/airport/faq/>

Am wichtigsten ist wahrscheinlich, dass AOL-Anwender jetzt in der Lage sind, sich drahtlos über das eingebaute AirPort-Modem mit ihrem Benutzerkonto einzuwählen und auf das Internet zuzugreifen, aber Apple teilt mit, dass der gleichzeitige Zugriff für mehrere Anwender mehrere AOL-Konten voraussetzt. Laut Apple ist die AOL-Kompatibilitätsfunktion nur mit der U.S. Version von AOL 5.0 kompatibel. Kein anderer drahtloser Netzknoten ist momentan mit AOL kompatibel, sodass Apple hier einen Vorteil gegenüber günstigeren oder besser ausgestatteten Netzwerkknoten hat.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06416>

Die gleichzeitig veröffentlichte AirPort 2.0 Software unterstützt auch alte Basisstationen und Karten. Die Software bringt AOL-Kompatibiltät für alte Basisstationen und aktualisiert alte Karten auf 128-bit Verschlüsselung (Alte Basisstationen können beherrschen weiterhin nur die 40-bit Verschlüsselung). Die neueste Software ist für AirPort Anwender über Apples Software Aktualisieren Kontrollfeld verfügbar. Manche Anwender haben von Problemen bei der gleichzeitigen Aktualisierung auf AirPort 2.0 und dem letzte Woche erschienenen Mac OS X 10.1.1 berichtet. Daher sollten Sie zuerst auf Mac OS X 10.1.1 aktualisieren, bevor sie Ihre AirPort-Software auffrischen.


Mit Panorama sieht man das Licht

von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>

[Übersetzer Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]

Lassen Sie mich nicht lange auf den Busch schlagen. ProVue Panorama ist das beste Datenbankprogramm, das ich kenne.

<http://www.provue.com/panorama.html>

Zugegeben, ich bin kein typischer Datenbankbenutzer. Ich arbeite nicht mit einer "integrierten Datenbank fürs Unternehmen" - ich will nur persönliche Information sicher und jederzeit zugänglich aufbewahren. In diesem Rahmen bin ich mit Panorama so gut bedient, dass ich _alle_ Daten damit verwalte und alle Funktionen umgestellt habe, die ich zuvor unter FileMaker, Helix und Hypercard eingesetzt habe. Mein Adressbuch, meine Bücher- und LP-Verzeichnisse, mein Tagebuch und sogar mein Archivierungssystem für E-Mail aus einzelnen Meldungen und im Threadzusammenhang - sind jetzt zu Panoramadateien geworden. Panorama ist skriptfähig, sodass ich Katalogdaten damit abspeichere und unter Frontier aus den Daten Internetseiten erstelle.

<http://www.ojai.net/threadsofjoy/wool.html>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1168>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05814>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04075>

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1134>

Panorama gibt es für den Mac seit 1988 (bzw. 1984, wenn Sie seinen Vorgänger OverVue mitzählen); Ich habe aber die Vorversionen nicht in so guter Erinnerung. Die neueste Version Panorama 4 enthält eine Reihe Verbesserungen, die dies Produkt zu einem gefälligen, reifen Programm werden lassen. Der Code nutzt den Power-PC voll aus und das Programm ist mit seiner Windowsversion voll verträglich. Die neueste Version 4.0.1 enthält weitere Funktionen und bereinigt wichtige Mängel.

**Das große Bild** -- Panorama arbeitet zum wesentlichen im RAM: seine Datenbanken sind dauernd offen. Wenn Sie also nicht genügend RAM besitzen, um alle Ihre Daten darin zu speichern, können Sie Panorama nicht benutzen. Aber heute ist RAM in großen Mengen billig und Panorama geht damit nicht verschwenderisch um: ein Datenbestand mit einer halben Millionen Namen und Adressen passt unter Panorama gut in 32 MB und die RAM-Realisierung hat drei Vorteile:

**verschiedene Sichten** -- Panorama bietet drei verschiedene Modi, Ihre Datenbank zu betrachten: als Datenblatt, als Formular oder im Entwurfsblatt.

Panorama ist groß, aber man braucht nicht alles sofort zu lernen, um effektiv zu arbeiten. Ihre Reise in das Innere kann genau in den drei Paketen erfolgen, die Sie zum Manipulieren Ihrer Daten brauchen und hängt allein davon ab, bis zu welcher Ebene Sie Bescheid wissen müssen. Ich werde die drei Ebenen nacheinander diskutieren.

**Ohne Programmierung** -- Die elementarste manuelle Aktivität ist natürlich das Eingeben und Editieren von Daten. Panorama besitzt viele Tastaturkürzel, um Ihnen dabei zu helfen. Während Sie Daten eintippen, können sich diese gemäß Feldtyp automatisch in Großbuchstaben verwandeln oder formatieren, automatisch initialisiert werden, auf Dubletten überprüft und einfachen Validierungstests unterzogen werden und abhängig von existierenden Wertangaben automatisch vervollständigt werden.

Datensätze können sortiert oder strangweise sortiert werden, man kann sie von Hand umordnen - kopiert, eingefügt, dupliziert und positionsweise vorwärts und rückwärts verschoben werden. Man kann einzelne Datensätze oder auch Gruppen davon löschen.

Zum Suchen von Datensätzen gibt es zwei Methoden - aus der Reihenfolge (genannt finden) und durch Ausschließen und zeitweiliges verstecken nicht gewünschter Daten (genannt selektieren). Sie können komplexe Suchbedingungen formulieren, mit denen Sie starten, aber Sie brauchen nicht so zu verfahren; stattdessen können Sie auch suchen, die Resultate durch weitere Suchoperationen verfeinern usw. Reguläre Ausdrücke werden nicht unterstützt, das ist schade; es gibt aber einige Wildcard-Zeichen.

Panorama kann Summen und Teilsummen erstellen, indem Operationen über alle Daten, Durchschnitte, Anzahlen und Datendifferenzen ausgeführt werden. Die Summen sind wieder Datensätze; Sie können die Grunddaten zeigen oder verstecken, sodass deren Kontrolle einfach ist. Wenn Sie mit dem Arbeiten fertig sind, löschen Sie die Summen einfach wieder - so sind sie ein gutes Beispiel für das Konzept der Flüchtigkeit. Die Implementierung ähnelt der von Excel. Tatsächlich können Sie ähnlich wie in Excel Querverweise zwischen Tabellen und grafische Darstellungen benutzen! Und wieder kostet Sie diese Funktion dank Panoramas Schnelligkeit fast nichts.

Daten können auf weitere Weisen verarbeitet werden. Sie können feldweise Suchen und Ersetzen, auch in einem Datensatz oder mittels einer Kombination beider. Auf Grund der Sortierung nach einem Feld können Sie neue Datensatznummern vergeben, Werte können in leere Felder kopiert werden, die unter Ihnen stehen (das nennt sich propagieren) oder diese Operation umkehren, indem ein leerer Wert in jedes darüber stehende gleiche Feld übertragen wird (depropagieren). Sie können Dubletten suchen und auf einfache Methode löschen.

Auch wiederholte Felder (mehrere gleichartige Werte im selben Datensatz) werden adäquat bearbeitet. Jede Wiederholung gilt als eigenes Feld, nur der Feldname (etwa Preis1, Preis2 usw.) verrät Panorama, dass diese zusammengehören. Wenn Sie die Struktur eines dieser Felder ändern, schlägt Panorama Ihnen vor, dies mit allen zu tun. Im Endeffekt brauchen Sie einfache Relationen in eins-zu-viele Art nicht als relationale Daten zu deklarieren.

Panorama kann auch Etiketten und Berichte drucken, deren Layout und Details weitgehend automatisch erstellt werden

**Funktionale Programmierung** -- Panorama stellt Ihnen ca 200 Funktionen zur Datenmanipulation zur Verfügung. An verschiedenen Stellen können Sie Ausdrücke mit einer oder mehreren Funktionen eingeben; Sie finden sie aus einem hierarchischen Menu, das Ihnen bei der Eingabe hilft. Es gibt Funktionen für arithmetische, statistische, logische und andere Datenoperationen oder Textmanipulationen. Andere Funktionen liefern Aussagen über die gesamte Datenbank, greifen auf die Zwischenablage zu, lesen Dateien und Ressourcezweige und transformieren Daten grafisch (und werden häufig in prozeduralen Programmen benutzt). Letztlich gibt es auch Suchfunktionen, die gleiche Werte in verschiedenen Datenbanken aufsuchen und so relationale Beziehungen realisieren.

Ein typischer Gebrauch der funktionalen Programmierung ist der, ein Feld mit einer Funktion zu verknüpfen. Genauso wie in einem Rechenblatt wird der Wert des Feldes geändert, wenn das Argument der Funktion verändert wird. (Solch ein Feld wird nicht als berechnetes Feld geführt, der Funktionswert wird als Wert des Feldes betrachtet, Sie können jederzeit einen anderen Wert dort eintragen). Sie können auch Formeln benutzen, um Werte für ein Feld zu generieren, suchen und ersetzen oder komplizierte Suchbedingungen mit Funktionen formulieren.

Formeln können auch in Formularen benutzt werden. Ein Textstück kann aus dem Resultat einer Funktion bestimmt werden (z.B. das Vornamenfeld, ein Zwischenraum oder das Nachnamenfeld). Im Gegensatz zu FileMaker brauchen Sie Ihre Datensätze nicht mit Berechnungsfeldern zu versehen; die Berechnungen finden dort statt, wo sie hingehören - im Formular.

**Prozedurale Programmierung** -- Die zweite Programmiersprache in Panorama ist prozedural, das heißt, dass damit Skripts (Prozeduraufrufe) aus Kommandofolgen erstellt werden. Die Sprache gibt es nur in Panorama, aber man kann damit Automatisierungen erstellen, ohne die Sprache wirklich zu erlernen: ein Menu, das alle Prozeduren auflistet, hilft Kommandos einzugeben und mittels Aufzeichnung können Ihre Bedienungen in Kommandofolgen übersetzt werden. Trotzdem lohnt es sich, die Sprache zu lernen, denn trotz manch merkwürdiger Vereinfachungen ist sie mächtig und recht einfallsreich. Sie geben eine Prozedur als Text in ein spezielles Fenster ein - gegenüber FileMakers dialogorientierter Skripteingabe stellt dies eine gewaltige Erleichterung dar. Interaktive Eingabemöglichkeiten gibt es auch.

Mit prozeduralen Kommandos kann man Daten modifizieren und manipulieren, auch die Datenbankstruktur und Textteile von Formularen. Man kann damit eigene Dialoge konstruieren, Datenbanken öffnen und schließen, Fenster manipulieren, Daten im- und exportieren sowie Daten in der Datei und Ressourcenzweige bearbeiten. Kurz mit Kommandos können Sie alle Aufgaben programmieren, die Panorama irgendwie mit Maus und Tastatur erledigen kann und einige prozedurale Kommandos sind der Schlüssel zur externen Skriptanwendung von Panorama. Sie erstellen eine Prozedur als Text und rufen in Appleskript "Skript ausführen" auf.

Prozeduren können Variable definieren. Diese können fünf verschiedene Gültigkeitsbereiche aufweisen: von lokal bis temporär, eine "permanente" Variable wird mit der Datenbasis gespeichert. (FileMaker dagegen kennt nur Felder unter dem Namen Variable). Eine Variable kann einen Wert mittels Wertzuweisung bekommen, die auch im Formular eingebettet werden kann, Sie können Variable auch in Formeln verwenden. So sind Variable ein wichtiges Hilfsmittel um Daten zu sammeln und an anderen Datenbanken zu übergeben. Beispielsweise kann man einem Menueintrag mittels Variablen steuern; durch Änderung des Variablenwertes können Sie die Menueinträge verändern.

Prozeduren können auf verschiedene Weise aufgerufen werden. Man kann sie aus einem selbsterstellten Menu auswählen, man kann sie einem Textteil eines Formulars zuordnen, das wie eine Schaltfläche wirkt. Es gibt auch andere Aufrufarten, die Benutzerbedienungen indirekt zugeordnet werden. Rufen Sie sich dazu vielleicht den Textabschnitt zur Ausgabe von Vor- und Nachnamen ins Gedächtnis. Man könnte etwa eine Prozedur zuordnen, die jedes Mal aufgerufen wird, wenn die Eingabe abgeschlossen wird; die Prozedur würde den Text unterteilen und die Teile dem Vor- und dem Nachnamenfeld zuweisen. So sieht Anzeige und Eingabe eines Namens für den Benutzer natürlich aus, er wird als ein ganzer Name eingegeben, obwohl Vor- und Nachname getrennt gespeichert werden.

Das Beispiel gibt nur einen schwachen Eindruck von den Möglichkeiten. Mit der prozeduralen Programmiersprache schreiben sie im Wesentlichen eine eigene Bedienoberfläche zu einer eigenen Datenbank (wie etwa auch in Hypercard); die Palette der Möglichkeiten ist erstaunlich groß. Panorama wird mit einer ganzen Reihe von Beispielen geliefert: ein Kalender und Erinnerungstool, einen Taschenrechner, eine Stoppuhr sowie ein Mailmerge Programm; es gibt Tools, um Daten zu im- oder exportieren, oder um die Datenbankfenster zu vergrößern, verkleinern oder zu verschieben oder auch Ihren Prozedurcode zu durchsuchen. Viele dieser Tools sehen nicht so aus, als ob sie zu einer Datenbank gehören, aber genau dahin gehören sie - auch der _Installer_ ist eine Panoramadatenbank. Die Panorama Programmierumgebung ist eine Umgebung, um Tools zu erstellen, die durch Tools unterstützt werden, die genauso erstellt wurden (auch darin ist es Hypercard ähnlich).

Prozeduren können sich gegenseitig aufrufen und können Unterprozeduren enthalten. Eine Prozedurvariable kann einen beliebigen Ausdruck in der prozeduralen Sprache zum Wert haben. Aber es gibt eine große Asymmetrie: ein funktionalen Ausdruck kann keine Prozedur aufrufen. Ich halte dies für einen großen Fehler in Panorama, der aber notwendig ist.

**Lernkurve** -- Der Anfang mit Panorama ist leicht. Es ist eines der Programme, von denen 80 % der Benutzer wohl nur 20 % der Funktion benutzen und diese 20 % können ie sehr schnell lernen. Es gibt ein Tutorial von 200 Seiten in PDF oder Sie können sich charmant amateurhafte Quicktime Filme ansehen, außerdem gibt es 7ß Beispieldatenbanken.

Ein tieferes Verständnis erfordert jedoch intensives Studieren und Handgelenk ermüdendes Maus klicken. Panorama bietet als Begleitdokumentation 1000 Seiten Manual und 900 Seiten Referenzbuch im PDF-Format. Dies Material ist ermüdend, obwohl mit Engagement geschrieben, hauptsächlich wegen des schieren Umfangs und weil es keine instruktive Ordnung aufweist (obwohl diese logisch ist). Beispielsweise wanderten im Referenzhandbuch viele wichtige Sprachaspekte wie die Ausgabemuster und -kommandos in die Beschreibung der Bedienoberfläche oder sind bunt verstreut im Handbuch erläutert, obwohl alle Prozeduren und Funktionen vollständig enthalten sind.

Die meisten anderen Themen sind ebenso verstreut; das ganze Handbuch liest sich wie ein riesiges Buch aus Vorwärtsreferenzen, wo man uns immer wieder erklärt, dass dieses und jenes Thema später erklärt werden aber man braucht ewig, um hinzukommen. Nehmen Sie etwa die Erklärungen zum Texteditor. Die wichtigen Fakten dazu finden sich in vier weit auseinanderliegenden Kapiteln. Das ganze Handbuch ist so, es bedarf dringend einer Überarbeitung durch einen didaktisch geschulten Profi.

**Fazit** -- Habe ich richtig gezeigt, was ich an diesem Programm wundervoll finde? Es ist Fakt, dass meine Angaben gesichert sind und leicht überprüft werden können. Es gibt eine einfallsreiche Vorwegnahme meiner Anforderungen, die Arbeitsweise meiner Datenbanken lässt sich leicht verfolgen. Beispiele sind in generöser Vielfalt beigelegt. Einfache Dinge erscheinen hier einfach und harte Fakten scheinen gar nicht so schwer, anders als in anderen Datenbankprogrammen, in denen Sie um den Mond tanzen müssen, um bestimmte Probleme zu lösen. Der hohe Grad an Programmierbarkeit gibt mir das Vertrauen, dass ich alles programmieren kann, was ich will, sogar so weit, dass bestimmte Programme, die ich schon besitze, überflüssig werden. (Beispielsweise vermute ich, dass man mit Panorama eine bessere Implementierung von Boswell erstellen kann - einem Verwaltungsprogramm für Textabschnitte).

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06441>

Trotzdem ist Panorama schrullig. Das Hauptproblem scheint darin zu bestehen, dass der Kern von Panorama zurückgeht auf eine Zeit, in der die Macintosh Standards noch nicht festgelegt waren und mit einer zögerlichen Bearbeitung der Mängel von ProVue gepaart wurden. Beispielsweise gibt es im Menu unter File keinen Eintrag für Neu; Befehl-W schließt eine Datenbank, nicht nur das Fenster dazu; um die Dateneingabe in ein Feld abzubrechen, müssen Sie Befehl-. bedienen, Escape reicht nicht (dieser Fehler ist allerdings in Version 4.0.1 bereinigt). Die Formulareinträge können im Erscheinungsbild-Manager nicht gesichert werden, viele Dialoge sind beängstigend tief modal und es gibt viele kleine kosmetische Fehler in der Bedienoberfläche. Einige Funktionen können nur mit Hilfe einer Shifttaste im Menu aktiviert werden, aber der Menueintrag wird nicht verändert und gibt keinen Hinweis auf die neue Funktion. Viele Formularklauseln sind durch neuere Versionen ersetzt worden, aber die älteren gibt es immer noch und diese werden standardmäßig eingesetzt. Im Ganzen sieht Panorama danach aus, dass es sprungweise entwickelt wurde und keiner Evolution unterlag.

Ein anderes Problem liegt darin, dass viele potenzielle Benutzer durch mangelnde Kompatibilität zu vorhandenen Hilfsprogrammen abgeschreckt werden. Viele Leute mögen zum Wechsel auf eine andere Datenbank keine signifikante Investition tätigen. Ein Freund, dem ich über Panorama berichtete, stellte die Bedingung, dass ein ähnliches Skriptmodell wie für FileMaker benutzt werden müsse, damit er einfach umstellen könne, aber dem ist nicht so. In ähnlicher Weise wird Ihnen all Ihr SQL-Wissen bei der Arbeit mit Panorama nichts nützen. Schließlich gibt es auch noch das Argument der Internetverbindung; ProVue bietet ein Zusatzprogramm für WebSTAR und ein Hilfsprogramm zur Datenbankabfrage mit Ergebnissen in HTML und diese Technik wird für einige sehr schnelle dynamische Internetseiten genutzt, sind aber nicht im Basispaket enthalten und es ist schwer, über sie etwas zu erfahren (Sie können sie auf einer "Conference CD" erwerben, eine Suche auf ProVues Internetseite bringt sie nicht zu Tage).

<http://www.provue.com/Documents/ProVUE_Conf_CD_Sets/ProVUE_Conf_CD_Sets.html>

Diese Dinge sind schade, von meiner Perspektive werden sie durch Panoramas Vorteile ausgewogen. Dies Programm belohnt sie und verdient, erforscht zu werden. Ich bin damit sehr zufrieden und benutze es immer wieder und immer intensiver. Ich empfehle Ihnen, es zu probieren.

Panorama erfordert einen PowerPC mit System 7.6 oder neuer. Unter Mac OS X läuft es recht gut im Classic-Modus. Der Grundpreis von Panorama liegt bei 300$ , das Preissystem ist aber kompliziert. Das Bilderzusatzpaket (für Bilder, die nicht im PICT-Format vorliegen) kostet 15$. Die persönliche Lizenz - die Ihnen erlaubt, Panorama auf mehreren Rechnern zu nutzen - kostet 30$. Verschiedene Optionen zum Verkauf Ihrer Datenbanksysteme an Leute, die selbst kein Panorama kaufen, werden auch angeboten. Beispielsweise können Sie für 25$ eine Datenbank als Freeware mit einer kostenlosen Version von Panorama verteilen. Es gibt auch eine Mehrbenutzer Client/Serverimplementierung, die Sie für einen Extrapreis ab 125$ mit Staffelpreisen für mehr Benutzer erhalten können. Eine voll funktionsfähige Demoversion kann per Download bezogen werden, die Ihnen allerdings ärgerliche Dialoge auferlegt, sobald Sie eine Datenbank mit mehr als 250 Datensätzen speichern. Die Downloadversion umfasst 4 MB; eine vollständige Installation (mit allen Dokumenten und Beispielen) erfordert 80 MB Festplatte.

<http://www.provue.com/download.html>


Übersetzer dieser Ausgabe: Walter Sonnenberg [WS] <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.

Koordination: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Gernot Hecht [GH] < gernot@wollemond.de >.

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