
Wollen Sie eine Digitalkamera mit FireWire-Anschluss unter Mac OS X einsetzen? Adam widmet sich diesem Thema und konzentriert sich dabei auf den FireWire WebCam-Treiber der Firma IOXperts und begutachtet auch noch gleich einige Programme für Videokameras. Gleich danach widmet er sich der Verwaltung von DNS-Informationen und stellt uns easyDNS vor, mit dem sich diese Aufgabe ganz locker erledigen lässt. Palm stellt die neuen Geräte m515 und m130 vor, Mac OS X verbessert die Unterstützung für Java-Applikationen und wir erwähnen neue Versionen von WebSTAR 5.1, Synchronize Pro X und PowerMate 1.0.
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[Übersetzung: Gernot Hecht <gernot@wollemond.de>]
Stimmen Sie für TidBITS in der dritten Umfrage Beste Mac-Websites! Ab Dienstag, den 5. März 2002, führt die Low End Mac Webseite ihre halbjährliche Beliebtheitsumfrage über Webseiten mit Neuigkeiten und Informationen für den Macintosh durch. Obwohl jede Publikation ihre Leser dazu auffordern kann für sie zu wählen (und die meisten tun dies), fragt die Umfrage nach Bewertungen zu allen Sites, mit denen der Umfrageteilnehmer vertraut ist, wodurch die Anzahl und Tiefe der Anfrage deutlich erhöht wird. Nehmen Sie sich bitte die Zeit und helfen Sie der TidBITS PR (die Liste ist lang und alphabetisch sortiert, sodass Sie nach unten blättern müssen), aber vergessen Sie nicht, auch die anderen Seiten zu bewerten. [ACE]
<http://lowendmac.com/botmw/020305.html>
Palm führt farbige m515 und m130 Handhelds ein -- Palm Inc. hat zwei neue Farbmodelle in seiner Handheld-Reihe vorgestellt. Der $ 400 Palm m515 hat die gleiche Größe und das gleiche Gehäusedesign wie der m505, bietet aber einen erheblich helleren, Activematrix Transflective Farbbildschirm. Der m515 ist auch der erste Palm Handheld, welcher 16 MB eingebauten Speicher bietet. Wie alle aktuellen Modelle der Firma bietet er einen Secure Digital/MultiMedia Card Slot und Palms USB Universalanschluss zum Synchronisieren der Daten und um Peripherie wie Tastatur oder Modem hinzuzufügen. Ebenfalls heute vorgestellt wurde der Palm m130 für $ 280 mit 8 MB Speicher und einem Passivematrix Transflective Farbbildschirm in der runden Form des m105. Die neuen Modelle sind sofort verfügbar. [JLC]
<http://www.palm.com/products/palmm515/>
<http://www.palm.com/products/palmm130/>
Apple aktualisiert Mac OS X Java -- Dicht unserem Bericht über Java in Mac OS X auf der Spur, hat Apple Java 1.3.1 Update 1 über den Mac ÄOS X Softwareupdate bereit gestellt. Es handelt sich um einen 21,1 MB Download. Apple empfiehlt jedem den Download und die Installation des Updates, da er die Stabilität und Kompatibilität erhöht, das Texthandling, das Mausverhalten (vor allem wenn Sie in komplexen Anwendungen etwas ziehen), den Ausdruck mehrseitiger Dokumente und anderes verbessert. Viele Fehler wurden ebenfalls beseitigt. Die vollen (und technischeren) Releasenotes sind für Entwickler getrennt verfügbar. [ACE]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06730>
<http://developer.apple.com/techpubs/java/ReleaseNotes/java131update1/NewFeatures/>
4D WebSTAR 5.1 Update bringt FactCGI, URL Umleitung -- 4D Inc. bremst weiterhin die Idee Mac OS X eingebauten Apache Web Server zu verwenden, indem sie letzte Woche WebSTAR 5.1 veröffentlicht haben. Am deutlichsten hervorzuheben in den neuen Funktionen von WebSTAR 5.1 ist die Integration des 4D WebSTART Rewrite Plugin (welches auf Pardeikes Welcome Plugin für frühere Versionen von WebSTAR basiert). Wir benutzen Welcome intensiv für virtuelles Hosting, fließende Umleitung von URLs, transparentes Umschreiben von URLs (Umsetzen von hässlichen Lasso URLs mit unseren permanenten GetBITS URLs) und mehr, sodass seine Integration in WebSTAR 5.1 extrem (räusper!) willkommen ist. Zusammen mit Fehlerkorrekturen und Verbesserungen an Geschwindigkeit, Kompatibilität und Anwendbarkeit, enthält WebSTAR 5.1 als neue Funktionen Unterstützung für die FastCGI Gateway Schnittstelle, automatisches Aushandeln der Sprache in Abhängigkeit von den Präferenzen des Browsers, einen neuen schnelleren WebSTAR Admin Client, ein neues WebObjects Adapter und verbesserte Zusammenfassungen von Suchergebnissen. Der 46 MB Update ist für registrierte Anwender kostenlos. [ACE]
<http://www.webstar.com/products/webstar.html>
<http://welcome.pardeike.net/>
<http://www.webstar.com/51/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-601.html#MailBITS3>
Software zu glänzendem PowerMate wird aufpoliert -- Griffin Technology hat die Treibersoftware für ihren PowerMate, den glänzenden Metallknopf, der auf den letzten beiden Macworld Expos so viel Aufmerksamkeit erregte (siehe "Macworld Expo San Francisco 2002 Superlative" in TidBITS-612_) aktualisiert. Der 1.0 Treiber für Mac OS X (ein 1,3 MB Download) enthält Unterstützung für AppleScript und Fehlerkorrekturen; der Mac OS 9 Treiber (ebenfalls 1.0 und ein 830 K Download) enthält Berücksichtigung der Tastatur und Fehlerkorrekturen. [JLC]
<http://www.griffintechnology.com/audio/pwrmate.html>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-612.html#super>
Synchronize Pro X veröffentlicht -- Qdea bietet jetzt Synchronize Pro X 1.0, eine Mac OS X-native Version seines Synchronisations- und Backupwerkzeuges (siehe Werkzeuge, die wir benutzen: Synchronize in TidBITS-482_). Wie sein Name andeutet, vergleicht Synchronize Pro X Selektionen von Dateien und aktualisiert sie, sodass sie überein stimmen. Es kann auch Dateien von einem Volume zu einem anderen kopieren und sogar ihre Startup CD kopieren um ein bootfähiges Mac OS X System zu erhalten. Zusätzliche kann es unbeaufsichtigte Backups zu lokalen oder Netzwerkverzeichnissen oder über das Internet (einschließlich Apples iDisk Dienst). Die Demo von Synchronize Pro X, ein 1,6 MB Download, arbeitet mit Ordnern von weniger als 10 MB Daten; aufwendigere Funktionen können nur auf Ordner mit weniger als 1 MB Daten ausgeführt werden. Die Registrierung entfernt diese Einschränkungen und kostet $ 100 (oder $ 70 für Anwender des Sychronize Basisprogrammes). Wenn Sie Synchronize Pro innerhalb der letzten zwei Jahre gekauft haben, ist die neue Version kostenlos. [JLC]
<http://www.qdea.com/pages/pages-sprox/sprox1.html>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-482.html#Anker2>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Als ich 1989 an der Universität Cornell in Ithaca mein Studium abschloss, war eine meiner größten Sorgen, wie ich weiterhin Zugang zum Internet haben konnte. Seit damals habe ich einen großen Teil meiner Zeit darauf verwendet, zu verstehen wie das Internet funktioniert und mein Wissen auch an andere weitergegeben, etwa durch TidBITS, mein Buch "Internet Starter Kit" und persönlich. Wenn ich zurückblicke, stelle ich überrascht fest, wie einfach seither alles geworden ist.
In Bezug auf Internet-Server von Einfachheit zu sprechen, ist allerdings etwas vermessen. Sicher kann ich mit LetterRip Pro in wenigen Minuten einen E-Mail-Server aufsetzen und neue Programme wie 4D Portal lassen mich in kurzer Zeit eine Portalseite aufschalten. Als ich aber einem Freund auf der Suche nach einem neuem E-Mail-Serviceanbieter empfahl, es stattdessen doch mit LetterRip Pro zu versuchen, war er nicht besonders begeistert davon, zukünftig selber die Server überwachen und betreuen zu müssen. Ich konnte ihm nicht widersprechen, da ich lange Zeit solche Aufgaben ebenfalls delegiert habe.
<http://www.letterrip.com/>
<http://www.my4dportal.com/>
DNS-Details -- Allerdings habe ich in den letzten sechs Monaten die Kontrolle über eine Verwaltungsaufgabe übernommen, die von den meisten Leuten an ihren Internet-Zugangsanbieter delegiert wird - den "Domain Name Service (DNS)". Die meisten haben davon bisher erst im Zusammenhang mit hohen Geldsummen für begehrte Domainnamen gehört, der eigentliche Punkt von DNS ist aber die Übersetzung von lesbaren Namen wie www.tidbits.com zu den numerischen IP-Adressen wie etwa 216.168.61.154, die einen Computer im Internet eindeutig identifizieren. Man beginnt sich erst für DNS zu interessieren, wenn man mit einer eigenen Domain eine Präsenz auf dem Internet einrichten und von einer persönlichen E-Mail-Adressen profitieren will. Sobald man anfängt, eigene Server am Internet zu betreiben, ist der Domainname eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass andere Personen mit dem Web- oder E-Mail-Server Kontakt aufnehmen können.
Noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen. Früher konnte man zu einem Internet-Zugangsanbieter gehen und einen Domainnamen verlangen, der Zugangsanbieter ließ ihn dann registrieren und schickte für die Verwaltung eine jährliche Rechnung. Diese beiden Aufgaben, Registrierung und Verwaltung sind dabei eigentlich zwei separate Vorgänge. Lange Zeit gab es nur wenige Registrierungsstellen und nur eine davon war für die am weitesten verbreitete .com-Domain zuständig: Network Solutions, die unterdessen Verisign gehört. Diese Situation hat sich unterdessen geändert und viele verschiedene Registrierungsstellen nehmen jetzt solche Anfragen entgegen. Unabhängig davon wer eine Domain registriert, benötigt man auch noch jemanden, der die DNS-Server betreibt und weitere Aufgaben übernimmt. Internet-Zugangsanbieter sind dafür die nahe liegendste aber nicht immer die beste Wahl. Wenn man nämlich in Zukunft den Internet-Zugangsanbieter wechseln möchte, muss auch die Kontrolle über die Domain an den neuen Anbieter übertragen werden. Dieser Prozess ist sehr aufwendig und besteht aus vielen einzelnen Schritten. Der Schaden bei einem Fehler ist groß - der Verlust der Erreichbarkeit per E-Mail oder über das Web.
Mach DNS einfacher -- DNS-Änderungen über Network Solutions durchzuführen ist kein Zuckerschlecken. Dieser Prozess ist so langsam, unfreundlich und gespickt mit Fehlern, dass der ganze Vorgang nur als kafkaesk bezeichnet werden kann. Wenn eine Änderung nicht funktioniert (was Freunden von uns immer wieder passiert ist), muss man Network Solutions anrufen, eine Erfahrung die in etwa mit einem Anruf bei der staatlichen Autozulassungsbehörde vergleichbar ist. Es ist sogar noch schlimmer, da der E-Mail- oder Internet-Verkehr noch Stunden oder Tage nach der Behebung des Fehlers gestört sein kann. Eine Reihe von Unterbrüchen in den vergangenen Jahren sind auf Fehler bei Network Solutions zurückzuführen (oder dadurch verschlimmert worden).
Vor einigen Jahren haben einige Jungs, die von Network Solutions genauso enttäuscht waren wie wir, zur Lösung dieser Probleme easyDNS gegründet. EasyDNS ist eine Registrierungsstelle für kanadische Domains (.ca.); sie arbeiten aber auch mit einer anderen Stelle zusammen um neue Registrierungen in allen wichtigen Domains vornehmen zu können und es ist sogar möglich, die Kontrolle jeder bestehenden Domain an sie zu übertragen.
In der Verwaltung von DNS ist easyDNS wirklich stark und ich bin richtiggehend süchtig nach ihren Dienstleistungen geworden. Ich besitze die Domain tidbits.com bereits seit einigen Jahren und anfangs hat Northwest Nexus die Domain für uns verwaltet. Jedes Mal wenn ich einen neuen Server aufschaltete oder eine IP-Adresse änderte (ein häufiger Vorfall, da unsere Maschinen auf vier verschiedene Netzwerke verteilt sind) mussten wir mit einem Techniker bei Northwest Nexus Kontakt aufnehmen. Obwohl die Leute bis zur Übernahme durch Winstar Communications freundlich und hilfsbereit waren, konnten wir die zuständige Person nicht immer ausfindig machen oder ein kleiner Tippfehler führte zu einem langwierigen Briefwechsel. Wir fühlen uns ausgeliefert.
Als easyDNS mich wegen des Sponsorings für TidBITS kontaktierte, ergriff ich die günstige Möglichkeit, ihre Dienstleistungen austesten zu können. Die Übertragung von tidbits.com zu OpenSRS (die von easyDNS verwendete Registrierungsstelle) und die Übernahme der Verwaltung von der wenig hilfreichen Winstar war zwar nicht trivial, aber ich wusste, dass ich mich jederzeit an easyDNS wenden konnte, sollte dabei etwas schief gehen. Glücklicherweise war der Transfer einfach und alles funktionierte perfekt. Wegen der Art und Weise wie Winstar seine Server aufgesetzt hatte, konnte easyDNS meine Informationen nicht automatisch importieren, was in einigen Fällen tatsächlich möglich ist (wenn Sie eine Menge Einträge haben, kann der Zugangsanbieter eine separate Zonendatei exportieren). Es war aber gottseidank nicht schwierig, die zehn Namen unserer Server von Hand einzugeben.
Seit damals hatte ich oft Gelegenheit, die Zuordnung von Namen und IP-Adressen zu ändern und dieser bis anhin so komplizierte Vorgang besteht jetzt nur noch darin, mich auf der gesicherten Website von easyDNS anzumelden und ein Formular auszufüllen. Ich schätze vor allem die Art, wie easyDNS nach jeder Änderung eine Bestätigungsmeldung anzeigt, auf der ersichtlich ist, bis wann die Änderung weltweit verfügbar sein wird. Vorher bestand ein großer Teil der Schwierigkeiten mit DNS darin, dass wir nie genau wussten, ab wann die Änderungen in Kraft treten würden. Das teilt easyDNS mir jetzt genau mit und wenn ich weiß, dass in nächster Zeit Änderungen anstehen, kann ich die Einstellungen so anpassen, dass die Verfügbarkeit der Server nicht darunter leidet.
Ich musste auch die whois-Informationen anpassen, die die Kontaktadressen für die Administration und Rechnungsstellung einer Domain enthalten und ebenfalls über easyDNS möglich sind. Mit Network Solutions erforderte nur schon das Ändern einer einfachen E-Mail-Adresse ein komplexes Manöver, mit easyDNS ist jetzt auch das viel einfacher geworden.
Andere Dienstleistungen von easyDNS -- EasyDNS bietet noch eine ganze Vielzahl weitere Dienstleistungen rund um DNS an, in ihrem DNS-Plus + Domain-Paket sind alle davon für 55 US$ pro Jahr enthalten. Andere Pakete bieten weniger Dienstleistungen zu einem günstigeren Preis, bis hinunter zu 20 US$ pro Jahr. Folgende Dienste stehen zur Auswahl:
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
<http://www.sentman.com/dyndns/>
<http://jsc.randomnation.com/>
Tasksteuerung -- Ich liebe am meisten an easyDNS, dass ich meine eigene DNS-Information voll unter Kontrolle habe, während die administrativen Aufgaben des Domain Server und seiner sekundären Domain Server automatisch ablaufen. Ich könnte das auch mit QuickDBS von Mice & Man machen, aber weil mein Freund keinen eigenen Server mit LetterRip Pro beaufschlagen wollte, wollte ich nicht für alle Belange im Zusammenhang mit meinem Domain Namen verantwortlich sein.
<http://www.menandmice.com/2000/2200_quick_dns.html>
Die meisten Klagen, die ich noch zu meiner Internetkonfiguration habe, sind nicht mit easyDNS verbunden sondern beruhen auf der DN>>>>>-Terminologie und ihrer Starrheit.. Beispielsweise legt die "Start of authority" Einstellung fest, wie oft die DNS-Daten unter verschiedenen Umständen aktualisiert werden und ohne zu wissen, dass MX für den "Mail exchanger" steht, ist man sehr leicht verwirrt. Glücklicherweise sind die Hilfefunktionen von easyDNS sehr gut und sind sowohl als Tutorial als auch als Hilfe zur Dateneingabe einsetzbar (auf das Fragezeichen klicken); eine Ausnahme bildet allerdings die zyklische Tasksteuerung, die nur in der FAQ erläutert wird. Jedes Mal wenn ich eine Frage an die technische Kundenberatung hatte, kam die Antwort prompt, ich musste keine Anrufe tätigen, alles ging während meiner Büroarbeiten nebenher ab.
Gibt es andere Angebote ähnlich easyDNS? Natürlich, das archaische System von Network Solutions eröffnet allen Konkurrenten mit besserer Bedienoberfläche Tür und Tor. Trotzdem lief nach meiner ersten Erwähnung von easyDNS in TidBITS über TidBITS Talk eine heiße Empfehlungsdiskussion, die meine Zufriedenheit mit diesem Produkt steigerte. Wenn Sie nach Hilfe bei der Verwaltung von DNS-Daten für E-Mail oder URL-Umleitungen suchen, sind Sie mit easyDNS gut bedient, ich werde es meinerseits in der absehbaren Zukunft voll einsetzen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1426>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Als der erste iMac auf den Markt kam, bemerkten viele Leute sofort Parallelen zu einem anderen profilierten Spitzendesignprodukt, dem neuen Beetle von Volkswagen, das ging bis zu dem Punkt, dass ein Beetle so bemalt wurde, dass er auf der Macworld Expo 1999 in San Franzisko wie ein iMac aussah. Die neueste Ähnlichkeit zwischen Apple und Volkswagen ist die, dass beide "Driver" suchen [englischer Witz: beim Rechner Treiber, beim Auto Fahrer - WS].
Der Erfolg eines Betriebssystems ist direkt mit der Breite der darin enthaltenen Treiber verknüpft. Das sollte niemanden überraschen - ein Treiber ist ein Softwareteil, das dem System die Interaktion mit einem spezifischen Peripherie-Gerät erlaubt, sei es ein Drucker, eine externe Festplatte, ein Scanner oder eine jener billigen Videokameras, die als "Webcam" bezeichnet werden. Treiber entstanden meistens aus einer von drei Quellen. Für die allgemein verfügbaren Geräte, die dem Benutzer den meisten Nutzen geben, gibt es meist universelle Treiber von Apple, die mit dem System geliefert werden. Hersteller stellen mit Treibern sicher, dass ihre Geräte mit den universellen Treibern von Apple zusammenarbeiten. Für weniger oft verfügbare Geräte müssen die Hersteller eigene Treiber schreiben, die die Benutzer installieren müssen, um mit den Geräten arbeiten zu können.
Und die dritte Quelle? Sind unabhängige Entwickler. Es gibt immer wieder den Fall, dass ein Programmierer mit den existierenden Treibern nicht zufrieden ist. Auch kann der Auslöser sein, dass ein Treiber ganz fehlt. Diese Treiber sind meistens als Shareware zugänglich - so etwa der Maustreiber USB Overdrive von Alessandro Levi, von dem es jetzt eine Betaversion für Mac OS X gibt. Treiberentwicklung ist eine Kunst schwarzer Magie, die relativ wenige beherrschen, wie man etwa an den schwerfälligen Treibern für Tintenstrahldrucker sehen kann, die über die Jahre erschienen sind.
<http://www.usboverdrive.com/>
Augen vom Himmel -- Vor Jahren begann Connectix mit der Einführung der QuickCam, einer Tennisballgroßen Videokamera, die an der seriellen Schnittstelle der Macs anzuschließen war. Sie hatte nur eine kleine Auflösung und konnte nur schwarz/weiß aufnehmen, aber markiert einen erstaunlichen Durchbruch, indem sie Video an den Mac brachte, ohne teure Camcorder zu bemühen. Der Markt für solche kleinen Videokameras hat sich weiterentwickelt mit Farbaufnahmen und neuen Anschlussarten wie USB und FireWire, aber im Wesentlichen sind die Kameras klein geblieben, kosten wenig und haben nur eine geringe Auflösung. Die niedrigen Preise haben ihren andauernden Erfolg für sehr viele Anwendungen begünstigt, so die Sicherheitsüberwachung, Videokonferenzen, die Aufzeichnung von QuickTime-Filmen und anderen epochaler Anwendungen wie periodischen Laden von Standbildern oder das Streaming von Video für eine Internetseite.
Aber unter Mac OS X tat sich nichts.
Apple hat wichtigere Treiber für Mac OS X entwickelt, für Drucker, externe Festplatten und digitale Standbildkameras. Die Hersteller von WebCams hatten kein Interesse daran, ihre Kosten durch die Entwicklung von Treibern für Mac OS X hochzutreiben, weil in ihren Augen der Mac OS X-Markt noch nicht groß genug ist. Also bleibt die dritte Quelle durch unabhängige Entwickler. Wie in diesem Fall reicht auch ein unabhängiger Entwickler, eine kleine Firma namens IOXperts. Sie haben wahrscheinlich von ihr noch nie etwas gehört, obwohl die beiden beteiligten Entwickler, Steve Sisak und Dave Koziol zu den bestbekannten Entwicklern für Macsoftware gehören. Sie haben wahrscheinlich auch den Treiber geschrieben, den der Hersteller Ihrer WebCam bereithält, wenn Sie mit USB oder FireWire arbeiten.
Frustriert vom fehlenden Interesse der Kamerahersteller an einer Entwicklung für Mac OS X, hat IOXperts aus eigenem Antrieb einen Treiber für die meisten existierenden FireWire WebCams geschrieben. Sie wählten Kameras mit FireWire, weil dieser Anschluss schon auf dem Hardwareniveau festgeschrieben ist und weil FireWire zwischen Mac OS 9 und Mac OS X mehr Ähnlichkeiten aufweist als USB. Die Aufgabe war nicht einfach und erforderte viel Fehlerbereinigung in Apples Code für FireWire, aber sie haben es geschafft und in den letzten wenigen Monaten konnten Besitzer einer unterstützten FireWire WebCam eine Kopie bei IOXperts laden und beginnen, ihre WebCam unter Mac OS X weiter einsetzen.
<http://www.ioxperts.com/dcam.html>
Fahrerlaubnis -- IOXperts musste eine Finanzierung für diese Entwicklungsarbeiten auftreiben, allein von der Hoffnung, dass die Hersteller eines Tages diese Implementierung übernehmen würden, ergaben sich keine Aussichten auf einen Ertrag. So beschloss man, direkt von den Besitzern Geld zu nehmen. Der Verkauf von Treibern als Shareware wäre ein trickreiches Geschäft, weil man ja den eigentlichen Treiber gar nicht erkennen kann. Software, die im Verborgenen arbeitet, bietet eine recht große Aufgabe, ihren Nutzen den Benutzern klar zu machen.
IOXperts wählte da einen cleveren Ansatz. Man kann den Treiber kostenlos laden und installieren, aber nur für 30 Minuten. Wenn Sie die Kamera einschalten, erinnert ein Dialog an die Zeitgrenze und ermuntert Sie 20 USD zu zahlen, aber wenn Sie die Gelegenheit nicht nutzen, können Sie die Kamera 30 Minuten lang ohne weitere Unterbrechung einsetzen. Wenn die Zeit abgelaufen ist, erhalten Sie einen anderen Dialog. Wenn Sie die Kamera weiterhin nutzen wollen, genügt es, die Verbindung zu trennen und erneut zu stecken. Es ist also eine große Benutzererfahrung, sich so lange ärgern zu lassen bis Sie dann doch zahlen, aber das Verfahren ist nicht so ärgerlich, dass Sie den Treiber nicht gründlich ausprobieren könnten.
Ein Klick auf die Buy-Schaltfläche führt Sie durch einen kurzen Bezahlprozess über eSellerate, der mich gut bediente. Wenn Sie einmal für den Treiber gezahlt haben, können Sie ihn mit derselben Kamera auf verschiedenen Macs einsetzen - Sie brauchen nur die Kamera zu verbinden, den Treiber installieren und Ihre Seriennummer auf die entsprechende Frage einzugeben. Die Tatsache, dass die Zahlung an eine bestimmte Kamera gekoppelt ist, bedeutet, dass Sie für den Einsatz mehrerer Kameras mehrere Kopien des Treibers benötigen.
IOXperts stellt den Treiber auch für Macbenutzer bereit, die für Mac OS 8 oder 9 keinen Treiber vom Hersteller geliefert bekamen. Bei der Mac OS 8/9-Version werden dieselben Seriennummern akzeptiert wie unter der Mac OS X-Version, Sie können also dieselbe Kamera unter all diesen Systemen benutzen, ohne zwei Mal zahlen zu müssen.
<http://www.ioxperts.com/dcam_os89.html>
Kameraverträglichkeit -- Wenn wir schon von mehreren Kameras reden, der WebCam-Treiber für FireWire unterstützt Kameras der populären Marken iREZ, Orange Micro, FireWire Direct und Unibrain. Die vollständige Kompatibilitätsliste finden Sie auf dem Internetserver von IOXperts. Meine Tests wurden mit der Fire-i WebCam von Unibrain (120 USD) ausgeführt, die 6 Zentimeter im Quadrat misst und einen cleveren Federschalter besitzt, um Sie zu rotieren oder aus der Halterung zu nehmen.
<http://www.ioxperts.com/devices.html>
<http://www.unibrain.com/products/ieee-1394/fire-i_camera2.htm>
Die Fire-i Kamera hat zwei FireWire-Buchsen, eine auf jeder Seite, Sie können diejenige für Ihr Kabel wählen, die Ihnen am bequemsten ist, oder eine andere Kamera mit ihr in Kette anschließen (obwohl die Macintosh FireWire-Treiber diese Betriebsart noch nicht anbieten). Eine zweite Buchse nimmt eine externe Spannungsversorgung auf, die für Leute mit vielen Kameras zweckmäßig ist, wenn alle Kameras oder die PC-Adapterkarte weiteren Strom benötigen (die FireWire-Spezifikationen für Versorgungsströme erlauben mehr Strom als die PC-Card-Spezifikation). Für Leute, die mit Windows arbeiten ist dieser Stromanschluss wichtiger, weil PC-Laptops keine Spannungsversorgung über FireWire erlauben, Anschlüsse für Sonys i-Link und die meisten PCI-Karten stellen auch keinen Strom bereit (Nebenbei ist die Spannungsversorgung über FireWire recht trickreich ausgelegt, jedes Gerät gibt seine Anforderungen bekannt, bei Geräten, die mehr Strom bieten als konsumieren ist die Angabe negativ).
Die Fire-i-Kamera hat eine Auflösung von 640*480 und kann 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Ich habe zwar keine große Erfahrung mit anderen WebCams, aber die Fire-i macht einen glatten Eindruck und kann dank des Treibers von IOXperts unter Mac OS X eingesetzt werden, was sonst nicht möglich wäre (obwohl Unibrain einen FireWire-Treiber für Macbenutzer ankündigt).
Welche Software Es gibt ein Problem mit allem, was ich bisher beschrieben habe. Man braucht natürlich eine FireWire WebCam und den Treiber von IOXperts, aber das reicht nicht aus, um Videos auf einem Mac zu zeigen. Um Videos zu sehen oder damit zu arbeiten, brauchen Sie natürlich weitere Software, es gibt aber nicht viele Programme für Mac OS X, die diese Anforderungen erfüllen, aber IOXperts bietet Ihnen eine Liste und die darin stehenden Programme habe ich getestet.
<http://www.ioxperts.com/apps.html>
<http://www.bensoftware.com/btv.html>
<http://www.bensoftware.com/btvpro.html>
<http://www.evological.com/coolcam.html>
<http://www.evological.com/videofunhouse.html>
<http://www.ispq.com/ISPQ_moreinfo.html>
<http://www.videoscript.com/intro_vs.html>
Eingehende Rezension -- Ich begann die Arbeit an diesem Thema mit der Vorstellung, eine Rezension über den FireWire Webcam Treiber von IOXperts zu schreiben, musste aber feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, besonders wenn der sich bei seiner Arbeit nicht weiter bemerkbar macht. Verbinden Sie die Kamera mit dem Rechner, starten ein Anwendungsprogramm und auf dem Bildschirm erscheinen Videobilder, dann passiert nicht mehr als Sie erwarten würden. IOXperts bietet auf seiner Internetseite ein FAQ, das einige Probleme auflistet, die auftreten können (bei mir trat keines auf), zudem gibt es ein Diskussionsforum für Anwender. Wenn man die Größe der Firma bedenkt, versteht man, dass ängstlich vermieden wird, für Benutzer technische Unterstützung leisten zu müssen - man erstellt qualitativ hochwertige Software, die keine Wartung erfordert. Kurz, wenn Sie eine Webcam mit FireWire unter Mac OS X einsetzen wollen, lohnt es sich 20 USD an IOXperts zu zahlen.
Wenn Sie ungewöhnliche Hardware lieben, halten Sie IOXperts im Auge, man arbeitet auch an einem Treiber für den universellen Betrieb eines Netzwerkes nach 802.11 (den der Netzwerk-Guru Amanda Walker erstellt hat und dessen Betaversion jüngst auf den Markt kam) und an Treibern für die Philips USB Webcam. Abbonieren Sie bei Interesse die Mailingliste und wenn Sie für ihre Hardware einen Treiber brauchen, empfehlen Sie dem Herstellern, IOXperts zu kontaktieren, so gewinnen wir alle daran.
<http://www.ioxperts.com/contact.html>
Übersetzung: Gernot Hecht <gernot.hecht@wollemond.de>, Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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