
Adam ist nun doch endlich zu weit gegangen - zumindest was Vergrößerungen anbelangt! Mit dem ProScope USB-Mikroskop von Bodelin ist kein Haar zu dünn (oder zu grau) um seiner um das fünfzigfachen vergrößerten Sicht zu entgehen. Ebenfalls diese Woche zeigt uns Derek Miller wie man digitale Videos ohne teure Hard- und Software bearbeiten kann. In den Neuigkeiten vermelden wir das Auftauchen von EIMS Light zum halben Preis von EIMS und veranstalten eine Wohltätigkeitsversteigerung mit einem von Adam signierten T-Shirt - alle Einnahmen gehen an die Mac-A-Wish-Stiftung.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Mit EIMS Light 3.1.1 zu einem einfachen E-Mail-Server -- Durch die Weiterentwicklung des Eudora Internet Mail Servers für Mac OS von Glenn Anderson ist der Funktionsumfang über das übliche Maß hinausgewachsen. Als Antwort hat Glenn jetzt EIMS Light 3.1.1 veröffentlicht, das zur Vollversion EIMS 3.1.1 identisch ist, aber nur eine einzige Domain unterstützt, keinen IMAP-Server bietet, keine LDAP- und Ph-Verzeichnisdienste aufweist und keine Apple Events (und dadurch auch kein AppleScript) beinhaltet. Es fehlt zudem der Incoming Mail-Ordner, mit dem einige Hilfsprogramme die E-Mail-Funktionen noch zusätzlich erweitern konnten. Zum Ausgleich kostet EIMS Light nur 200 US$ oder halb so viel wie die Vollversion. Es benötigt einen Macintosh mit mindestens einem 68030-Prozessor, System 7.1 oder höher mit Open Transport 1.1.1. Eine für 60 Tage voll funktionsfähige Demo der Vollversion kann heruntergeladen werden. [ACE]
<http://www.eudora.co.nz/>
<http://www.eudora.co.nz/demo.html>
Wohltätigkeitsversteigerung eines signierten TidBITS-T-Shirts -- An der Macworld Expo 2002 in San Francisco habe ich den Leuten von "World Without Borders" ein signiertes TidBITS-T-Shirt für ihre Wohltätigkeitsauktion der Mac-A-Wish-Stiftung überlassen. Die Stiftung liefert Macintosh-Hard- und Software an kranke Kinder und ermöglicht ihnen damit eine Kommunikation mit der Außenwelt und die Fortführung des Unterrichts wenn sie der Schule fernbleiben müssen. World Without Borders bietet jetzt das T-Shirt bis zum 20. März 2002 auf eBay zur Versteigerung an, wobei die Einnahmen vollumfänglich der Mac-A-Wish-Stiftung zugute kommen (zurzeit leider noch nicht steuerabzugsfähig). Wenn Sie ebenfalls alte Hard- oder Software spenden möchte, können Sie mit World Without Borders Kontakt aufnehmen. [ACE]
<http://www.worldwithoutborders.com/macawish/>
<http://cgi.ebay.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=1083492952>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Gernot Hecht <gernot@wollemond.de>]
Vielleicht liegt es an meinen schlechten Augen, aber ich hatte nie viel Glück mit Teleskopen oder Mikroskopen. Himmelsobjekte sehen für mich wie kleine weiße Punkte aus und ich hasse es meine Brille abzunehmen, um ein Mikroskope zu benutzen. Verwechseln Sie meine Probleme mit der Verwendung von Vergrößerungsgeräten nicht mit fehlendem Interesse an den zu sehenden Objekten &endash; Ich will das Bild nur zur vollen Größe aufgebläht haben, damit ich es in Ruhe ansehen kann. Aus diesem Grund war ich begeistert, als ich auf der MacWorld 2001 in New York das von Bodelin in den vereinigten Staaten vertriebene ProScope USB Mikroskop sah. Ich gab ihm sofort einen unserer Anerkennungen für Superlative auf dieser Messe. Und wenn ich mich daran nicht erinnert hätte, hätte ich ihm wahrscheinlich erneut eine Anerkennung gegeben, als ich es auf der MacWorld 2002 in San Francisco sah. Es ist ein nettes Gerät und die Vorführungen sind unglaublich gut.
<http://www.bodelin.com/>
<TidBITS-de-590.html#2001>
Das Mikroskope zu bezeichnen ist tatsächlich etwas problematisch, da Sie es in verschiedenen Situationen unter unterschiedlichen Namen finden können. Bodelin nennt es ProScope, aber sie sind nur der Händler für das Mikroskope, welches von einer Firma namens Scalar hergestellt wird. Sein voller Name, wie auf dem Gerät angegeben, ist Scalar USB Microskope M2, obwohl theScope auch auf den Kopf des Mikroskope gedruckt ist. Nennen Sie es, wie Sie wollen &endash; ich bleibe bei Bodelins Name ProScope.
Vergrößerte Details -- Was ist das ProScope? Wie Sie auf Bodelins Home-Page sehen können, ist es ein eigenwillig geformtes Mikroskope mit einer Höhe von gut 15 cm, mit einer Linse, die etwa 5 cm von der Oberkante heraussteht. Es würde in einem billigen Sciencefictionfilme als Futuristische Strahlenkanone durchgehen. Das ProScope passt gut in Ihre Hand und es ist im Wesentlichen ein Gerät zum Zielen und Abdrücken, da es eine Drucktaste zum aufzeichnen eines Standbildes des aktuell angezeigten Motivs hat, oder um eine Filmaufnahme zu starten und zu stoppen. Ein Schalter an der Seite schaltet sein Licht an und aus und ein weiterer Taster löst die Linse, sodass Sie sie gegen eine Linse mit einer anderen Auflösung austauschen können. Standard Adapter an Front und Heck für einen Dreifuß bieten Fixierungspunkte zum stabil halten bei der Arbeit mit höheren Vergrößerungsstufen und Bodelin bietet für $ 125 einen Stahlfuß zur Fixierung des Mikroskope in einer Reihe von Ausrichtungen. Schließlich schließt ein gut 15 cm langes USB-Kabel das Gerät an den USB-Port Ihres Mac an.
Bodelin verkauft das ProScope mit einer 50X Linse für $ 230 und sie bieten für $ 100 auch eine 1-10X Linse um das ProScope wie eine USB Webcam nutzen zu können. Für diejenigen, welche weiter vergrößern wollen, sind auch 100X ($ 110) und 200X ($ 130) Linsen verfügbar. Das ProScope verkraftet auch einen $ 20 C-Ring Linsenadapter um mit Standard C-Ring Linsen zu arbeiten oder um es zur Aufnahme von Bilder an konventionelle Mikroskope oder Teleskope anzuschließen.
<http://www.bodelin.com/buynow.html>
Die Hardware ist nur Teil des Paketes. Zunächst müssen Sie einen Treiber in den Mac OS 9 Erweiterungsordner legen und neu booten &endash; das ProScope arbeitet momentan nicht mit Mac OS X, aber Treibergurus von IOXpert arbeiten an Mac OS X Treiber, der mit dem Kameramodul im ProScope arbeiten soll (welcher mit einer Auflösung von 640 x 480 arbeitet &endash; wir reden hier nicht von der Qualität digitaler Kameras). Siehe auch "Webkameras unter Mac OS X" in TidBITS-619_ für mehr zur Funktion der IOXperts Treiber.
<http://www.ioxperts.com/>
<TidBITS-de-619.html#Artikel2>
Als Zweites bietet eine Anwendung namens USB Shot das Echtzeit-Display des ProScope. Das Programm bietet Zugriff auf Einstellungen und lässt Sie zwischen drei Modi wechseln: Schnappschuss, Film und Intervall. Im Schnappschuss Modus speichert ein Druck auf die Taste am ProScope das gerade im Display angezeigte Bild. Im Film Modus startet ein Druck auf die Taste die Aufnahme eines QuickTime-Filmes; ein zweiter Druck stoppt die Aufnahme. Im Intervall Modus startet und stoppt ein Druck auf die Taste die Aufnahme eines QuickTime Filmes, der eine Reihe von Standbildern enthält. Es gibt auch ein Equivalent zu dieser Drucktaste auf dem Bildschirm der vor allem dann wichtig wird, wenn man mit der 200X Vergrößerung arbeitet, da der Druck auf die mechanische Taste das Bild verwackeln kann. Aufgezeichnete Bilder und Filme werden verkleinert in einem Filmstreifen angezeigt unter dem Hauptdisplay angezeigt; ein Klick auf eines der Bilder bringt dieses Bild auf das Hauptdisplay. Die Bilder und Filme haben sequentiell nummerierte Namen und werden in einem vom Anwender vorgegebenen Ordner auf der Festplatte abgelegt, sodass sie einfach zu einer Bildverwaltung wie iPhoto oder einem Medienverwaltungsprogramm wie iView MediaPro, das sowohl Bilder und Filme verwalten kann, hinzugefügt werden können.
<http://www.apple.com/iphoto/>
<http://www.iview-multimedia.com/>
Tests aus der Nähe -- Ich teste eine Menge von Produkten und wenige stehen für so viel Spaß wie das ProScope. Ein sehr technikorientierter Freund von mir kam in der Nacht vorbei, nachdem das Testgerät angekommen ist. Nachdem Tristan im Bett war gingen wir alle in mein Büro und zielten mit dem ProScope auf alles, was in Reichweite seines 15 cm Kabels lag. Haare, Haut, Kleidung, Kleinkram auf meinem Schreibtisch und so weiter. Die 50X Linse, die wir als Erstes verwendeten, erweis sich für diese Art von Objekten am geeignetsten.
Die 200X Linse war schwieriger zu nutzen, da es fast unmöglich ist, das ProScope ruhig genug zu halten. Die Befestigung an einen Standfuß verbesserte die Situation deutlich, obwohl die Einstellung der Schärfe und das Drücken der Auslösetaste das ProScope ausreichend beweben konnte, dass das Bild verschoben wurde. Die 1-10X Linse (der im Gegensatz zu den anderen beiden das eingebaute Linsenlicht fehlt) verwandelte das ProScope in eine ziemlich normale Webcam und in dieser Form war es nicht besonders interessant, auch wenn es gut arbeitete und ich einige Male auf sein Display auf dem Monitor zielte, sodass das angezeigte Bild sich scheinbar bis in die Unendlichkeit wiederholte.
Aber die 50X Linse boot einen völlig neuen Blick auf bekannte Objekt. Und für mich als Autor bat sie einen völlig neuen Blick auf Wörter. Das klingt sicherlich merkwürdig, aber wenn Sie auf klein Gedrucktes mit 50X Vergrößerung blicken gewinnen die Wörter Masse und Gewicht. Und sie heben sich von der Fläche ab, auf der sie stehen. Und Sie sehen so wenig Text auf einmal, dass sie ihn ganz anders lesen. Fasern in Kleidung erwiesen sich ebenfalls als sehr faszinierend, da sie die Kette und den Schussfaden des Gewebes perfekt sehen können. In dieser Vergrößerung hatten die Fasern auch nicht immer die erwartete Farbe &endash; nur weil etwas schwarz aussieht heißt das noch lange nicht, dass jedes Bestandteil dieses Stoffes ebenfalls Schwarz ist. Das Gleiche zeigte sich für Haare &endash; auch wenn mein Haar ein leichtes Braun, aufgehellt von zunehmenden grauen Strähnen ist, bilden viele Haare mit unterschiedlichen Farbtönen diese Farben. Werfen Sie einen Blick auf die Bildergalerie (und zwei Filme), welche ich mit dem ProScope erstellt habe um zu sehen, was Sie damit tun und sehen können.
<http://www.tidbits.com/resources/621/proscope/index.html>
Die Zielgruppe für das ProScope sind ohne Zweifel K-12 Lehrer, da das ProScope auch für die jüngsten Kinder einfach zu bedienen ist und, vor allem in dieser Videoorientierten Zeit, kann die Visualisierung von Wissenschaft nur hilfreich sein um das Interesse der Kinder zu wecken. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Eltern für Ihre Kinder ein ProScope kaufen, damit die Kinder damit zu hause spielen. Und es ist nicht nur für Kinder. Ein befreundeter Molekularbiologe lieh sich das ProScope von mir für ein paar Tage und die Arbeit in seinem Labor kam zum erliegen, als er und seine Studenten das Geräte durchtesteten. Sie haben viele leistungsfähige Mikroskope, aber das ProScope bietet eine nützliche Kombination aus brauchbarer Vergrößerung und einer Form um schnell Objekte zu untersuchen, die sich nicht einfach auf Objektträger bringen lassen (z.B. Innereien einer Maus). Die Tatsache, dass Bilder für Veröffentlichungen einfach gespeichert werden können ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Bodelin hat auch einiges Interesse bei der Polizei geweckt &endash; seit dem ich das gehört habe, kann ich den Gedanken an einen modernen Sherlock Holmes mit einem ProScope und einem iBook als Vergrößerungsglas nicht mehr loswerden. Angeblich arbeitet Bodelin auch an Linsen, um Bilder von Finderabdrücken zu nehmen.
Vergrößerung von groben Kanten -- Es steht außer Frage, dass das ProScope coole ist, aber es gibt auch ein paar lästige Punkte. Am deutlichsten ist, dass es nicht arbeitet, wenn es in den USB-Port der Tastatur gesteckt wird. Und wenn ich es in den Dr. Bott gHub mit Stromanschluss auf meinem Schreibtisch steckte, so arbeitete es zwar, aber nur instabil. Das Einstecken in den USB Port meines Power Mac G4 löste die Probleme, verbrauchte aber einen großen Teil des 15 cm Kabels. Ein iBook oder ein PowerBook würde das Maximum an Flexibilität bieten (übrigens verkauft Dr. Bott inzwischen das ProScope sowohl in den vereinigten Staaten, wie auch in Deutschland, sodass es einfacher zu finden ist).
Um Fair zu sein muss ich gestehen, dass in der Dokumentation ein Hinweis steht, das Gerät nicht an einem Hub zu betreiben. Aber die Dokumentation ist so schlecht, ich fürchte viele Leute werden wichtige Informationen in den (aus dem Japanischen) schlecht übersetzten Handbüchern übersehen (Mein Favorit: Wenn Sie keine fröhliches Farbbild erhalten, probieren Sie das untere.). Es gibt zwei papierne Handbücher, die beide in Japanisch und Englisch vorliegen &endash; ein Handbuch beschreibt das Mikroskop und das andere beschreibt die Installation der Software unter Windows und Macintosh (das ganze Paket ist auch Windows-kompatibel). Es gibt auch eine PDF-Anleitung zur Verwendung der Software, die etwas besser als die Handbücher ist, auch wenn Sie auf Grund eines Fehlers bei jedem Öffnen im Adobe Acrobat Reader einen Dialog mit einer Fehlermeldung bei mir auslöste. Es ist eine Schande, dass solch ein nette Produkt durch eine Dokumentation bestraft wird, die wenig hilfreich und schlecht übersetzt ist. Ich habe diesen Punkt schon lange nicht mehr angesprochen, aber es gibt viele technische Autoren, die es für wenig Geld besser machen können und es gibt sicherlich viele Übersetzer, die zumindest die ursprüngliche Übersetzung in ordentliches Englisch korrigieren können.
USB Shot selbst ist ein einfaches Programm und auch wenn es einfach wäre, über einige seiner Designentscheidungen zu lamentieren, tut es wozu es gedacht ist. Meine größte Irritation ist, dass Sie es nicht einmal starten können, wenn das ProScope nicht angeschlossen ist, was in einem Klassenzimmer problematisch sein kann. Beispielsweise sollten Schüler mit mehreren Computern und einem ProScope in der Lage sein, ihre Bilder anzusehen während das ProScope an einem anderen Rechner genutzt wird.
Die Hardware hat auch ein paar Haken. Der Schalter, welcher das Licht steuert, hat drei Stellungen: A, Aus und B. Soweit ich es verstehe, schaltet A das Licht ein und sowohl bei Aus, wie bei B ist das Licht aus. Eindeutige Markierungen wären schön. Außerdem schaltet keine dieser Stellungen das Mikroskope vollständig aus und es erscheint mir falsch, es die ganze Zeit eingeschaltet zu lassen. Ausstecken hieße aber, hinter meinem Power Mac rumzukriechen, um es auszustecken. Und, auch wenn ich denke, dass dies mit etwas Übung besser wird, fand ich das Wechseln der Linsen etwas lästig. Vor allem bis ich herausfand, dass der Kleber mit der Vergrößerungsstufe in der Nähe eine kleinen Erhebung liegt, die an einer anderen Erhebung am Mikroskope ausgerichtet werden muss. Ein kleines Kind kann das ProScope benutzen, aber ich hätte Sorge es auch die Linsen tauschen zu lassen, vor allem da der CCD-Sensor, welcher die Bilder aufnimmt, bei abgenommener Linse ungeschützt ist. Ich hätte auch Sorge bei dem Transport von nicht befestigten Linsen &endash; Bodelin teilte mir aber mit, dass sie an einem Koffer arbeiten, der alle Teile zusammenhalten soll.
Dies sind aber nur Kleinigkeiten. Und sobald Sie es geschafft haben, das ProScope anzuschließen, die Software zu installieren und die grundlegende Bedienung verstanden haben, wird Sie keiner dieser Punkte in der normalen Anwendung bremsen. Und jetzt, wenn Sie verzeihen, muss ich etwas mehr Forschung in der 50X Welt treiben.
von Derek K. Miller <dkmiller@penmachine.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
Lange Zeit sah digitales Editieren von Videos aufwendiger aus als es lohnte und ich ließ den DV-Zug von Apple fahren. Vor kurzem war ich aber gezwungen, alles schnell aufzuholen, aber schaffte es ohne mein Bankkonto für neue Hard- und Software zu leeren.
Der Zug hat den Bahnhof verlassen -- Einer meiner Jobs ist der eines Drummers bei der nach-60-er Band namens Neurotics hier in Vancouver.
<http://www.theneurotics.com/>
Im Frühjahr 2001 arrangierte unsere Buchungsagentin einen größeren Auftritt, der von einer professionellen Aufnahmetruppe auf Videoband aufgezeichnet wurde. Mehrere Monate später fragte sie, ob wir aus dem Videoband nicht einen 3-Minuten-Videoclip herausschneiden könnten, weil viele besser betuchte Kunden sehen wollten, wofür sie bezahlen sollten.
Es gab dazu keinen besonderen Termin, kein Geld und keiner kannte sich im Metier aus. Die anderen Bandmitglieder guckten nur in meine Richtung.
Gleise legen -- Ich beschloss, erst einmal mit dem zu arbeiten, was ich schon besaß: ein älterer Power Mac G3 in beige, USB Videoeingabe, die freie Version 1.0.2 von iMovie unter Mac OS 9 (für iMovie 2 müsste ich noch 50 USD für das Upgrade zahlen) und was ich sonst noch an Hard- und Software hatte. Ich wollte nur neue Videobänder kaufen und CD-Rs für das Endprodukt kaufen.
Ich fand heraus, dass ich Audio und Video unabhängig voneinander digitalisieren konnte und sie in meiner sehr begrenzten Freizeit der nächsten Monate zusammensetzen konnte. Ich fing erst einmal an, mir die gesamte Auszeichnung genauer anzusehen und Notizen zu machen. Dann überspielte ich den Aufnahmeton vom Videorekorder (in Mono) mit Coaster, dem kostenlosen Audio-Digitalisierprogramm von Visual Click Software:
<http://www.visualclick.de/products/coaster/>
Ich teilte die erzeugten Dateien in mehrere Teile für den QuickTime Pro Player und machte ein Backup davon mit Roxios Toast auf CD.
<http://www.apple.com/quicktime/buy>
<http://www.roxio.com/en/products/toast>
Dann startete ich Pro Tools Free, das ist ein Freeware 8-Spur Sound-Mixer, mit dem ich die besten Tonabschnitte des Auftritts editierte (auch in Mono) und erzeugte so eine Montage verschiedener Songs mit Überblendungen, nahtlosen Übergängen und anderen Tricks, um eine gute Tonspur zu erhalten. Zuletzt hatte ich eine AIFF-Datei mit 18 MB für eineinhalb Minuten.
<http://www.digidesign.com/ptfree/>
Auf der Grundlage dieses Soundtrack machte ich alle anderen Bearbeitungen.
Scannen der Szenen -- Danach habe ich die Videoaufnahmen übernommen. Dazu benutzte ich meine XLR8 Interview USB Digitalisierkarte, um brauchbare Videosequenzen zu digitalisieren. Die Interviewkarte arbeitet mit 320*240 Pixel, was weniger ist als die 720*480 Auflösung eines Digitalcamcorders, hat aber mit 30 Bildern pro Sekunde die gleiche Bildwiederholrate wie der Camcorder.
<http://www.xlr8.com/ProductInfo/interview/>
<http://www.adamwilt.com/DV.html>
Die Digitalisierung in kurzen Segmenten (zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten Länge) war notwendig, weil ich nur eine relativ kleine Festplatte mit 12 MB zur Verfügung hatte, auf der auch alle meine vorherigen Ergebnisse gespeichert sind. Bei 215 MB pro Minute hat sie keine Chance, 2 Stunden Video auch nur annähernd zu speichern (Ich musste meine MP3-Sammlung mit einem Backup sichern, um Platz zu schaffen).
iMovie ist eigentlich nur dazu bestimmt, Digitalvideo von einer DV-Kamera über FireWire zu übernehmen, mit Tricks kann es auch solche Filme (aber keine anderen Filme) von der Platte weiterverarbeiten. Ich benutzte QuickTime Pro, um die Überspielungen der Interviewkarte in die DV-Formatierung zu überführen und vergrößerte die Videobilder dabei. Nach der DV-Kompression blieben die Dateigrößen etwa gleich (wenn auch groß), dabei brauchte ich natürlich etwa doppelt so viel Platz auf der Platte, wie die Videoaufnahmen im Rohzustand belegen. Nach dem nächsten Backup konnte ich den Platz für die nicht-DV-Fassungen wieder belegen.
den Zug zusammenkuppeln -- Nach all den Imports und der Konvertierung konnte ich mein erstes iMovie Projekt definieren. Obwohl ich Strata Videoshop 4.5 (mit der Interview bekommen) und Adobe Premiere LE 5.1 besitze (mit der FireWire USB-Karte geliefert), fand ich die Arbeit mit iMovie viel einfacher, obwohl ich alle Konvertierungsschritte auf mich nahm. Das ist ein echtes Bekenntnis zu der Einfachheit, die Apple mit iMovie erreicht hat, indem man sich auf das wesentliche beschränkte.
<http://www.apple.com/imovie/imovie1.html>
<http://www.strata.com/>
<http://www.adobe.com/products/premiere/>
Danach importierte ich mein Soundtrack, ohne dies im Folgenden je weiter zu bearbeiten.
Nachdem ich meine DV-Dateien in den iMovie Projektordner verschoben habe, arbeitete ich mit iMovie und konnte all das importierte Material als "strays" importieren. Ich zog sie in etwa der späteren Reihenfolge auf die Zeitachse, bevor ich iMovie wieder verließ, um den nächsten Schwung zu übernehmen, damit iMovies Abfalleimer nicht überlief (in iMovie 2 gibt es diese Beschränkung nicht mehr).
<http://www.apple.com/imovie/>
Meine Editierarbeiten in iMovie kosteten nur einen Tag - Dateien in die richtige Reihenfolge bringen, auf die richtige Länge schneiden, Übergänge erzeugen und die Bilder dem Tonrhythmus anpassen. Dabei nutzte ich GraphicConverter und PhotoShop, um Titelbilder zu generieren, Standbilder zu manipulieren und diverse JPEG und PICT-Dateien zu erzeugen. Im Internet fand ich auch ein altes TV-Testbild und einen kurzen Applaus für das Ende meines Videoclips.
<http://www.lemkesoft.com/us_gcabout.html>
<http://www.adobe.com/products/photoshop/>
<http://www.pharis-video.com/p2807.htm>
<http://www.apple.com/imovie/freestuff/sounds.html#people>
Weil ich Ton und Bild getrennt importiert habe, habe ich gar nicht versucht, die beiden zu synchronisieren, obwohl beide von der selben Vorstellung stammten. Am Ende war ich selbst überrascht, dass alles so aussah als ob die Mitwirkenden wirklich das spielten was zu hören war, obwohl beides an verschiedenen Stellen derselben Vorstellung aufgenommen worden war.
Ende des Gleises -- Ich speicherte das fertige Video dann mit der über iMovie eingestellten QuickTime Option "Expert" im Format 640*480 mit 29,97 Bilder pro Sekunde in der Cinepak-Kompression mit der höchsten Qualitätsstufe und unkomprimiertem Monoton 16-bit bei 22,5 kHz. Mehr Qualität konnte ich nicht verkraften. Diese Datei hatte 260 MB, mein Power Mac brauchte vier Stunden, um sie zu generieren.
<http://www.webopedia.com/TERM/C/Cinepak.html>
Ich exportierte große (13 MB) und kleinere (6 MB) Versionen fürs Internet auf die Seite meiner Band. Vorher zoomte ich sie noch mit dem QuickTime Pro Player auf doppelte Größe für Internetbrowser und große Monitore.
Nachdem ich den Prozess in TidBITS Talk skizziert hatte, merkte Duane Byrom von der QuickTime Engineering Gruppe bei Apple, dass er bei den Videos jedes Mal auf den Download warten musste und schlug vor, die Datei im QuickTime Pro Player als eigenständigen Film zu speichern. Offensichtlich verhindern nachträgliche Editierarbeiten am Video (wie die nachträgliche Betitelung) den Schnellstart einer Downloadversion. Das Attribut der eigenständigen Version, das _nach_ allen Änderungen vergeben wird, löst das Problem.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1586>
Auf Grund der Kommentare der Band und unserer Managerin ging ich noch mal in iMovie und änderte ein paar Dinge, exportierte sie und lud sie noch am selben Abend auf den Server. Ich benutzte dazu das Tool von der iTool Home-Page von Apple, weil es schnell arbeitet und unsere Seite ohnehin in unsere iTool-Seite integriert ist.
Ich brannte mehrere verschiedene Versionen auf CD - zuerst ein Backup aller Daten, dann eine Hybridversion mit Video und Audio (mit einigen Song Demos, die wir nur als reine Toneinspielungen hergestellt haben, die schon einige Jahre alt sind), weiterhin eine QuickTime/Audio Hybrid-Version für Kunden, die diese wohl am Computer oder DVD-Spieler ansehen werden (da ich den DV-Zug verpasst habe, besitze ich keinen DVD-Brenner).
<http://www.geocities.com/Athens/Forum/2496/vcdfaq.html>
Zuletzt transferierte ich über meine ATI Xclaim 3D Plus Videokarte das fertige Video (das auf dem Rechner per QuickTime Pro Player erzeugt wurde) auf ein VHS-Band, ergänzte am Ende die reinen Tonaufnahmen und zeigte dazu stehende Titelkarten, die ich mit Photoshop erzeugt habe. Die verschiedenen Titel hatte ich dort als verschiedene Ebenen realisiert, zwischen denen ich per Mausbedienung wechselte, während iTunes die aufgezeichneten Titel abspielte. Das ist zwar etwas urtümlich (besonders, weil ich es ja für jede Kopie von Hand wiederholen musste), aber es funktionierte gut.
<http://www.ati.com/products/mac/xclaim3dplus/>
Gepäck ausladen -- Das Überspielen der Videokopien kostete viel Zeit, aber wenig Geld. Da ich nie zuvor Videos bearbeitet habe, bin ich damit aber trotzdem zufrieden.
Mich überraschte, dass die aktuelle Videobearbeitung nur einen kleinen Teil der gesamten Prozedur ausmachte. Wie auch in normalen Filmen sind Vor- und Nachbereitung viel aufwändiger. Die meiste Arbeit ging nicht in die Videobearbeitung sondern in die Tonaufnahmen und deren Konvertierungen sowie (wirklich hat mich überrascht) in die Vorbereitung der Tonspur. Ich habe viele Zeit mit anderen Dingen (auch schlafen) verbracht, während mein Mac Dateien in andere Formate konvertierte. Ich weiß jetzt, warum Leute, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, die schnellsten Computer auf dem Markt kaufen, egal was sie kosten.
Die erzeugte Videoqualität ist nicht berühmt, aber der Film belegt den ganzen Bildschirm, hat 30 Bilder/Sekunde und macht den Eindruck eines Filmes aus den 60-er Jahren (die Farben sind leicht ausgewaschen und etwas eingegraut), was für eine Band durchaus angebracht ist, die sich als Retro-60 bezeichnet. Sehr hilfreich war, dass die Originalaufnahmen von Professionals stammen.
iMovie hat mich durch seinen Mangel an Funktionen für nicht-DV-Aufnahmen sehr frustriert, besonders seine kleine Speicherzuweisung für Videoclips, sein Unwillen, mit mehr als einem Monitor zu arbeiten und das Fehlen von Funktionen, um die Audiosignale in Wellendiagramme umzusetzen, womit ich die Synchronisierung zwischen Bild und Ton erheblich perfekter hätte gestalten können (Alle diese Mängel wurden in iMovie 2 bereinigt - außer der Unterstützung eines zweiten Monitors). Gefallen hat mir die mehrfache Undo-Funktion und die Einfachheit der Bedienung (im Vergleich zu Strata und Premiere).
In iMovie wollte der Film sich auf einem älteren Mac nie ohne Ruckeln abspielen lassen, obwohl er in QuickTime nach dem Export störungsfrei lief. Deswegen und weil meine Audiosoftware unter Mac OS X (in meiner normalen Konfiguration) nicht läuft, arbeitete ich unter Mac OS 9.2.2 mit meinen 416 MB ohne virtuellem Speicher - ich empfehle, ähnlich zu arbeiten, ob Sie einen älteren Rechner einsetzen oder auch einen neueren.
Wieder unter Mac OS X stellte ich fest, dass iMovie 2 (das mit Mac OS X mitgeliefert wird) auch auf meinem alten G3 recht gut läuft. Glücklicherweise lassen sich iMovie Projekte von iMovie 1 nach Version 2 und zurück und zwischen Mac OS 9 resp. Mac OS X reibungslos übertragen - Sie können sogar, so mein Eindruck, Projekte aus iMovie 2 in iMovie 1 öffnen, was mir imponiert.
<http://www.apple.com/imovie/macos9/>
Rückblick -- Wie ging es aus? Sehen Sie selbst:
<http://homepage.mac.com/neurotics/>
Die Arbeit an diesen, meinem ersten echten Video, erinnert mich an die Zeiten vor 15 Jahren als ich Desktop Publishing begann und die Letraset Technik für immer verließ. Ich hatte meine Freude darin aber meine Familie ist recht froh, dass ich fertig bin - wir werden weitersehen.
[Derek K. Miller ist Heimarbeiter, Schriftsteller, Herausgeber Internetbetreuer und Drummer. Seine Frau und beide Töchter sind froh, dass er endlich den Videorekorder und den tragbaren Fernseher wieder auf den Dachboden gebracht hat. Derek lebt in Vancouver, Kanada. Er bemüht sich, seine Logfiles am Internet interessant zu halten.]
Übersetzung: Gernot Hecht <gernot.hecht@wollemond.de>, Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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