
Adams Gedanken werden zurzeit von Hilfsprogrammen für Mac OS X beherrscht und diese Woche stellt er die wichtigsten Programme für ernsthafte Anwender von Mac OS X vor. Matt Neuburg fährt mit dem zweiten Teil seines Artikels über Unicode fort und zeigt uns, was man damit unter Mac OS X anstellen kann. Als Neuigkeiten gibt es das Erscheinen des Sicherheits-Update für Mac OS X und die Veröffentlichung von DVD Studio Pro 1.5 zu vermelden und wir zeigen Ihnen, wie Sie gratis zu Eintrittskarten für die Macworld Expo in New York kommen.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Sicherheits-Update für Mac OS X -- Apple hat letzte Woche das Sicherheits-Update April 2002 über Software-Update und die Software-Downloadseite von Apple zur Verfügung gestellt. Die 4.7 MByte große Datei umfasst eine ganze Reihe von aktualisierten Versionen für die Unix-Komponenten von Mac OS X, unter anderem OpenSSH 3.1p1, rsync 2.5.2, groff 1.17.2, PHP 4.1.2, sudo 1.6.5, mod_ssl 2.8.7 und mail_cmds. Diese aktualisierten Versionen bieten eine bessere Sicherheit gegen das unbefugte Eindringen in Ihren Macintosh durch Schlupflöcher im Unix-Kern von Mac OS X. Jeder sollte das Update herunterladen und installieren. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass Apple zum ersten Mal von Ihrer Mailingliste für Sicherheitsankündigungen Gebrauch gemacht hat und dort detailliertere Informationen zu den einzelnen Aktualisierungen mitgeteilt hat als über das Software-Update. Zudem enthielten die Versionshinweise auf der Sicherheitsseite von Apple weitere Links auf ausführlichere Artikel zu den möglichen Schlupflöchern. Es hat zwar mehr als ein Jahr gedauert, aber Apple scheint sich langsam der Verantwortung bewusst zu werden, die der Wechsel des Betriebssystem vom sicheren Mac OS 9 zum weit offeneren Mac OS X auf Unix-Basis mit sich gebracht hat. [ACE]
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=120111>
<http://lists.apple.com/mailman/listinfo/security-announce>
<http://www.apple.com/support/security/security_updates.html>
DVD Studio Pro 1.5 unterstützt Mac OS X -- Apple hat heute die Veröffentlichung von DVD Studio Pro 1.5 angekündigt, die neue Version des professionellen Programms zum Erstellen von DVDs, die jetzt auch unter Mac OS X lauffähig ist. DVD Studio Pro kostet 1000 US$ und bietet professionelle Funktionen wie Menüs mit hinterlegten, kompletten Filmsequenzen sowie eine höhere Qualität beim Film- und Tonmaterial und grenzt sich damit gegen Apples Gratis-Programm iDVD für den Hausgebrauch ab. Die neue Version von DVD Studio Pro kann auch die Kapitelmarkierungen von Final Cut Pro lesen und damit den Film auf einer DVD in einzelne Kapitel unterteilen, die separat angesteuert werden können. (Diese Funktion benötigt Final Cut Pro 3.0.2, das Ende dieses Monats als Gratis-Update von allen Anwendern von Final Cut Pro 3 heruntergeladen werden kann.) Für Besitzer älterer Versionen von DVD Studio Pro kostet das Update 200 US$. [MHA]
<http://www.apple.com/dvdstudiopro/>
<http://www.apple.com/idvd/>
Gratis-Eintritt an die Macworld Expo 2002 in New York Wenn Sie daran denken, die Macworld Expo vom 17. bis 19. Juli 2002 in New York besuchen zu wollen, können Sie sich jetzt bis zum 23. April registrieren lassen und so zu einem Gratiseintritt im Wert von 35 US$ kommen. Sie müssen dazu einfach den passenden Prioriätscode E-NYCB eingeben und natürlich auch die üblichen lästigen Fragen beantworten. Sie können aber bestimmen, dass Ihnen die Aussteller keine E-Mails schicken sollen. [ACE]
<http://www.macworldexpo.com/macworldexpo/v31/index.cvn?ID=10007>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>]
In der ersten Folge dieser Serie über Utilities in Mac OS X habe ich die Utilities besprochen, die schon von Mac OS 9 her bekannt waren, an die wir uns über die Jahre so gewöhnt haben. Viele haben ihre Erfahrungen mit Mac OS 9 nicht vollständig auf Apple-Rechnern erworben, sondern haben Erfahrungen mit einer Vielzahl von Erweiterungen gesammelt, die Mac OS 9 über die Vorkehrungen hinaus erweitert haben, die Apple bereitgestellt hat. In dieser Woche will ich einige der wichtigsten Utilities betrachten, die solche Eigenschaften in die Welt von Mac OS X übertragen haben. Wir haben viele dieser Programme schon einmal in der Vergangenheit betrachtet; in solchen Fällen soll in dieser Zusammenfassung kurz die alte Besprechung rekapituliert werden.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06763>
Im Bemühen, diesen Artikel kurz zu halten, habe ich einige der Programme für einen späteren Artikel vorgesehen. Hilfsprogramme wie DragThing, LaunchBar, QuicKeys X, Keyboard Maestro, MenuStrip, PiDock und ähnliche kann man in Mac OS 9 als Restoreprogramme von Dritten bezeichnen, wenn man sie aber genauer betrachtet, erkennt man ähnliche Funktionen. Man kann sie als alternative Implementierungen von Betriebssystemfunktionen betrachten wie darstellen, Dateien öffnen, Text eingeben, Neustart des Mac und ähnlich, ich werde sie deswegen als ganze Gruppe später behandeln.
Letztlich sind einige neue Utilities erschienen, die in den Zusammenhang der vorigen Woche gehört hätten. Ich werde sie später wieder aufgreifen. Derweil können Sie in TidBITS Talk neuere Kommentare dazu ansehen, auch für Utilities, die durch mein zugegebenermaßen willkürliches Netz gefallen sind.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1497+1600>
Default Folder X -- Apple hat mit den Funktionen zum Öffnen von Dateien immer Schwierigkeiten gehabt, sie zu erleichtern, wie Matt Neuburg in "Apples Geheimnis unter dem Teppich" in TidBITS-601_ bemerkte, enthält Mac OS X in vielerlei Beziehung Rückschritte gegenüber Mac OS 9. In früheren Versionen des Mac OS haben rührige Benutzer die Dialoge zum Öffnen und Sichern mit Hilfe von Utilities wie Action Files von Power On Software (dem Nachfolger des Super Boomerang) und Default Folder von St. Clair Software verbessert. Von diesen hat bisher nur Default Folder den Sprung zu Mac OS X nachvollzogen, dabei wurden diverse Probleme von Mac OS X mit Öffnen und Sichern bereinigt in Carbon- (allerdings nicht in Cocoa) -anwendungen. Wir haben kurz über Default Folder X 1.0 geschrieben als es am Markt erschien; es ist es wert von jedem auf seine Verwendbarkeit überprüft zu werden, der von Apples schwerfälligen und inkonsistenten Öffnen und Sichern Dialogen frustriert ist. Die neu herausgekommene Version Default Folder X 1.1 bietet eine Reihe kleiner Funktionsverbesserungen und Fehlerkorrekturen, unter anderem an der Funktion zur Anzeige des freien Festplattenspeichers und den Icons in Menus von Default Folder. Die Kompatibilität wurde durch eine Reihe von Programmen verbessert, unter anderem im häufig benutzten Office X von Microsoft. Default Folder X 1.1 ist Shareware, kostet 35 USD und ist im Download 1,5 MB groß.
<http://www.stclairsoft.com/DefaultFolderX/>
<TidBITS-de-601.html#Artikel1>
<TidBITS-de-617.html#MailBITS1>
CopyPaste-X & PTHPasteboard -- Vielen Leuten reicht die Implementierung der Zwischenablage von Apple: etwas selektieren, kopieren oder ausschneiden, benutzen und damit das ersetzen, was in der Zwischenablage war, und man kann es beliebig einfügen. Anwendungsprogramme wie Nisus Writer und Utilities wie CopyPaste (erstmals in TidBITS-364_ besprochen) erweitern die Zwischenablage clever, indem sie mehrere Zwischenablagen bereitstellen. CopyPasteX und PTHPasteboard haben diese Lösungen in Mac OS X übertragen. Beide Hilfsprogramme merken sich kurz zuvor kopierte oder ausgeschnittene Objekte (PTHPasteboard 20 und CopyPasteX zwischen 10 und 200) und erlaubt Ihnen jedes von ihnen in beliebige andere Anwendungsprogramme mit Tastenbedienung oder Mausklick einzufügen. Beide retten die Inhalte der Zwischenablage auch über Rechnerneustarts, CopyPasteX geht sogar noch weiter, indem die Zwischenablagen auch editiert werden können, indem benutzerdefinierte Zwischenablagen für die wiederkehrende Verwendung gespeichert werden können und indem uneingeschränktes Kopieren und Einfügen aus und in die Palette von CopyPasteX erlaubt wird. Bei minimalen Anforderungen genügt PTHPasteboard, aber als vollausgebautes Zwischenablagen-Utility ist CopyPasteX ohne Alternativen. CopyPasteX bietet einen Download von 1,3 MB und eine Sharewaregebühr von 20 USD. PTHPasteboard ist im Download 123 K groß und ist kostenlos, anerkennende Geschenke sind aber hochwillkommen.
<http://www.scriptsoftware.com/copypaste/cpx.html>
<http://www.pth.com/PTHPasteboard/>
<TidBITS-de-364.html#lnk4>
USB Overdrive -- Apple verkauft nur Mäuse mit einer Taste, viele Leute benutzen lieber solche mit mehr Tasten oder Rollkugeln mit mehreren Tasten, Scrollrädern, Steuerknüppel usw. Einige Verkäufer solcher Hardware bieten eigene Treiber (vorbildlich ist darin zum Beispiel Kensington), aber für viele Geräte gibt es nur den Weg, sie unter Mac OS X zu integrieren, indem man den Universaltreiber USB Overdrive von Alessandro Levi Montalcini einsetzt. Derzeit gibt es für Mac OS X davon nur eine Betaversion, USB Overdrive erlaubt Ihnen, mehrere Tasten, Scrollräder usw. einsetzen. Ich vermute allerdings, dass damit nicht jeder Steuerknüppel funktioniert. Alessandra ist wirklich ständig an der Front und ist sich bewusst, dass zurzeit nur eine Betaversion vorliegt, so stellen Sie bitte sicher, dass Sie alle Begleitdokumentation neuer Ausgaben lesen und senden Sie bitte detaillierte Berichte über all Ihre Erfahrungen ein. USB Overdrive Beta 4 umfasst einen Download von 617 K; die entgültige Ausgabe wird wieder als Shareware erscheinen.
<http://www.usboverdrive.com/trouble.html>
<TidBITS-de-520.html#Anker1>
Snapz Pro X -- Obwohl das Mac OS seit Urgedenken eine Funktion besessen hat, um Bildschirminhalte zu kopieren und obwohl Apple diese Funktion erst vor wenigen Jahren erweitert hat, um den Inhalt einzelner Fenster umzusetzen, benutzt jeder, der ernsthaft Bildschirmfotos einsetzt, ein Hilfsprogramm von Drittherstellern. In Mac OS X ist dies gleich geblieben. Über die Jahre hat es viele Programme zu diesem Zweck gegeben, nur Snapz Pro von Ambrosia Software hat eine nennenswerte Verbreitung gefunden, auch bei den TidBITS Mitarbeitern. Snapz Pro X erlaubt Bildschirmfotos unter Mac OS X; obwohl es nicht ganz so geschickt zu handhaben ist wie sein Bruder unter Mac OS 9, ist es immer noch das einzige Programm für Bildschirmfotos unter Mac OS X. Snapz Pro X 1.0.2 kostet 30 USD (für 50 USD gibt es eine Version für Videofilmkopien); Mit den meisten neuen Macs wird eine Vollversion mitgeliefert. Ansonsten ist der Download 13,1 MB groß,
<http://www.ambrosiasw.com/utilities/snapzprox/>
<TidBITS-de-372.html#lnk4>
<TidBITS-de-595.html#TenBITS3>
<TidBITS-de-615.html#MailBITS2>
Font Reserve & Suitcase -- Ein anderes Gebiet, auf dem kein Mac OS ernsthafte Anwender zufrieden stellen konnte, ist die Verwaltung von Zeichensätzen. Mit 15 bis 20 Zeichensätzen ist diese Aufgabe nichts besonderes. Aber wo Hunderte von Zeichensätzen verwaltet werden müssen, haben Hilfsprogramme wie Suitcase oder Font Reserve immer eine wichtige Rolle gespielt. Matt Neuburg hat Font Reserve 3.0 in TidBITS-620_ besprochen; eine Besprechung von Suitcase 10 wird in Kürze erscheinen. Beide Utilities helfen Ihnen, alle Zeichensätze aus verschiedenen Quellen zu sammeln und an den verschiedenen Stellen in Mac OS X richtig einzusetzen. Man kann die Zeichensätze in Gruppen zusammenfassen und alle Zeichensätze einer Gruppe auf einmal aktivieren oder deaktivieren. So ergibt sich eine für die Verwaltung bewältigbare Komplexität mit überschaubaren Zeichensatzmengen. Font Reserve 3.0 kostet 90 USD, ein Upgrade von einer Vorversion 30 USD, Suitcase 10 schlägt mit 100 USD, sein Upgrade mit 50 USD zu Buche.
<http://www.fontreserve.com/products/frmac.html>
<http://www.extensis.com/suitcase/>
<TidBITS-de-620.html#font>
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Im ersten Teil dieses Artikels habe ich Sie mit Unicode bekannt gemacht, einem Vorhaben der großen Vereinheitlichung, in dem jeder Buchstabe eines jeden Schriftsystems durch einen eindeutigen Zahlenwert repräsentiert werden kann, bis hin zu einer Million möglicher Buchstaben und Symbole. In Mac OS X ist Unicode bereits eingebaut. In diesem zweiten Teil werden wir danach suchen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06774>
Erzwungener Eintritt -- Um zu beweisen, dass Unicode auf Ihrem Computer präsent ist, können Sie versuchen, einige dieser Zeichen einzugeben. Ganz offensichtlich können Sie das nicht auf herkömmliche Weise tun, denn selbst mit den Options- und Umschalttasten kann eine normale Tastatur nicht einmal 256 Zeichen erzeugen. Deshalb muss so etwas wie eine Eingabemethode existieren. Hier ist eine einfache: Öffnen Sie das Kontrollfeld International in den Systemeinstellungen von Mac OS X, gehen Sie auf das Register Tastaturmenü und aktivieren Sie die Eingabemethode "Unicode Hex Input". Anschließend erscheint ein Tastaturmenü in ihrer Menüzeile (auf meinem Computer sieht das standardmäßig wie eine amerikanische Flagge aus).
Jetzt sind wir zur Texteingabe bereit. Starten Sie das Programm TextEdit im Ordner Applikationen. Wählen Sie aus dem Tastaturmenü den Eintrag "Unicode Hex Input" aus. Jetzt halten Sie die Optionstaste gedrückt und tippen folgende hexadezimalen Zahlen ein (ohne Anführungs- und Leerzeichen): "042e 0440 0438". Sie sehen den russischen Namen "Juri" bestehend aus kyrillischen Buchstaben. Die eingetippten Zahlen entsprechen den numerischen Unicode-Werten für diese drei Buchstaben.
<http://www.unicode.org/charts/PDF/U0400.pdf>
Beachten Sie, dass wenn Sie "Juri" selektieren und den Zeichensatz ändern, der Text immer noch korrekt angezeigt wird. Enthält also jeder Zeichensatz in Mac OS X auch kyrillische Zeichen? Nein, es ist aber so, dass Mac OS X automatisch nach einem passenden anderen Zeichensatz sucht, sobald die gewünschten Buchstaben im gewählten Zeichensatz nicht vorhanden sind. Das ist wichtig, denn ein Zeichensatz der alle Unicode-Zeichen enthalten würde, wäre nicht nur riesengroß, sondern würde auch enorm viel Zeit bei der Erstellung benötigen. So aber können sich die Gestalter von Zeichensätzen auf ihre speziellen Fähigkeiten konzentrieren und jeder Zeichensatz steuert schließlich nur einen Teil zum Gesamtumfang von Unicode bei.
Zugegeben, "Unicode Hex Input" kann zwar jedes beliebige Unicode-Zeichen erzeugen sofern Sie dessen genauen Code kennen, aber es ist offensichtlich etwas unhandlich. In der Praxis muss eine bessere Methode zum Erzeugen von Unicode-Zeichen existieren. Eine davon sind Tastaturschemas. Ein Tastaturschema stellt eine Verbindung zwischen einer gedrückten Taste und dem entsprechenden Buchstabencode her. Normalerweise handelt es sich dabei immer um Buchstaben des ASCII-Zeichensatzes. Nehmen Sie aber zum Beispiel den Symbol-Zeichensatz. Unter Mac OS 9 war dieser Zeichensatz einfach ein alternativer Satz von Buchstaben der dem normalen ASCII-Zeichensatz überlagert wurde. In Mac OS X handelt es sich dabei aber um ganz normale Unicode-Zeichen, die nicht mehr im normalen ASCII-Schema Platz haben. Um deshalb Symbolzeichen einzugeben, müssen Sie ein anderes Tastaturschema wählen: Sie schreiben zwar wie bisher, aber Ihre Tastendrücke erzeugen ganz andere Zeichencodes und aktivieren so den Teil von Unicode, in dem die Symbolzeichen abgelegt sind.
Um das zu sehen, aktivieren Sie die Symbol-Tastatur im Kontrollfeld International. Als Nächstes starten Sie das Programm Key Caps im Ordner Utilities des Applikationsordners und wählen im Zeichensatz-Menü den Eintrag Symbol aus. Jetzt können Sie mit dem Tastaturmenü herumspielen. Wenn Sie das amerikanische Tastaturschema auswählen, werden die meisten Tasten leer angezeigt; wenn Sie aber das Symbol-Tastaturschema wählen, werden die richtigen Zeichen angezeigt. Tatsächlich ist es nur die Zuordnung die hier wichtig ist (und nicht der Zeichensatz), da die Symbolzeichen auch in zahlreichen anderen Zeichensätzen vorhanden sind (und wie wir gesehen haben, sucht Mac OS X automatisch nach einem passenden Zeichensatz wenn die Symbole im gewählten Zeichensatz fehlen).
Eine andere häufige Art der Zuordnung von Tasten zu Buchstaben ist die Verwendung von so genannten "toten" Tasten. Bereits im normalen Tastaturschema werden Sie damit vertraut sein, denn mit diesen Tasten können Sie bestimmte diakritische Zeichen wie Gravis, Akut, Zirkumflex und Umlaut eingeben. Beispielsweise erzeugt die Tastaturkombination Wahltaste-u gefolgt von u im amerikanischen Tastaturschema ein u mit einem Umlaut; die Kombination Wahltaste-u wartet also zuerst ab, bis die nächste Taste gedrückt und damit festgelegt wird, welcher Buchstabe angezeigt werden soll. Das Tastaturschema "Extended Roman", das ebenfalls im Kontrollfeld International zu finden ist, geht noch einen Schritt weiter und erlaubt den Zugriff auf noch mehr diakritische Zeichen; Wahltaste-a wird so ebenfalls zu einer toten Taste und fügt dem nächsten Vokal ein Makron hinzu.
<http://homepage.mac.com/goldsmit/.Pictures/ExtendedRoman.jpg>
Mehrere andere Eingabemethoden existieren für verschiedene weitere Sprachen, einige davon sind recht ausgetüftelt (etwa für Japanisch). Leider fällt die Auswahl an Eingabemethoden in Mac OS X gegenüber dem Angebot von Mac OS 9 etwas ab; es gibt in Mac OS X zum Beispiel keine Eingabemethode für Devanagari, Arabisch oder Hebräisch. In einigen Fällen erscheint die entsprechende Eingabemethode nur, wenn auch der dazugehörige Zeichensatz installiert ist; um an den Zeichensatz zu kommen, müssen Sie die entsprechende Sprache unter Classic von der Mac OS 9-CD installieren. In anderen Fällen wird das Material über Software Update zur Verfügung stehen. Ich werde hier nicht näher auf die Details eingehen, wenn Sie eine spezifische Sprachen benötige, werden Sie diese Sprache sicher besser kennen und mehr über Unicode wissen als ich selbst.
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=106484>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=120065>
Das Web entdecken -- Ein offensichtlicher Vorteil des Unicode-Standards ist die Möglichkeit, verschiedene Sprachen und Schriften lesbar in einem Web-Browser anzeigen zu können. Für einen kleinen Vorgeschmack empfehle ich die UTF-8-Beispielseite des Kermit-Projekts der Columbia-Universität, dessen Internet-Adresse unten stehend angegeben ist. Sie benötigen dafür aber den OmniWeb-Browser von der OmniGroup; dies ist der einzige Browser den ich gefunden habe, der Unicode-Zeichen einigermaßen akzeptabel darstellen kann. Um das beste Resultat zu erzielen, können Sie auch den Code2000-Zeichensatz von James Kass herunterladen und in einen der Zeichensatz-Ordner legen, bevor Sie OmniWeb starten. (Wenn Sie zu faul zum Herunterladen des Code2000-Zeichensatzes sind, sind die Ergebnisse dank der bereits in Mac OS X vorhandenen Zeichensätze immer noch recht gut, aber einige Zeichen werden möglicherweise durch so genannte Platzhalter ersetzt, um Sie darauf hinzuweisen, dass bestimmte Zeichen fehlen.)
<http://www.omnigroup.com/applications/omniweb>
<http://home.att.net/~jameskass/CODE2000.ZIP>
<http://www.columbia.edu/kermit/utf8.html>
Wenn Sie die Beispielseite betrachten, sollten Sie Runen, Mittelenglisch, Mittelhochdeutsch, modernes Griechisch, Russisch, Georgisch und viele weitere Sprachen und Schriften sehen. Einige Zeichen werden vielleicht fehlen, aber die Ergebnisse sehen immer noch erstaunlich gut aus. Das einzige größere Problem ist die Tatsache, dass Schriften wie Arabisch und Hebräisch, die von rechts nach links geschrieben werden, in der falschen Richtung angezeigt werden. Beachten Sie, dass Sie keine Bilder sehen! Der gesamte Text besteht nur aus Buchstaben, die den installierten Schriften entnommen wurden, genau gleich wie in einer Textverarbeitung.
Sie werden sich jetzt sicher wundern, wie ein HTML-Dokument dem Browser mitteilen kann, welches Unicode-Zeichen er anzeigen soll. Schließlich geben Sie für ein normales "e" ja auch nur den Buchstaben "e" im HTML-Dokument an. Wie aber spezifiziert man beispielsweise das russische "ju"? Mit Unicode gibt es dazu zwei Methoden. Die erste ist die numerische Methode; genau gleich wie man unter HTML ein doppeltes Anführungszeichen mit dem Befehl """ angeben kann, ist es auch möglich mit der Angabe "ю" das russische "ju" auszuwählen (weil 1102 der Dezimalwert des entsprechenden Zeichencodes in Unicode ist). Wenn das Dokument nur wenige Unicode-Zeichen enthält, funktioniert das ganz gut; andernfalls wird es aber völlig unpraktisch und der Aufwand zum Erstellen und Bearbeiten einer solchen Seite ist immens. Zudem werden dadurch die Dokumente auch größer, da für jedes Unicode-Zeichen insgesamt sechs Bytes benötigt werden. Eine bessere Lösung ist UTF-8.
Um UTF-8 zu verstehen, sollten Sie sich überlegen, wie Sie Unicode als eine Folge von Bytes kodieren würden. Ein nahe liegender Weg ist die Darstellung des numerischen Werts jedes Zeichens durch Bytes. Das russische "ju" mit dem hexadezimalen Wert 044E könnte man also durch ein Byte mit dem Wert 04 und ein Byte mit dem Wert 4E darstellen. Das ist durchaus möglich, tatsächlich hat diese Methode sogar einen offiziellen Namen, UTF-16. Diese Methode ist aber zu heutigen Web-Browsern nicht kompatibel. Ein Web-Browser oder eine Textverarbeitung, die von Unicode keine Ahnung haben, können ein Dokument mit UTF-16 nicht lesen, selbst wenn es sich bei den Zeichen nur um solche aus dem ASCII-Bereich handeln sollte. Und ein solches Dokument könnte auch nicht über das Internet übertragen werden, da einige der Bytes (etwa 04 im obigen Beispiel) keine gültigen Zeichen darstellen. Deshalb ist eine Kodierung nötig, die sicherstellt, dass alle Bytes gleichzeitig auch gültige ASCII-Zeichen sind.
Das ist genau was UTF-8 macht. Es ist eine Methode, Unicode-Zeichen als eine Sequenz von gültigen ASCII-Zeichen zu übertragen, dessen Zeichen aus dem ASCII-Bereich auch einfach als ASCII-Zeichen übertragen werden. Mit dieser Kodierung kann eine Applikation (wie etwa ein Web-Browser oder eine Textverarbeitung) eine Sequenz von Unicode-Zeichen als ASCII-Zeichen darstellen, auch wenn sie selbst nichts über UTF-8 wissen. Dieser Text wird natürlich völlig unleserlich sein, aber zumindest werden normale ASCII-Zeichen auch als solche dargestellt. Um einem Browser mitzuteilen, dass das eben angezeigte Dokument aus UTF-8 besteht, muss der <META>-Befehl den "charset" als "utf-8" angeben. OmniWeb kann diese Einstellung lesen und das Dokument korrekt in Unicode darstellen. So ist beispielsweise die UTF-8-Kodierung des russischen "ju" die hexadezimale Zahl D18E. Sowohl D1 als auch 8E sind gültige ASCII-Zeichen: auf einem Macintosh sind es ein langer Gedankenstrich gefolgt von einem e mit einem Akut. Tatsächlich kann man diese beiden Zeichen in ein normales HTML-Dokument einfügen, es als UTF-8 deklarieren und OmniWeb wird sie als russisches "ju" darstellen.
Wenn Sie mehr über den Unicode-Zeichensatz wissen und Ihre Zeichensätze mit dem Standard vergleichen oder sich auf eine bestimmte Sprache konzentrieren wollen, sind die Webseiten von Alan Wood ein guter Ausgangspunkt. Und TidBITS-Leser Tom Gewecke (der sich ebenfalls als große Hilfe beim Schreiben dieses Artikels erwiesen hat) unterhält eine Webseite mit nützlichen Informationen über die Mehrsprachenfähigkeiten auf dem Macintosh, mit spezieller Berücksichtigung von Mac OS X und Unicode.
<http://www.hclrss.demon.co.uk/unicode/index.html>
<http://hometown.aol.com/tg3907/mlingos9.html>
Zeichensätze entdecken -- Vielleicht möchten Sie jetzt wissen, welche Unicode-Zeichensätze auf Ihrem Computer eigentlich installiert sind und welche Buchstaben und Zeichen sie enthalten. Leider liefert Apple dazu keine Möglichkeit. Das Programm Key Caps kann Ihnen nicht weiterhelfen, da damit nur ein Bruchteil aller möglichen Zeichen angezeigt werden kann. Die meisten Hilfsprogramme für Schriften sind blind gegenüber allem, was über ASCII herausgeht. Eine erfreuliche Ausnahme ist das Programm FontChecker von WunderMoosen für 15 US$. Dieses Programm lässt Sie die gesamte Palette der Unicode-Zeichen in jedem Zeichensatz entdecken und ist ein absolutes Muss, wenn Sie auf einem Macintosh mit Unicode etwas Sinnvolles anfangen wollen. Zeichen können auch selektiert und mit der Maus in andere Programm gezogen werden, was FontChecker zu einer hilfreichen Eingabemethode macht. Ohne FontChecker hätte ich diesen Artikel nicht schreiben können.
<http://www.wundermoosen.com/wmXFCHelp.html>
Ebenfalls sehr wertvoll ist UnicodeChecker, ein Gratis-Programm von Earthlingsoft, das jedes Unicode-Zeichen darstellen kann. Anders als FontChecker ist es nicht nach Zeichensätzen geordnet, sondern zeigt einfach jedes Zeichen in numerischer Reihenfolge an und kann sogar die Zeichen der 16 zusätzlichen Ebenen darstellen. (Laden Sie den Code2000-Zeichensatz von James Kass herunter, wenn Sie einige davon sehen wollen).
<http://homepage.mac.com/earthlingsoft/apps.html#unicodechecker>
<http://www.unicode.org/Public/UNIDATA/>
<http://home.att.net/~jameskass/CODE2001.ZIP>
Es bleibt noch viel zu tun -- Unicode steckt immer noch in den Anfängen; Mac OS X übrigens auch. Wenn Ihnen diese Übersicht den Eindruck vermittelt hat, dass Unicode auf Mac OS X noch mehr Spielzeug denn Werkzeug sei, dann liegen Sie absolut richtig. Es braucht noch einen großen Aufwand auf verschiedenen Ebenen, bevor Unicode auf Mac OS X wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann.
Ein großer Mangel ist zurzeit die fehlende Unterstützung von Unicode in Applikationen. Wir haben bereits gesehen, dass nicht alle Web-Browser gleich gut mit Unicode umgehen können; wir mussten OmniWeb verwenden, um die Unicode-Webseite korrekt darstellen zu können (probieren Sie einmal das Gleiche mit einem anderen Web-Browser aus um sehen Sie den Unterschied). Es gibt auch Gründe, weshalb ich meine Beispiele anhand von TextEdit und nicht einer anderen Textverarbeitung gezeigt habe. Seien Sie sich auch bewusst, dass die Dokumentation einer Software deren Unicode-Fähigkeiten nicht unbedingt wahrheitsgetreu wiedergibt. Software-Firmen verwenden gerne das Schlagwort Unicode, aber zwischen der Werbung und der tatsächlichen Umsetzung klafft meistens eine große Lücke. Microsoft Word X prahlt damit, dass man Text in allen unterstützten Sprachen eingeben, bearbeiten und darstellen kann, akzeptiert aber die Eingabemethode "Unicode Hex Input" nicht und kann eingefügte Unicode-Zeichen nicht immer richtig anzeigen. BBEdit kann Unicode-Textdateien zwar öffnen und speichern, die Anzeige der Buchstaben ist aber mehr schlecht als recht und es kann zudem immer nur ein Zeichensatz gleichzeitig angezeigt werden (obwohl wir gesehen haben, dass Unicode-Zeichen meistens aus verschiedenen Zeichensätzen geholt werden). BBEdit akzeptiert die Eingabemethode "Unicode Hex Input" ebenfalls nicht und kann deshalb für die Arbeit mit Unicode nicht sinnvoll eingesetzt werden.
Das Betriebssystem muss sich ebenfalls noch weiterentwickeln. Der Unicode-Standard stellt gewisse Anforderungen bezüglich bidirektionaler Schriftsysteme und der Überlagerung von mehreren Zeichen, die Mac OS X noch nicht fehlerfrei beherrscht. Die installierten Schriften decken auch nicht den gesamten Unicode-Zeichensatz ab. Es werden noch mehr Eingabemethoden benötigt und Apple muss Werkzeuge zur Herstellung von eigenen Tastaturschemas und einfache Eingabemethoden bereitstellen, damit die Anwender auf ihre bevorzugten Zeichen zugreifen können. Der Unicode-Standard selbst ist ebenfalls ständigen Änderungen unterworfen und wird laufend weiterentwickelt. Gleichzeitig glänzt Windows mit der eingebauten Unterstützung von unterschiedlichsten Sprachen und von Unicode selber, die der Umsetzung in Mac OS X um Lichtjahre voraus ist. Es ist meine Hoffnung, dass Apple im Laufe der Zeit aufholen wird und das Versprechen von Unicode mit Mac OS X wird einlösen können. Dann wird der Macintosh nicht nur das Zentrum unserer digitalen Umwelt sein, sondern auch zur Drehscheibe unserer schriftlichen Welt werden.
Übersetzung: Walter Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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