
Haben Sie sich jemals gewünscht, den Mars-Rover der NASA
gemütlich von ihrem Macintosh aus steuern zu können?
Matt Neuburg kommt diesem Ziel mit dem Desktop Rover und der Software
Telecommander von der Firma Plantraco schon recht nahe. Zurück
auf der Erde hat Microsoft das erste große Update für
Office X veröffentlicht und Tonya Engst hat die Details dazu.
Wir vermelden daneben die Veröffentlichungen von Virtual
PC 5.0.3, Eudora 5.1.1 (jetzt auch unter Mac OS X), ConceptDraw
1.8 und Spring Cleaning 5.0.
Themen:
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Virtual PC 5.0.3 veröffentlicht -- Connectix hat Virtual PC auf die Version 5.0.3 gebracht und darin neue Funktionen hinzugefügt und einige Fehler beseitigt. Mit der neuen Passwort-Funktion kann man verhindern, dass andere Benutzer die Einstellungen des virtuellen Systems verändern, den Vollbild-Modus verlassen oder virtuelle Systeme neu erstellen oder löschen. Virtual PC 5.0.3 hat jetzt auch unter Mac OS X "Sockets-Based Shared Networking (SBSN)" zu bieten und verbessert damit den Zugriff auf andere Computer im Netzwerk. Für eine höhere Leistung hat Connectix die Möglichkeit geschaffen, dem Prozessor mitzuteilen, wie viel Zeit Virtual PC als Applikation im Vorder- oder Hintergrund zur Verfügung gestellt werden soll. Für die Benutzer von Computer ohne Löschen-Taste (etwa die neuen PowerBooks und iBooks), hat Connectix einen neuen Menüeintrag CTRL-ALT-DEL geschaffen, mit dem sich eine abgestürzte virtuelle Maschine wieder aktivieren lässt. Version 5.0.3 ist für Besitzer von Virtual PC 5.0 oder höher gratis und ist 10 MByte groß. [JLC]
<http://www.connectix.com/products/vpc5m.html>
<http://www.connectix.com/support/vpcm_online.html>
Eudora 5.1.1 endlich auch für Mac OS X erhältlich -- Qualcomm hat die langersehnte Version 5.1.1 ihres E-Mail-Programms sowohl für Mac OS 9 als auch für Mac OS X veröffentlicht. Anwender, die Eudora weiterhin unter Mac OS 9 einsetzen, werden ein paar Fehler weniger bemerken, aber die wichtigste Neuigkeit ist natürlich die Verfügbarkeit von Eudora für Mac OS X. Man sollte deshalb keine großen Würfe erwarten, was man unter Mac OS X vorgesetzt bekommt, ist hauptsächlich Eudora in einer carbonisierten Fassung. Eine wichtige Änderung: Eudora kommt neu als ein einziges Paket (Bundle) daher, in dem sich alle Dateien und Ordner für Plug-Ins und Benutzerwörterbücher befinden. (Klicken Sie bei gedrückter Control-Taste auf das Applikationssymbol für Eudora und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag "Paketinhalt zeigen" aus und wählen den Ordner "Contents/Mac OS X" um Zugriff auf den Eudora-Stuff-Ordner zu erhalten). Eudora 5.1.1. ist für alle Anwender, die das Programm nach dem April 2001 gekauft haben, gratis. Wer das Programm vorher gekauft hat, bezahlt 30 US$, für alle anderen beträgt der Preis 40 US$; weitere Details sind auf der Website von Eudora zu finden. Natürlich kann man alle Funktionen von Eudora auch weiterhin im gesponserten Modus nutzen oder den reduzierten Funktionsumfang im Gratis-Modus verwenden. Eudora 5.1.1. für Mac OS X ist 4.0 MByte groß, für Mac OS 9 müssen 4.3 MByte heruntergeladen werden. Wenn Sie bereits Eudora verwenden, können Sie die entsprechenden Updates direkt herunterladen, wenn Sie im Hilfe-Menü den Eintrag "Bezahlung & Registration" aufrufen und dort den Befehl "Finde die neuste Version von Eudora" ausführen: wenn Sie für Eudora bezahlt haben, erfahren Sie dort auch, ob das Update für Sie kostenlos sein wird. [ACE]
<http://www.eudora.com/email/>
<http://www.eudora.com/download/eudora/mac/5.1.1/ReleaseNotes_Classic.txt>
<http://www.eudora.com/email/upgrade/>
ConceptDraw 1.8 bietet XML-Unterstützung -- CS Odessa hat die Version 1.8 ihres Graphikprogramms ConceptDraw veröffentlicht (siehe "Erstelle Deine Verbindungen mit ConceptDraw" in TidBITS-553_). Die wichtigste Neuerung betrifft den Import und Export von ConceptDraw-Dokumenten im XML-Format, was Ihnen ermöglicht, Ihre Graphiken in ein einfaches und gut übertragbares Textformat zu verwandeln. Andere Verbesserungen betreffen das Suchen und Ersetzen von Text, eine einfache Art, neue Versionen des Programms herunterladen zu können, Verweise auf bestimmte Seiten innerhalb eines Dokuments, neue Tastenkürzel für das Zoomen von Dokumenten, einen besseren Umgang mit der Kopieren/Einfügen-Funktion, bessere Unterstützung der Oberfläche und Dateitypen von Mac OS X und noch viel mehr. Das Update ist für alle registrierten Benutzer gratis; ConceptDraw 1.8 ist 2.6 MBytes, ConceptDraw Professional 3.0 MByte groß. [ACE]
<http://www.conceptdraw.com/en/products/cdr.shtml>
<http://www.conceptdraw.com/en/products/CDProfessional/>
<http://www.conceptdraw.com/en/resources/18xload.php>
Aladdin veröffentlicht Spring Cleaning 5.0 -- Aladdin Systems hat Spring Cleaning 5.0 veröffentlicht und dem Aufräum- und Deinstallationsprogramme einige neue Funktionen hinzugefügt. Neu kann die Suche über Ziehen & Loslassen eingeschränkt werden (auf Mac OS X mit seinen Tausenden von Dateien eine sinnvolle Neuerung), es gibt ein Systemmenü für Mac OS X, Unterstützung für Funktionen mit root-Privilegien, bessere Verwaltung von Web-Cookies, ein konfigurierbare Suchfunktion und mehr. Aladdin vermeldet zwar eine bessere Leistung unter Mac OS X, einige Funktionen benötigen aber immer noch sehr viel Zeit. Spring Cleaning 5.0 kostet 50 US$, Updates von älteren Versionen sind für 30 US$ zu haben (den gleichen Preis bekommen die Anwender von anderen Festplattenwerkzeugen). [ACE]
<http://www.aladdinsys.com/springcleaning/>
<http://www.aladdinsys.com/store/upgrades.html>
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Microsoft hat eben in der Form des Office X Service Release (SR1) das erste wichtige Update zu Microsoft Office X veröffentlicht. Das Update ist 11.9 MByte groß und bringt jedes Office-Programm auf den neusten Stand (Word, Excel, PowerPoint und Entourage) und von der Versionsnummer 10.0 auf 10.1. Die Liesmich-Dateien zählen viele Änderungen auf, von der Behebung ganz spezifischer Fehler (endlich kann man Umlaute und Akzente zuverlässig eingeben) über zusätzliche Funktionen, die den Übergang von Office 2001 auf Office X nicht geschafft haben (das Einsetzen von selber entworfenen Schaltflächen in die Toolbar) bis hin zu Verbesserungen bei der Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.
<http://www.microsoft.com/mac/DOWNLOAD/OFFICEX/OfficeX_SR1.asp>
Microsoft hat ebenfalls die neue Version von MSN Messenger 3.0 vorgestellt, mit der sich jetzt auch Dateien transferieren, Kontakte importieren und exportieren sowie Kontakte in Gruppen zusammenfassen lassen. Diese Version gleicht die Benutzeroberfläche zudem vermehrt dem Aqua-Look von Mac OS X an. MSN Messenger ist 2.3 MByte groß und kann weiterhin gratis heruntergeladen werden.
<http://www.microsoft.com/mac/DOWNLOAD/MISC/msn_messenger3.asp>
Fehlerkorrekturen -- Die Liesmich-Dateien zum Update zählen eine ganze Reihe von behobenen Fehlern auf. Beispielsweise soll die Meldung "Nicht genügend Speicherplatz" beim Öffnen von Excel 98-Dokumenten in Excel X endlich der Vergangenheit angehören. Zudem kann man in Excel X mit einer anderen als der Einstellung "Hoch" ausdrucken. Und wer auf seinem iBook oder PowerBook Präsentationen mit PowerPoint macht, wird sich sicher darüber freuen, dass Microsoft einen Fehler behoben hat, der beim Aufwecken den Rechner abstürzen ließ, wenn gleichzeitig ein externer Monitor oder Projektor angeschlossen war.
Verbesserte Unterstützung für Datenbanken -- Microsoft hat die Unterstützung für FileMaker verbessert - ab sofort muss eine FileMaker-Datenbank nicht mehr lokal verfügbar sein sondern kann auch auf einem Server liegen, damit Office X darauf zugreifen kann. ODBC-Unterstützung ist ebenfalls wieder da, obwohl es nicht alles umfasst, was sich ODBC-Anwender gewünscht hätten. Die Version 10.1 von Excel verfügt jetzt über die notwendigen Funktionen, um mit Microsoft Query klarzukommen, mit dem sich ODBC-Anfragen erstellen lassen. Allerdings wird dazu das separate Microsoft Query for Excel X benötigt, das Microsoft zwar irgendwann herausgeben wird, aber eben nicht im Service Release 1.
Allerdings kann man bestehende Abfragen aus älteren Excel-Versionen in Excel X weiterverwenden, vorausgesetzt man hat den richtigen Treiber installiert. Der Haken ist hier, dass Microsoft ODBC-Treiber nicht mehr selber ausliefert und stattdessen empfiehlt, die Treiber anderweitig zu beschaffen, etwa bei OpenLink Software. Es kann sich auch lohnen, die Software ODBC Router von August Software näher anzusehen.
Ebenfalls Datenbank-relevant ist die Neuigkeit, dass die Datenbank-Datei mit allen E-Mails, Adressen und Agendaeinträgen von Entourage X jetzt neu bis zu einer Größe von 4 GByte anstelle der früheren Limite von 2 GByte anwachsen kann. (diese Datei befindet sich übrigens in Ihrem Benutzerordner unter /Documents/Microsoft User Data/Office X Identities/Main Identity/Database. Wenn Sie den Namen des Hauptbenutzers geändert oder mehrere Benutzer verwenden, müssen Sie statt Main Identity den entsprechenden Ordner des jeweiligen Benutzers öffnen.)
Palm-Synchronisierung und transparente Füllungen -- Die Synchronisierung zwischen dem Palm und Entourage hat es leider nicht ins SR1 geschafft, gemäss Microsoft soll diese Funktion erst am 15. Juli 2002 bereitstehen. Das Ausdrucken der transparenten Balkendiagramme, mit denen Microsoft immer wieder darauf hingewiesen hat, wie Office X von den fortgeschrittenen Möglichkeiten von Quartz unter Mac OS X Gebrauch mache, ist weiterhin nicht möglich. Transparente Objekte mit einfachen und einfarbigen Überlagerungen lassen sich zwar unter Office X ausdrucken, aber sobald ein Verlauf dazukommt (wie in Excel X zwingend notwendig), werden die Objekte nicht mehr durchsichtig gedruckt. Obwohl es sich dabei um ein kleineres Problem handelt. war ich von dieser Einschränkung doch etwas enttäuscht. (Abhilfe schafft nur das Erstellen eines Bildschirmphotos, ich empfehle stattdessen aber die Sichtbarkeit der Balken durch Rotieren oder eine Änderung der Anordnung zu verbessern.) Microsoft hat versprochen, diesen Fehler in einem zukünftigen Update zu beseitigen.
Stabilität und Leistung -- Während dem Ausprobieren der Betaversionen von Word, Excel und PowerPoint (aber nicht Entourage) von Office X SR1 auf einem Power Macintosh G4 mit 733 MHz habe ich weniger Abstürze erlebt. Unter der Version 10.0 war es häufig nicht einmal möglich, durch einen Klick auf das Fenster zwischen den verschiedenen Programm umzuschalten (vor allem bei Excel) und ich musste stattdessen immer auf das Symbol im Dock klicken. Dieses Problem ist jetzt größtenteils gelöst, tritt aber immer noch von Zeit zu Zeit auf.
Ich habe keine Geschwindigkeitsverbesserungen in Excel oder Word festgestellt, allerdings reagierten die Programme bei meinen kleinen Dateien bis jetzt ebenfalls recht flott. Die Liesmich-Datei spricht davon, dass die Geschwindigkeit bei Excel gleich bleiben sollte, während Word in speziellen Fällen wie dem Blättern in langen Dokumenten schneller sein soll.
Daneben verspricht Microsoft aber höhere Geschwindigkeiten für PowerPoint 10.1 und ich habe deshalb beschlossen, den Unterschied mit einigen Testdateien zwischen Version 10.0 und 10.1 auszuprobieren. Ich besorgte mir Präsentationen von Verwandten und von Personen, die sich im Internet über PowerPoint beklagt haben. Auf diese Art zu testen kann sehr zeitaufwendig sein, liefert aber Informationen auf die ich sonst nie gestoßen wäre.
Meine jüngste Schwester schickte mir eine Präsentation, die sie für ein Schulprojekt gemacht hatte. Folien mit großen Graphiken waren unter Version 10.0 relativ langsam, werden aber in Version 10.1 schnell geladen. Die Folien meines Vaters wiesen viele Graphiken zu "Data Warehouses" auf und waren in Version 10.0 dementsprechend langsam. Glücklicherweise kann Version 10.1 damit besser umgehen, von nervenaufreibend langsam zu einer angemessenen Geschwindigkeit.
Einige andere Dateien legen aber den Schluss nahe, dass PowerPoint noch einige Verbesserungen nötig hätte. Meine zweite Schwester schickte mir eine Präsentation über das Wachstum von Kastanienbäumen mit vielen eingebetteten Excel-Diagrammen, jedes basiert auf einer vierspaltigen Datentabelle. Sie bemerkte, dass PowerPoint 2001 die Datei nicht einmal öffnen könne und sie statt PowerPoint 98 das entsprechende Programm auf PCs einsetze, da das Umschalten zwischen PowerPoint und Excel ansonsten zu lange dauern würde. PowerPoint 10.0 kann die Datei zwar öffnen, bekundete aber Mühe mit den Diagrammen, was ich auf Probleme mit OLE zurückführe ("Object Linking und Embedding" ist Microsofts Methode, Daten zwischen Applikationen auszutauschen). Der Wechsel zu Excel nach einem Doppelklick auf ein Diagramm braucht ungefähr zehn Sekunden, gleich lange dauert die Rückkehr zu PowerPoint. Die Bearbeitung des Diagramms war unglaublich langsam und mit sekundenlangen Pausen beim Öffnen eines Menüs. Mit Office X 10.1 ging es ein bisschen besser, das Umschalten geschah einige Sekunden schneller und das Bearbeiten in Excel war normal schnell. Ein Anwender von Office X 10.0 wird diese Verbesserungen sicher begrüßen, aber ich kann meiner Schwester den Wechsel zu Office X trotzdem nicht nahe legen, da sie möglichst flüssig mit PowerPoint und Excel arbeiten möchte.
Eine andere Person schickte mir eine 40 Folien umfassende Präsentation, die seine Firma in das QuickTime-Format exportiert hatte und auf einem öffentlichen Gerät abspielen ließ. Die meisten Folien enthielten Graphiken, womit beide Versionen gut zurechtkamen. Drei Folien enthielten zudem QuickTime-Filme, von denen jeder etwa 30 Sekunden dauerte. Obwohl die Geschwindigkeit in PowerPoint nicht zu beanstanden war, dauerte das Exportieren nach QuickTime (was Microsoft übrigens unbescheiden "PowerPoint Movie" nennt) in beiden Versionen ungefähr zehn Minuten. Das Entfernen der drei Filme beschleunigte den Export nicht. Andere Präsentationen ließen sich bedeutend schneller exportieren (etwa 30 Sekunden für die Präsentation meines Vaters mit 33 Folien) und ich denke deshalb, dass das gewählte Graphikformat dafür verantwortlich ist.
Obwohl die QuickTime-Dateien im gleichen Ordner wie die PowerPoint-Präsentation abgelegt war, konnten beide Versionen sie nicht finden oder als QuickTime-Dateien identifizieren und ich musste sie deshalb von Hand einfügen. Beim Testen stellte ich fest, dass das Erkennen von QuickTime-Dateien ein generelles Problem darstellt und vermutlich damit zu tun hat, dass die Dateien unter einer anderen Version von Mac OS abgespeichert worden sind. Ein ähnliches Problem in Office 2001 hat Microsoft bereits im Service-Release 1 für Office 2001 gelöst.
Und jetzt alles zusammen -- Der Office X Service Release 1 installiert ebenfalls alle bisher verfügbaren Updates zu Office X (Office v.X Combined Updater 10.0.03), so das Entourage X Hotmail Update, den Netzwerk-Sicherheitspatch (nachzulesen im Microsoft-Sicherheitsbulletin MS02-002) und den URL-Sicherheitspatch (erklärt im Microsoft-Sicherheitsbulletin MS02-019).
<http://www.microsoft.com/technet/security/bulletin/MS02-002.asp>
<http://www.microsoft.com/security/security_bulletins/ms02019_mac.asp>
Der Service Release 1 löst nicht jedes Problem von Office, stellt aber den ernstgemeinten Versuch von Microsoft dar, einige der bekannten Fehler zu beheben. Ich möchte Ihnen die Installation dieses Updates empfehlen, auch wenn sich dadurch in Ihrer Arbeit mit Office X nicht viel ändern wird. Aber hoffentlich werden Sie damit zukünftige Probleme verhindern können.
[Neben vielen anderen Projekten hat Tonya Engst eben einen großen Teil des Buches "Office X for Macintosh: The Missing Manual" fertiggestellt, das nächstens erscheinen wird.]
<http://www.oreilly.com/catalog/offxtmm/>
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzt von Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>]
Der Desktop Rover von Plantraco ist 10 cm, süß ohne schlichtweg ohne Nutzen. Er hat einen kleinen Zusammenhang zu OS X - das ist die Ausrede für diesen Artikel in TidBITS - aber der ist nur minimal. Die Wahrheit ist, der Desktop Rover ist ein Spielzeug. Und, wenn ich dies ohne TidBITS Ruf zu schaden sagen darf, macht er Spaß.
<http://www.plantraco.com/product_dtr.html>
Lass uns konkret werden -- Der $ 60 teure Desktop Rover ist ein kleiner Panzer in der Größe einer Handfläche, knapp 4 cm hoch und etwas schwer. Auf jeder Seite sind vier Räder und eine waagrechte Führung, mit einem Gummiband darüber. Eines der Räder auf jeder Seite ist angetrieben um das Band anzutreiben; Jede Seite wird von einem eigenen kleinen Motor angetrieben. Jeder Motor dreht sich entweder vorwärts bzw. rückwärts oder steht und Sie steuern durch folgende Kombinationen: wenn beide Motoren vorwärts laufen, fährt der Rover vorwärts; wenn ein Motor vorwärts läuft und der andere stoppt oder rückwärts läuft, dreht sich der Rover; usw..
Der Rover ist recht flott. Er fährt 3 m in unter 30 s und ist stark genug, um eine steile Steigung zu erklimmen, wie z.B. der Windschutzscheibe eines Autos. Die Haupthindernisse, mit denen er nicht zu Recht kommt, sind schlechter Untergrund, auf dem er keine Traktion findet, wie Gras. Problematisch sind auch plötzliche Änderungen in der Neigung, die er nicht erklettern kann, weil die Änderung auf kleinem Raum zu einer fast senkrechten Position des Rovers führt, so dass er unter Umständen hilflos auf den Rücken fällt - ein 2,5 cm dickes Buch auf dem Boden ist für ihn zuviel.
Vom Rover erhebt sich ein 15 cm hohes Teil aus isoliertem Draht - die Antenne. Ja, der Rover wird über eine Fernbedienung gesteuert. Der Sender hat in etwa Größe und Form einer Schachtel Zigaretten und hat zwei Hebel die Sie vor oder zurück drücken, um die beiden Motoren zu steuern. Es gibt auch einen dritten Schalter, um den Rover "schießen" zu lassen. Ich komme darauf später zurück.
Die Verbindung zum Computer -- Die Verbindung zu Mac OS X, welche mir eine Begründung gibt, eines dieser kleinen Teile kostenlos zu erhalten, damit ich darüber in TidBITS schreiben kann, ist wie folgt. Getrennt vom Rover können Sie für $ 70 eine CD-ROM und ein kurzes Kabel mit einem USB-Anschluss an einer Seite erhalten. Von der CD installieren Sie Software, genannt Telecommander, auf Ihrem Computer; dann führen Sie das Kabel von Ihrem USB-Anschluss zur Fernbedienung und starten den Telecommander. Jetzt wird der Sender statt über die Hebel per Software gesteuert.
Es ist eine ziemlich einfache Software, aber nicht trivial. Neun Tasten repräsentieren die neun möglichen Kombinationen der Motorzustände - beide Motoren vorwärts, ein Motor vorwärts und einer ausgeschaltet, und so weiter. Im manuellen Modus klicken Sie einfach auf eine Taste und der Rover antwortet kurzzeitig, Sie klicken eine andere Taste und so weiter. Im Standardmodus führt das Klicken dazu, dass die Aktion als Puzzleteil in einem großen Kompositionsbereich erscheint. Eine Folge von Puzzleteilen in diesem Bereich steht für eine Reihe von Aktionen, die der Rover ausführen soll. Die Puzzleteile können umsortiert, ausgeschnitten und eingefügt, gelöscht werden und so weiter; jedes Puzzleteil hat einen Zeitintervall, den sie einstellen können. Wenn Sie die Abspieltaste drücken, wird Ihre Sequenz an den Rover geschickt; Sie können eine Sequenz als Makro speichern, welches als einzelnes Puzzleteil die vollständige Sequenz in einem Stück darstellt.
Dies Programmierung oder sogar Fortbildung zu nennen, wäre zu viel des guten. Es gibt keine Puzzleteile für Schleifen oder Verzweigungen. Alles was Sie tun können, ist das Abspielen einer Puzzlefolge. Trotzdem war unser wissenschaftliches Testobjekt, ein dreizehnjähriger Junge aus dem Nachbarhaus, ein Erfolg. Er verstand das Programm sofort und verbrachte sofort fast eine Stunde mit dem Schreiben und Umdefinieren von Sequenzen, um einen auf dem Boden mit verschiedenen Dingen ausgelegten Kurs abzufahren. Er hatte auch viel Spaß mit dem Rover draußen zu spielen, ihn auf Dreckhügel klettern zu lassen und ähnliches. Das Ergebnis war eine große Portion des Nachmittags, der nicht vor dem Fernseher oder mit dem Spielen der E-Gitarre verbracht wurde. Nach Rücksprache mit den Eltern habe ich offiziell das Recht, dieses Spielzeug als Erfolg zu verbuchen.
Telecommander ist übrigens eine Java-Anwendung, weshalb es Mac OS X benötigt. Es kommt mit all der Last, die eine Java-Anwendung meistens begleitet: es ist selbst auf einem 600 MHz PowerPC G3-basierten Macintosh langsam, so dass einfache Aktionen wie das Auswählen eines Puzzleteiles oder das Editieren der Zeitintervalle ewig brauchen; natürlich hat es auch eine nicht standardisierte Benutzerschnittstelle mit Menüs im Fenster. Andererseits ist es betriebssystemübergreifend; Ich installierte es auf der Windows NT Kiste meines Nachbarn und es lief identisch auf meinem Mac. Eine schöne Funktion ist, dass die Software sich selbst aktualisiert; wenn Sie beim Programmstart mit dem Internet verbunden sind prüft es, ob eine neuere Programmversion verfügbar ist und lädt sie herunter. Leider ist diese Funktion nicht klar dokumentiert und völlig automatisch; es gibt keinen "Suchen nach Updates" Menüeintrag.
Andere Extras -- Ebenfalls von Plantraco verfügbar ist eine kleines Modul mit einer Videokamera; Sie klipsen es auf der oberen Hälfte des Rovers an und fügen damit ca. 2,5 cm Höhe hinzu. Die Kamera sendet ein UHF Signal (Kanal 16 oder 19), das von jedem in der Nähe stehenden Fernseher empfangen werden kann. Somit können Sie fernsehen und den Rover fernsteuern, ohne ihn selbst sehen zu müssen. Theoretisch könnten Sie das Fernsehsignal für ein reines Computererlebnis in den Computer einspeisen und den Rover über den Telecommander steuern. Unglücklicherweise war mein Einfluss als Reporter zu gering, um ein kostenloses Kameramodul zu erhalten (meine Beschreibung basiert nur auf Plantracos Pamphlete und QuickTime Filme). Das ist wahrscheinlich genauso gut, da ich keine Bürokollegen habe, zu denen ich den Rover zum spionieren schicken kann - obwohl ich mir vorstellen kann, auf den Rover noch eine Taschenlampe zu schnüren und ihn in einige Rattenlöcher in meinem Garten zu schicken.
Eine weitere Funktion konnte ich nicht ausprobieren, da sie mindestens zwei Rover benötigt. Es handelt sich um ein eingebautes Laser Zielspiel. Die Idee hier ist natürlich, dass Sie nicht die einzige Person im Büro sind die mitspielt, jeder soll mitspielen. Der dritte Hebel auf der Fernsteuerung, wie Sie sich vielleicht erinnern, steuert die "Waffe" des Rover, welche ein Geräusch wie eine Star Treck Waffe macht, aber im Wahrheit ein Infrarotlicht ist. Wenn dieses Licht einen anderen Rover trifft, so ertönt von diesem Rover ein Treffergeräusch. Sender und Rover kommen in einer von vier verschiedenen Frequenzen, so dass Kämpfe mit bis zu vier Teilnehmern möglich sind. Die Regeln sind von der eingebauten Elektronik des Rovers vorgegeben: Nach sechs Schüssen müssen Sie pausieren, um die Waffe durch Zurückziehen des Hebels nachzuladen; wenn Sie versuchen öfter als einmal pro Sekunde zu schießen, ist ihre gesamte Munition sofort verbraucht, so dass Sie nachladen müssen. Und wenn Sie den zehnten Treffer erhalten, ist Ihr Rover bis zum nächsten physikalischen Aus- und wieder Einschalten deaktiviert. Wie die Dokumentation vermerkt ist die Strafe für ein verlorenes Spiel, dass Sie aufstehen müssen um den Rover zu resetten.
Noch eine weitere Funktion, welche ich nicht ausprobierte, ist eine Art doppelter Fernbedienung. Es stellt sich heraus, dass die Telecommander Software aus zwei Threads besteht: der Benutzerschnittstelle und einem unsichtbaren Hintergrundthread, der mit dem USB-Port kommuniziert. Der Hintergrundthread ist ein kleiner TCP-Server auf Port 1111; wenn der Anwender einen Befehl an den Rover senden will arbeitet die Benutzerschnittstelle als TCP-Client, der mit dem Serverprozess kommuniziert. Dies impliziert, dass Sie den Rover über die Telecommander Software auf einem anderen Computer über das Internet steuern können (leider veröffentlich Plantraco nicht das verwendete Protokoll, so dass Sie keine eigene Client Software erstellen können).
Ich habe nicht zwei Internetanschlüsse in meinem Haus, daher erstellte ich ein Mininetzwerk, indem ich meinen Computern Fantasie IP-Nummern zuwies und sie direkt per Ethernet verband. Auf der Maschine, welche über das USB-Kabel mit dem Transmitter verbunden ist, startete ich den Telecommander und versetzte ihn in Servermodus, wodurch die Benutzerschnittstelle deaktiviert wird. Auf der zweiten Maschine startete den Telecommander und stellte den Fernsteuerungsmodus unter Angabe der IP-Nummer des anderen Rechners ein. Ich konnte dann den Rover von meinem zweiten Rechner aus steuern - die Befehle liefen über das Netzwerk zum ersten Computer und von dort an den USB-Port.
Sie können diese Funktion jetzt selbst über eine von Plantracos Webseiten ausprobieren. Wenn Sie auf "Care for a Test Drive?" klicken, sehen Sie ein Webcam-Bild von einem Rover in Plantracos Büro. Wenn jemand anders spielt, werden Sie in eine Schlange eingereiht. Wenn Sie dran sind, erscheinen acht Kontrolltasten. Wenn Sie Glück haben und niemand anders spielt, erscheinen die Kontrolltasten sofort. Drücken Sie eine Taste und warten Sie ein paar Sekunden; der Rover wird reagieren und Sie sehen ein neues Bild von seiner aktuellen Position. Es ist lustig und einfach. Dieses Web-basierte Java-Applet ist nicht das gleiche, wie bei der Heimversion - es enthält eine Webcam und es nutzt HTTP über den Webserver und Browser, nicht zwei Kopien von Telecommander - aber es gibt Ihnen einen Eindruck von der Nutzung des Rovers über das Internet. Um die Heimversion zu nutzen und einen Rover zu steuern, den Sie nicht sehen können denke ich, dass Sie eine Webcam und Apache auf dem Server einsetzten könnten und die Client-Maschine kann Telecommander und einen Webbrowser ausführen, wie in Adams "FireWire Webcams unter Mac OS X betreiben" in TidBITS-619_ beschrieben; aber ich habe keine Webcam, um das auszuprobieren.
<http://www.plantraco.com/telecommander.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06742>
Eis auf den Kuchen -- Ein Spielzeug besteht zum Gutteil aus Fantasie, und der Desktop Rover ist keine Ausnahme. Er ist kein Mars Rover, er fährt nicht sehr schnell, die Kommunikation der Fernsteuerung ist fast lächerlich einfach und Sie sind (wahrscheinlich) kein NASA Wissenschaftler oder Astronaut. Ich weiß nicht, welcher Teil in uns will, dass wir kleine Teile fernsteuern. Aber der Rover weckt auf jeden Fall diesen Teil. Das kleine Ding ist so süß, wenn es seinen Weg durch den Raum findet und vor Ihren Füßen stehen bleibt. Außerdem ist die Illusion, dass der Rover etwas größeres und technisch aufwendigeres darstellt durch Plantracos herrlichen Humor und das Design gegeben.
Beispielsweise ist die obere Hälfte des Rover und der Sender aus durchsichtigem, blauen Plastik in Fortführung des ursprünglichen iMac-Designs. Der Sender ist mit Bildern von der Marsoberfläche überzogen und Warnungen beschriftet wie "Nur zur Anwendung auf dem Planeten Erde" und sein Ein/Ausschalter ist mit "Aktivieren" und "Dösen" beschriftet. Die Kiste, welche den Rover als "Yoga für das überdrehte 21. Jahrhundert" beschreibt, ist mit einfachen, aber zutreffenden Beschreibungen bedruckt (wie "Erforschen Sie die unbekannte Landschaft um Ihr Haus!"), und zeigt einige Bilder verrückter Wissenschaftler, zusammen mit dem wie immer notwendigen Mädchen, das in einem Astronautenanzug steckt, so dass nur ihre Augen sichtbar sein. Die Telecommander Software startet mit einem passenden, außerirdischen Startgeräusch und während Sie sie benutzen, erscheinen unnötige, technisch klingende Statusmeldungen (manche Real, manche Fiktiv), wie:
Kurz gesagt, Plantraco gibt Ihnen das Gefühl, dass sie eine tolle Zeit haben und Sie das auch haben sollen. Während Sie das tun, wollen Sie vielleicht auch einen Blick auf ihre anderen Produkte werfen; Plantraco fertigt auch ferngesteuerte, Propellergetriebene, heliumgefüllte Ballone, die von Zimmer zu Zimmer schweben können, dabei optional eine Kamera tragen, so dass Sie Ihre Kollegen bespitzeln können. Ich will das haben!
Koordination: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Gernot Hecht [GH] <gernot@wollemond.de>.
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