
Ist Apples wuchtiges 17" PowerBook G4 zu gross? Michael Shappe sieht das nicht so, und er ist glücklich über seinen Umstieg von einem Windows-Laptop. Adam gibt ein paar Tipps, wie man mit Mac OS X durch geschickteres Scrollen effizienter arbeiten kann und Sander Lam erinnert an den kürzlich verstorbenen niederländischen Übersetzer Walter van Lerberghe. In den Nachrichten werfen wir einen Blick auf die Veröffentlichungen von Default Folder X 1.8, AirPort 3.1.1 und OmniWeb 4.5.
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[Übersetzung: Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>]
Default Folder X 1.8 veröffentlicht -- Jon Gotow von St. Clair Software hat letzte Woche mit Default Folder X 1.8 eine neue Version seines Dienstprogramms zur Erweiterung der Öffnen- und Sichern-Dialoge in Mac OS X veröffentlicht. In die Mac OS X Version von Default Folder X kehrt nun eine alte Funktion zurück: per Auswahl-Klick können Sie in einem Sichern-Dialog den Namen einer Datei kopieren, um sich Tipparbeit zu sparen. Weitere Verbesserungen sind u.a. systemweite Tastatur-Kürzel um den Favoriten-Ordner zu öffnen; die Möglichkeit, einen einzigen Lieblings-Ordner für alle Anwendungen festzulegen (sehr praktisch für diejenigen unter Ihnen, die ihre Dokumente über die ganze Festplatte verstreut sichern); verbesserte Geschwindigkeit; und kleinere Verbesserungen der Benutzer-Oberfläche. Die Aktualisierung ist kostenlos für registrierte Anwender; neue Lizenzen kosten 35 USD. Die Default Folder X 1.8 Installations-Datei ist 3.1 MB gross. [ACE]
<http://www.stclairsoft.com/DefaultFolderX/>
<http://www.stclairsoft.com/DefaultFolderX/release.html>
AirPort 3.1.1 mit verbesserter Leistung und Kompatibilität -- Apple hat Version 3.1.1 der AirPort Software veröffentlicht, die die Version 5.1.1 der Firmware für die AirPort Extreme Basisstation beinhaltet. Änderungen in AirPort 3.1.1 sind u.a. verbesserte Leistung bei Verbindungen zwischen kabelgebundenen und Funk-Clients, stabilere Handhabung von Multicast-Übertragungen auf LANs und bessere Leistung und Verhalten bei der Verwendung von NAT und DHCP in der AirPort Extreme Basisstation. Wir haben zudem vereinzelte Berichte im "The Wireless Networking Starter Kit" Diskussions-Forum darüber gehört, dass es nun möglich ist, mit einer D-Link DWL G520 PCI-Karte in einem PC eine Verbindung zu einer AirPort Extreme Basisstation herzustellen, was bisher nicht funktioniert hat. Die 7.8MB grosse AirPort 3.1.1 Aktualisierung kann über Software-Aktualisierung oder direkt von der Apple Website heruntergeladen werden. [ACE[
<http://wireless-starter-kit.com/phpBB2/viewtopic.php?t=434>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=70176>
OmniWeb 4.5 veröffentlicht -- Die Omni Group hat OmniWeb 4.5, einen grossen Versionssprung dieses Web-Browsers für Mac OS X, veröffentlich. Die Entwickler von Omni Group haben ihre ursprüngliche, proprietäre Rendering-Engine durch Apples WebCore und JavaScriptCore Bibliotheken ersetzt (die wiederum aus dem open-source KDE-Projekt kommen), die als Basistechnologie auch in Safari ihren Dienst tun. Das Ergebnis sind schnelleres und zuverlässigeres Laden von Webseiten und bessere Unterstützung von Web-Standards. Gleichzeitig haben die OmniWeb-Entwickler nun mehr Zeit, an besonderen Funktionen wie sprachgesteuerter Navigation, Suchen im Verlauf anderer Arbeiten und umfangreiche Sicherheits- und Filter-Optionen (beispielsweise können Graphiken unterdrückt werden, die von bekannten Werbe-Servern stammen) zu arbeiten. OmniWeb 4.5 kann als 4.3MB grosse Datei heruntergeladen werden. Eine neue Lizenz kostet 30 USD, die Aktualisierung ist kostenlos für registrierte Benutzer von OmniWeb 4.x. [JLC]
<http://www.omnigroup.de/web.html>
<http://www.omnigroup.com/applications/omniweb/>
<http://developer.apple.com/darwin/projects/webcore/>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <hgreiser@linarte.com>]
Gibt es etwas Selbstverständlicheres als in einem Bildschirmfenster zu scrollen, das zu klein ist, um seinen Inhalt komplett zu zeigen? OK, Atmen ist vielleicht noch einen Tick bedeutsamer als Scrollen, aber die meisten von uns denken kaum über das Scrollen nach. In diesen Tipps lernen Sie, dass in einem Scrollbalken eine Menge mehr steckt, und das gilt auch für offensichtliche Navigationshilfen wie die Pfeile, die Tasten "Position 1" und "Ende" oder "Bild auf" und "Bild ab". Und alles ohne einen Cent Zuzahlung für eine Maus mit Scrollrad, auch wenn dies Tierchen im Prinzip ganz hilfreich ist.
Scrollbalken mit Doppelpfeilen -- Apples Standardeinstellungen für die Scrollbalken habe ich noch nie verstanden. Man kann ohne weiteres Einzelpfeile an jedem Ende des Balken anbringen (den Aufwärtspfeil oben und den Abwärtspfeil unten am Scrollbalken) oder einen Doppelpfeil an einer Seite (die Auf- und Abwärtspfeile am unteren Ende des Rollbalkens). Die offensichtliche dritte Möglichkeit - Doppelpfeile an beiden Enden des Scrollbalken " eröffnet Apple aber nicht, obwohl der notwendige Code schon lange in Mac OS Classic und Mac OS X eingebaut ist.
In Max OS 8.5 bis Mac OS 9 (auch in den Classic Applikationen von Mac OS X) können Sie mit Hilfe von Tom Schmidts Freeware "Scroll Bars" (ein 5,6 K Download) die Doppelpfeile an beiden Enden des Scrollbalkens aktivieren. In Mac OS X können Sie mit Marcel Bresinks kostenlosem TinkerTool 2 (480K Download) dasselbe erreichen (ausserdem hat seine Software noch eine Menge anderer cooler Möglichkeiten:
<http://homepage.mac.com/TomDar2/software.html>
<http://www.bresink.de/osx/TinkerTool2.html>
Wenn Sie mit dem Terminal keine Probleme haben, können Sie mit einem einfachen Unix-Befehl schneller zu Ihren doppelten Scrollingpfeilen kommen, als Sie für das Downloaden und Nutzen von TinkerTool brauchen. Starten Sie einfach das Terminal-Programm und setzen Sie die folgende Zeile am Prompt:
defaults write "Apple Global Domain" AppleScrollBarVariant DoubleBoth
(Ich gehe davon aus, dass Sie dafür einen Administrator-Zugang brauchen).
Danach loggen Sie aus und wieder ein oder Sie starten den Mac neu - jetzt können Sie die Doppelpfeile benutzen. Wenn Ihnen die Doppelpfeile nicht gefallen, können Sie den Rechner unter Mac OS 9 mit Hilfe der Optionstaste im Kontrollfeld "Erscheinung" (im Apfelmenü leicht erreichbar, wenn Sie sich innerhalb von Mac OS X in einer Classic-Applikation befinden) oder in den allgemeinen Voreinstellungen von Mac OS X auf eine der Apple-Voreinstellungen zurück setzen.
Sprungscrollen -- In bestimmten Dokumenten kann das Scrollen sehr mühsam werden, vielleicht ein Grund dafür, dass Apple für einen Klick auf eine leere Stelle im Scroll-Balken eine neue Option eingeführt hat. Mit so einem Klick scrollen Sie Ihr Dokument normalerweise eine Seite weiter, das ist leicht verständlich und gibt Ihnen eine grosse Auswahl an Klickmöglichkeiten im Rollbalken. In den allgemeinen Voreinstellungen von Mac OS X können Sie jetzt auch einen Modus auswählen, in dem ein Klick in den Rollbalken das Dokument nicht eine Seite weiter scrollt, sondern bis zu der Stelle, die der Klickposition entspricht. Befinden Sie sich also am Anfang eines Dokumentes und klicken auf dem halben Weg zu seinem Ende, dann scrollt das Dokument auch etwa bis zur Mitte. Ein Klick auf das Ende des Rollbalkens bringt Sie sofort zur letzten Seite. Dieser Modus funktioniert für Cocoa- und Carbonprogramme, allerdings nicht für Classicapplikationen.
[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]
Ehrlich, ich habe diese Funktion für einen meiner Macs eingeschaltet, und sie treibt mich in den Wahnsinn. Denn ich muss dauernd nachschauen, wie lang mein Dokument ist und versuchen, mir vorzustellen, welche Stelle auf dem Rollbalken wohl mit dem gewünschten Ausschnitt im Programmfenster übereinstimmt. Glücklicherweise gibt es einen Weg, diese Funktion nur dann zu nutzen, wenn es wirklich hilfreich ist.
Bleiben Sie ruhig beim normalen seitenweisen Scrollen, wenn Sie aber einen "Hypersprung" zu einer bestimmten Stelle in einem langen Dokument machen wollen, klicken Sie bei gedrückter Wahltaste auf den Rollbalken. So kommen Sie mit einem einzigen Sprung an die gewünschte Stelle. Besonders sinnvoll finde ich diese Technik in iPhoto, wo es schier ewig dauert, durch Tausende von Fotos zu scrollen. Ich verwende Wahltaste-Klick, um in die Nähe der Stelle zu springen, zu der ich möchte und scrolle von dort aus die verbleibende kurze Strecke zu meinem Ziel.
Scrollen in Programmen mit Ziehen plus Leertaste -- Es lohnt sich, in einigen Programmen alternative Scrolling-Verfahren auszuprobieren wie etwa Klick-und-Ziehen oder das Drücken der Leertaste. Das sind zwar durchaus übliche, aber nicht immer unterstützte Methoden, Wenn man zum Beispiel die Befehls- und die Wahltaste gedrückt hält, während man ein Finderfenster in Icon-Ansicht benutzt, kann man in das Fenster klicken und durch Ziehen den Fensterinhalt durchscrollen.
In Adobe Acrobat (zumindest in Version 5) kann man durch Ziehen scrollen, wenn man das Hand-Werkzeug verwendet. Vorausgesetzt, man hat so weit in das Dokument hineingezoomt, dass man nur noch einen Teil der Seite sieht oder in den Acrobat-Voreinstellungen einen der Modi zur fortlaufenden Seitendarstellung aktiviert. Im View-Menü lässt sich das auch auf Dokumenten-Basis ändern, falls man die Einzelseitendarstellung bevorzugt, aber trotzdem gelegentlich durch Ziehen scrollen will.
<http://www.adobe.com/products/acrobat/>
Sie haben keinen Bock, eine PDF-Datei runterzuladen, nur um nachzuschauen, ob es sich um etwas handelt, was Sie genauer durchlesen möchten? Dann testen Sie doch mal das PDF Browser Plug-in von Manfred Schubert. Es ermöglicht das Anschauen von PDF-Dateien direkt in Safari sowie einigen anderen Browsern. Warum ich das in diesem Zusammenhang empfehle? Weil es so voreingestellt ist, dass es im Browserfenster das Scrollen von PDF-Dateien durch Ziehen ermöglicht. Ausserdem lässt es Sie PDFs sichern oder auch in einem anderen PDF-Betrachter wie z. B. Acrobat Reader öffnen.
<http://www.schubert-it.com/pluginpdf/>
Und schliesslich wollen wir nicht die gute alte Leertaste vergessen. Von Anbeginn an (oder zumindest von den ersten Tastaturen an) haben Internetprogramme, die hauptsächlich dem Lesen von Text dienten (wie E-Mail Programme, Usenet Newsreader und später dann Webbrowser) die Leertaste als Tastaturkürzel zum nach unten Scrollen in langen Textpassagen benutzt. Das funktioniert in Eudora, Mail (da auf Preview-Ebene), Entourage, Safari, Internet Explorer, Camino, Preview und vielen anderen. Weniger verbreitet ist die Unterstützung des Aufwärtsscrollens in Dokumenten; in Entourage, Mail und Safari können Sie dies mit Umschalt- plus Leertaste; im Internet Explorer mit Steuer- plus Leertaste. Ich kann nicht garantieren, dass die Programme, die Sie benutzen, um Internetinhalte zu lesen, das Leertasten-Scrollen unterstützen. Aber es ist in jedem Fall sinnvoll, es auszutesten.
Scrollen, scrollen, scrollen -- Ich behaupte nicht, dass Sie sich den Kopf darüber zerbrechen sollten, wie Sie in Mac OS X umherscrollen. Aber mit einigen wenigen Versuchen können Sie etliche neue Tricks lernen, die Ihnen den Umgang mit ihrem Mac gerade dann erleichtern, wenn Sie einmal nicht den gesamten Bildschirminhalt überblicken können.
PayBITS: Wenn Ihnen Adams Scroll-Tipps das Mac-Leben einfacher
gemacht haben, möchten Sie sich vielleicht mit ein paar Euro via
PayBITS bei ihm bedanken.
<https://www.paypal.com/xclick/business=ace%40tidbits.com>
Mehr über PayBITS: <http://www.tidbits.com/paybits/>
von Sander Lam <sanderlm@knoware.nl>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]
Wie gut kann man eine andere Person per E-mail kennenlernen? Ich traf Walter van Lerberghe nur wenige Male persönlich, aber wir tauschten zahllose E-Mails aus, die zumeist unsere gemeinsamen freiwilligen Anstrengungen zur wöchentlichen Übersetzung der TidBITS ins Niederländische betrafen. Wie es mit solcher Korrespondenz ist, unterhielten wir uns auch gelegentlich über Persönliches.
Am 11. Juli 2003 starb Walter, was mich dazu brachte, rund ein Megabyte Erinnerungen aus meiner Festplatte und archivierten CDs auszugraben. Trotz des traurigen Anlasses war es eine angenehme Tätigkeit, weil Walters Nachrichten stets etwas sonniges ausstrahlten. Er deutete oft auf das Schöne im Leben, beispielsweise wenn er uns daran erinnerte, dass die Belgier die besten Bierbrauer der Welt seien, und er bewahrte ein gutes Gleichgewicht von Ernsthaftigkeit und Humor.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07278>
Walter liebte es, sich mit Sprache zu beschäftigen. Er betrachtete es als einen Zeitvertreib, um seine kleinen grauen Zellen aktiv zu halten; eine Redewendung, die ein anderer bekannter Belgier, der fiktionäre Detektiv bei Agatha Christie, Hercule Poirot, populär machte. Walters Karriere beinhaltete das Schreiben von Broschüren über HiFi-Geräte, was bedeutete, für viele technische Begriffe eigene Begriffe zu prägen. Und Walter beliess es nicht bei Niederländisch, Französisch und Englisch. Als Urlaubsziel favorisierten er und seine Frau Teneriffa. Da es Teil der kanarischen Inseln ist, die zu Spanien gehören, belegte Walter einen Spanischkurs.
Als ihn 1991 sein schlechter Gesundheitszustand zwang, seinen Job aufzugeben, verwendete er die zusätzliche Freizeit auf sein anderes grosses Hobby: den Macintosh. Er wurde ein treuer TidBITS-Leser und 1996, als es einen Aufruf an Freiwillige gab, den Newsletter ins Französische zu übersetzen, nutzte er die Chance seine beiden Hobbies zu verknüpfen und für die konsequent hohe Qualität der TidBITS-Artikel etwas zurückzugeben..
Es dauerte ein Weilchen länger, bis es eine niederländische Übersetzung der TidBITS gab, aber am Ende warben Jan Vanderwegen und Walter genügend andere Freiwillige. In den Anfangstagen übernahm Walter selbst viel von der Arbeit und ermutigte uns andere, dabeizubleiben, während das Team einen Prozess herausarbeitete. Sobald wir genügend Leute hatten und sich ein zuverlässiger Produktionszyklus herauskristallisiert hatte, wurde Walter unser ständiger Schlusslektor. Für einige Jahre arbeitete er sowohl an den französischen als auch den niederländischen Übersetzungen, aber am Ende musste er die Mitarbeit im französischen Team aufgeben.
Walter forderte sich und den Rest des Teams, aber er wusste auch, wann es genug war. Er fand das Verfahren absurd, in jedem Fall ein niederländisches Wort für den englischsprachigen Computerjargon zu finden, und er liess uns oft wissen, dass er stolz auf die Qualität der niederländischen TidBITS-Übersetzung sei. Er zog es vor, lieber von einer niederländischen "Version" als von einer Übersetzung zu sprechen. Dies ist der Grund, warum unsere Grossschreibung der Artikelüberschriften und Unter-Überschriften von der amerikanischen Konvention abweicht, wir haben eine andere Interpunktion und so weiter.
Walter tat auch viel dafür, dass TidBITS bekannter wurde. Er erzählte jedem alles was er über TidBITS wusste und er war glücklich, vom niederländischen MacFan-Magazin ("MacFan und TidBITS: das ist alles, was Sie als Mac-User brauchen") interviewt zu werden. Als man T-Shirts mit dem TidBITS-Logo bestellen konnte, war es Walters Hauptsorge, dass ihn die Sendung rechtzeitig erreichte, um das T-Shirt beim nächsten Aufenthalt auf Teneriffa zu tragen. (Er bestellte zwei T-Shirts; ob seine Frau ebenfalls am Strand lag und das TidBITS-Logo trug, hat er nie erzählt.)
Walter kümmerte sich auch darum, persönliche Kontakte innerhalb des Teams herzustellen. In unserer Verteilerliste, die für Übersetzungsprobleme vorgesehen ist, hatten wir einmal eine Flut lustiger Gedichte hin und her laufen, die nicht nur einiges Grinsen während der ganzen "ernsthaften" Arbeit hervorriefen, sondern auch unsere gemeinsame Liebe zur Sprache betonten. Genauso war auch unser gemeinsames Interesse am Macintosh ein verbindender Faktor. Allmählich wurden wir neugierig aufeinander und Walter überzeugte uns, dass wir mal gemeinsam Essen sollten, um uns bei dieser Gelegenheit näher kennenzulernen. Obwohl es uns nie gelang, die gesamte Gruppe bei einer Gelegenheit zusammenzubekommen, sind engere Bindungen aneinander und an TidBITS durch die Tradition gelegentlicher Treffen kleinerer Gruppen entstanden.
Die Überschrift dieses Artikels, "Mein Königreich für einen Mac!", die Paraphrase einer berühmten Zeile aus Shakespeares König Richard III., geht zurück auf eine von Walters frühen E-Mail-Signaturen [Walter Van Lerberghes seinerzeitige Signatur "My Kingdom for a Mac!" wurzelt in Richards Ausspruch "A horse! a horse! my kingdom for a horse!" -- JPF]. So gut es in fünf Worten geht, fasst ihn diese Redewendung unserer Meinung nach zusammen: Ein Loblied auf den Mac, ein kleines Wortspiel. Walter konnte seinen Mac nicht mitnehmen, aber er hat uns ein Königreich an Erinnerungen hinterlassen.
von Michael Scott Shappe <mshappe@kurimconsulting.com>
[Übersetzung: Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>]
Das Erste, was die Leute nach einem Blick auf den 17-Zoll PowerBook G4 gewöhnlich sagen, ist: "Toll, ist das Ding gross!" - offensichtlich.
<http://www.apple.com/powerbook/index17.html>
Könnte auch gar nicht anders sein. Wo andere elektronische Geräte immer kleiner werden, fährt Apple mal wieder eine dieser scheinbaren Gegenoffensiven und bringt einen Laptop raus, der grösser ist. Aber der PowerBook ist auch dünn, schmal, glänzend und überraschend leicht für seine Grösse und Bauart. Kurz gesagt: es ist ein auffallendes Gerät für das mehr Gründe sprechen als nur die Grösse.
Natürlich, gutes Aussehen ist nicht der Hauptgrund für den Anwender, einen Laptop zu kaufen - wenn das so wäre, blieben die meisten Laptops wahrscheinlich wie Blei in den Regalen liegen! Die Anwender kaufen einen Laptop, weil sie einen nützlichen Computer haben wollen, den sie mitnehmen können. Glauben Sie es oder nicht, das 17-Zoll PowerBook G4 erfüllt diesen Zweck auf bewundernswerte Weise.
So gross wie er auf einem Tisch daherkommt, finde ich nicht, dass es auf meinem Schoss sperrig aussieht. Mit 6,8 Pfund (3,1 kg) ist er schwerer als viele moderne Laptops aber leichter als die meisten, die ich bisher benutzt habe. Mein altes Fujitsu Lifebook 420 D wog zum Beispiel 7,3 Pfund. Toshiba hat gerade einen 17-Zoll Laptop angekündigt, die Baureihe P25, die atemberaubende 10 Pfund auf die Waage bringen wird. Dagegen sind 6,8 Pfund in Ordnung; ausserdem ist das nur die Hälfte des Gewichts meiner Katze, die in der Zeit der PowerBook Abwesenheit in meinem Schoss liegt.
<http://www.fujitsupc.com/www/products_overview.shtml>
<http://portables.toshiba.com/>
Tastatur -- Die Tastatur scheint identisch mit der des 12-Zoll PowerBooks zu sein; und sie ist bis zum Bildschirm zurückgesetzt, was eine grosse Ablagefläche für Handfläche und -gelenk bedeutet. Einige Anwender beschweren sich, dass diese Ablage sogar zu gross ist; ich persönlich begrüsse den zusätzlichen Platz. Ein anderer Laptop, den ich regelmässig verwende (ein Toshiba Tecra) hat vorne nicht nur ungenügend Platz, sondern auch noch eine scharfe Kante, die ins Handgelenk schneidet. Das PowerBook ist für längere Nutzung um einiges bequemer.
Die Tastatur bietet einen guten Hub und ein solides Tastengefühl. Die Tasten sind aus Plastik, obwohl sie nach Aluminium aussehen, aber sie fühlen sich nur unwesentlich weniger fest an als das normale Gehäuse.
Überraschenderweise betraf das einzige ernste Problem, das ich mit dem Gerät hatte, die Tastatur. Nach anderthalb Monaten in Nutzung wackelte die T-Taste wie ein loser Zahn und fiel ab. Ich glaube, dass es sich um einen Konstruktionsfehler handelt: dünne Tasten mit grossem Hub. Wenn der Finger am Rand einer Taste drückt, kann der Fingernagel unter die Nachbartaste rutschen und festhaken. Ich tippe seitdem etwas vorsichtiger.
Anders als bei vorherigen Apple Laptops, lassen sich die Tasten auf dieser Tastatur nicht durch den Anwender auswechseln. Der Verlust meiner T-Taste stellte also ein echtes Problem dar. Mein Anruf beim Apple Kundendienst führte dort zunächst zu einiger Verwirrung aber zu Guter Letzt hatte die Dame die Erlaubnis eingeholt, meinen Fall als Garantiefall einzustufen (scheint aber offensichtlich nicht Standard für PowerBooks zu sein!) und organisierte einen Rücklieferkarton für mich. Glücklicherweise war das Gerät genau an dem versprochenen Datum wieder bei mir - vier Arbeitstage später.
Eine Besonderheit, die einige Oohs und Ahhs erntete, aber sonst nicht so ernst genommen wurde, ist die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Bei einem dunklen Raum aktivieren Lichtsensoren hinter den Lautsprechergittern die Fiberglas-Leuchtelemente unter der Tastatur. Die Buchstaben auf den Tastenkappen sind nicht aufgedruckt, sondern lasergeätzt, so dass das Licht durchscheint und nur die Buchstaben erleuchtet. Gleichzeitig reduzieren die Sensoren automatisch die Beleuchtungsstärke des Bildschirms, so dass die Gesamtbeleuchtungsstärke ausgeglichen wird. Man kann die Helligkeit des Bildschirms und der Tastatur mittels Funktionstasten einstellen. Wenn die "Automatisch" Einstellung in der Monitor Systemeinstellung aktiviert ist, geben die Funktionstasten nur die maximale Helligkeit vor, statt die Voreinstellungen zu übersteuern.
Wo ich dies tippe, bin ich in einem fast dunklen Raum; die Tastaturhelligkeit ist auf maximal und alle Markierungen der grossen Tasten sind hell und klar zu erkennen. Die kleinen Tasten (Funktionstasten und Cursor-Tasten) sind weisen allerdings weniger Helligkeit auf.
Hol' Hitze her -- Das Gerät wird nach einer Weile auf dem Schoss und unter der Hand ziemlich warm. Ob man das unbequem findet oder nicht, ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Wenn man das PowerBook nach einer Zeit der Nichtbenutzung das erste Mal in die Hand nimmt und auf den Schoss legt, ist es angenehm kühl - wie man das von einem Metallgehäuse auch erwartet. Nach einer Stunde oder so, wird es definitiv warm. Ich persönlich nehme das immer als Zeichen, dass ich mal eine Pause machen und mir die Füsse vertreten sollte.
Wenn man es auf dem Tisch statt auf dem Schoss verwendet, ist die Wärme kein Problem. Da Apple das Gerät zum Teil als Ersatz für einen Desktop-Mac sieht, erklärt das vielleicht, warum nicht mehr Arbeit in eine bessere Kühlung gesteckt wurde.
Auf jeden Fall, was die Hardware-Ausstattung und -Anschlüsse des 17-Zoll PowerBook G4 betrifft, hat Apple keine Kosten und Mühen gescheut, es zum optimalen Desktop-Mac-Ersatz zu machen. Auf der linken Seite von hinten nach vorne finden wir Netzstecker, Modembuchse, USB 1.1 Anschluss, PCMCIA Einschub, und Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer; auf der rechten Seite von hinten nach vorne sitzen der DVI Video-Anschluss, der S-Video-Anschluss, die Gigabit-Ethernet Netzwerk-Buchse, FireWire 800 und FireWire 400 Anschlüsse und der zweite USB 1.1 Eingang. Apple legt die entsprechenden DVI-nach-VGA und S-Video-nach-RCA Zwischenstecker bei, damit man analoge Monitore und Fernseher anschliessen kann. Mit dieser Vielfalt kann man wahrscheinlich jedes moderne externe Gerät anschliessen. Die einzige häufig zu hörende Beschwerde ist, dass ein schneller USB 2.0-Anschluss fehlt.
Das 17-Zoll PowerBook G4 bietet ausserdem zwei Funknetzwerkoptionen in der Standardausstattung - Bluetooth und AirPort Extreme (802.11g). Ich besitze zwar keine AirPort Extreme Basisstation, aber 802.11g ist abwärtskompatibel zu 802.11b Basisstationen (wie zum Beispiel die original AirPort Station), mit der ich meist mein Netzwerk nutze. Ich hatte einige Anfangsprobleme mit meinem Funknetzwerk, aber das waren einige nicht-standard-Optionen meines SMC 802.11b Netzwerk Routers. Als ich die Optionen abgeschaltet hatte, funktionierte alles.
<http://www.smc.com/index.cfm?sec=Products&pg=Product-Details&prod=76&site=c>
Fazit -- Wenn man mal von meinem Problem mit der Tastatur absieht, ist mein einziger Kritikpunkt am PowerBook sein Preis. Mit 3.200 USD gehört es zu den teuersten Rechnern für Normalverbraucher überhaupt, egal ob Desktop oder Laptop. Der 17-Zoll-Konkurrent von Toshiba, wenn auch 1,4 kg schwerer, kostet über 1.000 USD weniger. Ich wollte und konnte den Apple-Aufpreis bezahlen, aber den Preis weiterhin derartig über der Windows- und Linux-Konkurrenz anzusiedeln, dürfte Apples Sache nicht dienen.
Dieser Computer bedeutet für mich eine Heimkehr in den Schoss der Macintosh- wie auch der NeXTstep-Gemeinde, da ich in den 80ern und frühen 90ern ein Anhänger beider Plattformen war. Nun bin ich absolut süchtig nach diesem nicht gerade kleinen Laptop. Den Preis finde ich gesalzen, aber ich fühle mich nicht betrogen. Erwarte ich doch von dem Gerät etliche Jahre Spass und Produktivität - sowohl zuhause als auch unterwegs.
[Michael Scott Shappe ist Software-Entwickler, Webdesigner, Redakteur und Gelegenheits-Kritiker. Erst kürzlich kehrte er nach jahrelangem Aufenthalt unter Windows und Linux zur Macintosh-Plattform zurück. Linux findet er auch jetzt noch ganz pfiffig, aber Windows weit hinter sich gelassen zu haben, macht ihn echt froh.]
PayBITS: Wenn Mikey Ihr Verlangen nach dem
"Aluminium-Essenstablett" PowerBook G4 geweckt hat, dann bedanken Sie
sich doch einfach mit ein paar Dollar über PayPAL!
<https://www.paypal.com/xclick/business=mikey%40hundred-acre-wood.com>
Informationen über PayBITS: <http://www.tidbits.com/paybits/>
vom TidBITS-Redaktionsteam <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>]
Lösungen zum Mail-Archivieren -- Wie archiviert man all diese alten E-Mails, die sich angesammelt haben? TidBITS Talk Teilnehmer unterhalten sich über verschiedene Lösungen. (9 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2026>
Infomanagement-Programme benutzen -- Wir wollen den Versuch machen, zu definieren, warum einige Benutzer NoteTaker NoteBook vorziehen oder umgekehrt, oder warum sie vielleicht ein ganz anderes Programm bevorzugen. Wir wollen dabei herauszufinden, was die Leute überhaupt von derlei Software erwarten. Diskutieren Sie mit! (2 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2027>
FireVue und Festplatten-Backups -- Offenbar haben sich einige Leser sowohl FireVue als auch andere Festplatten-basierte Backup-Systeme angeschaut. Lesenswert, wenn Sie sich ebenfalls für eine solche Lösung interessieren. (4 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2028>
OfficeX 10.1.4 Probleme -- Kürzlich hat Microsoft das Office 10.1.4 Upgrade veröffentlicht. Es hat sowohl einige hoch willkommene Features für Entourage-Benutzer, die mit einem Exchange-Server arbeiten wollen als auch ein paar Macken. (5 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2030>
Übersetzung: Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>, Hartmut Greiser <hgreiser@linarte.com>, Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>, Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net> und Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
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