
Wer hat den meisten Einfluss in der Mac-Welt? Nach den Ergebnissen des jährlichen MDJ Power 25 Reports Steve Jobs. Aber immerhin: Adam belegt im vierten Jahr hintereinander einen Platz in den Top Five, und wir können uns auch denken, warum. Außerdem: Kirk McElhearn erklärt, wie der Befehlszeilen-Modus den Umgang mit Dateien vereinfachen kann, Adam hält uns auf dem laufenden über seine aktuellen E-Book Experimente, und wir vermerken die Vorstellung von GraphicConverter 4.8, Apples Sicherheits-Update vom 14.08.2003, TextWrangler 1.5 und DVD-Studio Pro 2.
Themen:
Copyright 2003 TidBITS Electronic Publishing. All rights
reserved.
Information: <info@tidbits.com>
Comments: <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]
TidBITS Herausgeber Adam Engst #4 bei MDJ Power 25 -- Die Ergebnisse der jährlichen MDJ Power 25 Umfrage sind veröffentlicht, und TidBITS-Herausgeber Adam Engst hat es geschafft, im vierten Jahr hintereinander einen Platz unter den Top Five zu belegen. MDJ Power 25 versucht zu ermitteln, wer in der Macintosh-Community tatsächlich den größten Einfluss hat. Dazu werden anerkannte Industrie-Insider befragt. Zum zweiten Mal hintereinander war Adam der Einzige unter den Top Five, der nicht ein Apple-Mitarbeiter ist. Apple CEO Steve Jobs ist einmal mehr zur einflussreichsten Persönlichkeit der Mac-Branche gewählt worden (was niemanden überraschen wird). Auf dem zweiten Platz gefolgt von Apples Chief Software Technology Officer Avie Tevanian und dem Apple Vice President of Software Engineering Bertrand Serlet auf Platz drei. Fünfter wurde Vice President of Design Jonathan Ive. Der Grund für Adams anhaltend hohe Bewertung? Unter Brancheninsidern gilt TidBITS als Pflichtlektüre, und Adam wird zugute gehalten, dass seine kontinuierliche Arbeit "hinter den Kulissen" die Macintosh-Community voranbringt.
<http://www.macjournals.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1246>
Hinter der Wahl offenbart sich ein Trend zu größerem Einfluss von Apple-Mitarbeitern, speziell der hoch bewerteten Führungskräfte. 2000 und 2001 hatten es 10 Apple-Angestellte in die Liste geschafft, 2002 waren es 14, 2003 schon 16. Sie belegen diese Plätze auf Kosten unabhängiger Macintosh-Entwickler (7 im Jahr 2000, 8 in 2001, aber nur 3 in diesem Jahr, wenn man Dr. John E. Kelly von IBM mitzählt, der es nur deshalb auf die Liste geschafft hat, weil er die Gruppe leitete, die den PowerPC G5 Chip entwickelt hat). Die Zahl der Autoren, Journalisten und Herausgeber hat sich über die Jahre nur wenig verringert – von 8 in 2000 auf jeweils 7 in 2001 und 2002 sowie 6 in 2003. Es stellt sich die Frage, inwieweit dieser Trend eine zunehmende Machtkonzentration in Cupertino reflektiert, was die gesunde Balance der Macintosh-Welt beeinträchtigen könnte. Oder ob die von MDJ getroffene Auswahl der befragten Branchen-Insider (zumindest jener, die sich die Zeit nahmen zu antworten) die Ergebnisse zugunsten von Apple verzerrt hat. Zudem gibt es ein gewisses Verwechslungspotenzial zwischen Macht und Einfluss: Apple-Angehörige üben beträchtliche Marktmacht aus (weil praktisch alles, was sie tun, sich auf die Apple-User auswirkt), aber Persönlichkeiten wie Adam, David Pogue von der New York Times (Rang 6), Ric Ford von MacInTouch (Rang 12) und Rick LePage von MacPublishing (Rang 14) beeinflussen, was wir wissen, worüber wir reden und wie wir denken. [GD]
Apple veröffentlicht Sicherheits-Update 2003-08-14 -- Apple hat am 14. August 2003 ein Sicherheits-Update für Mac OS X veröffentlicht, herunterzuladen in Form einer 1,1 MB großen Datei via Software-Update. Die Version behebt einen Programmfehler in der FreeBSD Netzwerkfunktion, der missbraucht werden kann, um einem externen Benutzer Root-Level Zugang zu einem Mac OS X System zu verschaffen. Das Problem war im wu-ftp FTP-Server festgestellt worden und betrifft das FreeBSD Unix sowie andere auf FreeBSD basierende Betriebssysteme inklusive Solaris und etliche Linux-Derivate. Bis jetzt hat Apple keine substanziellen Informationen zu dem Update veröffentlicht; es sind jedoch keine weiteren Hinweise bekannt, dass dieses potenzielle Problem bisher unter Mac OS X oder einem anderen Betriebssystem ausgenutzt worden wäre. [GD]
<http://www.info.apple.com/usen/security/security_updates.html>
<http://cve.mitre.org/cgi-bin/cvename.cgi?name=CAN-2003-0466>
<http://www.info.apple.com/usen/security/index.html>
TextWrangler 1.5 jetzt mit Scripting-Syntax-Colorierung -- Bare Bones Software hat die neueste Version seines schlanken Text-Editors vorgestellt: TextWrangler 1.5 . Die wichtigste neue Funktion ist die vollständige Unterstützung von AppleScript. Damit kann TextWranger in automatisierte Wokflow-Lösungen eingebunden werden, die Textdateien verarbeiten. Mehr noch: Jeder Funktionsablauf in TextWrangler kann als AppleScript aufgezeichnet werden, und jedes Skript kann an eingebaute Menübefehle angehängt werden. TextWrangler 1.5 bietet darüber hinaus Syntax-Colorierung und Sourcecode-Navigation für Fortran, Java, Object Pascal, Perl, Python, Rez, Tcl, TeX sowie Unix Shell-Scripts.
Statt BBEdits eigene Text-Editing-Engine einzubeziehen, verkneift sich TextWrangler einige der leistungsfähigeren Features von BBEdit wie zum Beispiel den flexiblen Umgang mit HTML-Tags, die Integration mit CodeWarrior, die Unterstützung von Versionskontrollsystemen usw. Da TextWrangler aber 130 USD weniger kostet als BBEdit, ist es besonders populär unter Anwendern, die entweder selten mit HTML arbeiten, sich von den zusätzlichen Funktionen von BBEdit überfordert fühlen oder einfach eine Vielzahl der Möglichkeiten von BBEdit zu einem günstigeren Preis suchen. TextWrangler 1.5 kostet 50 USD, Upgrades sind für registrierte Benutzer kostenfrei. Voraussetzung ist Mac OS X 10.2 oder neuer (10.2.6 empfohlen!). Eine auf 30 Tage limitierte Demoversion ist als 7,6 MB Download erhältlich. [ACE]
<http://www.barebones.com/products/textwrangler/>
DVD Studio Pro 2 ist erschienen -- Vier Monate nach der Ankündigung von DVD Pro 2 bei der Konferenz der National Association of Broadcasters (NAB) liefert Apple das professionelle DVD-Authoring-Programm nun aus. Bei DVD Studio Pro 2 handelt es sich um eine weitgehende Neuprogrammierung des Originals, das auf Technologien aufbaut, die Apple mit dem Kauf von Spruce Technologies in 2001 erworben hat. Die neue Version bringt ein auf Timeline basierendes Spuren-Editieren, einen Menü-Editor zur individuellen Anpassung des DVD-Menüsystems, einen verbesserten MPEG-2 Codierer und jede Menge Designvorlagen. Die Programmoberfläche ist ebenfalls komplett überarbeitet worden und bietet jetzt drei verschiedene Voreinstellungen: Basic (ähnlich wie iDVD), Extended (mit mehr Anpassungsmöglichkeiten) und Advanced (in der kein Pixel verschont bleibt). DVD Studio Pro 2 arbeitet mit Final Cut Pro 4 zusammen, das ebenfalls bei der NAB angekündigt wurde und seit Juni erhältlich ist (siehe auch Apple liefert Final Cut Pro 4 aus in TidBITS-684_). Die Vollversion von DVD Studio Pro 2 kostet 500 USD, das Upgrade von DVD Studio Pro 1.5 gibt es für 200 USD (wer Version 1.5 zwischen dem 06. April und 15. August 2003 gekauft hat, zahlt im rahmen von Apples Up-To-Date Programm nur eine Versandpauschale von 30 USD). Man benötigt einen Mac mit einem PowerPC G4 Prozessor, getaktet mit mindestens 733 MHz, eine AGP-Grafikkarte, Mac OS X 10.2.6 oder neuer und ein DVD-Laufwerk für die Installation; Obwohl ein Superdrive nicht Voraussetzung zum betrieb des Programms ist, wird es benötigt, um Projekte auf DVD-R Medien zu brennen. [JLC]
<http://www.apple.com/dvdstudiopro/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07229>
<http://www.apple.com/dvdstudiopro/uptodate.html>
GraphicConverter 4.8 erhältlich -- Im Rahmen einer Produktveröffentlichung, die uns vor ein paar Wochen schlicht entgangen war, hat Lemke Software sein höchst empfehlenswertes Bildbearbeitungsprogramm GraphicConverter auf Version 4.8 aktualisiert. Wie bei vorangegangenen Updates wundern wir uns wieder, ob die Leute bei Lemke jemals Zeit zum Schlafen finden: GraphicConverter 4.8 enthält zahllose Verbesserungen wie etwa einen neuen Entzerrungseffekt und die Möglichkeit, Farbkanäle zu tauschen. Die Palm-Unterstützung wurde optimiert durch eine Importfunktion für Foto PDB-Dateien und Palm Image-Streams. Bilder können nun auch direkt aus der Digitalkamera eingelesen werden, und die Erkennung von Canon- sowie Kodak-Bildern wurde verbessert. GraphicConverter 4.8 läuft unter Mac OS 8.6 oder neuer, inklusive OS X, kostet 35 USD Shareware-Gebühr und wird als 4,3 MB große Download-Datei angeboten. [JLC]
<http://www.lemkesoft.de/en/graphcon.htm>
<http://www.lemkesoft.de/en/graphdownld_en.htm>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>]
Ich bin nach wie vor fasziniert von der Evolution der elektronischen Bücher, unabhängig davon, ob sie zunächst auf Papier veröffentlicht oder gleich für die digitale Welt geschrieben wurden, sodass ich meine Experimente mit beiden Arten fortsetze.
Neue "10 Quick Steps"-Ratgeber -- Radio-Moderator David Lawrence (bekannt von Online Tonight und der neuen David Lawrence Show) hat eine E-Buch-Reihe ins Leben gerufen, die er die "10 Quick Steps"-Ratgeber [engl. "Zehn schnelle Schritte" -- JW] nennt. Jeder Ratgeber kostet 10 US$ und erläutert in einem 10-Schritte-Format entweder eine konkrete Vorgehensweise oder nützliche Tipps, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Als kleine Besonderheit sind diese "10 Quick Steps"-Ratgeber sowohl als PDF-Dateien (zum Lesen am Bildschirm) als auch als MP3s zum Anhören erhältlich.
<http://www.onlinetonight.net/>
<http://thedavidlawrenceshow.com/>
<http://www.10quicksteps.com/>
Ich selbst habe zwei "10 Quick Steps"-Ratgeber geschrieben: einen zum Thema "Spam vermeiden", der eine Reihe von verknüpften Strategien anbietet, um Spam abzuschmettern, und einen weiteren darüber, wie man eine WLAN-Verbindung herstellt. Letzterer beruht auf Informationen, die ich für "The Wireless Networking Starter Kit" zusammengetragen hatte
<http://www.10quicksteps.com/spam/>
<http://www.10quicksteps.com/wifi/>
<http://wireless-starter-kit.com/>
Bisher verkauft sich mein "10 Quick Steps"-Ratgeber zu WLAN etwa doppelt so oft wie der zu Spam, was mich überrascht. Ich hatte erwartet, dass die Spam-Variante erfolgreicher wäre, da ich Spam für ein größeres Problem halte und weil ich dieses Buch völlig neu verfasst hatte, anstatt den Inhalt eines teureren Buches wiederzuverwenden, welches für 25 US$ zu kaufen ist. Das sagt mir, dass es eine bestimmte Gruppe von Käufern gibt, für die ein knapper elektronischer Ratgeber ansprechender ist als ein längeres, herkömmliches Buch.
Amüsanterweise hatte David kurz nach Veröffentlichung meines Anti-Spam "10 Quick Steps"-Ratgebers einen ehemaligen Spammer in seiner Sendung, der nicht nur bestätigte, was ich beschrieben habe, sondern auch zugab, dass meine Tipps ihm das Leben tatsächlich hätten schwer machen können. Wenn die schiere Menge täglicher Spam-E-Mails an Ihren Nerven zehrt, dann werfen Sie einen Blick in "Stopping Spam 10 Quick Steps Guide" und lesen Sie meine Vorschläge, die sich vom üblichen Ansatz unterscheiden, jedes Mal eine neue E-Mail-Adresse einzurichten, sobald bei einem bestehenden Account zuviel Spam eingeht.
Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass die PDF-Versionen der Bücher sich etwa vier mal so oft verkaufen wie die MP3s. Vermutlich würden die meisten Verleger elektronischer Bücher nicht einmal _diesen_ Erfolg erreichen, aber es ist insofern nachvollziehbar, als die meisten Leute David als Persönlichkeit aus dem Radio kennen und dementsprechend auch mit seiner Stimme vertraut sind. Die Audio-Ausgaben der "10 Quick Steps"-Ratgeber sollten in Kürze auch bei Audible.com auftauchen, und ich bin gespannt, wie gut sie sich dort verkaufen werden.
iPhoto 2 VQS auf elektronisch -- Als Schritt von E-Büchern, die von vornherein zum Lesen auf dem Bildschirm gedacht waren, hin zu solchen, die auf herkömmlichen Büchern basieren, biete ich nun mein letztes Buch, "iPhoto 2 for Mac OS X: Visual QuickStart Guide", im PDF-Format über Lockergnome an. Wie beim "The Wireless Networking Starter Kit", den Glenn Fleishman und ich ebenfalls über Lockergnome als PDF verkaufen, soll der Preis der elektronischen Version nicht an den Verkaufszahlen der Papier-Version nagen, sodass ich ihn auf 14 US$ festgesetzt habe. Das entspricht in etwa der Papier-Version ohne Versandkosten.
<http://store.eSellerate.net/a.asp?c=0_SKU5164366758_AFL0770764229>
<http://tutorials.lockergnome.com/>
Natürlich kann jeder, der bereits die Papier-Version von iPhoto 2 VQS gekauft hat, die elektronische Version kostenlos erhalten (siehe die erste Seite im Buch), sodass der Hauptgrund für den Kauf der elektronischen Version wohl der ist, hohe Versandkosten bei Bestelladressen außerhalb der USA zu sparen, in den Genuss erweiterter Such- und Navigations-Funktionen zu kommen, oder schlicht unnötigen Papierverbrauch zu vermeiden.
Bisher haben etwa 180 Leute nach dem Kauf der Papier-Version die für sie kostenlose elektronische Version angefordert; etwa 500 haben die für jedermann kostenlose elektronische Version des älteren iPhoto 1.1 Buches heruntergeladen. Senden Sie eine E-Mail an <get-iphoto-vqs@tidbits.com>, um zu erfahren, wie Sie an dieses E-Buch herankommen.
Veränderte Aufgaben und Erwartungen -- Die wichtigste Erkenntnis aus diesen Erfahrungen ist für mich, dass elektronische Bücher einen großen Teil der traditionellen Terminologie aus der Verlagswelt durcheinander bringen. Wir sind gewohnt an Autoren, die dicke Bücher für Verlage schreiben, die ihrerseits auf Buchläden angewiesen sind, um ihre Produkte unters Volk zu bringen. Aber in der Verlags-Welt der elektronischen Bücher sind die Aufgaben anders verteilt und Erwartungen ändern sich.
Elektronische Bücher, die ausschließlich für die Verbreitung in digitaler Form geschrieben werden, sind selten so lang wie herkömmliche Papier-Bücher, weil viele Menschen nicht derart viel von einem Computer-Bildschirm ablesen wollen; weil die Bücher nicht gleich wie ein Flugblatt aussehen, wenn sie einen bestimmten Mindestumfang unterschreiten; weil viele E-Bücher relativ wenig kosten; und, ehrlich gesagt, weil es für den Autor bequemer ist. Tatsächlich sind die meisten E-Bücher in etwa so lang wie ein größerer Leitartikel in einer Zeitschrift; der Hauptunterschied liegt darin, dass, wenn Sie Informationen zu einem bestimmten Thema suchen, Sie diese in einer aktuellen Zeitschrift nur mit etwas Glück finden, während Sie vermutlich schnell ein E-Buch finden können, das genau Ihr gesuchtes Thema behandelt.
In der Welt der E-Bücher gibt es zudem kaum einen Unterschied zwischen Verlegern und Buchläden. Traditionelle Verleger verwenden die meiste Arbeit darauf, das Buch herzustellen und in den Verkaufs-Kanal zu drücken, aber praktisch gar keine auf Direktverkäufe. Das führt dazu, dass die Tantiemen für Autoren 20 Prozent des Preises, zu dem der Buchhändler das Buch einkauft, kaum übersteigen (der EK für den Buchhändler liegt üblicherweise bei der Hälfte des Preises, der auf dem Cover angegeben ist).
Im Gegensatz dazu erwarten E-Buch-Verlage grundsätzlich, dass Autoren einen fast veröffentlichungsfertigen Text abliefern. Als Gegenleistung bieten die Verleger ihnen 50% des vollen Preises als Tantiemen und betreiben deutlich mehr Aufwand für Vertrieb und Marketing; beispielsweise bewirbt David die "10 Quick Steps"-Ratgeber sehr oft in seinen Radio-Sendungen. E-Buch-Verlagen macht es außerdem selten etwas aus, auch die Bücher anderer Verleger zu vertreiben und den Autoren nochmals höhere Anteile am Direktverkauf, den die Autoren selbst erzeugen, zu gewähren. Dementsprechend werden Sie einige von Davids "10 Quick Steps"-Ratgebern bei GnomeTomes sehen. Aus dem selben Grund arbeitet David an Vertriebsabkommen mit Firmen wie Audible.com.
Trotz alledem lässt sich die wirtschaftliche Seite des Verlegens von E-Büchern mit dem von herkömmlichen Büchern größtenteils noch nicht vergleichen. Von einem durchschnittlichen Computer-Buch werden vielleicht 8.000 bis 12.000 Stück verkauft, mit denen der Autor zwischen 5.000 US$ und 15.000 US$ verdient. Im Gegensatz dazu werden meiner Erfahrung nach von einem E-Buch eher 200 bis 2.000 Stück verkauft, die dem Autor 1.000 US$ bis 4.000 US$ einbringen. Der große Unterschied liegt in Zeit und Aufwand, die zum Erstellen eines E-Buches notwendig sind - insgesamt geht es hierbei um Tage oder Wochen, während bei einem herkömmlichen Buch Monate anfallen.
Es wäre falsch, aus diesen Verkaufszahlen zu schließen, dass elektronische Bücher grundsätzlich nur geringe Erfolgsaussichten haben. Vielmehr hat jeder der E-Buch-Verleger seine ganz eigene Zielgruppe -- z.B. Davids Radiozuhörer oder Abonnenten des Lockergnome-Newsletter - und diese überschneiden sich kaum, selbst wenn die Leute in beiden Zielgruppen sich für die selben Themen interessieren. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass diese Verleger elektronischer Medien eher Buchläden gleichen - ein Buchladen in einer Stadt steht normalerweise nicht in Konkurrenz zu einem Buchladen in einer anderen Stadt, weil sie regional verschiedene Zielgruppen haben, und in gleicher Weise besuchen die Kunden von Lockergnome möglicherweise niemals die "10 Quick Steps"-Website von David.
Es ist außerdem höchst ungewöhnlich, wenn ein einziger Buchladen einige hundert Exemplare eines Buches verkauft, wie das bei meinem "10 Quick Steps"-Ratgebern und der PDF-Ausgabe von "The Wireless Networking Starter Kit" der Fall war, sodass ich mit diesen Ergebnissen ausgesprochen zufrieden bin. Der Knackpunkt ist, dass wir mehr solcher, auf ein bestimmtes Thema spezialisierter Buchläden für elektronische Bücher einrichten müssen; sobald das erledigt ist, könnten elektronische Bücher vielleicht die selben Verkaufszahlen wie herkömmliche Bücher erreichen.
von Kirk McElhearn <kirk@mcelhearn.com>
[Übersetzung: Jens Röcken <jens@roecken.ch>]
Lektion 3: Verschieben, Kopieren und Löschen von Dateien und Verzeichnissen
Vielleicht möchten Sie die früheren Artikel überfliegen für eine kurze Auffrischung der Grundsätze.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1238>
[noch nicht auf deutsch übersetzt -- JR]
Eine der stärksten Eigenschaften des Mac OS X Finders ist es, Dateioperationen so einfach zu machen, dass sie unkompliziert wirken. Wenn Sie, z.B., das Icon einer Datei von einem Fenster in ein anderes ziehen, gibt der Finder einer grundlegenden Operation ein grafisches Gesicht, nämlich der Operation, einen Befehl auszugeben eine Datei von einem Ort an einen anderen zu bewegen.
Es ist sicherlich schneller und einfacher, Icons in Finder-Fenstern zu bewegen als Befehle einzutippen, aber die Kommandozeile bietet Vorteile gegenüber dem Finder für das Bewegen, Kopieren und Löschen von Dateien und Ordnern (oder Verzeichnissen). Hier sind nur einige wenige:
Wenn Sie sich an das Arbeiten mit der Kommandozeile gewöhnen, werden Sie die Vorteile entdecken die sie für die Manipulation von Dateien bietet.
Vorsicht beim Verschieben und Kopieren von Dateien -- Das Mac OS hat, historisch gesehen, eine einzigartige Art der Dateispeicherung verwendet: viele Dateien bestehen aus zwei Teilen, Daten- und Ressourcen-Teil genannt. Früher, in den Tagen von Mac OS 9 und früher, enthielt der Daten-Teil Daten (den Inhalt einer Datei oder Code für Programme) und der Ressourcen-Teil enthielt Einstellungen, Icons und andere Informationen. Die meisten Dateien verwendeten dieses mehrteilige System und wenn man Mac-Dateien auf PC-formatierte Disketten kopierte und diese dann an einem Windows-Computer anschaute, konnte man zusätzliche Ordner sehen die zusammen mit der Datei kopiert wurden. Diese Ordner enthielten die Ressourcen-Teile. Da Windows diese mehrteiligen Dateien nicht versteht, hat es die Ressourcen-Teile in separaten Ordnern abgelegt um sie nicht ganz zu verlieren. Unglücklicherweise, und das ist schockierend, verstehen die Standard-Unix-Befehle in Mac OS X die Ressourcen-Teile ebenfalls nicht.
Beim Kopieren oder Verschieben von Dateien mit Ressourcen-Teil kann dies ein ernsthaftes Problem darstellen: manche Dateien speichern immer noch Informationen im Ressourcen-Teil, insbesondere Programme und solche Dateien die von Classic-Programmen erzeugt werden, aber auch Dateien von manchen Mac OS X-Programmen. Die cp und mv Befehle lassen jeden Ressourcen-Teil dem sie begegnen weg und machen die Datei so möglicherweise unbrauchbar. Apple begegnet diesem Problem indem man ein paar zusätzliche Befehle geschaffen hat, CpMac und MvMac genannt (die Grossbuchstaben sind hier wichtig), aber aus irgendwelchen Gründen werden diese Befehle nur mit den Entwicklerwerkzeugen zusammen installiert, so dass sie bei den meisten Leuten kaum installiert sein dürften. Diese Kommandozeilen Werkzeuge ermöglichen es, Dateien mit ihrem Ressourcen-Teil zu kopieren oder zu verschieben, und zwar so, dass alles was man mit ihnen kopiert oder verschiebt brauchbar bleibt.
Ein anderer Befehl, genannt ditto, hat die Option -rsrcfork, welche es, wie MvMac und CpMac, ermöglicht, den Ressourcen-Teil beim Kopieren von Dateien zu erhalten.
Dateien kopieren mit cp -- Der cp (copy) Befehl macht genau was sein Name schon suggeriert: er kopiert Dateien von einem Ort an einen anderen. (Dies entspricht der gedrückten Wahltaste beim Ziehen einer Datei von einem Finder-Fenster in ein anderes auf dem gleichen Volume. In seiner einfachsten Anwendung kopiert cp eine Datei (bestimmt durch ihren Dateinamen, mit entweder einer relativen oder absoluten Pfadangabe) in ein Verzeichnis (ebenfalls bestimmt durch seinen Namen, mit entweder einer relativen oder absoluten Pfadangabe). Die Grundform sieht folgendermaßen aus:
% cp quelle ziel
Mit dieser Definition im Kopf wollen wir jetzt mal ein paar Beispiele zum Kopieren von Dateien ansehen:
% cp ~/Dokumente/MeineDatei.rtf ~/Öffentlich
Im obigen Beispiel habe ich die Datei "MeineDatei.rtf" aus meinem Dokumentenverzeichnis in meinem Benutzerverzeichnis in das Verzeichnis "Öffentlich" kopiert, ein Verzeichnis auf welches jeder Benutzer Zugriff hat. Wie Sie sehen können ist der erste Teil, cp, der Befehl, der zweite, ~/Dokumente/MeineDatei.rtf, ist die Quelle und der dritte Teil, ~/Öffentlich ist das Ziel. Quelle und Ziel sind in diesem Beispiel beides absolute Dateipfade; ich könnte mich irgendwo im Dateisystem befinden während ich diesen Befehl ausführe.
Wie auch immer, wenn ich bereits in meinem Dokumentenverzeichnis wäre, müsste ich keinen absoluten Dateipfad benutzen für die Quelle. Da es erlaubt ist absolute und relative Dateipfade in einem Befehl zu mischen, könnte ich auch einfach folgendes eintippen:
% cp MeineDatei.rtf ~/Öffentlich
Wenn man auf diese einfache Weise Dateien kopiert, ist die Quelle ein Dateiname und das Ziel ist ein Verzeichnis. (Obwohl das Ziel auch ein Dateiname sein kann; lesen Sie weiter unten über weitere Arten cp zu benutzen.) Aber die Quelle kann auch aus mehreren Dateinamen bestehen. Wenn dieser Befehl ausgeführt wird, prüft die Shell [shell = Muschel -- JR hier: Schale -- HK] ist dasjenige Unixprogramm welches Ihre eingetippten Befehle annimmt, sie interpretiert und dann die Resultate anzeigt) den Inhalt des Verzeichnis auf das Sie sich beziehen, um sicherzustellen, dass die Datei(en) existieren. Wenn das was Sie eingetippt haben mehrere Dateien umfasst, und wenn sie alle existieren, fährt die Shell fort und kopiert alle Dateien ans Ziel. Sie können einen Befehl wie folgenden eingeben um die drei Dateien nach dem cp Befehl ins Verzeichnis "Öffentlich" zu kopieren:
% cp MeineDatei1.rtf MeineDatei2.rtf MeineDatei3.rtf ~/Öffentlich
[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]
Platzhalter zum Kopieren von Dateien benutzen -- Für eine noch knappere Version des letztgenannten Befehls kann man einen Platzhalter (engl. Wildcard) anwenden und sich einiges Tippen ersparen:
% cp MeineDatei* ~/Öffentlich
Durch den Platzhalter * sucht die Shell nach allen Dateien, deren Name mit MeineDatei beginnt, und kopiert sie nach ~/Öffentlich. Wenn Sie zehn Dateien dieser Art haben, werden natürlich alle zehn kopiert. Wenn Sie nur die ersten drei kopieren möchten, müssen Sie entweder jeden Namen einzeln eingeben oder den folgenden Befehl nutzen:
% cp MeineDatei[1-3].rtf ~/Öffentlich
Wenn Sie alle .rtf-Dateien aus dem Quellverzeichnis kopieren möchten, tippen Sie Folgendes:
% cp *.rtf ~/Öffentlich
Dieser Befehl kopiert alle Dateien, die mit .rtf enden, in das Verzeichnis Öffentlich. Der Sternchen-Platzhalter kann an jeder Stelle eines Dateinamens eingesetzt werden.
Achtung: Durch Kopieren werden vorhandene Dateien überschrieben -- Anders als der Finder, der in einer Warnmeldung nachfragt, ob Dateien wirklich überschrieben werden sollen, ersetzt der cp-Befehl standardmäßig stillschweigend jede gleichnamige Datei im Zielverzeichnis. Gleiches gilt für den mv-Befehl (s.u.). Dies ist eine der Gefahren bei der Benutzung der Befehlszeile. Neue Maßnahmen verlangen neue Gewohnheiten, und so ist es am sichersten, diese beiden Befehle mit der Option -i (interaktiv) anzuwenden, bei der die Shell nachfragt, falls im Zielverzeichnis gleichnamige Dateien sind. Zur Bestätigung gibt man y für ja ein (Dateien werden überschrieben) bzw. n für nein. Ein Beispiel:
% cp -i MeineDatei1.rtf NeuesVerzeichnis
overwrite NeuesVerzeichnis/MeineDatei1.rtf? y
%
Hätte ich auf die Überschreiben-Frage mit n geantwortet, hätte die Aktion geendet, ohne Änderungen vorzunehmen.
Eine Datei kopieren und ihren Namen ändern -- In obigen Beispielen waren die Quellen jeweils Dateien und die Ziele Verzeichnisse. Das Ziel kann aber ebenso ein Dateiname sein. Das ist praktisch, wenn man eine Datei gleichzeitig kopieren und umbenennen will. Um beispielsweise MeineDatei.rtf in den Ordner Öffentlich zu kopieren und gleichzeitig den Namen in MeineDatei1.rtf zu ändern, benutzt man folgenden Befehl:
% cp MeineDatei.rtf ~/Öffentlich/MeineDatei1.rtf
Mit cp Verzeichnisse kopieren -- Den Befehl cp können Sie wie für Dateien auch zum Kopieren von Verzeichnissen benutzen, wenngleich der Vorgang sich etwas unterscheidet: Damit cp für Verzeichnisse funktioniert, ist die Option -R (rekursiv) nötig. Diese erweitert den Befehl, so dass er nicht nur das angegebene Verzeichnis, sondern auch alle Unterverzeichnisse und sonstigen Inhalte kopiert. Um ein Verzeichnis zu kopieren, benutzen Sie also als Grundbefehl:
% cp -R Ursprung Ziel
Alle weiteren Kopiervarianten und -optionen, die oben für Dateien gezeigt wurden, funktionieren genauso für Verzeichnisse. Allerdings kann dabei nur der Name des kopierten Verzeichnisses, nicht die Namen von mitkopierten Unterverzeichnissen oder sonstigen Inhalten geändert werden.
Mit mv Dateien und Verzeichnisse verschieben -- Der Befehl mv (move) verschiebt Dateien oder Verzeichnisse von einem Ort zum anderen. Er entspricht dem Ziehen eines Ordners von einem Finder-Fenster in ein anderes auf dem gleichen Volume. Beachten Sie, dass auch bei Anwendung zwischen verschiedenen Volumes die Dateien von ihrem Ursprungsort gelöscht werden, während der Finder in diesem Fall die Dateien kopiert - es sei denn, man hält beim Ziehen die Befehlstaste gedrückt. Der mv-Befehl verhält sich also wie eine Kombination aus Ausschneiden und Einfügen. Er schneidet eine Datei oder ein Verzeichnis am Ursprungsort aus und fügt sie an der neuen Lokalisation ein. Der Befehl mv arbeitet fast identisch wie cp, mit der Ausnahme dass man nie die Option -R benutzen muss, um Verzeichnisse zu verschieben. Um mv zu benutzen, probieren Sie die oben beschriebenen Beispiele und ersetzen Sie cp durch mv.
% mv MeineDatei.rtf ~/Öffentlich/MeineDatei.rtf
In diesem Beispiel wird die Datei MeineDatei.rtf in meinen Öffentlich-Ordner verschoben. Dabei schreibt das System zunächst die Datei, überprüft die korrekte Erstellung der kopierten Datei, und löscht erst dann das Original.
Ebenso wie cp überschreibt der mv-Befehl standardmäßig jede gleichnamige Datei am Zielort. Damit unterscheidet er sich vom Finder, der in einem Warndialog nachfragt, ob man die Dateien wirklich ersetzen möchte. Wie bei vielen Befehlen kann mv mit der Option -i (interaktiv) eingesetzt werden, um sich davor zu schützen.
Dateien mit mv umbenennen -- Da man mit mv Dateien oder Verzeichnisse beim Verschieben umbenennen kann, kann man damit ebenso gut Dinge einfach nur umbenennen, wie in folgendem Beispiel:
% mv MeineDatei.rtf NeuerName.rtf
Das stapelweise Umbenennen mehrerer Dateien mit Platzhaltern (beispielsweise eine Zeichenfolge am Beginn mehrerer Dateinamen einfügen) ist leider nicht trivial; dafür eignen sich am besten die AppleScript-Skripte "Add" (Einfügen) und Trim (Abschneiden), die in Mac OS X enthalten sind; Sie finden sie unter /Library/Scripts/Finder Scripts.
Mit mkdir Verzeichnisse erstellen -- Oben haben wir gesehen, wie man Dateien von einem Verzeichnis ins andere kopiert oder verschiebt. Vielleicht müssen Sie dafür aber zunächst Verzeichnisse erstellen. Die Benutzung des Befehls mkdir (make directory - Verzeichnis erstellen) ist recht einfach. Hier ein Beispiel:
% mkdir Test
Dieser Befehl erzeugt ein neues Verzeichnis namens Test im aktuellen Verzeichnis. Da der Befehl nicht mit einem / beginnt, geht die Shell davon aus, dass Sie einen relativen Pfad angeben. Wenn Sie das Verzeichnis beispielsweise in Ihrem Dokumente-Ordner erstellen wollen, können Sie entweder zuvor mit dem cd-Befehl (change directory) zu dem entsprechenden Ordner wechseln oder - egal von wo aus - den folgenden Befehl anwenden:
% mkdir ~/Dokumente/Test
Mit dem Befehl mkdir lassen sich auch mehrere Verzeichnisse gleichzeitig anlegen. Wenn Sie drei Ordner namens Test1, Test2 und Test3 im aktuellen Verzeichnis erstellen möchten, tippen Sie:
% mkdir Test1 Test2 Test3
Wenn Sie mehrere Verzeichnisse in einer Hierarchie anlegen wollen, erledigt mkdir auch das. Die einzige Bedingung ist, dass Sie den hierarchischen Aufbau im Befehl vorgeben, indem Sie das Oberverzeichnis vor dem Unterverzeichnis vor dem Unterunterverzeichnis und so weiter erstellen. Um eine Folge von Verzeichnissen und Unterverzeichnissen nach dem Muster
Test1/Test2/Test3
zu erstellen, benötigen Sie folgenden Befehl:
% mkdir -p Test1/Test2/Test3
Die Option -p (Pfad) weist den Befehl an, jedes Zwischenverzeichnis wie gewünscht anzulegen. Er erzeugt erst das Verzeichnis Test1, dann Unterverzeichnis Test2, und zum Schluss, noch eine Ebene tiefer, Test3.
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Mit rmdir Verzeichnisse löschen -- Der Befehl rmdir ("remove directory" - Verzeichnis entfernen) ist selbsterklärend: es entfernt Verzeichnisse und löscht sie für immer. Wie der Befehl rm für Dateien, ist der Befehl rmdir sehr leistungsfähig: sobald Sie einmal ein Verzeichnis löschen, gibt es kein Zurück mehr.
Allerdings funktioniert rmdir nur mit leeren Verzeichnissen, während rm sowohl Verzeichnisse als auch Dateien löschen kann und Ihnen deshalb die Möglichkeit bietet, ein Verzeichnis zusammen mit den darin enthaltenen Dateien zu löschen. Vielleicht finden Sie es einfacher, rm sowohl für Verzeichnisse wie für Dateien zu benutzen - es ist einfacher, nur einen Befehl statt zwei anzuwenden.
Um ein leeres Verzeichnis zu löschen, geben Sie folgendes ein:
% rmdir Verzeichnis1
Sie können sogar mehrere leere Verzeichnisse auf ein Mal löschen. Sie müssen nur die Namen der Verzeichnisse mit Leerzeichen trennen und können entweder nur den Namen angeben (für relative Pfadnamen innerhalb des momentanen Verzeichnisses) oder aber den ganzen Pfad (für absolute Pfadangaben). Hier ist ein Beispiel, das drei Verzeichnisse auf ein Mal löscht - Verzeichnis1, AlteDokumente und Video - und dabei verschiedene Möglichkeiten zur Angabe der entsprechenden Verzeichnisse verwendet:
% rmdir Verzeichnis1 ~/Dokumente/AlteDokumente ../Video
Sie können mit rmdir auch ganze Hierarchien von Verzeichnissen löschen solange sie leer sind. Verwenden Sie dazu wie unten angegeben die Option -p (Pfad):
% rmdir -p Verzeichnis1/Verzeichnis2/Verzeichnis3
Ein Nachteil von rmdir ist die fehlende Möglichkeit, die Optionen -i (interaktiv) und -v ("verbose" - ausführlich) zu verwenden, die von Ihnen eine Bestätigung verlangen und die gelöschten Verzeichnisse anzeigen. Diese Mängel schmälern den Wert dieses Befehls.
Dateien löschen mit rm -- Der Befehl rm ("remove" - entfernen) ist einer der leistungsfähigsten und gefährlichsten Befehle, die Sie im Terminal verwenden können. Seien Sie vorgewarnt, wenn Sie mit rm eine Datei löschen, ist sie für immer verschwunden. Obwohl es einige Programme gibt, die gelöschte Dateien wieder hervorholen können, gehen Sie am besten davon aus, dass rm die Dateien unwiederbringlich löscht. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie rm mit dem Platzhalterzeichen * verwenden, da Sie damit ohne Warnung alle Dateien innerhalb eines ganzen Verzeichnisses löschen können.
Obwohl viele Unix-Befehle einigermaßen sicher sind (selbst wenn Sie nicht über viel Erfahrung verfügen), gleicht rm einer geladenen Pistole. Deshalb sollten Sie diesen Befehl nur mit größter Vorsicht verwenden. Es gibt allerdings eine einfache Möglichkeit, rm (und andere Befehle) sicherer zu machen; weiter unten gebe ich Ihnen dazu einige Beispiel.
Der Befehl rm ist relativ einfach. Lassen Sie sich zuerst einmal den Inhalt des Verzeichnisses mit ls anzeigen:
% ls
Datei1 Datei2, Datei3
Um eine dieser Dateien zu löschen, verwenden Sie den folgenden Befehl:
% rm Datei1
Prüfen Sie mit ls nach, ob es funktioniert hat:
% ls
Datei2 Datei3
Sie können feststellen, dass die eben gelöschte Datei tatsächlich verschwunden ist und nicht mehr länger angezeigt wird.
Ein sicherer Weg um Dateien zu löschen -- Der Befehl im obigen Beispiel zum Löschen von Dateien sollte nur von Leuten verwendet werden, die sich mit der Befehlszeile schon einigermaßen auskennen. Es gibt einen einfachen Weg, das obige Beispiel mit einer Sicherung zu versehen und das unbeabsichtigte Löschen von Dateien zu verhindern. Der Befehl rm hat die Option -i (interaktiv), die die Shell veranlasst, vor jeder Löschung eine Bestätigung von Ihnen zu verlangen. Um diese Option zu verwenden, geben Sie den Befehl folgendermaßen ein:
% rm -i Datei2
Die Shell fragt Sie nach einer Bestätigung:
remove Datei2?
Geben Sie y für Ja und n für Nein ein:
remove Datei2? y
Wenn Sie y eingeben, wird die Datei gelöscht. Wenn Sie aber mit n antworten, wird die Datei überhaupt nicht angerührt. In beiden Fällen zeigt das Terminal anschließend wieder den Prompt an; es wird keine weitere Information angezeigt und Sie müssen ls verwenden, um zu sehen, was sich im Verzeichnis befindet.
Sie möchten einen noch sichereren Weg zum Löschen von Dateien? Imitieren Sie einfach den Finder und verschieben Sie die zu löschende Dateien in den Papierkorb. Dann werden Sie solange nicht gelöscht, bis Sie das nächste Mal den Papierkorb leeren. Versuchen Sie einmal diesen Befehl:
% mv MeineDatei ~/.Trash
Mit rm mehr Informationen bekommen -- Der Befehl rm hat eine weitere Option namens -v ("verbose" - ausführlich), die Ihnen anzeigt, welche Dateien tatsächlich gelöscht wurden. Wenn Sie diese Option verwenden, zeigt die Shell folgendes an:
% rm -v Datei3
Datei3
%
Ich habe den Prompt am Schluss hinzugefügt, um zu illustrieren wie dieser Befehl von der Shell anzeigt wird. Die Option führt dazu, dass der Name jeder gelöschten Datei aufgeführt wird und kann Ihnen deshalb bestätigen, welche Dateien wirklich gelöscht wurden. Sollten Sie einen Tippfehler gemacht und irrtümlich die falsche Datei gelöscht haben, ist es aber natürlich schon zu spät.
Verzeichnisse mit rm löschen -- Obwohl Sie den Befehl rmdir zum Löschen von Verzeichnissen verwenden können, ist das auch mit rm und der Option -d ("directory" - Verzeichnis) möglich. Um ein Verzeichnis zu löschen, geben Sie den folgenden Befehl ein (zusammen mit den Optionen -i und -v für zusätzliche Sicherheit):
% rm -div Verzeichnis1
Der Befehl rm kann Verzeichnisse auch rekursiv entfernen, mit der Option -r (rekursiv) löschen Sie ein Verzeichnis inklusive aller Unterverzeichnisse und der darin enthaltenen Dateien. Im Finder entspricht das dem Ziehen eines Verzeichnisses mit mehreren Unterverzeichnissen auf den Papierkorb, allerdings können Sie auf der Kommandozeile die gelöschten Verzeichnisse und Dateien nicht mehr wieder aus dem Papierkorb hervorholen. Wenn rm einer geladenen Pistole entspricht, dann ist rm -r eine geladene Schrotflinte. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gefährlich dieser Befehl ist, da Sie mit einem einzigen Tastendruck eine ganze Menge von Dateien und Verzeichnisse zum Verschwinden bringen können!
Wir wollen einmal sehen wie das funktioniert und wie Sie die Option -i zur Absicherung einsetzen können. Erstellen Sie zuerst einige Verzeichnisse und Unterverzeichnisse:
% mkdir -p Verzeichnis1/Verzeichnis2/Verzeichnis3
Um alle diese Verzeichnisse zu löschen verwenden Sie den folgenden Befehl:
% rm -ir Verzeichnis1
remove Verzeichnis1? y
remove Verzeichnis1/Verzeichnis2? y
remove Verzeichnis1/Verzeichnis2/Verzeichnis3? y
Ohne Option -i löscht dieser Befehl alle Verzeichnis ohne weitere Meldung. Was passiert aber, wenn Sie sich entscheiden, eines dieser Verzeichnisse nicht zu löschen? Sie können jederzeit n eingeben, um ein Verzeichnis und alle darüber stehenden Verzeichnisse behalten zu können. Sehen wir uns einmal an was dann passiert:
% rm -ir Verzeichnis1
remove Verzeichnis1? y
remove Verzeichnis1/Verzeichnis2? y
remove Verzeichnis1/Verzeichnis2/Verzeichnis3? n
rm: Verzeichnis1/Verzeichnis2: Directory not empty
rm: Verzeichnis1: Directory not empty
Wenn Sie irgendwo in der Dateihierarchie ein Verzeichnis oder eine Datei nicht löschen wollen, ist das System nicht in der Lage, ein Objekt ohne das übergeordnete Verzeichnis zu behalten. Der obige Entscheid Verzeichnis3 nicht zu löschen, bedeutet also, dass Verzeichnis2 (das übergeordnete Verzeichnis) ebenfalls nicht gelöscht werden kann; Verzeichnis1 (übergeordnet zu Verzeichnis2) kann ebenfalls nicht gelöscht werden und deshalb wird keines dieser drei Verzeichnisse gelöscht.
Zusammenfassung -- Dieser Artikel hat Ihnen die wichtigsten Befehle zum Kopieren, Verschieben und Löschen von Dateien und Verzeichnissen und dem Erstellen von Verzeichnissen gezeigt. Diese Befehle - cp, mv, rm, mkdir und rmdir - bieten zwar die gleichen Funktionen wie sie auch der Finder kennt, können aber in bestimmten Situationen ganz nützlich sein. Während der Finder für die meisten Operationen einfacher zu bedienen ist, bieten Ihnen diese Befehle eine leistungsfähige Alternative und auch einige Möglichkeiten, die im Finder nicht vorhanden sind.
[Kirk McElhearn ist ein freischaffender Autor und Übersetzer, der in einem Dorf in den französischen Alpen lebt. Dieser Artikel ist ein Auszug aus seinem angekündigten Buch "Unix for Mac OS X: Learning the Command Line", das von Addison-Wesley noch in diesem Jahr veröffentlicht wird.]
<http://www.mcelhearn.com/unix.html>
PayBITS: Hat Ihnen dieser Artikel geholfen, ein wenig mit dem
Terminal herumzuexperimentieren? Vielleicht möchten Sie Kirk
dafür ein wenig belohnen?
<https://www.paypal.com/xclick/business=kirk%40mcelhearn.com>
Lesen Sie mehr über PayBITS: <http://www.tidbits.com/paybits/>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]
Tricks, die auf Nutzer von PayPal und weiterer Seiten zielen -- Weitere Details über die trickreichen PayPal-Junkmails, zusammen mit einigen Beschwerden darüber, wie PayPal und eBay mit Berichten umgehen. (9 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2031>
Textschnipsel während man nicht zuhause ist -- Jeder scheint interessiert zu sein, interessante Textschnipsel aufzubewahren, aber was machen Sie, wenn Sie nicht zuhause sind? Hier gibt es Lösungen. (4 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2032>
Kommentare zu VXA-2 -- Adam wechselte vom Exabyte VXA-1 Bandlaufwerk zu einer Strategie auf der Basis von FireVue zum Erstellen von Sicherheitskopien auf Festplatten, doch ein Leser ist neugierig, ob irgendwer VXA-2 Bandlaufwerke von Exabyte ausprobiert hat. (1 Nachricht)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2033>
Apples Anteil am PC-Markt -- Jeder Presseartikel betont, dass Apple lediglich einen Anteil von 3-5 Prozent am Gesamtmarkt hat. Doch spielt das irgendeine Rolle? Einige sagen Ja, aber andere denken, es ist eine falsche Statistik. (14 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2035>
Ernsthaftes Archivieren von Daten -- Wir behaupten nicht, dass eine Strategie von Sicherheitskopien auf Festplatten für das ernsthafte Archivieren von Daten geeignet ist, aber welche ist es? (3 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2036>
Ein besseres challenge-response system bauen -- Challenge-
response systems zur Reduzierung von Junkmails sind nicht von Natur aus böse, es ist nur so, dass die meisten gewichtige Probleme haben. Was ist notwendig, um ein besseres zu bauen? (4 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2037>
Internationale Stromadapter -- Was brauchen Sie, wenn Sie mit ihrem PowerBook oder iBook auf Reisen rund um die Welt gehen? Antworten finden Sie in diesem Thread. (7 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2038>
Beschwerden über das 17-Zoll-PowerBook -- Nach Michael Shappes
Rezension gab es einige Beschwerden, aber wir erwarten mehr als eine. (3 Nachrichten)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2039>
Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>, Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>, Jens Röcken <jens@roecken.ch>, Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>, Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Nichtkommerzielle oder gemeinnützige Zeitschriften dürfen unsere Artikel nachdrucken, wenn sie einen Link auf die Seite oder eine volle Referenz angeben. Andere kontaktieren uns bitte per E-Mail. Der Inhalt der Artikel ist ohne Gewähr. Wenden Sie sich bitte an den Autor. Namen von Publikationen, Produkten oder Firmennamen können durch Gebrauchsmustereintrag geschützt sein. TidBITS engl. ISSN 1090-7017.