
TidBITS ist 700! Okay, ganz so alt sind wir zwar nicht, aber immerhin können wir unsere 700ste Ausgabe mit Nachrichten über eine Creative Commons Lizenz feiern und darüber, dass wir uns für ein neues Content Managementsystem entschieden haben. Ebenfalls in dieser Ausgabe: Palm stellt neue PDAs vor (Tungsten T3, Tungsten E und Zire 21), Apple bringt erneut OS X 10.2.8 und Kirk McElhearn nimmt sich den ShuttleXpress Controller vor und vergleicht ihn mit dem PowerMate – dem er ja auf ewig treu bleiben wollte.
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[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]
Die Rückkehr des Mac OS X 10.2.8 Updates -- Vergangene Woche hat Apple ein neues Mac OS X 10.2.8 Update heraus gebracht, als Ersatz für jenes so schnell wieder verschwundene, das offenbar auf einigen Macs gravierende Probleme hervor gerufen hatte (siehe auch "Mac OS X 10.2.8 kommt und geht" in TidBITS-699_). Das neue Update für Rechner, die unter Mac OS X 10.2.6 oder 10.2.7 laufen (letzteres gilt nur für einige neue Mac-Modelle wie etwa das gerade vorgestellte 15-Inch-PowerBook G4), ist als 38,9 MB große Datei via Software Update herunter zu laden bzw. kommt als Vollinstallation. Ein Mac OS X 10.2.8 Update (Combo) Version ist als 97 MB große Datei zum Download erhältlich und aktualisiert Mac OS X 10.2 und neuer.
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=25524>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=25525>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07379>
Für Anwender, die die erste Fassung des Mac OS X 10.2.8 Updates installiert haben, hat Apple per Software Update eine separate Aktualisierung im Angebot: das Mac OS X Update 10.2.8 (Build 6R73) mit aktualisiertem Ethernet-Treiber und einem Update des Batteriestatus-Menüs – ein 248K Download. Und schließlich gibts für PowerMac G5-Besitzer einen speziellen Aktualisierer, der ausschließlich auf diesen Modellen funktioniert: das Mac OS X 10.2.8 (G5) Update, eine 12 MB große Datei. [JLC]
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=25576>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>]
Palm brachte letzte Woche ein Trio sofort verfügbarer Handcomputer heraus. Als Spitzenmodell bietet der Palm Tungsten T3 einen 320 x 480 Farbbildschirm, der Daten vertikal oder horizontal darstellen kann (Gut für elektronische Bücher oder Tabellenkalkulationen, wenn man das beigelegte DataViz Documents to Go Programm verwendet). Wie auch die Tungsten T und T2, hat der T3 ein herunterschiebbares unteres Gehäuseteil, das den Graffiti-Schreibbereich freigibt (siehe "Tungsten T läutet ein neues Zeitalter für Palm ein" in TidBITS-655_); aber der T3 ist das erste Gerät von Palm, das den Handschrifterkennungbereich softwaretechnisch realisiert - ein Tippen auf eine kleine Schaltfläche lässt den Eingabebereich verschwinden, um mehr Daten anzeigen zu können. Der 400 USD teure Tungsten T3 wird ausgeliefert mit 64 MByte Hauptspeicher, einem schnellen 400 MHz Intel XScale Prozessor, einem Erweiterungsschacht und drahtlosem Bluetooth Netzwerk.
<http://www.palmone.com/us/products/handhelds/tungsten-t3/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06992>
Das Mittelfeld nimmt der elegante Tungsten E ein, der geistige Nachfahre des beliebten Palm V. Der E ist leichter und dünner als die Tungsten T Serie und hat einen hochauflösenden Bildschirm (320 x 320), 32 MByte Hauptspeicher, einen 126 MHz ARM Prozessor und einen Erweiterungsschacht. Anders als beim T3 ist der Graffiti-Schreibbereich traditionell gehalten. Dafür kommt der Tungsten E preislich aggressiv mit USD 200 daher.
<http://www.palmone.com/us/products/handhelds/tungsten-e/>
Für die Benutzer, die entweder kostenbewusst sind oder nicht mehr als einen Basis-Handcomputer benötigen, gibt es den Zire 21, ein einfaches Gerät mit einem 160 x 160 Graustufenbildschirm (ohne Hintergrundbeleuchtung), 8 MByte Hauptspeicher und einem 126 MHz RAM Prozessor. Der Zire 21 kostet USD 100; der Original Zire mit 2 MByte Speicher und einem langsameren Prozessor ist nun für USD 80 erhältlich.
<http://www.palmone.com/us/products/handhelds/zire21/>
Zusätzlich zur neuen Hardware hat Palm auch endlich einige der Kernanwendungen des Palm OS erneuert - inklusive einiger Umbenennungen. Das Terminbuch heißt nun Kalender, das Adressbuch wird zu Kontakten, die Aktivitätenliste wird zu Aufgaben und der Notizblock wird umbenannt in Notizen. Die Kontaktapplikation unterstützt nun Mehrfachadressen und noch mehr Felder inklusive eines Geburtstagsfeldes, das das Datum in den Kalender überträgt. Ereignisse können mit Kategorien versehen und mit Farben markiert werden. Und zu guter Letzt kann man Notizen größer als 4K erzeugen. Die Softwareverbesserungen beziehen sich nur auf den Tungsten T3 und Tungsten E. Es gibt keine Upgrademöglichkeit, mit der Besitzer der Vormodelle die Vorteile der neuen Funktionen nutzen könnten.
Diese Art von Begriffsänderungen treibt Autoren wie mich in den Wahnsinn. Die dritte Auflage meines Buches "Palm Organizer: Visual Quickstart Guide" ist gerade im Druck; deshalb werde ich kurz nach der Verfügbarkeit des Buches im Handel einen herunterladbaren kostenlosen PDF Upgrade auf der Begleitwebsite veröffentlichen, der die aktuellen Änderungen abdeckt.
<http://www.necoffee.com/palmvqs/>
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0321180984/tidbitselectro00/nosim>
von Kirk McElhearn <kirk@mcelhearn.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <hgreiser@linarte.com>]
Als ich mir damals einen von Griffin Technologys PowerMates kaufte, dachte ich, ich hätte das ultimative Teil gefunden. In meiner Besprechung, die letztes Jahr hier veröffentlicht wurde (siehe "Die Power von PowerMate von der Leine lassen" in TidBITS-653_), sagte ich: "Das Ding wird ziemlich sicher sehr lange neben meiner Tastatur bleiben. "Tja – diese Zeit ist doch kürzer, als ich erwartet hatte, da ich jetzt etwas noch Besseres entdeckt habe: den Contour Design ShuttleXpress.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06974>
<http://www.griffintechnology.com/products/powermate/>
Der PowerMate ist ein seltsames Ding: er besteht aus einem Knopf, den man drehen und drücken kann, und der so programmiert werden kann, dass man fast alles innerhalb eines beliebigen Programms damit machen kann. Während der PowerMate mit seinem gebürsteten Aluminium und dem pulsierenden blauen LED cooler aussieht, hat der ShuttleXpress in punkto Einsatzmöglichkeiten die Nase vorn. Nachdem der ShuttleXpress meinen PowerMate ersetzt hat, und da dieses populäre Teil bei vielen Lesern bekannt sein dürfte, wird sich der größte Teil dieses Artikels mit dem Vergleich der beiden Geräte beschäftigen.
<http://www.contourdesign.com/shuttlepro/shuttlexpress.htm>
In jede Hand eins -- Der Gewöhnungsprozess an einen der beiden Controller – den PowerMate oder den ShuttleXpress – betrifft Ihre Arbeitsweise und die Bereitschaft, sich künftig mit zwei Eingabegeräten zu beschäftigen: mit Ihrer Maus oder dem Trackball, mit denen Sie zeigen, klicken, ziehen und ablegen (Drag & Drop) und mit einem drehbaren Gerät, mit dem Sie scrollen oder andere Funktionen ausführen können, die üblicherweise entweder mit der Maus oder mit der Tastatur erledigt werden.
Das setzt auch eine bestimmte Fähigkeit zu beidhändigem Arbeiten voraus. Ich bin zwar Rechtshänder, arbeite aber trotzdem am liebsten links mit dem Trackball und rechts mit diesen zusätzlichen Geräten. Das ist sicher nicht für jeden geeignet, ein Versuch lohnt sich aber.
Der ShuttleXpress aus der Vogelperspektive -- Der mattschwarze ShuttleXpress aus Plastik – geformt wie der obere Teil einer fliegenden Untertasse – ist in erster Linie für die Videobearbeitung gedacht. Er kann aber, genau wie der PowerMate, so programmiert werden, dass er verschiedene Befehle oder Aktionen aus einem beliebigen Programm ausführt. Das aktive Programm wird in einem Hintergrundprozess beobachtet, der auch, abhängig vom benutzten Programm, die passenden Einstellungen bereitstellt.
Zentrales Merkmal des ShuttleXpress ist ein Jog-Rad mit einer Fingermulde, das sich um 360 Grad drehen lässt. Um das Jog-Rad herum liegt ein gummierter, federbetriebener Shuttlering mit 15 Positionen: 1 in der Mitte und 7 auf jeder Seite. Jede dieser Positionen kann unabhängig von den anderen programmiert werden. Auf dem oberen Umlauf liegen 5 Tasten, deren Lage den einzelnen Fingerpositionen angepasst ist. Durch die Mulden der drei mittleren können Sie diese leichter auffinden und Sie können jede Taste einzeln programmieren.
Mit seinen sieben Kontrollmöglichkeiten sticht der ShuttleXpress den PowerMate also aus. Hauptunterschiede sind die fünf Buttons und der federbetriebene Shuttlering: beim Scrollen mit dem Powermate müssen Sie den Knopf andauernd drehen, beim ShuttleXpress müssen Sie den Shuttlering nur drehen und festhalten. Nach dem Ende des Scrollvorgangs schnappt der Shuttle wieder automatisch in die mittlere Position.
ShuttleXpress programmieren -- Das Programmieren des ShuttleXpress ist genauso leicht wie beim PowerMate. Allerdings ist der ShuttleXpress weniger auf den Mac zugeschnitten, da Sie die Programmierung mit einem eigenen Programm durchführen müssen. Es wäre einfacher, dies – wie beim PowerMate – über ein Kontrollfeld zu handhaben.
Um die Einstellungen für ein bestimmtes Programm vorzunehmen, öffnen Sie die ShuttleXpress-Anwendung und wählen die aus dem Klappmenü ein Programm aus. Auf der Liste erscheinen etwa zwei Dutzend voreingestellter Programme mit eigenen Mustereinstellungen, die Sie übernehmen können, wenn Sie möchten. Sie können weitere Programme hinzufügen und ebenso globale Einstellungen anpassen, die für alle nicht aufgeführten Programme gelten.
Die Konfiguration selbst kann etwas kompliziert sein. Das Zuordnen von Aktionen zu Tasten oder sogar zum Jog-Rad ist zwar einfach (damit kann man Tasten auslösen, Sondertasten gedrückt halten, Dateien und Ordner öffnen, Auf- und Ab- und Rechts- und Linksscrollen bzw. alle möglichen Mausklicks auslösen), das Programmieren des Shuttlerings dagegen nicht so sehr. Ein Grund ist der Umstand, dass der Ring 15 Einstellungen hat, außerdem können Sie Aktionen für die Übergänge von einer zur anderen Ringposition programmieren.
Ein Blick auf die eingebauten Einstellungen des Shuttlerings können Ihnen eine Vorstellung davon geben, wie programmiert werden muss. Wenn Sie den Shuttlering z.B. am besten für das Auf- und Abscrollen in Dokumentenfenstern nutzen wollen, dann macht es Sinn, den Scrollanteil mit zunehmender Drehung zu steigern. Mit anderen Worten: das Drehen auf die erste Position ergibt langsames Scrollen, durch Weiterdrehen beschleunigt sich der Vorgang. Dieses System mit variablem Tempo funktioniert viel besser als das Scrollen mit der einfachen PowerMate-Geschwindigkeit. Dafür dauert es seine Zeit, bis alle 14 Einstellungen programmiert sind (die Mittelposition lässt man am besten frei). Für das Jog-Rad kann man nur eine Scrollgeschwindigkeit einstellen, da es für einen 360°-Kreis vorgesehen ist. Sie können hier nur Bewegungen nach rechts und links definieren.
Hinweis: um das Scrollen für verschiedene Programme einzurichten suchen Sie eine der eingebauten Einstellungen mit den gewünschten Eigenschaften und exportieren Sie diese. Importieren Sie die Einstellungen dann wieder und benennen Sie sie entsprechend dem dazugehörigen Programm um. In der praktischen Anwendung werden Sie die Einstellungen möglicherweise noch einmal so anpassen, dass sie ganz speziell zu einer Anwendung passen; dies können Sie dann wieder als Muster für andere Programme nehmen, in denen Sie auf die gleiche Weise scrollen möchten.
Jetzt starten wir den ShuttleXpress -- Wie macht man jetzt das meiste aus diesem Teil, und warum ist es besser als der PowerMate? Wenn Sie sich meine Besprechung des PowerMate noch einmal ansehen, dann finden Sie eine Handvoll Ideen für den Einsatz in verschiedenen Programmen. Diese Vorschläge können Sie 1:1 in den ShuttleXpress umsetzen, Sie können aber auch – dank der 5 Tasten – beträchtlich mehr machen.
In Microsoft Entourage, das ich für meine E-Mail benutze, habe ich den fünf Buttons folgende Aufgaben zugeordnet: Mail prüfen, Eingabe betätigen (zum Öffnen einer Nachricht), Löschen, cmd-N (zum Erstellen einer neuen Mail) und ctrl-T betätigen (zur Aktivierung eines AppleScripts zum Leeren des Mülleimers). Damit ist so ziemlich alles abgedeckt, was ich neben dem Schreiben regelmäßig in Entourage mache. Jog-Rad und Shuttlering sind natürlich auf Scrollen programmiert: mit dem Shuttle geht es auf und ab, während der Shuttlering wie ein Druck auf die Pfeil-Auf/Pfeil-Ab-Tasten wirkt, um in den Nachrichtenlisten zu navigieren.
Wie sieht es mit dem Web-Browsen aus? In Safari setze ich Jog und Shuttle zum Scrollen ein, die fünf Buttons werden wie folgt eingestellt: Homepage anzeigen, cmd-T drücken (für die Erstellung eines neuen Tabulators), cmd-W (zum Schließen eines Tabs oder eines Fensters) und die Tastaturabkürzungen für "Zurück" (Command-[) und "Vorwärts" (Command-]).
Da ich oft mit Microsoft Word arbeite, habe ich einen Button zum Sichern meiner Arbeit eingerichtet (cmd-S), einen anderen zur Öffnung einer neuen Datei (cmd-N), wieder einen anderen, um zwischen Fenstern zu wechseln (cmd-F6) und zwei Buttons, um die Formatierungspalette zu zeigen, bzw. zu verbergen. Diese Einstellungen kann ich nach Belieben ändern, die letzten beiden Buttons habe ich schon hin- und hergeändert, um damit die Tool-Balken in verschiedenen Projekten zu zeigen oder zu verbergen.
Was ist mit dem Finder? OK – da haben wir "Neues Fenster", meinen Gesamtordner, den Ordner mit meinen Programmen und Zeigen/Verbergen der Werkzeugleiste. Aber das ist meine Art – Ihnen fallen bestimmt noch andere Aktionen ein, die Sie den fünf Buttons im Finder zuordnen können, genauso wie in allen möglichen anderen Programmen.
[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]
Vor- und Nachteile -- Obwohl ShuttleXpress für meine Zwecke besser ist als PowerMate, hat es noch einige Nachteile. PowerMate scrollt die Seiten glatter - vielleicht bedingt durch die Art, wie es Befehle an meinen Mac weiterleitet. Aber da man den verschiedenen Positionen seines Rings unterschiedliche Scrollgeschwindigkeiten zuweisen kann, läuft ShuttleXpress mit seiner Scrollbeschleunigung und -verzögerung insgesamt einfach besser, vor allem beim Scrollen langer Dokumente.
ShuttleXpress ist wesentlich größer als PowerMate (etwa doppelt so groß im Durchmesser), was für Leute mit wenig Platz problematisch sein kann, fühlt sich aber unter meiner Hand natürlicher an, und meine Finger ruhen perfekt auf den fünf Tasten. Der gefederte Gummiring fühlt sich beim Scrollen ebenfalls natürlicher an als der PowerMate-Knopf. Aus ästhetischer Sicht allerdings sehen das gebürstete Aluminium und die blau pulsierende LED des PowerMate nicht nur schicker aus, sie fühlen sich auch cooler an.
Noch leistungsfähiger könnte ShuttleXpress sein, wenn es so genanntes Chording böte, das Aufrufen einer Aktion durch Drücken zweier oder mehrerer Knöpfe zur gleichen Zeit oder kurz nacheinander. Dadurch wären weit mehr als fünf Aktionen möglich. Auch würde ich gerne Kombinationen wie zum Beispiel Befehl-Tab eingeben können, um mit dem Gerät zwischen Programmen wechseln zu können. Derzeit kann man ihm Befehl-Tab nicht beibringen, weil der Finder diesen Befehl abfängt, und man Tastaturbefehle nicht manuell in der ShuttleXpress-Software eingeben oder auswählen kann - im Gegensatz zur Konfiguration des PowerMate.
Es wäre mir auch lieb, wenn man die ShuttleXpress-Einstellungen irgendwie drucken könnte. Bei so vielen Knöpfen und Ringeinstellungen vergisst man leicht, was welche Aktion in welchem Programm bewirkt. Dafür wäre eine grafische Darstellung hilfreich, die die Form des ShuttleXpress und die jeweiligen Einstellungen bei den einzelnen Bedienelementen anzeigt.
Contour Design teilte mir mit, dass es für die meisten der genannten Einschränkungen Verbesserungen in einer kommenden Version in wenigen Monaten geben werde. Wenn tatsächlich all diese Korrekturen erfolgen, hätte ich wenig Negatives über ShuttleXpress zu berichten.
Insgesamt schlägt ShuttleXpress PowerMate durch Nutzbarkeit und Flexibilität. Ich bin hin und weg, jedenfalls solange, bis jemand bei dieser neuen Gattung Eingabegeräte den Einsatz deutlich erhöht. Innerhalb weniger Tage war ich versessen auf ShuttleXpress und stöpselte PowerMate aus - ein Gerät, ohne das ich zuvor nicht mehr leben konnte. Ich werde nicht behaupten, nie wieder von diesem Teil loszukommen - wurde ich doch gerade Lügen gestraft, weil ich das Gleiche über PowerMate gesagt habe. Aber jegliche Konkurrenten werden deutlich mehr bieten müssen, damit ich mich von ShuttleXpress trenne.
ShuttleXpress kostet 60 US$ und läuft unter Mac OS ab 8.6 oder Mac OS X ab 10.1. [In Europa kostet ShuttleXpress etwa 59 EUR, für eine europäische Händlerliste schreiben Sie an <europe@contourdesign.com> -- SV]
[Kirk McElhearn ist freier Autor und Übersetzer und lebt in einem Dorf in den französichen Alpen. Gemeinsam mit Todd Stauffer ist er Autor des Buches "Mastering Mac OS X - Panther Edition", das noch 2003 bei Sybex erscheinen wird.]
<http://www.mcelhearn.com/panther.html>
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von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>]
Wann immer eine größere runde Zahl auf dem TidBITS-Kilometerzähler erscheint, kündigen wir gerne Neuerungen an. In TidBITS-400_ in 1997 stellten wir unsere dynamische Website vor, die vollständig über Lasso mit weiterer Hilfe von HyperCard, AppleScript und Retrospect von einer FileMaker-Datenbank gefüttert wurde. 1999 führten wir zur TidBITS-500_ Umfragen und ein völlig neues Design unserer Homepage ein, das nun auch Platz für aktuelle Neuigkeiten sowie eine Liste der TidBITS-Talk Diskussionsthemen bot.
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-400.html#lnk2>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-500.html#Anker2>
Zu guter Letzt ermöglichten wir unseren Lesern seit der in 2001 erschienen TidBITS-600_, das Format ihrer TidBITS aus einem kompakten eleganten HTML-Format, reinem ASCII-Text oder HTML-Ankündigungen zu wählen. Insbesondere die HTML-Version der Gesamtausgabe findet viel Zuspruch, obwohl dieses Format nach wie vor bei Weitem nicht so viele Leser hat wie die setext-Ausgabe mit reinem ASCII-Text. Weitere Änderungen seit jener Ausgabe umfassen ein druckerfreundliches Layout für Artikel, direkte URLs zu TidBITS-Talk- Diskussionen innerhalb der Artikel, das Weiterleiten von Artikeln über E-Mail sowie die Unterstützung von RSS, sodass Sie TidBITS mit NetNewsWire, MacTracker, Radio UserLand oder einem anderen RSS-Client lesen können. Ja, es stimmt: ich erzähle Ihnen von diesen Diensten, denn ich vermute, dass viele Leser noch gar nicht wissen, dass wir sie anbieten.
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-600.html#600>
<http://www.tidbits.com/about/list.html>
<http://www.tidbits.com/channels/tidbits.rss>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/default.html>
Auswahl eines CMS -- So gerne ich Ihnen eine Rundum-Erneuerung unserer Website ankündigen würde, mit der wir uns von einem System verabschieden könnten, das seit seiner Einführung in 1997 unhandlich groß geworden ist, sind unsere Bestrebungen, ein leistungsfähiges neues Content Management System (CMS) ["System zur Verwaltung von Inhalten", deutsch etwa "Redaktionssystem" -- JW], noch nicht von Erfolg gekrönt worden. Bereits im April hatten wir von unseren Fortschritten berichtet und unsere Leser um zusätzliche Vorschläge gebeten. Seitdem haben wir viel Zeit mit dem Evaluieren - teilweise bis ins Detail - verschiedener Lösungen verbracht.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07143>
[Dieser Artikel liegt noch nicht auf Deutsch vor -- JW]
Ehrlich gesagt, war das die reinste Achterbahnfahrt: üblicherweise sahen wir uns ein Programm an, waren schon hellauf begeistert von den ganzen versprochenen Funktionen, um dann feststellen, dass es massive, systembedingte Einschränkungen gab. Ein sehr vielversprechendes Paket mussten wir verwerfen, als wir feststellten, dass es sämtliche Inhalts-Objekte in einer Finder-ähnlichen, aufklappbaren Liste anzeigt. Das mag für einige Websites kein Problem sein, aber da wir bereits fast 6.000 Artikel und 19.000 TidBITS-Talk-Nachrichten haben, würde eine derartige Benutzerschnittstelle sofort in die Knie gehen. Einige weitere hochinteressante CMS-Systeme gaben vor, den Versand von E-Mail-Newslettern zu ermöglichen, aber bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass sie dazu keine Nachrichten aus der Datenbank versenden konnten: die Newsletter hätten viel mehr von Hand zusammengestellt werden müssen! Insgesamt fehlte zudem generell das Verständnis für die Art von allgegenwärtigen Verknüpfungen zwischen Artikeln und anderen Inhalts-Objekten, wie wir sie benutzen. Ganz nach Ted Nelsons berühmtem Zitat "everything is intertwingled" [etwa: "alles ist mit allem kreuz-und-quer verschlungen" -- JW], und wir wollen bestehende sinnvolle Verbindungen zwischen verwandten Artikeln oder zwischen Artikeln und Diskussionen nicht verlieren.
Natürlich stand stets die Open-Source-Antwort auf jegliche Kritik im Raum: "Oh, das ist eine großartige Idee! Warum programmierst Du das nicht selbst und veröffentlichst es, damit alle Anderen auch was davon haben?" Open Source ist ein großartiges Prinzip, aber jemand muss letztlich die Arbeit machen und diese Person muss irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen. Unsere Schätzung für die Anpassung von Tiki, dem meistversprechenden der Open Source-CMS-Pakete, lag bei mehr als 200 Stunden und 10.000 US$, und das war _bevor_ wir uns mit der Integration mit einer riesigen Mailing-Liste befasst hatten. (Trotz allem ist Tiki wirklich genial, läuft unter Mac OS X und ist einen Blick wert, wenn Sie ohne die von uns benötigten tiefgreifenden Verknüpfungsmöglichkeiten und E-Mail-Integration auskommen.)
Aber wir haben nun eine Entscheidung getroffen und in mancher Hinsicht ist es die Bestätigung einer Option, die wir uns zu Beginn des Auswahlprozesses kurz angeschaut hatten: Web Crossing. Falls Sie es noch nicht kennen: Web Crossing ist ein unheimlich leistungsstarkes Paket, dass in erster Linie Werkzeuge für Online-Gemeinschaften zur Verfügung stellt (es gibt auch eine kostenlose Version mit Web-, E-Mail- und FTP-Servern). Apple setzt es, ebenso wie viele weitere bekannte Sites wie Salon, für ihre Diskussionsforen ein. Wir brauchen durchaus mehr als nur die Werkzeuge für Online-Gemeinschaften, aber Web Crossing bietet tatsächlich alle Bausteine, die man zur Erstellung eines kompletten Content Management Systems benötigt: unter anderem eine objekt-orientierte Datenbank sowie Web-, E-Mail-, FTP- und NNTP-Server. Version 5.0 von Web Crossing bietet neue Plug-Ins für Weblogs und Wikis und ist erstmals komplett modular aufgebaut, wodurch es möglich ist, Aktualisierungen durchzuführen, ohne dadurch selbst vorgenommene Modifikationen zu überschreiben.
Wichtiger ist allerdings, dass Tim Lundeen und die anderen Leute bei Web Crossing ein ausgesprochenes Interesse daran haben, aus Web Crossing ein robustes Content Management Paket zu machen (die Weblog- und Wiki-Plug-Ins sind erste Schritte in diese Richtung). Also schlagen wir mehrere Fliegen mit einer preiswerten Klappe, indem wir mit Tim und den anderen Web Crossing Leuten zusammenarbeiten werden, um unser CMS aufzubauen, und ihnen gleichzeitig helfen, ein leistungsstarkes CMS zu entwickeln, das all die Funktionen bietet, die wir woanders vergeblich gesucht haben.
Dieser Prozess beginnt gerade erst und wir hoffen, innerhalb der nächsten Monate Teile der TidBITS-Infrastruktur Stück für Stück durch gleichwertige (oder bessere) mit Web Crossing geschriebene Systeme zu ersetzen.
"Creative Commons"-Lizenz -- Unsere Wahl von Web Crossing als unser Content Management System ist bedeutend, aber sie wird sich zunächst nicht unmittelbar bemerkbar machen. Unsere zweite Ankündigung zu unserer 700. Ausgabe ist vielleicht genau das Gegenteil: eine sehr kleine Änderung, die sich sofort auswirkt.
Seit den ersten Tagen von TidBITS haben wir nicht-kommerzielle Publikationen wie Usergroup-Zeitungen immer ermutigt, unsere Artikel nachzudrucken, solange sie die ursprüngliche Verfasserzeile enthalten und TidBITS als Quelle des Artikels genannt wird. Redakteure von Usergroup-Zeitungen auf der ganzen Welt haben mit unseren Artikeln Lücken gefüllt und ihre Zeitungen aufgewertet, was wiederum zu aktiveren und lebhafteren Usergroups beiträgt.
Wir wollen hieran insgesamt nichts ändern und nicht-kommerzielle Publikationen werden auch weiterhin unsere Artikel nachdrucken dürfen, aber ab heute werden alle TidBITS-Ausgaben unter der "Creative Commons"-Lizenz veröffentlicht werden. In "Ein Paar coole Konzepte" in TidBITS-617_ hatte ich über Creative Commons geschrieben. Es handelt sich um ein ausgesprochen lohnenswertes Projekt mit dem Ziel, das Angebot an kreativen Werken, die man weitergeben und als Basis für eigene Werke benutzen darf, zu erweitern.
<http://creativecommons.org/>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-617.html#Artikel1>
Zu diesem Zweck hat Creative Commons einige Initiativen auf den Weg gebracht. Das "Licensing Project" hilft Benutzern dabei, Lizenzen zu erstellen, die der Allgemeinheit einige Rechte einräumen, die normalerweise nur dem Urheberrechts-Inhaber zustehen. Das "Founders' Copyright"-Projekt ["Urheberrecht der Gründer"; gemeint sind die "Gründer" der USA -- JW] gestattet Urheberrechts-Inhabern, ihr Werk bereits nach nur 14 Jahren - dem ursprüngliche Zeitraum für das Urheberrecht, wie ihn der Erste Kongress der Vereinigten Staaten im Jahre 1790 vorgesehen hatte - der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Der Computerbuch-Verlag O'Reilly and Associates bietet allen seinen Autoren die Möglichkeit, ihre Bücher unter dem Founders' Copyright zu veröffentlichen. Sowohl Tonya, als auch ich haben unsere Werke für O'Reilly unter das Founders' Copyright gestellt, damit die Bücher nach 14 Jahren in den Besitz der Allgemeinheit übergehen - also vermutlich zwölf Jahre, nachdem das letzte Exemplar verkauft wurde. Zu guter Letzt arbeitet das "International Commons"-Projekt daran, länderspezifische "Creative Commons"-Lizenzen zu entwerfen und einzuführen, die die jeweils örtlichen Rechtsvorschriften anderer Länder berücksichtigen.
<http://creativecommons.org/license/>
<http://creativecommons.org/projects/founderscopyright/>
<http://press.oreilly.com/pub/pr/1042>
<http://creativecommons.org/projects/international/>
Wie dem auch sei: mit einigen einfachen Schritten habe ich auf der "Creative Commons"-Website eine "Attribution-NoDerivs-NonCommercial"-Lizenz ["Zuordnung-Keine Derivate-Nicht Kommerziell"; d.h., der ursprüngliche Urheber muss genannt werden, das Werk darf nicht verändert oder als Basis für eigene Werke verwendet werden, das Werk darf nicht kommerziell verwertet werden -- JW] erstellt, und dieser Lizenz wird der Inhalt der TidBITS von nun an unterliegen. Wie ich bereits sagte gibt es keinen nennenswerten Unterschied zu früher, außer dass Artikel-Nachdrucke auf die "Creative Commons"-Lizenz hinweisen müssen - wir werden unseren empfohlenen TidBITS-Kurzinfo-Text entsprechend anpassen.
<http://creativecommons.org/licenses/by-nd-nc/1.0/>
Warum all die Mühe, die "Creative Commons-" Lizenz zu verwenden, wenn sich im Vergleich zu früher eigentlich nichts Wesentliches ändert? Weil - und ich spreche hier als jemand, der mit Urheberrecht sein Geld verdient - ich denke, dass die derzeitige Urheberrechts-Praxis in sofern grundsätzlich fehlerhaft ist, dass das System große Firmen zum Schaden der Allgemeinheit bevorteilt, während zugleich die Kreativität des Einzelnen nicht stärker gefördert wird als bereits zu Zeiten der ersten Fassung des Urheberrechts in den USA. Neben dem Licensing Project und dem Founders' Copyright arbeiten die "Creative Commons"-Leute an kreativen Möglichkeiten, der Allgemeinheit dabei zu helfen, mit einem umfangreichen Angebot an Inhalten zu interagieren, und zugleich den Kreativen zu helfen, durch das Anbieten dieser Inhalte ihre Ziele zu erreichen. Ihnen gebührt mehr Einfluss!
PayBITS: Wenn Sie weitere 700 (und mehr!) Ausgaben der TidBITS
sehen wollen, dann leisten Sie doch einen Beitrag zur TidBITS.
<http://www.tidbits.com/about/support/contributors.html>
Erfahren Sie mehr über PayBITS: <http://www.tidbits.com/paybits/>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Roland Mueller <mail@duesenschrieb.de>]
Gedanken zu Online Radio-Shows -- Nachdem Adam vergangene Woche von Inside Mac Radio Daily interviewt worden ist, fragte er sich, was die Leser über die Show im besonderen und Online Radio Shows im allgemeinen denken. ("Thoughts on online radio shows" - 17 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2076>
USB beim Systemstart -- Woran liegt es, dass etliche Leute Probleme mit der Erkennung von USB-Hardware beim Hochfahren des Rechners haben? ("USB at startup" - 10 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2077>
Verbesserungen bei TiVo Series2 -- Die Diskussion um das neue TiVo Series2 DVR geht weiter. Die Leser weisen auf neue zusätzliche Features hin. ("TiVo Series2 improvements" - 31 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2073>
Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>, Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>, Hartmut Greiser <hgreiser@linarte.com>, Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de> und Jochen Wolters <jochen@polytropia.com>.
Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.
Koordination: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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