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TidBITS#711/05-Jan-04

Was wird das neue Jahr am Macintosh bringen? Adam schaut nach vorn auf das, was Apple tun kann, um den Mac zu verbessern. Außerdem informiert er über bevorstehende Veränderungen bei den TidBITS durch die Verwendung von WebCrossing. Ferner berichten wir über Apples vorweihnachtliche Updates für das Mac OS X, QuickTime und iTunes, wie auch über die Veröffentlichung von Tinderbox 2.1. Und traurigerweise müssen wir das Ableben der Macintosh-Lichgestalt Phil Goldman beklagen. Wir sind auf der Macworld Expo San Francisco in dieser Woche und freuen uns, Sie zu sehen!

Themen:

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MailBITS/05-Jan-04

[Übersetzung: Hartmut Greiser < info@linarte.com>]

Macworld Expo Hess Events Liste verfügbar - Nachdem Ilene Hoffman während der Macworld in New York letztes Jahr eine Winterpause eingelegt hatte, hat sie jetzt wieder den definitiven Führer zu Partys, Vorträgen und anderen Veranstaltungen zusammengestellt, die im Rahmen der Macworld Expo in San Francisco statt finden. Die "Hess Memorial Macworld Events and Party" Seite enthält Pressefunktionen, Hinweise auf Veranstaltungen in einzelnen Messeständen und Informationen darüber, welche Veranstaltungen öffentlich und welche privater Natur sind. [JLC]

<http://www.ilenesmachine.com/partylist.shtml>

Tinderbox 2.1 verbessert HTML-Export und Textdisplay -- Eastgate Systems hat ein kleineres Update für den persönlichen Contentmanager Tinderbox veröffentlicht (siehe "Light Your Fire with Tinderbox" in TidBITS-651). Neu in Tinderbox 2.1 ist ein Makro für das automatische Ersetzen von Text, verbesserte Flexibilität für HTML-Export, bessere Unterstützung für anti-aliased Text und mehr. Tinderbox 2.1 kostet mit einem Jahr Gratisupdates $145; die Updateverlängerung für ein weiteres Jahr kostet $70. Es ist ein 4,4 MB Download. [ACE]

<http://www.eastgate.com/Tinderbox/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06959>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07292>


DealBITS-Auslosung: Gewinner der Insider Software

[Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Die deutsche Übersetzung dieser TidBITS-Ausgabe enthält nicht die Auslosung zum Gewinnspiel. Wenn Sie mögen, finden Sie hier den Link zum Originalartikel.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07485>


Ein Haufen Apple Software Updates

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser < info@linarte.com>]

Wir waren nicht die einzigen, die sich in einem wilden Endspurt zum Jahresende befanden und einige der Apple-Ingenieure haben ihre Ferien nach der Fertigstellung einer Vielzahl von Updates (z.B. Mac OS X 10.3.2, iTunes 4.2, QuickTime 6.5 und Battery Update 1.1) wahrscheinlich ganz besonders genossen.

Das am sehnlichsten erwartete Update ist Mac OS X 10.3.2, das verbesserte File Sharing- und Verzeichnisdienste für gemischte Mac- und PC-Netzwerke verspricht, dazu robusteres Drucken auf PostScript-Druckern, verbessertes Fontsmanagement, Updates für Mail und Adressbuch, außerdem neue ATI- und Nvidiatreiber. Apple bietet im Web eine ausführliche Liste der Änderungen an. Für den, der sie noch nicht hat, wurden auch die Verbesserungen in 10.3.1 und die jüngsten Sicherheits-Updates in das Bundle integriert. Zu den Problemen, die Anwender mit FireWire 800 Festplatten unter Panther erlebt haben, sagt Apple leider nichts. Es wird lediglich die Anmerkung aus 10.3.1 wiederholt, in der es hieß, dass Nutzer mit FireWire 800 Festplatten die dazugehörige Firmware aktualisieren sollen. Mac OS 10.3.2 steht als 38,2 MB Download via Softwareupdate und mit 36,4 MB als eigener Download zur Verfügung.

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=25652>
<http://www.info.apple.com/kbnum/n120288>

Bei iTunes 4.2 scheint es sich um ein relativ kleines Update zu handeln, das in erster Linie um die Möglichkeiten zum Einloggen in den iTunes Musicstore von einem AOL-Zugang aus erweitert wurde. Der iTunes Musicstore lässt sich jetzt in einem separaten Fenster ansehen (nützlich, wenn man sicherstellen will, dass man einen bestimmten Song nicht schon hat), außerdem bietet iTunes 4.2 anscheinend eine Reihe von Leistungsverbesserungen. iTunes 4.2 ist ein 6,4 MB Download über die Software Updatefunktion, Systemvoraussetzung ist Mac OS X 10.1.5 oder neuer, bei gemeinsamer Verwendung der Musik (sharing) wird Mac OS X 10.2.4 oder besser verlangt. In übereinstimmenden Erklärungen von Apple und AOL wurde erläutert, dass AOL-Mitglieder jetzt Musik vorher anhören, sie kaufen und herunterladen können, indem ein iTunes-Button neben einem bestimmten Musikstück geklickt wird. Diese Zusammenarbeit dürfte sich weiterhin positiv auf den Umsatz des iTunes Musicstore auswirken, der bis Ende Dezember die 25-Millionen-Marke überschritten hat.

<http://www.apple.com/itunes/>
<http://www.apple.com/pr/library/2003/dec/18aol.html>
<http://www.apple.com/pr/library/2003/dec/15itunes.html>

QuickTime 6.5, ein 18,2 MB Download über Softwareupdate, ermöglicht das Erstellen und das Abspielen von 3GPP2 und AMC "mobile Multimedia" Formaten, es verbessert die Unterstützung von Texttracks und DV-Wiedergabeoptionen für iMovie, iDVD und Final Cut Pro. QuickTime 6.5 benötigt Mac OS X 10.2.5 oder neuer.

<http://www.apple.com/quicktime/>

Endlich ist für Besitzer des weißen iBooks und der Aluminium PowerBooks das Battery Update 1.1 im Software Update als 520 K Download enthalten (auch als einzelnes 160 K-Installationsprogramm zu haben). Battery Update 1.1 soll die Leistungsfähigkeit der Batterie verbessern, um sicherzustellen, dass ihre Kapazität vollständig verfügbar ist. In TidBITS-Talk haben einige Anwender darüber berichtet, dass nach der Installation von Battery Update 1.1 und Mac OS X 10.3.2 eine signifikant höhere Lüfteraktivität zu beobachten sei, siehe auch die Diskussionen in TidBITS Talk. Wenn Sie das Update von Hand laden und installieren, bekommen Sie eine Nachricht für den Fall, dass Ihr Rechner diese Aktualisierung nicht benötigt. Es ist wahrscheinlich aber leichter, sich auf das Softwareupdate zu verlassen.

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=120281>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2133>


In Memoriam: Phil Goldman (1964-2003)

von Jorg Brown <jbx@macgroup.com>
[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]

Ich bin traurig, bekannt geben zu müssen, dass Phil Goldman, der seine Laufbahn bei Apple begann und neben Erich Ringewald Mitautor des MultiFinder in System 6 war, am Tag nach Weihnachten verstorben ist. Wenn Sie seinen Namen nicht aus dem "Über MultiFinder"-Fenster kennen, haben Sie wahrscheinlich von seiner bekanntesten Unternehmung WebTV gehört, welche er mit gegründet hat. Später gründete er noch Mailblocks, ein Unternehmen, das für spamfreie E-Mail-Konten sorgt.

Die üblichen Nachrufe erwähnen seine Karriere, seine Ehefrau und zwei Kinder und seine Arbeit für „Brave Kids“, eine wohltätige Organisation, die Familien mit schwer kranken Kindern hilft, über das Internet in Verbindung zu bleiben, teils durch ein kostenloses WebTV.

Darüber hinaus werde ich ihn aber in Erinnerung behalten als Angehörigen einer sehr kleinen menschlichen Gattung, die Software bis in ihre tiefsten Abgründe durchschauen. Man konnte mit ihm leidenschaftlich die Vereinfachung von Benutzerschnittstellen, die Zugänglichkeit einer Software bis hin zu den hochgradig effizienten Prozesswechseln des alten Mac OS diskutieren, und er konnte alle Fehler mit MacsBug bereinigen [Debugging-Software für Mac-Code -- SV]. Außerdem war er ein ausnehmend netter Mensch. In WebTV-Zeiten hatte er oft Eintrittskarten für die Francisco 49ers übrig, bot sie per E-Mail an und verschenkte sie an denjenigen, der es zuerst in sein Büro schaffte. Viele von uns in der Computerindustrie werden ihn ganz persönlich vermissen, und die Zukunft wird um seine Intelligenz, seinen Durchblick und seine Leidenschaft ärmer sein.

<http://biz.yahoo.com/ao/031230/obit_goldman_1.html>
<http://nytimes.com/2003/12/31/technology/31GOLD.html>
<http://www.mercurynews.com/mld/mercurynews/business/7597357.htm>
<http://about.mailblocks.com/press_1228_2003_goldman.asp>


Umstellung auf Web Crossing

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]

In den vergangenen Wochen habe ich mal von luftigen Visionen Abstand genommen und bin statt dessen tief in die endlosen Mysterien einer gänzlich neuen Serversoftware eingetaucht. Wie ich vor einigen Monaten in "Siebenhundert Ausgaben, ein CMS und Creative Commons" in TidBITS-700_ erwähnte, befinden wir uns mitten in einem längeren Prozess zur Überführung all unserer Internetdienste auf das industrietaugliche System Web Crossing auf einem Doppelprozessor-Xserve bei digital.forest.

<http://www.webcrossing.com/>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-700.html#Artikel3>

Eine derart große Umstellung im laufenden Betrieb ist knifflig, aber ich habe damit begonnen, die meisten internen E-Mail-Konten zu transferieren und einige interne Maillisten zu Web Crossing zu konvertieren. Das dient lediglich als Vorbereitung für den Umzug unserer deutlich größeren Maillisten - zunächst die Übersetzungslisten und TidBITS-Talk, dann zum Schluss die Hauptlisten, und dann werden wir unsere Aufmerksamkeit den Internetdiensten zuwenden.

Ich erzähle Ihnen das aus zwei Gründen: Erstens ist es möglich, dass ich einen Fehler mache, der zu abgewiesenen oder doppelten E-Mails oder anderer Verwirrung führt. Machen Sie über derartige Aktionen also keinen Kopf und gehen Sie davon aus, dass ich schon davon weiß - es sei denn, das Problem dauert an.

Zweitens, und das ist noch wichtiger, ist es einer der großen Vorteile von Web Crossing, dass Sie Ihre Abonnements selbst verwalten können, was natürlich ein Konto voraussetzt. Jedes Mal wenn ich eine Mailliste von dem alten Listenprogramm zu Web Crossing übertrage, bekommen Sie eine Nachricht von der Listenverwaltung, dass Sie eine Liste abonniert haben. Achten Sie besonders auf die erste Nachricht, die Sie bekommen, weil an deren Ende Ihr Benutzername für Web Crossing steht (gewöhnlich Ihr E-Mail-Benutzername, ergänzt durch eine zufällige Nummer am Ende, um Duplikate zu vermeiden) sowie ein zufallsgeneriertes Passwort und ein Link zu unserem Web Crossing-Server. Mit diesen Angaben können Sie sich in Web Crossing einloggen, um Ihr Passwort durch ein besser merkbares zu ersetzen, ihre Abos zu verwalten und Ihre E-Mail-Adresse zu ändern. Wenn Sie Ihr Passwort vergessen, kann Web Crossing ein neues erzeugen und Ihnen zusenden.

<http://emperor.tidbits.com/>

Ich lasse die Umstellung langsam angehen, teils weil es zeitaufwändig ist, ein so leistungsfähiges Programm wie Web Crossing zu lernen und zu konfigurieren, teils weil die Leute von Web Crossing kontinuierlich auf meine Anregungen hin Nachbesserungen durchführen. Bis jetzt war es ein toller Lernprozess, also drücken Sie die Daumen für die noch ausstehenden Arbeiten!


Apple Computer - auf dem Marsch ins Jahr 2004

von Adam C. Engst ace@tidbits.com
[Übersetzung: Hartmut Greiser <info@linarte.com>]

In den letzten Jahren habe ich in der ersten Ausgabe nach Neujahr immer versucht, einige der großen Ereignisse der kommenden Monate voraus zu sagen - mit unterschiedlichem Erfolg. Prüfen Sie selbst, wie gut mir das in den letzten Jahren gelungen ist. Dieses Jahr werde ich den Blickwinkel etwas ändern und nachsehen, wohin Apple sich bewegen _sollte_.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07035>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06688>

Einige dieser Ideen stammen aus meiner Keynote bei der O'Reilly Mac OS X Conference im Oktober 2003. Danach unterhielt ich mich mit Tim O'Reilly über Apples unlogisches Verhalten, das sich darin äußerte, einer bestimmten Technologie oder Eigenschaft in einem Produkt eine hohe Bedeutung beizumessen, dies für ein anderes Produkt aber völlig außer Acht zu lassen. Tim bemerkte, dass iTunes einige wirklich schöne Merkmale habe (auf „Rendezvous“ basierendes Auffinden von shared Musikstücken). Wäre es da nicht nützlich, wenn iPhoto auf der Grundlage von „Rendezvous“ shared Photos auffinden könnte? Anders gesagt - von außen hat man den Eindruck, das "Not invented here" Syndrom (eine Technologie, die wir nicht erfunden haben, ist nichts wert) beziehe sich sogar auf die einzelnen Produktgruppen. Lassen Sie uns einen Blick auf einige spezifische Gebiete werfen, in denen Apple besondere Mühe investieren sollte, um einerseits ihre Produkte zu verbessern und andererseits dem Rest von uns zu einer noch besseren Macintosh-Erfahrung zu verhelfen.

Proaktive Hardwaretests -- Mac OS X hat die Gesamtstabilität des Macintosh radikal verbessert, auch wenn ich den Eindruck habe, dass Panther etwas seltsamer ist als Jaguar (gelegentliches komplettes Einfrieren meines Dual-Processor 1 GHz Power Mac G4). Einige meiner TidBITS-Kollegen bekamen Ärger mit RAM-Modulen von Fremdherstellern, die unter Jaguar keine Probleme machten, unter Panther aber dauernd Abstürze auslösten. Besondere Problemfälle kommen und gehen - so lange der Trend insgesamt in Richtung verbesserte Zuverlässigkeit geht werde ich mich nicht zu laut beschweren. Ich mache mir mehr Sorgen darüber, dass wir immer noch keine ausreichenden Diagnose- und Meldemechanismen haben, um alle Arten schlechter Hardware zu identifizieren und sie zu isolieren, bevor sie für Probleme sorgt. Wie stelle ich z.B. fest, ob ein FireWire- oder ein USB-Teil defekt ist? "Trial and error" - so wie früher. Apple macht einige Schritte in die richtige Richtung. Panthers Festplattendienstprogramm kann jetzt den SMART-Status Ihrer Festplatten melden. SMART ("Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology") ist eine Eigenschaft, die in die meisten modernen Festplatten eingebaut ist. Durch die Beobachtung zahlreicher Variablen beim Betrieb des Laufwerks ist SMART theoretisch in der Lage vorherzusagen, wann eine Festplatte den Geist aufgeben wird. Katastrophen wird es nicht prophezeien können, aber es wird Defekte kommen sehen, die sich wegen der Anhäufung kleinerer Probleme im Laufe der Zeit ankündigen - das ist ja schon mal etwas. Starten Sie das Festplattendienstprogramm, wählen Sie ein Laufwerk (kein Volume) in der linken Spalte und sehen Sie sich den SMART-Status am unteren Bildrand an.

http://www.storagereview.com/guide2000/ref/hdd/perf/qual/featuresSMART.html

Auf ähnliche Weise meldet Panther jetzt den aktuellen Netzwerkstatus in den Netzwerkvoreinstellungen, u.a. ob ein Kabel abgezogen wurde oder ob Sie eine selbstzugewiesene IP-Adresse haben. Beides kann Ihnen nicht unerhebliche Zeiteinsparungen bei der Fehlersuche bringen. Der letzte nette Zug ist die Tatsache, dass (das gilt wenigstens für einige der neuen Macs, für alle kann ich meine Hand nicht ins Feuer legen) Apple jetzt das Apple Hardwaretest Dienstprogramm zur Verfügung stellt, mit dem man viele der Hardwaresubsysteme eines Mac testen kann. Schauen Sie sich die Disketten an, die Ihrem Mac beigelegt wurden. Bei meinem 12-Inch PowerBook G4 befindet sich der Apple Hardwaretest auf der Software Installations- und Wiederherstellungs-DVD, man startet ihn durch das Festhalten der Optionstaste während des Hochfahrens und durch das nachfolgende Auswählen (an Stelle einer Bootdisk). Es wäre schön, wenn Apple all dies zusammenfassen und einen Weg finden könnte, die Anwendungen automatisch laufen zu lassen. Von dem Apple Hardware Testprogramm habe ich nur deshalb erfahren, weil einer der Supportmitarbeiter von Small Dog Electronics mich gebeten hat, es zu starten, um so den Grund für dauernde Kernel Panics und laufendes Einfrieren auf meinem PowerBook zu finden (es war defekter RAM). Besser wäre ein Programm - möglicherweise in der Firmware, das beim Hochfahren nach Hardwareänderungen sucht und automatisch einen Test des neuen Gerätes anbietet, um dann diese Tests auf automatisch neben den regulären Unix-Aufräumaktionen laufen zu lassen, wenn der Mac gerade nichts zu tun hat. Eine solche Eigenschaft ist vielleicht nicht besonders sexy, aber ich denke, sie wäre für Apple aus Marketingsicht leicht zu begründen, ganz zu schweigen von reduzierten Kosten für technische Hilfeleistung und von der verbesserten Kundenzufriedenheit. Nennen wir es "Proaktive Tests" und verkaufen wir es als eine Technologie, die sicherstellt, dass der Mac eines Anwenders einige grundsätzliche Überprüfungen all der Dinge durchführt, die ein Nutzer zusätzlich einbaut, sei es RAM, eine interne oder externe Festplatte oder ein USB-Gerät. Jeder weiß, dass Computer eine echte Plage sein können, wenn sie nicht einwandfrei arbeiten; fehlerhafte Hardware zu erkennen, bevor sie für Ärger sorgt, wäre ein echter Gewinn für Apple.

Mehr Betonung auf Identität -- Abgesehen von Projekten wie dem Virginia Tech Terascale Cluster mit 1100 Power Mac G5s hat sich der Mac immer eher auf die Kommunikation als auf die Zahlenfresserei konzentriert. Vom ersten Tag an war der Mac ein Instrument für die Kommunikation mit anderen, mit MacWrite und MacPaint in der ersten Zeit und - noch nicht so lange - über das Internet mit einem Haufen Applikationen wie iChat AV, iTunes und iPhoto. Mit den meisten dieser Programme hat Apple gute Arbeit geleistet: es gibt besser Benutzeroberflächen, die Kommunikationstechnologien sind in Mac OS X integriert, dazu gibt es kleine Geräte wie iPod und iSight als schöne Köder.

http://computing.vt.edu/research_computing/terascale/

Was brauchen wir jetzt? Einen Schwerpunkt auf die Frage der Identität. Kern aller Kommunikation ist das Identitätskonzept, aber Apples Software und seine Dienste sind zur Zeit extrem verschwommen, was diesen Punkt anbelangt. Denken Sie an all die Gelegenheiten, wenn Sie sich identifizieren müssen: beim Einloggen auf Ihren Mac, bei der Verbindung mit Fileservern, beim Verschicken von Mail, bei der Verbindung mit vielen Websites (auch bei Apples eigenen Diensten .Mac und Apple Store), bei iChat, bei Sharen von Music über iTunes und mehr. Für jeden Fall haben Sie wahrscheinlich einen anderen Weg, sich selbst zu identifizieren, obwohl es sich immer um Sie handelt. Warum muss ich mich immer wieder neu anmelden, wenn ich meine eigenen Accounts auf anderen Macs in meinem Netzwerk erreichen möchte. Warum habe ich nicht mehr Privilegien als irgendein anderer Nutzer, Playlists zu erstellen oder Songs zu bearbeiten, wenn ich meine eigene shared Musik in iTunes mit meinen anderen Macs erreichen möchte? Warum muss ich mir nicht nur für mehrere Websites sondern auch auf mehrere Dienste unterschiedliche Benutzernamen und Passwörter merken, die Apple selbst unterhält? Wo ist Apples berühmte Integration von Hardware, Software und Webdiensten wenn es sich um die Identität handelt? Schlüssel für die künftige Kommunikation ist Identität und das dazugehörige Rechtekonzept. Wir brauchen die Möglichkeit, uns gegenüber anderen und die zu identifizieren, die sich mit uns in Verbindung setzen wollen. Noch wichtiger: wir müssen genau bestimmen können, was jeder Person in einem bestimmten Kommunikationsszenario zu tun erlaubt sein soll. Apple hat die nötigen Bausteine, um Mac-Anwender in die Lage zu versetzen, eine einzige elektronische Identität zu erstellen und zu nutzen und Apple hat - vor allen anderen Wettbewerbern - gute Chance, einen neuen Standard zu verfügen. (Hätte Microsoft einen besseren Ruf in punkto Glaubwürdigkeit und hätte man sich dort dafür entschieden, .NET Passport zu einem offenen Standard zu machen, dann hätte es wohl eine viel größere Auswirkung gehabt.)

[Übersetzung: Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de>]

Ich glaube schon seit langem, dass Identität ein großes Thema sein wird: dies ist der Grund, weshalb ich viel Arbeit in die XNS Versuche (eXtensible Name Service - Erweiterbarer Namensdienst) von vor einigen Jahren gesteckt habe. Unglücklicherweise litt XNS unter viel Urheberrechtsballast und einer verwirrenden Aufteilung von Managementverantwortlichkeiten und -möglichkeiten zwischen XNSORG (der gemeinnützigen Organisation, der ich vorstand) und dem Unternehmen OneName Corporation (die Firma, die XNS entwickelte und der XNSORG lizenzierte). Was die Sache runter zog, war OneNames Problem der Finanzierung; die Firma überlebte um Haaresbreite und wird momentan unter dem Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts reorganisiert. XNSORG hängt seit dieser Zeit ebenfalls in der Schwebe.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06133>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06485>
<http://www.onename.com/>
<http://www.xns.org/>

Trotz dieser entmutigenden Zeichen und dank der fast alleinigen Anstrengungen von Drummond Reed ist XNS noch am Leben und Teile der technischen Spezifikation sind nun unter der Federführung von OASIS, einem weltweiten gemeinnützigem Standardisierungskonsortium. Die „Extensible Resource Identifier“ Spezifikation (Erweiterbare Ressourcen Kennung) wurde letzten Monat vom OASIS XRI Technischen Ausschuss abgesegnet und die Gründungsurkunde für den zweiten OASIS Technischen Ausschuss für die XDI Spezifikation (XRI Data Interchange - XRI Daten Austausch) wurde ebenfalls letzten Monat eingereicht. Mit etwas Glück werden diese technischen Spezifikationen bei OASIS es für andere Organisationen wie Apple einfacher machen, damit zu beginnen, Identitätsservices basierend auf diesen offenen Standards zu entwickeln.

<http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=xri>
<http://www.onename.com/standards.html>

Das gleichgewicht zwischen offener und proprietärer Software -- Mac OS X war bisher ein großes Experiment, die besten Ansätze der Open Source Welt und der proprietären Welt zusammen zu bringen: Apples legendär einfache Bedienbarkeit auf einem ebenfalls legendären Open Source Unix Betriebssystem. Auch auf höheren Ebenen hat Apple eine guten Job gemacht und offene Strukturen geschaffen die es Entwicklern ermöglichen, eigene Anwendungen schnell und einfach zu erstellen. Einige sind recht bekannt, so zum Beispiel die WebKit-Struktur, die es signifikant vereinfacht, Webzugänge in Anwendungen zu legen. Andere Beispiele sind weniger bekannt, wie das Adressbuch, Apples systemweite Kontaktdatenbank.

Für Benutzer erscheint das Adressbuch als eine relativ einfache Anwendung um Kontakte zu verwalten. Aber es ist tatsächlich nur die Oberfläche der Adressbuch-Struktur und diese wiederum ist nur eine besondere Methode mit einer Open Source Datenbank namens MetaKit zu kommunizieren. Daher kann jede Anwendung auf der Adressbuchdatenbank lesen und schreiben, kann sich Felder auswählen, kann eigene Felder definieren und sogar für bestimmte Felder markieren zu welcher Anwendung diese speziell gehören. Und eine stetig wachsende Zahl von Programmen nutzt diese Möglichkeiten auch.

<http://www.equi4.com/metakit.html>

Es gibt zumindest zwei große Vorteile, solche Strukturen zu erstellen. Entwickler werden dazu ermächtigt, mit Safari in direkten Wettbewerb zu treten. So schwierig sich das auch zuerst anhören mag, dank der WebKit-Struktur ist dies vom Aufwand her erheblich einfacher (Zum Beispiel nutzt OmniWeb 5, dessen Vorversion auf der Macworld Expo diese Woche präsentiert wird, WebKit zur Webseitendarstellung, um es mit Omnis Vision einer Webbrowser Bedienoberfläche zu kombinieren). Aber der noch interessantere Vorteil ist, dass man sich keine Sorgen darüber machen muss, dass die eigenen Daten in Geiselhaft gehalten werden. Wenn man Apples Adressbuch-Oberfläche beispielsweise nicht mag, kann man eine Oberfläche eines anderen Entwicklers nutzen, theoretisch zumindest.

<http://www.omnigroup.com/applications/omniweb/5/>

Aber Apple ist hier nicht ganz konsistent. Wenn iPhoto nur Apples eigene Bedienoberfläche einer generischen Bildkatalog-Struktur wäre, statt einer durch und durch proprietären Lösung wie heute, müssten die Benutzer keine Hemmschwelle haben, alle Ihre Fotos iPhoto anzuvertrauen und auch den Aufwand der Pflege von Metadaten (Titel, Schlüsselworte und Fotoalben ) zu investieren, die den Fotos besondere Bedeutung geben. Außerdem, wenn Entwickler Teile von iPhotos Funktionalitäten erweitern oder ersetzten könnten, wäre es eine Alternative für die Leute bei denen iPhoto vorher nicht so gut ankam.

Auf den Punkt gebracht: obwohl Apple das Prinzip des Programmaufbaus basierend auf offenen Strukturen zum Teil verstanden hat, ist es noch keine Religion in allen Bereichen der Firma geworden. Geschlossene Lösungen, wie iPhoto, erfüllen zwar den Zweck den Mac attraktiv für Konsumenten zu machen, aber gestatten es externen Entwicklern nicht, den Mac für Endverbraucher noch attraktiver zu machen.

Ich brauche mehr Geschwindigkeit, Scotty! Leistung ist ein delikates Thema, um sich darüber zu beschweren, weil es ziemlich leicht ist, sich auf Geschwindigkeitszuwächse durch Hardware-Verbesserungen zu verlassen, besonders wenn man so die Überalterung aufhalten kann und Mac Nutzer verleitet alle paar Jahre einen neuen Computer zu kaufen. Falls alte Macs mit den neuesten Programmen schnell laufen würden, blieben die meisten Leute länger dem alten Mac verhaftet, was sich natürlich schlecht auf Apples Umsätze auswirken würde.

Die Mac OS X Leistung war nicht nutzbar unter 10.0, merklich nutzbarer unter 10.1 und sehr vernünftig nutzbar unter 10.2. Und Apple hat sich dann wohl entschieden, dass “sehr vernünftig" dann auch alles war. Panther scheint etwas schneller als Jaguar zu sein, aber auf meinem Dual-Prozessor 1 GHz Power Mac G4 sehe ich die drehende Pizza des Todes deutlich häufiger unter Panther als ich es je unter Jaguar tat. Und alles im allem fühlt sich der Mac deutlich langsamer an. Egal warum, ich bin auf jeden Fall enttäuscht, da Max OS X noch nie die Schmissigkeit eines Mac OS 9 erreicht hat und wenn man die Hardwareleistungen unser heutigen Computer zu Grunde legt, erwarte ich Nachbrennergeschwindigkeit.

So gerne, wie ich Mac OS X schneller sehen würde, glaube ich nicht daran, dass wirklich etwas passieren wird, da Apple nicht in die notwendigen Entwicklungsressourcen investieren will. Besonders wenn der Status quo einen Geldsegen durch die notwendigen Hardwarekäufe in die Kassen spült.

Ungeachtet dessen gibt es in Verbindung mit der Leistung noch drei andere Bereiche, in denen Apple das Macintosh-Erlebnis verbessern könnte und sollte. Alle Bereiche beziehen sich auf Verbesserungen der funktionalen Leistung, nicht der Rechenleistung. Die Rechenleistung bedeutet die Verbesserung von Prozessor bzw. die Code-Optimierung, damit dieser schneller ausgeführt werden kann. Wichtiger ist jedoch die funktionale Leistung oder die Verbesserung der Bedienung, damit die Nutzer bestimmte Funktionen schneller ausführen können. Ironischerweise bedeuten funktionale Leistungsverbesserungen gleichzeitig auch eine Erhöhung der Rechenleistung, da Programme mehr CPU Zyklen benötigen, um die Benutzeraktionen abzuarbeiten. - allein die Popularität der graphischen Benutzeroberfläche ist ein Beweis dafür, warum so viel Rechenleistung benötigt wird.

Erstens: Mac OS Xs gefürchtete drehende Pizza des Todes zeigt uns an, dass ein Programm nicht antwortet. Entweder ist es abgestürzt, dann gibt es wohl keine Rückkehr, oder es führt gerade eine länger dauernde Aufgabe aus. Unter Mac OS 9 konnte man diese längeren Aufgaben mit der Tastenkombination “Befehl-Punkt" unterbrechen. Diese Funktionalität wünschte ich mir auch im Mac OS X. Es ist ziemlich frustrierend, wenn man einen Bedienfehler macht, der dazu führt, dass ein Programm für einige Minuten abtaucht, ohne dass man es wieder zurückholen kann. Und es ist genauso frustrierend, wenn man auf den Finder warten muss, weil dieser nicht begreift, dass ein Netzlaufwerk nicht verfügbar ist.

[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Zweitens, können Sie sich noch an das Werkzeug Boomerang von Hiro Yamamoto aus früheren Tagen erinnern? Das Programm vereinfachte das Öffnen von Ordnern und Dateien, auf die man erst kürzlich zugegriffen hatte und obwohl das Programm seither erweitert (zu Super Boomerang) und über die Jahre häufig nachgemacht worden ist, scheint kein Programmierer die Lektion daraus gelernt zu haben. Boomerang hat verstanden, dass die letzten Aktionen auch diejenigen sind, die Sie mit grosser Wahrscheinlich wieder ausführen werden. Um das ein bisschen zu generalisieren, kann man sagen, dass bestehende Informationen dazu dienen können, zukünftige Tätigkeiten zu beschleunigen und zu vereinfachen. Das ist eine raffinierte und lehrreiche Lektion und einige Programme von Apple haben sie auch verstanden. Das Adressbuch kann aufgrund der Daten in anderen Adressen viele Eingabefelder einer neuen Adresse automatisch ausfüllen; der Monitor-Status in der Menüleiste zeigt nur die Bildschirmauflösungen an, die vor kurzem auch tatsächlich genutzt wurden. Aber viel zu viele Programme haben aus Boomerang nichts oder nicht viel gelernt, so kann Safari zwar die URL aufgrund der bereits besuchten Seiten vervollständigen, aber nur wenn sie die URL von Anfang an eingeben oder zumindest den Domainnamen nach www eintippen. Und iPhoto hilft Ihnen keinen Deut bei der Organisation Ihrer Photos. Jedes Produktteam, sei es nun bei Apple oder einem Dritthersteller, sollte sich ernsthaft darüber Gedanken machen, wie dem Anwender die Arbeit erleichtert werden kann, indem die Software kürzlich erfolgte Aktionen oder frühere Informationen besser auswertet.

Drittens herrschte bei mir eine leichte Frustration über die Ausstattung des Systems, die von Tim O'Reilly schon oftmals angeprangert wurde. Jemand bei Apple sollte endlich _untersuchen_ welche Produkte wirklich sinnvolle und nützliche Oberflächen besitzen und dadurch dem Anwender die Arbeit abnehmen und dann dieses Wissen an andere Produktteams weitergeben. Zum Beispiel zeichnet iTunes die 25 meistgespielten Lieder in einer eigenen Playlist auf; eine ähnliche Option bei iChat oder Mail für Personen, mit denen Sie am häufigsten kommunizieren, hätte grosse Vorteile (dieses Beispiel überschneidet sich mit dem obigen Absatz über Boomerang, da die Personen mit denen Sie zuletzt kommuniziert haben, wahrscheinlich auch diejenigen sind, mit denen Sie als nächstes kommunizieren werden.) Wie sollte diese Weiterverbreitung von Ideen geschehen? Die Idee von Tim finde ich sehr gut, da davon auch die Entwickler ausserhalb von Apple profitieren könnten. Er schlägt vor, ein systematisches Dokument analog den Richtlinien zur Oberflächengestaltung ("Human Interface Guidelines") zu schaffen und dort die besten Beispiele von bestehenden Applikationen vorzustellen und zu zeigen, wie solche Programme besser miteinander vernetzt werden könnten.

File-Sharing, die nächste Generation -- Der Macintosh hat mit der Einführung von "Personal File Sharing" Neuland beschritten und es jedermann ermöglicht, seinen Macintosh zu einem kleinen File-Server zu machen. Das ist schon eine ganze Weile her, wie die aktuelle und umfangreiche Liste von File-Sharing-Protokollen im Sharing-Kontrollfeld deutlich zeigt. Rendezvous hat uns zudem das einfache Auffinden von Netzwerkressourcen zurückgebracht, das mit dem Wechsel von AppleTalk auf TCP/IP verloren gegangen ist.

Trotz dieser vielen neuen Spielarten von File-Sharing und Verbesserungen wie Rendezvous, hat Apple bei der wichtigsten Entwicklung im Bereich des Datenaustausches nnoch nichts unternommen: dem Peer-to-Peer-File-Sharing. Wir stecken immer noch in einem sehr technischen Modell des File-Sharings fest. Wenn Sie auf eine gemeinsam genutzte Datei zugreifen möchten, müssen Sie wissen, auf welchem Server sie gespeichert ist, welchen Benutzernamen und Passwort Sie verwenden müssen und dann eine Verbindung zu diesem Server herstellen. Vorausgesetzt Sie können zum File-Server überhaupt eine Netzwerkverbindung herstellen.

File-Sharing muss wirklich nicht so kompliziert sein und tatsächlich hat ein Produkt namens DataClub aus den frühen 90er-Jahren eine Alternative geboten. Mit DataClub konnte jeder vernetzte Macintosh einen Speicherbereich einer sogenannten "Cloud" (Wolke) zuweisen und dort gemeinsam genutzte Dateien ablegen. Die Dateien in den "Clouds" waren alle gleichzeitig sichtbar, unabhängig davon, auf welchem Macintosh sie gespeichert waren. Wenn ein Macintosh ausgeschaltet wurde, wurden alle Dateien in dessen "Cloud" grau dargestellt, um anzuzeigen, dass sie momentan nicht verfügbar waren.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=03212>

Seit den Tagen von DataClub haben wir den Aufstieg von Peer-to-Peer-Netzwerken wie Napster, Kazaa, eDonkey2000 und vielen anderen miterlebt. Aber keine dieser Techniken ist im Mac OS aufgetaucht, vielleicht aus Angst, dass die Leute solche Möglichkeiten mit dem illegalen Herunterladen von Musik oder Filmen gleichsetzen würden.

Ich hätte gerne, dass Apple Peer-to-Peer-Möglichkeiten in Mac OS X einbauen und dadurch ein Netzwerk mit Macintosh-Computern noch leistungsfähiger machen würde. Mehrere Kopien der gleichen Datei könnten auf mehreren Computern gespeichert und damit selbst dann zugänglich bleiben, wenn ein Computer ausgeschaltet oder im Falle eines PowerBooks auf Reisen ist. Es wäre nicht mehr nötig, das Netzwerk nach Servern zu durchsuchen; gemeinsam genutzte Dateien wären jederzeit in einem speziellen Ordner zugänglich. Ein solches System könnte auch automatische Backups von nicht allgemein zugänglichen Daten erleichtern, indem solche Daten als verschlüsselte Brocken auf anderen Computern zwischengespeichert würden. All das funktionierte natürlich am besten mit einem Hochgeschwindigkeits-Netzwerk, aber wenn es gut entworfen und sauber ausgeführt wäre, könnte es ebenfalls über das Internet eingesetzt werden.

Dateisystem-Datenbank -- Um meinen Blick in eine mögliche Zukunft von Apple und Mac OS X abzuschliessen, denken Sie einmal daran, was meine Idee einer "Wolke" von gemeinsam genutzten Dateien auf einer tieferen Stufe bedeuten würde. Wie würde man eine Datei als "gemeinsam benutzt" kennzeichnen und wie würde man festlegen, wer darauf in welcher Form zugreifen dürfte? Und wie würde ein Anwender solche Dateien finden und was würde passieren, wenn jemand eine Datei bearbeiten und ein anderer Benutzer sie gleichzeitig öffnen würde?

Die Antworten auf all diese Fragen erhalten wir, wenn wir uns alle Dateien als Objekte in einer Datenbank vorstellen, da Datenbanken die oben angesprochenen Probleme wie Zugriffsrechte, Benutzer- und Gruppeninformationen und das Sperren von Datensätzen schon lange gelöst haben. Aber ein Dateisystem ist eine ziemlich lausige Datenbank und damit ein solches Peer-to-Peer-File-Sharing wirklich funktionieren würde, müsste das Dateisystem mit einer leistungsfähigen Datenbank ausgestattet werden. Das ist übrigens kein neues Konzept - ich habe als Aprilscherz bereits in einem TidBITS-Artikel im Jahre 1992 darüber geschrieben und später in einer Artikelserie im Jahre 1996 etwas ernsthafter über die Nützlichkeit eines derartigen Systems gesprochen.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=03159>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-341.html#lnk3>
<http://www.heikekurtz.de/tidbitsde/TidBITS-de-342.html#lnk3>

Eine Datenbank mit einem darauf basierenden Dateisystem könnte normale Ordner im Finder zu allgemeinen Behältern machen, deren Inhalt auf laufend aktualisierten Suchvorgängen beruhen könnte, beispielsweise alle Dateien die von einem bestimmten Benutzer angelegt worden sind oder alle Dateien, die einer definierten Gruppe zur Verfügung stehen. Zusätzliche Informationen oder Metadaten könnten die Anzeige der Dateien nach weiteren Kriterien einschränken, etwa nach der Applikation mit der sie erzeugt wurden oder nach dem Zeitraums innerhalb dessen sie erstellt oder geändert worden sind. Das Sperren von Dateien kann verhindern, dass zwei Benutzer gleichzeitig die gleiche Datei verändern wollen. In gewissen Situationen könnte die Sperrung sogar noch feiner arbeiten und ermöglichen, dass zwei Anwender gleichzeitig unterschiedliche Teile einer Datei verändern könnten, ähnlich wie es das Programm SubEthaEdit bereits heute schon anbietet.

<http://www.codingmonkeys.de/subethaedit/>

Die Idee eines Dateisystems mit einer Datenbank ist nicht nur nicht neu, es ist sogar der Weg den Microsoft mit WinFS in der nächsten Version von Windows einschlagen will.

<http://msdn.microsoft.com/Longhorn/understanding/pillars/WinFS/default.aspx>

Der nächste Schritt -- Ich behaupte nicht, dass meine Vorschläge einfach umzusetzen sind, aber es ist klar, dass einige Teams bei Apple ihre Wichtigkeit bereits erkannt haben und ich hoffe deshalb, dass meine Worte nicht auf taube Ohren stossen werden. Die Frage ist nur, ob das Management bei Apple die wichtigsten dieser Konzepte erkennen und an andere Produktteams weitergeben kann, damit wir schliesslich alle von bereits gemachten Ideen und Erfahrungen profitieren können.


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/05-Jan-04

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <info@linarte.com>]

Kürzliche Updates verursachen PowerBook-Ventilatoraktivitäten -- Apples Battery Update 1.1 - möglicherweise in Verbindung mit Mac OS X 10.3.2 - scheint für eine zunehmende Ventilatorlaufzeit in einigen PowerBooks und iBooks verantwortlich zu sein. Ist das ein kleinerer Fehler oder ein Weg, die heißen Aluminium PowerBooks zu kühlen? ("Recent updates causing PowerBook fan activity" - 11 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2133>


Übersetzung dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>, Hartmut Greiser <info@linarte.com>, Alexander Lorani <alexander.lorani@web.de> und Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>.

Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.

Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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