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TidBITS#734/21-Jun-04

Weiter geht's mit unserer Besprechung von Microsoft Office 2004: Matt Neuburg hat diesmal das Wort in Sachen Word 2004. Er äußert sich zu behobenen Bugs, verbesserten Funktionen und dazu, was noch getan werden müsste. Ebenfalls in dieser Ausgabe kommentiert Agen Schmitz die Einführung des iTunes Music Store in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Außerdem werfen wir einen Blick auf Apples erweitertes iBook-Reparaturprogramm, weisen auf Freikarten für die Macworld Expo in Boston hin sowie auf die Veröffentlichung von Adams iPhoto 4 Visual QuickStart Guide und nennen natürlich die Ergebnisse der Mailprogramm-Umfrage von vergangener Woche. Und zu guter Letzt begrüßen wir Atlassian als TidBITS-Sponsor!

Themen:

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MailBITS/21-Jun-04

[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]

Atlassian sponsert TidBITS -- Zwei Wochen, zwei neue Langzeit-Sponsoren! Es ist toll, zu sehen, dass neue Unternehmen die Effizienz des Sponserns von TidBITS zu schätzen wissen. Diese Woche freuen wir uns, in unserer Sponsorengruppe Atlassian begrüßen zu dürfen, ein kleines australisches Unternehmen, das zwei faszinierende Produkte für Organisationen herstellt, die ihre Projekt-Teams effektiver machen möchten. JIRA ist ein komplettes Programm für Fortschrittskontrolle und Projektmanagement. Es zielt darauf ab, einem Team dabei zu helfen, über die gesamte Laufzeit eines Projekts Fehler aufzuspüren, Anforderungen festzuhalten und Aufgaben zuzuordnen. JIRA erstellt automatisch Projekt-Ablaufpläne, organisiert den Zugriff nach Anwendern und Gruppen, arbeitet mit anderen Systemen zusammen (inklusive E-Mail, Excel, XML und CVS) und bietet Volltext-Suche und -Filterung. Neben JIRA gibt es von Atlassian auch noch Confluence, ein Programm für das Wissensmanagement, das Projekt-Teams gemeinschaftlichen schnellen und flexiblen Zugang zu Informationen ermöglicht. Bei Confluence handelt es sich prinzipiell um ein Wiki, einen Webserver also, der es jedem, der einen Zugang hat, ermöglicht, jede abgelegte Information zu editieren. Ein gut designtes Wiki bietet exzellente Optionen der gemeinsame Informationsnutzung innerhalb einer Arbeitsgruppe. Confluence verfügt über Volltext-Suche, eine Kommentarfunktion, Mail-Benachrichtigung sowie detaillierte Sicherheitsstufen. Sowohl JIRA als auch Confluence basieren auf J2EE, sind also auf einer großen Zahl von Plattformen lauffähig, inklusive Mac OS X, anderen Unix-Derivaten und Windows.

<http://www.atlassian.com/software/jira/>
<http://www.atlassian.com/software/confluence/>

Zwar findet sich online eine Menge mehr Information zu JIRA und Confluence, zusätzlich wird Atlassian aber bei Apples Worldwide Developer Conference, die vom 28. Juni bis 2. Juli in San Francisco stattfindet, zugegen sein. Wenn Sie also die WWDC besuchen, empfehle ich Ihnen, einfach mal mit den Leuten zu reden (weisen Sie darauf hin, dass Sie bei TidBITs von ihnen gehört haben!); das ist für die meisten Leser sicher einfacher als nach Sydney zu fliegen. [ACE]

<http://developer.apple.com/wwdc/>

Freikarten für die Macworld Expo Boston -- Die Macworld Konferenz und Expo in Boston steht unmittelbar bevor (12. bis 15. Juli 2004),. Das bedeutet, dass unsere Freunde von Peachpit Press wieder einmal einen Stapel Freikarten zu verteilen haben. Um zwei Stück davon zu bekommen (exhibits-only Karten, normalerweise 15 bis 35 USD teuer), mailen Sie an <macworld@peachpit.com>, bitte Name und Adresse nicht vergessen! Wer zuerst kommt, malt zuerst. Peachpit nimmt Anmeldungen bis zum 30. Juni 2004 entgegen. [JLC]

<http://www.macworldexpo.com/live/20/>
<http://www.peachpit.com/>

iBook Reparaturprogramm erweitert -- Apple hat sein iBook Hauptplatinen-Reparaturprogramm erweitert, sodass es nun mehr Modelle umfasst (siehe auch "Apple kündigt Austausch bestimmter iBook Logic Boards an" in TidBITS-715_). Die Baureihe, die dies betrifft, wurde zwischen Mai 2001 und Oktober 2003 produziert. Die Seriennummern reichen von UV117XXXXXX bis UV342XXXXXX. Betroffene iBooks leiden unter einem oder mehreren der folgenden Symptome auf dem eingebauten oder einem angeschlossenen Bildschirm: Verzerrungen bei der Videodarstellung; Linienbildung auf dem Display; in Abständen ausfallendes Bild; einfrierender Bildschirm; oder der Rechner fährt mit einen leeren Bildschirm hoch. Apple übernimmt die Reparaturkosten (inklusive des Portos). Auf der FAQ-Seite von Apple finden sich weitere Informationen. [JLC]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07527>
<http://www.apple.com/support/ibook/faq/>

iPhoto 4 Visual QuickStart Guide gedruckt oder als PDF -- Es ist peinlich, aber ich habe gerade festgestellt, dass ich es versäumt habe, auf die neueste Version meines iPhoto-Buches hinzuweisen "iPhoto 4 für Mac OS X: Visual QuickStart Guide" ist seit Ende April im Handel (Peachpit hat es herausgebracht, als wir zur Hochzeit meiner Schwester nach Hawaii unterwegs waren, wo ich dann die ganze Zeit über krank auf der Nase lag, was ich zu meiner Entschuldigung hier anführen kann!). Aber egal, ich habe mittlerweile die elektronisch Version via eSellerate freigegeben (zusammen mit der elektronischen Version des The Wireless Networking Starter Kit, zweite Auflage) für jene, die PDF einer gedruckten Version vorziehen. Die Preise sind in etwa gleich. Die gedruckte Ausgabe kostet 20 USD und ist bei Amazon schon für 14 USD zu haben. Deshalb habe ich die elektronische Ausgabe mit 14 USD angesetzt, um Peachpit keine Konkurrenz zu machen.

<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0321246624/tidbitselectro00/ref=nosim/>
<http://store.esellerate.net/store/cart.aspx?s=STR4750768179&Cmd=BUY& SkuIDC=SKU0695255939>

Zwei Anmerkungen: Erstens, wenn Sie beide Versionen haben möchten, dann kaufen Sie die gedruckte Version. Denn dann können Sie das PDF gratis herunterladen (der wesentliche Unterschied zwischen beiden Versionen sind die Vierfarb-Screenshots des PDF-Dokuments). Zweitens. wenn Sie eh schon meinen iPhoto 2 Visual QuickStart Guide besitzen, kann ich Ihnen nicht guten Gewissens empfehlen, auch die neue Version zu kaufen (obwohl ich es natürlich toll fände, wenn Sie es trotzdem tun). Ich habe das Buch natürlich für iPhoto 4 aktualisiert und acht neue Seiten hinzugefügt, die neue Features wie Smart Albums, Rendezvous Photo Sharing und editierbare Film Rolls behandeln. Es ist jedoch eine schlichte Tatsache, dass die wesentlichen Verbesserungen von iPhoto 4 die Geschwindigkeit betreffen und deshalb keine gravierenderen Änderungen am Buch notwendig waren. Ich habe zudem die Support-Seiten zum Buch von Swiki weg zu einer moderierten Diskussion auf unserem Web Crossing Server verlagert, damit ich mit dem Organisieren von Support-Diskussionen auf Web Crossing Erfahrungen sammeln kann. [ACE]

<http://iphoto.tidbits.com/>
<http://www.apple.com/ilife/iphoto/>


Umfrageergebnisse: Ihr bevorzugtes E-Mail Programm

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Röcken <mac@roecken.ch>]

Die Umfrage, die nach Ihrem bevorzugten Macintosh E-Mail Programm fragte, ergab einige interessante Daten, obwohl sie natürlich nicht wissenschaftlich war. Apples Mail lief der Konkurrenz davon indem es 41 Prozent der mehr als 2600 Stimmen für sich verbuchte. Während unserer letzten Umfrage zu diesem Thema vor viereinhalb Jahren war Outlook Express die Standard E-Mail Anwendung, das allerdings nur 12 Prozent der Stimmen gewinnen konnte, was mich auf den Gedanken bringt, das Mail einerseits leistungsfähiger als Outlook Express ist und dass andererseits ein von Apple mitgeliefertes Programm besser angenommen wird als eines von einem anderen Hersteller. (Leider ist es durch die Verstopfung der Abstimmungsurne durch Cyberdog und Emailer beim letzten Mal schwierig die Prozentwerte genau zu vergleichen.) Nichtsdestotrotz war das gute Abschneiden von Mail nicht überraschend.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbpoll=83>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07704>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-733.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbpoll=16>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05664>

Obwohl es mit 28 Prozent der Stimmen (37 Prozent beim letzten Mal) auf den zweiten Platz zurückfiel, ist Qualcomms Eudora klar noch - möglicherweise überproportional - stark in Gebrauch unter TidBITS-Lesern. Eudora hat lange den Ruf gepflegt, das beste E-Mail Programm darzustellen für Leute, die enorme Mengen an E-Mail empfangen. Da TidBITS-Leser dazu neigen zu dieser Kategorie zu gehören macht es für mich Sinn, dass Eudora in unseren Umfragen immer noch gut wegkommt.

Ein bisschen erstaunt war ich über den dritten Platz von Entourage mit nur 13 Prozent der Stimmen. Entourage ist unzweifelhaft ein topklasse E-Mail-Programm, und als Bestandteil von Microsoft Office müssten es Millionen von Mac-Benutzern eigentlich haben. Ich würde erwarten, dass Entourage einen höheren Prozentsatz des ganzen Marktes ausmacht; vielleicht ist das TidBITS-Publikum in dieser Hinsicht nicht ganz repräsentativ.

Nach den großen Drei fielen die Zahlen schnell ab. PowerMail ging voran mit 5 Prozent, gefolgt von Mailsmith und dem Dreigespann Netscape/Mozilla/Thunderbird mit 3 Prozent. Wenn ich gewettet hätte, hätte ich angenommen, dass mehr TidBITS-Leser das höchst optimierbare Mailsmith als PowerMail benutzen. Andererseits bin ich nicht erstaunt, dass die von Mozilla abgeleiteten E-Mail-Programme nicht besser abgeschnitten haben, da sie gegen leistungsfähigere Programme stehen die bessere Mac-Bedienungsoberflächen bieten.

Auf dem Grund des Fasses quetschte Emailer 2 Prozent aus der Umfrage mit ein bisschen Hilfe durch eine Erwähnung auf der Emailer Mailingliste, Outlook Express und Web-basierte E-Mail sammelten kaum 1 Prozent, weder QuickMail noch America Online schafften es die 1 Prozenthürde zu brechen, und andere E-Mail-Programme, wie GyazMail, Mulberry, Nisus Email und Magellan erhielten zusammen 3 Prozent der gesamten Stimmen. Das geringe Erscheinen von ausschließlichen Mac OS 9 Programmen war nicht unerwartet, da Anwender die sich immer noch auf Mac OS 9 verlassen kaum Newsquellen wie TidBITS lesen, da es kaum noch News gibt die Mac OS 9 betreffen. Web-basierte E-Mail dürfte einen signifikanten Prozentsatz der Anwender im ganzen Internet beisteuern. Aber die Tatsache, dass nur 22 Personen (zugegeben eine Zunahme, gegenüber 4 Stimmen in der letzten Umfrage) aussagten, dass sie Web-basierte E-Mail benutzen, dürfte darauf hindeuten, dass TidBITS Leser auch in dieser Hinsicht nicht ganz repräsentativ sind.

Unsere Umfragen geben nicht vor statistisch signifikant zu sein, aber es ist interessant aus den Antworten einen groben Eindruck der Lage im Land zu erhalten. Danke für die Teilnahme!


Der iTunes Music Store startet in Europa

von Agen G. N. Schmitz <agen@comcast.net>
[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <kww@q-dsl.de>]

Apple brachte seine eigene britische Invasion letzte Woche auf die Bühne in London, indem es die Eröffnung des iTunes Music Store in Großbritannien, Frankreich und Deutschland ankündigte. Ein iTunes Store für ganz Europa, der die anderen Länder abdeckt, soll laut Apple im Oktober starten.

<http://www.apple.com/pr/library/2004/jun/15itunes.html>
<http://www.apple.com/itunes/>

Auf die neuen Online-Shops kann mit dem neuen iTunes 4.6 zugegriffen werden, das auch Unterstützung für die im Juli vorgestellte Airport Express-Hardware und Airtunes-Software enthält. Ein Aufklappmenü unten auf der iTunes Music Store-Startseite bringt Sie zu dem jeweiligen Store. In Großbritannien liegen die Preise der einzelnen Stücke bei 0,79 GBP (das sind 1,45 USD) und 7,99 GBP (14,68 USD) für die meisten Alben (verglichen mit 9 bis 10 GBP bei Amazon.co.uk); Deutschland und Frankreich bieten Stücke für 0,99 Euro (1,20 USD) und Alben ab 9,99 Euro (12,10 USD) (verglichen mit 12,99 Euro in Deutschland und über 16 Euro in Frankreich bei Amazon.de bzw. Amazon.fr).

<http://www.apple.com/itunes/download/>
<http://www.apple.com/airportexpress/>
<http://www.apple.com/airportexpress/airtunes.html>

Da ich sehr viel Musik bei Amazon.co.uk kaufe, war ich ganz wild darauf, die neuesten B-Seiten von Ash im englischen iTunes Music Store zu kaufen und herunterzuladen. Dieser Traum platzte schnell mit einer Fehlermeldung, die besagte, dass mein amerikanisches Benutzerkonto im englischen Store nicht gilt. Aus Lizenzgründen kann man Musik nur in dem Store des Landes kaufen, in dem die Rechnungsadresse seiner Kreditkarte liegt. Um ein neues Konto anzulegen, wählen Sie Ihren Store mit dem "Store wählen"-Aufklappmenü und klicken Sie auf die Anmelden-Schaltfläche. Dort können Sie ein neues Konto anlegen oder ein Konto mit einem bestehenden .Mac-Konto verknüpfen.

Apple nennt die Zahl von 700.000 Stücken für die drei Länder; diese kommen von den fünf großen Musikverlegern. Sie werden viele Künstler finden, die global vermarktet werden, wie die Beastie Boys, Anastacia oder The Corrs. Es herrscht aber Mangel an Stücken von unabhängigen Verlegern - die in Großbritannien stärker vertreten sind, weil sie hier mehr Hits produzieren als in den USA. Wenn man die Top 40 der BBC ansieht, dann fehlen im englischen iTunes Music Store eine Menge wichtiger Alben, darunter Supergrass und Keane (der Hit des Jahres in Großbritannien, obwohl der iTunes Music Store zwei Singles und eine exklusive Live-Aufnahme von AOL führt).

<http://www.bbc.co.uk/radio1/chart/top40/albums.shtml>

Einige britische Benutzer haben sich auch darüber beschwert, dass in ihrer Version des iTunes Music Store eine große Zahl von Künstlern fehlt, die in der US-Version verfügbar sind; das hat sicher mit mysteriösen Lizenzfragen zu tun.

[Agen Schmitz ist freiberuflicher Autor und Redakteur, früherer Chefredakteur des Elektronik-Shop von Amazon.com und er liebt alles Britische.]


Word, aufgemöbelt: Word 2004

von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]

Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, falls Sie nicht die letzten paar Jahre ausschließlich in der Antarktis verbracht haben, ist Word 2004 nun Realität. Die letzten größeren Upgrades waren Word 2001, das (nur um die Historiker zu verwirren) 2000 erschien, ein Jahr später gefolgt von Word X, das neben der Mac OS X-Kompatibilität wenig neue Funktionen mitbrachte.

<http://www.microsoft.com/germany/mac/officevx/intro.mspx>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-606.html#mail>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-591.html#Artikel2>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-552.html#Word>

Word 2004 bringt keine elementaren Änderungen im Programmverhalten mit, und wenn Sie derzeit kein Problem haben, könnte es kaum überzeugende Gründe geben, auf Word 2004 zu aktualisieren. Wenn Sie sich allerdings mit bestimmten Einschränkungen konfrontiert sehen, vor allem bezüglich Verfolgung von Änderungen, AppleScript-Fähigkeit, Unicode-Zeichensätzen oder Windows-Kompatibilität, könnte Word 2004 ein MUSS sein. Andere Neuerungen wie Notizblock-Ansicht, neue Animationen und Smart Buttons sind nach meiner Meinung weniger zwingende Argumente.

Installation -- Die Installation von CD war simpel. Man kann direkt einen Office-Ordner auf die Festplatte ziehen oder ein Installationsprogramm starten, das einige Optionen bietet, was installiert werden soll. Wie von Microsoft empfohlen, benutzte ich das Installationsprogramm (Andere vom TidBITS-Team hatten Probleme bei der Drag & Drop-Installation der Betaversion). Das Programm ermöglicht die Installation auf eine andere Partition. Jeder Benutzer hat nun eine "Normal"-Vorlage in seinem Benutzerverzeichnis ~/Dokumente/Microsoft Benutzerdaten; zuvor wurde sie im Office-Ordner abgelegt und somit von allen Benutzern geteilt, was schlichtweg falsch war, da sie der Aufbewahrungsort der meisten Benutzeranpassungen ist. Wie in der Vergangenheit wurde meine alte Normal-Vorlage automatisch gefunden und benutzt, aber meine anderen persönlichen Vorlagen musste ich von Hand aufsuchen.

Meine Office 2004-Installation ist unter Auslassung fremdsprachiger Referenz-Tools und weiterer Extras, die ich nicht benötigte, etwa 50 Prozent größer als Office X (bei mir über 360 Megabyte). Grund für den Unterschied sind eine neue, größere Zeichensatzsammlung (80 Megabyte gegenüber 2 Megabyte bei Office X), einige Tutorials (23 Megabyte), und einige Vorlagen (13 Megabyte mehr). Eine komplette Drag & Drop-Installation würde 525 Megabyte ausmachen.

Beim ersten Start von Word installierte es 60 Zeichensätze in mein Benutzerverzeichnis. Einige davon sind wertvoll und nützlich. Die neue Verdana zum Beispiel enthält doppelt so viele Zeichen wie die bisherige unter /Library/Fonts. Wenn man allerdings erst mal verschiedene Varianten eines Zeichensatzes hat, ist es schwierig herauszubekommen, wann welche benutzt wird, und grundsätzlich ist es unfein, einfach so 80 Megabyte Zeichensätze zu installieren - vor allem wenn sie mit bereits vorhandenen in Konflikt kommen könnten - ohne es dem Benutzer gegenüber auch nur zu erwähnen.

Kommentare und Änderungen -- Ein Kommentar ist in Word - Sie erinnern sich - ähnlich einer Fußnote, aber nicht Teil eines Ausdrucks; Er entspricht einer Anmerkung des Autors oder einer anderen Person, durch deren Hände das Dokument geht, und ist ein extrem hilfreiches Kommunikationsmedium zwischen verschiedenen Leuten, die ein Dokument überarbeiten müssen (wie es beispielsweise bei den Manuskripten für unsere Take Control-Bücher der Fall ist). Bisher erschienen Kommentare in einem scrollbaren Nebenfenster und funkten von dort ständig in Ihre Arbeit rein: Wenn man zum Beispiel im Kommentarfenster scrollte, dann scrollte auch das Hauptfenster, und durch das Einfügen eines Kommentars wurde der markierte Text auf eine Art und Weise gelb unterlegt, die verhinderte, welcher Text denn nun markiert war. Beide Probleme wurden behoben, was die Zusammenarbeit an einem Dokument mit Word 2004 deutlich einfacher macht.

Words Fähigkeit, Änderungen (Revisionen) an einem Dokument zu verfolgen, mag nicht für jedermann von Bedeutung sein, aber für jemanden, der Dokumente mit einem Herausgeber oder Lektor austauscht, ist sie unverzichtbar (ein weiteres, entscheidendes Element der Entwicklung eines Take Control-Buches). Bisher allerdings hatten Anwender der Änderungsfunktion mit deren Einschränkungen und Unbequemlichkeiten zu kämpfen. Das Vorliegen einer Änderung wurde nur durch Farben, Unter- und Durchstreichungen gekennzeichnet. Wenn man wissen wollte, wer eine Änderung gemacht hatte, musste man mit der Maus über den Text rollen, worauf eine Textblase erschien, die aber auch nicht mehr aussagte, als dass jemand etwas gelöscht oder eingefügt habe - kein Hinweis, was genau geändert wurde. Formatierungsänderungen (z.B. von normal nach fett) wurden überhaupt nicht gekennzeichnet.

Das wurde nun auch alles geändert und dürfte erneut Autoren und Lektoren frohlocken lassen. Sie können das Änderungsfenster einblenden, welches nun alle Änderungen und Kommentare in Form einer einfachen Liste aufführt. Diese ist deskriptiv und enthält auch Formatierungsänderungen: Man erfährt beispielsweise, dass ein Schriftstil in "fett" geändert wurde, oder dass das Wort "Entscheidung" gelöscht wurde. Änderungen und Kommentare sind also zu zwei Aspekten der gleichen Sache vereint worden, was sie ja auch tatsächlich sind. Die Liste kann man vereinfachen, indem man sich nur Kommentare, nur Änderungen oder nur Änderungen einer bestimmten Person anzeigen lässt.

In der Seitenlayout-Ansicht können Kommentare und Änderungen als dauerhafte Kommentarblasen am rechten Rand angezeigt werden, wo sie nicht den Blick auf den Text versperren. Die Blasen sind interaktiv - Sie können Text darin eingeben und Knöpfe anklicken, um Änderungen anzunehmen oder abzulehnen. Sehr schade, dass es die Blasen nur in der Seitenlayout-Ansicht gibt, denn mit ihnen ist es viel leichter, Änderungen und Kommentaren zu folgen, als mit dem Listenfenster.

Die Kommentarblasen im Seitenlayout und der Dokumentzustand können auf vier verschiedene Arten angezeigt werden: Original - Anzeige des Dokuments vor jeglicher Änderung und ohne Blasen; Original mit Änderungen - Dokument ohne gelöschte Passagen aber mit Beschreibung von Einfügungen in Blasen; Final mit Änderungen - Einfügungen und Löschungen eingearbeitet mit Beschreibung von Löschungen in Blasen; und Final - alle Änderungen eingearbeitet und ohne Blasen. Diese Anzeigearten können mit Optionen kombiniert werden (zum Beispiel ob gelöschte Stellen im Dokument durchgestrichen sichtbar bleiben sollen), was wirklich aussagekräftige Darstellungen der Änderungshistorie eines Dokuments ermöglicht.

Für alle, die Änderungen verfolgen müssen, sind diese Word-Funktionen beispiellos; Ich kenne kein Programm, das Vergleichbares beherrscht. Eine bedauerliche Einschränkung gibt es leider doch noch: Überraschenderweise unterscheidet Word nicht zwischen mehrfachen Bearbeitungssitzungen der gleichen Person. Änderungen von Adam werden beispielsweise nicht von Änderungen unterschieden, die Adam eine Woche später - nach zwischenzeitigen Änderungen durch Matt - gemacht hat.

Trotz dieses Mangels ist im Zuge der Verbesserungen an Word 2004 die Arbeit mit den Änderungsfunktionen nun nicht mehr nützlich aber quälend, sondern ausgeklügelt und erfreulich; ich freue mich darauf, sie zu benutzen. Dafür verdient Microsoft einen großen Applaus!

[Übersetzung: Alexander Lorani <alexanderlorani@yahoo.com>]

AppleScript -- In der Vergangenheit setzte Word die AppleScript Unterstützung lückenhaft und unzuverlässig um. Nur ein Bruchteil von Words Fähigkeiten war direkt durch AppleScript ansprechbar, und wenn man es dennoch versuchte, konnte man Word leicht zum Absturz bringen. Die Alternative war "VisualBasic für Anwendungen". VBA ist Words eigene Skriptsprache und lässt Word wirklich alles machen. Seit AppleScript es erlaubt, VBA Skripte als ein großes Textfeld in AppleScript Programme einzufügen, kann man VBA innerhalb AppleScript nutzen und die Unzulänglichkeiten in Words AppleScript Modell ausgleichen. Aber dies war eine unbefriedigende Lösung. Der schlussendliche Code war hässlich und schwierig zu verwalten. Und noch schlimmer: das VBA-Unterprogramm unter AppleScript konnte keine Ergebniswerte zurückliefern, so dass Skripte nicht richtig interaktiv nutzbar waren. Skriptprogrammierer dachten sich diverse schreckliche Behelfslösungen aus, aber Tatsache war: es gab starke Beschränkungen, was man mit Word durch externes Skripting anstellen konnte.

Dies hat sich nun komplett geändert. Die AppleScript Unterstützung wurde von Grund auf neu programmiert, eine ziemlich aufwändige Sache, aber sehr begrüßenswert. Ein großer Teil von Words Möglichkeiten (vielleicht sogar alle; die Zeit und viele Experimente werden es zeigen) sind nun direkt auf normale Art und Weise AppleScript zugänglich. Diese wirklich gute Verbesserung wird die Art und Weise, komplett verändern, wie Nutzer Word in ihren Arbeitsablauf einbinden.

(Nebenbei bemerkt: wenn sie mein Buch "Apple Script: The Definite Guide" besitzen: dies betrifft auch Excel. Die Excel-Beispiele aus dem Buch funktionieren nun nicht mehr. Ich habe die neuen Versionen auf meiner Errata Webseite veröffentlicht.)

<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0596005571/tidbitselectro00/ref=nosim>
<http://www.tidbits.com/matt/aserrata.html>

Schriftarten und Unicode -- Während meiner Word X Anwendung im Frühstadium des Erscheinens, schilderte mir ein Classics Kollege einen Notfall. Auf Anraten von Freunden war er von Windows auf Mac OS X gewechselt und konnte seine alten Word Dokumente, die Altgriechische Zeichen enthielten, nicht mehr lesen. Ich ließ mir die relevanten Schriftarten zuschicken und tatsächlich: einige der Zeichen in seinem verwendeten Griechischen Zeichensatz (zutreffender Weise "Greek" genannt) wurden durch einen Unterstrich ersetzt. Ich arbeitete an diesem Problem monatelang, doch: un-lös-bar. Word war einfach nicht kompatibel mit den Griechischen Unicode Zeichensätzen (wie ich auch in meinem früheren TidBITS Artikel über Unicode bereits erklärt habe). Obwohl Word mit Unicode unter Windows funktionierte, konnte es dennoch unter Mac OS X unlesbar sein. Das erste was ich mit dem Dokument meines Freundes tat, als ich Word 2004 am Laufen hatte: ich öffnete es und "Presto!": es wurde korrekt dargestellt!

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06780>

Word ist unter Mac OS X nun also Unicode-fähig, inklusive der Unterstützung für diverse Eingabearten und der direkten Eingabe über die Zeichensatzpalette (Für mehr Details bitte unter der Word Hilfe unter "Unterstützung Mehrsprachigkeit" nachschlagen). Dieser Riesenvorteil ist absolut notwendig für denjenigen, der es benötigt. Aber bitte die Hoffnungen nicht zu groß werden lassen. Es gibt immer noch diverse ernste Mängel. Bestimmte komplizierte Zeichensprachen (Indic) funktionieren nicht; ebenso rechts-nach-links Zeichensprachen (Semitric). Word 2004 ist also ein Schritt rückständiger als Word 98, wenn es um die Nutzung von WordScript unter Mac OS 9.2 geht. Außerdem: bestimmte Verhalten von mehrfach diakritischen Zeichensätzen funktionieren schlecht. Word unterstützt auch nicht die Mac OS X Funktionen zur erweiterten Typografie (Ligaturen und Glyphen). Und dies bedeutet, dass einige in Word installierte Zeichensätze die Anzeige bestimmter Sprachen in Cocoa Programmen ziemlich auf den Kopf stellen können. [Besten Dank an Tom Gewecke für die große Hilfe bei diesem Absatz]

<http://homepage.mac.com/thgewecke/mlingos9.html>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06222>

Word legt auch einige neue, unverständliche Zeichensatzverhalten an den Tag. Man kann das einfach am "SyMegabyteol" Zeichensatz erklären. Wenn man einige "Times" Zeichen auswählt, kann man sie nach "SyMegabyteol" konvertieren und dann zurück nach "Times" ändern. Aber wenn man damit beginnt, dass die Einfügemarke innerhalb des "Times" Absatzes steht und nun nach SyMegabyteol ändert, dann die "SyMegabyteol" Zeichen auswählt und wieder nach "Times" zurück ändern möchte, geht dies nicht. So endet man schnell mit einem Dokument, das einige "SyMegabyteol" Zeichen enthält, die man nicht wieder in einen anderen Zeichensatz ändern kann, aber auch "SyMegabyteol" Zeichen hat die sich ändern lassen. Und man hat keine Anhaltspunkte welches Zeichen geht und welches nicht. Und wenn man ein "Alles Ersetzen" durchführt, in dem man alle "SyMegabyteol" Zeichen durch "Times" ersetzen möchte, können änderbare Zeichen ersetzt werden, die anderen werden aber zu rechteckigen Kästen!

Ich weiß nicht wie verbreitet dieses Problem ist. Passiert das nur mit dem "SyMegabyteol" Zeichensatz? Einige Nutzer beklagen sich über dieses Problem auch mit anderen Zeichensätzen, also ist dies wohl ein allgemeines Problem. Auf jeden Fall ist die Tatsache, dass sich Word so merkwürdig verhält, eine ernste und fundamentale Angelegenheit. Es wäre besser, wenn Word zumindest eine Warnung herausgibt und das merkwürdige Verhalten erklärt. Stattdessen sind die Anwender verwirrt und auch ein wenig ängstlich, weil es natürlich leicht passieren kann, dass ein Dokument in eine bedrohliche Lage gerät; gefüllt mit Zeichensätzen, die sich nicht ändern lassen oder gar voll mit diesen schrecklichen rechteckigen Boxen.

Kompatibilität -- Falls ich wegen der fehlenden Zeichensatzerklärungen recht hart mit Word umgehe, dann, weil es eines von Words neuen Funktionen ist, Erklärungen zu Zeichensatzproblemen zu geben. Der Kompatibilitätsbericht (teilt es sich mit Excel und PowerPoint, wahrscheinlich am wichtigsten in Word) ist eine Werkzeug, das alle Inkompatibilitäten eines Dokuments aufführt, die mit früheren Versionen des Programms auftreten können.

Zum Beispiel: wenn sie "1/4 unserer Benutzer sind ekstatisch" eintippen, macht die Word 2004 Autokorrektur aus den drei Zeichen eines. Weil Word nun Unicode-fähig ist und dieses 1/4 Zeichen darstellen kann. Aber frühere Mac Word Versionen verstehen kein Unicode und können dieses Zeichen nicht darstellen. Der Kompatibilitätsbericht informiert sie, dass ihr Dokument Zeichen enthält, die unter Umständen Schwierigkeiten bereiten werden; und tatsächlich: nachdem Word das Bruchzeichen ersetzt hat, fängt der Werkzeugknopf in der Standardwerkzeugleiste rot an zu leuchten, um sie darauf hinzuweisen, den Kompatibilitätsbereich einzusehen. Genauso funktioniert es beim Speichern eines Dokuments: Word weist beim "Speichern-unter"-Dialog auf den Report direkt hin. Andere Inkompatibilitäten sind zum Beispiel Unterschiede bei Zeilenumbrüchen und das Ersetzen von Zeichensätzen, die unter Umständen nicht verfügbar sein könnten.

In der Vergangenheit hat Word nur davor gewarnt, dass es zu Daten- oder Formatierungsverlusten kommen kann. Für jeden, der regelmäßig Dateien mit den Nutzern anderer Word Versionen austauscht, ist der Kompatibilitätsbericht eine große Hilfe. Merken sie sich jedoch, dass der Bericht noch recht fehlerhaft und unvollständig ist. Ich hatte ziemlich schnell eine Situation in der Word mir nicht von einem fehlenden Zeichensatz berichtet hat und gab mir stattdessen eine völlig andere und unzutreffende Warnung (es berichtete, dass der Russische Zeichensatz in Benutzung war und dass die Russischen Korrekturhilfen fehlten). Trotzdem ist der Kompatibilitätsbericht ein Schritt in die richtige Richtung.

A New Viel -- Die Notizbuch-Ansicht ist eine neue Art der Anzeige in Anlehnung an Programme wie AquaMinds NoteTaker und Circus Ponies NoteBook. In der Standardeinstellung hat die Notizbuch-Ansicht horizontale Schreiblinien und vertikale Randlinien, wie ein Schulschreibheft; es gibt einen großen weißen Bereich oben für den Titel und es hat Abschnittsreiter auf der rechten Seite. Man kann Abschnitte hinzufügen und die Abschnittstitel ändern, man kann Gliederungen von Notizen erstellen und ein Eintrag kann sogar eine Auswahlbox und Wichtigkeits-Markierung haben.

<http://www.aquaminds.com/product.jsp>
<http://www.circusponies.com/pages.aspx?page=products>

Der Zusammenhang zwischen der Notizbuch Ansicht und den anderen Ansichtsarten ihres Dokument sieht so aus: Gliederungseinträge" bekommen automatisch die Absatzformate "Notizen Gliederungsstufe 1", "Notizen Gliederungsstufe 2", usw. zugeordnet; der weiße Titelbereich oben ist automatisch die Kopfzeile und die Abschnittstrennungen korrespondieren mit manuellen Seitenumbrüchen. Das Notizbuch-Format "Abschnittstitel" hat keine Verbindung mit den anderen Ansichten.

Aber die Notizbuch-Ansicht ist sinnbezogen nicht vergleichbar mit den Gliederungs-, Seiten- und Normalansichten. Die Normalansicht und die Seitenansicht zeigen das gleiche Dokument in leicht unterschiedlichem Layout; die Gliederungsansicht zeigt die existierende Struktur des Dokuments. Also stellen alle diese Ansichten nur unterschiedliche Mittel und Weg dar, ein Dokument zu betrachten. Aber die Notizbuch-Ansicht zeigt etwas komplett anderes, weil ein Wordprozessor-Dokument typischerweise natürlich keine Notizbuch-Absätze hat! In der Tat: wenn man ein bestehendes Word Dokument als Notizbuch-Ansicht betrachten möchte, gibt Word eine Warnung aus, dass eine Konvertierung stattfinden wird und schlägt vor, ein neues Dokument dafür anzulegen. Wenn sie auf die Konvertierung bestehen sind Formatierungen und Struktur des Dokuments im Wesentlichen zerstört.

Das Problem ist, dass die Notizbuch-Ansicht eigentlich gar keine Ansicht ist. Es eine Repräsentation eines völlig anderen Dokumententyps, eben ein Notizbuchdokument. Es ist nicht unnütz, ganz bestimmt nicht; aber zum einen gehört es zu einer anderen Anwendung (in der Windows Welt wäre dies OneNote). Und zum anderen ist Microsofts Umsetzung der Notizbuchmetapher arm an Funktionen und holperig im Vergleich zu den eleganten AquaMind und Circus Ponies Lösungen. Mein Gefühl ist, dass, wenn sie ein Notizbuch Programm brauchen, sie auf eine gutes Notizbuch Programm wie NoteTaker, Notebook oder eines der vielen anderen Schnipselsammelprogramme zurück greifen sollten, die ich im Laufe der Jahre besprochen habe.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1196>

Knopfschmuck -- Word 2004 nutzt viele kleine bunte Animationen, Markierungen und knopfähnliche Objekte, die über oder im Dokument schweben. Wenn man Unicode Zeichen in das Dokument einfügt, schimmert der Palettenknopf rötlich. Die Formatierungspalette zerläuft ins Transparente wenn sie nicht benötigt wird und springt wieder in Undurchsichtige wenn man den Mauszeiger über sie fährt. Wenn man "das" statt "das" tippt, erscheint eine blaue horizontale Doppellinie unter dem Wort und die Autokorrektur startet. Wenn man später auf das Wort klickt, kehrt die Doppellinie zurück. Wenn man auf der Doppellinie mit dem Mauszeiger verbleibt, erscheint ein Knopf und man kann ihn drücken, um die Autokorrekturoptionen einzusehen (zum "das" zurück ändern, "das" aus der Autokorrektur herausnehmen, usw.). Ähnliches passiert beim Text einfügen. Ein Knopf erscheint und wenn man mit der Maus darüber geht, öffnet sich ein Pop-up Menü in dem man auswählt, wie das eingefügte Material formatiert werden soll (Formatierung des Quelltextes übernehmen, Formatierung des Zieldokuments übernehmen, nur den Text übernehmen).

Diese Augenweiden sind schon ein wenig albern und machen aus einem einfachen, ruhigen, virtuellem Stück Papier eine Welt aus blinkenden und leuchtenden Aktivitäten, als wenn das Design von Word in den Händen irgendwelcher XBox-Fanatiker lag. Es bezieht sich auf keinerlei neue Inhalte; alle Funktionen sind Hinweise auf Aktivitäten, die man auch mit anderen Mitteln hätte durchführen können. Gleichzeitig kann das schon willkommen sein, weil die Hinweise auf Funktionen zeigen, die man vielleicht noch gar nicht kannte bzw. nicht wusste wie man sie nutzt. Wenn sie jemals eine Zeile Programmiercode in ein Worddokument eintippten, z. B. "i = 3" und sich gewundert haben, warum das "i" sich zu einem "I" änderte und das eigentlich verhindern wollten; nun müssen sie sich nicht mehr wundern.

Schlussfolgerungen -- Ich habe nicht alle Änderungen in Word 2004 beschrieben; vielleicht habe ich auch gar nicht alle entdeckt. Stattdessen habe ich aus meiner Sicht die größten und wichtigsten Änderungen diskutiert. Aber kleine Änderungen können auch wichtig sein. Zum Beispiel: Word arbeitet nun korrekt mit langen Dateinamen und langen Pfadnamen; nur fair diese Korrektur zu nennen auch wenn sie eigentlich schon vorher hätte da sein sollen. Außerdem soll ein anderer berüchtigter Bug entfernt worden sein, der bei mehrfachem Speichern eines Dokuments während der Arbeit irgendwann das Systemlimit der geöffneten Dateien erreichte und dann das Dokument mitsamt der Änderungen abstürzen ließ.

<http://blogs.msdn.com/rick_schaut/archive/2004/05/19/135315.aspx>

Gleichzeitig bringt jede Revision von Word eine gute Portion an neuen Problemen und Enttäuschungen mit sich; Word 2004 wird da wohl keine Ausnahme sein. Ihr Lieblingsbug wird wahrscheinlich nicht repariert worden sein; besonders dann nicht, wenn er ganz tief im Code liegt, den Microsoft nie gerne anfasst. Zum Beispiel gibt es Erfahrungen, dass Grafiken, die in Word Dokumente eingefügt oder importiert wurden, ab und zu nicht richtig gedruckt werden. Das Blättern mit den Seiten auf/ab Tasten bewegt immer noch die Einfügemarke mit; das macht es schwierig sich andere Bereiche eines Dokuments nur einfach mal anzusehen. Oder zum Beispiel: das Problem, wo das Formatvorlagenmenü nur zehn Einträge anzeigen kann, auch wenn man Dutzende Vorlagen und einen großen Monitor hat ist auch noch nicht repariert. Und natürlich ist das Verhalten beim Anwenden einer Formatvorlage nach wie vor undurchschaubar, darüber habe ich mich auch schon jahrelang beschwert.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04822>

Neue Probleme wurden sicherlich eingeführt. EndNote soll zum Beispiel an Word 2004 verzweifeln. Ich hatte einige Schwierigkeiten mit der Suche: wenn ich mehrfache Suchen durchführte, verschwand ab und zu der Auswahlpunkt im Hauptdokument, als ob ein unsichtbares Nichts ausgewählt wurde. Beim Doppelklick und Ziehen von Wörtern kann teilweise das nächste Wort links vom eigentlich ausgewählten Wort mit selektiert werden, wenn man nämlich nach oben, dann links, dann nach unten und rechts zieht. Und all die neuen Funktionen, egal wie attraktiv, werden eine Gewöhnungszeit für die Nutzer benötigen bevor die Nutzer herausfinden, wie gut diese in der wirklichen Welt tatsächlich funktionieren. Zum Beispiel: zusätzlich zu Absatz- und Zeichenformaten gibt es nun auch Tabellen- und Nummerierungsformatvorlagen. Werden diese Hilfen den Nutzer unterstützen konsistente Dokumente zu erstellen oder werden sie nur die Verwirrung bei automatischen Nummerierungen und Formatvorlagen erhöhen; so geschehen in der Vergangenheit. Die Zeit wird's zeigen.

<http://www.endnote.com/>

Bis jetzt zumindest werden sich die langjährigen Wordnutzer an die Funktionen gewöhnt haben. Sie wissen aus ihrer langen Erfahrung, dass die Aktualisierung auf eine neue Version von Microsoft Word wie der Kauf eines neuen Autos ist: es ist teuer, es sieht im Verkaufsraum des Händlers besser aus als zu Hause, und es hat das Potenzial vormals unbekannte Probleme zu einem wirklich ungünstigen Zeitpunk irgendwo auf der Straße zu Tage treten zu lassen. Ehrlich, wir sollten alle einfach einmal tief Luft holen, unsere Gesichter ins kalte Wasser tauchen und der Realität ins Gesicht sehen: Word ist ein fettes, kompliziertes Programm, vollgestopft mit Codealtlasten und balanciert ständig auf dem schmalen Grad zwischen der Macintosh und Windows Welt. Word wird nie einfacher werden und Microsoft wird sich nie einige der wirklichen, tief sitzenden Probleme Words annehmen. Die, die sich nach Word 5.1 zurücksehnen, werden, wie immer, von Word 2004 enttäuscht sein. Word 5.1 war ein Programm aus einer einfacheren Zeit und Microsoft wird nie dorthin zurückkehren.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07139>

Und doch, wie beim neuen Auto, wenn man die neueste Word Aktualisierung braucht, dann braucht man es. Und trotz aller Ärgernisse wird man doch den Geruch des neuen Autos mögen und auch die Zentralverriegelung. Egal ob die alte Kiste Word 5.1 war oder (wahrscheinlicher) eine neuere Version von Word; Word 2004 radikal verbesserte Kommentierungs- und Revisionsfunktionen, die bessere Unicode Möglichkeiten, die volle AppleScript Unterstützung, Kompatibilitätschecks: all das zeigt ein signifikant erweitertes Programm für all die von uns, die diese Funktionen täglich nutzen.

Word 2004 wird üblicherweise als Teil des Microsoft Office Pakets gekauft. In Deutschland kostet es 549 Euro (169 Euro für die SSL-Version für Schüler, Studenten, Lehrer). Aktualisierungen kosten 299 Euro. Die um Virtual PC für Mac Version 6.1.1 mit Microsoft Windows XP Professional erweiterte Professional-Version kostet 599 Euro oder als Upgrade 399 Euro. Straßenpreise können wie üblich günstiger sein. Man kann außerdem eine Testfahrt-Version von Office 2004 herunterladen, diese arbeitet 30 Tage lang. Mindestvoraussetzung für Microsoft Office 2004 ist Mac OS X 10.2.8.

<http://download.microsoft.com/download/5/0/F/50F490D2-AC5E-41E1-AAC3-B071F11A98EF/Office2004TestDriveDE.dmg.bin>
<http://www.microsoft.com/germany/mac/officevx/macStandard.mspx>
<http://www.microsoft.com/germany/mac/officevx/macStudenten.mspx>
<http://www.microsoft.com/germany/mac/officevx/macProfessional.mspx>


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/21-Jun-04

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Die zweite URL unter jeder Thread-Beschreibung verweist auf die Diskussion auf unserem Web Crossing-Server, der zwar sehr viel schneller ist, mit dessen Design wir aber noch unzufrieden sind.

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/>

AirPort Express -- Wie gut funktioniert das Erweitern des Aktionsradius' anderer Basisstationen mit Apples neuem kabellosen Gerät und wann gibt es eine Fernbedienung für AirTunes? (11 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2249>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/115>

Von Eudora auf Mail umsteigen? Leser bieten Tipps und Softwareressourcen für die, die mit dem Gedanken des Umstiegs von Eudora auf Mail spielen. (7 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2253>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/119>

FileMaker Synchronisation -- Die Meldung der Vorwoche über SyncDeK führt umgehend zum Hinweis auf weitere Dienstprogramme zur Synchronisierung von FileMaker und SQL-Datenbanken. (1 Beitrag)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2250>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/116>

Vereinfachte Migration durch Software -- Der verbesserte Mac OS X Setup-Assistent des neuen Power Macs G5 könnte ein Vorteil für all jene sein, die ein Upgrade wegen des möglichen Hassels eines Datentransfers befürchten. (2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2251>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/117>


Übersetzung dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net> Alexander Lorani <alexanderlorani@yahoo.com>, Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>, Jens Röcken <mac@roecken.ch>, Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de> und Klaus Werner Wirtz <kww@q-dsl.de>.

Lektorat dieser Ausgabe: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.

Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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